Herzlich willkommen zu unserer Sendung Education – Bildung von der Wiege bis zur Bahre. Wir befassen uns mit dem Bildungssystem in Österreich, schauen uns die Materialien an, schauen uns die ganzen Schulstufen an und haben den Fokus auf vorurteilsbewusste und rassismuskritische Bildung. Wir hatten schon einige Gästinnen bei uns und ich freue mich wirklich sehr auf Gerlinde Haas. Sie war schon mal für jene, die sehr aufmerksam unsere Sendereien ansehen. Sie war schon mal unser Gast bei MyJobIst und hatte damals schon berichtet über ihren Werdegang zur Sonderschulpädagogin. Das heißt, heute werden wir nicht mehr darauf eingehen, aber sie übt einen interessanten Beruf aus, nämlich sie unterrichtet im Krankenhaus. Wie das, werden wir heute erfahren. Danke, dass Sie mit dabei seid. Mein Name ist Marie Edwischatik vom Verein Chapo. Liebe Galinde, schön, dass du da bist. Danke für die Einladung. Genau, wir haben heute das zweite Mal unser Vergnügen und du hattest uns ja schon mal berichtet, dass du eben Sonderschulpädagogin bist und wie der Werdegang ist. Aber was mich interessiert, wie dein Werdegang jetzt als Lehrerin vollstatten gegangen ist, weil du hast Sonderschulpädagogik gelernt und unterrichtest jetzt im Krankenhaus. Wie ist das passiert? Das ist eigentlich nichts Besonderes. Man bewirbt sich einfach. Es gibt die Heilstättenschule in Linz. Manchen ist vielleicht das Zentrum Spatzstraße ein Begriff, wo Kinder mit Verhaltensschwierigkeiten oder sozial schwierigen Verhältnissen unterrichtet werden. Und die Heilstättenschule hat mehrere Standorte und davon in Linz drei Krankenhausstandorte. Und das heißt, als Sonderschullehrerin, wenn man sich in der Heilstättenschule bewirbt, die Heilstättenschule läuft als Sonderschule, dann kann man auch an einem Krankenhausstandort arbeiten. Also es ist im Prinzip nicht so exotisch, wie sich das jetzt anhört. Aber viele Leute denken sich, in einem Krankenhaus, eine Schule in einem Krankenhaus, wie das? Genau, wie das und warum das? Das ist ganz einfach erklärt. Es gibt Kinder und Jugendliche, die einen längeren Krankenhausaufenthalt brauchen. Zum Beispiel, wenn sie aufgrund einer Krebserkrankung auf der Onkologie sein müssen, längere Zeit, dann werden sie im Krankenhaus unterrichtet, damit sie den Anschluss nicht verlieren, wenn sie dann wieder entlassen werden. Und da wird der Stoff mit ihnen einfacher erarbeitet. Es gibt auch zum Beispiel, also ich arbeite zum Beispiel auf der Jugendpsychiatrie, da ist es auch so, dass normalerweise die Aufenthalte länger sind, weil einfach der Heilungsprozess länger dauert. Und da ist es auch so, dass das Bestreben ist, dass die Schülerinnen und Schüler dann wieder nahtlos in ihren Klassenverband einsteigen können und dass sie nicht zu viel versäumen. Aber das heißt, du musst dann ganz viele Schulstufen abdecken eigentlich, oder? An dem Standort, wo ich bin, unterrichten wir die Sekundarstufe 1, das heißt die Unterstufe des Gymnasiums oder die Mittelschüler bis zur 9. Schulstufe. Das heißt Polyschüler haben wir dabei, Gymnasiasten bis zur 5. Klasse oder eben Schülerinnen einer HBLR oder einer HAK. Also das heißt alle, die nicht mehr in der Volksschule sind, zwischen eigentlich 10 und 14, 15 so. So genau, ungefähr. Manchmal rutschen uns auch 16-Jährige dazu, wenn sie zum Beispiel eine Schulstufe wiederholt haben und dann erst in der neunten Schulstufe sind, genau. Aber das grundsätzlich einmal ist das unsere Altersgruppe, so 10 bis 14, 15-Jährige. Und vom Unterrichtsstoff, weil ich mir denke, man muss ja mehrere Fächer, mehrere Schulstufen unterrichten. Wie funktioniert das? Wie funktioniert das? Genau. Bevor ich jetzt noch diese Frage beantworte, es gibt schon auch Volksschüler im Krankenhaus. Die werden dann im Kinderkrankenhaus betreut. Da ist ein anderer Krankenhausstandort, der Heilstättenschule, und da sind die jüngeren Kinder, also bis zwölf Jahre. Also so Schule gibt es für alle, die längeren Aufenthalt haben in den Krankenhäusern. Genau, genau. Das heißt, es besteht Schulpflicht eigentlich? Ja, es besteht Schulpflicht und deswegen wird auch im Krankenhaus unterrichtet bei längeren Aufenthalten. Okay, genau. So, jetzt zu deiner Frage zurück. Wie funktioniert das mit den verschiedenen Schulstufen? Genau, wir haben ja auch verschiedene Schultypen. Es ist so, wir sind zu zweit im Team. Wir haben zum Beispiel eine Mathematiklehrerin und eine Deutschlehrerin oder eine Mathematiklehrerin und eine Englischlehrerin im Team. Und die decken eben diese Fächer ab. Ich zum Beispiel unterrichte Englisch und Deutsch jetzt in der Sekundarstufe 1. Die Schüler kommen zu uns, aber die Situation ist so, dass wir ja nicht 25 in einer Klasse haben. Das heißt, der Krankenhausalltag ist so gestaltet, dass sie am Vormittag sehr wohl die Schule besuchen, aber auch eben Therapien haben. Das heißt, ein normaler Schulvormittag im Krankenhaus dauert zum Beispiel vier Stunden an einem bestimmten Tag. Und davon kann es sein, dass die Schülerinnen ein oder zwei Stunden auf Therapie sind. Das heißt, es sind sehr oft gar nicht alle anwesend in der Klasse. Es gibt eigene Klassen in den Krankenhäusern? Ja, genau. Wir haben eigene Klassenräume. Also es sind umfunktionierte Krankenzimmer zum Teil, aber Aber ihr habt eine Tafel? Wir haben eine Tafel bekommen, genau. Es ist so ausgestattet, dass man wirklich unterrichten kann. Tafel, Beamer, Computer, was man halt so braucht. Aber Overhead habt ihr nicht mehr oder braucht ihr das noch? Nein, wir haben einen Beamer. Okay. Das heißt, Overhead ist für euch nicht vorgeschrieben? Nein. Also in unserer Klasse, zumindest an unserem Standort, haben wir keinen Overhead mehr. Da sind wir schon ein bisschen moderner unterwegs. Gott sei Dank ist uns da die Technik entgegengekommen oder ist uns da die Technik zur Verfügung gestellt worden. Aber ihr müsstet aber trotzdem individuell auf die einzelnen Kinder abgestimmt diese Lernpläne oder Lernziele festsetzen. Genau, es funktioniert so, also wenn eine Schülerin oder ein Schüler im Krankenhaus aufgenommen wird, dann wird er mal bei uns in der Schule vorstellig, dann sprechen wir uns mit dem Krankenhauspersonal ab, wer ist denn überhaupt schulpflichtig, weil auf einer Station sind nicht alle schulpflichtig, manche sind auch schon älter und die Schulpflichtigen kommen dann zu uns in die Schule, dann schauen wir mal, ist das nur vielleicht ein kurzer Aufenthalt von einem Tag, dann unternehmen wir einmal nichts, sondern dann beschäftigen wir die Schülerinnen und Schüler. Werden wir aber sehen, sie sind länger da, also ab drei Tagen Aufenthalt. Wirklich schon? Ab drei Tagen schon? Genau. Also nicht erst ab einer Woche oder zwei Wochen oder so? Nein, eigentlich nicht, weil manche sind auch wirklich nur zwei Wochen da. Es schaut dann so aus, wir nehmen Kontakt auf mit der Schule oder die Schule nimmt Kontakt auf mit uns, je nachdem. Wir müssen immer das Einverständnis der Erziehungsberechtigten zuerst einholen. Das heißt, wir dürfen nichts oder wir machen einfach auch nichts ohne Wissen der Erziehungsberechtigten. Und die Schule stellt uns dann praktisch den Lernstoff zur Verfügung, der für die Schülerin oder den Schüler relevant ist. Und das arbeiten wir dann im Krankenhaus auch mit. Also ich könnte mich nicht, weil meine Tochter, die war auch mal länger in einem Krankenhaus, aber ich kann mich nicht erinnern, dass du mich explizit gefragt hast, ob es in die Schule gehen soll. Genau, weil du zuerst gesagt hast, alle Schülerinnen, die im Krankenhaus sind, es sind nicht alle, sondern es sind gewisse Stationen, also wo längere Aufenthalte einfach prädestiniert sind. Nein, nein, meine ist eh in die Schule gegangen, im Krankenhaus sind, es sind nicht alle, sondern es sind gewisse Stationen, also wo längere Aufenthalte einfach prädestiniert sind. Nein, nein, meine ist eh in die Schule gegangen im Krankenhaus, weil ich habe erst später, also ich bin nicht im Vorfeld darüber informiert worden. Okay, ja, das war vielleicht damals noch nicht so streng mit dem Datenschutz, wie es heute ist. Also ich bin jetzt auch noch nicht 20 Jahre im Krankenhaus, wie es vor 20 Jahren war oder ich weiß nicht, wie lange das jetzt bei deiner Tochter her ist. Da haben sich sicher einige Dinge schon geändert. Das heißt, die Eltern werden informiert, so, ich bin die neue wie lange das jetzt bei deiner Tochter her ist, da haben sich sicher einige Dinge schon geändert. Das heißt, die Eltern werden informiert, ich bin die neue Lehrerin hier und ich nehme Kontakt mit der Schule auf, damit ich weiß, welchen Stoff haben sie. Die Eltern unterschreiben was und sagen praktisch, ja, ich bin einverstanden, dass die Schule Kontakt aufnimmt, die Heilstätten-Schule Kontakt aufnimmt mit der Stammschule. Oder an manchen Standorten läuft es auch umgekehrt. Da wird abgewartet, bis die Stammschule Kontakt aufnimmt mit der Stammschule. Oder an manchen Standorten läuft es auch umgekehrt. Da wird abgewartet, bis die Stammschule Kontakt aufnimmt mit dem Krankenhaus, weil dann weiß man, dass die Schule von den Eltern informiert worden ist. Aber grundsätzlich, ja, du hast recht, es besteht Schulpflicht. Das heißt, sie müssen auch bei uns in die Schule gehen. Aber nur bis zur neunten Schulstufe? Genau, bis sie die Schulpflicht erfüllt haben. Wenn sie jetzt in die siebte Klasse Gymnasium zum Beispiel gehen oder in eine vierte HBLA, dann sind sie ja eigentlich nicht mehr schulpflichtig und dann werden sie auch von uns nicht mehr beschult. Und wenn sie möchten, dürfen sie nicht? Dürfen sie nicht, wenn wir voll sind. Also wir können, es müsste man eine Ausnahme machen, das tun wir aber selten eigentlich. Wir werden angenommen im siebten und dann hat man drei, vier Monate Krankenhausaufenthalt zum Beispiel, weil man gerade in einer schweren Depression zum Beispiel hängt oder so. Für die älteren Schülerinnen gibt es die HIS, die höhere Schule im Spital. Das heißt, da kommen Lehrerinnen bzw. Professorinnen von höheren Schulen dann in die Schule und unterrichten da stundenweise. Es ist dann auch schon vom Fach her so, dass man da wirklich das Fach studiert haben muss. Also wir decken zum Beispiel Latein nicht ab oder Buchhaltung oder so. Manchmal tigern wir uns vielleicht hinein. Wenn jemand im ersten Lernjahr ist, dann kann man sich da noch ein bisschen einlesen. Aber grundsätzlich ist es jetzt nicht unsere Aufgabe, solche Fächer zu unterrichten. Oder wenn jemand Spanisch hat, zum Beispiel ab der dritten Klasse Gymnasium, das machen dann auch nicht wir, sondern dann holen wir wirklich geprüfte Professorinnen an die Schule, die das halt studiert haben und die das auch unterrichten und die machen das. Und bekommt ihr Ressourcen dafür, weil es ist Lehrermangel überall? Es ist Lehrermangel überall. Wir spüren das natürlich auch im Krankenhaus. Das ist schon richtig. Das heißt, es gibt Kollegen, die pendeln müssen oder es erwischt dann meistens die Jungen, die halt dann einmal an einem anderen Standort aushelfen müssen. Unser Direktor ist da zwar sehr entgegengekommen, er verspricht uns, dass wir dann unsere Junglehrer auch bald wieder zurückbekommen, aber wir merken das natürlich auch. Aber das heißt, die Kinder, die du unterrichtest, die haben jetzt alle jetzt nicht, sind jetzt nicht, weiß ich nicht, körperlich oder geistig beeinträchtigt, wie in den sogenannten Sonderschulen, sondern sie sind einfach Kinder, die einen längeren Krankenhausaufenthalt haben. Genau, es sind kranke Kinder. Es kann dann eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung dazukommen, aber grundsätzlich, auf der Jugendpsychiatrie haben wir natürlich Kinder, die psychische Probleme haben. Das ist ja spannend. Und welche Fächer werden da abgedeckt eigentlich? Ich meine Deutsch, Englisch, Mathematik. Wenn jemand jetzt einen GW-Test hat, dann bereiten wir den Jugendlichen oder die Jugendlichen auf den jeweiligen Test vor. Meistens geht es sich zeitlich ohnehin nur aus, dass man die Hauptgegenstände macht, weil wir sie auch auf die Schularbeiten vorbereiten. Und die Schularbeiten auch bei uns geschrieben werden von den Jugendlichen. Wirklich? Ja, die Lehrer schicken uns meistens per E-Mail dann die Schularbeit, die Angabe. Die Jugendlichen schreiben das bei uns unter Aufsicht. Und die unkorrigierte Schularbeit geht an die Stammschule zurück. Und so hat die jeweilige Lehrkraft dann die Möglichkeit, das selber zu beurteilen und kommt auch zu einer Note dann. Das heißt, ihr nehmt die Prüfungen auch ab? Ja, genau. Und ist die Atmosphäre bei euch ein bisschen entspannter als in der Schule? Merkt man da einen Unterschied? Auf jeden Fall, ja. Also es ticken die Uhren ganz sicher anders, weil wir wissen, dass wir es mit kranken Kindern zu tun haben. Sie sind einfach nicht so belastbar, sie sind manchmal auch nicht so schnell und es ist einfach rein organisatorisch so, dass sie während des Schulvormittags auch auf Therapie sind. Das heißt, sie haben keinen Schulvormittag mit vier Stunden oder mit sechs Stunden, so wie es an der Regelschule ist. Das heißt, wir schauen wirklich, dass wir überall das Nötigste oder das Wichtigste zumindest aufarbeiten. Und es gibt immer wieder auch Situationen, wo jemand dann auch während der Unterrichtszeit gerade nicht fähig ist zu arbeiten. Und da gehen wir natürlich dann darauf ein. Was ich sagen muss, ist, dass die Kolleginnen und Kollegen draußen in den Stammschulen sehr, sehr viel Verständnis zeigen oft. Also die sagen, das Kind soll gesund werden, schaut es bitte. Wir machen da jetzt keinen Druck von außen. Das ist wirklich eine sehr gute Zusammenarbeit. Sehr schön zu sehen, dass man die Kinder, wenn man sie dann auch wieder zurückschickt, dass man weiß, sie stoßen auf sehr viel Wohlwollen. Und sie sind auch da draußen gut aufgehoben. Genau. Aber ich stelle mir das richtig anstrengend vor, weil man eben mehrere Schulstufen, mehrere Schulfächer ganz individuell interrichten muss. Ist es nicht aufwendig von den Vorbereitungen her, also die ganzen Vorbereitungszeiten und Nachbereitung? Man stellt sich das vielleicht ein bisschen komplizierter vor. Als Sonderschullehrerin bin ich das ohnehin gewöhnt, praktisch mit heterogenen Gruppen zu arbeiten, dafür mit kleineren Gruppen. Das heißt, wenn ich jetzt eine Sonderschulklasse mit fünf Kindern habe, ist es ja auch so, dass jedes woanders steht im Prinzip. Es ist insofern nicht so anstrengend. Wir haben unsere Schüler, ich muss sagen, die meisten sind sehr tüchtig und sehr selbstständig Das heißt, die brauchen vielleicht einmal Hilfestellung, einmal eine Erklärung Gerade in Mathematik ist es so, dass sie sehr froh sind Aber dadurch, dass unsere Klassen kleiner sind, hat die Mathematiklehrerin zum Beispiel auch Zeit dass sie sich mal zu jemandem dazusetzt und jemandem das wirklich so lange erklärt, bis er oder sie das verstanden hat. Von dem her ist es eigentlich viel befriedigender zu arbeiten. Weil wenn ich eine Klasse habe mit 20 Schülern, da weiß ich, ein paar schießen mir davon, die kennen sich aus, die langweilen sich vielleicht, das Mittelfeld kommt gut mit und ein paar muss ich hinten lassen, weil ich nicht die Zeit habe, dass ich sie individuell betreue, wenn ich alleine in der Klasse bin. Wir sind in den Teams doppelt bis dreifach besetzt und dadurch haben wir wirklich die Chance, die Kinder gut zu betreuen. Und es ist der Stoff eigentlich so, dass das eigentlich ganz gut auch geht. Also wenn wir mal was wirklich nicht wissen oder noch nie damit gearbeitet haben, dann geht das auch, dass wir uns einlesen und uns was erarbeiten, bevor wir das dann weitergeben an die Schülerinnen. Ist es schon mal vorgekommen, dass Kinder gesagt haben, nein, sie wollen bei euch im Krankenhaus in der Schule bleiben? Kommt immer wieder vor. Aber meistens freuen sie sich sehr, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden. Manchmal besuchen sie uns noch. Und was sehr schön ist, ist, dass manche so diese Abneigung gegen Schule im Allgemeinen ablegen, weil sie ja mal sehen, es kann auch anders laufen. Also es muss nicht immer nur stressig sein. Manche kommen auch aus Mobbing- Situationen und sind aufgrund dessen im Krankenhaus und die erleben dann einmal ein Umfeld, wo sie wertgeschätzt werden. Und wo sie in einem geschützten Rahmen lernen können, wo niemand sie auslacht. Das ist natürlich dann auch was anderes. Also wir bemühen uns natürlich, ihnen ein gutes Umfeld zu geben. Aber es ist, sage ich mal, die Summe aus allen Komponenten. Es ist die Gesamtheit, es ist die Ärzteschaft, die sehr bemüht ist, da an der Heilung zu arbeiten. Es sind die Therapeutinnen, es ist das Pflegepersonal. Das heißt, wir sind da eigentlich ein großes Team von Leuten, die alle zusammenarbeiten, damit es den Jugendlichen besser geht. Das heißt, wir sind ein Rädchen im Getriebe. Aber es ist sehr schön, da dazuzugehören und ein Teil davon zu sein. Es kommt ja nicht immer zur Heilung, manchmal zum Beispiel angebahnt wird, gerade bei Mobbing-Situationen. Ja, dass man sich dieser toxischen Situation da entzieht. Genau. Also weil du fragst, ob es anstrengend ist. Es ist, man gibt natürlich sehr viel von sich als Person. Man muss sehr aufmerksam sein, weil man eben so diese Stimmungen oder auch die Befindlichkeiten der Jugendlichen beobachten muss und auch darauf reagieren muss. Und gerade am Anfang, wenn man unerfahren ist, entgeht einem vielleicht eher etwas, als wenn man dann Situationen schon kennt. Man erfährt aber auch sehr viel über den Hintergrund, über die Jugendlichen, was so die Problematiken sind. Das heißt, man weiß oft schon ein bisschen, worauf man achten muss. Und mit der Routine wird es dann immer weniger anstrengend. Also in Summe sage ich einmal, man bekommt auch sehr viel zurück, viel Dankbarkeit auch. Und die Jugendlichen müssen es oft nicht aussprechen, aber einfach zu sehen, wie es ihnen besser geht nach ein paar Wochen, das alleine gibt schon so viel Kraft, dass man nicht das Gefühl hat, es ist jetzt anstrengend. Für mich fühlt es sich nicht wie Arbeit an, sondern wie Interaktion, wie Beziehung, wie etwas Sinnvolles einfach zu tun. Und im Vergleich jetzt zu Regelschulen, was würdest du dir wünschen? Oder wie könnte ein Transfer gelingen, wenn du sagst, ja man hat Zeit, man hat die Ressourcen, dass man sich individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht, beziehungsweise eben auf die vorhandenen Kompetenzen, die Potenziale und dass man wirklich gezielt und spezifisch auf das Kind darauf eingehen kann. Also was sind die Dinge, die du dir vielleicht in der Regelschule wünschen würdest? Mehr Ressourcen. Mehr Lehrer, kleinere Gruppen. Also ich sehe immer wieder die Kolleginnen und Kollegen draußen, das sind engagierte Leute, kompetente Leute, aber wenn man alleine 25 hat, dann stößt man einfach an Grenzen. Und ich glaube wirklich, dass wenn zum Beispiel zwei Lehrer in der Klasse wären, dann könnte man individuell auf die Kinder eingehen. Und es ist so schade, dass sie zuerst krank werden müssen oder dass sie eine Beeinträchtigung haben müssen, damit sie einen besseren Betreuungsschlüssel bekommen. Eigentlich verdient das jedes Kind, einen guten Betreuungsschlüssel zu haben. Genau. Weil ja das Thema ist diskriminierungserfahrungen wahrscheinlich auch dahinter liegen. Gibt es auf jeden Fall. Also das meiste ist halt natürlich, wenn jemand übergewichtig ist, ist er eher mal Mobbing ausgesetzt. Wenn einer ein bisschen anders ist, ein Sonderling vielleicht ist, wenn einer nicht so extrovertiert ist, kann es passieren. Natürlich haben wir auch Kinder, die rassistisch angegriffen werden, aber das ist halt nur ein kleiner Teil, sage ich jetzt einmal von unseren Schülerinnen und Schülern. Was zurzeit ein großes Thema ist, ist diese Transgender-Thematik, dass Jugendliche sagen, ja, ich bin im Körper eines Mädchens geboren, fühle mich aber männlich und dass das dann oft nicht akzeptiert wird oder dass es vielleicht auch von den Eltern oft nicht akzeptiert wird, weil die halt das erst einmal verdauen müssen. Wobei ich aber auch sagen muss, es gibt sehr viele positive Erlebnisse, wo wirklich in der Klasse oder auch von der Lehrerschaft her das sehr gut angenommen wird und wo einfach auch auf das eingegangen wird. Das ist sehr wichtig für die Jugendlichen und hängt viel damit zusammen, ob sie dann eine Depression entwickeln oder nicht, je nachdem wie das Umfeld auch darauf reagiert. Also Diskriminierung gibt es sicher in vielen verschiedenen Formen. Die Hautfarbe erlebe ich ab und zu, dass Leute aufgrund Diskriminierung wegen der Hautfarbe auch kommen, aber es ist jetzt nicht der Großteil. Und im Krankenhaus versuchen wir natürlich, einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen. Was dann für Dynamiken unter den Patientinnen und Patienten entstehen, das können wir natürlich nicht immer beeinflussen, das ist ganz klar. Aber grundsätzlich ist die Haltung und die Wertschätzung schon auch da. Du hast es eh berichtet, dass man wirklich wertschätzend miteinander umgeht, respektvoll den Kindern Glauben schenkt, sie bestärkt und so weiter und so fort. Wie es in der Regelschule auch passiert. Eigentlich. Passieren sollte. Passieren sollte und auch sehr oft passiert. Natürlich leider auch. Manchmal nicht passiert. Aber es berichten halt, darum haben wir ja die Sendereihe, weil eben so viele Kinder, manchmal nicht passiert. Aber es berichten halt, darum haben wir ja die Senderei, weil eben so viele Kinder, die nicht weiß sind von so massive Rassismus-Erfahrungen und Diskriminierungserfahrungen, gerade in Bildungsinstituten berichten. Darum haben wir das ja auch zur Sendung gemacht. Wie Erwachsene in der Arbeitswelt auch massiv diskriminiert werden. Das ist halt öffentliche Raumbildung, Arbeit, Wohnen. Also das sind so diese vier Main-Bereiche, wo eben Diskriminierung ganz massiv stattfindet. Und darum wollen wir das ja gemeinsam in der Sendung beleuchten. Ja, so wie machen das die anderen? Und ein Thema ist ja auch, du bist jetzt meine zweite schwarze Pädagogin. Das letzte Mal war die Beverly Ernst, die jeder da, die in der Berufsschule Pädagogin ist. Und es ist nicht einfach in Oberösterreich schwarze Pädagoginnen zu finden. Woran glaubst du? Es ist zurzeit überhaupt nicht einfach, Pädagoginnen zu finden. Okay, generell. Weil wir generell zurzeit einen Lehrermangel natürlich haben. Ich weiß es nicht. Man muss sich berufen fühlen, denke ich mir. Man muss Kinder mögen. Und es ist natürlich, man muss es auch aushalten, gewisse Dinge, gerade im Regelschulbereich. Aber das betrifft, glaube ich, weiße Lehrpersonen genauso wie schwarze. Warum so wenig Schwarze sind, ich kann es dir nicht sagen. Ich kenne ein, zwei dunkelhäutige Lehrpersonen, die natürlich um einiges jünger sind als ich. Aber wo sich die anderen verstecken, kann ich dir nicht sagen. In Wien kenne ich ein paar, da gibt es zumindest ein paar Namen, aber in Oberösterreich. Aber ich habe auch schon eben von Wienerinnen gehört, die eben die Erfahrung gemacht haben, naja, wir wissen nicht so recht, ob wir dich so einsetzen können und so. Wirklich? Okay. Ich muss sagen, das Problem habe ich nie gehabt. Als Sonderschullehrerin war ich von Anfang an Mangelware. Da war es eher so, es gibt drei Stellen, Sie können sich eine aussuchen. Okay. Also da war die Hautfarbe nicht das Thema. Das zieht sich aber eigentlich durch mein ganzes Leben. Ich glaube, ich klebe irgendwo auf eine rosa Wolke. Also ich bin schon mehr angefeindet worden, weil ich Vegetarierin bin oder weil ich mich vegan ernähre, als wegen meiner Hautfarbe. Das heißt, das spielt in deinem Beruf eigentlich so eine ganz andere Nebenrolle. Zumindest kriege ich es nicht mit. Ist auch gut so, wenn du dich nicht so mitschwingst. Genau. Und bezüglich Inklusion haben wir eh kurz geredet. Und du hast gesagt, mehr Ressourcen wären hilfreich. Also kleinere Klassen, eine zweite Pädagogin vielleicht oder eine Stützkraft oder eine Assistentin. Was wäre noch hilfreicher, damit es gut gelingen kann, dass man sich gut auf die Kinder eingehen kann, dass man gut Bildungspläne schmieden kann. Ich kenne das zum Beispiel Korea, die sind da wahnsinnig, die entwickeln da Bildungspläne für jedes Kind, also angefangen von, weiß nicht, Kindergarten geht schon los und so. Also das ist wirklich mehr oder weniger wissenschaftliche Arbeit dahinter, hinter den Kindern, also was sich die Pädagoginnen eigentlich antun. Bei uns ist es eigentlich kaum, also ich höre selten davon, dass da Bildungspläne für Kinder entwickelt werden und so, dass man sagt, wo sind ihre Potenziale, wie können wir die nochmal stärken und, und, und. Ja, also welche Fähigkeiten schlummern in den Kindern, ja. Oder wie kann man, ich weiß nicht, Kompetenzen wecken, etc. Also so, was braucht es bei uns? Also Bildungspläne, das ist auch wieder als Sonderschullehrerin so ein Sonderfall, weil wir Förderpläne schreiben müssen für jedes Kind und genau uns diese Fragen immer stellen. Wobei das wirklich mit sehr viel Arbeitsaufwand verbunden ist. Das geht, wenn ich fünf Kinder in der Klasse habe, das geht nicht, wenn ich 20 habe. Das kann nicht eine Volksschullehrerin leisten. Also da sind wir wieder bei den Ressourcen, mehr Lehrerinnen, kleinere Klassen, dann ist sowas möglich. Und was auch wichtig ist, ist Abbau der Bürokratie. Das heißt, weniger Listen schreiben und mehr Zeit fürs Kind haben oder weniger Fragebögen ausfüllen müssen oder Statistiken führen zum Beispiel, sondern wirklich auch vielleicht wissenschaftliche Begleitung haben. Vielleicht muss es auch Fortbildungsangebote geben, was ich sehr schätze immer. Aber da bin ich auch wieder ein Sonderfall jetzt als Sonderpädagogin. Teamarbeit finde ich ganz wichtig, nämlich diesen Austausch von verschiedenen Kompetenzen. Jeder hat andere Schwerpunkte, wo er sich vertieft. Und wenn er das dann in einem Team einbringen kann, dann profitiert einfach die Gruppe von der Schwarmintelligenz. Und als Lehrerin in der Regelschule, vor allem in der Volksschule, ich habe 20 Jahre auch in der Volksschule gearbeitet, bist du trotzdem sehr oft Einzelkämpferin. Es gibt immer wieder Teams, die sich dann zusammenfinden, gerade jahrgangsübergreifend, aber das hängt ja oft von den Beteiligten ab. Das heißt, da mehr Strukturen vielleicht zu schaffen, um gemeinsam zu arbeiten und so das Beste aus allen Welten zusammenzubringen, das wäre sicher hilfreich. Und so diese wissenschaftliche Begleitung, so was sind die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung, das wäre hilfreich. Also es gibt einzelne Kolleginnen, die das eh machen, die sich da einlesen, die da Fortbildungen besuchen und das auch im Unterricht anwenden. Aber es gibt auch welche, die sagen, ich unterrichte so, wie ich es schon immer gemacht habe, weil das hat gut funktioniert. Manchmal funktioniert es vielleicht nicht mehr so gut. Und da wäre es halt hilfreich, auch einmal den Blick wieder einmal auszuweiten und zu schauen, was gibt es denn noch, was könnte man denn noch probieren. Super. Und weil wir ja eben so eine wunderbare Sendung haben und wir haben nämlich auch Zuschauerinnen. Ich hoffe, dass eben von der Bildungs-, also vom Ministerium wird jetzt keiner zuschauen, aber wir haben auch in Oberösterreich eine Bildungsdirektion. Und du sagst ja, du warst ja auch lange Volksschullehrerin. Was sind die Wünsche? Also wenn du dir jetzt wirklich alles wünschen kannst, was dir am Herzen liegt, was wären so die Wünsche eben auch für die anderen Lehrerinnen und Pädagoginnen? Ja, also jedes, was ich schon gesagt habe. Also ich war Sonderschullehrerin in der Volksschule. Genau, genau. Ja, mehr Geld für Unterrichtsmaterialien, für Ressourcen, mehr Platz an den Schulen, damit die Lehrerinnen arbeiten können. Technische Ausstattung, wir haben jetzt diese Digitalisierungsoffensive gehabt, wir haben zum Beispiel jetzt auch iPads bekommen, da vielleicht auch Einschulungsmaßnahmen, keine Ahnung, für die Leute, die halt selber sich ein bisschen schwer tun. Also für die Lehrerinnen? Für die Lehrerinnen, genau, dass sie mit dem auch umgehen können. Ich habe schon an Schulen gearbeitet, da war sehr viel technische Ausstattung da, das war ganz wunderbar. Und es gibt Schulen, da wird wirklich noch mit alten Geräten gearbeitet. Das ist dann natürlich auch schwieriger, einen zeitgemäßen modernen Unterricht zu gestalten. Das heißt, Investition in die technische Ausstattung, Investition ins Lehrpersonal. Wie gesagt, kleinere Gruppen, mehr Lehrerinnen. Viele Lehrerinnen, gerade in der Volksschule, kaufen sich sehr viele Materialien auch noch selber. Also aus dem Privatgeld? Ja, genau. Und die haben zu Hause Lagerräume mit Unterrichtsmaterialien, weil einfach in der Schule kein Platz ist, das zu lagern, weil zum Teil auch kein Geld da ist, das anzuschaffen. Oder weil sie sagen, so wie es in, weil zum Teil auch kein Geld da ist, das anzuschaffen. Oder weil sie sagen, so wie es in meinem Fall als Sonderschullehrerin war, es kann mir passieren, dass ich in zwei Jahren wieder die Schule wechseln muss, dann alles, was ich an Unterrichtsmaterial angeschafft habe für eine Schule, muss ich dann zurücklassen und fangen woanders vielleicht wieder von vorne an. Das heißt, aus dem Grund kauft man sich auch vieles. Das heißt, da einfach mehr Geld für die Schulen, damit die das kaufen können, weil viele Lehrerinnen, die engagiert sind und sagen, ich möchte so und so unterrichten, da brauche ich das. Und dass die kaufen sich das dann selber. Oder auch Ausbildungen werden oft privat finanziert, die wirklich Tausende von Euros kosten. Da lässt sich sicher noch vieles machen. Aber ich denke mir wirklich, die größte Erleichterung wäre es, eben mehr Ressourcen in die Schule zu stecken, damit mehr Lehrerinnen sich den Kindern widmen können. Ja, vielen Dank. Und in Bezug jetzt auf Pädagoginnen, ich hoffe schon, doch ein paar Black Indigenous, also schwarze Indigene und People of Color zu und denken sich, Pädagogin werden, das wäre reizvoll. Was sind die schönen Sachen an dem Beruf? Ja, so viele. Das ist jetzt eine Nappelstatus für neue Kolleginnen und Kollegen. Also überall, wo ein guter Lehrer oder eine gute Lehrerin arbeitet, die nett ist zu den Kindern, kann kein Lehrer arbeiten, der nicht nett ist zu den Kindern. Also ihr nehmt denen die Plätze weg, die nicht nett sind zu den Kindern, wenn ihr in die Schule kommt. Es kommt dann darauf an, wo man arbeitet. Also ich habe in der Volksschule gearbeitet, damals war es noch die Hauptschule, auch in der Hauptschule gearbeitet. Jetzt eben im Krankenhaus, wieder ganz ein anderer Bereich. In der Volksschule, das Schöne ist es, wenn Kinder kommen und sie sind so unbedarft und sie wissen so vieles noch nicht und sie gehen dann weg und sie können was, was sie vorher nicht gekonnt haben. Ich habe es beim letzten Interview schon erzählt, wenn sie auf einmal lesen können. Das ist so ein Gänsehaut-Moment zum Beispiel. Aber auch in der Volksschule. In der Volksschule auch diese schönen Momente sind, wenn man ihnen so diese Lust aufs Lernen macht. Wenn man diese bunten Materialien ihnen zur Verfügung stellt und sie hantieren damit und sie rechnen handelnd und Mathematik ist was Logisches, wenn man hinschaut und man sieht, was ist nicht auf einem Plättchen mit acht Löchern, man gibt fünf Stöpseln rein und drei sind noch leer, dann fehlen da drei, das sieht man doch, da muss man gar nicht rechnen oder sich anstrengen im Kopf, das heißt, die merken oft gar nicht, dass sie was lernen und es macht ihnen Spaß und sie kommen jeden Tag gerne in die Schule, das ist in der Volksschule so ein schöner Moment. In der Hauptschule damals oder in der Mittelschule waren es so diese Momente zu sehen. Diese Gemeinschaft oder dass man mit ihnen tolle Projekte machen kann, dass man mit ihnen wohin fahren kann, sie neue Sachen erleben lassen kann, so ihnen Lust auf das Leben macht oder auch Lust auf das Berufsleben macht, dass man ihnen verschiedene Berufe zum Beispiel zeigt, ist dann mehr auch Aufgabe im Pole, dass sie sich verschiedene Bereiche anschauen können. Was auch schön ist, ist wenn sie so ein wilder, bunter Haufen sehen und so das Gefühl haben, dem Stärkeren das Recht. Und wenn man dann mit sozialem Lernen nach vier Jahren sieht, das hat was gebracht. Und sie leben ein zivilisiertes Miteinander und sie schauen aufeinander und es gibt Empathie. Und so dieses eine ist dem anderen nicht egal, sondern ja, da hilft einer dem anderen. Dann weiß man, man hat was bewirkt. Also man hat was bewirkt zum Beispiel. Vor kurzem hat mich ein ehemaliger Schüler angesprochen und hat sich noch an mich erinnert. Und ich habe so ein schlechtes Gewissen gehabt, weil ich ihn einmal geschimpft habe und einfach ein bisschen über die Stränge geschlagen habe. Ich war zu streng und habe mir gedacht, okay, es war ein kleines Vergehen und ich habe so geschimpft. Und er hat sich noch an mich erinnert und er hat diesen Vorfall aber vergessen gehabt. Und er hat gesagt, nein, das weiß er jetzt nicht mehr, dass es so streng war, aber er hat sich noch an mich erinnert und er hat mich angesprochen, das heißt, er hat mich nicht völlig unmöglich gefunden. Also so diese Begegnungen, wenn sie dann nach Jahren kommen und man sieht, es ist was aus ihnen geworden. Sie haben einen Beruf, sie haben eine Familie, das ist einfach schön, sie da ein Stück begleitet zu haben. Das ist in der Hauptschule so das Schöne. Und im Krankenhaus natürlich, wie ich zuerst gesagt habe, wenn es ihnen besser geht. Oder wenn sie auch manchmal zurückkommen auf Besuch und in die Klasse reinschauen und sagen, bei euch war es einfach so cool und schade, dass ich jetzt nicht mehr kommen kann. Oder dass sie sagen, warum können wir euch Lehrer nicht in der anderen Schule haben oder so. Also im Krankenhaus, so die schönsten Momente sind eigentlich die, wenn Schüler kommen, die eigentlich die Schule verweigern und dann sagen, Lernen ist eigentlich gar nicht so blöd und Mathematik ist eigentlich gar nicht so schlimm. Also wenn sie so wirklich ihre Einstellung dem Lernen gegenüber und der Schule gegenüber so radikal manchmal verändern können, das ist einfach so was Feines. Ich glaube, da braucht es auch die Leute, die wirklich das Herz am rechten Fleck haben, so wie du. Ja, und die auch wissen, dass Lernen echt was Cooles ist. Dass es nicht nur Hinsetzen und Pauken ist, sondern manchmal erkläre ich es ihnen, wie du klein warst, hast du laufen gelernt. Da hast du auch nicht das Gefühl gehabt, du musst jetzt pauken. Und es war so schön, dass du dann wohin gehen hast können und nicht mehr warten hast müssen, bis dich jemand trägt und hast gar nicht gemerkt, dass du musst jetzt pauken. Und es war so schön, dass du dann wohin gehen hast können und nicht mehr warten hast müssen, bis dich jemand trägt und hast gar nicht gemerkt, dass du was lernst. Und genau so soll es wieder sein, dass du was wissen und können willst, was du vorher nicht gewusst und nicht gekonnt hast. Und das ist so cool, wenn du dir ein Stück von der Welt aneignen kannst. Und wenn sie das wieder lernen, in der kurzen Zeit, wo sie bei uns sind, dann ist das einfach Hammer. Ich habe auch Lust Lust wieder zu dir. Das ist wirklich wunderbar. Ja, bitte, bitte mehr lernen. Mehr Pädagogik mit diesem Engagement. Das tut wirklich gut. Aber es ist auch ein Knochenjob. Also ich will es nicht schönrennen. Es ist wirklich anstrengend und wirklich auch manchmal unter den Arbeitsbedingungen, gerade in einer Mittelschule. Also ich beneide die Kollegen dort oft nicht. Es ist wirklich sehr herausfordernd teilweise. Aber trotzdem kann man überall, glaube ich, was bewirken. Man muss immer die Kinder dort abholen, wo sie stehen. Und man kann nur von dort, wo man ausgeht, weitergehen. Also es gibt Kinder, die haben Eltern, die sich viel mit ihnen befassen, die viel erlebt haben, die auch viel materielle Ressourcen haben. Da ist es natürlich leichter, sie zur Matura zu führen, als bei jemandem, wo es sprachlich schon mal beginnt. Oder der zu Hause wen pflegen muss in der Früh oder der Gewalt ausgesetzt ist zu Hause, da kann man wahrscheinlich nicht so einen hohen Level erreichen. Aber ich denke mal, immer ausgehend von dem Level, auf dem man begonnen hat, kann man ganz viel bewirken. Und als Lehrer, man ist schon eine Bezugsperson. Man ist jemand, an den sich Leute lange erinnern, im Positiven wie auch im Negativen. Und ich muss wirklich sagen, viele Lehrer leisten tolle Arbeit, trotz der Bedingungen, unter denen sie arbeiten müssen zum Teil. Haltet durch. Liebe engagierte Lehrerinnen, haltet durch. Wir gestalten am 29. September ein Bildungssymposium. Wir gestalten am 29. September ein Bildungssymposium und ich hoffe wirklich, dass da wirklich auch Personen, Entscheidungsträgerinnen kommen werden. Es haben sich schon interessante wirklich, dass es engagierte Pädagoginnen gibt und dass das Feuer brennen kann, wenn der Rahmen passt, wenn die Rahmenbedingungen passen und weil es einfach wichtig ist für unsere Kinder. Und darum machen wir die Sendung. Liebe Gerlinde, vielen Dank. Das war super knackig. Und ich freue mich. Ich muss mir überlegen, welche Sendung ich das nächste mache, damit ich dich wieder einladen kann. Aber ich werde mich jetzt von meinem Publikum verabschieden, damit ich dann mit der liebe Gerlinde auf ein Eis gehen kann. Heute ist es wirklich schön draußen. Und ich sage, vielen Dank fürs Dabeisein und schaut wieder rein, wenn wir die nächste Sendung haben. Education wie Bildung von der Wiege bis zur Bahre. Dankeschön, bis zum nächsten Mal.