Guten Abend, herzlich willkommen im Depot. Schön, dass Sie alle da sind, dass ihr alle da seid. So amazing. Mein Name ist Sarah van Dordrecht und ich freue mich sehr, dass wir die Kooperation mit dem Verein Positionen jetzt eigentlich schon als eine Institution bezeichnen können. Und ich freue mich auch sehr, dass wir gemeinsam heute unser Veranstaltungsjahr beschließen. Das war es dann nämlich im Depot. Das Café wird noch offen haben für Weihnachtsfeiern etc. Aber mit den Veranstaltungen sind wir durch und auf der Website sind aber schon die für nächstes Jahr angekündigt. Herzlich willkommen auch an alle, die im Stream zuschauen. Ich darf dann gleich an Daniela Bangelmeier vom Verein Positionen übergeben, die die Künstlerinnen heute Abend vorstellt. So schön, dass ihr diesen Rahmen bei uns gewählt habt. Ich bin schon sehr, sehr gespannt auf die Text- und Bildkombination und wir haben uns eine schöne Präsentation gemeinsam ausgedacht. Nur zur Info, sie werden nicht gefilmt. Wenn jemand ins Mikro spricht, dann wird es im Stream zu hören sein. Ansonsten sind Sie aber nicht drauf. Genau. Ich wünsche einen wunderbaren Abend und schon jetzt schöne Feiertage. Und übergebe an Daniela. Vielen Dank. Danke, Sarah. Ich freue mich sehr, dass wir nach knapp zwei Jahren dieses Buch in Händen halten. Amazing von Astrid Esslinger und Verena Koch. Mein Name ist Daniela Banglmeier vom Verein Positionen aus Linz. Und wie Sarah schon gesagt hat, wir sind bereits zum dritten Mal Gast hier im Depot und freuen uns sehr darüber. Nach Female Positions und Female Utopias ist Amazing ein weiteres frauenpolitisches Statement von uns. Ich möchte zu Beginn die beiden Künstlerinnen vorstellen. Die meisten werden sie kennen, Astrid Esslinger und Verena Koch. Astrid Esslinger studierte Publizistik und Kunstgeschichte an der Universität Salzburg. Ein Forschungsstipendium führte sie 1981 und 1983 nach South Dakota, wo sie monatelang mit indigenen Aktivistinnen auf besetztem Land kampierte. mit indigenen Aktivistinnen auf besetztem Land kampierte. Anfang der 1980er Jahre beteiligte sie sich konzeptionell und redaktionell am Künstlerkollektiv Stadtwerkstatt Linz. Ihre Werke befinden sich im Besitz öffentlicher und privater Sammlungen in Europa, Brasilien und den USA, Ausstellungen im und Ausland. Astrid Esslinger lebt als freischaffende Künstlerin in Linz. Verena Koch, geboren in Bad Hersfeld, ist eine deutsche Theaterschauspielerin und Regisseurin. Sie absolvierte nach dem Abitur und diversen Auslandsaufenthalten die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, wo sie auch ihr erstes Engagement an den städtischen Bühnen Frankfurt antrat. Es folgten mehrjährige Engagements in Göttingen, Esslingen, Münster und am Nationaltheater Mannheim. Von 1998 bis 2011 war sie festes Ensemblemitglied des Landestheaters in Linz, wo sie auch ihre Arbeit als Regisseurin und Autorin fortsetzen konnte. Seit 1999 ist sie Dozentin für Schauspieler an der Anton-Bruckner-Privatuniversität. Derzeit arbeitet Verena Koch als freie Schauspielerin und Regisseurin unter anderem an der deutschen Bühne Ungarn. Verena Koch ist auch als Schauspielerin und Regisseurin in Linz beheimatet. Wir starten den Abend mit ein paar Fragen zum Buch, wie das Buch entstanden ist, wie diese Kooperation von Astrid Esslinger und Verena Koch und uns als Verein Positionen entstanden ist, wie diese Kooperation von Astrid Esslinger und Verena Koch und uns als Verein Positionen entstanden ist. Und die erste Frage, die ich an euch beide richten möchte, ist, wie war es für euch, als wir mit der Idee zu einem gemeinsamen Buch, Bild, Text zu euch gekommen sind? sind. Ja, große Freude. Natürlich und eine Idee, die uns selbst wahrscheinlich nicht gekommen wäre, die aber sich sehr gut zusammengefügt hat. Also eigentlich überraschend, dass wir nicht selbst drauf gekommen sind. Ja, ich weiß nicht, große Freude hatte ich erst auch, so ungefähr fünf Minuten und dann habe ich, irgendwann habe ich gedacht, oh, das geht jetzt von dem, was ich eigentlich gemacht habe und ich weiß nicht, das habe ich euch glaube ich erzählt oder so war das. Ich habe ganz oft bei Astrid im Atelier gesessen und auf die Bilder geschaut und Astrid hat es zugelassen, dass ich irgendwas erzähle, was ich mir dazu vorstelle. Und was ich da sehe, also ohne die Bilder zu beschreiben, einfach was mit mir passiert, wenn ich die Bilder sehe. Und als die fünf Minuten Freude um waren, habe ich dann gedacht, oh je, das riecht dann auch schon so ein bisschen nach Prozess und Arbeit. Und jetzt bin ich sehr stolz, dass wir das geschafft haben. Es ist natürlich eine Betrachterin wie die Verena ein Glücksfall für eine Künstlerin, dass sie einem so teilhaben lässt an dem, was mit ihr passiert und geschieht, wenn sie die Bilder betrachtet. Das kommt ja nicht so oft vor. Astrid, kommen wir gleich zu dem, was Verena jetzt gesagt hat. Wie findest du die Auswahl der Bilder? Hättest du sie selber so gewählt? Nee und niemals. Nee und niemals, aber ich bin ja jemand, der sie sehr gern überraschen lässt. Also es ist ja spannend, etwas Geplantes abzuwickeln, okay. Aber wenn überraschende Sachen kommen, ist das ja noch einmal viel aufregender. Und ich finde aber, die Verena hat einen sehr schönen Querschnitt gefunden, wo sie die Thematiken, die ich so grunds, das rollt sich da sehr schön auf. da sehr schön auf. Obwohl ich natürlich, ich meine, ich arbeite schon so, dass ich nicht eine Serie zu einem Thema mache, dann ist die fertig, dann kommt die nächste, das tut sich irgendwie so parallel, das meandert so parallel dahin, dass da arbeite ich an einer Thematik und dann kommt aber wieder was von einer früheren Serie, das lasse ich dann kommen. Insofern hat das, wie die Verena das ausgewählt hat, auch gut zu meinem Arbeitsprozess gepasst, der auch nicht so stringent ist. Und wie findest du die Zusammenstellung der Texte zu den Bildern? Naja, die Texte sind ja konkret von den Bildern losgetreten. Und das Spannende oder Ungewöhnliche ist, normal hast du halt Bildbeschreibung, Bildinterpretation dazu. Und hier kommen Texte, die vom Bild angestoßen sind und dann aber ganz eigene Wege auch gehen. aber ganz eigene Wege auch gehen. Verena, du bist ja nicht nur Freundin von Astrid, sondern auch Fan ihrer Arbeiten, wie wir in dem Arbeitsprozess miterleben durften. Was beeindruckt dich daran am meisten? Was beeindruckt dich an ihrer Kunst? Und was machen die Bilder mit dir? Also ich habe mir das aufgeschrieben, weil das wirklich schwierig ist für mich. Ich bin keine, also ich habe nicht Kunst oder Kunstgeschichte studiert und deswegen rutschen irgendwie die Dinge, die ich empfinde, erst später ins Hirn. Also ehrlich gesagt ist das der Weg, dass ich davor stehe und dann habe ich eine Empfindung. Das muss ich zugeben. Also ich kann nicht sagen, das ist der schöne Fuß oder die Linie ist toll und wie das mit den Konturen und überhaupt die Proportionen, das ist alles etwas, was ich nicht weiß. Ich weiß, dass die mich sofort angesprochen haben, dass das Liebe auf den ersten Blick war. Und was ich schon mache, mein Leben lang, und das ist ja auch schon wirklich lang, ich gehe wahnsinnig gerne ins Museum, ich gehe wahnsinnig gerne in Ausstellungen, also ich schaue wahnsinnig gerne. Ich mache auch gerne, also ich beschäftige mich natürlich mit Bühnenbildern, aber wie gesagt, da gibt es erst mal keinen intellektuellen Zugang. Und dann glaube ich aber trotzdem doch, dass das subkutan was damit zu tun hat, dass die Bilder von der Astrid so ein Selbstverständnis im besten Wortsinn haben, dass die sehr sind sehr autonom und die sind sehr unabhängig und die beschäftigen sich auch mit der Banalität des Lebens, also sozusagen meiner Banalität. Man sieht da sehr viele Frauen, es ist sehr bewegt, es ist wirklich sehr bewegt. Ich muss mich immer erst erinnern, dass die sich ja gar nicht bewegen, so bewegt sind diese Bilder. Es passiert immer was, was in einem leicht überhöhten, surrealen Setting ist, aber ich erkenne das Setting als meines. Die Vorstädte sind etwas dunkler und gruseliger als die Vorstadt, in der ich wohne, obwohl vielleicht auch nicht. Die Donau ist ein bisschen gewaltiger und alles ist ein bisschen überhöht, aber das kenne ich wiederum aus der Schauspielerei gut. Ich weiß, dass das toll ist und das triggert mich dann auch. Und was es macht, ist, dass es in seiner Alltäglichkeit im besten Sinn und in seiner Häutigkeit mich mitnimmt. Das sind irgendwie sehr demokratische Bilder. Also man muss nämlich genau nichts wissen über Gotik und schöne Füße, sondern man kann einfach davorstehen und wird mitgenommen von dem, was da passiert. Und was da passiert letztendlich, das kapiert man dann, wenn man sich zwei Jahre ein bisschen mehr davor gesetzt hat, dass es schon politische Themen sind. Es sind wirklich politische Themen, weil es so Spannungsfelder gibt zwischen Frau und Arbeit, zwischen Frau und Familie, zwischen Frau und Kind. Und weil es Dinge gibt, die, also gestern gab es eine Lesung und da habe ich etwas von einer Frau gelesen, die heißt Rebecca Endler und die schreibt nicht umsonst über das Patriarchat der Dinge. Und dieses Patriarchat der Dinge findet man bei der Astrid auch. Also man sieht so Dinge auf einmal, wo man merkt, ach die haben eine Biografie, also jedenfalls, die gehören zu meiner Biografie. Man sieht eine Frau mit einem Einkaufswagen und irgendwie bekomme ich sofort ein Gefühl, weil ich weiß, wie viele Minuten meines Lebens ich mit Einkaufswägen herumgehetzt bin. So, habe ich jetzt ganz schön lange auf diese Frage geantwortet. Wie sind die Bilder zu dir gekommen? Du warst im Atelier von Astrid. Ich bin zu den Bildern gekommen. Wie bist du? Ich glaube, wir haben über Alkohol. Wir haben einfach auf irgendeinem Fest zusammengestanden und haben uns gut verstanden. So sehe ich das, glaube ich. Wenn du dich anders erinnerst, musst du das relativieren. Und dann habe ich irgendwann gefragt, ob ich dich mal in deinem Atelier besuchen darf. Ich glaube, dass das so war. Ungefähr so war es. Ob es ein Fest war oder irgendein Beißel, kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Okay, dann kommen wir zu deiner Schreibarbeit. Wie war es für dich, die Texte zu schreiben? Nämlich, du hast ja, wie gesagt, die Arbeit am Buch hat ja lange gedauert, auch unter anderem, dass das ja ein schöner gemeinsamer Prozess war. Welcher und vielleicht auch hat es einen Text gegeben oder ein Bild, wo du dir extrem schwer getan hast, den Text zu schreiben. Also ich schreibe gerne, aber das ist ja nicht mein Beruf. Das heißt, ich musste das immer nebenbei machen. Und das Nebenbeimachen ist eine schwierige Angelegenheit. Ich stelle mir das sehr schön vor, wenn man sagen kann, ich kann mich jetzt hier fünf Stunden mit einer Sache beschäftigen, das ist übrigens das, was ich liebe, aber so als freischaffende Person bin ich im Moment immer so, ich hoppe von dem kleinen Job zu dem kleinen Job zu der Inszenierung, das ist ein bisschen anstrengend und dann kamen noch ein paar private Dinge dazu, die haben gemacht, dass ich eben nicht in dieser ich konnte nicht einatmen und dann den Flow genießen, das war nicht so. Es war am Anfang so, mit zwei Bildern, das weiß ich noch, die kranke Krähe, die ist sofort gekommen, aber es lag ehrlich gesagt daran, dass ich persönlich im Krankenhaus gelandet bin und mir der Hals aufgeschnitten wurde. Und dann musste ich an dieses Bild denken. Und das war in fünf Minuten fertig. Das lese ich heute nicht. Das müssen Sie dann, wenn Sie das Bild gekauft haben, selber lesen. Ich meine nicht das Bild. Kann man das Bild auch kaufen? Das Buch wollte ich sagen. Aber nur einmal. Oder ich kaufe es. Also ich habe schon drei gekauft. Ja, und dann gab es noch zwei Texte, die mich so getroffen haben, dass ich sofort schreiben konnte. Das ist mit dreien passiert und danach wurde es bisweilen auch ein bisschen mühsam, aber das hat mich getröstet, das liest man ja immer in irgendwelchen Biografien, wie die Leute an den Fingernägeln knabbern, bis da irgendwas hineinfließt in das Papier und so war das bei mir dann auch, aber das habe ich auch für normal gehalten, nur dass diese, zwischendurch habe ich geflucht, weil diese schöne Freiwilligkeit, diese Selbstvergessenheit, dieses mir doch wurscht, ich schreibe, was ich halt gerade so fühle. Das war dann natürlich so ein bisschen, also man kommt dann immer doch in so eine ganz, plötzlich ist ein kleiner Kontrollmodus da. Diesen Kontrollmodus, den habe ich übrigens ziemlich gut abgewälzt. Ich habe dann einfach der Asi geschickt, was ich geschrieben habe. Und dann kamen auch sehr ehrliche Antworten. Ja. Die haben manchmal den Prozess verlangsamt. Okay, eine Frage an euch beide. Gibt es einen Lieblingstext beziehungsweise ein Lieblingsbild? Ich habe ein Lieblingsbild. Aber ich sage nicht welches, oder? Nicht? Nein. Du weißt es eh. Die Zone. Ja, und der Text zur Zone, also die Zone zeigt ein Verkehrsschild, wie man es ja oft sieht, eine erwachsene Figur mit einem Kind. Das Blaue, der blaue Kreis. Kind, der blaue Kreis. Und der Text, den Verena dazu geschrieben hat, der ist so aus dem Alltag gegriffen, das wahrscheinlich jede Mutter kennt, wie man sich mit dem Kind durch die Angebote des Supermarktes durchkämpft und Grenzen setzen muss in der Öffentlichkeit. Der beruht auf einer wahren Begebenheit, also deswegen war das auch ganz schnell. Also der ist einfach nicht erfunden. Das heißt, ihr habt eure Lieblingstexte und Bilder. Ich kann nicht sagen, mir gefallen alle Texte, aber es war einer der ersten Texte und ich musste auch sehr lachen und ich war sehr in der Szene sofort drinnen. Also wenn man sie wiedererkennt. Also ein sehr schöner Text ist am Rücken, die Schwimmerin, den finde ich sehr besonders. Nicht mein Lieblingstext, aber ein sehr besonderer Text. Zum Titel, das Buch heißt Amazing. Warum heißt es Amazing? Amazing haben wir gemeinsam ausgesucht, wir haben lange überlegt, wie soll das Buch, also soll das Buch einen Titel bekommen, wie soll es heißen? Was passt zu den Texten, zu den Bildern, zu den beiden Künstlerinnen? Ich würde sagen, wegen der tollen Arbeiten von Astrid, wegen den berührenden und zum Teil auch sehr persönlichen Geschichten und Texten von Verena, aber auch, weil die Welt eigentlich eine schöne ist, also amazing und wir schon schauen müssen, dass das auch so bleibt. Was sind eure Assoziationen beziehungsweise könnt ihr euch noch an unsere Diskussionen um den Titel erinnern? Ja mich hat amazing, also amazing heißt ein Text von Verena, der drinnen ist und mich hat amazing insofern angesprochen, weil es so ein doppelteutiges Wort ist. Amazing einerseits im Sinne von erstaunlich fantastisch und im Sinne von befremdlich auch amazing. Also das Fantastische ist schon diese Lebenskraft, die so in der Natur da ist. Du schneidest einen Baum um, es kommen sofort die Triebe rechts und links raus. Das Leben ist eh kaum umzubringen. Und Amazing aber auch, weil es so amerikanisch ist, wo es an meine Biografie ein bisschen anknüpft und weil ich jetzt in dieser Lebenszeit, die ich da beobachte, die Welt beobachten kann, doch Europa sich sehr amerikanisiert hat und damit meine ich diese enorme Einkommens, also diese enorme Schere zwischen dem Überreichtum und dem kaum über die Runden kommen, was in meiner Jugend Europa einfach total unterschieden hat von Amerika, aber das ist jetzt auch in Europa angekommen, dass das Geld sich weg vom Staat in den Händen von ein paar privaten Playern ansammelt und das Zweite ist die Pulverisierung des öffentlichen Raumes. Was ich finde, dass dann im Buch auch gut kommt über die Texte, also der Amazing-Text erzählt Verena von ihrem Geburtsort. Bad Hersfeld. Aber sie wird den Text lesen, also verrate ich nichts weiteres dazu. Aber ich hätte schwören können, dass ein Bild von dir Amazing heißt. Nein. Habe ich mir eingebildet, kann man mal sehen. Ich war mir sicher. Und ich finde, nun hat sie aber eigentlich auch gesagt Amazing. Ich höre immer Amazing. Ich finde, das ist auch so wahnsinnig ironisch und wir haben eigentlich ganz wenige dinge die wir nicht ambivalent anschauen können in der jetzt zeit in der wir uns gerade befinden ja und das war für mich eben auch das kann das wort amazing eben auch das kann sich permanent ambivalent anhören. Ja. Okay, also Amazing, das ist das Buch, nach zwei Jahren ist es da und ja, danke. Und so dünn. Ja, aber sehr schön. Aber danke, ein kurzer Einstieg, das war ein kurzer Einstieg, wie wir gemeinsam an dem Buch gearbeitet haben, beziehungsweise wie sich die beiden auch gefunden und zusammengefunden haben. Ich will noch was sagen, weil dann muss ich nicht so schnell lesen. Ich will noch was sagen über den Schaffensprozess, den ich irgendwie spüre bei Astrid. Und zwar ist das was, was auch so unglaublich emanzipiert ist. Ich habe das Gefühl, die Astrid emanzipiert sich von Regeln auch. Die kennt die Regeln beim Malen, aber sie emanzipiert sich von den Regeln. Ihr könnt auch sagen, wenn ich mich irre, aber es hat so was aleofaktorisch heißt das glaube ich, wenn der Zufall mitspielen darf und wenn das Material auch befragt wird. Also wenn es plötzlich so einen Moment gibt, wo man nicht einfach so nach Plan vor sich hin malt, sondern wenn man in Dialog tritt mit der Leinwand. Also ich behaupte, das zu spüren und das ist mir wahnsinnig wertvoll, das wollte ich noch loswerden. Also das ist mir wahnsinnig wertvoll, dass das so rüberkommt, zumindest bei dir, weil das genau mein Ansatz ist, also was mich interessiert an der Malerei ist, dass ich nicht weiß, wo die Reise hingeht und dass ich mich da vom Material mehr oder weniger leiten lasse. So wie Verena das gemacht hat bei den Texten, wo sie sich von den Bildern leiten hat lassen und ich hoffe wir alle, Sie und ich, wir freuen uns jetzt sehr Verena, die ersten Texte aus dem Buch von dir zu hören. Die beiden haben sich die Texte ausgesucht, ich hätte ganz andere genommen. Da ist es ja schon. Der Blick, plötzlich ist es da, das Tier, nicht geflohen. Und warum? Vertrauen oder versehen? Das Tier kennt seinen Mythos nicht, das Tier benennt sich nicht. Guten Tag, ich bin Bambi, allein im Wald, mutterlos, weise. Guten Tag, ich bin Bambi, allein im Wald, mutterlos, weise. Es weiß andere Dinge, überlebenswichtige. Steht da, autonom im Wald,uge, bin ich kurz glücklich. Autonom ist das Tier und autonom springt es auf und davon. Und ich mache einen kleineren Hüpfer, denn schließlich bin auch ich hier im Wald ein autonomes Wesen. Amazing. Amazon is amazing. Fast wie eine gute Fee. Du willst was und bekommst es. Klick ist es da. Und so billig. Ja, wirklich unfassbar. Viel billiger als im Geschäft. Ach, du weißt gar nicht mehr, was ein Geschäft ist? Nein, nicht das, was der Hund da auf der Wiese gemacht hat. Wie, du findest keins? Ah, aber da war doch neulich eins. In der Innenstadt. Und da stand eine Verkäuferin drin. Lebendig. Die wollte es etwas warm haben. Und Licht brauchte sie auch, um den Staub zu entfernen von den lagernden Waren. Und die Miete, die war auch nicht wenig. Vielleicht eher ein bisschen zu viel. Und das hat alles zusammen die Turnschuhe ein bisschen teurer gemacht. Der Laden ist zu jetzt. Bei Amazon in Bad Hersfeld arbeiten diese Amazonen gemeinsam mit Drohnen und die können sogar fliegen. Neulich hatten die Amazonen die Nase voll, weil alles so billig sein muss, auch ihre Arbeitskraft. Die Amazone ist ja im Gegensatz zur Drohne ein Mensch. Die, von denen hier jetzt gleich die Rede ist, waren Frauen aus Spanien, die fanden in Spanien gar keine Arbeit und dachten sich, etwas Besseres als nichts finden wir überall. Und sie reisten in meine Geburtsstadt. Da war der letzte Krieg vorbei, das ist erst 80 Jahre her. Und danach war dort die Mauer. Und tausende amerikanische Soldaten haben die beobachtet, den Todesstreifen. Außerdem haben sie Jazz gespielt auf unseren Volksfesten. Das habe ich bestaunt in meiner Kindheit. Und dann habe ich gestaunt, als die Mauer fiel und die Grenzen sich kurzfristig zumindest weiteten. Da gingen die amerikanischen Soldaten und ihre Kasernen standen leer, bis sie billig vermietet wurden an die vielen Amazonen. Und das Paradies der unbegrenzten Möglichkeiten, Und das Paradies der unbegrenzten Möglichkeiten, wo es unendlich klickt und Turnschuhe durch das All fliegen von Nord nach Süd, nach Ost, nach West. Ziemlich viel Betrieb da oben, im Gegensatz zur Innenstadt. Die ist nämlich inzwischen leer. Eigentlich habe ich... Aber das können Sie kaufen. Da kommen noch viele, viele... Da habe ich eigentlich drunter geschrieben... Ich hätte auch gern so einen Kaugummi. Aber ich habe noch mehr, viele. Da habe ich eigentlich drunter geschrieben, ich hätte auch gern so einen Kaugummi. Aber ich habe noch mehr dazu geschrieben. Da gibt es noch ein anderes Bild, aber ist wurscht. Ich will nicht zur Arbeit gehen, weil ich es vorziehe zu schlafen. Ich spiele eine kleine, unscharfe Frauenfigur, die ein Mann geschrieben hat, unter der unscharfen Regie eines anderen Mannes, der mir dazu Vorschläge macht, wie eine Frau sich zu bewegen hat, damit das attraktiv aussieht und noch schlimmer, was der Ausdruck dessen ist, wie die Frau fühlt. der frau sagt der mann und wackelt dabei mit den hüften und rudert mit den armen auch zu ihrer sprache hat er viele viele vorschläge muss er auch denn er bekommt dafür deutlich mehr geld als ich auch meine männlichen kollegen die zum teil jünger sind bekommen mehr das sei eben deren marktwert, erklärt der Intendant. Also Schicksal, nicht Gender Pay Gap. Wir arbeiten auch unter der Regie und nicht etwa mit der Regie. Auch werden wir passiv verlängert oder eben gekündigt. Ob ich ihm zuhöre, will der Regiemann wissen. Ob ich ihm zuhöre, will der Regiemann wissen. Er denkt, dass die Frau viel weniger Aggression und Renitenz in der Stimme haben sollte. Ich probiere das aus. Nein, sagt der Mann und wird wütend. Diese leichte Resignation, die du da jetzt vorführst, die verrät deine eigentliche Haltung. Du unterdrückst doch da einen Vorwurf. Das ist sarkastisch. Aber diese Frau, diese Frau, die ist pur. Die ist ganz, ganz pur. Aha, sage ich. Ja, sagt er, ein unbeschriebenes Blatt. Ja, aber sie nimmt die Welt doch wahr sage ich ja sagt er aus einer anderen Perspektive die nicht deine ist ah also deine sage ich natürlich sagt er ich bin der Regisseur mach hier keine schlechte Stimmung ist ganz still auf der Probebühne, ganz, ganz still. Kein Blick, keine Geste, die mich unterstützt. Punkt. Ich muss mich immer vergewissern. Kreon, kleine Szene. Irgendwo im westlichsten Westen, in einer sehr, sehr alten Zeit, barbarische Kriege, Unwissenheit, wüste Landstriche, vereinzelt am Horizont marodierende Sozietäten. brennender Wald. Alle kommen gerade von einem trüben Tümpel, wo sie sich Wasser zur Grundversorgung geholt haben und halten nun, jeder auf seinem gefüllten Wasserkanister sitzend, eine Versammlung ab. Raunen, flüstern, räuspern, der Eindruck einer Herde. Dann erhebt Creon das Wort. Creon, wo sind die anderen? Chor in ihrem Safe Space. Für Schei Geis. Creon, was ist das? Chor, noch neu, gerade gegründet. Creon, wozu? Chor, zwischen vielen einen Platz zu finden. Sprachlos. Creon, das hätten sie auch hier. Hier ist viel Platz für Safe Space. Chor, Safe Space. Kur. Safe Space. Creon. Und wozu soll das gut sein? Ich wollte Agora und Polis und Demo. Kur. Zu spät, Creon. Creon, ich versuche doch, das Land, den Planeten in einen Self-Space zu verwandeln. Chor, nicht Self-Space, Creon, Safe-Space, Safe-Space, dass es so wird. Sie denken anders. Creon, soll sie es mir sagen? Kor, das wollen sie nicht. Zu spät, Creon. Sie glauben nicht mehr an dich. Sie haben lange zugesehen, wie du die Suchenden, die Fühlenden, die Natürlichen, die Zornigen, die Sexuellen und die Asexuellen, die Kleinen und die Schiefen, die Introvertierten, die Prekäden, die Dummen und viele, viele andere nicht hast zu Wort kommen lassen. Ja, Creon, war ein großer Spaß. Wir haben gestritten, manchmal verzweweiflung und Weinen und Ratlosigkeit, klar, klar. Aber ich muss doch die Welt retten. Kor, so wird das nichts. so wird das nichts. Kriern, es wird kalt. Dies war das Ende von ganz ganz viele Bilder von Asia mit Wasser zu tun und ich liebe das das ist nur eins von vielen die Schwimmerin die Schwimmerin wirkt klein in dem großen Wasser, aber nicht verloren. Sie scheint Teil der Materie zu sein und sich darin auszukennen, ob sie sinkt, also sinkt mit G. Einem untreuen Gatten jedenfalls bringt Undine den Tod. Den Odysseus verwirren Sirenen. Die kleine Meerjungfrau verendet in ihrem Mitleid. Die Nixen erkennt man an ihrem nassen Saum. Vorsicht, das Donauweibchen ist nur vermeintlich lieb. Die Meduse jedenfalls lässt sich nichts mehr gefallen. All das ist die Schwimmerin. Aus dem, was sie umgibt, kam sie hervor vor Urzeiten und weiß darum, hat keine Angst, fürchtet sich nicht vor der undurchsichtigen Weite. Fürchtet sich nicht vor der undurchsichtigen Weite. Keine Angst. Danke. Ja, danke Verena, danke Astrid. Das war es für das erste Mal von uns. Jetzt würden wir Sie euch bitten, oder gibt es von eurer Seite Fragen? Fragen zum Entstehungsprozess, Fragen zum Buch, Fragen zu den Künstlerinnen? Ich würde mal das Eis brechen. Wie ist denn der Verein zum Verlag geworden und wie erfolgt die Auswahl? Weil es ist ja ein politisches Programm, aber gleichzeitig sehr künstlerisch. Es gibt ja auch ein politisches Programm, aber gleichzeitig sehr künstlerisch. Also wir haben gemerkt, wir haben es, ich habe es ja vorher erwähnt, wir haben unser erstes Buch Female Positions in der Pandemie herausgebracht. Und zwar, weil es uns ein Anliegen war, dem Begleiter etwas entgegenzuwirken. Und dieses Buch, wir haben es auch hier im Depot präsentiert, war sehr schnell vergriffen. Und wir haben gemerkt, dass es da einen extremen Anspruch gab, von vor allem Frauen, jungen Frauen, die eben den Backlash zu spüren bekommen haben und das war für uns auch Ansporn weiterzumachen mit dem Programm und immer wieder mit Frauen, die auf dem Gebiet schon viel geleistet haben und auch noch leisten gemeinsam etwas zu erdenken. Ich glaube, das ist eine ganz große Qualität, in diesen Generationen GERB zu schaffen, in vielen Vereinen und Initiativen, weil oft sind es dann die Jungen, die das Rad immer neu erfinden und die Älteren, die sagen, das haben wir doch schon alles. Das ist toll, wenn ihr das schafft. Was ich natürlich vorhin vergessen habe zu erwähnen, die Bücher gibt es dann natürlich da hinten auch alle noch käuflich zu erwerben. Mag noch wer vom Publikum? Die zwei Jahre, bis es gedauert hat, dass das Buch herausgekommen ist, war das zwei Jahre Arbeit und dann war das Buch da? Oder wie lange habt ihr gemeinsam gearbeitet an dem Buch? Naja, also das ist jetzt fast ein bisschen intim, aber unser Leben, also das von meinem Mann und mir, war unterbrochen von Krankheitsfällen. Also es gab einfach, es war kein durchgehendes Schreiben. Und ich war ja fein raus, weil die Bilder gab es schon. Und ich hatte das schon immer im Kopf und wenn ich Zeit hatte und, aber es ist ja auch so komisch, wenn man Zeit hat, will man verschnaufen. Und wenn man verschnauft, das Schreiben ist kein Verschnaufen. Und deswegen hat es, glaube ich, so lange gedauert, weil ich wollte verschnaufen und dann, wenn ich Atem hatte, schreiben. Deswegen hat es so lange gedauert. Jetzt haben sie es eigentlich aus mir herausgelockt. Genau. Ich wollte was fragen. Die Tierbilder sind ja jetzt nicht so bald, oder? Sind ja eher deine neueren Bilder, stimmt das? Genau, das sind eher die neueren. Die Auswahl, wie war die Auswahl? Kamst du, Verena, darf ich du sagen, ins Atelier und hast gesagt, die und die möchte ich betexten? ins Atelier und hast gesagt, die und die möchte ich betexten? Aber wobei, das ist jetzt, ich habe gesehen, das hat sich natürlich auch verschoben. Ich hatte ein anderes Bambi, aber ist auch egal. Oder ich hatte genau das. Doch, das ist es. Also im Grunde ist es ja auch egal. Aber ich habe natürlich mich vor ein bestimmtes Bild gesetzt und angefangen zu schreiben. Das ist ganz klar. Aber es sind die Bilder nach und nach gekommen. Also es war nicht vorher die Auswahl der Gesamt... Sondern Verena hat bei einem Bild angefangen, dann gab es zu dem einen Text, dann gab es zu einem anderen Bild und so hat sich das Schritt für Schritt... Das war ja auch so schön, das hat sich natürlich angefühlt wie Einkaufen. Ich bin einfach da rumgestiefelt in dem Atelier und habe gedacht... Und das waren doch nicht alle in dem Atelier und habe gedacht, ja gut, ja gut. Und das waren doch nicht alle Bilder im Atelier, oder? Nein, es waren auch welche, ich habe natürlich auch die Kataloge angeschaut und so weiter. Und meine eigenen. Obwohl deine eigenen gerne drinnen sind. Wir können auch Wein trinken und kleine Gespräche führen. Vielen Dank. Ja, mein Dank. Ich habe es jetzt recht genossen, auch den Vortrag. Also diese Erzählung. auch den Vortrag, also diese Erzählung. Meine ist eine ganz einfache Frage, ich hoffe, ihr geht ein bisschen auf Reisen, auf Vortragsreisen damit, oder was ist denn geplant? Die nächste Reise ist der Keppler Salon in Linz, da sind wir noch nicht sehr weit gekommen. Vorher sind wir noch am 4. im Studio 3, da kommst du doch auch, Asi, oder? Natürlich. Am 4. Januar. Also es sind zwei Veranstaltungen noch in Linz geplant, eben am 4. Jänner und am 16. Februar im Kepler Salon in Linz. Das ist jetzt mal das Erste. Das kann man total genießen und beim Zuhören und beim Schauen, ja. Also eigentlich wäre es ein Träumchen, wenn man das in Orten machen könnte, auch die so, ja, also weiß ich nicht, Galerien oder Museen oder so, das wäre natürlich schön, ja. Und wenn dann auch noch die Bilder live dahängen würden, das wäre das Allerschickste, aber das sind ja sehr aufwendige Prozesse. Ja, so geht es auch. Weiter zu der Frage, wie wir hierher kommen. Weil Linzer, Wien, ich weiß nicht, wie eng sind da die Kontakte zwischen den Städten? Warum kommt sie gerade hier? Also ich habe es am Anfang gesagt, wir sind jetzt das dritte Mal hier in diesem Raum, im Depot. Und das Buch gibt es auch in den Buchhandlungen in Wien zu kaufen. Und das war halt der Connect, dass wir das auch in Wien präsentieren möchten. Wien und Linz und wenn es weitergeht, gerne. Aber in Wien haben wir immer sehr gute Erfahrungen gemacht und wir sind auch sehr gut aufgenommen worden. Ich denke, heute auch. Abgesehen davon, dass ich jede Möglichkeit nutze, um nach Wien zu fahren, ist es auch noch gut, dass es nicht in dem Ort, also dass es dann so eine Distanz ist. Das ist angenehm. Ich kann es gar nicht beschreiben, aber es ist angenehm. Dann würde ich mich ganz herzlich bedanken fürs Kommen, fürs Zuhören, fürs Präsentieren und wünsche uns allen noch einen schönen Abend und wir setzen das einfach randebar fort. Danke schön. Vielen Dank. gekauft werden, weil mit jedem Kauf unterstützen sie auch vor allem politische Arbeit. Also es geht weiter. Dankeschön. you you