Herzlich willkommen an diesem spätwinterlich sonnigen Dienstagnachmittag bei einer weiteren Ausgabe der Senderei der Stachel im Fleisch hier aus dem neuen Studio von DorfTV in der Kunstuniversität Linz. Wir erinnern uns noch allzu gut, vor genau einem Jahr, nämlich am 16. März 2020, begann für uns ein bislang ungekannter Lockdown, mit dem doch massive Einschränkungen etwa in unserer mobilen Freiheit, aber auch weiterer Freiheitsrechte einhergegangen sind. Und wir mussten damit einen Umgang finden und tatsächlich, so müssen wir ja alle eingestehen, wussten wir nicht, was da jetzt auf uns zukommt. Besonders betroffen bis heute ist ein Bereich, der mitunter gar nicht so viel Beachtung findet, dennoch versucht er immer wieder auch auf seine Situation aufmerksam zu machen. Die Rede ist von Kunst und Kultur. Jetzt befinden wir uns hier in Oberösterreich, einem Bundesland, das durchaus eine ganze Menge Geld aufwendet für die Kulturentwicklung und auch die Kulturförderung. Und tatsächlich ist es so, fast ein Treppenwitz der Geschichte, dass sich das Land Oberösterreich selbst bis 2019, also im Zeitraum von 2019 bis 2020, einen Kulturleitbildprozess unterzogen hat. Der Prozess ist mittlerweile abgeschlossen. Das Kulturleitbild liegt vor und das ist jetzt auch das Thema dieser 60 Minuten meiner Politikgespräche mit Vorwärtsdrang, wo ich mich freue, zwei Gäste bei mir im Studio willkommen heißen zu dürfen. Das ist gleich neben mir Elisabeth Mayer-Kern, vielen bekannt hier in Oberösterreich. Sie ist Mitarbeiterin der Kulturabteilung des Landes Oberösterreichs und das Wesentliche ist auch, sie ist Projektleiterin des neuen Kulturleitbilds. Herzlich willkommen, ich freue mich, dass Sie heute hier sind. Und ganz außen Stefanie Panzenböck, sie ist aus Wien heute nach Linz gekommen. Sie ist auch vielen bekannt, vermutlich als Kulturredakteurin der Wiener Wochenzeitung der Falter. Und ja, auch Sie, ich freue mich sehr, dass Sie heute hier sind und begrüße Sie sehr, sehr herzlich. Danke sehr. Ja, Frau Meierkern, ich beginne gleich mal mit Ihnen, vielleicht mit einer schwierigen Frage, aber dennoch, seit einem Jahr erleben wir eine Ausnahmesituation, die wir so noch nicht gekannt haben. Diese Ausnahmesituation ist vor allem gekennzeichnet durch große sozialökonomische Nöte. Eine halbe Million Menschen ist arbeitslos und das mit einer Perspektivenlosigkeit, weil es sich nicht abzeichnet, dass wir eine Wirtschaft schon bald vorfinden könnten, die soweit saniert ist, die wieder Arbeitsplätze schaffen kann. Dazu kommt eine große Depression, auch viele Menschen haben sozusagen die Hoffnung verloren. Insgesamt haben wir eine sehr schwierige Gemengelage, wo jetzt auch Kunst und Kultur sich immer öfter zu Wort melden und sagen, auch wir sind in einer dramatischen Situation. auch wir sind in einer dramatischen Situation. Ganz persönlich gefragt, wie viel Beachtung sollten denn Kunst und Kultur in dieser Krise tatsächlich finden angesichts der vielen Betroffenen, deren Leid ja genauso schwer wiegt? Also ehrlich gesagt, ich wehre mich jetzt gerade ein bisschen gedanklich dagegen, diese Dinge gegeneinander aufzuwiegen. Das ist einfach, finde ich, der falsche Weg, wenn man jetzt sagt, wo ist Leid größer, wo ist kleiner. Die Situation an sich ist schwierig und sie ist für alle Bereiche schwierig. Ich bin eher dafür, manche Dinge einfach auch nicht zu vergessen. Wir sollten wirklich nicht vergessen, dass es diesen Kunst- und Kulturbereich gibt, der genauso leidet, wo Menschen Beschäftigung gefunden haben und noch finden, die ins Prekäre abgerutscht ist oder vielleicht abrutschen wird, wo es wirklich auch persönliche, existenzielle Fragen gibt dahinter, in sehr weiten Bereichen, wo wir immer drauf kommen, jetzt schon langsam auch in welchen Bereichen eigentlich oder welche Bereiche überhaupt in diesem Umfeld sind. Also ich glaube, man darf das nicht aus dem Auge verlieren, aber Leid abzuwiegen, da gibt es Bereiche, die größer, mehr, weniger relevant sind, das ist ehrlich gesagt für mich der völlig falsche Zugang. Man darf den Blick nicht drauf verlieren, bei allen technokratischen Debatten über Zahlen, Daten und Fakten, so wichtig sie sind, dass es menschliches Leid gibt. Und das gibt es auch im Kunst- und Kulturbereich. Die eine Seite, also quasi sozioökonomisch. Und dann gibt es noch eine zweite Seite, die für mich auch ganz, ganz entscheidend ist. Der Kulturbetrieb, Kunst- und Kulturbetrieb steht ja still, de facto, mit Ausnahme der Museen. Also ich weiß schon, dass man jetzt da hingehen kann. Aber es ist in weiten Bereichen die Vereinstätigkeit unmöglich. Also sind wir in Oberösterreich und keine Blasmusik kann proben, kein Amateurtheater kann proben, kein Chor kann proben. Also sehr viele Teile, wo Menschen eigentlich Beschäftigung oder Freizeitbeschäftigung, Engagement finden, gibt es nicht. Und die Frage ist, was passiert mit denen? Ich glaube, dass man da den Menschen was wegnimmt, aus gesundheitspolitischen Gründen, völlig klar. Aber was macht das mit einer Gesellschaft, dass diese großen Bereiche des Engagements fehlen? Man kann es nicht nur in sehr eingeschränktem Maße konsumieren. Ich kann in ein Museum, ich kann aber nicht ins Theater. Aber ich kann mich nicht betätigen. Weil es ist ein Unterschied, ob ich zu Hause allein singe oder in einem Chor singe. Es ist ein Unterschied, ob ich zu Hause mein Instrument übe oder in einer Gemeinschaft übe. Also da bricht uns ein gesellschaftliches Tun weg, wo ich selbst neugierig bin, weil wir wissen ja nicht, was passiert, was kommt. Aber ich glaube, dass ein Teil der ist, dass sich die Menschen einfach natürlich jetzt nicht wohlfühlen oder dass die Menschen ein Thema haben, dass es damit zu tun hat, dass sie in diesen gesellschaftlichen Zusammenkünften und Zusammenhalten nicht aktiv sein können. Ich bin selbst neugierig, wir diskutieren das oft, welche Auswirkungen das hat. Wird dieses Leben eins eins Wort geführt, wird etwas wegbrechen, ist es dann natürlich, dass es wegbringt? Und da sehe ich eher ein Thema, das wir vielleicht im Augenblick noch viel zu wenig diskutieren. Frau Panzböck, der Falter ist ja durchaus bekannt, auch nicht nur für seinen mutigen Standpunkt in Positionen, sondern auch dafür, dass er mehr als andere Medien Kunst- und Kulturbeachtung schenkt. Ich habe Anfang März in Ihrer Zeitung ein Interview gelesen, das Ihr Redaktionskollege Klaus Nüchtern geführt hat mit dem doch sehr namhaften Schriftsteller Michael Köhlmeier, wo dieser Folgendes sagt, das ist ganz kurz, ich zitiere, die Kulturbranche hat ja auch schon vor dem Lockdown immer wieder geklagt und gemeint, gebt uns Geld, weil die Gesellschaft braucht Kultur wie das täglich Brot. Das ist aber nachweislich falsch. Wenn ich nichts zu essen kriege, sterbe ich. Wenn ich keine Kultur kriege, sterbe ich nicht. Was halten Sie von dieser Aussage? Ich glaube, worauf der Herr Kölnmeier hinaus will, ist eben, dass man Kultur nicht braucht. Das sagt er ja, glaube ich, auch. Also man braucht Kultur nicht, man muss Kultur wollen. Und fordern. Und fordern, genau. Und dieses Wollen bzw. dieses Brauchen hat, glaube ich, zwei Bedeutungen. Das eine ist, was Sie eben angesprochen haben, der Bissenbrot. Das stimmt, man stirbt nicht, wenn man Kultur nicht hat. Die Frage ist, ob in einem etwas stirbt, wenn man ohne Kultur tatsächlich leben muss. Das ist das eine. Und das andere ist, dass Kultur und Kunst etwas ist, das nicht notwendig ist im Sinne von, man kann es nicht für irgendetwas Spezielles verwenden. Sondern wenn ich ins Theater gehe, dann ist der Sinn des Theaters das Theater. Wenn ich in ein Museum gehe, dann ist der Sinn das Museum. Und das ist etwas ganz Einzigartiges in der menschlichen Gesellschaft. Dass Kunst und Kultur etwas ist, das nur für sich selbst steht natürlich hat kunstpolitische bedeutung und so weiter und so fort aber es hat es hat dieses dieses uhr menschliche wo der mensch durch sich selbst über sich hinaus wächst ohne dadurch irgendeinen anderen zweck zu verfolgen und das ist glaube ich das was er auch meint mit eben brauchen und wollen. Aber es ist eben nicht etwas, wovon man stirbt. Und da würde vielleicht auch anschließen, dass man sagt, Kunst und Kultur ist auch etwas, das muss man nicht nur wollen und fordern, sondern man kann das auch lernen und deswegen kann man es auch verlernen. Und ich mache mir durchaus auch Sorgen, und da, glaube ich, sorgen sich auch einige Kunst- und Kulturbetriebe, dass die Menschen nicht mehr so selbstverständlich in ein Theater, in ein Konzerthaus, vielleicht auf ein Festival gehen werden, weil man es auch in einer gewissen Weise verlernt hat. Also ich bin mir nicht sicher, dass dieses Kunst- und Kulturleben, wie auch andere Bereiche unseres Lebens selbstverständlich, wieder eins zu eins so fortgesetzt wird, wie das vor der Pandemie war. Frau Mayer-Kern, ich habe bei meinen Recherchen eigentlich immer wieder herausgefunden und auch Studienergebnisse gelesen, die ziemlich klar ausweisen, dass der Anteil jener Menschen, die tatsächlich interessiert kulturanfieh dann die ganz große Mehrheit, die eigentlich überhaupt keinen Zugang findet zu Kunst und Kultur. Das ist jetzt insofern natürlich auch sehr interessant und spannend, weil gerade die Kunst und Kultur angesichts der Corona-Krise ja jetzt auch versucht, auf sich aufmerksam zu machen unter dem Slogan, ohne Kunst und Kultur wird es ordentlich still. Das ist natürlich ein bisschen dem entgegenlaufend, weil offensichtlich für so viele Menschen ja Kunst und Kultur in ihrem Leben gar nicht ertönt, dass es plötzlich still werden könnte. Was ist eigentlich Ihre Ausgangssituation auch in der Kulturabteilung? Wir wissen, Oberösterreich beschreibt sich gerne als Kulturland, hat sich jetzt auch ein neues Kulturleitbild erarbeitet, über das wir jetzt noch sprechen werden. Was sind für Sie die Rahmenumstände, die Sie eigentlich für Ihre Eigentätigkeit sehen? Also ich bin immer sehr skeptisch gegenüber solchen Umfragen. Also jeder, der öfter damit zu tun hat, glaube ich, ist das manchmal. Sie wissen, ich habe ein Standbein in der Volkskultur. In meinem großen Arbeitsbereich in der Kulturdirektion ist das einer meiner Bereiche. Und wenn ich mir denke, es ist immer die Frage der Definition, was bezeichne ich mich als kulturaffin oder kunstaffin. Aber wenn wir in Oberösterreich sagen, wir haben ungefähr 3500 Vereine in diesem ganzen großen Bereich der Volkskultur mit ungefähr 140.000 Mitgliedern, vor der Krise. Und ich habe zuerst gesagt, mal sehen, was wird sein, wer findet in diese Vereinsarbeit zurück. Aber wir haben, und dann sagen wir, wir sind 1,4 Millionen Oberösterreicher, wir haben allein 140.000, die in einem Verein tätig sind. Da denke ich mir, da widerspricht sich für mich ein bisschen was. Es ist immer so die Frage, ich merke schon, dass jetzt Menschen einen Unterschied machen, ihre Tätigkeit in einem Chor, einem Amateurreaktor oder in einer Blasmusik nicht als Kultur sehen. Das finde ich immer ganz spannend. Die sagen, ich gehe, ich spüre, whatever, Blöde. Aber deswegen tue ich nichts in der Kultur. Da gibt es so Definitionsunterschiede, auch im Bewusstsein der Menschen, wo man sagt, ihr seid ein großer Teil unserer Kultur, ihr macht das, ihr macht Musik. Und darum bin ich da ein ihr macht Musik. Und darum bin ich da ein bisschen skeptisch. Und jetzt auch in der Abfederung jetzt, was die Menschen wollen, ich glaube, das ist immer so mit Eigenbild und Fremdbild. Ganz, ganz damit konnotiert, solche Umfragen. Die Menschen haben offensichtlich eine Scheu, sich selbst als so zu bezeichnen. Aber sie tun es ja. Und darum, wie gesagt, meine Skepsis ist groß vor solchen Dingen. Es gab doch immer mal das ganz berühmte Zitat, traue ich nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast. Wobei ich nicht unterstellen möchte, dass die gefälscht ist. Nein, das kann ich Ihnen gerne mal zeigen. Aber Frau Panzenböck, bevor wir jetzt wirklich auf Kulturleitbild Kann ich Ihnen gerne mal zeigen. Aber Frau Panzenböck, bevor wir jetzt wirklich auf Kulturleitbild so auch als politisches, kulturpolitisches Regularium näher eingehen werden, in dieser Krise, und da kann man sprechen, mit wem man will, das meandert immer so zwischen zwei Polen. Der eine Seite sagt sehr, sehr oft, ja, ich bin froh, wenn wir wieder zum alten Normalzustand zurückkehren können. Andere wiederum, und da sind auch im Bereich von Kunst und Kultur gar nicht so wenige Stimmen, die sagt, wir sollten das jetzt ganz gezielt als große Chance nutzen, für die Zeit nach der Pandemie, also sozusagen Post-Pandemie, Kunst und Kultur völlig neu zu erfinden. Wenn Sie jetzt nochmal sozusagen ein bisschen Einblick geben in Ihre persönlichen Hoffnungen oder Erwartungen, auf welche Seite tendieren Sie? Das kommt darauf an, welchen Bereich man meint. Also wenn ich bin zum Beispiel dafür, also was ich tatsächlich hoffe ist, dass man die Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur neu erfindet, schrägstrich verbessert. Also da hoffe ich tatsächlich, dass die Pandemie jetzt dafür genutzt wird, weil eine Krise zeigt immer die Probleme, die es vorher gegeben hat, einfach stärker. Also dass Künstlerinnen und Künstler von sehr, sehr wenig Geld leben müssen, dass sie prekär leben, dass sie oft nicht sozialversichert oder ganz schwierig doppelt und dreifach sozialversichert sind, weil es einfach keine Sozialversicherung gibt, die diese Patchwork-Arbeitsverhältnisse ordentlich abdeckt. Das ist etwas, das sollte man auf jeden Fall jetzt nützen, jetzt aufstellen und diese Rahmenbedingungen verbessern. Die zweite Sache ist, und da sprechen Sie vielleicht auch darauf an, die Digitalisierung. Also wir haben ja alle mehr oder weniger qualitativ hochwertige Wohnzimmer-Streams genossen in dem letzten Jahr. genossen in dem letzten Jahr. Es wurde jetzt auch extra Geld vom Bund dazu zur Verfügung gestellt, dass diese Livestreams in Zukunft oder überhaupt alle möglichen Digitalisierungsangebote, dass das verbessert wird, finde ich gut, dass es das gibt. Aber das kann und darf einfach nur ein Teil der Kunst und Kultur bleiben. Also ich glaube, was man ganz stark gemerkt hat, ist, dass Menschen, die wollen ins Theater gehen oder die wollen, wie Sie eben auch erwähnt haben, die wollen sie mit ihren Chormitgliedern treffen und wollen gemeinsam singen. Also man will dieses Live-Erlebnis als Zuschauer oder als Mitmachender, man möchte das einfach haben. Also ich kann nur ganz kurz sagen, ich war letzten Samstag das erste Mal wieder im Theater, weil das Volkstheater in Wien sich etwas überlegt hat, dass man so als Stationen-Theater einzeln durch das Haus geht. Das heißt, jeder Zuschauer, alle fünf Minuten startet ein Zuschauer, eine Zuschauerin und man geht durch das Haus und lernt das Haus kennen und das ist wirklich wunderschön inszeniert und mit einem Audio-Guide begleitet. Also ich weiß nicht, warum ich das letzte Mal so glücklich war. Also und deswegen denke ich, dass dieser Teil des Live-Erlebnisses, das muss uns erhalten bleiben. Aber die sozioökonomischen Bedingungen, die müssen sich ändern und da gibt es jetzt die Möglichkeit, das zu tun. Wir werden sehen. Frau Meier-Kern, kommen wir wieder nach Oberösterreich. Das Land Oberösterreich hat im Jahr 2007 ein Kulturlab-Bild geschrieben. 2009. 2009 wurde es verabschiedet, sozusagen durch den ganzen Behördengang bis in den Landtag und Landeskulturberat. Wenige Jahre später, zehn Jahre später, das ist jetzt mal nicht so eine lange Langwertszeit, startet man aufs Neue. Sie haben damals die Projektleitung übernommen. Was war denn an dem Alten überarbeitungsbedürftig, beziehungsweise was wollte man neu erarbeiten? Wohin sollte die Reise gehen? Was waren denn eigentlich Ihre Fragestellungen ganz zu Beginn des neuen Kulturleitbilds? Prozess begonnen, es war im Juni 2009 ist es beschlossen worden, das heißt die Diskussion hat 2007, 2008 stattgefunden. Und wir haben so gesagt, okay nach zehn Jahren, also wie lange hat so ein Leitbild Relevanz oder Gültigkeit? Und da ist in der Diskussion oder in der Literatur immer so von acht bis zehn Jahren sogar die Rede. Insofern waren wir schon eh ein bisschen später dran. Und wir haben uns einfach überlegt, jetzt die Diskussion, eigentlich ist ja ein Leitbild, wo es den Anspruch erhebt, in die Zukunft zu denken. Das muss man sagen. Also vieles von dem, was die Zukunft bringt, gerade angesichts der Pandemie, können wir nicht wissen. Und dann haben wir gesagt, okay, und jetzt machen wir wieder einen neuen Stand am Beginn. Man verliert sozusagen leicht den Überblick über die verschiedenen Jahresphasen, durch die man mit verschiedenen Lockdowns geht. Aber es war eigentlich am Beginn des Jahres 2019 so, schauen wir mal, worauf wir stehen jetzt. Was ist auf der Agenda? Was ist los im Lande kulturell, künstlerisch? Und das war so der Ausgangspunkt. Und darum haben wir auch angefangen, zuerst einmal einfach zwei große Umfrageprojekte vorzuschalten. Also eine landesweite Umfrage und eine spezifische mit strukturierten Interviews, um jetzt quasi zu sagen, wie tickt Oberösterreich in der Breite und wie tickt das kulturelle und künstlerische Leben in mit strukturierten, teilweise zwei, drei Stunden langen Interviews, die wir dokumentiert haben, um überhaupt einmal eine Ausgangsbasis zu finden. um überhaupt einmal eine Ausgangsbasis zu finden. Worauf stehen wir? Und dann sind wir erst in einen Diskussionsprozess gegangen, wo wir dann gesagt haben, mit den Menschen in sechs landesweiten Diskussionsveranstaltungen, sechs Regionen, wo wir dann versucht haben, das, was wir quasi in den Umfragen gehört haben, noch einmal zu verdichten, zu spiegeln. Hat das dann wirklich eine Relevanz mit den Leuten, die im Kulturbereich tätig sind. Also wir haben einfach, das ist wirklich so eher eine Standortbestimmung, darauf stehen wir heute, das heißt, wir haben auch ganz bewusst, und wir haben ja gesagt, dass heute, das ist so ein Prozess, man sagt immer, man denkt immer so prozessorientiert, das heißt, du kannst ja nicht Kapp machen und dann fängst du von Null an. Das heißt, wir haben aus dem bestehenden Kulturleitbild ja ganz bewusst die grundlegenden Ziele des kulturellen Arbeitens, also diese quasi Kulturverfassungsbestimmungen, sag ich einmal, wo es keine Verfassung ist, die haben wir aus dem bestehenden Leitbild übernommen. Weil daran hat sich ja nichts geändert. Also dass wir grundsätzlich einen sehr offenen Zugang zum künstlerischen und kulturellen Tun haben, der bleibt ja gleich. Das ist so eine Basis, eine grundlegende Aussage, die haben wir nur ein bisschen aktualisiert, aber die grundlegenden Aussagen sind gleich geblieben. Und auf dem aus haben wir jetzt uns vielleicht eine der, es gibt so ein paar wesentliche Knackpunkte. Das erste Kulturleitbild ist sehr stark spatenorientiert gewesen. Also da geht es um bildende Kunst, darstellende Literatur und so. Das haben wir jetzt aufgelöst. Also es gibt keine Spaten. Natürlich gibt es noch die Spaten, aber für das Leitbild haben wir uns weniger spatenorientiert, sondern eher themenorientiert aufgestellt. Das war eine Sache. Das zweite ist natürlich Digitalisierung, dass wir jetzt wieder ganz anders sehen. Ich habe das so spannend gefunden. Wir haben 2019 angefangen, dann kam die Pandemie, wie sich die Themen verändert haben. Also das war dann plötzlich auch die Sichtweise, wie sich die Themen geändert haben. Also es war in meinem Kopf, das gebe ich zu, war Digitalisierung ein großer Schwerpunkt. Ist es auch. Nur dann kam die Pandemie und dann plötzlich kam das Thema rein, aber eigentlich besteht eines unserer wesentlichen Aufgaben darin, uns zu begegnen. Das heißt, die Menschen sind mit digitalen Räumen, die sind notwendig, aber sie sind nicht per se an sich ein Ziel. Sie sind eine Ergänzung und eine Entwicklungsmöglichkeit. Aber das war für mich eine der zentralen Erkenntnisse aus diesem Prozess. Am Anfang war man so, hurra, Digitalisierung, da müssen wir rein, das brauchen wir. D'accord. Und dann kam in der Pandemie die Ergänzung, wir brauchen Räume. Wir brauchen Begegnungsräume. Also nicht, wir brauchen die digitalen, wir brauchen Räume. Wir brauchen Begegnungsräume. Also nicht, wir brauchen die digitalen Räume, wir brauchen die konkreten Begegnungsräume. Das war für mich so einer der wesentlichen Erkenntungsschritte im Prozess, die sich geeignet haben. Wir haben auch gelernt, wir brauchen eine Feier- und eine Festkultur. Die ist nicht selbstverständlich. Das, was in der Pandemie als erstes weggefallen ist, ist unsere Feier- und Festkultur. Und dann sage ich in einem Nachschritt dazu, über die Feier- und Festkultur finanzieren sich sehr viele kulturelle Vereine. Und das heißt, da ist jetzt in der Finanzierung wieder etwas auspassiert. Es gibt seit einem Jahr keine Feste. Also offiziell zumindest keine. Und auch diese Verankerung, ich wäre nie auf die Idee gekommen, den Begriff Feier- und Festkultur in ein Kulturleitbild zu schreiben, weil es so selbstverständlich ist. Das habe ich gelernt, es ist nicht selbstverständlich. Frau Panzenböck, nochmal etwas Grundsätzlicheres. Ich vermute, Sie haben einen sehr guten Überblick. Es ist ja nicht nur das Land Oberösterreich, das sich ein Leitbild geschrieben hat, sondern da gibt es aktuell auch in Salzburg einen Prozess. Die Stadt Basel hat so einen Prozess. In Linz auch schon vor Jahren. Da wurde jetzt zwischenbilanziert, da heißt das Kulturentwicklungsplan. Also ein bisschen aus Ihrer Erfahrung, aus Ihrer Beobachtung, wie beunruhigt, wie besorgt müssen Künstlerinnen und Künstler sein, wenn die Politik plötzlich auf die Bühne tritt und sagt, wir machen jetzt ein neues Kulturleitbild. Oder ist das etwas, das zu begrüßen ist, dass man sagt, okay, die politische Verantwortung, die eh oft so laissez-faire, Verantwortung, die eh oft so laissez-faire, das irgendwie nur so beiseite liegen lässt, entwickelt jetzt endlich so etwas wie programmatische gesellschaftspolitische Zielvorgaben für die Entwicklung von Kunst und Kultur? Da kann ich Ihnen jetzt nicht klar darauf antworten. Ich kann nicht sagen, dass es beunruhigend ist. Ich würde jetzt aber auch nicht sagen, dass es nur beruhigend ist. Also der Begriff Kultur, Leit, Bild finde ich tatsächlich ein bisschen problematisch, weil ich mich dann frage, wer leitet denn was an oder wen? Also leitet die Politik die Kunst und Kultur an? Das wäre natürlich nicht zu begrüßen, weil Kunst und Kultur oder Künstlerinnen und Künstler ihre Kunst schon selber machen. Also brauchen sie nicht die Politik dafür, die ihnen sagt, was sie tun sollen. Bedingungen verbessern möchte, dass man die Förderkultur verbessert, dass man darauf schaut, dass Künstlerinnen und Künstler so viel verdienen können, dass sie davon auch leben können. Wenn das das Leitbild ist, dann finde ich das durchaus begrüßenswert. Ich frage mich dann halt, ob man das Leitbild nennen muss. Also das ist halt dann die Frage, wie man das nennt. Ist es jetzt eine Kulturstrategie? Ist es ein Kulturentwicklungsplan? Ist es ein Leitbild? Ja, wie auch immer. Ich finde Leitbild ist vielleicht der unglücklichste Begriff, den man wählen kann. Dazu muss ich eines sagen. Wir haben uns in der ersten Leitbilddiskussion mit Händen und Füßen gegen den Begriff Leitbild gewährt. Der ist nur immer wieder gekommen. Egal, was es damals Julius Stieber ja gemacht hat, und ich kann mich nur gut an die Diskussionen erinnern, dass wir gesagt haben, aus all diesen Argumenten heraus wollen wir das nicht. Und da haben wir viel darüber gearbeitet, selbst in unseren Texten immer wieder diesen Begriff vermieden, und er kann. Und wie ist das überhaupt? Entschuldigung, wenn ich da jetzt dazwischenfasse. Es ist natürlich kein Naturgesetz. Aber die Leute, es ist offensichtlich auch die Frage, was erwarten dann die Leute? Mit welchen Begriffen kommen die Menschen dann an einen heran? Und im Kopf der Menschen ist Leitbild verankert. Als Oberbegriff für ein derartiges Papier. Und darum, also ich kenne die Diskussion aus dem ersten, ich habe es vom zweiten nicht mehr geführt, weil ich mir dachte, okay, soll ein Begriff sein. Aber es war ganz, ganz spannend zu beobachten. Ich würde noch gerne was zu diesem oberösterreichischen Kulturleitbild sagen. Ich war natürlich nicht bei diesem Prozess dabei. Ich habe mir die Dokumente durchgelesen, die zur Verfügung stehen. Und was ich mich da eben gefragt habe, war, was daran ein Leitbild ist. Weil eigentlich steht da sehr viel drinnen, aber sehr wenig Konkretes, wäre mein Kritikpunkt. Also ich habe irgendwie von der Volkskultur bis zur künstlichen Intelligenz wirklich sehr viele Themen dort vorgefunden, aber mir kam das eher wie eine Themensammlung vor. Also ich habe dort eigentlich keine Strategien, Maßnahmen und Ziele gefunden. eigentlich keine Strategien, Maßnahmen und Ziele gefunden. Das ist der nächste Schritt. Also da haben wir uns ganz gezielt, das war nämlich auch eine bestimmte Lehre aus dem ersten Leitbildprozess. Die Menschen tun sich jetzt in diesen öffentlichen Diskussionen auch sehr viel leichter, über ganz konkrete Maßnahmen zu reden. Also was braucht es? Im Idealfall Geld, abgestuft. Es fällt sehr viel schwerer, einen allgemeinen Diskurs zu führen. Also wohin soll die Richtung gehen? Darum zum Beispiel, kann künstliche Intelligenz Kunst? Ja, das ist eine Frage. Ist so eine Frage, die ganz am Anfang des Prozesses gestanden ist. Wir hatten auch bei der Auftaktveranstaltung so einen Roboter, der dann quasi gezeichnet hat, der reagiert hat auf den Lärmpegel im Saal. Und es ist dann so eine meandernde Zeichnung entstanden. Aber dichter, wenn es lauter war, nicht so dicht, wenn es leiser war. so dicht wenn es leiser war aber es ist was ich sagen wollte also wir wollten ganz bewusst keine konkreten maßnahmen definieren sondern wir wollten sagen das ist die bandbreite in der wir uns gerne bewegen möchten in zukunft in den nächsten jahren und auf der aufbauend wird es jetzt maßnahmen geben Maßnahmen geben. Aber wir haben im ersten Leitbild ganz bewusst keine Maßnahmen drinnen gehabt, sondern jetzt besteht die Einladung auch an alle, aufbauend auf denen sich zu überlegen, wo sind die Projekte, wo sind die Maßnahmen. sind die Projekte, wo sind die Maßnahmen. Machen wir natürlich selbst auch, das ist jetzt jeder, also so ein Text lebt ja nur von den Menschen, die auf dem Aufbau einversuchen, irgendwas zu tun. Und darauf hoffe ich sehr. Darf ich nur noch eine Frage stellen, das hat mich nämlich auch verwundert, weil der Landeshauptmann Stelzer, der ja seit 2017 Landeshauptmann ist, wenn mich nicht alles täuscht, der hat ja zu Beginn damit aufwachen lassen, dass er ja Gelder gestrichen hat in Kunst und Kultur. Das war ja ein ziemlicher Aufschrei, vor allem die freie Szene war darüber sehr empört, dass diese Ermessensausgaben, glaube ich, durchschnittlich 20 Prozent gekürzt worden. In der Literatur waren es angeblich 35 Prozent. Und jetzt gibt es ein neues Kulturleitbild. Also das sind irgendwie so zwei Erscheinungsformen, die mich jetzt verwundern, sage ich jetzt mal. Also es wundert mich, dass jemand, der offenbar für die freie Szene oder für die Kunst und Kultur eher das Geld streichen möchte, sich jetzt mit einem neuen Kunst- und Kulturbild profilieren möchte. Also das sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Also dass V in der Kulturabteilung ein bisschen einen anderen Zugang zu den Zahlen hat, die da präsentiert werden. Also stimmen diese Zahlen nicht. Ich erinnere mich noch 2017, ich war da selber bei Pressekonferenzen dabei. Damals hatte noch dieser Hype um Nulldefizit Hochkonjunktur. Und das haben wir ja rundum, die Stadt Linz hat ja auch ordentlich gestrichen, weil damals einfach angebliche Budgetzwänge alles in diese Richtung erforderlich gemacht haben. Das ist natürlich schwierig. Aber interessanterweise, ich war auch bei dieser Auftaktveranstaltung dabei und da gab es ja so Workshops. Und meine erste Sorge habe ich auch entsprechend vorgetragen, denn ich hatte das Gefühl, mittlerweile muss ich sagen, wirklich fälschlicherweise, dass hier eigentlich weniger ein Kulturleitbildprozess in Gang gesetzt wird, sondern ein Prozess zur Entwicklung einer neuen Leitkultur. Weil natürlich gerade auch zu diesem Zeitpunkt, ich meine, ich erinnere daran, FPÖ sozusagen Koalitionspartner der ÖVP in der Landesregierung, damals noch alles sehr stark unter dieser Refugee-Bewegung der Jahre 2015, 2016, dass sich hier auch paradigmatisch in diesem Bundesland sehr viel verändert hat. Es war meine Sorge, das hat sich ja nicht erfüllt. Aber jetzt ist einmal der Zeitpunkt gekommen, wo ich dieses Leitbild auch tatsächlich einmal in die Kamera halte, damit sich alle, die da jetzt zusehen, auch mal ein Bild machen können. So sieht es aus, 19 Seiten stark. Man kann dieses Kulturleitbild das Neue auch bei der Landeskulturdirektion beziehen. Man kann es aber auch unter www.kulturleitbild.at als PDF downloaden. Und Frau Meier, gern, weil Sie zuvor gemeint haben, dass Sie auch durch diesen Prozess selber Ihr Bewusstsein auch dahin ein bisschen geschärft haben, was eigentlich bisher zu wenig Verständnis gefunden hat. Sie haben jetzt ganz gezielt verwiesen auf die Feier- und Festkultur. Ich habe es endlich gemacht. Sie werden es nicht glauben und ich bin lange genug selber im Geschäft und war selber als Kulturarbeiter tätig, dann in der kulturpolitischen Interessenvertretung und ich habe mir sehr, sehr gründlich überlegt, was könnte Menschen heute im Kunst- und Kulturfeld tatsächlich auch als Themen bewegen, was kann sie antreiben, was ist ihre visionäre Zielvorstellung und ich habe mir gedacht, das könnten doch Begriffe sein wie Demokratie, Solidarität, Gerechtigkeit, Existenz und auch Klimakrise beispielsweise, weil die Klimakrise ist ja paradigmatisch für die große Krise, die wir jetzt auch mit der Corona-Pandemie erleben. Und siehe da, ich habe diese Begriffe im Kulturleitbild nicht mit einer einzigen Silbe gefunden. Ich habe da gründlich gesucht, auch mit einem PDF-Search. Der Begriff der Künstlerinnen und Künstler auch sehr wichtig ist. Geld kommt genau einmal vor, aber da sozusagen als Teil des Begriffs Steuergeld. Jetzt frage ich mich natürlich schon auch nochmal, Sie können das gerne noch mal näher ausführen, wer hat eigentlich alle daran mitgewirkt und wer hat letztendlich sozusagen das entscheidende Quäntchen aufgebracht, das auch in den Formulierungen, in den Themensetzungen, das diese Richtung genommen hat. Also es geht jetzt natürlich um konkrete Begriffe. Also erstens ist immer so der Impedus gewesen, Kulturpolitik und nicht Gesellschaftspolitik. Also da ist für mich eine andere Gewichtung dahinter. Der Text an sich ist ja – jetzt muss ich mal nachdenken – also es gab diese Gewichtung dahinter. Der Text an sich ist ja, jetzt muss ich nachdenken, also es gab diese Phase der Umfragen, es gab diese Phase der öffentlichen Diskussion und dann gab es einen Rohentwurf, den tatsächlich ich in Abstimmung mit Kolleginnen und Kollegen erarbeitet habe, der bei uns intern diskutiert wurde, der wurde dem Landeskulturbeirat vorgelegt. Ich habe ganz bewusst gesagt, stehe ich heute noch dazu, das ist roh und das ist Entwurf. Also einfach, weil es sich gezeigt hat, dass es einfacher ist, anhand eines vorgegebenen Textes zu diskutieren. Also eines Entwurfs, der da liegt. Das ist einfach die Phase gewesen, glaube vom Jänner des, Jänner 20 weg, wo der Landeskulturberat in seinen sechs Fachberäten sich intensiv mit diesem Thema und dann mit diesem Rohentwurf befasst hat. Und da ist dann dann die Pandemie dazwischengekommen zwar, aber es gab über den Sommer hinweg in allen Fachberäten Laufendsitzungen, wo dieser Text genau durchdiskutiert wurde von den Mitgliedern. Und auf Basis dieser Ergebnisse, das ist dann wieder zusammengelaufen mit den Fachberatsvorsitzenden des Landeskulturbeirates in dem Textentwurf. Also das ist durchaus Satz für Satz durchgearbeitet worden. Ja, das war eine sehr intensive Zeit, wenn ich daran denke. Aber es war eine sehr spannende Zeit. Und es ist tatsächlich der Fokus immer gewesen, auch auf diesen kulturpolitischen Themen. Geld kommt vielleicht als Begriff nicht vor, aber es kommt für RP vor, es kommt sozialversicherungsrechtliche Absicherung vor. Ich glaube, nur mal dann ganz am Schluss wieder. Es fällt mir an der Telsaul auch auf, weil ich natürlich auch sehr intensiv beobachte die Diskurse seit der Pandemie. Kunst und Kultur müssen ja auch nach innen reflektieren, auch über die Verbände. Was ist jetzt eigentlich angesagt? Und alle kommen weitgehend zu dem Schluss, ja, neue Formen auch von Solidarität. Da ist ja auch die Konkurrenz oft sehr groß. Aber Frau Panzenböck, da bin ich jetzt auch gleich nochmal bei Ihnen. Ich möchte mich dieser Krise für Kunst und Kultur noch ein bisschen auf den Zahn fühlen. Es wird ja oft relativ leichtfertig behauptet, ja, Aleptheater, die Bühnen mussten geschlossen werden, die Kinos, damit bricht auf einmal die gesamte Existenzgrundlage der Kunst- und Kulturschaffenden weg. Das ist natürlich richtig, aber verweist das nicht auf ein Problem, das viel zu wenig Beachtung findet, dass nämlich, wenn Bühnen geschlossen werden, sozusagen die einzige Grundlage der Existenzsicherung für so viele Kunst- und Kulturschaffende verloren geht, ob nicht sozusagen hier diese kulturpolitischen Modelle, sei es sozialdemokratisch geprägt oder auch konservativ, die sozusagen Kunst immer nur auf die Bühne stellen wollen, dort sozusagen gegen Eintrittsgeld dargeboten werden. Und wenn sozusagen dieses zahlende Publikum nicht mehr vorhanden ist, weil aus Pandemiegründen man das Theater nicht betreten darf, verlieren plötzlich alle ihre Existenz. Das ist doch etwas, wo man nachdenken sollte, ob nicht quasi hier das gesamte Setup eigentlich ein völlig falsches war. Und das über Jahrzehnte. Verstehe ich Sie richtig. Sie sprechen sich auf die Förderpolitik an, die spezielle Projekte fördert und nicht den Arbeitsprozess. Da geht es auch sehr stark um dieses Angebotsorientierte und Produktionsorientierte. Dass man einen Kunstbetrieb sich nur so vorstellen kann, indem man sozusagen darbietende Kunst hat. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber trotzdem. Und dann gibt es ein zahlungskräftiges Publikum, das sich den Eintritt leisten kann. Und wenn das alles in sich zusammenbricht, dann bricht auch für Kunst und Kultur die Existenzgrundlage weg. Naja, also nachdem der Auftritt ja ein wichtiger Teil des Kunstschaffens ist, wird das auch immer wegbrechen und das auch immer ein Problem sein. Ich hoffe, ich antworte jetzt in die richtige Richtung. Also was mir aufgefallen ist, dass viele Künstlerinnen und Künstler, oder nein, eigentlich viele Interessenvertretungen eigentlich immer darauf hingewiesen haben, sie wollen weniger Projektforderungen, sie wollen Arbeitsstipendien. Also sie wollen weniger für eine bestimmte Produktion Geld oder Förderungen bekommen, sondern sie wollen gerne, dass der Arbeitsprozess, der oft sehr viel länger ist und sehr viel mehr kostet, als dann an Förderungen auch da ist, dass der besser berücksichtigt wird. Also da finde ich natürlich schon, dass das eine gute Sache ist, dass eben die Arbeit stärker finanziell auch gewürdigt wird, die notwendig ist, um dann diesen Auftritt zu machen. Also das zu machen. Also das halte ich durchaus auch für einen Aspekt, den man jetzt angehen könnte. Es geht im Grunde noch darüber hinaus, Michael Wimmer ist beispielsweise jemand, der gerade auch jetzt diese Krise sehr intensiv aufgreift und sehr stark appelliert, wir müssen eigentlich den gesamten Kunst- und Kulturbetrieb völlig neu denken. Nämlich gerade auch in der Rolle des Publikums. Dass das Publikum an sich, das ja eine wichtige Rolle spielt im gesamten Kunst- und Kulturgeschehen, nicht mehr nur, so wie bisher, eine stark passive, konsumistische Rolle einnimmt, sondern viel stärker auch im partizipativen Sinne eine aktive Rolle bekommt. Nämlich in dem Sinne, da müsste man natürlich auch das Fördersystem völlig neu auf den Kopf stellen, dass man dann dem Publikum an sich eine aktive, beteiligte Rolle gibt, wo man in einem Kunsthaus, in einem Theater quasi nicht nur konsumiert, das, was da geboten wird, sondern diese Räume auch nutzt, um gerade die schwere gesellschaftliche Krise zu verhandeln, experimentell zu diskutieren, zu streiten, Diskurse zu entwickeln, um tatsächlich einen völlig neuen demokratiepolitischen, gesellschaftlichen Prozess in Gang zu setzen, um Antworten zu finden, die wir so dringend brauchen. Ach so, Sie meinen, dass Kunst und Kultur stärker sich auch, oder Protagonistinnen von Kunst und Kultur stärker dafür einsetzen sollen, dass Theater oder Konzerthäuser mehr so Art Foren werden. Ja klar, das ist eine seiner Ideen, das ist eine der vielen seiner Ideen. so Adphoren werden. Das ist eine seiner Ideen. Das ist eine der vielen seiner Ideen. Und das ist ja der Dritte nicht alleine. Diese Überlegungen tauchen jetzt immer häufiger auf. Also, wie ich am Anfang schon gesagt habe, ist ja schon auch das Schöne am Theater zum Beispiel, dass eben der Sinn des Theaters das Theater ist. Dass das Theater auch immer politisch ist, ist eine gute Idee. Und dass die Politik ins Theater kommt, finde ich auch gut. Dass das Theater in die Politik kommt, finde ich nicht so gut. Also dass das dann sozusagen als so eine Art pädagogische Ressource verwendet wird. Also natürlich gibt es, also damit will ich jetzt nicht sagen, dass Schülerinnen und Schüler nicht ins Theater gehen sollen und dass das nicht im Unterricht verwendet sollen. Also so soll das jetzt nicht verstanden werden. Aber dass Politik in Kulturräumen verhandelt wird, das halte ich für einen wichtigen Aspekt. Aber die Kunst soll nicht pädagogisiert werden. Also das sollte nicht in dem großen Ausmaß der Fall sein, wenn das eine Konsequenz wäre, eine mögliche. Ich werbe mich ein bisschen gegen generelle Konzepte. Ich bin da ganz bei Ihnen. Aber es ist einfach, man muss da tatsächlich wieder werfen, was zu tun. Und jetzt bin ich einerseits dafür, Räume zu öffnen. Also ich denke, wir müssen da wirklich ein bisschen vernetzter denken und handeln und unsere Gemäuer, die wir landesweit haben, gemeinsam nutzen und mehr offen aufeinander zugehen. Wir müssen aber auch akzeptieren, dass manche das gar nicht vielleicht wollen. Also es soll offen sein für die, die es wollen, aber nicht generell für alle gelten müssen. Also es soll offen sein für die, die es wollen, aber nicht generell für alle gelten müssen. Und ich finde das so, zu mir hat Hermann Schneider, der Intendant unseres Landestheaters, kürzlich gesagt, er findet das auch deswegen so schade, dass Theater jetzt nicht stattfinden kann, wenn welche Situationen wie zu lösen sind oder auch nicht zu lösen sind. Und das ist schon so ein bisschen eine Schule, scheitern können, siegen können und trotzdem wieder auf einem Stand von Null anfangen. Immer wieder, immer wieder, von vorne. Und diese Möglichkeiten sollte man mehr nutzen, ohne jetzt irgendwen zu irgendwas krampfhaft hineinzudrängen. Aber es soll die Offenheit geben, das zuzulassen. Das wäre so ein Thema für mich. Weil wir sehen zum Beispiel, das ist das Erste, was ich sage, mit den Arbeitsstipendien. Man muss, glaube ich, in der Förderung auch möglicherweise treffsicher, also man muss sich darauf einstellen, dass es einfach mehr Flexibilität geben muss. Weil wir in unserer, in der Erfahrung meiner Kolleginnen und Kollegen ist, dass wir zum Beispiel in den unterschiedlichen Sparten mit Arbeitsstipendien unterschiedlich umgegangen wird. Also die Bedarfe danach, in der Literatur ganz stark. Die bildende Kunst ist eher auf Werkankäufe. Das spielt sich bei uns so nah in dem, was wir Corona-Maßnahmen treffen. Also da müssen wir vielleicht viel genauer hinschauen, was braucht eigentlich wer und wie können wir das servicieren und offener werden für flexiblere Modelle. Frau Panzenböck, wie stellt sich die Situation eigentlich nach einem Jahr Pandemie im Kunst- und Kulturgeschehen in Wien dar? Da gibt es eine doch sehr renommierte Kulturstadträtin, Veronika Kau-Pasler, eine Theaterfrau, die vor einigen Jahren nach Wien in die Stadtregierung berufen wurde. Da haben alle mal gestaunt, was hat sie drauf, was kann sie da tatsächlich machen? Jetzt ist sie auch mit der Pandemie konfrontiert. Können Sie da eine Bilanz ziehen, wie das dort eigentlich ausschaut? Also ich habe schon den Eindruck, dass der Hauptprotagonist in der ganzen Pandemie-Unterstützung, auch was Künstlerinnen und Künstler betrifft, ist der Bund. Und die Länder setzen zusätzliche Maßnahmen. Und was in Wien eben, glaube ich, sehr gut angekommen ist, zumindest höre ich das von Künstlerinnen und Künstlern, sind eben genau diese Arbeitsstipendien. Also dass man das verstärkt anwendet. dass man das verstärkt anwendet. Ansonsten, glaube ich, hilft es natürlich, dass mit Veronika Kaupp-Hasler eine Kulturstadträtin in der Regierung ist, die selbst weiß, was es heißt, im Kunstbereich zu arbeiten, weil sie eben als Intendantin des steirischen Herbsts viele, viele Jahre aktiv war. Also ich glaube, dass sie durchaus weiß, was eben auch die freie Szene braucht, die sie auch am stärksten trifft, weil die besonders prekären Einkommensbedingungen haben. Also ich glaube, dass sie durchaus diese Krise bisher gut gemeistert hat. Aber die Hauptimpulse sind definitiv vom Bund ausgegangen. Und das war am Anfang sehr schwierig, weil einfach mit Ulrike Lunacek nicht die richtige Person als Kulturstaatssekretärin ausgewählt wurde. Das hat sich mittlerweile verändert durch Andrea Mayer, die durch ihre Expertise da sehr viele Hilfen auch konzipiert hat, die glaube ich zum Großteil auch ganz gut funktionieren. Also ich würde sagen, dass Wien bisher genauso gut oder genauso schlecht durch die Krise gekommen ist, wie gesagt durch die Arbeitsstipendien, das ganz gut gemacht hat. Und was mir auch auffällt, dass tatsächlich eben, wenn Ideen kommen aus der Kunst- und Kulturszene und das sind ja eben sehr viele und sehr gute, dann wird das auch ermöglicht. Ich habe vorher das Volkstheater angesprochen. Also man kann ins Theater gehen. Oder auch die Staatsoper ist ja mittlerweile ein Museum. Aber auch kleine Kulturinitiativen. Also es gibt in Wien einen Musiker, den Stefan Sterzinger, der hat ein Schaufensterkonzert veranstaltet. Also der hat einen Proberaum mit einem Schaufenster und hinter diesem Fenster haben der Ausstellungsraum. Und davor konnten Menschen vorbeigehen oder sich eben auch mit Abstand und Maske und so weiter versammeln. Das hat gut funktioniert. Also die Kunst machen die Künstler schon selber. Aber man muss ihnen eben die Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten bieten. die Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten bieten. Frau Mayer-Kern, wir haben jetzt gar nicht mehr so viel Zeit auf unserer Uhr. Die Zeit schreitet immer sehr schnell voran. Ich habe nachgelesen, vor allem auch in dem oberösterreichischen Kulturbericht, wo Sie einen Beitrag geschrieben haben über das Kulturleitbild. Da bestätigen Sie ja nochmal, dass das Kulturleitbild, so wie es jetzt zu lesen ist, ja keineswegs so in ewigen Stein gemeißelt ist. Das ist erst der Beginn eines weiteren Prozesses, wo Sie auch ankündigen, dass es schon ab diesem Jahr, Corona. Ist das eine öffentliche Veranstaltung, wo Leute kulturpolitisch mitdiskutieren können? weiter vorantreibt. Die Erfahrung mit dem alten Kulturleitbild war ja die, da sind einmal Themen festgeschrieben worden und man hat sie dann, und das ist beschränkt, also man könnte zu jedem Satz, der im Kulturleitbild steht, Bücher schreiben. Und die Idee hinter einer Veranstaltungsreihe ist, sich Themen herauszugreifen und die weiterzuentwickeln, weiter zu diskutieren, weiter zu tragen. Einfach auch, um diesen kulturpolitischen Diskurs über die Jahre hinweg zu führen. Dass man nicht sagt, man hat jetzt ein Kulturleitbild und in zehn Jahren kommt das dritte oder so, sondern man sagt, man hat regelmäßig einen Anlass, ein Thema weiterzuführen. regelmäßig einen Anlass, ein Thema weiterzuführen. Ich gebe zu, ich hätte gern die Veranstaltung auch im April gemacht, also geht nicht. Wir überlegen jetzt, es wird ein Format geben, das wird tatsächlich so sein. Wir überlegen jetzt nur in welcher Form. Wir hätten es gern mit Publikum gemacht. Wir schauen jetzt noch, was nach Ostern kommt. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, wir denken schon auch an ein digitales Format. Es gibt noch keine Entscheidung dahinter, weil eigentlich, finde ich, sollte man sich zusammensetzen. Raum, so wie es wir jetzt da tun, weil das für mich immer noch die einfach die beste Lösung ist, das zu diskutieren. Da muss man schauen. Aber es wird ein Format kommen und wir werden da dran bleiben. Ich habe es auch so schön gefunden, es war ja im Zuge der öffentlichen Diskussionen ja so, wir haben verschiedene Kulturräume genutzt dafür. Also wir waren in einer Galerie in einem offenen Kulturhaus in Vöcklerbruck und auch diese Räume in so eine Diskussion einzubeziehen, habe ich sehr spannend gefunden, dass man auch einmal sagt, okay, wir gehen nicht nur in 0815-Veranstaltungsräume, so wichtig sie sind, sondern wir nutzen die Vielfalt der Räume, die wir haben. Das war so auch das Anliegen dahinter, dass man sagt, man geht wieder in so einen Raum, nutzt das Ambiente und diskutiert. Nach Ostern, nehme ich an, werden wir das entscheiden, in welcher Form wir es heuer machen. Es wird was kommen. und Kulturschaffenden ein bisschen auf den Weg mitgeben. Naja, bleibt zukunftsfürchtig und hofft auf bessere Rahmenbedingungen. Hoffen wir alle, dass es die Politik für die Kunst- und Kulturschaffenden entsprechend richten wird. Ich denke da vor allem schon auch sozusagen nach innen. Kunst- und Kulturschaffende, die sich selber sehr viel austauschen, die sich organisieren. Was würden Sie sich vorstellen, was denn die Kunst- und Kulturschaffenden von selbst aus an Schlüssen aus dieser Krise ziehen sollten und was sie gegebenenfalls verändern sollten? haben, die es vorher nicht gab. Also es gibt einen großen Zusammenhalt, eine große Solidarität innerhalb der Gruppen. Das hat mich sehr beeindruckt. Also das ging von der IG Kabarett bis zur IG Veranstaltungswirtschaft, also wo plötzlich, ich weiß nicht, Unternehmen in einer IG waren, die sonst Konkurrenten sind. Also das hat sich irgendwie durchaus bewährt. Ansonsten, was die Künstlerinnen und Künstler jetzt gerade schon gemacht haben mit Hilfe eines Anwalts ist, es wurde eine Verfassungsklage eingebracht. Das finde ich interessant, weil es durchaus namhafte Verfassungsrechtler gibt, die dieser Klage Chancen einräumen. Es geht darum, dass es nicht rechtens war, also dass es verfassungsrechtlich nicht in Ordnung war, dass Kunst und Kultur im Lockdown zugesperrt wurde, also in mehreren Phasen. Es gibt sogar Meinungen, dass die sogar im kompletten Lockdown Kunst- und Kulturbetriebe hätten öffnen können, aufgrund der guten Hygienekonzepte, weil ja immer das gelindeste Mittel eingesetzt werden muss, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Oder zumindest, dass Kunst und Kultur nicht schlechter gestellt werden darf. Und das ist für mich schon ein starker Kritikpunkt. Kunst und Kultur wird aktuell schlechter gestellt gegenüber dem Handel, gegenüber den ewigen Skiliften, diese Diskussion hatten wir ja schon. ewigen Skiliften, diese Diskussion hatten wir ja schon. Und das ist eine Ungerechtigkeit, gegen die man sich wehren soll. Wie man sich dagegen wehren soll, das wäre jetzt vermessen, dass ich das Künstlerinnen und Künstlern ausrichte. Das wissen sie selbst am besten, durch welche Mittel sie das tun können. Also ob sie das durch künstlerische Mittel machen oder eben auf dem Weg einer Verfassungsklage. Das soll Ihnen überlassen sein. Aber dass Sie sich wehren sollen und dass Sie es zum Teil eben auch tun, finde ich richtig und wichtig. Frau Mayer-Kern, heuer wird in Oberösterreich der Landtag neu gewählt. Wahlkampfzeiten sind ja an und für sich durchaus ganz günstige Voraussetzungen, auch Themen zu platzieren, die sonst nicht immer die Beachtung finden, politische Beachtung. Blöderweise stecken wir natürlich jetzt in der Corona-Pandemie, die auch im Wahlkampf sozusagen fast alles thematisch überlagert. Wie kann es denn gelingen? Was können Sie beitragen? Was können andere mit Ihnen beitragen, um dieses Thema dennoch zu diesem Platz zu verhelfen, auch in der öffentlichen Debatte, Kulturentwicklung in Oberösterreich, damit das nicht völlig in den Pandemiediskussionen untergeht? Also ich glaube, die Künstlerinnen und Künstler sorgen ja selbst dafür, also Gott sei Dank auch mit einem entsprechenden Druck dahinter, dass es nicht untergeht und dass sie Gehör finden. Das ist, nehme ich so wahr, durchaus wirklich gelingt immer besser, auch diese von Ihnen angesprochene Vernetzung untereinander, dass man sich abstimmt, abspricht, gemeinsam versucht, was zu tun, dass man jede Möglichkeit nutzt, teilweise sehr kreativ Dinge, also es gab ja in Oberösterreich auch, weil Sie dieses Schaufensterkonzert, wir hatten von angeregt, so von bildenden Künstlern, dass die an ihre Ateliers Kunstwerke, also in die Fenster ihrer Ateliers oder wo auch immer Kunstwerke zeigen. Adelheid Rummelzhofer hat damit begonnen. Also da gab es so Aktionen. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass jetzt natürlich die Pandemie alles überlagert, aber ich glaube, dass der kulturelle Diskurs gar nicht so schlecht repräsentiert ist. Da bin ich wirklich überzeugt. Nicht nur, weil es finanziell große Nöte, existenzielle Nöte dahinter geht, sondern weil Kunst einfach und Kultur auch den Weg findet. auch über die Pandemie. Es können ja nicht nur die Zahlen und Grafiken sein. Und für mich ist so eines dieser Bilder der Pandemie in Oberösterreich gesehen, gab es ein Video einer Künstlerin aus Lichtenberg, die einfach das Atelierfenster aufgerissen hat und rausgeschrien hat. Und das ist so befreiend, wo ich mir denke, es braucht auch diese Bilder, damit man den Menschen mitgeben kann, wie sie das einordnen können. Ich habe so das Gefühl immer, es fehlt so ein bisschen nach einer Einordnung. Natürlich wissen wir alle, es ist bedrohend und so. Aber ein Bild, das das ausdrückt, was die Menschen fühlen, und so. Aber ein Bild, das das ausdrückt, was die Menschen fühlen. Das ist das Entscheidende. Nach dem suchen vielleicht alle auch noch ein bisschen. Ich bin schon gespannt, welche Werke da noch kommen. Was da jetzt alles noch entsteht. Die Ikonografie der Krise, sozusagen, die zu entwickeln gilt. Das glaube ich, also ich wollte nur sagen, dieses Video ist von der Birgit Schweiger, also wenn ich schon ihre Arbeit erwähne, möchte ich ihren Namen auch erwähnen. Also es braucht schon noch die Ikonografie und da ist auch noch viel zu leisten. Ich glaube, da fehlt uns noch viel. Ja, es gibt jetzt einige Fotoprojekte. Klar, die leere Stadt, davon gibt es sehr viel. Es gibt diese Corona-Tagebücher. Aber ja, ich weiß schon, was Sie meinen. Die Katharina Acht, die in leeren Kaffeehäusern Fotos macht. Also es gibt schon ein paar Ansätze, aber ich glaube, da wird noch viel kommen, das uns auch hilft, da einfach den Blick darauf zu haben und einordnen zu können. Wir haben jetzt fast keine Zeit mehr. Wir müssen in den Zieleinlauf. Frau Panzenböck, Sie haben jetzt das Schlusswort. Ich weiß das noch als persönliche Anschauung, jahrzehntelang, man muss eigentlich schon sehr viel Leidenschaft auch aufbringen, um sich was wünschen könnten, was würden Sie sich wünschen, mit welchen Themen Sie sich im nächsten Jahr befassen im Zusammenhang mit Kunst und Kultur? Wird es weitergehen mit der Kunst in der Krise oder wird es spannende Ansätze, Projekte geben, die eigentlich schon den Weg aus der Krise weisen könnten? Also wenn ich mir was wünschen, wenn ich mir was wünschen kann, dann möchte ich mich nicht mehr mit Corona befassen. Also wir sind ausgeschrieben, habe ich den Eindruck, obwohl das natürlich auch wieder nicht stimmt, weil immer wieder was Neues dazukommt. Was ich mir wirklich wünschen würde, und das ist jetzt nicht sehr glamourös, ich würde mir wirklich wünschen, dass endlich dieses Sozialversicherungsprojekt angegangen wird, was Kunstschaffende betrifft. wahrscheinlich sogar Jahrzehnten schwebt das über dem Kunst- und Kulturbetrieb. Das ist ein riesiges Problem und das wird einfach nicht zustande gebracht, weil es immer noch diese klare Trennung in Österreich gibt zwischen Selbstständigen und Angestellten und es muss endlich auf die Lebensrealitäten von Künstlerinnen und Künstlern, aber auch von freien Journalistinnen und Journalisten und wie sie alle heißen, diese freien und kreativen Berufsgruppen eingegangen werden und damit möchte ich mich gern beschäftigen und ich würde wahnsinnig gerne darüber schreiben, dass es endlich gelungen ist. Ich sage vielen herzlichen Dank Ihnen beiden, dass Sie heute hier waren. Elisabeth Mayer-Kern, Mitarbeiterin der Kulturabteilung des Landes Oberösterreichs und auch Projektleiterin des neuen Kulturleitbilds. Stefanie Panzenböck, aus Wien gekommen, Kulturredakteurin des Falter. Ja, ich bedanke mich auch bei den vielen interessierten Zuseherinnen und Zusehern, die heute bei dieser Diskussion dabei waren. Ich kann ankündigen, dass bereits in einer Woche schon die nächste Ausgabe von der Stachel im Fleisch am Programm steht. Dann geht es mal wieder um die Linzer Politik. Unter dem Thema pinke Zerwürfnisse möchte ich der Frage nachgehen, was wurde denn aus den Neos und der liberalen Politik in Linz? Ja, vielen Dank. Wie immer möchte ich mit dem Ersuchen schließen. Bleiben Sie dem Sender des Vertrauens auch weiterhin gewogen. In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Abend und auf Wiedersehen.