Wissen for Future Vielen Dank für die Einladung, heute bei Wissen for Future etwas vorstellen zu dürfen. dürfen. Ich möchte mich gleich vorab entschuldigen, ich habe die Folien teilweise von Englisch auf Deutsch übersetzt, aber nicht durchgehend. Es wird also teilweise ein bisschen ein hin- und herspringen, was die Sprache der Folien betrifft sein, aber ich werde natürlich durchgehend auf Deutsch sprechen. Bade zu einer nachhaltigen Welt ist der Titel des heutigen Vortrags. Und ich möchte mit einer kurzen Einführung beginnen, um den Kontext des heutigen Vortrags abzustecken. Und möchte, bevor ich die erste Folie zeige, kurz die Frage in die Runde werfen, um wie viel, glauben Sie, hat sich die globale Durchschnittstemperatur in den letzten 10.000 Jahren rauf und runter bewegt? Also Temperaturschwankungen jedes Jahr, klar. Um wie viel ist es in den letzten 10.000 Jahren rauf oder runter gegangen? Wie groß war die Schwankungs jedes Jahr? Klar. Um wie viel ist es in den letzten 10.000 Jahren rauf oder runter gegangen? Wie groß war die Schwankungsbreite? Überlegen Sie ein paar Sekunden, schreiben Sie die Zahl mental auf einen Notizzettel und die Antwort ist 0,5 Grad. In den letzten 10.000 Jahren hat sich die globale Durchschnittstemperatur um etwa 0,5 Grad rauf und runter bewegt, also seit die ersten Hochkulturen in Mesopotamien sich entwickelt haben. In dieser Zeit war die Temperatur sehr stabil und wir sind jetzt, was man auf dieser Folie sieht, bereits bei über einem Grad Erwärmung. Also in den letzten 10.000 Jahren hat sich die globale Durchschnittstemperatur fast gar nicht verändert und mittlerweile jetzt allein in den letzten 50 Jahren etwa doppelt so viel wie in den letzten 10.000 Jahren. Wenn Sie sich jetzt kurz fragen, aber ist das wirklich alles auf den Menschen zurückzuführen? Die Antwort ist ja, hat der sechste Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC ganz eindeutig festgestellt. Man sieht bis in die 80er eine natürliche Variabilität, manchmal etwas kühler, manchmal etwas wärmer. Und seit den 80ern sieht man dann, wie dieser Trend stark nach oben geht. Global betrachtet, habe ich gerade gesagt, hat sich die Durchschnittstemperatur um etwa 1 Grad erhöht im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. In Österreich, um hier die Skala ein bisschen hervorzuheben, sind wir bereits bei plus drei Grad. Also in Österreich hat sich die Temperatur wesentlich stärker erhöht, als es im globalen Durchschnitt der Fall ist. Das haben wir durchaus auch schon beobachten können. Über den letzten Sommer haben Sie sicher alle die Medienberichte über den Zicksee verfolgt, der ausgetrocknet ist. Hier ein Foto, wo noch ein bisschen Wasser dort war. Ich war vor einigen Wochen gemeinsam mit den Fridays for Future vor Ort. Da war gar kein Wasser mehr. Eine sehr dystopische Landschaft. Eine sehr dystopische Landschaft. Gleichzeitig haben wir am anderen Ende von Österreich in Vorarlberg dann das zweite Jahrhunderthochwasser innerhalb von zehn Jahren gehabt. etwas mit der Frequenz tut, dass es nicht mehr die Frequenz von Naturereignissen, von Wetterextremen ist, die wir langfristig gewohnt sind und an die wir uns gewöhnt haben. Die Extremereignisse kommen immer schneller. Es sind aber nicht nur diese Extremereignisse, die ein großes Problem für uns als Gesellschaft darstellen, sondern es ist auch die Hitze. Im Juli während einer Hitzewelle hat es in Wien eine sehr starke Übersterblichkeit, vor allem bei alten Menschen gegeben. Auch das beobachtet man in den letzten Jahren immer häufiger. Die Hitze, Hitze in der Stadt ist tatsächlich ein Grund für steigende Mortalität und Morbidität. Und letzte Woche hat Hans Moshammer hier einen Vortrag gehalten über das Thema Klimagesundheit. Das ist ein Thema, das wesentlich weniger Aufmerksamkeit bekommt als die Extremwetterereignisse, aber es ist ein Thema, das nichtsdestotrotz wahnsinnig wichtig ist und allein aus diesem Grund müssen wir viel mehr über Klimaschutz und Klimaanpassung nachdenken, als wir es bis jetzt getan haben. Diese anekdotischen Beispiele, die ich jetzt gezeigt habe, sind natürlich Teil eines größeren Trends. Der Weltklimarat IPCC hat im sechsten Sachstandsbericht auch die Schlüsselrisiken für Europa im Kapitel 13 der Arbeitsgruppe 2 analysiert, hat dort vier Schlüsselrisiken herausgearbeitet. Hitze und damit verbunden das Thema Klimagesundheit, Produktivitätsverluste in der Landwirtschaft, Trockenheit, wie wir es beim Zicksee gesehen haben und Überschwemmungen, so wie wir es in Vorarlberg gesehen haben. Die Grafik, die man hier sieht, die ist bekannt als Burning Embers, die brennenden Baumstämme und die ist so zu interpretieren, dass wir derzeit bei etwa 1,1 Grad globale Erhitzung stehen. Und ich nehme jetzt die erste Säule, den ersten Baumstamm mal exemplarisch heraus. Da, wo sich die Farbe ändert, steigt das Risiko für Auswirkungen. Also für Hitze, Stress, Mortalität, Morbidität, sind wir jetzt bereits im gelben Bereich, wo es ein moderates Risiko gibt. Wir haben den Übergang von weiß, wo es kein Risiko gibt, zu gelb bereits überschritten und etwa bei 1,52 Grad werden wir vom moderaten Risiko in ein hohes Risiko hineinkommen. Die Anzahl der Punkte sagt, wie sicher sind wir uns, beziehungsweise wie sicher ist sich die Wissenschaft, dass tatsächlich an diesem Punkt dieser Übergang vom moderaten zum hohen Risiko kommt. Drei Punkte heißt, wir sind uns sehr sicher, dass es eben ungefähr bei 1,8 Grad ist, wo wir von diesem moderaten ins hohe Risiko kommen und dann bei etwa 3 Grad in ein sehr hohes Risiko. Das hat sich der Weltklimarat für verschiedene Schlüsselrisiken angeschaut, deswegen verschiedene Baumstämme, aber gerade den ersten möchte ich jetzt noch näher herausnehmen. Der Weltklimarat hat sich auch angeschaut, wie können wir uns anpassen und hat vier Möglichkeiten speziell bei Hitze identifiziert. Wir müssen unsere Landnutzung verändern, wir können Klimaanlagen installieren, wir können die Gebäude ändern und wir können unser Verhalten ändern. Aber was man an dieser Karte auch sieht, diese Anpassungsmaßnahmen gehen nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn die Erderhitzung sehr stark steigt, also wenn die Temperatur sehr heiß wird, dann können wir alleine zum Beispiel hier mit Verhaltensänderung uns nicht mehr anpassen und wir müssen auch andere Anpassungsmöglichkeiten ausweichen. Wir können uns anpassen an die steigende Hitze in der Stadt, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Das ist das, was diese Grafik uns aufzeigt. Was können wir tun, um jetzt mal unsere Emissionen zu reduzieren, damit die Hitze nicht noch weiter steigt? Auch das hat sich der Weltklimarat IPCC angeschaut. Und hier ist eine Übersichtsgrafik mit allen oder mit sehr vielen Möglichkeiten. Und ich möchte zwei herausgreifen. Einerseits den Energiebereich, Windenergie, Solarenergie. Und auf der anderen Seite möchte ich den Transportsektor herausgreifen. Und auf der rechten Seite sieht man, wie viel CO2-Emissionen können bis 2030 ungefähr mit dieser einzelnen Technologie eingespart werden. Und die Farbe sagt, wie teuer ist es im Vergleich zu dem, wie wir jetzt unsere Energie gewinnen, wie wir jetzt unseren Transportsektor, unsere Mobilität organisieren. Und blau bedeutet, dass es billiger ist als der Status quo. Wir können also etwa zwei Gigatonnen CO2-Äquivalente einsparen durch Windenergie und sparen uns damit noch Geld im Vergleich zum Status quo, wie wir jetzt unser Stromsystem aufgestellt haben. Dasselbe mit Solarenergie und auch im Transportsektor, im Mobilitätssektor gibt es sehr viele Möglichkeiten, wie wir CO2 einsparen können und das Ganze sogar noch billiger und auch von der Gesundheit und von vielen anderen Dimensionen her besser organisieren können als jetzt. Und wenn man diese vielen Einzelmaßnahmen dann aufsummiert und versucht, in einem konsistenten Szenario abzubilden, dann kommt man auf diese Emissionspfade, die sicher alle von Ihnen bis 4 Grad Erwärmung zulaufen lassen. Wenn wir den blauen Pfad folgen, also wenn wir unsere Emissionen sehr rasch reduzieren, dann kommen wir in etwa in die Gegend eines 1,5 bis 2 Grad Ziels. Was man hier auch sieht, ist der lila Pfad oder die lilanen Szenarien, die lilanen Pfade. Das sind die, wo wir sehr lange abwarten, bevor wir mit unseren CO2-Emissionsreduktionen beginnen. und dass man auch am Ende, also gegen Mitte des Jahrhunderts, im Jahr 2050, stärker reduzieren als wir es müssen, um die gleiche Temperaturlimits einzuhalten. Was hat sich getan in den letzten fünf Jahren, seit das Pariser Abkommen beschlossen wurde? Kann man sagen, das Glas ist halb voll und das Glas ist halb leer? wurde. Kann man sagen, das Glas ist halb voll und das Glas ist halb leer. Vom World Energy Outlook, der internationalen Energieagentur vor Paris, wären die Emissionen in der Baseline, also im Baseline-Szenario weiterhin angestiegen. Das ist hier die rote Linie und wir wären bei zwischen 3 und 4 Grad, wahrscheinlich eher bei 4 bis Ende des Jahrhunderts gelandet. Allein das, was jetzt in den letzten Jahren schon beschlossen wurden an Maßnahmen und tatsächlich umgesetzt wurde, hat dazu geführt, dass wir jetzt nicht mehr auf der roten Trajektorie sind, sondern auf der blauen, das was hier als Steps bezeichnet ist und bringt uns jetzt in etwa knapp unter drei Grad Erhitzung, wenn wir einfach nur die bisher beschlossenen Maßnahmen weiterlaufen lassen. Wenn wir aber tatsächlich das einhalten wollen, was im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart wurde, dann müssen wir auf diese APS-Trajektorie, die gelbe, dann würden wir ungefähr in die Nähe knapp unter 2 Grad kommen. Das ist das, was derzeit versprochen wurde. Auch jetzt gerade, was in Jamel Echec, der COP27 diskutiert wird, diese Versprechen. Aber man sieht eine große Lücke zwischen dem, was tatsächlich umgesetzt wurde, der blauen Linie, und dem, Aber wenn Sie kurz zurückdenken an die Grafiken, die ich gezeigt habe vom Zig See aus Vorarlberg, das Thema Klimagesundheit, auch bei drei Grad wird es wirklich ungemütlich und wir müssen mehr Ambitionen, mehr Anstrengungen unternehmen, um Richtung zwei oder sogar Richtung eineinhalb Grad zu kommen primär unsere co2 emissionen zu reduzieren so viel zur einführung jetzt möchte ich zu dem teil kommen um den sie in diesem vortrag hauptsächlich gehen sollen nämlich wie funktionieren diese modelle mit denen man solche szenarien ausrechnen kann und ich habe habe als Überschrift jetzt für den nächsten Abschnitt genommen sozioökonomische Modelle. Es sind keine Klimamodelle im Sinn von, da brauche ich jetzt einen Supercomputer und bilde tatsächlich das Erdsystem, das Klimasystem ab, sondern es sind Modelle, die sich eher auf das menschliche System konzentrieren. Wir haben im Rahmen des SENSES-Projekts gemeinsam mit dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung einige Tools entwickelt und Tutorials, Material, um die Arbeitsweise und die Struktur dieser Modelle zu erklären. Hier ein Screenshot, an dem ich das jetzt illustrieren möchte. Wir beginnen bei der Szenarienarbeit üblicherweise mit den sozioökonomischen Entwicklungen, das was hier grün dargestellt ist. Bevölkerung oder das Bruttoinlandsprodukt unsere Wirtschaft über die kommenden Jahrzehnte entwickeln wird. Davon leiten wir dann, das ist der gelbe Punkt, die Energienutzung und die Landnutzung ab, also wie viel Energie brauchen wir bei bestimmten Bevölkerungsentwicklungen, bei bestimmten Wirtschaftsentwicklungen. Aus der Energie- und Landnutzung leiten sich dann die CO2-Emissionen ab und die treiben die Erderhitzung, also den Klimawandel. Daraus ergeben sich dann die Auswirkungen, also die Impacts, wie zum Beispiel Dürre, Hitze, Überschwemmungen und Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, zum Beispiel durch Klimagesundheit. und Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, zum Beispiel durch Klimagesundheit. Dieser Szenario Primer, der spielt das ein bisschen genauer durch, kann ich sehr empfehlen, wenn sich das jemand genauer anschauen möchte, welche Annahmen da hineingeht und wie das zusammenspielt. Eine bestimmte Modellklasse, die wir am IASA zum Beispiel verwenden, ist das Process-Based Integrated Assessment Model, also prozessbasiertes Integrated Assessment Model. Das kann man schwer übersetzen. ökonomisch-ökologische System ab. Wenn man sich das vorstellt, wie baut man so ein Modell strukturiert auf? Man fängt meistens mit dem Stromsektor an. Das ist relativ überschaubar, dafür gibt es eine gute Datenlage. In den Stromsektor gehen natürlich viele fossile Ressourcen. Das heißt, im Modell muss man dann Kohleabbau, Gasproduktion, Ölproduktion hineinnehmen und natürlich die Erneuerbaren, um eine gute Abbildung des Stromsektors zu gewährleisten. Als nächstes geht man über den Stromsektor hinaus und man betrachtet dann auch den Umwandlungssektor, wie zum Beispiel von Rohöl auf Benzin und Diesel. Und das ist dann ein weiterer Energierohstoff, der in die Nachfrage geht, zum Beispiel im Verkehrssektor. Was uns aber meistens interessiert, ist nicht tatsächlich das Öl oder der Strom, sondern die Dienstleistungen, die uns diese Energieträger bringen. sondern die Dienstleistungen, die uns diese Energieträger bringen. Mobilität im Sinn von Fahrleistung, Licht, Wärme oder im Sommer vermehrt auch Kühlung durch Klimaanlagen. Und wenn wir das dann alles in einem Modell abgebildet haben, dann haben wir das gesamte Energiesystem. Aber das reicht natürlich nicht, um den gesamten sozioökonomischen Komplex abzubilden. Als nächstes brauchen wir dann die Landnutzung und Wald. Wald sehr wichtig als Kohlenstoffsenke. Land, um Nahrungsmittel zu produzieren und davon abgeleitet dann natürlich die Nahrungsmittelnachfrage, die wir befriedigen müssen, damit auch im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungsziele, der SDGs, der Hunger auf der Welt reduziert wird. Auch das ist natürlich in diesen Modellen abgebildet. abgebildet. Und dann haben wir noch das sogenannte Earth System, also unser Klimasystem und die Ozeane. Die Ozeane nehmen derzeit einen sehr großen Teil der Energie, die von der Sonne auf die Erde kommt, auf. Die Energie, die nicht mehr ins Weltall zurückgeworfen wird, aufgrund des Treibhauseffekts. Ein großer Teil dieser Energie geht derzeit in die Weltmeere, die sich sukzessive erhitzen. Dann brauchen wir natürlich eine Abbildung des Wasserhaushalts. Einerseits, weil Wasser natürlich für Landwirtschaft sehr wichtig ist, aber auch Wasser direkt für unser sozioökonomisches System. Wir brauchen Wasser zum Kochen, zum Waschen etc. Auch das muss irgendwie abgebildet werden. Und dann nächster großer Punkt Luftqualität, wieder sehr eng verknüpft mit unserem Energiesektor. Ein Kohlekraftwerk, ein Gaskraftwerk, die Autos, die auf der Straße fahren, haben natürlich alle eine direkte Auswirkung auf unsere Luftqualität. Und auch das muss man in diesen Modellen berücksichtigen. Und um es dann noch mehr in die sozioökonomische Richtung Analysen machen zu können, muss auch dann Gesundheit und Armut, insbesondere Energiearmut, berücksichtigt werden. Also unsere Umwelt, dann der wirtschaftliche Aspekt, also unser Nachf für den Computer zum Beispiel, aber auch Nahrungsmittel und Gesundheit. Alle diese Aspekte werden jetzt in einem Integrated Assessment Modell abgebildet. Und ich werde dann nachher noch darauf eingehen, warum ich hier dazu geschrieben habe, Process-Based Integrated Assessment Modelle. Es gibt hier zwei große Klassen. Process-Based ist die Art von Integrated Assessment Modellen, die wir zum Beispiel am IASA oder auch am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung verwenden. Im fünften Sachstandsbericht des IPCC, der 2014 rausgekommen ist, wurden diese Emissionsszenarien, die eben das gesamte menschliche System abbilden, kategorisiert nach Representative Concentration Pathways, RCP. Das sind Referenz-Emissionspfade. Die Zahlen, die dann hier auf der Folie stehen, kommen vom Strahlungsantrieb, also wie viel Hitze fängt die Erde von der Sonne im Jahr 2100 ab. Wenn wir immer mehr CO2 in die Atmosphäre blasen, dann sind es im RCP 8,5 eben 8,5 Watt pro Quadratmeter. Wenn wir relativ rasch unsere Emissionen senken, dann kommen wir auf das Blaue, also RCP 2,6. Also wesentlich weniger Energie, die in unsere Atmosphäre gelangt, hier gehalten wird und damit zur Erderhitzung führt. wäre gelangt, hier gehalten wird und damit zur Erderhitzung führt. Jetzt sind wir dann aber draufgekommen im fünften Sachschutzbericht, dass alleine diese Kategorisierung nach dem Strahlungsantrieb zu wenig ist, weil sich die Szenarien zu sehr untereinander unterscheiden. Und deswegen hat man dann das Konzept der Shared Socio-Economic Pathways entwickelt und hat nicht mehr direkt nach immer Ambition, reduziere ich meine Emissionen oder halt nicht, versucht zu kategorisieren, sondern hat versucht, andere Dimensionen zu finden, um eine Einteilung und um Narrative hinter den Szenarien zu entwickeln und ist dann dazu übergegangen, zu sagen, okay, es gibt Möglichkeiten, es gibt Zukunfte, habe ich das hier genannt, die es relativ leicht machen, Mitigation zu betreiben, unsere CO2-Emissionen zu reduzieren, wo es relativ leicht ist, uns anzupassen, aber es gibt andere Zukunfte, wo das wesentlich schwieriger ist und deswegen sind die X- und die Y-Achse hier, wie schwierig ist es, Mitigation oder Adaption zu machen. Und links unten haben wir SSP1, Sustainability, wo sich quasi ganz von selbst alles in eine nachhaltige Welt entwickelt. Und rechts oben SSP3, Regional Rivalry. Wenn man sich die aktuelle geopolitische Situation anschaut, dann könnte man glauben, dass wir eher auf einer SSP3-Trajektorie sind. Und es ist vollkommen klar, wenn ich in einer SSP3-Trajektorie bin, dann ist es wesentlich schwieriger, Klimaschutz zu machen, weil Handel in erneuerbaren Ressourcen schwieriger ist, die ganzen Lieferketten für erneuerbaren Technologien schwieriger sind, weil es weniger Zusammenarbeit gibt bei der Entwicklung neuer Technologien etc. Wichtig ist, die SSPs per se haben keine Klimapolitik. Also jeder der SSPs hat eine Baseline, wo sich die Erde weiter erhitzt. Und bei einem SSP3 oder SSP5, Fossil Fuel Development, steigt die Baseline wesentlich mehr als in einem SSP1-Szenario. Aber in allen SSP-Baselines steigt die Temperatur trotzdem auf zwei oder drei Grad. Die Klimapolitik kommt dann nachher als zusätzliche Annahme drauf. Und deswegen bezeichnen wir diese Art der Modelle als Process-Based IEMs. Es geht um die gesamten Prozesse, die die Emissionen erzeugen und was das eben mit unserem menschlichen System, was da alles hineinspielt. Diese Process-Based IEMs berechnen dann den optimalen Systempfad, gegeben bestimmter exogener Politikmaßnahmen, zum Beispiel einer bestimmten Temperaturlimit. Also wie ist der optimale Pfad in einem Szenario, um das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten? Ein anderer Typ von Integrated Assessment Models sind die Cost-Benefit Models. Das ist das, wofür Bill Nordhaus den Nobelpreis bekommen hat vor einigen Jahren. sagen, was kostet mich Klimaschutz und wie viel bringt mir Klimaschutz und haben dann als Ergebnis, was ist die optimale Temperaturhitzung. Also die sagen, es gibt eine Angebotskurve und eine Nachfragekurve. Was kostet mich, was bringt mir Klimaschutz? Und dann da, wo sich diese beiden Kurven treffen, da ist es optimal hinzukommen, zum Beispiel auf 2,5 Grad. Die Art der Modelle, mit denen wir zum Beispiel am JASA arbeiten, sind anders insofern, dass die Temperatur eine exogene Annahme ist und dann vergleichen wir, okay, was ist der optimale Systempfad, um auf 3 Grad, um auf 2 Grad, um auf 1,5 Grad zu kommen. Und dann vergleichen wir die verschiedenen Systemkonfigurationen. Der Vorteil unserer Modelle ist, dass er wesentlich mehr Detailgrad erlaubt bei den Systemen. Weil wenn ich den, was bringt mir Klimaschutz, welche Benefits habe ich, an vermiedenen Auswirkungen auch in mein Modell hineinstecken muss, dann habe ich ein zu komplexes Modell und muss auf der anderen Seite als auf den menschlichen Systemen vereinfachen. Aber natürlich beide Modelltypen haben ihre Berechtigung, haben die Fragestellungen, für die sie gut geeignet sind. Und ich beobachte aber, dass es oft Verwirrung gibt. Deswegen wollte ich das hier auch ein bisschen ausführlicher erklären. Wenn man sich jetzt anschaut, was im sechsten Sachstandsbericht mit Szenarien gemacht wurde, dann habe ich hier eine Grafik mitgebracht und hier sieht man jetzt, dass bei den Beschriftungen sowohl SSP als auch RCP Zahlen stehen. sowohl SSP als auch RCP-Zahlen stehen. Also man ist über das, was man im fünften Sachstandsbericht gemacht hat, wo man nur anhand der Temperatur kategorisiert hat, dazu übergegangen zu sagen, okay, wir nehmen diese sozioökonomischen Zukunfte und koppeln die mit verschiedenen Klimapolitik-Ambitionen. Und deswegen SSP 1.9 ist eine Zukunft, wo ohnehin alles eher in eine nachhaltige, in eine grüne Richtung geht. Und dann haut man aber noch richtig viel Klimapolitik drauf, um bei eineinhalb Grad Erhitzung bis Ende des Jahrhunderts zu landen. Und ein SSP 5, 8.5 ist eine Zukunft, wo es schwierig ist, Mitigation zu betreiben, schwierig ist, Anpassung zu betreiben und es dann noch wenig Klimapolitik gibt. Es ist aber nicht zu verstehen, diese Grafik, dass es nicht auch möglich wäre, mit einem SSP 2 oder SSP 4 Szenario, also ambitionierte Klimapolitik zu machen. Es gibt auch diese anderen Kombinationen. Man steht dann nur als WissenschaftlerIn vor dem Problem, man hat sehr viele Szenarien und muss sich darauf konzentrieren, ein paar wenige herzuzeigen, weil sonst wird es unverständlich. Deswegen werden meistens die hier gezeigten Kombinationen genommen, weil es einfacher ist, in einer SSP1-Welt auch noch ambitionierte Klimapolitik zu machen und weil es einfacher ist, in einer SSP1-Welt auch noch ambitionierte Klimapolitik zu machen. Und weil es wahrscheinlich ist, dass wenn wir eine globale Regional Rivalry-Welt haben, es sehr unwahrscheinlich ist, dass es ambitionierte Klimapolitik gibt. Also eher aus einer Plausibilitätsbegründung werden dann diese Szenarien nicht so oft gezeigt, aber numerisch rechnen kann man die meisten Kombinationen eigentlich. Jetzt weiter zu Netto-Negativ-Emissionen. Wenn man sich die Szenarien anschaut, die früher mit diesen Integrated Assessment Modellen gerechnet wurden, dann hat man sehr oft die Dynamik gehabt, dass man nicht zu schnell die Emissionen reduziert hat und dafür dann in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mit Netto-Negativ-Emissionen, wie zum Beispiel Carbon Capture and Sequestration, die Emissionen wieder aus der Atmosphäre gezogen hat und damit die Temperatur wieder gesenkt hat. Also es hat einen Temperatur-Overshoot gegeben, Mitte des Jahrhunderts vielleicht auf 2, 2,5 Grad und dann mit CCS oder starker Auffassung die Temperatur wieder hinuntergedrückt. Das ist aber problematisch aus mehreren Gründen. Einerseits wissen wir nicht, ob so Technologien wie CCS tatsächlich auf dieser Skala funktionieren werden. Es funktioniert auf einer Probe, auf einer Testbasis, aber ob dann wirklich über Jahrzehnte diese Technologie umgesetzt werden kann, bezahlt werden kann, ist fraglich. Sich deswegen jetzt darauf zu verlassen, ist eher keine risikoerverse Strategie. Das zweite Problem, das man natürlich hat, ist, wenn wir jetzt die Temperatur auf 2, 2,5 Grad ansteigen lassen, ist es nicht sicher, ob wir danach wieder die Temperatur reduzieren können. Es können Kipppunkte getriggert werden, sodass sich dann ein selbst verstetigender Prozess angestoßen wird und egal wie viel CO2 wir dann aus der Atmosphäre entnehmen, vielleicht sinkt dann die Temperatur gar nicht mehr, weil dann schon die Arktis oder Antarktis komplett abgetaut ist. Sprich auch aus einer Risikominimierung ist dieser Overshoot eigentlich eine sehr gefährliche Strategie. Und was wir dann im Zuge dieses Papers, das in Nature Climate Change veröffentlicht wurde, gemacht haben, ist, dass wir verglichen haben, immer die gleichen Szenarien, was die Temperaturambition bis zum Ende des Jahrhunderts betrifft. Also wir haben Szenarien gerechnet, die 2 Grad, 1,9, 1,8 Grad im Jahr 2100 erreichen. Aber einmal mit diesem Standardansatz, wo dann sehr viel netto negative Emissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts verwendet werden, versus einem restriktiveren Modell, wo wir gesagt haben, es dürfen keine Netto-Negativ-Emissionen mehr geschehen. Also in dem Moment, wo wir 1,6 Grad erreichen, kann es danach nicht wieder die Temperatur gesenkt werden durch diese Technologien. Das sieht man hier auch auf der linken Seite sehr schön. Die roten sind quasi die Standard-Szenarien, wo man sieht, es geht nicht so schnell runter, aber dafür geht es dann ganz klar unter Null. Wohingegen die blauen Szenarien sehr stark, sehr schnell hinuntergehen und dann sich aber eben knapp über der Null stabilisieren. Knapp über der Null, weil in dieser Grafik Gesamt-Treibhausgasemissionen sind und der Constraint mit nicht netto negativ war auf den CO2-Emissionen. Das ist ein technisches Detail. Deswegen geht es nicht genau runter auf Null. Aber man sieht, es stabilisiert sich dann auf einem gewissen Niveau. Und damit stabilisiert sich auch, also die Emissionen stabilisieren sich und damit stabilisiert sich auch die Temperatur. Auf der rechten Seite haben wir uns dann auch noch die ökonomischen Auswirkungen dieser Szenarien angeschaut und haben diese Paare an Szenarien, die wir da gerechnet haben, durcheinander dividiert, also das Bruttoinlandsprodukt global betrachtet. Und was man sieht, ist, dass es zuerst unter der Nulllinie ist. Sprich, schneller Klimaschutz kostet kurzfristig ein bisschen mehr. Aber was man dann auch sieht, gegen Ende des Jahrhunderts steigen die Linien, sind über Null. Das heißt, langfristig zahlt sich aus, schnell in Klimaschutz zu investieren. Zum Beispiel liegt das daran, weil man weniger Stranded Assets hat. Zum Beispiel liegt das daran, weil man weniger Stranded Assets hat. Also man hat weniger Emissionen. Wenn wir jetzt viele Gaskraftwerke bauen und die dann in zehn Jahren abdrehen müssen, weil wir ja auch Gas, CO2-Emissionen uns eigentlich nicht mehr leisten können, dann stehen viele Gaskraftwerke herum, die wir für einen relativ teuren, relativ kurzen Zeitraum nur verwendet haben. Das bezeichnet man als Stranded Assets. Und je schneller wir in Klimaschutz investieren, desto geringer ist das Risiko dieser Stranded Assets. Was man mit diesen Szenarien dann auch noch machen kann, ist sich anschauen, wie schaut eigentlich das System aus über die nächsten 80 Jahre. Auf der linken Grafik sieht man die verschiedenen Sektoren, die CO2-Emissionen haben, wie in einem Szenario, dass 2080, da wo die schwarze Linie dann die Nulllinie erreicht, klimaneutral wird. Man sieht der rote Bereich, also der Energiesektor, geht dann ab 2060 global betrachtet unter die Nulllinie. Also ab dort sparen wir im Energiesektor mehr CO2-Emissionen ein, als wir emittieren, zum Beispiel durch Biomasse in Verbindung mit Carbon Cacte Gen Sequestration. Man sieht, der grüne Bereich, also die Landnutzung und die Forstwirtschaft gehen relativ schnell unter Null. Man sieht, der Transportsektor, der Verkehr, Mobilität bleibt über Null. Also wir haben verschiedene Sektoren, die noch immer Emissionen haben. Das wird aber kompensiert durch andere Sektoren, die netto negative Emissionen haben. Kann man darüber diskutieren, ob das noch immer sinnvoll ist, aber was wir mit dieser Art des Szenario-Designs zumindest erreicht haben, ist, dass wir keinen Temperatur-Overshoot mehr haben. In der mittleren Grafik haben wir uns jetzt von verschiedenen Modellen angeschaut, ob diese Erkenntnisse, die ich Ihnen gerade erklärt habe, eigentlich stabil sind, konsistent über verschiedene Modelle, die alle ähnlich sind, aber alle ein bisschen anders. der Energiesektor bereits CO2-negativ ist und auch der Landnutzungssektor und der Verkehrssektor und die Industrie und Gebäude weiterhin Emissionen ausstoßen. Sprich, wenn man nur ein Modell hat, kann man sich nicht sicher sein, ob das tatsächlich eine valide Aussage ist. Deswegen rechnen wir mittlerweile eigentlich oft Modellvergleichsstudien, wo wir verschiedene Modelle nehmen, um zu schauen, ist das eigentlich konsistent über verschiedene Modelle. Was man sich dann auch noch anschauen kann, ist, wann wird eigentlich in den einzelnen Sektoren CO2-Neutralität erreicht? Das ist dann die Grafik auf der ganz rechten Seite. Und man sieht, im Landnutzungssektor werden 20 bis 30 Jahre, bevor gesamtsystemtechnisch Klimaneutralität erreicht wird, bereits Klimaneutralität erreicht. Also Landnutzungssektor ist etwa 20 bis 30 Jahre vor Klimaneutralität bereits in diesem einen Sektor neutral, der Energiesektor 10 bis 20 Jahre vorher und in Industrie und in anderen Sektoren wird das wesentlich später und eigentlich in fast allen Szenarien überhaupt erst nach 2100 Klimaneutralität erreicht. Szenarien. Ich hoffe, das war halbwegs verständlich. Gerne nachher nochmal Fragen in der Diskussionsrunde. Ich möchte jetzt noch einen kurzen Exkurs machen zum Thema Wissenschaft muss frei sein und zwar nicht nur in dem, was sie sagt, sondern auch in den Daten und wie wir mit unseren Daten und unserer Software umgehen. Nachdem das hier die Scientists for Future sind, wollte ich kurz das Thema Open Source und die FAIR PrinciPrinciples erwähnen. Früher war es oft so, man hat irgendwie Studien gemacht und die Artikel dazu publiziert, aber die Quelldaten, die Originaldaten, die Software, mit der man das analysiert hat, die Computerskripte, die sind irgendwo auf einem USB-Stick verloren gegangen. Und das soll eigentlich nicht so sein. Die Wissenschaft hat eine Reproduzierbarkeit, ein Transparenzproblem und eine der Initiativen, die derzeit massiv an Fahrt gewinnt, dass es jeder wiederverwenden kann. Aber Open Source alleine reicht nicht. Es muss auffindbar sein. Es muss zugänglich sein, zugänglich auf einer technischen Ebene. Also ich muss das tatsächlich irgendwie finden können, die Daten. Weil wenn ich eine nette Projektwebsite habe und drei Jahre nachdem das Projekt ist, kann man sich die URL aber nicht mehr leisten oder will sich nicht mehr leisten und dann ist die Projektwebsite weg und dann sind die Projektergebnisse weg. Das ist nicht optimal. Datenformate hinweg kompatibel sein und es muss wiederverwendbar sein und wiederverwendbar auch im Sinn von einer Lizenz, die Wiederverwendbarkeit erlaubt, aber nicht nur Lizenz, sondern auch einfach auf einer technischen Ebene wiederverwendbar. Ich stelle die Folien nachher online und für die Personen, die das interessiert, bitte gerne die Grafik anschauen und da gibt es dann noch mehr Informationen dazu. Aber ich finde es wichtig, das in einem Scientists for Future Vortrag mal erwähnt zu haben. Ich möchte dann auch noch ein Python-Paket erwähnen. Die Arbeit, die wir am IASA machen, ist nicht nur Studien und Ergebnisse, so wie ich es vorhin gezeigt habe, sondern auch Software, die hoffentlich die Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen erleichtert. Wir haben hier ein Python-Paket geschrieben, das für Szenarioanalyse, Validierung, Visualisierung ganz praktisch ist. Alle Grafiken, die ich vorhin gezeigt habe aus unserem Nature Climate Change Paper sind mit diesem Python-Package erstellt worden. Die Skripte, mit denen die Grafiken erstellt wurden, sind Open Source auf GitHub. Das heißt, Sie können sich das runterladen, Sie können sich die Daten runterladen, können das mit einem, ich sage mal, überschaubaren Aufwand reproduzieren und versuchen nachzuvollziehen. Der Aufwand ist nicht null, das ist schon ein bisschen was, aber wir bemühen uns doch, das so einfach wie möglich zu machen. Auf der Softwareseite, aber Software alleine reicht nicht, es geht auch um die Daten und ein Teil meiner Arbeit am IASA ist Entwicklung und Koordination unserer Datenbankinfrastruktur. Sie können sich zum Beispiel die Daten, die für den sechsten Sachstandsbericht des IPCC verwenden würden, über einen Szenario Explorer anschauen und sich anschauen, warum steht da überhaupt, dass sich die CO2-Emissionen um 50% reduzieren müssen bis 2030. Wo kommen diese Daten her? Welche Modelle sagen das? Welche Szenarien? Und von dem ausgehend dann überlegen, okay, wo sind die Annahmen für diese einzelnen Szenarien? Das Beispiel, das ich hier gezeigt habe, haben wir, das ist ein Szenario Explorer speziell für das Projekt Net Zero 2040, das wir gemeinsam mit der BOKU und der österreichischen Energieagentur machen. Und ich komme dann auf der letzten Folie nochmal kurz darauf zu sprechen. So viel zu meinem Exkurs Richtung Fair Data Principles und Open Source. Und jetzt möchte ich noch ein bisschen auf Österreich speziell zu sprechen kommen. Und jetzt möchte ich noch ein bisschen auf Österreich speziell zu sprechen kommen. Jetzt zwar die Modelle und die Szenarien, die ich jetzt vorgestellt habe, waren immer auf der globalen Ebene, aber die Frage ist, was tun wir eigentlich hier in Österreich? Und die Frage stellt sich, ist Österreich ein Umwelt- und Klimamusterland? Und wenn Sie sich ein bisschen damit beschäftigt haben oder wenn Sie einfach damit rechnen können, wenn ich diese Frage stelle, dann wird die Antwort ziemlich sicher Nein sein. Entschuldigung, zwei Drittel unseres Energieverbrauchs stammen aus fossilen Energieträgern. Obwohl das jetzt in den letzten Monaten ein bisschen gesunken ist, aufgrund des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine. Es ist immer noch so, es ist weit mehr als die Hälfte unseres Gesamtenergieverbrauchs aus Öl, hauptsächlich für den Autoverkehr, und aus Erdgas für die Raumwärme und für die Industrie. Und dann noch ein bisschen Kohle für die Föst. Wir sind zwar stolz auf unsere Wasserkraft, aber im Gesamtenergie-Mix ist das nicht sehr viel. Wenn man sich jetzt fragt, um wie viel sind die CO2-Emissionen in Österreich in den letzten 30 Jahren gesunken, ist die Antwort leider gar nicht. Es ist zwar in einigen Sektoren sind die CO2-Emissionen zurückgegangen, aber der Verkehrssektor hat alles wieder aufgefressen, was wir in anderen Sektoren an Emissionsreduktionen geschafft haben. was wir in anderen Sektoren an Emissionsreduktionen geschafft haben. Verkehr ist das große Sorgenkind der österreichischen Energie- und Klimapolitik. Wohin müssen wir? Das Climate Change Center Austria hat vor einigen Jahren einen Referenz-Nationalen Klima- und Energieplan entwickelt. Die Hintergrundgeschichte dazu ist, dass die österreichische Regierung für die Europäische Kommission einen nationalen Klima- und Energieplan erstellen muss. Und im Jahr 2019 hat die Europäische Kommission das an die österreichische Regierung zurückgeschickt mit dem Kommentar, nicht genügend Sätzen noch einmal machen. Und dann hat sich das Climate Change Center Austria, also der Dachverband der österreichischen Institutionen, die sich mit Klimawandel, Anpassung, Klimaschutz beschäftigen, hingesetzt und hat einen Referenz, also einen alternativen nationalen Energie- und Klimaplan entwickelt. nationalen Energie- und Klimaplan entwickelt. Der schaut in etwa so aus. Man sieht, über die letzten 30 Jahre waren unsere CO2-Emissionen relativ konstant bei 80 Millionen Tonnen und der Energieplan hat dann vorgesehen, okay, bis etwa 2045 wollen wir auf Null kommen? Was ist seitdem passiert? Wir haben eine schwarz-türkis-grüne Bundesregierung, die das Klimaneutralitätsziel ja nach vorne verlegt hat. Es sind unsere CO2-Emissionen aber nicht gesunken, auch nicht durch Corona langfristig. Die sind mittlerweile ziemlich genau da, wo sie vor Corona waren. genau da, wo sie vor Corona waren. Und wenn man jetzt diese Grafik aus dem Jahr 2019 aktualisiert, dann ist die Kurve einfach nur steiler geworden, weil wir hier weitergemacht haben wie bisher und weil wir aber gleichzeitig das Klimaneutralitätsziel ja vorgesetzt haben. Bei Ziel ja muss man aber ein bisschen vorsichtig sein. Dieses Ziel existiert derzeit nur im Koalitionsabkommen und in einem Beschluss des Nationalrats, der aber keine rechtliche Bindung hat. nur ein Versprechen. Und so wie ich vorhin schon gesagt habe, es gibt eben die Versprechen und die tatsächlich umgesetzten Maßnahmen und dazwischen klafft eine große Lücke. Das stimmt auf der internationalen Ebene, das stimmt leider auch für Österreich. Was können Sie und ich tun? Natürlich brauchen wir die Politik, die die Rahmenbedingungen vorsetzt. Aber was können wir ganz konkret tun? Eheklar. Verhaltensänderungen schaffen vom Bewusstsein für das eigene Handeln. dass derzeit um einiges leichter angepasstes Mobilitätsverhalten öfter zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren als mit dem Auto, wenn es nicht notwendig ist. Ernährung ist auch ein großer Hebel für Emissionsreduktionen. Fleisch, Milch haben extrem hohe CO2-Emissionen im Vergleich zu Gemüse und veganer Ernährung. Und man muss ja nicht gleich Vegetarier werden, aber vielleicht kann man ein bisschen reduzieren und damit auch einen Beitrag leisten. Es ist aber vollkommen klar, dass diese eigenen Verhaltensänderungen nicht das große Ganze verändern können. Wir brauchen auch Strukturen, die ein klimafreundliches Leben ermöglichen. Wir brauchen auch Strukturen, die ein klimafreundliches Leben ermöglichen. Wir brauchen mehr Infrastruktur. Ich habe das jetzt schon öfters gehört, dass Leute sagen, ich würde ja gerne mit dem Fahrrad fahren, aber ich habe einfach Angst. Und vollkommen klar, ich brauche die Infrastruktur im Sinn von Radwegen. Ich brauche mehr Öffi-Verbindungen, damit die Personen nicht mehr vom Auto abhängig sind. Das ist nicht etwas, was auf der persönlichen Ebene funktionieren kann. Das muss tatsächlich eine gesamtgesellschaftliche Strukturänderung sein. freundlicher Geschäftsmodelle, neue Wertschöpfungsprozesse. Die Sharing Economy ist ein klassisches Beispiel. Das braucht wahrscheinlich nicht jeder eine Bohrmaschine. Das reicht, wenn man sich die zweimal im Jahr, wo man sie braucht, auspackt. Und ein ganz großes Thema, zu dem ich inhaltlich nichts sagen kann, das ist nicht mein Forschungsgebiet, aber ich halte es persönlich für wahnsinnig wichtig, ist Klimagerechtigkeit. Die Personen, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, sind die, die am meisten darunter leiden. Das gilt innerhalb von Österreich, aber das gilt auch global. Und dessen müssen wir uns bewusst sein und dafür dann auch die Verantwortung übernehmen. Österreich ist da jetzt vorgeprescht und hat einen für Österreich gar nicht so kleinen Betrag da jetzt in diesen UN-Fonds hineinversprochen. Und ich finde das eigentlich eine sehr gute Maßnahme, ein wichtiges Signal vor der Kopf. Ganz wichtig ist aber immer im Hinterkopf zu haben und das auch zu kommunizieren, wo immer es möglich ist, wenn wir diese Maßnahmen alle gut umsetzen für Klimaschutz und für die Anpassung, dann haben wir die Möglichkeit, unsere Lebensqualitäten zu verbessern. Mehr Bäume in der Stadt sind gesünder, allein durch die Luftqualität. Und es gibt ganz viele Maßnahmen, die in diese Richtung gehen. Auch weniger Fleischkonsum ist langfristig gesünder. Es ist nicht ein Verzicht, um das hier geht, sondern es ist ein bewussteres, besseres Leben, wenn wir es richtig machen. Nach diesem persönlichen Appell jetzt noch ein bisschen, wo finden Sie weiterführende Informationen? Ich wollte da drei Projekte herausstreichen, die in eine ähnliche Richtung gehen wie das, was ich jetzt vorgestellt habe. In einigen Wochen wird ein Spezialbericht des Austrian Panel on Climate Change, APCC, herauskommen. Der Spezialbericht heißt Strukturen für ein klimafreundliches Leben. Also das, was ich jetzt vor zwei Folien gezeigt habe, was müssen wir ändern, um ein klimafreundliches Leben überhaupt einfach und bequem möglich zu machen, das wird in diesem Bericht diskutiert. Wird in etwa zwei Wochen von Minister Kocher und Ministerin Gehwessler vorgestellt werden. Folgen Sie ihm auf Twitter, solange es Twitter noch gibt, oder auf anderen sozialen Medien oder googeln Sie es in etwa zwei Wochen, sr22.cc.ac.at. Ein Projekt, das ich vorhin schon kurz angesprochen habe, ist NetZero 2040. Die BOKU, die österreichische Energieagentur und wir am JASA entwickeln gemeinsam modellbasierte Transformationspfade für den Energiesektor. Also so wie das, was ich Ihnen vorhin gezeigt habe, über wie schaffen wir Klimaneutralität global und was heißt das für bestimmte Sektoren. So etwas werden wir auch für Österreich entwickeln und in etwa einem Jahr wird es dann auch Ergebnisse geben, die wir auch in einem Stakeholder-Prozess breit diskutieren. Wenn Sie das interessiert, wenn Sie mehr an diesen quantitativen Ergebnissen interessiert sind, dann ein Auge werfen auf NetZero 2040. Und als drittes, es gibt nicht nur vom Austrian Panel on Climate Change jetzt diesen Spezialbericht zu den Strukturen, sondern es gibt auch einen umfassenden Sachstandsbericht. Es hat vor fast zehn Jahren bereits so einen umfassenden Sachstandsbericht gegeben, den Austrian Assessment Report. Und jetzt zum zehnjährigen Jubiläum wird es dann eine Neuauflage davon geben. Die geplante Veröffentlichung ist Juni 2025. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum dauert das so lange? Dann liegt das daran, dass wir den IPCC-Prozessen folgen. Also wir schreiben jetzt gerade den Zero-Order-Draft. Dann gibt es eine Review, eine wissenschaftliche, aber auch eine mit den politischen und gesellschaftlichen Stakeholdern. Dann wird der Bericht überarbeitet. Es werden neue Erkenntnisse eingearbeitet. Dann machen wir noch einmal eine Review-Phase. Dann werden wieder die Review-Kommentare eingearbeitet, dann machen wir noch einmal eine Review-Phase, dann werden wieder die Review- Kommentare eingearbeitet, dann wird es noch einmal überarbeitet, dann gibt es noch eine Review und dann wird dieser Bericht veröffentlicht. Das dauert lange, um tatsächlich den höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen und den Prozessen zu folgen, um diese wissenschaftliche Ansprüche, um die wissenschaftliche Qualität zu sichern, aber weil eben jeder dieser Schritte ein paar Monate dauert, ist es eben so, dass erst im Juni 2025 mit der veröffentlicht zu rechnen ist. Ich versuche doch immer wieder schon ein bisschen was davon zu erzählen und darauf hinzuweisen, um das Interesse an dieser Art von Arbeit zu wecken. Es wird ein sehr interdisziplinärer Bericht, viel interdisziplinärer als alle anderen österreichischen Klimaberichte, die es bis jetzt gegeben hat. Und wir versuchen, die Handshakes, die Verbindungen zwischen den Kapiteln möglichst stark herauszuarbeiten, damit es dann auch ein lesbarer Bericht wird. Nicht etwas, wo acht sektorale Kapitel nebeneinander stehen, sondern etwas, womit dann auch die breite Öffentlichkeit etwas anfangen kann. Es gibt wahnsinnig viele Bücher und andere Medien und Daten und Aufbereitungen für Klimawandel. Also nicht wissen, es gibt eigentlich keine Ausrede mehr dafür, weil wenn man sich ein bisschen informieren möchte, dann findet man Informationen. Hier habe ich zwei Bücher ausgewählt, die ich beide nicht gelesen habe, aber ich halte von den Personen sehr viel und glaube deswegen, dass das sicher nicht verkehrt ist, das zu lesen. dass das sicher nicht verkehrt ist, das zu lesen. Und einige ausgewählte Websites und Organisationen, die mehr Infos zur Verfügung stellen. Und für die Personen, die gerne Podcasts hören, habe ich dann noch zwei Podcasts als Empfehlung. Einerseits Das Klima von Florian Freistetter und Claudia Frick. Florian Freistetter kennen Sie vielleicht von den Science Busters. In der Folge 2 war ich zu Gast und habe erklärt, wie funktioniert eigentlich ein IPCC-Bericht. Und in der Folge 45 war Birgit Bedner-Friedl von der Universität Graz und Wegener Center zu Gast. Sie war die koordinierende Leiterautorin von Kapitel 13, Arbeitsgruppe 2, 6. Sachstandsbericht. Also die Grafik mit der U-Bahn-Karte, wie weit können wir uns Europa anpassen? Wie schauen die Schlüsselrisiken für Europa aus? Das ist das Kapitel, für das sie hauptverantwortlich war. Und sie erklärt in dieser Folge alles, was die Ergebnisse dieses Kapitels sind, wie sie dort vorgegangen sind. Wahnsinnig spannend und nicht direkt österreichrelevant, weil der IPCC-Bericht ja immer auf einer regionalen, übernationalen Ebene arbeitet, aber mit ein bisschen genauem Zuhören versteht man schon, was für Österreich relevant ist. Und als zweiten Podcast-Empfehlung die Science Busters, da war ich jetzt im Sommer zu Gast über die Hitze in der Stadt, ist im Sommer brutal. Folge 37 und in Folge 39 war dann der Florian Freistetter zu Gast bei den Science Busters, also quasi in seinem Heimat-Podcast und hat dort erzählt, wie es war, den anderen Podcast, das Klima, zu machen. Also es war quasi ein Podcast-Crossover, wo in einem Podcast darüber geredet wird, was der andere Podcast macht. Aber sehr kurzweilig, sehr spannend, auch über die Frage, wie kann man überhaupt Wissenschaftskommunikation gut vermitteln? Also wie kann man Wissenschaft gut vermitteln? Wie kann man gut kommunizieren? Sehr spannend für alle, die so etwas interessiert und die gerne Podcast hören. Und damit sage ich vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf die Fragen und die Diskussion und ich verwende in sozialen Medien gerne den Hashtag Wissenschaft-Klimaschutz, aber es ist natürlich auch klar, Wissen alleine schafft Klimaschutz nicht. Das braucht uns alle, die das, was wir wissen, dann auch tatsächlich umsetzen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf die Diskussion. Thank you.