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today is tomorrow

von Hugo / am 05.08.2011
Tags Kunst Malerei

Schauplatz Malerei, MAERZ Bildende Kunst

mit
Norbert Fleischmann, Gisela Stiegler, Josef Schwaiger, Heiko Bressnik, Michael Horsky, Robert Lettner, Ursula Hübner, Alois Mosbacher, Markus Orsini Rosenberg, Tobias Pils, Oswald Oberhuber, Hans Werner Poschauko, Christy Astuy

Konzept: Elisabeth Plank, Josef Ramaseder

Gegenwärtig scheint es, dass die Malerei etwas weiter als sonst sowohl von den kritischen Diskursen der Kunsttheorie als auch von einer Präsenz in institutionellen Ausstellungsräumen entfernt ist. Niemand weiß, ob es sich dabei um eine zyklische Regression in eine kulturelle Schattenökonomie handelt oder ob man sich auf einen längeren Rückzug gefasst machen muss. War die Malerei bis in die sechziger Jahre noch Palast und Residenz des kritischen Diskurses, so hat sich dieser im Sinne einer symbolischen Gentrifizierung in viele neue Räume verlagert. In einer galoppierenden Expansion sind diese nach und nach von der Kulturindustrie besetzt worden. Wir befinden uns in einem spannenden historischen Moment: Einerseits bereiten uns die begleitenden Inflationserscheinungen dieser Entwicklung zunehmend Unbehagen, zum anderen scheint das Haus Malerei zwischenzeitlich abgewohnt genug, dass es für den theoretischen Diskurs und die Philosophie wieder interessant wird. Wem das Schwächeln des Mediums Malerei bisher recht und gut war, sollte daran denken, dass diese Schwäche sich zugleich als Stärke erweisen könnte. Wenn es sich heute überhaupt lohnt, gegen die Konventionen des mainstreams der Kunst, gegen die Kurzschlüsse von Ideen und Informationen mit visuellen Produkten und gegen die Abwertung der Künstlerperson durch die zunehmende Austauschbarkeit Überlegungen anzustellen, so soll auch, zumindest unterschwellig, in Today is Tomorrow die Idee eines utopischen Anspruchs anklingen.

Elisabeth Plank und Josef Ramaseder, beide Studenten der Meisterklasse Oswald Oberhuber an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien in den frühen Achtziger Jahren, haben sich in der Malerei vor dem Hintergrund dieser Überlegungen und auch aus Passion für das Medium, in dem sie selber tätig sind, ein wenig umgesehen und eine subjektive Auswahl getroffen.

Today is Tomorrow präsentiert aktuelle Arbeiten mehrerer Künstlergenerationen und ist eine Ausstellung mit Titel, aber ohne thematische Ausrichtung. Kriterium der Auswahl sind weder stilistische Gemeinsamkeiten noch eine Kontextualisierung einzelner Positionen, noch ein Ausblick auf etwaige neue Trends. Vielmehr spiegelt sich in der Selektion relativ intimer Formate ein vielschichtiges Interesse der Künstlerkuratoren sowohl an der Materialität und Phänomenologie der Malerei als auch an ihren handelnden Personen. Einmal rückt die bloße Freude am Solitären und einer radikalen Subjektivität in den Vordergrund, oft auch der Respekt vor dem Biographischen, das ein ausreichend langes Zeitfenster bildet, um sich in der Arbeit abzulichten.

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