Klima und Du. Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin und her geschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der freien Medien in Oberösterreich. Willkommen bei dieser Ausgabe von Klima und Du, produziert von der Frosin-Redaktion von Radio Frohen Linz. Ich bin Sigrid Ecker und in Zeiten von Klimakrise, hoher Inflation und steigender Energiekosten durch den russischen Krieg gegen die Ukraine dreht sich heute alles um das Beenden von verschwenderischem Umgang mit Ressourcen. Doch wie geht das eigentlich? Wie senken wir als Gesellschaft unseren Verbrauch? Was braucht es, damit alle rasch das nötige Bewusstsein erlangen und ins Handeln kommen? Iris Frey, Kampagnenleiterin der NGO ATTACK, hat gute Ideen dazu. Außerdem Pia-Maria Reichert von Foodsharing und Christina Liu vom Unpackbar-Laden in Linz, setzen schon lange Zeichen gegen das Verschwenden von Nahrung und Verpackungsmaterial. Im zweiten Teil der Sendung erfahren Sie, wie die beiden das machen und worauf es dabei ankommt. Strom, Preisbremse, Kraftstoffpreisdeckel, Energiegrundversorgung, schon lange haben wir solche Worte eher selten in den Mund genommen. Wenn dann im Zusammenhang mit der Klimakrise, nicht jedoch mit der Frage im Hinterkopf, ob im Winter Wohnungen und Wasser warm sein werden. Zu verdanken haben wir das dem Angriff vom russischen Präsidenten Putin auf die Ukraine. Wie es gehen kann, dass niemand frieren muss und gleichzeitig notwendige klimapolitische Erfolge und Entwicklungen passieren, legt nun Iris Frey von ATT dass du dir Zeit nimmst. Du bist Campaignerin von der Initiative ATTACK. Vielleicht magst du dich selber kurz ein bisschen vorstellen am Anfang und auch vor allen Dingen die Organisation. Ja, hallo, vielen Dank für die Einladung. ATTACK ist ein globalisierungskritisches Netzwerk und wir setzen uns eben für das gute Leben für alle ein. Es gibt in unterschiedlichen Ländern Organisationen und hier in Österreich haben wir eben ein Büro in Wien. in unterschiedlichen Ländern, Organisationen hier in Österreich haben wir eben ein Büro in Wien. Danke dafür. Steigen wir mal ein in das Thema, über das wir heute sprechen. Da geht es um Energie und um all das, was uns gerade viel beschäftigt in der momentanen Zeit, um Ressourcen und so weiter und so fort. Am 28. Juli war eben der Erdüberlastungstag, der Earth Overshoot Day. Das heißt, wir leben jetzt bereits Tag für Tag mit allem, was wir brauchen, Nahrung, Strom etc. bereits auf Kosten der Zukunft, kann man sagen. Wir machen also Schulden bei unseren Kindern, denen diese Ressourcen dann für ihr Leben irgendwann womöglich fehlen werden. Das müssen wir uns ganz massiv, habe ich das Gefühl, vor Augen führen und können es nicht oft genug betonen, damit das irgendwie einsickert, weil irgendwie haben wir das noch nicht so ganz verstanden und deswegen möchte ich auch mit dir unter anderem auch darüber heute sprechen. zentral ist, dass wir verstehen lernen, anders mit dem umzugehen, was wir haben. Und ich möchte ein bisschen sprechen, wie das jetzt geht. Das geht natürlich einerseits, betrifft das den Einzelnen, die Einzelnen, aber vor allen Dingen auch natürlich die politische Ebene und Entscheidungen, die getroffen werden. Wie legen wir das an? Worauf setzt Attac im Moment am meisten? Wo ist der größte Hebel, wenn es darum geht, dass wir unseren Verbrauch im Bereich, wenn wir von Energie, Stichwort Gaskrise etc., Ukraine-Krieg sprechen und vor allen Dingen Klimakrise, wo ist der größte Hebel sozusagen, um unseren Verbrauch hier zu senken? hier zu senken? Ja, wir haben bei ATT&CK eben ein Modell entwickelt für den sogenannten Energiegrundanspruch. Da sind wir gerade noch in der Ausarbeitung. Und dieses Modell, das zielt eben darauf ab, den Grundverbrauch mit Energie für alle Menschen zu decken und gleichzeitig aber den Überkonsum beziehungsweise den Luxuskonsum, der unnötig ist, einzuschränken. Und wir sehen eben, dass jetzt gerade mit dieser Energiepreiskrise, aber auch insgesamt, die Reichen eigentlich sehr viel Energie verbrauchen, Energie verschwenden. Und wir sagen, dort müssen wir zuerst ansetzen, wenn wir über Reduktion reden, weil eine Reduktion gesamtgesellschaftlich braucht es auf jeden Fall. Aber die, die zuerst einsparen müssen, das sind die Reichen. Und darauf zielt eben unser Modell ab. Und bevor wir uns das Modell genauer anschauen, wen meint Attac mit den Reichen? Die Reichen, das ist ein ziemlich schwammiger Begriff. ein ziemlich schwammiger Begriff. Ja, also man kann das sehr gut einteilen. Es gibt ja Einkommensdaten, Daten zum Haushaltseinkommen und die kann man ausblenden nach den Zielen oder sogar nach Prozenten. Und da sehen wir eben die oberen Einkommen im Vergleich zum unteren Einkommen. Wir brauchen viel mehr Energie. Beim Gas ist es doppelt so viel. Also die obersten 10 Prozent der Einkommen verbrauchen viel mehr Energie, beim Gas ist es doppelt so viel, also die obersten 10 Prozent der Einkommen verbrauchen doppelt so viel Gas wie die untersten 10 Prozent und auch beim Strom ist es so, dass die obersten 10 Prozent in etwa 70 Prozent mehr Strom verbrauchen als die untersten 10 Prozent. Das ist jetzt einfach mal zum Energieverbrauch, Haushaltsenergieverbrauch. Darüber hinaus haben aber ja reiche Haushalte auch sehr viele andere Energieausgaben, die das Thema sehr stark belasten. Sie erzeugen sehr viele Emissionen, unter anderem, weil sie eben solche Luxusobjekte wie Yachten oder große Autos oder vielleicht sogar Privatjets besitzen, weil sie sehr viele Villen besitzen vielleicht, die auch Pools haben, die beheizt werden etc., Jacuzzi. Also diese zusätzlichen Güter oder diesen zusätzlichen Verbrauch der Reichen, da sagen wir, der muss zuerst zurückgeschraubt werden, damit wir innerhalb der ökologischen Grenzen bleiben können. Okay. Und wie schaut dann dieser Vorschlag von euch für einen Energiegrundanspruch quasi konkret aus? Im umgekehrten Schluss jetzt sozusagen, wenn man sagt, okay, man fängt einmal, über das könnten wir vielleicht auch noch reden, wie man das schafft, weil das ja gleichzeitig dieser einkommensstarke Prozentsatz von Menschen in einer Gesellschaft ja auch meistens die sind, die einen großen Einfluss auch auf die Politik haben. Das ist sozusagen der eine Bereich, der mich da interessieren würde und der andere dann eben wie dann die anderen sozusagen, wie es mit einem Grundanspruch da ausschaut, wie das gehen kann. mit einem Grundanspruch da ausschaut, wie das gehen kann. Ja, wir sagen eben, für uns sollte die Energieversorgung mit einem verträglichen, ökologisch sinnvollen Maß an Energie eben allen Haushalten als gesellschaftliche Leistung bereitgestellt werden. Das heißt, wir würden dafür plädieren, dass langfristig und mittelfristig auch die Energieversorgung als ein Teil der Daseinsversorgung gewertet wird, sowas wie öffentliche Bildung, öffentlicher Verkehr, das Gesundheitssystem. Also wir sagen sozusagen, ein gewisses Maß an Energie sollte jedem Haushalt zur Verfügung stehen. Wir schließen uns da an an diese Right to Energy Kampagne, die eben sagt, okay, gewisse Güter und Dienstleistungen des täglichen Lebens sollten eben für alle Menschen in der Gesellschaft verfügbar sein und dafür, dazu gehört für uns eben auch die Energie. Ein gewisser Verbrauch soll zu einem relativ niedrigen Preis dann schlussendlich bereitgestellt werden und der Verbrauch darüber, der soll progressiv teurer werden. Und das würde funktionieren mit sogenannten Tarifstufen. Das heißt, bis 50 Prozent des Durchschnittsverbrauchs wäre der Preis sehr niedrig. Bis 80 Prozent wird er ein bisschen höher sein. Dann bis 100 Prozent wird er nochmals steigen. Und darüber hinaus eben bei 110 Prozent wird es teurer werden. Bei 120 Prozent des Durchschnittsverbrauchs wird es sehr viel teurer werden. Also so wäre der Ansatz. Und uns ist eben ganz wichtig, dass eben aber der Grundbedarf für alle Menschen erschwinglich ist. Und wie kann das gewährleistet werden, dass dieser Grundbedarf erschwinglich sein kann? Also Stichwort spekulationsgetriebene Märkte, über die ihr da auch schreibt, die da ein Hebel sein könnten. Vielleicht kannst du uns da ein bisschen Einblick geben. Ja, also ich glaube, unser Modell, was wir gerade ausarbeiten, ist jetzt vor allem eine kurzfristige Lösung. Also unser Modell würde über die Netzbetreiber oder Energieanbieter abgewickelt werden. Die würden dann sozusagen diese Tarifstufen in der Energiepreisrechnung inkludieren und dann eben so quer finanzieren. Das könnte sozusagen jetzt gleich umgesetzt werden. Wir würden aber auch sagen, dass mittel- und langfristig eben eines der Hauptprobleme, warum die Energiepreise so verrückt spielen, eben die Liberalisierung der Energiemärkte ist. Und diese Liberalisierung muss aus unserer Sicht jetzt zurückgefahren werden. Und diese Liberalisierung muss aus unserer Sicht jetzt zurückgefahren werden. Aber dafür braucht es eben längerfristige Anstrengungen und wahrscheinlich auch Gesamt-EU-Anstrengungen. die Energie an Börsen gehandelt wurden und dort eben die Preise bestimmt, dass die Preissteigerungen, also die an den Börsen beobachtet werden, an die Kunden durchschlagen, aber die niedrigeren Preise von den Energieanbietern nicht weitergegeben werden an die Endkunden. Das heißt, dieses Argument, dass die Liberalisierung der Energiemärkte sehr viel bringt für die Kunden, für die Verbraucherinnen. Das ist eigentlich falsch, weil die niedrigeren Preise nicht weitergegeben werden, die höheren Preise aber sehr wohl. Und wir sehen das sehr frappierend jetzt, wenn wir uns die Gewinne anschauen von den großen Energiekonzernen. Also da war ja der Verbund und die OMV im Gespräch die massive Gewinne jetzt machen, eben beim Verbund, weil er den Großteil des Stroms eben aus Wasserkraft produziert. Dadurch, dass aber der Strom an der Börse gehandelt wird, er einen sehr hohen Preis für seinen Strom kriegt, obwohl die Erzeugung nicht mehr kostet. Also das ist das eine. Die OMV, die macht sehr hohe Einnahmen, weil einfach die fossilen Energien im Moment sehr stark nachgefragt sind. Das heißt, die Nachfrage ist hoch und der Preis steigt. Und diese Gewinne, die diese Energiekonzerne machen, die stehen natürlich überhaupt nicht im Verhältnis dazu, dass sie jetzt gleichzeitig die Preise für die Verbraucherinnen weiter in die Höhe schraubt. Und da müssen wir, also da muss man mittel- und langfristig auf jeden Fall ansetzen und diese Liberalisierung zurückdrehen. Das heißt, die Energieproduktion wieder unter öffentliche Kontrolle bringen. Und damit meinen wir eben nicht nur rein verstaatlichen, also es geht nicht nur um die Eigentumsstruktur, sondern es geht auch um demokratische Strukturen und Mitbestimmung innerhalb der Unternehmen. wo sich eben Produzenten zusammentun und eben auch Verbraucherinnen einsteigen können. Alle besitzen dieses Unternehmen gemeinsam, alle haben ein Mitspracherecht. Und sozusagen es braucht demokratische Unternehmensformen und es braucht demokratische Eigentumsstrukturen im Energiebereich und darüber hinaus. Wir würden eben auch sagen, in anderen gesellschaftlichen Bereichen, die essentiell sind für die Grundversorgung, also eben Bildung, Gesundheit, öffentlicher Verkehr, in diesem Bereich braucht es eben auch diese Demokratisierung der Produktion und Verteilung. Okay, das heißt, es gibt jetzt sozusagen einen kurzfristigeren Ansatz, einen langfristigeren Ansatz, der langfristige Ansatz, da geht es um Demokratiepolitik, um Marktpolitik sozusagen, um Veränderungen und Lenkungseffekte dahingehend, die du jetzt ausgeführt hast. Und in den kurzfristigen, da geht es um diese öffentliche Basisversorgung, die sozusagen insofern auch gewährleistet werden könnte, insofern auch gewährleistet werden könnte, sehr rasch, über die Energielieferfirmen und Unternehmen, die wir jetzt auch haben, indem man eben steuert, dass sehr hoher Verbrauch sozusagen anders verrechnet wird als niedriger Verbrauch. Und das ist dieser progressive Tarif? Genau, genau. Also eben unser Modell sieht vor, dass kurzfristig das sofort umgesetzt werden könnte, indem der Staat die Abgaben höher den Kilowattstundenpreis, den man als Verbraucherin bezieht. Das kann man auf der Energierechnung nachschauen. Da gibt es einerseits die Elektrizitätsabgabe für Strom und die Gasabgabe, Erdgasabgabe für Gas, Erdgas. Und diese Abgaben wurden ja jetzt auch schon gesenkt im Zuge des ersten Entlastungspaketes von der Regierung, um eben die Verbraucherinnen, um den Preis insgesamt niedrig zu halten. Und genau diese Abgabe könnte man sozusagen progressiv staffeln. Das heißt, man könnte sagen, für die ersten 50 Prozent des Durchschnittsverbrauchs ist sozusagen die Abgabe null beziehungsweise wird mehr subventioniert und es wird noch ein Zuschuss gewährt. Dann bis 80 Prozent ist es der Marktpreis und von 80 bis 100 Prozent gibt es dann eben einen Aufschlag. Also wird die Abgabe leicht erhöht und darüber hinaus eben weiter erhöht in solchen Stufen. Also da könnte sozusagen die Regierung einfach jetzt schon sagen, okay, wir staffeln diese Abgabe, diese Elektrizitäts- bzw. Erdgasabgabe und machen so einen Eingriff in den Markt, in dem wir die Preise für die Verbraucherinnen anpassen. schon vorgestellt haben in der Politik. Ich bin ein bisschen verwundert, wenn ich das höre, dass da noch nicht zum Beispiel die SPÖ aufgesprungen ist. Die spricht immer noch von Preisdeckelungen. Wenn ich mir das aber so anhöre, was du da ausführst, dann ist es ja ganz offensichtlich, dass jetzt was soziale Gerechtigkeit angeht und auch ein hoher Anreiz zur Einsparung in Wirklichkeit, was wir eingangs ja gehabt haben. Wir müssen generell an unserem Ressourcenverbrauch arbeiten. Beides mit einer Klatsche ja eigentlich hier erledigt wäre. Ist schon wer aufgesprungen auf diesen Zug oder wie ist das? Ja, also ich meine, es werden ja mehrere Modelle diskutiert, auch vom WIFO, vom ÖGB, gar zwischen Vorschlägen. Und wir werden auch die Regierung auffordern, dieses Modell zu bewerben und zu untersuchen und in ihre Modelle, die sie da entwickeln, zu integrieren. Es ist ja politisch jetzt so, dass die Regierung angekündigt hat, bis Ende August ein Modell für eine sogenannte Strompreisbremse zu entwickeln und eventuell auch für Gas so etwas zu prüfen. Und da werden wir natürlich auch Druck aufbauen, öffentlichkeitswirksam und mit Petitionen oder E-Mail-Aktionen und sagen, hey, wir haben hier ein super Modell, das ist gut durchdacht. Bitte schaut euch das an und integriert das. Ich höre jetzt im Hintergrund so ein Geräusch, ich weiß nicht, ob es ein Presslufthammer ist, der vor dem Haus arbeitet oder eine Waschmaschine, die den Schleudergang eingelegt hat. Ich weiß nicht, hörst du es auch? Ich höre es nicht, nein. Okay, alles klar. Dann warten wir ab, ob es in der Aufnahme drauf ist oder auf der Aufnahme drauf ist. Hoffentlich nicht. Es ist jetzt nicht so dramatisch, glaube ich. Hoffentlich nicht. Es ist jetzt nicht so dramatisch, glaube ich. Ja, dann würde ich sagen, apropos Politik und ob die sich da Konzepte anschauen. Was mir auffällt, auf alle Fälle abschließend vielleicht, ist, dass in anderen europäischen Ländern schon recht klare Gesetze zum Energiesparen hier geschaffen werden. Beispiel Spanien wurde vor einigen Tagen in den Medien, wie sagt man da jetzt? Berichtet? Ja, genau, danke, dass es so ist. Berichtet darüber, dass nämlich Klimaanlagen und Schaufensterbeleuchtung hier geregelt wird, wie lange man also bis 22 Uhr Schaufenster, Klimaanlagen nur bis, glaube ich, 26 Grad oder was, das war also sehr genaue Regelungen, das traut sich die österreichische Politik ganz klar nicht. Wie es scheint, hier so klare und genaue Regelungen zu machen, wenn es um Umgang mit unserem Verbrauch geht, da scheint es mir immer, das ist so ein bisschen wie die heiße Kartoffel, die man sich nicht angreifen darf, weil es unpopulär ist. Genau, und vielleicht ein bisschen die Rache dann bei der nächsten Wahl befürchtet und nicht sieht, dass es sozusagen ja auch Pluspunkte geben könnte, die man hier einsammeln könnte von anderen Gesellschaftsteilen, wenn man beherzt vielleicht eingreifen würde. Wobei man sagen muss, natürlich ein sich selbst regulierendes System, wie ihr das vorschlägt, ist wahrscheinlich eh intelligenter, als wie jeden einzelnen Lebensbereich detailliert vorzugeben oder so. Wir wissen auch, was das in der Pandemie so gemacht hat mit den Leuten. Aber grundsätzlich mal, was bedeutet denn klimapolitisch dieses zögerliche Handeln vielleicht? Oder würdest du es überhaupt als zögerlich jetzt beurteilen? Du hast wahrscheinlich auch viel mehr Einblick. Oder ist das eh gar nicht so? Aber falls doch, ja, was bedeutet das klimapolitisch und auch gesellschaftspolitisch? Ja, ich glaube generell, was wir auch sehen, ist sozusagen, dass eben die Liberalisierung der letzten Jahrzehnte und auch die Untätigkeit uns oder beziehungsweise der Regierung jetzt auf den Kopf fällt. Also diese Untätigkeit im Sinne von Ausstieg aus Fossilen und eben Liberalisierung, wo eben auch sehr viel auf EU-Ebene einfach in einen gemeinsamen großen Markt überführt wurde, in den halt einzugreifen jetzt nicht mehr so ganz einfach ist. Also vor der Strommarktliberalisierung wurden zum Beispiel in Österreich die Preise auch durch die sogenannte Preis-Lohn-Kommission festgesetzt, also die Energiepreise. Und sowas ist jetzt eben nicht mehr so einfach möglich, weil man eben schon so weit ist mit dieser Liberalisierung. Und ich glaube, die Regierung hat jetzt auch eine große Aufgabe und große Herausforderung, sich da zu überlegen, wie können wir wirklich sinnvoll und langfristig gegensteuern. Und eben deswegen braucht es auch solche Modelle, wie wir das vorschlagen. Wir schlagen das ja auch nicht kurzfristig vor, sondern wir schlagen das vor als langfristige Maßnahme, also langfristiger staatlicher Eingriff in diesen Markt, der eben eigentlich kein Markt sein sollte, sondern eigentlich sollte die Energieversorgung für uns alle gesellschaftlich sichergestellt werden. Und ich denke, die Aufgabe der Politik ist dann einerseits, das zu garantieren und andererseits aber schon auch mit mutigeren Maßnahmen gegen diese extreme Verschwendung vorzugehen. Und da sehen wir ja, dass Österreich jetzt nicht der Vorreiter ist, klimapolitisch. Da steigen ja die Emissionen statt zu sinken. Und gerade im Verkehrsbereich ist das ja der Fall. im Verkehrsbereich ist das ja der Fall. Und ich denke, ja, die Grünen sind da natürlich jetzt auch in, wären da sozusagen in einer guten Situation. Die ÖVP ist schwach, also sie könnten da auch auf jeden Fall viel mehr durchsetzen und viel mehr auf eine Karte setzen. Und da stelle ich mir aber dann auch solche Maßnahmen vor, wie einfach Privatschäds verbieten oder SUVs höher besteuern oder warum gibt es nicht solche Maßnahmen? Also warum schaut man nicht mehr auf diejenigen, die das Ganze verursachen, die uns in diesen ganzen Schlamassel hineintreiben? Und ich glaube, darauf müssen wir jetzt auch als Zivilgesellschaft immer den Blick lenken, weil es ist einfach sozusagen zu sagen, ja okay, dann mal hier ein bisschen sozialer Ausgleich, mal hier eine Einmalzahlung, aber wirklich, wer verursacht den ganzen Schlamassel? Es sind zuallererst die Reichen, allen voran die Superreichen, aber auch diejenigen, die halt da mehrere fette Autos fahren in der Stadt, wo es ein gutes öffentliches Verkehrssystem gibt oder noch schlimmer irgendwelche Privatjets oder Yachten durch die Gegend schippern. Und ich glaube sozusagen, da ist die Politik auf jeden Fall viel, viel zu zögerlich und das kann man auf jeden Fall immer jederzeit angreifen. Jetzt habe ich ein bisschen den Faden verloren, das war die zweite Frage. Ergänzend dazu natürlich auch, es geht ja nicht nur um die Haushalte, Privatpersonen, es geht ja auch um die Industrie. Und da muss man sich ja auch genau anschauen, wie viel verbrauchen eigentlich die Unternehmen an Energie und wie viele Emissionen produzieren die? Also die sind ja teilweise auch in diesem europäischen Emissionshandelssystem integriert. diesem europäischen Emissionshandelssystem integriert. Aber auch da müsste man schauen, warum dort nicht den Energieverbrauch stärker regulieren bzw. steilere Vorgaben machen bezüglich Umstieg auf erneuerbare Energien. Und ja, um diese Reduktionsziele nochmal greifbarer zu machen, beim Strom sagt man, dass es sozusagen in Österreich sich ausgehen würde, mit erneuerbaren Energien gut zu leben, wenn wir den gesamtgesellschaftlichen Energieverbrauch auf die Hälfte reduzieren würden, bei Strom. Das ist jetzt schon, also sozusagen, deswegen sagen wir halt auch, die Hälfte soll subventioniert werden bei den Haushalten und soll günstig zur Verfügung gestellt werden. Aber ja, ich denke mir so, wenn man sich das mal bewusst macht, auch die Hälfte reduzieren, das ist schon massiv. Und da würde sich dann sozusagen die naturverträgliche Versorgung mit erneuerbaren Energien ausgeben, dahin, wo wir eigentlich möchten. Und ja, ich denke, das ist ein gutes Ziel, wo wir hinwollen und da braucht es eben mutige Schritte. Wenn du aber jetzt sagst, die Hälfte sozusagen müsste eingespart werden, beziehungsweise die Hälfte von der Energie auch des durchschnittlichen Verbrauchs, das heißt nicht nur die Reichen, sondern eben alle oder die Mittelschicht, nenne ich es jetzt einmal so. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wäre sozusagen die Hälfte von dem, was da verbraucht wird, wäre dann günstig zu haben und die andere Hälfte wäre dann teuer zu haben nach eurem Modell. Kann ich das jetzt zurechnen? Naja, es wird progressiv teurer. Also das 100 Prozent, das ist jetzt trotzdem noch eine kleine Ersparnis, aber dann über 100 Prozent hinaus wird es auf jeden Fall teurer. Also das 100%, das ist jetzt trotzdem noch eine kleine Ersparnis, aber dann über 100% hinaus wird es auf jeden Fall teurer. Also worauf ich hinaus will, wenn ich kurz unterbrechen darf, ist nämlich die Frage, weil ich glaube schon, dass es wichtig ist, klar zu machen, dass wir trotzdem schon fast alle, sage ich jetzt einmal, natürlich jetzt nicht Menschen, die wirklich ganz am unteren Einkommenssegment sind, weil die können sich tatsächlich jetzt schon so wenig leisten, dass da nicht mehr geht, sozusagen ein Entsparungspotenzial. Das liegt auf der Hand. Aber bei den meisten anderen, eben auch der Mittelschicht, die ja auch sehr breit gefächert ist, sage ich jetzt einmal, wird es ohne dem nicht gehen, dass wir alle weniger brauchen. Und sozusagen das klarer zu definieren, das klarer zu skizzieren auch, in welche Richtung fährt der Zug, wie können wir uns das vorstellen, das wäre jetzt schon noch interessant für mich. Das heißt, bis wohin sozusagen meint diese öffentliche, oder ist diese öffentliche Basisversorgung gemeint, was heißt das für mich im Monat als Kursschnittsmensch jetzt? Und ab wann fängt sozusagen eine Staffelung nach oben an, wo ich dann anfange, muss zu überlegen, naja, mache ich es oder mache ich es nicht, weil das wird mir zu teuer vielleicht. Naja, was man ganz klar sehen kann, ist sozusagen, dass die untere Hälfte der Einkommen eh unter dem Durchschnitt liegt. Also die verbrauchen eh schon weniger als der Durchschnitt. Das heißt, was unser Modell macht, die, die über dem Durchschnitt liegen, die werden sozusagen dahin gebracht, zu diesem Durchschnitt zurückzukommen oder noch darunter. Wenn sie es schaffen, sehr viel zu reduzieren, dann wird es sehr viel günstiger auch. Wenn sie es schaffen, ein bisschen zu reduzieren, wird es ein bisschen günstiger. Und diejenigen, die unter diesem Durchschnitt sind, die haben als Normverbrauch sozusagen den Vorjahresverbrauch angelegt. Das ist die Spezialität von unserem Modell sozusagen, was es noch treffgenauer macht. Weil wir damit sagen, diejenigen, die jetzt eh schon unter dem Durchschnitt verbrauchen, da wo wir eigentlich hinwollen, die bekommen sozusagen diesen Durchschnittsverbrauch angelegt. Und wenn sie da im Vergleich dazu etwas reduzieren, dann reduziert sich ihr Strompreis um sehr viel und diejenigen, die über dem Durchschnitt verbrauchen, die werden sozusagen dazu gebracht, zu diesem Durchschnitt weiter sich hinzubewegen. So würden wir es gesamtgesellschaftlich schaffen, dass einerseits diejenigen, die jetzt schon weniger verbrauchen, nicht wieder den Verbrauch erhöhen, sondern dort sozusagen bleiben und aber auch nicht übermäßig belastet werden finanziell. Und die, die zu viel verbrauchen, dass die ihren Verbrauch reduzieren oder halt sehr viel mehr zahlen. Gibt es auf eurer Webseite vielleicht dann so Tabellen, wo man sich dann selber einordnen kann, damit man weiß, wenn man es jetzt noch nicht weiß, zu welcher Gruppe man gehört. Ja, voll. Ja, wird es geben. Okay, es wird es geben. Ja, genau. Also wenn wir damit öffentlich gehen, also jetzt in nächster Zeit wird es passieren, dass wir eine Presseaussendung machen und das Modell dann auch mit detaillierteren Berechnungen verfügbar machen. Ja, cool, super. Ja, dann würde ich sagen, herzlichen Dank für diese Einblicke. Ich glaube, wir haben es schon ganz gut skizziert jetzt. Ich habe es ganz gut verstanden zumindest. Also Stichwort der öffentlichen Basisversorgung mit Energie, unabhängig von spekulationsgetriebenen Märkten, stark progressive Tarife für verschwenderischen Luxusverbrauch. Das sind so diese großen Stichworte und Schlagworte in diesem Modell mit Preisen und Tarifstufen für Strom, Kernel und Gas. Vielleicht noch eine Sache, die auch ganz interessant ist, es gibt ja auch Vorbilder für so progressive Tarife. Also in Italien, in Kalifornien, in Japan, in Südkorea und in einigen anderen Ländern, unter anderem auch Kanada, soweit ich weiß, wurden eben vor allem nach dem Ölpreisschock Mitte der 1970er solche progressiven Tarife eingeführt, um eben auch die Haushalte dazu anzuregen, Energie einzusparen. Und in Italien zum Beispiel gibt es diese progressiven Tarife bis heute. Dort werden eben in diesem regulierten Markt einfach von einer Regierungsagentur wird vorgeschrieben, dass die Energieanbieter eben solche Tarifstufen einbauen müssen. Und dort gibt es, glaube ich, fünf Tarifstufen, wo eben auch der Mehrverbrauch mehr kostet. Und daran würden wir uns eben auch orientieren oder daran haben wir uns auch orientiert. Und es gibt eben in Südkorea zum Beispiel auch ein Modell, was sogar an Jahreszeiten angepasst ist. Also da gibt es in unterschiedlichen Monaten unterschiedliche Tarife. In Kalifornien gibt es sowas, kanada japan und ich glaube was man daran gut sieht ist dass das ist möglich ist und es gibt auch eine studie die eben das evaluiert hat wie inwieweit es zur senkung des energieverbrauchs beiträgt und die kommt zu dem schluss dass ebenso präzisen tarife eine langfristige reduktion des gesamtenergieverbrauchs sozusagen stimulieren oder anregen und das ist ganz interessant weil eben andere maßnahmen wie also effizienzmaßnahmen beratungsmaßnahmen austausch von treten et cetera die oft nicht so einen nachhaltigen effekt haben ja vielen dank das heißt es gibt jede menge auch auch schon Erfahrungswerte rund um den Globus, an die sich die Politik hier auch orientieren könnte sozusagen. Wollen wir hoffen, dass das geschieht. Iris Frey, vielen Dank für das Interview und alles Gute für die weitere Arbeit von ATT&CK und Erfolg für diese Kampagne. Dankeschön. Vielen Dank für die Einladung und einen schönen Nachmittag. Soweit Iris Frey von ATT&CK Österreich. Den Link zur Website dazu, wo es dann auch in Wälde den Verbrauchsrechner geben wird, finden Sie im Blog-Eintrag dieser Sendung. Dort gibt es dann auch jede Menge Tipps und Links zum Energiesparen, weil das kann ja jede und jeder auch jetzt schon machen. Nun legen wir den Fokus auf den sinnvollen und bedachten Umgang mit Nahrung und Verpackungsmaterial. Verdachtenumgang mit Nahrung und Verpackungsmaterial. Seit 2014 gibt es die Non-Profit-Organisation Foodsharing, um Lebensmittel vor dem Vernichten zu retten. Denn weltweit landet ein Drittel der Lebensmittel auf dem Müll. Das heißt, jede einzelne Person wirft jährlich über 170 Kilo Lebensmittel weg. Jede einzelne Person. Alleine in Österreich sind das 143 vollbeladene Sattelschlepper jeden Tag. Und die Europäische Kommission schätzt, dass in der EU 88 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr anfallen. Seit 2014 gibt es die Non-Profit-Organisation Foodsharing, um Lebensmittel vor dem Vernichten zu retten. Foodsaverin und Botschafterin Pia Maria Reichert erklärt zum Einstieg, wie Lebensmittel retten geht und wie sie dazu kam. Die Geschichte, warum ich dann auch zu Foodsharing gekommen bin, war, dass ich mal einen Graz-Spaziergang gemacht habe, weil ich war in Graz studieren und habe da so einen Verteiler-Kühlschrank gesehen, bin stehen geblieben da und habe mir das angeschaut. Und dann ist eine Foodsaverin hergekommen und die war halt voll freundlich und hat mich eingeladen zum Essen bei ihr daheim und die hat lauter gerettete Lebensmittel verkocht. Und da war ich total beeindruckt. Erstens einmal, dass mich da eine fremde, voll freundliche liebes Mädel einlade zum Essen und dass das halt köstlich war und alles aus Lebensmitteln, die einfach vernichtet worden wären im Müll, dass das Essen aus dem war und das war eigentlich für mich so der Punkt, wo ich gesagt habe, so da war das finde ich arg und da kann ich aber was tun. Also das war dann, das war so mein Einstieg in das Lebensmittel retten. Vielleicht kannst du das noch erklären, bei uns eben sehr bekannt und durch Foodsharing, vielleicht erklärst du Foodsharing und das Lebensmittel retten Prinzip auch gleich noch ein bisschen. Genau, also eben, wie du gesagt hast, Dumpstern ist verboten und es ist auch irgendwie unangenehm, wenn man da eben im Müll um und um graben muss. Und da ist Foodsharing, also darum hat mir das dann auch gleich voll getaugt, ist da eine super Alternative. Also Foodsharing ist eben eine Non-Profit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen, zu reduzieren und Bewusstsein zu schaffen für wertvolle Lebensmittel. Genau, also so entstanden ist Foodsharing aus zwei Richtungen, einerseits von einem Dumpsterer, von Raphael Fellmer und von einem Filmemacher, dem Valentin Thurn, der hat den Film Taste the Waste gemacht und das war alles so 2012 war da so eine Zeit, wo sich dafür entwickelt hat. Beide haben rund um sich schon Leute gefunden, die da eben was darmeln gegen die Lebensmittelverschwendung und haben sich dann im Laufe der Jahre, die waren dann in Kontakt, das ist alles in Deutschland entstanden, auch zusammengeschlossen 2014. Und eben seit, darum gibt es Foodsharing in der Form, wie es es jetzt gibt, seit 2014 und wir sind ein Haufen Leute in Deutschland, Österreich und Schweiz, die da gemeinsam zusammenarbeiten und bei Betrieben, seien es Gasthäuser, Restaurants, Supermärkte, Tankstühlen, alle möglichen lebensmittelverarbeitenden Betriebe, die dort das Essen retten, das dort nicht mehr verkauft werden könnte. Außerdem im Talk zu Gast war Christina Liu. Sie hat infolge eines Workshops zur Vermeidung von Verpackungsabfall den Unverpackt-Laden Unpackbar in Linz mitbegründet. Bei uns funktioniert das so, dass wir selber haben ein paar Behältnisse im Laden, aber nicht alles. Und uns ist am liebsten, du nimmst einfach deine eigenen Behältnisse mit. Und es ist im Prinzip ganz egal, es ist ganz egal, was du mitnimmst. Wir hatten schon Kunden, die Bettwäsche mitgenommen haben und Reis in Polsterüberzügen eingefüllt haben. Oder eine Kundin hat mal eine gewaschene Socke, wohlgemerkt gewaschen, hat Linsen in die Socke eingefüllt und das dann quasi so gekauft. Genau, also uns ist nur wichtig, alles was du vorher mitnimmst in der Selbstbedienungswaage, also an der vorher abwiegen, wie viel das Leergebinde wiegt und dann einfach vollfüllen. Und wir haben dann bei der Kasse noch die große Waage, da ziehen wir dann vom Gesamtgewicht das Gewicht vom Leergebinde ab. Und somit zahlst du dann auch wirklich nur das, was du kaufst. Wenn du jetzt zum Beispiel nur so ein paar Gramm Leinsamen für irgendein Rezept brauchst, ist es somit cool, dass du da nicht gleich ein 100er Gramm Pack kaufen musst, so wie es beim DM oder halt irgendwo anders ist. Und dadurch können wir auch sehr viel zur Lebensmittelverschwendung beisteuern. Pia, was sind denn die Gründe überhaupt für die Verschwendung von Lebensmitteln? Also ein großer Punkt ist sicher, bei vielen Leuten, was ein großer Punkt ist, das ist, dass man das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verbrauchsdatum vertauscht. Wir sagen ja, Sachen sind angekommen. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt ja nur aus, dass der Hersteller bis zu dem Datum garantiert, dass das genau gleich ausschaut, genau gleich riecht, genau dieselbe Konsistenz hat, wie das Datum halt, also dieselbe Konsistenz hat wie bei der Herstellung. Was darüber hinausgeht, da steht der Hersteller halt nicht mehr dahinter, aber das hält alles halt viel länger. Das Verbrauchsdatum, das steht halt auf Fleisch und bei wirklich Lebensmitteln, die kritisch sind, eben zum Beispiel so faschiertes, wo es wirklich mit der Keimzahl rapide aufwärts geht, also dieses Verbrauchsdatum, das nehmen wir bei Foodsharing auch voll ernst. Also wenn etwas über das Verbrauchsdatum geht, dann sollte man es wirklich nicht mehr essen. Mindestabbarkeitsdatum, wir sagen aber, es hasst nicht tödlich ab. Also das ist sicher ein großer Punkt, dass viele Leute einfach nur schauen, der Joghurtrahmen, aha, MHD, es ist vor einer einer Woche angerannt, dann schmeißen wir es weg. Also das ist so ein ganz großer Fehler, den wir da begängen, weil, das sagen wir von Foodsharing auch, unbedingt riechen, schmecken, schauen, riechen, schauen, kleine Menge schmecken. Weil ich sage es noch, bei den Joghurts, das hält so lange. Ich habe schon Joghurts mit MHT, was zwei Monate überschritten ist, gegessen. Wir haben einmal ein Einpackt Bio-Tofu, was wirklich so einfoliert. Das war mein Highlight, das ist zwei Jahre schon angegrenzt gewesen. Aber das ist unter Schutzatmosphäre abgehakt, richtig gelagert gewesen. Da war nichts schlecht. Das ist das, dass wir uns zu viel auf irgendwelche Zahlen berufen und Daten und weniger auf unsere Sinne verlassen. Genau, richtig, das. Ja, ich weiß nicht, dann wahrscheinlich auch, dass viele Leute, dass wir halt viel durchs Arbeiten und weil wir unterwegs sind, schnell mal so Sachen kaufen und dann vielleicht nicht das Brot, was daheim wirklich schon darauf wartet, dass man es jetzt endlich isst, dass wir das nicht einbacken, sondern eher was Neues kaufen. Also die fehlende Planung sozusagen. Die fehlende Planung, ja, genau. Dann wird natürlich zum Beispiel auch viel weggeschnitten, das sind auch viel so Abfälle, was man eigentlich essen kann. Ein Brokkoli zum Beispiel, der Strunk, das ist sowas, ich weiß nicht, ich habe das auch noch gelernt, das schneidet man weg und man isst nur die Röschen, da weiß ich, dass das ein Blödsinn ist, weil du kannst den Strunk ganz genau gleich gut essen, das ist Teil von dem Gemüse. Und vielleicht, dass man Hemmungen hat, wenn schon mal Lebensmittel an irgendeiner Ecke anfangen zu schimmeln, dass man gleich alles wegkaut, das ist vielleicht auch so ein Punkt, dass man da unsicher ist. Weil beim Brot zum Beispiel, das sollte man dann eher nicht, weil es ist ja durch die Sporen, die sich dann verteilen im ganzen Brot, weil es so luftig ist, sieht man es vielleicht nicht, aber es hat sich schon verteilt. Aber beim Apfel zum Beispiel oder bei so festen Sachen, ach Gott, das schneidet man halt runter und den Rest kann man ganz leicht noch essen. man halt runter und den Rest kann man ganz leicht noch essen. Also ja und weil Sachen vergessen werden im Kühlschrank, also weil einfach schon wir durch das Einkaufen, durch die Werbung und so, natürlich immer wieder stimuliert werden, was Neues zu kaufen und das auf das hätte ich auch gewusst und das war auch lecker und dabei stehen halt im Kühlschrank schon einige Sachen, die dann irgendwie vergessen werden halt und dann irgendwann werden sie dann doch einmal schlecht mit der Zeit. Das heißt auch dieser Aktionsfaktor, Zahl zwei nimmt drei, diese Dinge quasi, dass man dann mehr hat. Genau. Wie geht ihr, Christina, eigentlich damit um? Das heißt, der Handel ist ja ganz stark auch ausgerichtet eben auf dieses ich kaufe Sachen, die ich gar nicht geplant habe zu kaufen, um die Umsätze zu steigern. Das macht ihr wahrscheinlich dann nicht. Wie kalkuliert ihr das ein, dass sich das trotzdem ausgeht, wenn die anderen das offensichtlich brauchen? Also ich würde mal sagen, dass das Klientel, was bei uns einkauft, die Kunden, eine ganz andere Zielgruppe ist. Und diese Leute, die bei uns einkaufen, sie haben, sage ich einmal, viel Plan oder schon Plan von dem, was sie jetzt verbrauchen und was sie jetzt gerne hätten oder unbedingt noch brauchen. Und da kommen schon richtig vorbereitete Kunden auch schon rein, die so mit einem ganzen Korb, mit lauter Gefäßen kommen und dann füllen sie sich auch nur das ab, was sie brauchen. Also wir brauchen da gar nicht diese Aktionssachen machen. Ist gar nicht nötig. Ganz ein anderes Konzept quasi. Was mich ein bisschen daran erinnert, weil es hat ja natürlich eine Zeit gegeben, die Zeit, wo wir so Dinge so wahnsinnig extrem einzeln verpackt, also teilweise eine Kekspackung, die eine Außenpackung hat, die dann ein Schälchen hat, in dem Schälchen sind dann wieder zwei Kekse, die jeweils einzeln eingepackt sind. Also dieser ganze Irrsinn, sage ich jetzt einmal, den gibt es ja noch nicht so lang. Das heißt, es hat ja Zeiten gegeben, wo es ganz normal war, dass man die Dinge en gros stehen gehabt hat und eben en detail dann abgefüllt hat und verkauft hat. Das passt auch ein bisschen zu was, was ich mir auch bei den Lebensmitteln denke, nämlich auch da ist es so, dass ich mir denke, es geht einfach ein Wissen auch verloren, was jetzt den achtsamen Umgang mit Lebensmitteln angeht, was die Verwertung angeht, was das Verarbeiten von Lebensmitteln angeht. All das spielt da wahrscheinlich auch eine Rolle. Auch der Zeitfaktor, oder? Der Zeitmangel, ich muss mir ja die Zeit nehmen, um eben das Gemüse dementsprechend aufzubereiten, all diese Dinge, oder? Dabei darf man sich, weil es ist, du sagst jetzt auch, man muss sich die Zeit nehmen, weil es ist ja ein Dorf, es ist ja schön, dass wir so tolle Lebensmittel da bei uns in Europa haben, dass wir uns die Zeit nehmen können, dass wir das auch wirklich zubereiten können. Also das ist ja, ja, also diese schnelllebige Zeit, eben fast food, als man schnell geht, nebenbei geht, das geht halt total, da geht die Wertschätzung der Lebensmittel total verloren, ja. Also darum gibt es ja auch so viele Gegenbewegungen mit Slow Food, also dass man eben, und auch das selber kochen und selber anbauen, selbst Erntegärten, also ich finde, also in den Kreisen, in denen ich mich bewege, kommt sowas schon auch wieder sehr viel zurück, wo man einfach dann eben sogar sein eigenes Gemüse wieder anbaut und dann, du freust dich so irrsinnig, wenn da die Gurken endlich wachsen, da fieberst du schon hin, wariner, und ich meine, so Gurken, die haust du halt nicht gleich einmal weg. Oder das ist genau, und wenn du es aber im Supermarkt sozusagen nachgeschmissen kriegst und dann halt auch so billig waren kaufst, die halt dann leider auch noch nicht bio sind vielleicht, und dann ist ja klar, das haut man schnell einmal weg, weil da ist kein Bezug dazu da. Schauen wir uns die Folgen auch vielleicht noch ganz kurz an von Lebensmittelverschwendung. In Österreich wird etwa ein Viertel des ökologischen Fußabdrucks durch die Ernährung verursacht. Lebensmittelverschwendung ist für eine riesige Menge von CO2-Emissionen natürlich verantwortlich. 3,3 Gigatonnen sind das, um genau zu sein, was auch immer diese Zahl bedeuten soll, aber sie klingt riesig auf alle Fälle. Und somit ist das der drittgrößte Klimasünder sozusagen nach USA und China. Das ist nicht ohne. Ein Drittel der weltweiten Landwirtschaftsfläche nehmen Lebensmittel ein, die nie in den Magen eines Menschen kommen oder es nie dorthin schaffen, ein Drittel der landwirtschaftlichen weltweiten Fläche. Und andererseits ist die Landwirtschaft wiederum ein dramatischer Hauptverursacher für das Artensterben, wie wir wissen. Also unzweifelhaft wäre das also ein großer Gewinn, wenn wir diesen Überfluss, den es da gibt, in den Griff bekommen würden. den es da gibt, in den Griff bekommen würden. Nochmal kurz zum Thema Stichwort Überfluss. Bia, wie gehst du selber mit dem Überfluss um, wenn du dann so eine große Menge an Lebensmitteln rettest oder eben gerettet werden? Vielleicht gibt es auch eine Zahl dazu, wie viele Lebensmittel werden denn da so gerettet? Bei euch geht das dann täglich oder wie schaut denn, wie kann man sich das vorstellen? In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden seit 2012, seit es gestartet hat, 38.000 Tonnen Lebensmittel gerettet. 38.000 Tonnen. In Österreich allein, also in Österreich hat das Ganze angefangen 2013, das sind jetzt sieben Jahre. In Österreich haben wir gerettet 1990 Tonnen. Und ich persönlich, weil es auch witzig ist, auf unserer Foodsharing-Seite sehe ich mir, also ich alleine habe schon sechs Tonnen gerettet, seit ich da seit fünf, sechs Jahren dabei bin. Also das sind echt handfeste Zahlen, das ist irrsinnig viel. Und was ich damit mache, das ist, dass ich es, also entweder ich kann es selber verkochen, also wir haben schon unglaubliche Einkoch-Sessions dann gehabt, weil manchmal hast du auf einen Schlag, das werde ich nie vergessen, weiß ich nicht, das waren vier Steigerl Erdbeeren, drei Steigerl Kirschen, Riebissel, also da habe ich einen ganzen Einkoch-Tag gemacht, da habe ich, weiß ich nicht, 50 Glas Marmelade auf einmal eingekocht gehabt, von einmal Essen retten. Und die andere Geschichte ist halt die, dass ich es dann mit, ich persönlich tue es mit Nachbarn teilen. Also ich wohne in einem Haus, wir sind sechs Parteien, ich kenne meine Nachbarn recht gut, auch die Häusln nebenan, und wenn ich Essen retten will, leite ich dann gleich mal bei meiner Nachbarin an, die hat, die haben vier Kinder zum Beispiel jetzt, das weiß ich, in letzter Zeit öfter war. Da leite ich die an, hey, schau mal, was brauchst du? Die braucht eh voll viel, die nimmt sich dann schon mal einiges. Ja, dann frage ich halt die anderen bei mir im Haus. Der Oma schießt sich was vorbei. Also so mache ich das. Du verteilst das in deinem Umfeld sozusagen. In meinem Umfeld, ja. Bei Foodsharing, es geht wirklich in erster Linie ja um das, dass wir die Verschwendung eindämmen und die Lebensmittel retten. Es gibt aber natürlich Leute, die einen Bezug haben zu Wohngruppen, die für Asylheime Bezug haben, weil es sind schon viele Menschen aus dem Sozialbereich, die sich auch bei Foodsharing engagieren, die nehmen die Sachen und bringen das in eine Wohngruppe. Ich sage, das ist nicht unsere Hauptmission, weil man muss nicht bedürftig sein bei uns, es geht nur darum, dass die Lebensmittel nicht weggehauen werden, aber es wäre super, wenn es das dann auch noch bei einem Gipsdems was bringt. Also zeitlang zu Obdachlosenheime, da hat es wen gegeben, die hat da einen Bezug gehabt, die hat das halt dort hingebracht. Also das Einzige, was du nicht mehr machen darfst, und das ist ganz, ganz wichtig bei uns, man darf es nicht mehr verkaufen und man darf es auch nicht wegschmeißen. Also das geht auch nicht, dass ich jetzt Lebensmittel retten gehe und dann sage ich, das ist jetzt aber nicht, was ich mag oder ich esse kein Fleisch, ich rette aber trotzdem Fleisch auch. Dann schaue ich halt, dass ich das wem gebe, der es dann noch verwenden kann. Freunde, Bekannte und was es ja gibt. Also in der Arbeit habe ich auch schon so viel mitgenommen. Also das freuen sich eh alle. Und alle sagen aber, na was, das hättest du weggehauen. Lass es euch schmecken. Statistisch gesehen sind anscheinend Brot und Milch die Produkte, die am meisten weggeschmissen werden. Deckt sich das mit deinen Erfahrungen? Brotext extrem, ja. Wobei mir persönlich, aber das ist nicht statistisch, aber mir ist aufgefallen, es ist schon weniger geworden. Also mir kommt vor, da reagiert der Handel, kommt mir vor. Aber ja, Brot sind Riesenmengen, Milch sind Riesenmengen. Also Milchprodukte natürlich, nicht nur Milch. Genau, Milchprodukte, Milch selber auch. Also da gibt es Abholungen, da hast du 20 Liter Milchprodukte natürlich, nicht nur Milch. Milchprodukte, ja, genau, Milchprodukte. Milch selber auch. Also da gibt es Abholungen, da hast du 20 Liter Milch. Kann passieren, ist nicht die Regel. Aber habe ich auch schon erlebt. Ja, Milchprodukte und schon Obst und Gemüse. Weil es halt eben leider, sobald es einmal einen Deppscher hat, nicht mehr gekauft wird. Also du merkst genau, das oder es schaut ein bisschen schrumpelig aus, dann wird es schon weg, dann. Schon Obst und Gemüse auch viel. Die EU-Kommission hat schon 2018 eine Plastikstrategie zur Eindämmung von einmal Plastik und Plastikmüll erstellt, aber höheres Plastikmüllaufkommen in der Corona-Krise ist in aller Munde. Wir wissen, dass die Zahlen angestiegen sind. Die Menge an Plastikmüll in Privathaushalten in Deutschland zum Beispiel hat nachgewiesen zugenommen. Da gibt es ganz viele Texte auch dazu. Die gelben Tonnen sind anscheinend bis circa mehr als 10 Prozent angestiegen, dass sie gefüllt sind. dass sie gefüllt sind. Es gibt auch viel mehr Kartonmüll, wie man weiß, weil viel mehr Online-Bestellungen gemacht worden sind. Das heißt, wie siehst du das, Christina oder auch ihr beide, sind diese Pläne der Politik sinnvoll, die da so gemacht werden? Also ich finde, das geht schon mal in die richtige Richtung, das mit dem Pfandsystem auf Einwegplastik. Man sieht ja, in Deutschland funktioniert das auch schon seit 1992. Und wieso sollte es dann bei uns nicht gehen? Und ich denke, das hilft schon mal sehr, dass man jetzt nicht mehr so Plastikflaschen auf der Straße einfach so findet, weil die Leute das dann auch viel mehr wertschätzen, denke ich. Also ich finde, von meinem Gefühl her ist bei uns alles eher immer ein wenig zaghaft und mit viel Statistik und auch, jetzt kurz noch mal zu der Müllvermeidung, also das kommt vor, ich will nur so einen Schritt, so viel es sein muss, gerade einmal, mit Pfandflaschen, das ist, super Lösung finde ich, es geht in die richtige Richtung, aber dann steht es wieder irgendwie, bis wieder ein großer Druck drauf gemacht wird. Also ich glaube jetzt haben wir gerade andere größere Probleme, weil das bedingt sich alles mit Corona, ich meine das greift alles so Hand in Hand. Umweltschutz ist einfach die Hauptpriorität meiner Meinung nach, das ist unser Lebensraum, wir sind ein Organismus, die Welt und da waren an und für sich schon ein bisschen jetzt krassere Schritte und ein bisschen mehr Engagement war da schon wirklich gefragt. Also so politisch. Es ist Essen retten. Es ist noch immer verboten, zum Beispiel Dumpstern. Also es ist, es ist, da gibt es auch so eine schöne Karikatur. Es ist nicht verboten, dass man die Leute dreckig verkauft aus Lebensmitteln, aber du darfst, es ist strafbar, wenn du das aus dem Müll rausklappst. Also mir geht das ein bisschen schwammig, muss ich ehrlich sagen. Ich glaube, es ist nicht, es war nicht so schwer, weil man sieht halt andere EU-Staaten, sprich Frankreich, Tschechien, wo das einfach schon ist, dass man es nicht wegschmeißen darf. Das konnte man bei uns einfach auch machen. Es liegt vielleicht auch daran, diese Schwammigkeit und dieses Langsame, dass im aktuellen Regierungsprogramm das Ziel definiert ist, den Lebensmittelmüll um 20 Prozent zu senken, zwar aber ohne Zeitplan. Das heißt, es gibt auch keine klaren Zuständigkeiten, es sind verschiedene Ministerien dafür zuständig, all das führt natürlich dazu, dass das dann ein bisschen schleppend wird wahrscheinlich. Was sollte denn getan werden? Was könnte denn getan werden? Was habt ihr denn noch für Ideen? Wichtig finde ich, dass man da jetzt, dass man wirklich schon in der Schule aussetzt, bei Kindern, also dass da die Wertschätzung für Lebensmittel klein in der Schule vermittelt wird, dass da viel mehr der Fokus darauf gelegt wird, also auch mit der Handhabung mit Lebensmitteln, dass die Kinder wirklich, weil es hat nicht jedes Kind die Maßen, dass er Eltern hat mit einem Garten, also dass da der Bezug zu Lebensmitteln gleich bei den Kindern geschaffen wird, weil wenn die checken, wo kommt das her, dann ist das gleich einmal, dann ist das eine Herzensangelegenheit, wird das auch von Kindern. Und dass wir halt weggenken vom perfekten Gemüse und Obst, dass wir uns da auch alle öffnen, also da gibt es ja wohl Initiativen auch vom Land und vom Bund. Und es gibt da in Märkten schon Wunderlinge. Und es wird, also da in die Richtung wird eh auch schon viel Werbung gemacht, dass man sagt, okay, Gemüse und Obst muss nicht EU-Normen entsprechen. Also ich glaube, da haben wir eh, da war diese gerade Gurke, das war eh der Wahnsinn, der alle ein bisschen zum Umdenken gebracht hat. Also dass wir da sagen, wir lassen da mehr Spielraum zu und jeder Einzelne, dass man wieder mehr auf seine Sinne vertraut. Also das ist auch ganz was Wesentliches. Darum glaube ich auch, dass das in der Schule mit Kindern ganz wichtig ist, dass wirklich einfach der Bezug zu Lebensmitteln wieder mehr da ist. Dass man bewusst wird, dass ich bin das Lebensmittel, meine Zöhn, all das. Ich bin das ja, weil ich das esse. Und darum darf es mir nicht wurscht sein, was ich esse. Und regionaler Einkauf natürlich, dass man schaut, dass aus der Umgebung, biologisch natürlich. Also es muss bio sein, weil ich kann nicht die Welt weiter vergiften. Da sind wir schon lange drüber. Und für die, wo es halbwegs möglich ist, also ein vegetarisches Leben ist nicht so schwer und verändert wirklich sehr, sehr, sehr, sehr viel. Und die Pioniere sind dann die, die vegan leben, bewundert die sehr, schaffe ich nicht. Und ich bin auch Vegetarier, also Flexitarier nennt man es dann, weil wenn ich mal zu einem geilen Biofleisch komme, also dann gustet es mich manchmal, dann gönne ich mir das auch, aber das kommt fünfmal im Jahr vor. Und so ein Mittelweg, so etwas, das verändert, das verändert voll viel, wenn wir auf das verzichten. So, Christina, bitte. Nein, nein. Sag du bitte noch was. Entschuldigung. Passt voll. Also das ist auch meine Meinung, dass man den Kindern das irgendwie zeigt und dass sie das auch in der Schule schon lernen und vor allem auch für mich wichtig, finde ich, ist auch die Mülltrennung, weil viele wissen nicht, was das jetzt eigentlich für Müll ist und in welche Tonne das gehört und dass die Kinder das dann auch von klein auf schon lernen, welche Farbe ist für welchen Müll. Ich finde nur, dass die Einsicht, dass man jetzt sagt, nur wenn sich die Politik ändert, dann kann sich das alles erst ändern, ist jetzt nicht so wahr, finde ich. Ich finde, es kommt auf jeden Einzelnen drauf an. Es ist zwar nicht viel, wenn du jetzt einmal auf einen Plastiksackerl verzichtest, aber es ist zumindest schon mal ein bisschen was. Und ich finde, die Wirtschaft, auch der Markt, der richtet sich an die Konsumenten. Und wenn die Konsumenten weniger Plastik und weniger Müll konsumieren, dann wird es auch generell besser und ich finde da hat die Politik zwar schon auch was zu sagen, aber wenn die Politik jetzt irgendwelche Regeln sagt und irgendwelche Bestimmungen, das ist dann irgendwie, wenn du das selber noch nicht verinnerlicht hast, dann denkst du dir, wieso sollte ich das jetzt machen und nur weil er das sagt und dann bist du auch so in der rebellischen, finde ich, in der rebellischen Phase. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es Hand in Hand gehen sollte, dass es beides braucht. Die Politik auf ihrer Ebene muss Rahmenbedingungen setzen und kann nicht die Verantwortung auf die BürgerInnen komplett abladen und umgekehrt, die BürgerInnen sollten mündig und verantwortungsvoll sein. Was wäre denn eine Einladung, die ihr aussprechen könnt, wo ihr sagt, mit dem könnte man beginnen? Das wäre doch was, wo man sagt, das fällt uns nicht so schwer. Womit habt ihr begonnen, zum Beispiel jetzt ganz konkret so eine Einladung noch auszusprechen und zu sagen, versucht doch mal oder versuchen Sie doch mal dieses oder jenes. Was fällt euch da spontan als erstes ein? Restl kochen. Also das ist ganz einfach, dass man einfach reinschaut in den Kühlschrank, was ist noch da und dann sich traut, daraus was zu machen. Gar nicht so nach Rezepten oder so, sondern einfach reinschauen, das gehört weg, da mache ich jetzt was daraus und sich auch freuen, was da entsteht, weil das ist komplett easy. Beim Joghurt riechen, das ist auch so was. Man kann es ja noch immer wegschmeißen. Wenn ich einrieche und dann denke ich mir, ich fühle mich nicht wohl damit, ich traue mich nicht, dann kann ich es noch immer wegkauen. Aber nicht an geschlossenen Becher wegschmeißen. Mindestens einmal aufmachen, einriechen, schauen und dann weiter entscheiden. Das ist komplett einfach. Und Christina, was sagst du bei der Verpackung? Ich finde, womit ich begonnen habe, war, dass ich mir dann wirklich gedacht habe, brauche ich das wirklich? Muss ich jetzt wirklich, wenn ich am Bahnhof 10 Minuten warte, dass ich mir jetzt einen Coffee-to-go kaufe in einem Pappbecher mit Plastikdeckel? Und ja, dann habe ich einfach auch richtig begonnen, Plastik zu meiden. Ich habe mir jetzt zum Beispiel früher, wo ich dann Coffee to go, wenn es mich gegustet hat, habe ich dann doch noch einen gekauft, aber ohne Plastikdeckel. Oder dass man, wenn man jetzt zum Mäcki geht, im schlimmsten Fall jetzt zum Mäcki, und sich da jetzt einen Coffee to go kauft, weil die tun das ja instant drauf, den Plastikdeckel, aber dass du dann dort direkt vor der Theke das wieder runternimmst und ihnen hinlegst, quasi, weil so, dass du einfach verzichtest und ein Zeichen setzt, auch ein Stück weit. Genau, ein Zeichen setzt. Und ich, es gibt ja so richtig radikale Menschen, die das dann im Supermarkt auch so richtig vermeiden wollen, Plastik, dann packen sie das Lebensmittel aus und lassen den Plastikmüll aber dort liegen. So quasi, schaut, das ist komplett unnötig. Also einfach verzichten. Und ich habe dann gemerkt, dass es mich wirklich glücklicher macht als der ganze Konsum, so wie es die Werbung uns immer eintrichtert. Wie kann man euch denn erreichen? Wie kann man mitmachen? Wo findet man den Umparkballaden etc.? Den Umparkballaden findet man in der Harastraße 46. Das ist in der Nähe, quasi neben dem Musikgeschäft Danner oder bei der GWG dort. Kommt man, also wenn man Richtung, beim OK-Platz einfach gerade runter geht, dann kommt man schon dorthin. Und ja, da gibt es Kurzparkzonen, kann man auch mit dem Auto anfahren, wenn man jetzt mehr kauft. Oder Radabstellplätze gibt es auch. Genau. Und seid ihr auch auf Social Media zum Beispiel vertreten oder so? Kann man da irgendwie in Kontakt treten auch mit euch? Ja, uns gibt es nur auf Social Media und wir machen auch nur Werbung über Social Media, weil wir wieder nicht unnötig Müll produzieren wollen, Plakate oder Flyer drücken, was dann eh wieder im Müll landet. Und genau, uns gibt es auf Instagram unter Unpackpaladen und auf Facebook auch unter Unpackpaladen und da posten wir eigentlich immer regelmäßig Posts und machen auch Stories. Also wenn wir auch quasi Sachen haben, die bald ablaufen, dass wir das dann auch immer wieder in den Stories mitteilen und immer schön verfolgen, weil dann kommen immer einige Leute und kaufen sich dann die Sachen, die noch weggehören. Und es ist auch wirklich cool, dass man merkt, bei unserer Zielgruppe, dass sie sich, also dass sie auch extra ein bisschen mehr kaufen, was bald abbrennt quasi, also was das MHD sagt, dass bald abbrennt, nur damit das nicht verschwendet wird. Und sie helfen uns auch, dass wir da nicht zu viel erkauen müssen, wenn wir selber nicht mehr essen können, weil wir schon zu viel davon gegessen haben. Uns findet man auch im Internet, wir haben die Homepage www.foodsharing.at Genau, da steht alles drinnen. Das ist schon eine sehr umfangreiche Homepage. Alles ehrenamtlich im Übrigen. Sogar unsere Server sind Green Server und auch alles ehrenamtlich programmiert und bereitgestellt. Auf der Homepage findest du alle Infos. Und wenn wir da mitmachen, machen wir ein kleines Quiz. Und genau, bei Einführungsabholungen. Und dann ist man da schon viel mit am Start. Fest steht, um die Klimakrise zu lösen und die Menschheit und die Welt auch ins dritte Jahrtausend zu bringen, sind große Veränderungen nötig und auch kleine. große Veränderungen nötig und auch kleine. Mit diesen Visionen und Zielen von Christina Liu vom Unpackballaden und Pia Maria Reichert von Foodsharing sind wir am Ende von Klima und Du angekommen. Ich bin Sigrid Ecker von der Frosin-Redaktion von Radio Frohe in Linz und sage Danke fürs Interesse. Infos und den Blog-Eintrag zu dieser Sendung finden Sie unter fru.at oder auch im Audiarchiv der Freien Radius unter cba.fru.at. Klima und Du Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin und her geschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der Freien Medien in Oberösterreich. Jeden Freitag um 13 Uhr auf Radio Froh, freies Radio Freistaat, freies Radio Salzkammergut, freies Radio B138 und zu sehen auf DorfTV. Alle Sendungen stehen auch im Onlinearchiv als Podcast zur Verfügung.