Herzlich willkommen im Depot zu einer, wie wir doch meinen, sehr wichtigen Veranstaltung zu den Umständen, die zurzeit in Kärnten für sehr viel Aufsehen erregt haben. Ich freue mich sehr, dass wir heute Abend diese Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative Minderheit hier organisieren und ich darf das Wort der Moderatorin des heutigen Abends übergeben, Jana Sommerecker von der Initiative Minderheiten, die dann auch das Podium des Weiteren vorstellen wird. Vielen Dank und ich wünsche eine sehr spannende Diskussion. Liebe Jana, ich darf jetzt das Wort dir geben. Vielen Dank. Vielen Dank. Ta večer je organiziral depo, depo je stopil do nas in nas povabil k sodelovanju in zato se depojo pravprisrčno zahvaljujemo. Lepo je, da se pripadniki večine in tudi skupine izven Koroške slovenske manjšine in Koroško slovenskih krogov zanimajo za to tematiko in za to smo tudi hvaležni. In tudi osebno sem nad to kooperacijo zelo srečna in vesela, saj sama izhajam iz koroško-slovenske družine in sem zelo blizu Peršmanove domačije doraščala. Jo, s tem krajem nas povezujejo družinske in tudi prijateljske vezi, tako da je res lepo čutiti solidarnost izven manjšineč za zanimanje od teh le, bi rekla, zelo bolečih in zaskrbljujočih dogodkov, ki so se v zadnjem času pripetili in o katerih bo danes še govora. Vielen Dank. Aufgabe, heute den Abend hier zu moderieren. Ich habe mich vorab beim Depot bedankt, und zwar deswegen, weil das Depot von sich aus auf uns, die Initiative Minderheiten, zugekommen ist, mit der Einladung, diese Veranstaltung zu organisieren. Und es einfach gut ist und schön ist zu wissen, dass diese besorgniserregenden Vorfälle in Kärnten-Koroschka in den letzten Wochen und Monaten nicht nur innerhalb der kärntner-slowenischen Minderheit verhandelt werden, sondern eben auch von Initiativen, von Diskursräumen außerhalb der kärntner-slowenischen Blase, würde ich jetzt fast sagen, verhandelt werden und Interesse finden, beziehungsweise eben auch kritisch betrachtet und kritisch mitverfolgt werden. Außerdem ist es eben sehr schön, dass tatsächlich in diesen Räumlichkeiten jetzt wirklich Expertinnen zum Thema und wirklich direkt Betroffene zu Wort kommen können und heute ihre Analysen und Einschätzungen mit uns teilen werden. Quala Sabotboro Depot, danke für eure Unterstützung und eben danke auch dem Podium schon vorab. schon vorab. Ich werde ein ganz kurzes Podium vorstellen und zwar ist hier zuerst einmal zu meiner Linken David Ressmann vom Verein Druschtwo Perschmann. Er ist Historiker und Projektmitarbeiter unter anderem am Institut für osteuropäische Geschichte sowie am Slowenischen Wissenschaftsinstitut in Klagenfurt-Zelowetz. Soeben hat er mit Professorin Maria Wakonik und Simon Urban von der Universität Wien eine neue und für uns Kärntner Slowenien wirklich ungemein wichtige Publikation herausgegeben. Sie heißt Spurensuche zwischen den Zeilen zum Schicksal der Kärntner Sloweninnen im 20. Jahrhundert und ich kann sie euch nur wärmstens ans Herz legen. Daneben ist Anna Grilz vom Club Slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien. Sie ist, ich würde sagen, Allrounderin. Sie ist Autorin, Journalistin, Puppenspielerin und Aktivistin für die Anliegen der kärntner-slowenischen Minderheiten und auch eine große Vernetzerin, wenn es gerade um Allianzen zwischen den Minderheiten geht. Und ich finde, sie ist eine der im Moment wichtigsten jüngeren literarischen Stimmen und journalistischen Stimmen gegen den Antislovinismus in Kärnten-Koroschka und hat meines Wissens als erste Journalistin tagesaktuell von der Razzia am Bershmanhof berichtet. Und last but not least Peter Birker, er ist Historiker und Politologe mit zahlreichen Lehraufträgen an den verschiedensten Universitäten im In- und Ausland, ursprünglich aus Lienz und im... Ah! Berg im Drahtal. Aus dem Drahtal, Entschuldigung. Berg im Trautal. Außen im Trautal, Entschuldigung. Und ist seit zwei Jahren Historiker und Kurator mit dem Schwerpunkt Erinnerungskultur im Kärntenmuseum in Klagenfurt-Zelowitz. Und deswegen auch wirklich eine ganz wichtige Stimme heute, weil ja im Moment, also mittlerweile schon vorbei, die bemerkenswerte zweisprachige Ausstellung die bemerkenswerte zweisprachige Ausstellung Hinschauen Pogleimo, Kärnten und der Nationalsozialismus, gemeinsam mit einigen auch im Publikum mitkuratiert hat und das wissenschaftliche Konzept dazu erstellt hat. Und weil er eben das Thema der Verfolgung der Kärntner Slowenien auch schon sehr viele Jahre wissenschaftlich begleitet. Ja, dobrovici. Danke. dem Podium die Stimme geben und ein paar Fragen ans Podium stellen und anschließend Sie wirklich einladen, Ihre Fragen zu stellen, Ihre Beobachtungen mit uns zu teilen und Ihre Analysen und Einschätzungen mit uns einfach auszusprechen. Zuerst würde mich David Ressmanns Sicht interessieren und zwar wirklich als Vereinsmitarbeiter. Als Vereinsmitarbeiter, wie sieht das eigentlich aus für dich, wenn du an die politische, gedenkpolitische Lage in Kärnten-Koroschka denkst? Wie sehen die Ergebnisse der Kommission aus Sicht der Betroffenen aus? Die Ergebnisse sind relativ kritisch ausgefallen. Tore David, keine Braucheschnah, keine kritischen Erinnerčno oceno racije pri Persmanu iz tvojega vedika? Ja, hvala lepa, lepo pozdravljeni tudi z moje strani. Najprej bi se zahvalil tebi za organizacijo, tudi inicijativi za manjšino in depoju. Se mi zdi, da je lepo, da smo tle, lepo, da lahko te temi v tako lepo rundi in v tako lepo krogu govorimo. Ich möchte gerne eine Runde mit Ihnen machen und mit dem Kollegen von KORGU sprechen. Das eine war, am 27. Juli wurde während eines Antifa-Camps eine eigentlich im Prinzip Razzia der Polizei aus Kärnten inklusive Hubschraubereinsatz vorgenommen. Das war so, dann hatten wir so ein bisschen das Gefühl der Auslöser für mehrere weitere Vorfälle. Die Razzia wurde mittlerweile von einer Expertinnen- und Expertenkommission stark kritisiert und auch in einem Bericht ausgiebig analysiert. Wie sieht es aber jetzt aus, aus deiner Sicht, als jemand, der für den Verein aktiv ist, als Historiker, wie beurteilst du diese Ergebnisse? Genau, grundsätzlich würde ich sagen, dass diese Razzia in einem Zeitpunkt gefallen ist, in dem man das Gefühl hatte, dass in Kärnten-Koroschka sehr viel möglich ist, was lange nicht möglich war. Also neben der ausgesprochenen, neben der angesprochenen, sehr bemerkenswerten Ausstellung rund um Peter Pirka im Kärnten-Museum, wo es zum einen die Ausstellung gab, die sich das erste Mal, auf die wir glaube ich noch im Detail zu sprechen kommen würden, aber das erste Mal in dem Detail auch mit Täterschaft in Kärnten-Koroschka öffentlichheitwirksam auseinandergesetzt hat mit den Fragen der Verfolgung und das in einem großen Rahmen zweisprachig getan hat. Es gab im Begleitprogramm zweisprachige oder slowenische Diskussionsveranstaltungen und auch die Buchverstellung des Werkes, das angesprochen wurde, das ich herausgegeben habe, fand im Kärnten Museum zweisprachig vorausverkauften Haus statt. Also grundsätzlich war das eine Lage, in der man das Gefühl hatte, sehr viel wird hier verhandelt, was lange nicht öffentlich verhandelt worden ist. Und da fällt die Razzia, glaube ich, sehr schmerzhaft hinein, auch für den Verein selbst, wenn man bedenkt, dass man im Jahr zuvor das österreichische Museumsgütersegel erhalten hat, den Anerkennungspreis des Landes Kärnten für die Kulturförderung erhalten hat, wo auch grundsätzlich Josef Finkler ausgezeichnet wurde und die Hälfte der Preisträgerinnen und Preisträger Kärntner Slowenien waren, was irgendwie für Kärnten auch vom Land aus quasi eine Perspektive war, die man so selten erlebt und gespürt hat. Wie gesagt, wurden dann die Ergebnisse der Expertinnenkommission jetzt vor drei Wochen ungefähr präsentiert. Der ganze Bericht fiel relativ kritisch aus, aus Sicht des Vereins. Ist das Kritik genug gewesen oder gibt es Leerstellen, die du im Bericht findest? Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit der Arbeit der Kommission, die wir immer als sehr seriös, sehr konzentriert erlebt haben, die auch uns am Berschmannhof besucht hatten. Wir konnten ihnen eine Führung durch das Museum geben, unsere Arbeit näher bringen, die hier immer sehr wertschätzend waren gegenüber dem Museum und der Gedenkstätte. Und ich glaube auch, dass der Bericht sehr konsequent ist in der Aufarbeitung der Tatsachen auf jeden Tag und der polizeilichen Handlung der Razzia am Berschmannhof, die ja die erste Hausdurchsuchung einer NSG-Deckstätte in Österreich darstellte. Etwas, was man lange vollkommen zu Recht als unvorstellbar bezeichnet hat. Und ich glaube, dass der Bericht hier sehr gut ist. Die Frage ist natürlich ein bisschen die Frage der Rezeption, wer den liest und wie er wiedergegeben wird. Ich glaube, er ist sehr gut für uns quasi, politische BeobachterInnen, die das interessiert, die ihn dann auch wirklich lesen und hier klare Rechtswidrigkeiten in nahezu jedem Bereich festgestellt werden. Eine Rezeption dazu und wir auch jetzt von Seiten der Kärntner Politik damit umgegangen wird, ist aber enttäuschend. Also dass in zwei Parteien nicht anerkennend bis dem widersprechenden Darlegungen widersprechen, ist glaube ich schmerzhaft auch, weil vor allem diese Zeit der Kommissionserstellung ja für uns eine recht schwierige war, da ja öffentlich hier Unwahrheiten, Lügen verbreitet wurden, die rufschädigend sein können für das Museum. Und man nur diese Darstellung hat und wenn der jetzt nicht geglaubt wird oder diese nicht herangezogen wird oder Aussagen daraus verkürzt und verfälscht wiedergegeben werden, ist das natürlich schwierig. David Restmann hat das schon ein bisschen angesprochen, Peter Pirker. Einerseits hat man das Gefühl gehabt, es hat sich in Kärnten etwas geöffnet. Es hat sich in Kärnten ein Fenster geöffnet, das der slowenischen Minderheit gegenüber offen war. Ein tolerantes Klima, Zusammenarbeit war möglich. Und gleichzeitig, eben die Ausstellung Poglemo, Hinschauen, ist ein unglaubliches Beispiel dafür. Und gleichzeitig passiert in dieser Zeit einerseits diese Razzia, kurz darauf ein Sprachfaul im slowenischen Athletikklub, also der Slowenische Fußballathletikklub hat auf dem Fußballplatz Slowenisch gesprochen, das ist möglich, das ist erlaubt und der Schiedsrichter hat im Sommer bei einem Spiel gegen Fjärlach Borolie aber eine gelbe Karte erteilt einem Spieler wegen slowenischen Wortwechsel. Und dann gab es auch innerhalb von kürzester Zeit Beschmierungen von Ortstafeln. Es wurden dann zweisprachige Ortstafeln wieder beschmiert. Die slowenische Bezeichnung, topografische Bezeichnung wurde gelöscht. Und jetzt auch wieder gab es einen Beschmierungsakt, einen Vandalismusakt auch wieder bei einer Ausstellung, Partisanke-Art. Wir haben einerseits eine Öffnung, andererseits immer wieder jetzt auch sogenannte Interventionen, die gegen die Minderheit ganz stark gerichtet sind. Gehört das zusammen oder sind das zufällige Einzelfälle, die nichts miteinander zu tun haben? Ja, Duwavet Schirm, guten Abend. Es freut mich, dass das Interesse so groß ist an dieser Diskussion. Wir haben ja in Kärnten versucht, tatsächlich in den letzten zwei, drei Jahren, zwei, drei Jahren eine Diskussion über zeitgeschichtliche Ereignisse in Kärnten des 20. Jahrhunderts über den Nationalsozialismus im Spezifischen zu initiieren und voranzutreiben, wobei man natürlich sagen muss, dass es vermessen wäre, zu sagen, dass das Kärntenmuseum das jetzt erfunden hat. Das ist ja nicht zutreffend. Wir bauen auf etwas auf, das es vorher schon Diskussionen und diese Aktivitäten und Initiativen jetzt eben auch an einem Ort stattfinden, der die wichtigste, wenn man so will, oder eine der wichtigen Institutionen des kulturellen Gedächtnisses in Kärnten ist. Und das ist, glaube ich, der Unterschied zu vorher und dazu gibt es jetzt eine Gegenreaktion in bestimmten Bereichen der Gesellschaft. Und zwar wahrscheinlich auch deshalb, weil diese Neuausrichtung dieser kulturellen Institution des Kärntenmuseums auch, man kann sagen, erfolgreich gewesen ist und auch viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen ist. Wenn man irgendwie zurückblickt, wie das entstanden ist, muss man sagen, dass ein erster personeller wesentlicher Einschnitt gewesen ist, dass Wolfgang Muchitsch im Jahr 2023, Mabill 23, Direktor des Museums geworden ist und damit eine gewisse personelle Kontinuität, die es in Kärnten gegeben hat, in dem Bereich aufgebrochen worden ist. Und Wolfgang Muchitsch hat dann auch in seiner Personalpolitik etwas verändert. Er hat Leute ins Museum auch geholt, die in dieser Art und Weise vorher nicht im Museum gearbeitet haben oder auch nicht wahrscheinlich arbeiten hätten können. Und das zweite Element, das hinzugekommen ist, war, dass das Kulturgremium des Landesgärten 2023 das Jahr 2025 als Erinnerungskulturjahr ausgerufen hat. Dass es eine gewisse Vorbereitung gegeben hat dahingehend und dass aber auch in der Zivilgesellschaft innovative Prozesse in Gang gekommen sind. Ich erwähne nur das Werkstattmuseum, das auch 2023 oder 2022 gegründet worden ist und gleich sehr impulsgebende Ausstellungen gemacht hat. Und als ich 2024, Anfang 2024 ins Kärntenmuseum gekommen bin, war ja eine der ersten Zusammenarbeiten mit dem Werkstattmuseum, nämlich zum Läubel Ort, zum Außenlager des Konstellationslagers Mauthausen am Läubel, wo vor allem Elena Messner, sie ist glaube ich eh da und auch andere, Dana Rausch, eine Ausstellung gemacht haben über diesen Ort des Vergessens. Und wo wir versucht haben, dann einen Prozess in Gang zu bringen, gemeinsam mit vielen Initiativen in Kärnten, die in dem Bereich tätig sind, viele davon aus der slowenischen Community, um einen Prozess in Gang zu bringen. Und da hat sich gezeigt, dass Wolfgang Muhitsch diesen Prozess von Anfang auch unterstützt hat, und zwar wirklich tatkräftig unterstützt hat, sodass etwas in Gang gekommen ist. Und dann war klar, dass die Ausstellung für 2025, die 2024 vorbereitet worden ist, auch etwas werden kann, das eine Veränderung markiert. Diesen Aufbruch habe ich gespürt und da habe ich mir gedacht, ja, gemeinsam mit dem Andreas Christoph und Inna Sattliger von Sektion A kann uns da etwas gelingen, wenn wir uns etwas getrauen. Diese Ausstellung ist oft als mutig bezeichnet worden. Ich habe das eigentlich immer müssen zurückweisen, weil das sozusagen kein Mut sein kann, im Jahr 2025, 80 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus eine Ausstellung zu machen, die sich mit den Tätern des Nationalsozialismus beschäftigt. Es zeigt einfach nur, wie verrückt eigentlich die Situation in Kärnten gewesen ist und wie provinziell die Situation in Kärnten ist. Und ein Ansatzpunkt der Ausstellung war dann eben, Kärnten und diese Landesgeschichte zu deprovinzialisieren. Nicht nur anzusehen, was in Kärnten passiert, sondern uns auf die Spuren der Täter der Kärntner Nazis zu heften und die führen uns in ganz Europa herum, von einem Schauplatz des Schreckens zum anderen. Abgesehen jetzt von der Verfolgung der Kärntner Slowenien und Slowenien in Kärnten. Und dieses Konzept habe ich im April 2024 bei der Tagung des Museumsbundes in Kärnten vorgestellt. Und ab dem Zeitpunkt war klar, was 2025 in etwa passieren wird. Und es wurden dann auch weitere Ausstellungen schon vereinbart, nämlich die Patisanke-Ausstellung zum Beispiel, wo sozusagen auch deutlich geworden ist, in welche Richtung das gehen wird. Und ab dem Zeitpunkt habe ich zwei Dinge gespürt. Eine gewisse Verhaltenheit, und eben das adjektiv mutige eine gewisse Verhaltenheit. Und dann aber auch bei ersten Gesprächen, vor allem im Umfeld des Geschichtsvereins, auch im Landesarchiv und so, bei diesen zentralen Akteuren der Geschichtspolitik in Kärnten, dass es auch sozusagen keine große Freude gibt. Und dass mir signalisiert worden ist, dass es auch Gegennarrative geben wird. Und das Erste, was ich diesbezüglich sehr massiv erfahren habe, das war im Sommer 2024, dass zum Berschmann etwas kommen wird. Und da habe ich gemerkt, okay, Berschmann wird ein Fokus werden 2025, dieser konservativen bis rechtsrechten, auch rechtsextremen Seite, wird da sozusagen an einem Gegenentwurf gearbeitet. Und das ist auch so gekommen in der Carinthia, in der Zeitschrift des Geschichtsvereins, ist dann im Dezember ein Artikel erschienen über 55 Seiten, der sozusagen eine Vorschusskritik des Erinnerungskulturjahres gewesen ist, aber man darf das Wort Kritik in dem Zusammenhang nicht verwenden, es ist keine Kritik, Kritik ist ein völlig inakivater Ausdruck für dieses Elaborat, pseudowissenschaftliche Elaborat, das in der Carinthia da veröffentlicht worden ist und wo eben der Berschmann, der Verein und das Museum die Domplatzinitiative massiv angegriffen worden sind und dann auch noch die unsägliche Dummheit begangen worden ist, einem kärntner-sowenischen Verein vorzuwerfen, dass er nationalsozialistische Volksdummskonzepte verwenden würde. volksdumms konzepte verwenden würde ja und das ist eben in einer zeitschrift erschienen die eine sich als wissenschaftliche zeitschrift beschreibt und die massiv subventioniert wird vom land kärnten und das hat sich dann es gab eine protestaktion dagegen und so aber sozusagen das war sozusagen da habe ich gedacht okay das wird das erinnerungskulturjahr, das wird auch ein Jahr der Auseinandersetzung werden und so ist es dann auch gekommen. Grundsätzlich muss man sagen, dass der Besuch der Ausstellung, der war sehr, sehr gut. Da sind fast 25.000 Leute gekommen, wir haben 40 Veranstaltungen gemacht. Wir haben die erste slowenischsprachige Veranstaltung im Museum gemacht mit deutscher Simultanübersetzung. Es ist überhaupt kein Kunststück, man muss es nur machen. Es ist gut angenommen worden, wir werden das wiederholen. Und es sind auch zweisprachige Veranstaltungen gemacht worden und das Begleitprogramm hat etwas in Bewegung gesetzt. Und auch gegen diese Bewegung richten sich wahrscheinlich diese Interventionen, weil sie diese Bewegung an verschiedenen Orten in Kärnten bereits andere neue Dinge in Bewegung gesetzt hat. Jetzt war ein bisschen die Rede von Reaktionen von ganz rechts auf diese Öffnung. Wir haben vor zwei Wochen eine Veranstaltung besucht, einige von uns auf dem Podium gemeinsam, in der sehr viel darüber gesprochen wurde, dass aber grundsätzlich der Antislovenismus in Kärnten eben nicht nur ein rechtsextremes Phänomen ist, sondern etwas das System hat. Ich frage jetzt dich Anna, was ist los in Kärnten? Und jetzt zum letzten Mal, auch von meiner Seite herzlich willkommen und einen ganz großen Dank an die Initiative Minderheiten und das Depot für die Einladung. Ja, was ist los in Kärnten? Das ist, glaube ich, eine Frage, die man aus Wien sehr oft stellt, wenn man das ein bisschen verfolgt. Und es ist auch keine leicht zu beantwortende Frage, weil, wie Jana das schon gesagt hat, das Problem ist im System. Also wenn man das vollkommen beantworten muss, müsste man das multiprofessionell machen. Ja, den musste ich mir jetzt erlauben, Entschuldigung. Nein, aber man muss ein bisschen in der Geschichte zurückgehen und wenn man jetzt die Situation der slowenischen Volksgruppe betrachtet, dann ist ein großer Punkt für die slowenische Volksgruppe der Artikel 7. Also der Artikel 7 vom Staatsvertrag von Wien spricht der slowenischen und der kroatischen Volksgruppe ihre Grundrechte zu. Da sprechen wir von genereller Gleichberechtigung mit anderen österreichischen StaatsbürgerInnen, dann Medien in der Erstsprache, zweisprachige Schulbildung, eigene Organisationen, das Verbot minderheitenfeindlicher Organisationen, aber auch so Sachen wie topografische Aufschriften oder aber die Verwendung der Sprache vor Ämtern und Gerichten. Was in Kärnten los ist, ist, dass keines, und was auch in Österreich los ist, ist, dass keine dieser Rechte vollständig oder zufriedenstellend erfüllt ist. Das ist ein großes Manko, weil das bedeutet, dass einfach ein Teil der Bevölkerung nicht gleichberechtigt ist. Es kann seine Identität, seine Sprache, seine Geschichte nicht im gleichen Maße leben und ausüben, wie es der andere Teil der Bevölkerung kann, obwohl das ein staatsrechtlich verbrieftes Recht ist. Das ist sehr problematisch und wenn wir uns das jetzt anschauen, dann ist das etwas, das seit 70 Jahren ein Problem ist. Und wenn wir das dann noch weiter denken, dann kann es eigentlich nicht sein und es ist peinlich und wirklich auch skandalös, dass unsere Generation uns für Rechte einsetzen muss, die vor 70 Jahren gebraucht waren. Vor 70 Jahren hat man gebraucht, dass diese Rechte vollständig umgesetzt würden. In den letzten Jahrzehnten haben sich aber die Umstände und die Bedürfnisse der Volksgruppe einfach verändert. Das ist so wie bei jeder Gruppe. Und das große Problem hierbei ist aber, dass wir uns jetzt in einer Situation befinden, wo der Assimilationsprozess der Volksgruppe so weit fortgeschritten ist, dass wir wirklich am letzten Zahnfleisch nagen, würde ich einmal sagen. Und das hat viel mit der Politik zu tun, die spätestens, würde ich sagen, ab 1920 eingesetzt hat. Also 1920, für kurz erklärt, war der Kärntner Plebiszit. Da ging es darum, ob Kärnten jetzt bei Österreich bleibt oder zum SHS-Königreich geht. Und da wurde sehr viel versprochen, also die Gleichberechtigung der Volksgruppe und so weiter. Und es wurde aber auch sofort, nachdem sich diese Entscheidung für Österreich ausgesprochen habt gab es einen gegenschlag es gab repressionen und im prinzip wurden wurde wieder nichts gemacht und die landes und die staatspolitik hat sich sehr richtung der mannisierung entwickelt da haben wir dann den den höhepunkt natürlich während der ns zeit das heißt der herr bierkeker und auch David am besten, also wo es dann wirklich um explizite Repression, um das Verbot der Sprache, um das Verbot der Organisationen des Unterrichts, aber auch um die Deportationen von Kärnten-Sloweninnen in Arbeits- und Konzentrationslager geht. Und dann aber in der Nachkriegszeit gab es in Kärnten eine sehr schlechte Entnazifizierung. Das heißt, in den Strukturen blieben oft einfach antislawienische Personen, explizit deutschnationale Personen oder auch Ex-Nazis. Das heißt, dass die Unterdrücker in sehr hohen und mächtigen Positionen blieben über lange Zeit. Das ist für eine Volksgruppe, die aufgrund dessen eine ungeheure Gewalt erfahren hat und deren Merkmal eben ihr Volksgruppensein war. Also das war das Merkmal, dass ihnen praktisch diese Gewalt, mit dem diese Gewalt begründet war, diese Volksgruppenidentität dann zu leben, wird sehr schwierig. Weil wenn du slowenisch in der Öffentlichkeit sprichst, in einem System, das vor einem Jahr noch deswegen dich in deutsche Lager deportiert hat, ist das nicht einfach. Also die Sprache wurde extrem politisiert, wurde auch gefährlich. Man sah sich Repressionen noch immer entgegengesetzt. wurde auch gefährlich, man sah sich Repressionen noch immer entgegengesetzt, sie wurde auch stark diffamiert und die Familien waren ja bekannt. Es war bekannt, wer deportiert wurde, es war bekannt, wer Nationalstowene unter Anführungszeichen war und das heißt, wir haben hier einen großen Assimilationsdruck, der während der Kriegszeit, aber auch nach der Kriegszeit sehr stark war. Und diesen Assimilationsdruck haben viele nachgegeben, aus sehr verständlichen Gründen. Weil wenn ich Gewalt deswegen befürchte oder wenn ich auch ein großes Trauma habe aufgrund der Deportation meiner Familie oder der Deportation von Volksgruppenangehörigen, ist es nicht einfach, auf dieser Identität zu beharren. Dieser Deportationsdruck, den wir haben, es tut mir leid, dass das so geschichtlich ausartet, aber dieser Deportationsdruck, der während des Zweiten Weltkriegs und danach war, hat sich Mitte der Jahrzehnte in ein Assimilationsangebot gewendet. Weil plötzlich war es nicht mehr die explizite Gefahr von Repression, sondern es waren Sachen wie die deutsche Identität, die deutsche Sprache würde dir sozialen Aufstieg verschaffen. Es würde dir wirtschaftliche Besserung bringen. Es würde dir auch einfach mehr soziales Ansehen, berufliche Ansichten bringen. Wenn du dich von der Volksgruppe abwendest, hast du in Kärnten eine bessere Chance. Und das war lange so und es ist teilweise noch immer so, weil die Volksgruppenidentität nach wie vor politisiert ist. Das Sprechen der slowenischen Sprache in Kärnten-Koruska wird oft gleichgesetzt mit einer politischen Positionserklärung. Also das muss man aushalten können auch und das ist nicht einfach. Und was aber auch noch dazu kommt, also das ist ein Teil und das zweite ist, dass einfach durch die Nicht-Usetzung des Artikel 7, durch die Verweigerung der Realisierung der Rechte, durch diesen sozialen Druck, wird die slowenische Sprache immer mehr und wurde das auch immer mehr in den privaten Raum geschoben. Das heißt, der Druck bleibt in den Familien, die Familien müssen die Sprache weitergeben, Sie müssen alles jetzt aufladen, weil in den Schulen ist das schwierig. Wir haben ein semi-gutes Schulsystem. Das werde ich jetzt nicht genau ausführen, aber wir haben halt so drei sekundäre Schulen und einige zweisprachige Volksschulen, die aber durch die Kleinschulschließung bedroht werden. Und jetzt einen kleinen Ausbau der Kindergärten und Krippe-Situation. Also das ist gerade ein bisschen in Entwicklung. Aber ja, also es ist schwierig im Prinzip von der Krippe bis zur Universität Slowenisch sprechen und lernen zu können. Es ist aber auch, also durch das Anmeldet prinzip wieder ein bekenntnis zur slowenischen sprachen was eine barriere ist aber ja dadurch dass du halt diese ganzen komischen gesetze hast ist es generell schwierig slowenisch in der öffentlichkeit zu sprechen auf ämter gerichten und so weiter da gibt es einfach 100.000 verschiedene bestimmungen und es gibt einfach kein allgemeines bekenntnis zur slowenischen sprache in kärnten koruska das heißt wir haben im öffentlichen raum eine vermöglichung der und es gibt einfach kein allgemeines Bekenntnis zur slowenischen Sprache in Kärnten-Koroschka. Das heißt, wir haben im öffentlichen Raum eine Vermöglichung der Volksgruppenidentität. Es geht alles ins Private zurück, es geht auf die Familien zurück und es geht auf die Vereine zurück. Die Vereine waren in den letzten Jahrzehnten die einzigen, die die Existenz und das Überleben der Volksgruppe ermöglicht haben. Das sind die Vereine, das sind die Initiativen, dort sind die Räume, wo das gelebt werden kann. Heuer haben wir Volksgruppenförderungskürzungen, die genau diese Vereine bedrohen. Wir haben heuer eine Kürzung von 189.000 Euro und nächstes Jahr 599.000 Euro. Und das trifft genau diese Vereine, die unser Überleben ermöglichen. Und das ist nicht nur bei den Kärntner Sloweniern so, das ist bei allen Volksgruppen so. Und dieses Problem wird die Assimilation in allen Volksgruppen antreiben. Also wir verlieren unsere Basis, die wird geschwächt und das Assimilationsangebot wird gestärkt und dieses langsame Absterben unserer Volksgruppenidentitäten wird beschleunigt. So mega depressiv, aber das würde ich jetzt so umreißen. Ja, Hvala Ana, genau zu diesen Vereinen würde ich jetzt kurz noch kommen. Und zwar wäre mein Bogen jetzt folgender. Ich denke, du hast über die Eigenarten gesprochen, also was Kärntner Slowenien leisten, wie sehr sie aktiv sind in den Vereinen, wie sie ihre Anti-Assylimilierungsversuche leben. Und eine dieser Leistungen ist auch eine besondere Gedenkkultur, nämlich die des antifaschistischen Gedenkens, denke ich. Ich bin aufgewachsen damit, dass Antifaschismus ein Wert ist, den jede durchschnittliche Demokratin zu vertreten hat. Wir haben relativ bald als Kinder gelernt, dass das in Österreich nicht überall so gesehen wird. Und da würde ich aber gerne jetzt noch einmal an David eine Frage richten, und zwar wenn der Verein Perschmann einen Wunsch hätte, wie könntet ihr und wen ihr adressieren könntet, was wäre das in Sachen Gedenkpolitik? Einer wird schwierig, aber ich glaube, es gibt genug Wünsche, Ideen und Vorstellungen, die hier eine Rolle spielen. Grundsätzlich glaube ich, muss man zu dem Diskurs auch sagen, dass es sehr wohl den auf ganz viel ehrenamtlicher Arbeit basierenden Vereinen gelungen ist, dass auch in der breiten Öffentlichkeit Kärntes Verwinnenden als Opfergruppe auch im öffentlichen Diskurs in Kärnten anerkannt sind. Also ich glaube, hier gibt es kaum Diskussionen darüber. Ganz anders verhält sich das natürlich mit der Darstellung des Widerstandes. Also wenn wir hier zum Beispiel von einer Initiative, wir bei Domenplatz sprechen, die versucht, den Widerstand gegen den Nationalsozialismus als etwas Positives darzustellen, zeigt, dass ja auch schon sehr viel im Magen liegt. Ich glaube, der Durchschnittsverein Berschen wird einfach weiterhin versuchen, im Rahmen seiner Möglichkeiten, hier das Bewusstsein dafür auch zu stärken und diese Perspektive weiter zu vertiefen, weiter zu verbreiten. Was man ja auch sagen muss, dass es ja eben in Kooperation mit dem Kärnten Museum eben die Ausstellung »Patisanker Art« gegeben hat,, die auch unvorstellbar war für diesen politischen Diskurs, der existiert und die wahnsinnig wertvoll ist, glaube ich, und wichtig war. Und hier gibt es ganz viele Bereiche, die zu fördern wären. Was auch eine Folge der Razzia am Berschmannhof war, ist, dass wir seitdem Besucherrekorde haben. Es ein sehr großes Interesse gibt, die entsprechende Finanzierung dafür aber fehlt. Wenn du jetzt viel mehr Besucherinnen hast, brauchst du dafür mehr Geld, brauchst du dafür Mittel. Es gibt, Dr. Sperschwan bietet Schulworkshops an, hier wird bis zu 1000 Kärntner Kinder in den Schulen, bekommen hier eben Schulworkshops zum historischen, zum Thema Widerstand, das verbunden wird mit einer zivilcourage in einer demokratie als heute bezug und das interesse ist steigend aber es ist natürlich sehr schwierig hier geeignete personen auszubilden die zweisprachig sind und unter der woche vormittags zeit haben auch hier braucht es einfach gewisse mitt, das sicherzustellen und die braucht es einfach, glaube ich. Peter Pirka, bei einer Diskussion zum Thema, eben zu dieser Ratssitzung am Berschmannhof, hat das Podium, das ich damals gehört habe, gesagt, ein Problem ist auch, dass es kaum, wie es in Schulbüchern gibt, über kärntner- slowenischen Widerstand, nicht nur jetzt als Opfergruppen, sondern den Widerstand. Wie ist da Ihre Sicht auf diese Dinge? Ja, man muss generell sagen, dass die Geschichte des kärntner-slowenischen Widerstandes insgesamt in der Widerstandsgeschichtsschreibung in vielen Kontexten zu kurz gekommen ist. Im österreichischen Kontext ist er nicht als österreichischer Widerstand geframed worden und deshalb kaum behandelt worden. Also wenn man sich die Publikationen des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes anschaut, dann ist bis auf diesen sehr wertvollen All-History-Band zur Spurensuche relativ wenig erschienen zum Widerstand der Kärntner Partisaninnen. Das ist ja von Helena Verdel und Co., oder? Ja, genau. Das ist ein großartiges Werk. Aber davon abgesehen ist relativ wenig erschienen. Auch in Slowenien ist der Kampf der Kärntner Batisaninnen in der Batisanengeschichtsschreibung eher am Rand geblieben. Weil der Kampf in Kärnten letztlich zumindest gemessen an einem Ziel nicht erfolgreich oder an zwei Zielen nicht erfolgreich gewesen ist. Deswegen war er sozusagen eher marginalisiert. gewesen ist. Deswegen war er sozusagen eher marginalisiert und in der deutschsprachigen Widerstandsforschung in Deutschland war der Partisanenwiderstand auch nicht präsent, wenn man sich da auf den Offizierswiderstand oder die Weiße Rose und so weiter gestützt hat. Und all diese drei Diskurse haben eines völlig übersehen, dass der Widerstand der Kärntner Partisaninnen der einzige bewaffnete, andauernde und effektive Widerstand innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches gewesen ist. Nicht nur in Österreich, sondern insgesamt innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches. Und diese Bedeutung des Widerstandes ist in der Geschichtsschreibung nicht richtig wahrgenommen worden und in der Erinnerungskultur schon gar nicht und auch schon gar nicht in der Geschichtsvermittlung in Schulbüchern oder so. In Schulbüchern kommen ja historische Ereignisse erst, wenn sie sozusagen in der Geschichtswissenschaft einen prominenten Platz haben und so weiter. Das Schulbuch steht zum Schluss oder so. Und da muss man natürlich auch sagen, dass es in Kärnten massive Versäumnisse der Zeitgeschichtsforschung gegeben hat. Diese Zeitgeschichtsforschung hätte sich viel stärker müssen annehmen der Widerstandsforschung insgesamt. Die Universität Klagenfurt war phasenweise wichtig in der Forschung des Widerstandes, aber eben auch nur phasenweise. Das Slowenische Wissenschaftliche Institut war immer prekär unterwegs und ist gegenwärtig ganz prekär. Und diejenigen Vereine und außeruniversitären Institutionen, die in Kärnten massiv gefördert werden und subventioniert werden, nämlich auf unbestimmte Zeit, die haben sich mit dem Partisanenwiderstand nur pejorativ beschäftigt. Also in einer abwertenden Art und Weise, wo eben sozusagen die Verbrechen der Partisanen im Vordergrund gestanden sind, die sogenannten Verschleppungen und so weiter, wo auf jeden Fall kein positives Narrativ zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus entstanden ist. Und das hat natürlich Gründe. Wer schreibt in Kärnten oder wer ist in Kärnten angeblich zuständig für die Landesgeschichtsschreibung? Es ist der Geschichtsverein für Kärnten und die Kärntner Landsmannschaft. Beide Vereine sind sogenannte Museumsvereine, die ursprünglich das Landesmuseum gegründet haben. Und dann 1942 ist das Landesmuseum sozusagen in den Besitz des GAUs übergegangen, also verstaatlicht worden und diese Verstaatlichung von 1942, die den Museumsvereinen fixe Räume, Personal, Anstellungen usw. gebracht hat, die ist im Grunde in der Zweiten Republik fortgeführt worden und 1974 auf unbestimmte Zeit verlängert worden. Das heißt, 1974 haben zwei ehemalige Nationalsozialisten, nämlich der damalige Museumsdirektor Franz Koschier, SS-Angehöriger, SS-Unteroffizier und Akteur der Germanisierung in Oberkrhein und Leopold Wagen, der damalige Landeshauptmann, auch ehemaliger Nazi-NSDAP-Mitglied, die haben einen Vertrag unterzeichnet, die den Vereinen, den beiden Vereinen, im Gegenzug zur Übergabe ihrer Sammlungen in den Besitz des Landes Kärntens für unbestimmte Zeit, Personal, Räume und jährliche Subventionen zuweisen. Das sind aktuell in etwa beim Geschichtsverein Subventionen von 80.000 bis 100.000 Euro und bei der Landsmannschaft zwischen 40.000 und 55.000 Euro für ihre Publikationen. Das heißt, damit wird es sozusagen diesen Vereinen ermöglicht, ganz massiv das Geschichtsnarrativ in Kärnten zu schreiben. Und in beiden Zeitungen oder Zeitschriften war über viele Jahrzehnte nach 1945 ein antislowenisches Narrativ bestimmend, strukturell bestimmend, auch weil diese Zeitungen von ehemaligen Nationalsozialisten und sogar SS-Leuten geführt worden sind. Und erst in den letzten Jahren hat sich sozusagen das Demo-Spektrum etwas erweitert. Aber wenn wir das Jahr 2024, 2025 anschauen und wie in diesen beiden Jahren jetzt zum Beispiel über die Ausstellungen im Landesmuseum publiziert wird, dann muss man sagen, sagen sind da also ganz eindeutige sozusagen ablehnende sehr distanzierte artikel erschienen die auch von ihrer art und von der ihrer machart her als unter jeder kritik eigentlich sind ja weil er falsch zitiert wird weil unwahre dinge behauptet werden weil sozusagen feindbilder konstruiert werden weil den ausstellungs machen undn und Ausstellungsmacherinnen Dinge unterstellt werden, die man in den Ausstellungen so nicht findet. Also wird es verwendet, um zu polarisieren und um wiederum sozusagen Feindbilder zu schaffen. der wissenschaftsförderung und der auch der förderung der gedächtnis und erinnerungskultur die damit zusammenhängt so noch weiter geführt werden sollen und aufrechterhalten werden soll und ob man hier nicht ganz grundsätzlich die frage stellen muss dass es hier eine unglaubliche privilegierung von bestimmten sichtweisen auf die geschichte auf die gerne geschichte gibt die dazu führt dass die slowenischen Perspektiven marginalisiert worden sind. Ich glaube, ich weiß nicht, ob in der Carinthia in den letzten Jahren, wie viele slowenischsprachige Artikel da erschienen sind. Ich kann jetzt nichts sagen, aber ich glaube, wenn überhaupt, sind es sehr, sehr wenige. Und zugleich sehen wir, wie du schon gesagt hast, slowenische Vereine unter extremen Finanznöten leiden, dass das slowenische wissenschaftliche Institut, ich weiß nicht, ob die überhaupt Subventionen vom Land Kärnten bekommen, auf jeden Fall arbeiten die extrem prekär, obwohl sie sehr, sehr wichtige Archivbestände haben, die unbedingt aufbereitet gehören und für den Diskurs, für den wissenschaftlichen Diskurs und für die Erinnerungskultur zugänglich gemacht werden müssen. Dafür braucht es Geld und das wird in Kärnten momentan aus meiner Sicht völlig falsch verteilt. Anna Birada, hast du noch eine Forderung an die Politik, an Entscheidungsträgerinnen oder an die Öffentlichkeit? Ja, also ich glaube, es braucht einfach viel. Also für die Kärntner Slowenier braucht es einfach eine massive Förderung und Geldmittel und einen Ausbau der zweisprachigen Strukturen in Kärnten. Also das geht vom Schulwesen über die Medien über auch die Gedenkstätten, also wie die gemacht werden. Also alles braucht einfach Geld und Ausbau und Menschen und Personal und Ressourcen. Es braucht aber, bevor das überhaupt fruchten kann, braucht es einfach Öffentlichkeitsarbeit über die Gerichte über alles. Kärnten ist und war immer zweisprachig und das sollte man erkennen, das sollte man anerkennen und das sollte in allen Ebenen durchexerziert werden. Und im zweiten, im weiteren Schritt, das gilt auch für Österreich. Österreich braucht ein neues Identitätskonstrukt, für das auch die Minderheiten und die Volksgruppen einfach grundlegend und gleichberechtigt sind. Also wir müssen weg von dieser Dominanz-Narrativ der deutschen Gesellschaft, diesem Leitbild der Leitsprache. Wir brauchen ein umfassendes neues Identitätskonstrukt für das 21. Jahrhundert. Es ist ja peinlich. Ich denke, das waren einige schöne, ja fast schon Schlussworte, eine Idee zur Umverteilung, wo wir Förderungen bekommen, hat uns Peter Birker eindrücklich gegeben. Und damit möchte ich die Diskussion öffnen und Sie einladen, Ihre Fragen zu stellen, eventuell Ihre Beobachtungen zu teilen oder uns irgendwas mitzugeben. Es gibt ein Mikro, ich reiche das gleich rum, ich sage nur ganz kurz dazu, die Veranstaltung wird live gestreamt, wer nicht gehört werden möchte, sollte sich bitte ohne Mikrofon melden. Ansonsten reiche ich das Mikrofon gern weiter. Jetzt weiß ich nicht, wer war. Ich würde sagen, die Situation der slowenischen Volksgruppe in Kärnten ist dramatisch, ja. Aber wir müssen uns auch selber bei der Nase nehmen. Es geht darum, dass in den Familien zunehmend oder weniger in Slowenisch gesprochen wird. Zu meiner Zeit war es selbstverständlich, mit den Familien, in den Familien in der, Slowenisch zu sprechen. Wenn ich jetzt nach Kärnten komme, bin ich fast schockiert, dass nicht einmal Cousins oder Cousinen, die Slowenisch sprechen, untereinander Slowenisch sprechen. Also wir müssen uns da bei der Nase nehmen. Ich kann noch so viel Geld in die Volksgruppe puttern, wenn ich hier nichts mache in der Familie. Hier beginnt im Prinzip die Sozialisation und die Weitergabe der slowenischen Sprache. Das ist das eine. Ich werde mich kurz halten. Das zweite ist, durch die Reform der neuen Mittelschule ist es zwarenischsprachigen Gebiet, die lernen immer weniger Slowenisch. Man merkt es auch, dass die Kompetenz der slowenischen Sprache geringer ist. Das Einzige, wo das vielleicht weniger ist, ist im slowenischen Gymnasium, aber das ist es. Das zweite, zum Beispiel der Staatsvertrag ist im Prinzip ein Verfassungsgesetz, das wäre im Grunde genommen unmittelbar anwendbar. Aber nein, jetzt feiert man diesen Erfolg aus 2012, wo die wenigen 165 zweiersprachigen Tafeln aufgestellt worden sind, als super tollen Erfolg. Und was weiß ich noch, dann gibt es ein Verfassungsgesetz, wo ich mich im Prinzip gar nicht beschweren kann. Und außerdem, das Slowenische ist gar nicht in der Kärntner Verfassung als zweite Landessprache. Das war es schon. Danke. Mohoni. Ich höre ein bisschen heraus und schließe mich tatsächlich auch ein, der Wunsch der Kärntner Slowenien nach so etwas wie einer zweisprachigen Region im Allgemeinen wird dringlicher, wichtiger. Wir haben international solche Beispiele und das wäre auch der konsequentere Weg und auch der hilfreichere Weg. Wäre alles zweisprachig, würden wir nicht über einen Ort stolpern, der das nicht kann und eine Gemeinde haben, in der das möglich ist und dann kann aber zum Beispiel die Großmutter, die in einer anderen Gemeinde wohnt, ihr Formular nicht auf zweisprachige oder auf Slowenisch bekommen und somit würde auch dieses aktive Sprechen in der Familie wahrscheinlich verringert werden beziehungsweise in der Öffentlichkeit signalisieren, das ist einfach eine zweisprachige Region ohne Wenn und Aber und ohne Hürden. Sonst noch jemand? Ich möchte noch kurz Bezug nehmen zu Ihnen, meiner Vorsprecherin. Ich glaube, dass es schon auch nicht nur an der Volksgruppe selbst liegt, sondern dass es natürlich auch ein Bemühen seitens der Mehrheitsgesellschaft gibt und auch ein bisschen ein Switch in Mindset braucht. Das heißt, also meines Erachtens müssen Leute eine zusätzliche Sprache einfach als Schatz oder als Möglichkeit, die extrem viele Türen eröffnet, wahrnehmen und nicht als etwas Fremdes oder nicht Dazugehöriges ablehnen. Und dann haben wir noch eine Frage für Davida. Wie funktioniert die protopraune Ration bei der Kommission für Ihr Arbeit und Verhältnis? počelo komisije vaše delo v društvu? Se lahko predstavljam, da ste dobili veliko pozornosti strani medijev, solidarnosti tudi, ampak morda tudi sovraštvo. Kako so nasplošno obiskovalci in obiskovalke odsivali na te dogodke? odsivali na te dogodke. Ja, hvala lepa za vprašanje. Mora bi v prvem delu v Slovenščini na to, o tem govoril, da je bila solidarnost v narodni skupnosti neverjetno velika, kar nas je zelo veselilo in ni samo umevno, se mi zdi. In tukaj smo se zelo počutno podpirali z raznih strani, Und im zweiten Teil, vielleicht auf Deutsch, zur Frage, wie das Razzia auch die Arbeit im Verein verändert hat, gab es zum Beispiel eben sehr große mediale Aufmerksamkeit, die sehr viel Arbeit, sehr viel Nerven gekostet hat, gerade auch bevor es den Bericht gegeben hat, natürlich auch in Reaktionen darauf. Und es ist ein laufender Prozess, die Aufmerksamkeit hat durchaus jetzt etwas abgeebbt. Aber ich hoffe, dass sie dann auch wieder da ist, wenn es darum geht, jetzt längerfristige Konsequenzen zu etablieren. Es gibt ja diese Empfehlungen der Kommission, was alles umgesetzt werden könnte, wo bislang aber konkrete Resultate der Politik fehlen. Also ich glaube, es gibt hier ganz viele Punkte, an denen man arbeiten und schrauben kann, wo es die Frage sein wird, wie sich das langfristig auch etabliert. Grundsätzlich gab es sehr viel Solidarität seitens der Zivilgesellschaft, von Vereinen, von Initiativen, was uns sehr gefreut hat. natürlich auch große Anfeindungen in anderen Bereichen. Und ja, hier wird es auch, glaube ich, darauf gehen, einfach in sehr viel, ja, auch zu kommunizieren mit Leuten in der Umgebung, sehr viel auf sie zuzugehen und Diskussionen zu ermöglichen, Gespräche zu ermöglichen auf unterschiedlichen Bereichen. Es ist irgendwie schwer vorstellbar, dass man nach einer Razzia auf einem NS-Gedenkort Vertrauen wieder aufbauen muss, als betroffenes Museum. Es ist aber leider teilweise der Fall. das sind glaube ich so die zwei Aspekte, die das Arbeiten verändert haben. Was vielleicht eh schon früher von Herrn Pirck angesprochen wurde, es gibt ja auch diese Diffamierungen des aktuellen Wissensstandes, des Forschungsstandes, die zwar auf keiner wissenschaftlichen Grundlage beruhen, mit denen man sich trotzdem auseinandersetzen muss. Und wo es auch weiterhin darum gehen wird, in Kooperation mit Herrn Pirka, mit dem Kernmuseum, auch Aufarbeitung vorzutreiben. Wir arbeiten an einem neuen Forschungsprojekt, wollen hier dranbleiben. Genau neueste Erkenntnisse der Forschung auch wieder im Museum darstellen. Genau, das ist, glaube ich ja, takt privilegier. Ich wollte nur kurz dazu sagen, dass es eben sehr wichtig ist, diese wirklichen Manipulationen, die da jetzt publiziert werden und auch eine relativ weite Verbreitung finden, publiziert werden und auch eine relativ weite Verbreitung finden, leider, dass man denen wohl oder übel wird entgegentreten müssen, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Ja, wie es sein muss, auch auf rechtlichen Ebenen, das wird man nicht mehr einfach nur so hinnehmen können, glaube ich. Ja, ich möchte zuerst, bevor ich an Sie, Herr Pirk, eine Frage stelle, mal kurz nur sagen, als ich von dem Überfall auf dem Berschmannhof erfahren habe, ich war schockiert. Ich war sowas von tief verletzt und ich kann es eigentlich fast nicht sagen. Ich habe mich zurückversetzt gewähnt in die 70er Jahre, in die schlimmste Zeit meiner Jugend. Was mich dann aber ein bisschen aus diesem Schock herausgeholt hat, war, dass du, Anna Grielz, und die Leute mit dir zusammen das Narrativ dieses Überfalls nicht der Polizei und nicht den Nazis in Kärnten überlassen habt. Das ist euch wirklich gelungen. Ja, der Applaus sagt schon Danke. Ich sage auch Danke, weil das hat mir wirklich geholfen. Meine Frage an Sie, Herr Birker, neben dem Mölltal ist das obere Trautal ja ziemlich braun. War es so und ist es auch so? Was ist denn bei Ihnen falsch gelaufen, dass Sie auf die richtige Seite gefallen sind? Ernsthafte Frage, oder wie? Naja, ich bin früh in den Wald gegangen. Früh in den Wald gegangen. ich bin früh in den Wald gegangen. Früh in den Wald gegangen. Raus aus dem Zeltfest, in den Wald nachdenken. Nein, ich bin Gott sei Dank in einem Umfeld aufgewachsen, das vergleichsweise liberal gewesen ist und auch mit einem Strang in der Familie, der gegen die Nazis eingestellt gewesen ist und auch entsprechende Erfahrungen machen musste. Also ein Strang, nicht alle. Und da gab es schon von früher Kindheit an sozusagen eine Erzählung, die mich interessiert hat oder so. Und dann das Glück, dass noch mehrere junge Menschen Interesse gehabt haben an einer kulturellen Ausweitung dieses engen Tales. Und in diesen Ausweitungsversuchen hat die Geschichte immer eine Rolle gespielt. Und wir haben früher begonnen, uns mit der lokalen NS-Geschichte zu beschäftigen und eben nicht nur mit den Opfern, die wir recherchiert haben, sondern auch mit den Tätern, die uns damals noch im Alltag entgegengekommen sind auf der Straße. Also Leute, die zum Beispiel abgesprungene, notgelandete amerikanische Fallschirmspringer erschossen haben. Und wenn man das recherchiert, dann beginnt man sozusagen seine soziale Umgebung mit anderen Augen zu sehen, weil man dann nicht mehr nur den Nachbar sieht, sondern auch den Mörder und so. Also insofern entwickelt man eine Distanz zu seiner Herkunftsgesellschaft und dann ist es natürlich wichtig, wegzugehen und nicht in Klagenfurt stehen zu bleiben. Nein, aber kulturelle Arbeit ist was im Wesentlichen. Danke sehr. Peter, an dich eine Frage, und zwar, wer sind diese PseudowissenschaftlerInnen, die da schreiben in diesen Publikationen? Also Sie haben ja wissenschaftliche Ausbildung. In Kärnten ist es sehr interessant. Es gibt sehr viele Historiker und Historikerinnen, die keine Historiker und Historikerinnen sind, aber die sehr gut bestimmen können, ob Historiker und Historikerinnen wissenschaftlich arbeiten oder nicht. Das ist ein Phänomen, das mir sehr häufig untergekommen ist in den letzten zwei Jahren. Nein, also die konkrete Person, um die es hier geht, der ist Jurist, aber kein Historiker. Und er hat, glaube ich, auch nie einen Grundkurs im Zitier, also im Grundhandwerk eines Historikers gelernt. Er kann nicht zitieren, er zitiert falsch, er findet Zitate, er übersetzt falsch. Es ist wirklich ein einziges Grauen. Und wird aber trotzdem als Historiker gehandelt, weil er, und glaubt auch selber, dass er ein Historiker ist, dass er ein besserer Historiker als die anderen Historiker, also die richtigen Historiker sind, weil er dann eben in der Carinthia produzieren darf. Und in der Carinthia werden sehr viele gute Artikel auch publiziert. Also das möchte ich klarstellen. Aber gerade im zeitgeschichtlichen Bereich sind viele Laien unterwegs. Und die schreiben manchmal einen Blödsinn zusammen, dass es wirklich schlimm ist. Das war schon vor 20, 30 Jahren so und ist jetzt immer noch so und hier gibt es offensichtlich, das sieht man vor allem bei diesem Artikel, auf den ich angesprochen habe, dass es keine gescheite Redaktion gibt, die es verhindert, dass handwerklich völlig danebenliegende Artikel veröffentlicht werden. Das ist nämlich die Aufgabe einer Redaktion, einer wissenschaftlichen Zeitung, sonst ist sie keine wissenschaftliche Zeitung. Und diese Zeitschrift, die Carinthaktion, einer wissenschaftlichen Zeitung, sonst ist sie keine wissenschaftliche Zeitung. Und diese Zeitschrift, die Carinthia, wird als wissenschaftliche Zeitung vom Land Kärnten gefördert. Und zwar auf ewige Zeiten, mit ungefähr 80.000 bis 100.000 Euro und das ist viel Geld. Und diese Historiker und Historikerinnen, diese sogenannten Historikerinnen, glauben eben, dass sie Historiker sind, weil sie dann in der Carinthia publiziert haben. Und so entsteht irgendwie so eine Unkultur der Geschichtsschreibung, die hochproblematisch ist und die dann auch sehr zeitaufwendig ist. Man muss sich dann damit beschäftigen. Heute habe ich zwei Stunden solche Sachen gelesen. Es ist wirklich unergiebig, aber es ist notwendig, wie David gesagt hat. Danke. Und dann noch ein Kommentar, was ich spannend gefunden habe, bei diesem Assimilierungsdruck, den du genannt hast, Anna. Und zwar, ich bin ja in Kärnten aufgewachsen, sozialisiert. Was ich an Kärnten besonders spannend finde, ist diese Einigkeit in großen Teilen der Bevölkerung, auch wenn man ansonsten politisch nicht einer Meinung ist, aber gegenüber den Kärntner-slowinischen Minderheit, beginnt bei Martin Wutte. Also ich persönlich habe erst vor sieben, acht Jahren begonnen, mich damit zu beschäftigen und habe da erst mitbekommen, das hat ja in den 20er Jahren begonnen und zieht sich weiter rauf. Also diese zwei Dinge, die Einigkeit auf der einen Seite und das andere immer wieder, der Versuch auch, so wie du es beschrieben hast, auch die Menschen unter Druck zu setzen und sie auch zu verführen, dass sie eben nicht mehr ihre Sprache sprechen oder in ihren Vereinen arbeiten. Darf ich noch fragen, könntest du kurz erklären, die Einigkeit nur? Okay, also die drei großen Parteien in Kärnten, also die Grünen existieren oder kleinere Parteien existieren eh nicht, aber also die ÖVP, FPÖ, SPÖ, also ich sage jetzt nicht unbedingt die Parteien an sich, aber in der Bevölkerung gibt es Wählerinnen und Wähler aus allen drei Parteien, die sich darüber einig sind, dass die Kärntner, slowenische Minderheiten, ich sage das jetzt ganz brutal, die haben eh schon so viel gekriegt. Gib ihnen den kleinen Finger, dann nehmen sie die ganze Hand. Und man ist sich sonst spinnefeind, aber da sind sich alle einig, das habe ich gemeint mit Einigkeit. Leider. Ja, ich würde da noch kurz dazu sagen, ja, das ist auf jeden Fall so. Also die drei Parteien in Kärnten, vielleicht auch nur zur Kontextualisierung, sind ein bisschen anders als ihre Pendants im Bund. Also die SPÖ zeichnet sich da auch nicht mit großer Minderheitenfreundlichkeit aus, sondern hat auch sehr assimilatorisch agiert. Also das ist vor allem in der Schulpolitik in den 80er Jahren extrem stark herausgekommen, wo man ein Schulsystem geschaffen hat, das im Prinzip deutsche und slowenischsprachige Kinder segregiert. Also das war der große Aufreger damals, das sogenannte Kärntner Pädagogenmodell. Und was mit Martin Wuthe auch angesprochen wurde, also das ist die windischen Theorie, nur kurz zur Einordnung. Also das ist eine Theorie, dass es in Kärnten die Slowenen gibt und die Windischen. Und die Windischen sind keine Slowenen, sondern sie sprechen einen Dialekt und unterscheiden sich im Grunde von den Kärnt keine Slowenier, sondern sie sprechen einen Dialekt und unterscheiden sich im Grunde von den Kärntner Slowenier in ihrer Assimilationswilligkeit. Also das sind assimilationswillige Personen, die einen slowenischartigen Dialekt sprechen, der aber keine Sprache ist und die die Vorherrschaft der deutschen Population annehmen. Aber diese Konstruktion des Windischen, das hat sich in Kärnten so fest besetzt, dass es heute noch windischen Vereine gibt, die sagen, wir sind keine Slowenen, wir sind windische und wir haben keine politischen Forderungen, weil wir windische sind. Und das ist also etwas, was wirklich mit dieser De Vida et Impera-Formel zu beschreiben ist und was aber auch eine starke Konsequenz hat für die Volksgruppe, weil die Kategorie Windische in den Volksgruppenzählungen Einzug halt. Das haben die Nazis eingeführt eigentlich und diese Kategorie hat sich dann weitgehend gehalten und sie wird nicht zu den Slowenischsprachigen gezählt. Das heißt, dass die Zahlen in den Gemeinden und Ortschaften von slowenisch sprechenden Personen immer verringert werden durch die Personen, die sich als windisch bezeichnen und wenn man die Volksgruppenpolitik kennt, dann weiß man, dass ganz viele Rechte der Kärntner Slowenier an diese Zahlen gebunden sind. Also ob eine Ortschaft eine zweisprachige Ortstafel bekommt, ob eine Ortschaft, ob man dort vor dem Amt Slowenisch sprechen kann, das ist alles gebunden an diese Prozentzahlen der Bevölkerung, die übrigens im internationalen Vergleich unglaublich hoch sind. Also international, wenn man schaut, dann geht es ab 10% eine Ortstafel, in Kärnten sind das 17,5. Ganz eine spannende Zahl. Wo sie die herausgewurzelt haben, weiß ich auch nicht. Aber ja, also das ist ein großes Problem auch und also in der kärntner-slovenischen Bevölkerung hat sich das dann so gezeigt auch, dass wir mit der Formel, wir lassen uns nicht zählen, nepus dimus erstete, dagegen aufgetreten sind und dadurch gibt es diese Kategorie der Sprache eigentlich in den Volkszählungen nicht mehr ab 2001, wenn ich mich richtig erinnere. Also es war auch ein Gewinn für die kärntner-slowesische Bevölkerung, aber genau wie gesagt wurde, dieses Zerteilen der Volksgruppe, das wird politisch immer wieder instrumentalisiert und das wird auch mit verschiedensten Methoden verwendet. Also das zeigt sich auch in unserer Repräsentation, also mit unseren drei Vertretungsorganisationen, die sehr gut eine sein könnten. Also wir haben wirklich ein Problem, dass wir uns hier vereinen sollten und könnten, aber dass das ja im Interesse der Herrschenden ist, dass wir es nicht tun. Und ich glaube, das ist ein Problem der gesamten Gesellschaft und deswegen freut es mich, dass wir hier zumindest in diesem Raum solidarisch und zusammen sind. Ja, kurz nur, diese Zahl ist der Kompromiss aus dem, was der Verfassungsgerichtshof empfiehlt und dem, was die Kärnten-FPÖ gefordert hat. Also da kommt man dann auf diese Zahl. Und ich ergänze, diese windischen Sprache oder diese Identität als windische ist so ausschlaggebend, dass zum Beispiel der Ort Galicien, Galicia, zufällig der Ort, von dem auch der Einsatzleiter der Razzia am Berschmannhof stammt, nicht zweisprachig ist, keine zweisprachige Ortstafel hat, weil sich eine Person nicht als Kärntner Slowenien, sondern als Windische benannt hat in der Volkszählung. Und diese Geschichtsschreibung, auch die erwähnt wurde, der Wiener Theorie von Martin Wutter, der das ja rassentheoretisch begründet hat, mit wie viel Blutanteil welche Person hat, wird ja nach wie vor hofiert, also vom Landeshauptmann der Kranz niedergelegt zum Gedenken und so. Und diese, was man schon auch erwähnen muss, dass es ja neben diesem Öffnungsprozess in öffentlichen Räumen wie dem Museum ja trotzdem noch starke, die Städte der Kärntner Einheit gibt und gab und das Domplatzdenkmal, die ja von Vereinen aufgestellt wurden, die das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextreme Vorfeldorganisationen sieht und die aber trotzdem das Nonplusultra in der Kärntner Erinnerungspolitik darstellen. Und zu dieser Einheit auch gegen die Kärntner Slowenen vielleicht eben noch dazu, dass es ja nach wie vor keine Entschuldigung gibt von seitens gar keiner Behörde, weder dem Museumsverband, den Museumsbetreiberinnen, den beiden Vereinen, weder dem Club der slowenischen Studierenden und Organisatorinnen, noch den Teilnehmerinnen des Camps. Und dass das möglich ist, nach einem Polizeieinsatz mit bewaffneten schreienden Polizisten in eine NS-Gedenkstätte, in der eine SS-Polizeieinheit Kärntner Slowenien massakrierte und es einen Kommissionsbericht gibt, einer Expertenkommission, die das drei Monate lang untersucht hat und das Ergebnis ja schockierend ausfällt, dass es in weitesten Teilen rechtswidrig war. Ich glaube, diese fehlende Entschuldigung hat hier, wirkt eben auch dazu, dass das Betreiberinnen des Museums, aber auch die Organisatorinnen des antifaschistischen Bildungscamps und die Teilnehmerinnen als Leute dargestellt werden, die eben dieser Entschuldigung nicht würdig sind, die nicht als wertvoll angesehen werden und eben hier bewusst in eine Ecke gedrängt werden, in quasi einer Kontinuität, einer Darstellung von Kärnten-Slowenien als etwas, wie du es beschrieben hast, eben quasi, dass eine entsprechende Sprache schon dich politisch exponiert. Was vielleicht auch in einer Kontinuität gewissend werden kann, wie mit Widerstandskämpferinnen umgegangen wurde, die Herr Birkert beschrieben hat, auch als Banditen sehr bezielt, verunglimpft und in den Dreck gezogen, strukturell. Das ist schon erschreckend und schockierend auch, dass das heute so gehandhabt wird. Eine Stimme noch aus dem Publikum. Ich wollte vorausschicken, ich bin kein Slowener, aber mit einer Kerntner Slowenin verheiratet und ich stelle mir die Frage, wer ist eigentlich ein Slowene? Ist das eine kulturelle, eine sprachliche oder eine geografische Bindung? Zum Beispiel ein Kind, das in einer slowenischen Familie geboren wird, aber dort nicht slowenisch lernt und auch nie ein Wort slowenisch sprechen kann. Ist es jetzt ein Slowene? Ja oder nein? Es ist sehr schön, dass Sie diese Frage stellen. Ich habe hier zufällig oder doch auch ein bisschen in Erwartung einer solchen Frage einen Beitrag mitgebracht aus der aktuellen Zeitschrift Novice, für die auch Anna Grilz regelmäßig journalistisch schreibt. Das ist die Wochenzeitung der Kärntner Sloweninnen und Slowenen. Und dort schlägt Daniel Wuth, die Professor an der Pädagogischen Hochschule in Kärnten, vor. an der Pädagogischen Hochschule in Kärnten vor, er ist Psychotherapeut und Sozialpsychologe, dass wir uns an eine Definition von Brigitta Busch, der Sprachwissenschaftlerin, halten sollen und in Zukunft von Sprachgemeinschaften sprechen könnten. Also, dass wir uns nicht über irgendwelche Blutgeschichten, Herkunftsorte oder Familientraditionen definieren, sondern die Sprachgemeinschaft in den Vordergrund stellen und damit vielleicht auch der Zukunft einen Raum geben, den Kindern einen Raum geben, die jetzt in den Großstädten wie Graz, Kärnten, Klagenfurt, Innsbruck, Wien aufwachsen, vielleicht auch mit anderen Sprachgemeinschaften im Austausch sind und vielleicht so ein Stück weit in Allianzen binden, auch im Sinne der Initiative Minderheit. David hat gerade einen sehr guten Beitrag gesagt und zwar könnte man sich auch ein bisschen orientieren an den SorbInnen, an den Lausitzer SorbInnen, die ja laut dem Sorbengesetz sogar das so definiert haben, dass jeder, der das SorbInnentum in sich fühlt, sich als Sorbe benennen darf. Und ich würde vielleicht hier noch hinzufügen, dass mir auch ein Konzept von Cultural Citizenship sehr gut gefällt, nachdem im Prinzip das eben nicht an Blut oder Herkunft gebunden ist, sondern dass sich Menschen, die sich in den Strukturen der Volksgruppe, in den Vereinen, in der Sprache, in den Freundinnengruppen integrieren, sich dort sozialisieren, dass diese Menschen sich zur Volksgruppe zählen können. Also es ist eine Identität im Vollzug, eine Identität im Werden, die mit der Sprache wächst und hinzuwächst, aber die nicht an eine perfekte Beherrschung der Sprache gebunden ist, sondern diesen sozialen Aspekt in den Mittelpunkt rückt und auch eine gewisse Fehlerpolitik zulässt. Also da bin ich sehr und ich bin auch sehr dafür, dass wir die Volksgruppenidentitäten etwas öffnen, weil wir werden immer weniger und ich glaube, dieses sehr nationale Denken, das halt oftmals auch diese Volksgruppendiskurse prägt, also von Grenzen, von Territorien, ist einfach überaltert. Kärntner Sloweniener leben überall im Land, Kärntner Sloweniener wollen überall ihre Rechte haben, Kärntner Sloweniener leben überall im Land, Kärntner Sloweniener wollen überall ihre Rechte haben, Kärntner Sloweniener sprechen in verschiedenen Niveaus Slowenisch und sind verschieden eingebunden, aber ich glaube, das Wichtigste in einer Identität ist Gemeinschaft, ist der Zusammensein, ist die Kommunikation und das sollten wir fördern und das sollten wir anbieten. Also gegen das Assimilationsangebot ein Sozialisationsangebot, ein Integrationsangebot. Ich wollte fragen, welchen Einfluss war sehr groß. Nur eine Anekdote bei einer Diskussion im Kärntenmuseum, wo unter anderem Andreas Mölzer und Wilhelm Wadel und Klaus Schönberger, Elisabeth Glatzer, ich und Marian Sturm am Podium gewesen ist, ist dann irgendwann einmal im Verlauf der Diskussion der ehemalige Landeshauptmann Dörfler aufgestanden und hat sich sozusagen sich selbst gewürdigt, also auch diese Kultur der Selbstgratulation ist in Kärnten unglaublich verbreitet, hat sich selbst gewürdigt dafür, dass er sozusagen das Zusammenleben in Kärnten neu definiert hätte mit diesem Ortstafelkompromiss gemeinsam mit der Konsensgruppe und dass das ein unglaublicher Schritt nach vorne gewesen ist. Was er nicht gesagt hat, war natürlich, dass er bis zum Tod von Jörg Haider genau das Gegenteil gemacht hat und dass seine Courage erst entstanden ist, nachdem Jörg Haider tot war. Das ist natürlich ein Sinnbild dafür, wie stark einerseits die Autorität von Haider gewesen ist, also wie sehr ihm gefolgt worden ist, wie unterwürfig die Leute gewesen sind ihm gegenüber und wie falsch sich die Menschen selber einschätzen in dem, was sie glauben, mutig ist. Das ist mir in dem Moment so richtig klar geworden, wie schlecht und falsch die Selbsteinschätzung von vielen kärnten ist ja und das ist einfach keinen keinen resonanz raum gibt keinen reflex oder einen viel zu schwachen reflexionsraum eine mangelnde diskussions und auseinandersetzung kultur in der öffentlich. Was weit verbreitet ist, ist eine Kultur, sich selbst zu gratulieren und sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Aber eine kritische Auseinandersetzung, wie wir sie jetzt versucht haben, im letzten Jahr voranzutreiben, das ist nicht sehr weit verbreitet und auch nicht sehr stark entwickelt. Da muss man noch viel trainieren, glaube ich, alle gemeinsam oder so. Ja, in diesem Sinne, vielen Dank für Ihr Interesse, vielen Dank euch, Le Pahwala, das ist der Prischli. Schön, dass Sie mitgesprochen haben, mitdiskutiert haben. Ich möchte ganz zum Schluss dieser Veranstaltung noch einmal eine Sache ansprechen. Ich möchte ganz zum Schluss dieser Veranstaltung noch einmal eine Sache ansprechen. Und zwar, wir haben heute einiges davon gehört, dass die kentner-slowenische Volksgruppe Minderheit chronisch unterfinanziert ist. Genauso ist es mit der Initiative Minderheiten. Auch das Depot der Verein Perschmann und der Club Slowenischer Studentinnen sind sicher von Kürzungen betroffen. Insofern, sofern es in Ihrer Hand liegt, lassen Sie uns ein bisschen unterstützen. Wenn Sie können, können Sie ein Stimme-Abo abschließen. Sie können einen der genannten Vereine spenden oder auch weitererzählen, was wir machen und wie es Ihnen heute gefallen hat und allgemein, welche Anliegen wir so haben und sich natürlich weiterhin solidarisch für Kärnten-Koroschka einzusetzen und Minderheiten in Österreich zu unterstützen. Schönen Abend, Hala Lepa.