Hallo, herzlich willkommen bei der Ausstellung Unnoticed der Studienrichtung Industrial Design Linz. Die Studienrichtung gibt es seit über 50 Jahren und alle zwei Jahre entwickeln unsere Studierenden eine Ausstellung, die meistens hier im SPLACE stattfindet. Die heurige Ausstellung war gewidmet oder ist gewidmet dem Titel Unnoticed. Und Unnoticed soll der Hinweis sein an sehr viele Dinge im Design. Unnoticed beschreibt für uns nicht nur die Wortmache, den Begriff, also das Unbemerkten, Unsichtbaren, sondern viel, viel mehr, was man nicht sieht, was dahinter steckt, hinter unseren Konzepten, unseren Ideen, unseren Ausarbeitungen, die ganzen Schritte, die wir machen, die ganzen Ideen, die wir haben, eruieren, ausarbeiten, abwägen, dann wieder vielleicht auch verwerfen und den ganzen hinterliegenden Gedanken, den wir haben, die sind oft unbemerkt und sind oft gar nicht präsent und somit hat man ein sehr großes Spektrum an Dingen, die gar nicht bemerkt werden und Annotis soll auf diese große Blase an Dingen, die gar nicht so wirklich im Vordergrund stehen, hinweisen und das mal in den Vordergrund rücken. Design generell ist natürlich in der breiten Masse wird es so verstanden, dass das etwas Starhaftes, Künstlerisches ist. In unserem gelebten Alltag ist das aber anders, weil viele gute Designs tatsächlich übersehen werden und nicht beachtet werden, weil sie im Jahr für so gut integriert sind, dass Nutzende darüber nachdenken, dass sie ein Design in der Hand halten. Also gutes Design in vielen Fällen soll verschwinden und sich nicht nach vollem Alltag drängen. Annoticed heißt für mich persönlich, für die Ausstellung, dieses Nicht-Gesehen-Werden von dem, was dahinter steckt, Hinterdesign und von diesem Prozess, der entsteht, während man die richtige Lösung findet eigentlich. Das ist das, was dahinter steht und das ist auch das, was ich so spannend gefunden habe an den vielen verschiedenen Projekten, weil das natürlich manchmal Semesterprojekte, manchmal auch über ein bisschen längere Zeit Projekte sind, die uns so viel begleiten und in die wir so viel Zeit investieren. Und dieses Gesehenwerden von diesem Prozess ist einfach das Schöne an dieser Ausstellung und auch das, was ich mitgenommen habe aus der Ausstellung. Ich habe mich in diesem Semesterprojekt, das war mein erstes Semesterprojekt, habe ich mich auseinandergesetzt mit der Knoblauchpresse. Aus dem Grund, weil ich extrem gerne koche und für mich, also ich koche auch extrem gerne mit Knoblauch und für mich war einfach dieses, das Benutzen der Knoblauchpresse war nie das Problem, sondern eigentlich immer die Reinigung. Man benutzt die Knoblauchpresse eine halbe Minute vielleicht und dann liegt sie entweder zum Auflösen in irgendeinem Wasser oder so oder man reinigt sie für zehn Minuten. Und das hat mich einfach immer schon gestört und da war einfach das Überthema Handwerkzeug hat mich einfach zu dem veranlasst, dass ich diese Knoblauchpresse gestalte. Ich habe mich da ganz viel auseinandergesetzt mit der Grifftechnik und habe ganz viel überlegt, wie könnte man das vielleicht gestalten, so dass auch die Kraftauswirkung, die man hat beim Pressen, dass das ein bisschen besser gestaltet ist. Und bin da eben dann auf eine Technik gekommen, in der man die Knoblauchpresse so hält und man dann eigentlich direkt in die Pfanne, da wo man ja den Knoblauch normalerweise braucht, man braucht den ja meistens nicht am Arbeitsfeld oder irgendwo anders in der Küche, es ist ja meistens die Pfanne oder der Topf, dass man dann direkt daraus den Knoblauch in die Pfanne drücken kann. Und das, was ich gerade angesprochen habe, nämlich dass man die Knoblauchpresse nicht reinigen kann, hat mich extrem gestört. Und deswegen habe ich mich dann dazu entschieden oder habe dann ausprobiert, ob das gehen würde, dass man die Knoblauchpresse aus drei Teilen macht. Das ist einmal das Sieb, das man einzeln herausnehmen kann und dann eben der Pressfuß und der Fuß, wo das Sieb drinnen liegt. Und aus dem ist dann eigentlich dieses dreiteilige Set entstanden, das ich auch in der Ausstellung herzeigen darf. Das freut mich voll. Und wo ich auch bei der Vernissage extrem gutes Feedback bekommen habe. Und es ist mehrmals die Nachfrage gekommen, ob man das nicht schon kaufen kann und wann ich dann in Produktion gehen würde. Also der Use Case wäre da. Der Use Case wäre da. Wir bei der Studie in Richtung Industrial Design Linz legen auch Wert auf inklusives Design. Was ist inklusives Design? Das hängt zusammen mit speziellen Use Cases und speziellen Usern, mit Menschen, die besondere Bedürfnisse haben und die sehr oft mit normalen Produkten nicht das Auslangen finden. Jeder Mensch hat ganz spezielle Bedürfnisse und beim inklusiven Design fokussieren wir uns wirklich darauf, dass genau diese Bedürfnisse erfüllt werden. Sehr oft wählen wir da den Weg des partizipativen Designs, das heißt die Zielgruppe wird in den Designprozess integriert. Wir versuchen mit Menschen in Kontakt zu kommen, Bedürfnisse zu sehen und wahrzunehmen und auch wirklich so umzusetzen, wie es gedacht wird. Oftmals fallen die echten Bedürfnisse, die gar nicht angedacht sind und die echten Bedürfnisse, die dann wirklich auftreten, die liegen oft auseinander. Und wir versuchen auch im Prozess das vorzuheben und mit einzubeziehen, um ein wirklich authentisches und funktionierendes Produkt zu schaffen, das dann auch helfen und wirken kann. Wir waren im Team bei diesem Projekt mit der Caritas, wo unterschiedliche Produkte für die Jugendbeschäftigung entwickelt wurden. Das heißt, da gibt es eine Einrichtung, wo junge Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Und dafür haben wir diese Produkte entwickelt, die alle selbstständig fertigbar sind, mit möglichst viel unterschiedlichen Schritten und Zugängen, damit für jeden der Jugendlichen auch was dabei ist, was eigentlich auch hoffentlich Spaß macht. Und auch grundlegend dabei war, dass das Kleidersortierwerk Kader Tex als Ressource zur Verfügung steht, wo Altkleider sortiert werden. Und diese Altkleider sind bei den Projekten in die unterschiedlichsten Verarbeitungsmethoden eigentlich zu Produkten entwickelt worden. Ja, spannend ist vielleicht, dass wir da nicht im üblichen Industrial Design sind, sondern Produkte in geringer Stückzahl fertigen. Wo es eher um diesen sozialen Aspekt geht, also was lernen die Jugendlichen bei den einzelnen Arbeitsschritten und was sind sinnvolle Arbeitsschritte und wie kann man dort irgendwie Hilfe geben und damit diese Integration wertvoller wird. Einmal gibt es die Hadernlampe vom Jacob, die besteht aus Hadernpulpe, also ein Papier aus Textilien. Dann sehen wir hier das Re-Shirt von der Brand Re. Da werden auf gebrauchten T-Shirts Motive aufgedruckt. Dann haben wir da das Infaserflitzer, der aus Sperrholzplatten gelasert wird und der wichtigste Teil eigentlich dann aus einem ähnlichen Ausgangsmaterial wie bei der Lampen auch so Faserpulpe oder oder gepresst wird dann in einer Form und dann beim Husserl-Gesang in Streifen geschnitten beziehungsweise gerissene Zahnknete, Schnüre kann man fast sagen, die dann gestrickt werden in der Form. Wir sind eine Gesellschaft und in einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft könnte man zwar auch vielleicht argumentieren, dass das nicht sein muss. Unter meinem Demokratieverständnis und meinem Gesellschaftsverständnis aber auf jeden Fall, denn wir arbeiten in der Gesellschaft zusammen. Wir sind ein großes Spektrum an Menschen und die haben auch das Recht jeweils abgegriffen zu werden und gehört und gesehen zu werden. Und somit müssen wir als Gestaltende eben auch Lösungen für alle möglichen Bedürfnisse schaffen und den möglichst besten Ansatz, den möglichst besten Lösungsweg eben auch ebnen, um auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und somit auch einen viel größeren Impact zu haben und viel größere Wirkung als nur eine Einzellösung, sondern wir bringen die Gesellschaft mit ganz kleinen einfachen Dingen ja auch voran und schaffen eine Inklusion und eine Einbindung und dadurch ist Inklusion in der Gestaltung ganz wichtiges Mittel und somit für mich ein absolutes Muss. Das Thema Feminismus spielt im Design deswegen eine große Rolle, weil wir ja in unserer Gesellschaft in einem Patriarchat leben, immer noch, und wir da ja trotzdem gewisse strukturelle Probleme haben, die einfach schwer zu navigieren sind. Und das beinhaltet halt auch das Design und eben auch die DesignerInnen, die diese Designs gestalten. Und das ist natürlich bei uns auch ein Thema, das wir aufarbeiten in verschiedenen Lehrveranstaltungen und das auch bei uns in den Design Talks immer wieder ins Gespräch kommt. Die meisten Artikel, die so verkauft werden, sind meistens von Männern getestet und höchstwahrscheinlich auch von Männern designt. Da wird die Frau natürlich nicht mitgedacht und da gibt es eben ein Projekt bei uns in der Ausstellung, die Atemschutzmaske. Die Designerin, die sich da mit dem Thema beschäftigt hat, hat eben herausgefunden, dass die natürlich auch für Männer genormt sind und hat herausgefunden, dass wenn so eine Frau eine Atemschutzmaske trägt, ist die Partikelbelastung extrem hoch und weil es einfach nicht richtig abschließt und das macht einfach dann später, je nachdem was für Arbeit man macht, hat man ganz starke Feinstaubbelastung und dann kriegt man irgendwann Lungenprobleme und das ist auf jeden Fall nicht gut für die Lunge. Und diese Designerin hat sich damit auseinandergesetzt und hat da versucht eine Lösung zu finden speziell für Frauen, weil eben das meiste nicht einfach so genormt werden kann über alle Geschlechter, sondern weil es manchmal einfach auch Lösungen braucht, speziell für Männer oder für Frauen eben. Oder auf jeden Fall für verschiedene Gesichtstypen. Da habe ich an einem modularen Knieschoner für den Baustellengebrauch gearbeitet. Und der Gedanke dahinter war eigentlich beziehungsweise draufgekommen bin ich weil ich habe selber einige jahre an baustellen erfahrungen und irgend so ein paypal den ich immer gehabt habe war dass die knieschoner mit denen ich gearbeitet habe die haben nicht zufrieden gestellt und dann habe ich mir gedacht es muss doch besser gehen und so bin ich dann darauf kommen, das Ganze in mehreren Schichten aufzubauen, dass man zum einen für den jeweiligen Einsatzbereich flexibel ist, dass man zum anderen aber eine Reparierbarkeit und Anpassbarkeit an den User hat. Und so besteht das ganze Ding aus insgesamt fünf Teilen. Da gibt es einmal den Rahmen, an dem alles andere befestigt wird. Es gibt die Außenschale, innen gibt es dann ein Polster und dann gibt es noch ein Wabenpolster. Und die Besonderheit an dem Ganzen ist eben, dass man die Schale, so wie das Polster, alles austauschen kann, je nach Anwendungsbereich und je nach User. Und das Allerwichtigste war mir, dass man ein schnelles An- und Ablegen ermöglichen kann. Und so habe ich mir da mit einer Firma zusammengetan, die heißt FITLOCK. Da habe ich einen Magnetverschluss verwendet und so funktioniert das Ganze ganz einfach. Da kann man das einfach abnehmen. Beim Anlegen steckt man es einfach ans Beil. Das rastet dann magnetisch ein, dann dreht man es und dann hält es. Weil das ist etwas, das bei herkömmlichen Kinnenschuhen richtig mühsam ist, weil man da immer irgendwelche Gummizüge hat, die mega kompliziert sind und nach einer Zeit auch nicht mehr anständig halten. die mega kompliziert sind und nach einer Zeit auch nicht mehr anständig hätten. Bei diesem Projekt geht es eigentlich darum, welchen Wert wir Dingen beimessen. Wenn man so durch die Stadt geht, findet man immer wieder Dinge, die neben oder auch vom Müllcontainer abgestellt werden. Also Produkte mit eher geringem monetären Wert. Aber trotzdem haben sich diese Menschen entschieden, sie nicht wegzuschmeißen, sondern dass sie vielleicht noch jemand gebrauchen könnte. Und um dieser Weitergabe von diesem Produkt eine Plattform zu bieten, wurde ein Regalsystem entwickelt, das die Produkteveräußerung einflüssig schützt und ihnen quasi einen roten Rahmen gibt. Da ist das Regal nur recht schematisch dargestellt, aber es wird ein rotes Blechregal sein, das dann auch charakteristisch an müllsamen Stellen bzw. an Bushaltestellen aufgestellt wird und zwar eigenes Erkennungsmerkmal bekommt für diese kleinen Dinge und den Wert, den diese kleinen Dinge haben. Ich habe die App, die Plattform OpenEye entwickelt. Das war eine Kooperation mit der Firma Hoferkerzen und die Firma befasst sich mit dem Thema Gedenken und unsere Aufgabe war, Gedenken neu zu denken, neue Formen des Gedenkens, des Trauerns zu entwickeln und ich habe das nicht individuell auf einer gesellschaftlichen Ebene machen wollen, weil mir das sehr wichtig ist, auch Gedenken nicht nur auf die verstorbene Oma zum Beispiel zu beziehen, sondern wie eine ganze Gesellschaft gedenken und mahnen und wachen kann, weil es ein viel größerer Begriff als eine Trauer ist. Und ich habe für meinen Ansatz ein digitales Tool gewählt, eine Plattform in Form spezifisch einer App, die Wissensvermittlung betreibt zum Thema Erinnerungskultur, somit dem wichtigsten, präsentesten Thema in der Gedenkarbeit. Die App ist momentan noch im Prototypen, es gibt einen Clickdummy und sie befindet sich gerade eben noch in der Entwicklung, dementsprechend ändert sich da auch noch viel. Man kann es testen, ich bin auch offen für Feedback, aber die App ist noch nicht fertig. Heißt, es gibt noch keinen funktionierenden Protypen zu runterladen und keine Nullversion, sondern eben nur die Test-Clickdummmies, um das jetzt eben auszuarbeiten final. Wir sitzen hier vorm Computer und dem Kaugummi-Automaten, weil wir bei uns im Studiengang seit einiger Zeit einen eigenen Podcast haben, in dem über Design gesprochen wird, aber auch dessen Grenzen ausgelotet werden. Also wir sprechen nicht nur mit klassischen Designenden, sondern auch mit gewissen Randtätigkeiten. Wir schauen quasi, wo die Grenzen dessen sind, was wir studieren können, was wir arbeiten können. Wir haben zum Beispiel mit einem gesprochen, der ein Experte in der Designforschung ist. Das ist ein junger Bereich eigentlich, aber auch mit einem Wirtschaftsberater, der viel mit Design zu tun hat, mit Patentrechtsanwälten, Journalisten, also wirklich ganz ganz breit. Wir haben auch natürlich Designhistorikerinnen in dem Fall, Physikerinnen, also wirklich Wir schauen, dass wir wirklich aus jedem Feld der Verknüpfungen zustande kommen. In meinen Projekten ist mir der Nachhaltigkeitsaspekt sehr wichtig und ich probiere auch das Wissen von der BOKU hier anzuwenden. Da geht es eben viel um die Produzierbarkeit, um die Langlebigkeit von Produkten und oder wie in dem Produkt jetzt um eine intelligente Materialauswahl. Ich habe da 44 Materialtests durchgeführt und geschaut, wie kann man die Problematik von Biopolymären, was ein sehr schwammiger Begriff ist. Also Biopolymere können biologisch abbaubar sein, unter bestimmten Bedingungen müssen es aber nicht, weil sie auch aus biologischen Ressourcen stammen können. Und diese Thematik habe ich mir angeschaut und wollte ein Esswerkzeug entwickeln, das komplett kompostierbar ist, beziehungsweise nicht kompostierbar in einer Anlage, sondern das was einfach in der Natur verrottet. Ich finde es sehr wichtig, dass man eben bei allen Produkten den Nachhaltigkeitsgedanken mit einspielen lässt. Also wie schon erwähnt in Bezug auf die Langlebigkeit, Materialauswahl und auch wie es produziert wird, dass einfach Ressourcen geschont werden und somit der Beitrag für die Umwelt geleistet wird. Und für mich war besonders spannend, dadurch dass ich jetzt im dritten Semester bin, habe ich nun nicht alle Projekte, die da ausgestellt worden sind, live miterlebt. Und die Übersicht an Projekten zu sehen und wie breit wir aufgestellt sind und wie viele Projekte in diesen zwei Jahren entstanden sind, war einfach extrem spannend zu sehen und da war einfach die Aufarbeitung der Projekte sehr interessant für mich. Wir waren ein kleines Team von Studierenden, die sehr, sehr eigenständig arbeiten durften. Das heißt, wir haben von der Themenauswahl, Projekte und so weiter auch die Ausarbeitung alles sehr frei gemacht und sehr eigenständig gemacht. Und das war sehr herausfordernd, auch zeitlich sehr intensiv, aber ein unfassbar lehrreicher Prozess, auch besonders für mich die Organisation zu machen in dem Team als Projektmanager, war sehr, sehr spannend. Ich habe mich extrem gesehen gefühlt, vor allem bei der Vernissage, die wir gehabt haben, weil ich dort natürlich durchgegangen bin und von ganz vielen Menschen angesprochen worden bin und man da natürlich dann ins Gespräch kommt mit Menschen, die vielleicht auch noch nicht in Berührung gekommen sind mit Design oder die sich noch nicht so viele Gedanken gemacht haben, über warum Produkte so ausschauen, wie sie ausschauen. Und diese Gespräche zu führen und dann die Fragen, die aufkommen, zu beantworten, war einfach für mich ganz spannend. Und das ist das, was für mich das dann zu einer schönen Experience gemacht hat. Dass ich da eine Wertschätzung bekommen habe für die vielen Stunden Arbeit, die da alle eingeschickt haben.