Schönen guten Abend und herzlich willkommen im Presseclub Concordia. Mein Name ist Walter Strobl. Ich leite den Rechtsdienst Journalismus hier im Haus und darf Sie herzlich begrüßen zur Präsentation des Bündnisses Gemeinwohl orientierter Journalismus, der heute erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert wird. Ich darf Sie also herzlich willkommen heißen. Ich werde ein paar Worte vorher an Sie richten und ein paar Gedanken zu rechtlichen Grundlagen anstellen und danach gibt es eine Podiumsdiskussion und nachdem ich Sie jetzt so herzlich willkommen geheißen habe, darf ich mir jetzt einen anderen Hut aufsetzen, nämlich den Hut des Rechtsexperten. Ja, vielen Dank. Also der Leonhard Dobusch hat mich gebeten, ein paar Worte zu verlieren zu der Frage, was der Gesetzgeber zum Thema gemeinwohlorientierter Journalismus zu sagen hat. Vielleicht vorweg, die Concordia setzt sich ja seit 1859 ein für Journalismus als wesentliche Säule der Demokratie und in etwa ebenso lang, nämlich seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, gibt sich aber aus dieser öffentlichen Aufgabe, dass Journalismus im Dienste der Demokratie mehr oder weniger von Nutzen für die Allgemeinheit ist. Und mein erster Gedanke, als ich das erste Mal gehört habe, gemeinwohlorientierter Journalismus war, wozu braucht es das Wort Gemeinwohl als Zusatz, denn Journalismus ist ja an sich von der Idee der öffentlichen Aufgabe her ja schon gemeinwohlorientiert. Vielleicht zwei Thesen dazu, die mir dann so durch den Kopf gegangen sind. Das erste ist, dass möglicherweise gemeinwohlorientierter Journalismus einen Zusatznutzen hat, also etwas leistet, das Journalismus per se nicht leisten muss. Das werden wir uns dann näher anschauen. Und der zweite Gedanke war, dass möglicherweise sich rechtliche Folgen daraus ergeben könnten, wenn Journalismus gemeinwohlorientiert ist. Und die dritte These, die mir heute erst so in den Sinn gekommen ist, ist, dass möglicherweise auch für die Unabhängigkeit des Journalismus etwas getan ist, wenn er gemeinwohlorientiert ist. Ich habe mir zunächst einmal angeschaut, was Organisationen, die gemeinwohlorientierten Journalismus vertreten oder ihn fördern wollen, was die darunter verstehen. Und denen gemein sind ein paar Punkte. Das Erste, was eigentlich allgemein ist, dass tatsächlich der Anspruch besteht, dass besondere Anforderungen an die Pluralität gestellt werden. Insbesondere geht es darum, dass Stimmen, die sonst nicht gehört werden, mehr oder weniger eine Stimme verschafft wird. Also es geht um Minderheitenmeinungen im Wesentlichen. Und das Zweite, was all diesen Ansätzen gemein ist, ist, dass gemeinwohlorientierter Journalismus den Public Value vor den Shareholder Value stellt. Also dass Gewinne oder Überschüsse, die allenfalls erzielt werden, nicht mehr oder weniger dem privaten Gewinn dienen sollen, sondern wieder in die Arbeit des Journalismus fließen sollen und das unterstützen sollen. Das sind mal so die Grundlagen, die man in der Praxis erkennen kann. Und wenn wir uns jetzt anschauen, was der Gesetzgeber jetzt letztlich versteht unter gemeinwohlorientem Journalismus oder was wir ableiten können aus gesetzlichen Vorgaben, dann muss ich mal die Erwartungen etwas tiefer legen. Also wir können ein bisschen was gewinnen, aber jetzt gesetzliche Definitionen oder sowas gibt es keine. So viel kann ich vorwegnehmen. Jedenfalls, wenn wir jetzt die Wortfolge gemeinwohlorientierter Journalismus haben, dann können wir aus gesetzlicher Sicht mal zuerst anschauen, die Frage Journalismus, was das ist, ein Thema, das eh relativ breit diskutiert wird seit geraumer Zeit, auch aus rechtlicher Perspektive und dazu würde ich wieder, oder anders gesagt, die Frage, warum oder was das Recht sagt, ist vor allem deshalb von Bedeutung und von Interesse, weil und wenn Rechtsfolgen geknüpft sind an das Vorlegen von bestimmten Tatsachen. Und jetzt ist es so, dass der Gesetzgeber in Österreich und auch der europäische Gesetzgeber und auch die ständige Judikatur des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte geht in diese Richtung, dass da Rechtsfolgen und Begünstigungen an den Journal Österreich spricht man eben und in Deutschland auch von der öffentlichen Aufgabe. Und weil eben Journalismus diese öffentliche Aufgabe erfüllt, darunter versteht man im Wesentlichen das Liefern von verlässlichen Informationen als Grundlage für die Meinungsbildung im politischen Diskurs und im politischen Prozess. Und dazu kommt dann auch die Kritik- und die Kontrollfunktion. Das sind so die Kernelemente der öffentlichen Aufgabe. Und weil Journalismus diese Aufgabe erfüllt, erfährt er bestimmte Begünstigungen. Das sind einerseits journalistische Privilegien wie Haftungsminderung, Beeinhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht, datenschutzrechtliches Medienprivileg, Redaktionsgeheimnis und ähnliches. Und auf der anderen Seite ist die Rechtfertigung für Förderungen auch darin gelegen, dass Journalismus eine öffentliche Aufgabe erfüllt. Jetzt in aller Kürze, der Gesetzgeber hat keine Definition von Journalismus, wenn er diese Begünstigungen gewährt. Er hat aber ein Bild von Journalismus vor Augen und das ist ein bisschen antiquiert, darf man sagen. Das stammt im Wesentlichen aus den 1920er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Gesetzgeber geht im Wesentlichen davon aus, dass Medienunternehmen, also nicht einzelne Journalistinnen, sondern Medienunternehmen sind dieser Zusammenwirkung von mehreren Menschen und von wirtschaftlichen Mitteln, dass solche Medienunternehmen per se die öffentliche Aufgabe erfüllen, das ist die Annahme des Gesetzgebers tatsächlich, und dass alles, was in diesen Medienunternehmen von hauptberuflichen Journalistinnen geschieht, dass das Journalismus ist. Und von diesem Bild ausgehend legt der Gesetzgeber dann eben bestimmte Rechtsfolgen fest. Und weil dieses Bild eben so institutionell anknüpft, führt das im Ergebnis dazu, ganz kurz gesagt, dass wir heute journalistische Erscheinungsformen haben, wie etwa einzelne Podcasts oder Ähnliches, die nicht in den Genuss dieser Privilegien kommen, weil sie eben keine Medienunternehmen sind. auch als Gesetzgeber nicht die Frage, was passiert tatsächlich im Medienunternehmen. Das heißt, es gibt auch Propaganda-Plattformen zum Beispiel, die in Form von Medienunternehmen organisiert sind. Also hier wäre grundsätzlich zu fordern, dass der Gesetzgeber vielleicht ein neues Bild entwickelt, das er vor Augen hat, wenn er Begünstigungen gewährt und das dem Jahr 2025 anpasst. Soviel dazu, da würde ich gar nicht viel tiefer mal fürs Erste hineingehen. Vielleicht noch ganz kurz mit Hans Kelsen. Wenn man sich so rechtliche Materien anschaut, dann macht es immer Sinn, dass man sich die oberste Ebene mal anschaut, also die verfassungsrechtlichen Grundlagen. In unserem Fall wäre das die Freiheit der Meinungsäußerung, also Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Und daraus können wir vielleicht auch ein bisschen was gewinnen, denn dieser Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention schützt nicht nur die Äußerung von Meinungen, sondern er schützt auch den Empfang von Meinungen und von Informationen, also die sogenannte Rezipientenfreiheit. Das heißt, jeder Einzelne von uns und jede Einzelne von uns hat einen Anspruch auf die Erlangung von Informationen, die im politischen Diskurs, im demokratischen Diskurs verlässlich mehr oder weniger sind. Gewährleistungsverpflichtung des Gesetzgebers für eine plurale Medienlandschaft. Das heißt, den Gesetzgeber trifft tatsächlich und den Staat trifft tatsächlich eine Verpflichtung dafür zu sorgen, dass wir eine vielfältige Medienlandschaft haben. Diese zwei Aspekte, also Rezipientenfreiheit, also Anspruch des Einzelnen und Gewährleistungsverpflichtung für eine plurale Medienlandschaft, das können wir uns mal mitnehmen. Wir werden später noch ganz kurz darauf zu sprechen kommen. Der zweite Terminus in dem Begriff gemeinwohlorientierter Journalismus, Gemeinwohl. Auch dazu finden wir nicht allzu viel in den gesetzlichen Materien. Dort, wo es tatsächlich spannend wird, ist im Steuerrecht. Es gibt in der Bundesabgabenordnung im § 34 folgende, gibt es eine zentrale Bestimmung, die festlegt, unter welchen Voraussetzungen Unternehmen steuerlich begünstigt sind. Und die einzelnen Regeln, die dann steuerliche Begünstigungen haben, knüpfen an diese Voraussetzungen an. Das wäre etwa Spendenabsetzbarkeit oder Ähnliches. Und diese Voraussetzungen an, das wäre Spendenabsetzbarkeit oder ähnliches. Und diese Voraussetzungen, die die steuerliche Begünstigung fassen, da geht der Gesetzgeber aus, er verlangt Gemeinnützigkeit. Und diese Gemeinnützigkeit hat zwei Aspekte. Der eine Aspekt ist tatsächlich das Gemeinwohl oder was der Gesetzgeber unter diesem Gemeinwohl und der Förderung des Gemeinwohls versteht. Und der zweite Aspekt der Gemeinnützigkeit ist die Freigebigkeit, also mehr oder weniger die Selbstlosigkeit, also das, was wir vorhin unter dem Terminus Public Value statt Shareholder Value angesprochen haben. Und wenn wir jetzt hineinschauen in die Bestimmungen, was der Gesetzgeber da versteht, aus steuerlicher Sicht unter Gemeinwohl, dann geht es im Wesentlichen darum, dass die Interessen der Allgemeinheit gefördert werden müssen oder dass zumindest sich eine Tätigkeit grundsätzlich dazu eignet, die Interessen der Allgemeinheit versteht der Gesetzgeber nicht, also einen relativ großen Teil grundsätzlich der Allgemeinheit. Also das heißt, wenn nur ein kleiner Teil der Allgemeinheit betroffen ist, dann, sagt der Gesetzgeber, kann man das als Gemeinwohl im Regelfall nicht anerkennen. Das bedeutet zum Beispiel, ein Verein, der gemeinwohlorientiert ist im Sinne dieser steuerlichen Regeln, gemeinwohlorientiert ist im Sinne dieser steuerlichen Regeln, der darf nicht nur die Mitglieder begünstigen, den abgeschlossenen Kreis der Mitglieder, sondern das, was er tut, dieser Verein, muss mehr oder weniger der Allgemeinheit zugutekommen. Und jetzt sagt die Judikatur aber auch, ein Beitrag zum Diskurs, zur Meinungsvielfalt oder ein Beitrag, der geeignet ist, den politischen Diskurs, den demokratischen Diskurs zu fördern und Aspekte dazu zu liefern, der kann per se gemeinwohlorientiert schon sein. ganz kurz, weil es eben in der Definition von Gemeinwohl oft verwendet wird, nämlich diese Freigiebigkeit oder diese Uneigennützigkeit, die der Gesetzgeber als Gemeinnützigkeit bezeichnet, die verlangt im Wesentlichen, dass es keine privaten Gewinne mehr oder weniger gibt und dass, wenn es Überschüsse gibt, wenn Überschüsse erzielt werden oder wenn es einen Teil der Tätigkeit einer Organisation gibt, der gewinnorientiert ist, dann muss das eine untergeordnete Funktion haben. Der Hauptzweck der Organisation muss tatsächlich freigiebig selbstlos sein, also darf nicht gewinnorientiert sein. Und wenn es dann eine Nebenbetätigung gibt, wie zum Beispiel hier die Concordia vermietet den Saal, bekommt Geld dafür. Das dient letztlich aber dem Zweck, den Journalismus zu fördern. Das wäre also eine untergeordnete Tätigkeit, um trotzdem noch gemeinnützig im Sinne des Gesetzgebers zu sein. Also da haben wir eben, wie gesagt, diese zwei Aspekte, die wir kennen. Das eine ist Förderung der Allgemeinheit und nicht bloß eines Ausschnitts. Und das zweite ist eben diese Freigiebigkeit. Vielleicht noch ganz kurz die Grenzen, die die Judikatur sieht im Gemeinwohl. Das wäre eben einerseits, wenn zum Beispiel tagespolitische Zwecke gefördert werden sollen. sollen. Das heißt, die Judikatur sagt jetzt nicht, wir müssen äußerlich in Politik frei sein oder dürfen keine politischen Positionen verfolgen. Nur der Hauptzweck der Organisation darf es nicht sein, tagespolitische Fragen zu verfolgen oder durchzusetzen letztlich. Was dann auch jedenfalls eine Grenze ist des Gemeinwohls, ist per se bei Definition, wenn die Zwecke demokratiefeindlich sind oder gegen die Grundlagen der Demokratie verstoßen, also gegen Rechtsstaatlichkeit, gegen demokratische Prinzipien, gegen republikanische Prinzipien und diese Dinge, die die Grundlage der Demokratie bilden. Wenn die Tätigkeit einer Vereinigung eben gegen diese demokratischen Grundlagen verstößt, dann ist es per Definition nicht gemeinwohlorientiert. Das in aller Kürze dazu und jetzt gibt es noch einen dritten Aspekt, wo wir vielleicht am meisten gewinnen können aus den gesetzlichen Vorgaben für die Frage des gemeinwohlorientierten Journalismus. Und zwar, wir gehen wieder zurück zu den Medien. Wir haben gesagt, die verfassungsrechtlichen Grundlagen für Medien einerseits ist Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention und auf der anderen Seite gibt es aber für Rundfunk das BVG Rundfunk. Ich weiß nicht, ob Sie das alle kennen. Es ist so, dass man Rundfunk anders behandelt als andere Medien. Aus dem Grund, weil einerseits Rundfunk eine begrenzte Ressource ist, zumindest war es das, seit es auch digitale Verbreitung gibt, zählt das Argument wahrscheinlich nicht mehr so sehr, im Radiobereich jedenfalls noch, weil eben die Frequenzen grundsätzlich beschränkt sind. Und auf der anderen Seite sagt man, dass Rundfunk eine hohe Wirkmacht hat, einerseits, weil es beim TV Bild und Ton verbindet, weil Inhalte in einem Programmkontext, Bild und Ton verbindet, weil Inhalte in einem Programmkontext, in einem größeren Kontext eingebettet sind und weil drittens man mit Rundfunk viele Menschen gleichzeitig erreicht und deshalb ist der Impact größer. Und deshalb gibt es eben für Rundfunk Regeln, strengere Regeln und genauere Regeln, die es für andere Medien nicht gibt. Und die sind eben grundgelegt in diesem BVG Rundfunk, wo im Wesentlichen nur drinnen steht, dass Rundfunk unabhängig sein muss, dass er vielfältig sein muss, ausgewogen und objektiv. Und wenn wir jetzt abgeleitet von diesem BVG-Rundfunk uns die Rundfunklandschaft in Österreich anschauen, dann haben wir drei Säulen. Das erste ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der ORF, der per Gesetz wahrscheinlich einen Auftrag hat, das kann man, glaube ich, schon so argumentieren, dass er dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Wir haben kommerzielle Rundfunkanbieter und wir haben nicht kommerzielle Rundfunkanbieter, also die freien Medien, Fernsehen und Radio. Und wenn man sich die gesetzlichen Voraussetzungen anschaut für den nicht kommerziellen Rundfunk, dann ist da in Wahrheit genau das drinnen, was unter gemeinwohlorientiertem Journalismus in der Praxis verstanden wird. Und dort ist es gesetzlich vorgegeben, nämlich nicht kommerzieller Rundfunk ist per se, darf er nicht gewinnorientiert sein, muss werbefrei sein. Und das heißt, wenn da Überschüsse erzielt werden müssen, die in irgendeiner Form wieder fließen in die Programmgestaltung. Es darf sich niemand bereichern. Also dieser Grundsatz Public Value for Shareholder Value ist da in Idealform verwirklicht. Und die zweite gesetzliche Vorgabe, die es gibt für nicht kommerziellen Rundfunk, ist ein besonderer Auftrag zur Pluralität. Und dieser besondere Auftrag zur Pluralität, der zeigt sich durch die Offenheit für die Allgemeinheit Rundfunk zu machen und deshalb ist es im Selbstverständnis auch der nicht kommerziellen Rundfunkmedien, dass sie wenig oder nicht gehörten Stimmen eine Öffentlichkeit verschaffen. Stimmen eine Öffentlichkeit verschaffen. Was dann auch noch dazu kommt, ist grundsätzlich mit Rundfunk, dass bei der Frequenzvergabe von Rundfunkfrequenzen der lokale Aspekt eine besondere Rolle spielt. Also das heißt der Anteil an Information, die sich auf das Verbreitungsgebiet bezieht, spielt auch hier eine besondere Rolle. Das heißt, wir haben die zwei Grundvoraussetzungen einerseits Mehrwert zur Pluralität durch Stimmen von Minderheiten und durch Beitrag zu Lokaljournalismus und andererseits die Freigebigkeit, die Gemeinnützigkeit, die Nicht-Gewinn-Orientierung als zweites Merkmal, die tatsächlich für nicht-kommerzielle Rundfunkmedien bei Gesetz vorgeschrieben sind. Und das wäre mehr oder weniger der Prototyp. Und aus dem ganzen, aus dem Rundfunkbereich kann man jetzt noch etwas ableiten. Und zwar, wenn wir uns anschauen, dass dieser Rundfunkbereich auf drei Säulen ruht, nämlich öffentlich-rechtlich, kommerziell und nicht kommerziell, dann hat das auch den Hintergrund, dass ja natürlich bei jeder Finanzierung potenzielle Abhängigkeiten mitschwingen. Und durch diese Diversifizierung des Angebots, nämlich der öffentliche Rundfunk wird finanziert durch die Allgemeinheit mit den Beiträgen, der kommerzielle Rundfunk finanziert sich durch Werbung mehr oder weniger und ist somit vom Staat unabhängiger. Und der Freie Rundfunk finanziert sich letztlich durch Förderungen, hat aber diesen besonderen Auftrag zur Pluralität und bietet damit wieder einen eigenen Aspekt in dem Ganzen. Und das wäre eigentlich genau dieses Bild, das wir im Rundfunk haben. Das wäre wahrscheinlich das, was wir insgesamt in der Medienlandschaft brauchen, nämlich Unabhängigkeit gegenüber staatlichem Einfluss auf der einen Seite, gegen Potenzialen und aber auf der anderen Seite gegenüber Marktgesetzlichkeiten auf der anderen Seite. kann oder leisten kann und bringen kann, ist eben, wie schon jetzt mehrfach gesagt, auf der einen Seite dieses Mehr an Pluralität, dieser zusätzliche Nutzen, den Journalismus nicht zwingend leisten muss an sich. Und auf der anderen Seite eben dieser Beitrag zur Unabhängigkeit, dadurch, dass man eben nicht gewinnorientiert ist und damit nicht Marktgesetzlichkeiten in Abhängigkeit möglicherweise von Werbekundinnen unterworfen ist. Ich danke für die Aufmerksamkeit. Ja, hallo und danke auch von unserer Seite. Mein Name ist Lisa Niemann, ich bin Teil vom Fallout-Kollektiv und darf heute die Panelrunde moderieren. Die Runde besteht einmal aus Christianrenz, der ein Jung wird, von OctoTV, aus Helge Farnberger von Kobuk und aus Lea Suse-Michel von Anschläge. Wir haben jetzt gerade ja schon einen dichten juristischen Einblick bekommen und wollen jetzt den Fokus mehr auf die Praxis legen. Wir haben so 45 Minuten dafür angedacht und danach noch ungefähr eine Viertelstunde für Publikumsfragen und dann gibt es ja auch noch den Anschluss, wo wir alle uns so untereinander unterhalten können. Erstmal zu euch, wer seid ihr und was macht euer Medium? Gerne von da nach da oder so. Ja, ich bin Lea Suse-Michel, ich arbeite als eine der beiden leitenden Redakteurinnen beim feministischen Magazin Anschläge, das hier in Wien herausgegeben wird, das auch schon seit über 40 Jahren besteht. Die Zeitschrift wurde damals kurz nach dem Entstehen von Frauenprojekten, die sich dann im Zuge der zweiten Welle der Frauenbewegung nach 68 gegründet, hat dann in Wien herausgegeben, die Zeitschrift zeichnet aus, also das feministische Magazin, dass es von Anfang an oder doch ziemlich bald den Anspruch hatte, ein politisches Magazin zu sein, ein Nachrichtenmagazin. Wir sind mittlerweile das tatsächlich am häufigsten erscheinende feministische Printmagazin weltweit und hatten immer einen gewissen Aktualitätsanspruch auch. Also das heißt, wir wollten eigentlich immer das politische Geschehen aus einer feministischen Perspektive beleuchten und nicht nur Frauenthemen, feministische Themen, was auch immer das dann ist. Und der Leitgedanke war eigentlich immer, dass wir gesagt haben, jedes Thema ist immer auch ein feministisches Thema, ganz egal, ob es um die Klimakatastrophe geht, um eine Steuerreform. Es gibt immer bestimmte Implikationen, die Frauen anders treffen und entsprechend braucht es diese feministische Analyse auch und die wird tatsächlich in anderen Medien, in klassischen, in traditionellen Medien nach wie vor nicht geleistet. Also da kommen wir vielleicht auch noch dazu, ein bisschen darüber zu reden, wie sich das verändert hat in den letzten Jahren, aber unterm Strich ist die frauenpolitische Berichterstattung in anderen Medien immer noch marginal und diese Lücke versuchen wir jetzt seit über 40 Jahren zu schließen. Danke. Helge, was macht ihr bei Coburg und warum habt ihr euch gegründet? CoBook und warum habt ihr euch gegründet? Ja, CoBook.at gibt es seit 2010, ist Österreichs eines Wissens einziges Medienwatch-Blog. Es ist entstanden im Zuge einer Lehrveranstaltung für Journalismus am Publicistik-Institut der Uni Wien. Hat sich mittlerweile ein bisschen emanzipiert, auch von den Lehrveranstaltungen. Es gibt immer noch eine Lehrveranstaltung an der Fachhochschule. Und wir sind als Verein organisiert, haben derzeit eine vollzeit angestellte Redakteurin, die Andrea ist auch hier, und vergrößern uns gerade ein bisschen, die Redaktion wird erweitert, um die Studierenden der Lehrveranstaltung und die angestell die Redaktion wird erweitert, um die Studierenden der Live-Anschattung und die angestellte Redaktion. Und unser Fokus ist es, ein bisschen das zu machen, was unserer Meinung nach ein bisschen unterentwickelt ist in Österreich, nämlich die Medien einer Kritik und einer Kontrolle zu unterziehen. Das wäre an und für sich Aufgabe der Medien selbst, also Kontrolle untereinander. Das passiert unserer Wahrnehmung nach ein bisschen zu wenig. Wien ist klein, man steigt sich nicht auf die Zehen. Das passiert wenig und das ist eine Lücke, die wir füllen wollen. Danke. Ich bin dem Kollegen Walter Strobl sehr dankbar, weil er schon sehr gut umrissen hat, um was im nicht kommerziellen Rundfunk bei uns geht. Es ist sozusagen sehr stark orientiert an den wesentlichen Kriterien des Community-Medienmachens. Das ist die Nicht-Kommerzialität, deswegen sehen wir uns auch sehr zentral in Richtung eines gewinnwohlorientierten Journalismus. Es ist die Komplementarität, unser Anspruch sozusagen sehr stark Themen und auch Menschen in Szene zu setzen, die sonst im Mainstream oder in den übrigen Medien unterrepräsentiert sind, in eine besondere Bühne zu gehen. Das fällt auch unter das Stichwort Voicing, das für uns sehr wichtig ist. Und wir verstehen uns auch sehr stark als einen Ort der Aus- und Weiterbildung. Also für uns ist es auch sehr wichtig, Medienkompetenzvermittlung zu machen. Das ist einer unserer Hauptzwecke, die wir auch verfolgen. Und das machen wir in Österreich mittlerweile mit drei Community-Fernsehsendern mit 14 freien Radios. Und die sind organisiert auch im Verband Freier Rundfunk in Österreich. Und ich vermute auch sehr stark, dass wir uns wahrscheinlich im stärksten reguliertesten Rahmen auch bewegen als Rundfunk, wie wir gehört haben. Hier gibt es halt auch ganz einfach Rahmenbedingungen, die sehr stark juristisch definiert sind und dadurch natürlich auch einige spezielle Implikationen mit sich bringen. In all euren Antworten ist es schon so ein bisschen mit drin gewesen, aber was macht eure Arbeit gemeinwohlorientiert und wenn es gerade auch schon drin war, vielleicht könnt ihr dann ein Praxisbeispiel bringen oder irgendwas aus dem Alltag. Soll ich wieder anfangen? Ja, gerne. Ja, also ganz grundsätzlich würde ich sagen, dass Feminismus für alle gut ist und einfach eine wichtige Perspektive, die fehlt mit fatalen Konsequenzen, wie wir momentan auch weltpolitisch erleben. Also allein das ist definitiv gemeinwohlorientiert. Du hast gerade die Funktion als Ausbildungsstätte angesprochen, das hatte ich noch nicht erwähnt. Also das sehen wir auch als unsere Aufgabe an. Also wir haben sehr begrenzte Ressourcen, aber haben immer Praktikantinnen, junge Journalistinnen, die bei uns anfangen und die jetzt wirklich im Laufe der Jahrzehnte dann im gesamten deutschsprachigen Raum in allen großen Medien sitzen und dort Perspektiven einbringen und das Handwerk umsetzen können, das sie bei uns gelernt haben. Also ich glaube, das ist etwas, was definitiv nicht zu unterschätzen ist bei kleineren, unabhängigen, gemeinwohlorientierten Medien. Ich könnte noch viel weiter ausholen und darüber sprechen, wie wichtig eigentlich wir als Vorbildfunktion auch sind, was engagierten Journalismus anbelangt. Also ich glaube, Medien sehen sich momentan ja nicht nur in der Situation, Journalismus anbelangt. Also ich glaube, Medien sehen sich momentan ja nicht nur in der Situation, dass sie neue Monetarisierungsmodelle finden müssen und sich dahingehend neu erfinden müssen, sondern dass sie auch plötzlich wieder über ein Berufsethos reden, was ja Jahre, wenn nicht Jahrzehnte lang überhaupt nicht passiert ist. Also plötzlich spricht auch die New York Times, was Objektivität in Zeiten von Donald Trump ist. Und da gibt es ziemliche Verwerfungen plötzlich, weil es ja immer hieß, und das war etwas, den Vorwurf haben wir immer bekommen, also ihr seid ja eigentlich Aktivistin, ihr seid keine Journalistin und engagierter Journalismus verträgt sich einfach nicht mit Neutralität und Objektivität. Und wir haben jetzt die Chance, darüber zu sprechen, dass das eigentlich auf ein ganz schlimmes Missverständnis beruht, diese Überzeugung, nämlich zu sagen, nur weil ich eine politische Haltung habe, kann ich keinen guten Journalismus machen. Und ich würde sagen, das Gegenteil ist der Fall. Also ich muss als Journalistin demokratischen Grundwerten mich verpflichtet fühlen, ich muss mich den Menschenrechten verpflichtet fühlen. Und nur weil ich als Mensch will, dass meine Tochter und mein Sohn die gleichen Chancen später im Leben haben, weil ich als Mensch will, dass wir nicht in die Klimakatastrophe abdriften oder dass irgendwelche Verrückten die Macht an sich reißen und unsere Demokratien zerstören, heißt das nicht, dass ich keine gute Journalistin bin. Im Gegenteil. Und ich glaube, da können wir als gemeinwohlorientierte Medien tatsächlich Vorbildwirkung haben, weil wir uns schon sehr lange mit diesen Fragen auseinandersetzen. Also wie das funktioniert, professionellen Journalismus zu machen und trotzdem engagierten Journalismus zu machen. Da werden wir nachher auch noch mal weiter drauf eingehen, tiefer drauf eingehen, auf den Status quo, die Herausforderungen und auch die Chancen vom gemeinwohlorientierten Journalismus dann. Ich würde noch gerne ein bisschen in der Praxis bei euch in den Redaktionen bleiben. Helge, wie tragt ihr zum Gemeinwohl mit bei? Zum einen dadurch, dass wir gemeinnützig finanziert sind. Das heißt, wir sind finanziert durch derzeit rund 700 Mitglieder, die einen freidefinierten monatlichen oder jährlichen Mitgliedsbeitrag zahlen und tatsächlich de facto nichts dafür bekommen, außer das gute Gefühl, Co-Book zu ermöglichen. Das heißt, es gibt keine Paywall, es gibt keine sonstigen Gegenleistungen. Das ist relativ leicht definiert. Unser Dienst an der Gemeinschaft ist zum einen ein logistischer, also unsere journalistische Arbeit ist frei verfügbar auf unserer Website und unseren Social Media Kanälen. Das heißt, wir erreichen eine sehr viel größere Gesamtheit an Menschen als eben Zahlen für die Inhalte und zum anderen qualitativ. Das ist eine Kontrollfunktion, die wir hoffentlich erfüllen, das ist immer subjektiv. Und wir erfüllen eine Kontrollfunktion an einer sehr wichtigen Säule unserer Gesellschaft, Säule unserer Gesellschaft, nämlich den Medien, und haben den Anspruch zum einen eine Hygienefunktion innerhalb des Journalismus einzunehmen, die im Idealfall dazu führt, dass Journalismus besser wird, dass es eine Medienkritik, die Journalismus besser macht, und das ist im Endeffekt der Gemeinwohlaspekt unserer Arbeit. Einen Satz noch, ich denke, das werden wir vielleicht noch dazu zu sprechen kommen, die Frage der Finanzierung ist heutzutage eine Zentrale, die wichtiger ist als noch vor fünf Jahren, die sogar sehr viel wichtiger ist als noch vor zwei Jahren. Wir sind in einem Umbruch und deshalb ist möglicherweise diese Initiative hier auch sehr wichtig, weil wir gemeinsam versuchen, Wege zu beschreiten, die jenseits der klassischen bisher etablierten Finanzierungsmodelle sich bewegen. Danke. Christian, bei euch ist es, glaube ich, auch ziemlich klar, wo der gemeinwohlorientierte Wert ist, aber vielleicht kannst du es trotzdem irgendwie noch eine Praxiserfahrung irgendwie teilen oder eine, die jetzt im Alltag läuft? Ich versuche es einmal mit dem Zugang, dass uns ein wesentliches Anliegen ist, der Breite der Gesellschaft den medialen Raum auch zu geben, weil sich das naturgemäß natürlich in kommerziell ausgerichteten Medien und in Mainstream-Medien nicht ausgeht. Und wir haben im privat-kommerziellen Bereich, wo es ja logisch ist, da geht es ganz einfach um Gewinnmaximierung und um Reichweitenmaximierung und Maximierung der Einnahme von Werbemitteln. Beim öffentlich-rechtlichen, der ist durch einen zunehmenden kommerziellen Druck oder Kommerzialisierungsdruck auch immer schwieriger, die Breite aufrechtzuerhalten. Und es gibt auch dort erkennbar die Phänomene von Formatierung und eines Zuschnitts auf bestimmte Zielgruppen, dem versuchen wir entgegenzuhalten. Das ist natürlich nur möglich unter dem Verzicht auf Gewinnabsichten, das ist vollkommen klar, man muss schauen, wie man das irgendwie wenigstens kostendeckend finanziert, das ganze Teil, aber es ist eben das große Anliegen, dass all den Themen, und das sind sehr viele, und auch Gruppierungen in der Gesellschaft, die sonst komplett untergehen im restlichen medialen Raum, ihnen den Platz zu verschaffen und ihnen die Stimme zu geben, sich zu artikulieren und zu äußern und das möglichst selbstbestimmt in dem Rahmen, den die Gesetze hergeben. Ja, ich glaube, das ist auch ein Punkt, der uns selber auch, also bei Vordert Kollektiv, aber ich glaube allen irgendwie oder vielen der gemeinwohlorientierten Medien auch ein Anliegen ist, weil wenn man sich auch die klassischen Medienhäuser anschaut und wer da drin sitzt, dann bilden die in der Regel auch nicht die Gesellschaft ab. Und ich glaube, das ist bei euch total die Chance, wo sich die Gesellschaft eigentlich auch abbilden kann oder es ein Ort, der das sein kann, was es sonst in klassischen Medienhäusern vielleicht nicht ist. Es war für uns eine erstaunliche Beobachtung bei der Gründung auch von Okto. Es hat für mich nach wie vor eines der faszinierenden Phänomene an Community Medien ist ja, dass sie sozusagen sehr stark individuell quasi geformt sind nach dem Standort, wo sie betrieben werden. Wir bilden sehr stark die lokalen Bedürfnisse ab. Und für uns war es sehr faszinierend zu sehen, dass Wien bekanntlich einen relativ hohen Anteil von sozusagen Einwohner und Einwohnerinnen mit Migrationshintergrund haben, die wir auch sehr gut abgebildet haben im Engagement bei der Programmschöpfung. Also wir haben von den meisten, wobei ich auch sagen muss, sicher wichtig auch für uns, was auch juristisch vielleicht manchmal gar nicht so einfach ist, wir geben den Menschen natürlich auch die Möglichkeit, in ihrer Muttersprache sich zu artikulieren und zu produzieren. Das ist zum Beispiel keine Selbstverständlichkeit, wenn man in Richtung des Feldes, der offenen Kanäle nach Deutschland blickt. Und wir haben das aber sehr hoch gehalten und uns war das sehr wichtig. Und das hat wahrscheinlich auch eine sehr hohe Akzeptanz dann signalisiert in Richtung dieser Communities. Und deswegen hat es auch den starken Zulauf gegeben. in Richtung dieser Communities und deswegen hat es auch den starken Zulauf gegeben. Wir produzieren teilweise weit mehr als über zehn verschiedene Fremdsprachen. Es gibt ganz einfach Communities aus allen Ländern dieser Welt, die sich in Wien gefunden haben. Und ich glaube, dass das ein ganz wesentlicher Aspekt von Community-Medien-Machen vor allem in Wien auch ist. Und das macht sich auch was im Sinne jetzt eines gewinnwohlorientierten Journalismus aus. Ihr habt alle jetzt schon Aspekte reingebracht, in dem ihr auf den Status Quo der Medienlandschaft gerade eingegangen seid. Helge, ihr nehmt die Medien ja genau unterm Blick. Vielleicht willst du anfangen. Wie schätzt ihr die aktuelle mediale und politische Lage ein? Auf die politische Lage? Vielleicht nicht so eingehen, aber ich glaube, die aktuelle Lage der Medien, auch der kommerziellen Medien, ist eine, nicht nur eine sehr düstere, sondern eine wesentlich düsterere als viele in der Öffentlichkeit noch wahrnehmen. Ich vermute, dass wir, wir haben gerade das Jahr 2026 begonnen, dass wir noch heuer einige schwerwiegende Hiobsbotschaften hören werden in dieser Medienlandschaft. Ich glaube, dass es nicht nur die Tageszeitungen betreffen wird, aber mit denen wird es beginnen und mit denen hat es bereits auch letztes Jahr begonnen, mit großen Kündigungswellen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es zu Einstellungen kommen wird, vorerst mal von einzelnen Wochentagen Anfang der Woche. Man kann sich das schon bereits jetzt anschauen. Die Blätter sind nicht nur sehr, sehr dünn am Montag, Dienstag und Mittwoch, sondern haben auch sehr, sehr wenige Inserate. Und die Krise ist vor allem eine getrieben der Werbeindustrie. Die Gelder fließen ab zu den großen Tech-Konzernen, wo man Reichweite bekommt. Und auch die Abo-Zahlen gehen zurück. Und vor allem ist es eine demografische Frage, die Menschen, die zu Hause ein Abo haben, sind meistens relativ alt und es ist auch so, das ist übrigens wahrscheinlich in Nischen, spezialisierten Nischenmedien wie Anschläge, möglicherweise noch besser. Und auch beispielsweise beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn man sich die durchschnittlichen Altersquerschnitte ansieht von Sendungen wie Zeit im Bild, vor allem Zeit im Bild 1, da sind wir schon sehr stark im Pensionsbereich. Und das hat alles eine Auswirkung auf unsere Gesellschaft und letzten Endes ist es eine Frage, wir verlieren Journalismus, wir verlieren, Walter hat es vorher gesagt, dieser Journalismus hat eine extrem wichtige Funktion in unserer Gesellschaft. Wir verhandeln Öffentlichkeit, wir verhandeln Gemeinwesen und wir verhandeln Gemeinwohl. Und wenn uns das flöten geht, dann sieht es sehr, sehr düster aus. Und wie düster das sein kann, sehen wir in unserem östlichen Nachbarland. Und letzten Endes ist es eine Frage der Finanzierung. Und Gemeinwohljournalismus ist wahrscheinlich eine potenzielle alternative Finanzierungsform. Wenn wir uns als Gesellschaft, das kann die Zivilgesellschaft sein, das kann auch der Staat sein, darauf einigen, dass Journalismus etwas ist, was uns nicht verloren gehen darf, dann müssen wir uns ganz, ganz, ganz schnell, bevor die journalistischen Plattformen verschwinden, überlegen, wie wir Finanzierung auf eine alternative Beine stellen. Und zwar wirklich, wirklich schnell. Lea, nicht ganz zustimmend, willst du noch etwas ergänzen? Ja, ich würde gerne doch die politische Dimension mit einbringen, weil ich glaube, das lässt sich schwer voneinander trennen. Also wir erleben nicht nur, dass die Medien quasi wegsterben überall, sondern sie tun das auch in Zeiten, wo sie massiv angegriffen werden politisch und das geht ja Hand in Hand. Also wir haben nicht nur die Abwanderung von nicht nur jungen Menschen, die besonders in die sozialen Medien, also inzwischen ist in den USA nur noch ein Bruchteil der Menschen konsumiert klassische Medien. Und da fällt dann auch so etwas wie Fox News drunter. Die meisten konsumieren tatsächlich nur noch soziale Medien. Es gab jetzt im Herbst gerade eine Untersuchung für Österreich, wo auch gezeigt wurde, dass es einerseits so etwas wie News Avoidance gibt, auch in Österreich ganz stark, dass es zum Beispiel, also diese Nachrichtenmüdigkeit ist insbesondere bei Frauen immer stärker ausgeprägt als bei Männern. immer stärker ausgeprägt als bei Männern. Und das hat zur Folge, dass wir immer stärker den Algorithmen ausgeliefert sind, die dann darüber entscheiden, welche Informationen wir in welcher Form bekommen. Und das darf einfach nicht sein. Deswegen, glaube ich, ist es ganz wichtig, und das ist auch die große Chance, die wir haben, diese Diskussion miteinander zu verknüpfen, also über Finanzierung und Monetarisierung nachzudenken und tatsächlich öffentliche Finanzierung und klarzumachen, dass Medien demokratiepolitisch einfach unverzichtbar sind. Also Medien sind das Rückgrat, wenn ich das Herz, sorry, das klingt immer so pathetisch, aber ich glaube, es ist wirklich wichtig, das in diesen Zeiten zu betonen, jeder Demokratie. Wir sind auf kritische, unabhängige Medien angewiesen, um informierte Entscheidungen treffen zu können, um uns informieren zu können und deswegen braucht es diese Medien unbedingt. Und vielleicht ist diese Medienkrise und dieses Mediensterben in der Form auch eine Chance, um dann die Diskussion darüber zu führen, wie diese Medien, welche Gemeinwohlorientierung wir nicht nur darüber reden, wie unsere Medien finanziert werden können, damit sie überleben, sondern wie wir vielleicht ganz neu über Medien nachdenken können und über Förderung und Förderwürdigkeit und was es dafür braucht und welche Selbstkontrollen wir einführen können, welche Redaktionsstatuten es dafür braucht und so weiter. wir einführen können, welche Redaktionsstatuten es dafür braucht und so weiter. Lass uns da gerne nochmal nachher weiter drüber reden und anknüpfen. Lass uns nochmal zum Community-TV rübergehen, weil auch die Community-Medien in Wien, ich glaube, das wissen alle hier in diesem Raum, sind finanziellem Druck ausgesetzt und auch politischem Druck ausgesetzt. Magst du was sagen zu eurer Einschätzung bei OKTO oder zur Einschätzung als Community-Medium im Allgemeinen? Wir zeitigen jetzt gerade irgendwie die Situation, dass die Stadt Wien sich aus der Finanzierung vom freien Radio von Varausch 94.0 zurückgezogen hat, was natürlich eine unglaubliche Entwicklung ist, weil man die Größenordnungen im Verhältnis zueinander setzt, wenn man bedenkt, was die Stadt Wien zum Beispiel an Mitteln in Richtung des Zeitungspolvars der Familie Tichand und der Familie Fellner transferiert, dann ist das eigentlich eine Ungeheuerlichkeit. Ich sehe auch generell in der Frage der Finanzierung, müsste man sich, es geht ja nicht immer nur darum, irgendwie neues Geld in die Hand zu nehmen. Es würde schon reichen, wirklich eine demokratiepolitisch orientierte Umverteilung der Mittel vorzunehmen. Und dort, wo demokratiefeindliches Agitieren vorherrscht, die Mittel abziehen und sie dort umzuverteilen, wie zum Beispiel in Richtung eines gemeinwohlorientierten Journalismus, wo sie eigentlich hingehören. Und da muss ich nur sagen, da muss man natürlich differenzieren die verschiedenen Ebenen, die Gesetzgebenden, die wir haben, aber speziell in Wien muss man leider erkennen, dass hier die Politik ganz einfach im Sinne der notwendigen Entwicklungen nicht nur stehen bleibt, sondern sich teilweise sogar zurückentwickelt. Und das muss man erst einmal überlegen, wie man damit strategisch umgeht. Etwas mehr Zuversicht habe ich, dass es jetzt zumindest Signale jetzt in Richtung auf Ebene der Bundespolitik, der Bundesregierung gibt, einer Neugestaltung der Medienfinanzierung in Österreich. Da muss man natürlich auch jetzt einmal schauen und beobachten, in welche Richtung dieser Zug fährt. Aber es wäre zumindest einmal eine große Chance, da zu versuchen, sich in die laufenden Debatten einzubringen und zu schauen, was da für Möglichkeiten bestehen, einer Umverteilung dieser Mittel auch in Richtung eines gemeinwohlorientierten Journalismus. Danke. Ich werfe mal kurz einen Blick auf die Uhr. Aber es passt eh eigentlich ganz gut. Ich würde gerne auch nochmal konkret wieder zu eurer Arbeit kommen und euch da fragen, was ist da der Status quo, was sind da Herausforderungen, die euch begegnen? Das war jetzt ein fließender Übergang bei dir, deswegen werfe ich meinen Blick wieder nach rechts. Was sind da Herausforderungen, die vielleicht euch als Anschläge begegnen? Oder was hat sich die letzten Jahre verändert, ist vielleicht auch eine Frage. Also es ist tatsächlich so, wie du schon gesagt hast, also als Niche-Medium, als Special Interest Medium, das wir ja sind, obwohl wir einen anderen Anspruch haben, ist es tatsächlich noch leichter und da gibt es auch eine Rückkehr zu Print oder da gab es einfach auch nie diese starke Abkehr bei Magazinen wie bei uns. Aber trotzdem war unsere Situation gerade in den letzten Jahren durch die Inflation, bei uns, aber trotzdem war unsere Situation gerade in den letzten Jahren durch die Inflation, die gestiegenen Druckpapier, Energiepreise enorm prekär und wir hangeln uns von einer Abo-Kampagne zur nächsten. Also es ist quasi nie gut und so, dass wir einfach in Ruhe arbeiten können, sondern wir kämpfen quasi immer ums Fortbestehen. Und das mehr oder weniger seit 40 Jahren. Also wir haben mit der ersten schwarz-blauen Regierung damals die Förderung vom Frauenministerium verloren, haben dann einen Bruchteil dessen irgendwann mal wiederbekommen, aber haben die bis heute jetzt nicht mehr. Wir haben eine Förderung von der Stadt Wien, vom Frauenbüro, aber ansonsten, das macht nur einen Bruchteil unserer laufenden Kosten aus. Also wir finanzieren uns wirklich über Abos und das ist tatsächlich schwer und das ist in diesen Zeiten, wo Menschen sparen müssen und dann wird eben ganz oft zuerst mal auch bei Abos gespart. Das ist etwas, was zuerst kommt und dieser Konkurrenz, dass quasi alle davon abhängig sind und alle eben über irgendwelche Crowdfunding oder Abo-Modelle, Steady und so weiter versuchen zu überleben, ist das extrem schwierig. Also weil es dann, glaube ich, auch irgendwann für, selbst für Menschen, die diese Medien unterstützen wollen, irgendwann einfach mal ein Limit erreicht ist an Abos, die man haben kann. Willst du auch noch direkt? Gerne. Wir haben im Prinzip das Privileg, gut finanziert zu sein, weil uns die Community trägt und weil wir als digital erscheinendes Medium nicht von Papierpreisen und logistischen Kosten abhängig sind. Wir haben ein anderes Problem. Als Medienkritikplattform werden uns irgendwann einmal die Objekte der Berichterstattung wegbrechen. Wenn es keine Medien mehr gibt, wissen wir nicht, worüber wir dann noch berichten sollen. Das ist eher das Problem. Finanzierung habe ich jetzt oft gehört, aber auch so Druck, was ich auch in der Vorbereitung nochmal gelesen hatte, war so, dass das Vertrauen in die Medien, was ja oft immer so als zentrale Ressource für Demokratie betont wird, ja auch sehr gering ist. Eine RTR-Umfrage hat gegeben, 54 Prozent haben ein geringes bis kein Vertrauen in Nachrichtenmedien. Ich muss die auch noch mal schlucken. In diesen Zeiten, warum braucht es trotzdem oder gerade jetzt dann den Gemeinwohljournalismus? Warum braucht es Projekte wie Euro oder Journalismus, die dem Gemeinwohl ausgerichtet sind? Könnt was zu dem schwindelnden Vertrauen sagen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, weil auch gemeinwohlorientierte, emanzipatorische, kritische Medien, unabhängige Medien, wie immer man sie nennen will, ja immer eine sehr forcierte und elaborierte Medienkritik formuliert haben. Und durch die Medienschälte von rechts sehen wir uns jetzt in den letzten Jahren zunehmend in der Situation, da in so eine gefährliche Nähe zu kommen. Also wenn wir sagen, ja, die klassischen Medien, die Mainstream-Medien, die traditionellen Medien erzählen nicht die ganze Wahrheit, die lassen viele Perspektiven aus, dann ist das nahe dran an dem, was uns jetzt auch irgendwelche rechten Blogger erzählen und sagen, ja, genau traut denen nicht Lügenpresse und so, unterscheiden zwischen unserer Forderung an Medienpluralismus und mehr Perspektiven und dieser Medienschälte, die eben dann von Lügenpresse spricht, weil das ist nicht gemeint. Und wenn ich sage, ich berichte kritisch oder ich berichte aus einer feministischen Perspektive, Und wenn ich sage, ich berichte kritisch oder ich berichte aus einer feministischen Perspektive, heißt das nicht, dass ich der journalistischen Sorgfaltspflicht enthoben bin, dass ich mich an journalistische Grundregeln halten, dass ich mich nicht an journalistische Grundregeln halten muss. Also das ist, glaube ich, ganz wichtig, dass wir das jetzt nutzen, diese Diskussion, die wirklich uns in schlimme Untiefen geführt hat, weil es ist besorgniserregend, wenn so viele Menschen sagen, sie wissen nicht mehr, ob sie überhaupt noch irgendeinem Medium trauen können. Und das wird ja schlimmer werden bei der Entwicklung mit KI-Videos etc., die uns ins Haus steht oder die wir jetzt schon erleben. Deswegen ist es ganz wichtig, diese Diskussion zu führen und eben verbindliche Richtlinien gemeinsam zu entwickeln, um sicherzustellen, dass es eine Kontrolle gibt, also dass es tatsächlich kritischen Journalismus gibt, der trotzdem nach journalistischen Grundregeln arbeitet, die für alle die gleichen sind. Ich glaube, das Vertrauensproblem ist zu meinem Massiv und hat auch vielfältige Ursachen. Es hat zu tun mit den algorithmisch gesteuerten Social Media, die im Extremfall, wir sehen es am For-You-Algorithmus von der Plattform X, wirklich komplett auf offener Bühne politisch manipuliert sind. Das möchte ich aber jetzt den anderen Plattformen so gar nicht unterstellen, weil es reicht vollkommen aus, nach puren Reichweitenimierten Maßstäben einen Algorithmus zu gestalten, der einfach den Dissens und die emotionale Reaktion so bevorzugt, dass am Ende des Tages Fake News und Übertreibungen und Gerüchte und Verschwörungstheorien mehr Reichweite haben, als die differenzierte und manchmal ein bisschen komplexere und manchmal ein bisschen langweiligere Wahrheit und Realität. Da möchte ich gar niemandem außer der Plattform X böse Intentionen unterstellen, das reicht vollkommen aus. der Plattform X böse Intentionen unterstellen, das reicht vollkommen aus. Das führt natürlich zu einer Erosion des Vertrauens in eben komplexe und differenzierende journalistische Medien, dass zum einen, zum anderen möchte ich die Medien, die großen Medien, die etablierten Medien, die alten Medien, die reichweitenstarken Medien, vor allem im Boulevard, aber nicht nur, gar nicht aus der Pflicht nehmen, die hier auch beigetragen haben, das Vertrauen zu erodieren, durch einen josefinischen Zugang, alles für das Volk, aber lassen wir uns ja nicht in die Karten schauen, die sich nicht erklären, die der Politik ausrichten, wie schlecht sie ihre Arbeit machen und alles besser wissen, die Dinge zuspitzen, die ebenfalls, ein bisschen so wie die algorithmischen Timelines, die ebenfalls zu sehr zuspitzen, die ebenfalls zu sehr auf Konflikt setzen, die komplexe politische Fragen reduzieren auf Einzelpersonen, auf einen Konflikt Person A gegen Person B etc., also sprich ein medienkritischer Zugang, da glaube ich, dass ein anderer Zugang zu Journalismus, der nicht von oben herab die Gatekeeper-Funktion ausnützt und sagt, wir erklären euch jetzt, was Sache ist, sondern die in positiver Form auch das Internet möglicherweise dazu nützt, und um sich gegenseitig als Netzwerk zu verstärken und nicht zu versuchen, die sozusagen alleinige Deutungsmacht über ein Thema zu erlangen. Das ist ein Prozess und ich glaube, dass die Medien und der Journalismus selbst ein bisschen was dazu beitragen könnten, um einen Teil dieses Vertrauens wieder zurückzuerlangen. Welche Chance seht ihr da beim Gemeinwohljournalismus? Also was kann der Gemeinwohljournalismus da leisten, was andere Medien nicht können? Also ich glaube, es war jetzt schon zu merken, dass es im Rahmen jetzt gemeinwohlorientierter Medien und des gemeinwohlorientierten Journalismus ein sehr hohes Know-how über die Abläufe und die Dinge und die Prozesse, die gerade jetzt im Bereich Medien, Journalismus und in unserer Gesellschaft abgehen, insbesondere mit den Implikationen aus dem Internet und der großen Plattformen. Ich glaube, dass es auch eine Rolle sein kann, insofern auf die Politik einzuwirken, dass im Rahmen der Regulierung von Plattformen in Europa endlich die Hausaufgaben gemacht werden von der Politik. Wir haben hier ein vollkommenes Aus-dem-Ruder-Laufen und Versagen der Regulierungspolitik, in dem diesen Medien selektiv die Möglichkeit eingeräumt wurde, von einem einzigartigen Cherrypicking, nämlich Inhalte maximal zu vermarkten, irrsinnig viel Cash damit zu machen, aber keine Haftung dafür zu tragen, kein Haftungsrisiko zu haben für die Inhalte. Und das ist sozusagen in der ganzen Mediengeschichte einzigartig. Und das ist ein Bereich, wo ich dringend auch meine, dass die Politik in die Pflicht genommen werden muss, um insbesondere in Europa hier gegenzusteuern, weil hier ein großes Problem besteht. Und da sehe ich schon Möglichkeiten, weil wir schon das über Jahre beobachten und die Probleme daraus erkennen, dass wir mit dem Know-how natürlich auch die Möglichkeit haben, argumentativ auf die Politik diesbezüglich einzuwirken. Und sonst bleibt halt in diesem Bereich generell ein großes Dilemma, das sehen wir als Bewegtbildmedium auch sehr stark. Man muss in irgendeiner Form die Transformation auch mit abbilden, weil man kann sich jetzt nicht irgendwie zurückziehen und sagen, wir bleiben im Kabelfernsehen, da bewegen wir uns sozusagen in Reichweiten von 80 plus mittlerweile irgendwo. Also das wird sich irgendwann biologisch erledigen, das Kabelfernsehen. Es geht darum irgendwie zu schauen, wie begegne ich dem Dilemma, das ich habe, mich auch in Richtung von Plattform-basierenden Verbreitungen zu bewegen, durchaus jetzt auch natürlich Social Media Aktivitäten, aber ohne mich einerseits irgendwie dieser Kommerzialisierungslogik dort vollkommen zu unterwerfen. Also es sind dann schon auch dort teilweise Kompromisse gefordert, mit denen man sehr klug auch umgehen muss. Aber es ist dennoch unumgänglich, weil man nicht ganz einfach im Häuschen bleiben kann, von dem man, wie wir zum Beispiel vor 20 Jahren gekommen sind, weil man sonst ganz einfach die Rezipienten verliert. Und da braucht es auch, genauso wie in Fragen der Finanzierung, hier muss schon geschaut werden, wie weit man die Politik mit in die Pflicht nehmen kann. Also einmal argumentativ politisch da Druck ausüben, das kann der Gemeinwohljournalismus, das kann ja vielleicht auch noch im Faktor Vertrauen eventuell was andere Medien, also da wurden ja auch verschiedene Gründe dafür genannt und es gibt nicht den einen. Also Vertrauen, glaube ich schon, gibt es eine große Chance, weil wir natürlich einen ganz anderen Anspruch an die Transparenz unserer Funktionsweise haben, an die Offenlegung unserer Zielsetzungen. Und ich glaube, es macht uns schon ein großes Stück weit unverdächtiger, da wir keine Gewinnmaximierung betreiben. Es geht um keinen Shareholder-Value. Gewinnmaximierung betreiben. Es geht um keinen Shareholder-Value. Es geht nicht darum, dass wir am Ende irgendwie einer Periode so viel Gewinn erwirtschaftet haben, dass wir das privat verteilen können an irgendwelche Leute. Wir schauen, dass wir im Zweifelfall zumindest kostendeckend arbeiten können, um nicht ins Kriminal zu kommen. Und darüber hinaus sollte es gelingen, irgendwie gut zu wirtschaften, dann sind die Mittel zu reinvestieren und wieder zu verwenden, um das Medium selbst wieder zu stärken. Und ich glaube, das ist schon ein wesentliches Kriterium, das sehr wichtig ist, um Vertrauenswürdigkeit zu generieren. Und ich glaube, das könnte man vielleicht da und dort eine Spur weiter noch offensiver kommunizieren, dass wir sehr stark getragen sind durch diese Philosophie. Darf ich da kurz mit konkreten Beispielen einhaken und dem Christian Recht geben? Wir sehen im kommerziellen Journalismus, in der Arbeit von Coburg konkrete Beispiele, wo solche Art Interessenskonflikte wirklich durchschlagen auf das tagespolitische Framing. Wir haben Kampagnen gefunden, wo im Interesse von großen Lebensmittelkonzernen, und Lebensmittelkonzerne sind die einzigen, die noch regelmäßig, dauernd werben und Kampagnen machen, wo im wirklich kommerziellen Interesse von großen Lebensmittelkonzernen wochen- und monatelange Kampagnen in Tageszeitungen passiert sind. Wir haben Beispiele gefunden, wir sehen es fast jeden Tag, zum Beispiel, wo mehrere Boulevardzeitungen über Wochen und Monate extrem scharf und mit sehr vielen Fake News, also falschen Zahlen und falschen Behauptungen, gegen den aktuellen Medienminister schießen, weil, wie wir gehört haben, der Medienminister gerade versucht, die Finanzierung oder das Setup der österreichischen Medienförderungen auf neue Beine zu stellen. Und um das zu sabotieren, wird er massiv angeschossen im übelsten Kampagnenjournalismus. Und es gibt auch in den letzten Jahren genügend Beispiele, wo große Medienhäuser, die im Besitz von wohlhabenden Familien stehen, nicht sachlich über Steuerfragen berichten, sondern ganz augenscheinlich Einfluss nehmen auf mögliche Steuerreformen und auf die Finanzierung unseres Staatshaushaltes, um ganz offensichtlich vermögensbezogene Steuern zu verhindern, die Ihnen selbst viel Geld kosten würden als wohlhabende Menschen. Das ist eine Hypothese, das kann ich nicht beweisen, weil ich nicht in die Köpfe dieser Herausgeberfamilien hineinschauen kann, was die tatsächliche Motivation ist, aber der Verdacht liegt sehr, sehr nahe. Also das nur so als Beispiel. Danke. Ja, wir haben noch ein paar Fragen und wir gehen schon so auf die 40 Minuten zu, einfach als Rahmen gerade. Wie kann man Gemeinwohljournalismus sichern oder was braucht es dafür? Das ist eine große Frage. Ich stelle sie trotzdem noch. Und auch die Frage dazu, welche Chance seht ihr da vielleicht auch im Netzwerk oder was erhofft ihr euch davon? Vielleicht, Lea, willst du? Ich würde bei meiner Antwort gerne noch kurz anknüpfen an die vorangegangene Frage, welche Rolle kommt uns dabei zu? Das greift eh ineinander und ich würde tatsächlich da sagen, dass man ruhig selbstbewusster und größer denken kann auch in dieser Frage, weil wir wirklich dieses Alleinstellungsmerkmal haben, dass wir definitiv weniger korruptionsanfällig sind und quasi diese, also gar nicht in die Versuchung kommen, weil wir nicht interessant genug sind, um Gelder zu bekommen, um entsprechend beeinflusst zu werden. Das heißt, es gibt unglaublich viel Expertise bei Medien wie unseren, um zum Beispiel eben auch an Prozessen wie jetzt der Entwicklung der Medienförderung neu teilzunehmen und sich da wirklich einzubringen und einzumischen und Ideen zu entwickeln. Und wirklich da ganz groß drüber nachzudenken, wie Transformationsprozesse, mediale Transformationsprozesse, die wirklich unmittelbar bevorstehen und nicht mehr aufzuhalten sind, aussehen könnten mit einem guten Output. Also was wollen wir von den Medien der Zukunft, was müssen sie leisten? Und da gibt es ganz, ganz viel zu holen bei Medien wie unseren. Zum Beispiel, dass bei feministischen Medien wie Anschläge der Nachrichtenwert ganz anders definiert wird als bei Medien, die gewinnorientiert sind. Also wo es immer nur um Neuigkeitswert geht. Bei feministischen Themen ist der Neuigkeitswert oft überhaupt nicht gegeben, weil wir seit 40 Jahren über Gewalt gegen Frauen reden oder über die Abtreibungsdebatte, die wir jetzt leider genauso wieder haben. Also wir denken darüber nach, welche Zukunftsthemen wollen wir behandeln. Also das ist etwas, was alle Medien tun sollten. Also mehr darüber nachdenken, was den Nachrichtenwert eigentlich ausmacht. Ob Sie redaktionsintern Zukunftsthemen definieren wollen, an denen Sie dranbleiben, ganz unabhängig vom aktuellen Tagesgeschehen. Also das ist ja das Elend mit den Medien, dass sie, keine Ahnung, bei jedem neuen Femizid sich wieder auf das Thema stürzen, aber es so gut wie nie Berichterstattung gibt im Sinne von Solution Journalism, also den Ursachen auf den Grund gehen, Lösungswege diskutieren. Also all das tun Medien wie wir und andere Medien können da sehr viel davon lernen und auch wieder zum Stichpunkt Vertrauen zurückgewinnen. Also wenn diese mediale Selbstkritik und diese mediale Selbstreflexion gelingt, dann haben wir wirklich sehr, sehr viel zu gewinnen und ich glaube, wir sollten uns da unbedingt mit in die Diskussion stürzen und da aktiv daran teilnehmen. Was meint ihr, was braucht es, um den Gemeinwohljournalismus zu sichern? Das kann ich mir nur anschließen. Aber Geld brauchen wir natürlich auch, also unbedingt. Also wenn man sich anschaut, selbst wir hier sind doch sehr unterschiedlich finanziert, jetzt so rein technisch und so. Wenn man es auf die größere Landkarte legt, haben wir das ein bisschen angeschaut, wir haben vor allem, wo es auch gemeinwohlorientierten Journalismus, funktionierenden auch gibt, wie in Deutschland oder in Amerika, gibt es sehr etablierte Stiftungsmodelle, die wesentlich zur Finanzierung beitragen, dieser Medien und der Journalistinnen und Journalisten, das ist ein Segment, das bekanntermaßen in Österreich nicht tragfähig ist. Und deshalb muss insbesondere die öffentliche Hand hier in die Pflicht genommen werden, um hier sozusagen kompensatorisch durch das Nicht-Verhandensein eines Stiftungswesens quasi verstärkt irgendwie zu finanzieren. Und wie gesagt, ich sage, erstens mal haben wir jetzt gerade Debatte im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Medienförderung in Österreich. Und ganz wesentlich finde ich auch, in manchen Belangen geht es gar nicht so darum, um neues, frisches Geld in die Hand zu nehmen. Wir wissen um die Problematik, den notwendigen Sparkurs der Republik und so weiter. Aber ich denke einmal, wenn es zu einer wirklichen, vernünftigen Umverteilung der bestehenden Finanzierungen in Richtung des Boulevards in Österreich gibt, dann ist schon viel möglich gestalterisch in Richtung der Förderung und der Absicherung eines gemeinwohlorientierten Journalismus und das wäre durchaus ein gangbarer Weg. Es braucht nur den politischen Willen dazu. Vor allem, wenn man die Inseratenbudgets mit betrachtet. Genau, absolut. Welche Chance seht ihr jetzt auch in einem Zusammenschluss, in einem Austausch oder in einem Netzwerk wie hier? Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir uns in diesem Netzwerk, aber auch in der Branche gesamt überlegen, was ist qualitätsvoller Journalismus, der dem öffentlichen Auftrag verpflichtet ist. Also ich möchte da direkt an den Vortrag von Walter Strobl und an die Fragen, die der Walter aufgeworfen hat, anschließen. Weil, das was der Christian sagt, es geht um ein Neudenken der öffentlichen Finanzierung, das betrifft die Medienförderung und meines Erachtens auch die Inseratenbudgets, ohne dass wir einer zukünftigen Regierung, die ja auch eine autoritäre Regierung sein könnte, wir haben es in Nachbarländern gesehen, Zensurmethoden in die Hand geben, die es ermöglichen, all diese Budgets plötzlich zu irgendwelchen obskuren Propaganda-Plattformen und Oligarchen-Medien zu verschieben. Letzten Endes heißt das, die Frage, wer entscheidet darüber, was qualitätsvoller Journalismus im öffentlichen Auftrag ist, das sollte meines Erachtens nicht der Staat, also sprich ein Ministerium beispielsweise, sein und auch nicht eine Behörde wie die RTR oder die ComAustria. Das sollte anders gelöst sein. Und diese Frage ist aber schwierig und komplex. Wer entscheidet, was qualitätsvoller Journalismus im öffentlichen Auftrag ist. Und hier gibt es in Ansätzen in Österreich ein Modell der Selbstkontrolle, dass die sozialpartnerschaftlich organisierte Branche sich selbst kontrolliert in Form des Presserats. In anderen Ländern ist das deutlich besser ausgebaut. Aber das wäre der Ansatz. Den müsste man ausbauen, den müsste man entwickeln. Und das muss man leider relativ schnell machen, weil möglicherweise hat man nur bis zur nächsten Nationalratswahl Zeit, wann auch immer die ist, und auch im Idealfall verfassungsrechtlich absichern, sodass es eine einfache Mehrheit nicht wieder aushebeln kann. Und das sollte ein komplettes Neudenken der Frage, wer entscheidet darüber, was Qualitätsjournalismus ist. Wir haben die Qualitätsjournalismusförderung der letzten Bundesregierung gesehen und haben gesehen, was für obskure Plattformen diese Qualitätsjournalismusförderung bekommen haben. Das ist ein Vorgeschmack auf das, was möglich ist. Und wir haben in Österreich eine dreistellige Millionenzahl an Inseratenbudgets pro Jahr. Das ist mehr, als die gesamte Bundesrepublik Deutschland ausgibt, wenn man die gesamte öffentliche Hand, also alle möglichen öffentlichen Entitäten, Bundesländer, Ministerien und, und, und, plus die staatlichen und staatsnahen Unternehmen zusammenrechnet. Das ist wahnsinnig viel Geld und da verblassen die paar Millionen Medienförderung im Vergleich. Und all das wird derzeit auch in den vergangenen Bundesregierungen quasi als verdeckte Medienförderung eingesetzt, um sich Gefälligkeiten zu erkaufen. sich Gefälligkeiten zu erkaufen, das ist nicht in allen Fällen so, aber es ist in manchen Fällen augenscheinlich so gewesen und das könnte noch viel, viel schlimmer kommen. Und wenn wir nach Ungarn schauen, dann wissen wir, was der Worst Case ist. Deswegen müssten wir diese Frage, wer entscheidet das und was ist qualitätsvoller Journalismus im öffentlichen Auftrag, ganz, ganz schnell beantworten. Ich glaube, alle merken, Helge hat sich damit auch schon auseinandergesetzt. Wir sind bei den 45 Minuten jetzt schon dran oder schon ein bisschen drüber. Deswegen würde ich gerne einen Aspekt von euch noch hören, dass sich das Publikum aus der Diskussion mitnehmen soll und gerne auch ein Thema, wo ihr im Anschluss noch gerne weiterreden wollt. Genau, und den Rest können wir, glaube ich, danach nochmal auch untereinander besprechen. Also ich lasse vielleicht nur bei einer Ergänzung dazu, die ich auch merken wollte. Wenn ich von der bestehenden Medienförderung spreche, meine ich immer das Inseratengeld mit, weil das eine Form der verdeckten Medienförderung ist, die absolut essentiell und tragend in Österreich ist und sehr viel zu dieser ganzen Misere beigetragen hat. Also Inseratengeld an dem Boulevard ist für mich Teil des bestehenden Medienfördersystems. Okay, gibt es, Lea, noch einen Punkt von dir aus, aus der Diskussion, wo du sagst, okay, das sollte sich das Publikum mitnehmen? Ich glaube, eben wurde sehr deutlich, dass die Zeit drängt und ich glaube, das wäre gut, wenn wir uns das alle mitnehmen. Für mich, ich bin sehr froh, dass das Thema gemeinwohlorientierter Journalismus damit einfach ein bisschen mehr in die Debatte rückt. Das ist schon ein großer Schritt. Dankeschön. Danke euch allen. Danke auch das Publikum vor allem fürs Zuhören. Habt ihr noch Fragen oder irgendwelche Anmerkungen, die aufgekommen sind? Oder welche Chancen seht ihr vielleicht auch in einem Netzwerk oder in einem Zusammenschluss von verschiedenen gemeinwohlorientierten Medien? Dann meldet euch und ich glaube, dann kommt der Leonhard zu euch. Danke. Ja, hallo, Maribel Kütiger, Erste Stiftung, es gibt schon Stiftungen, aber wenig, ich gebe es zu, zuständig für Journalismus und Medien dort. Danke für die spannende Diskussion und ich kann ja nur, was kann man anderes als zustimmen. Ich habe jetzt eine ganz konkrete Frage, weil ich die jetzt, da habe ich nichts dazu gehört. Wie funktioniert jetzt dieses Netzwerk? seid ihr ein Verein? Geht es jetzt da um Advocacy? Habt ihr einen Plan für die EU? Neues MFF? Es gibt ja wahnsinnig viel zu tun und was ich halt immer mitgenommen habe von zum Beispiel vom Medienministerium, gerade auch in der aktuellen Besetzung, dass die halt meinen, dass es so etwas wie ein Netzwerk in dieser Art oder ein Zusammenschluss von gemeinwohlorientierten Medien dringend braucht, weil wenn die halt momentan mal irgendwo anrufen wollen, um zu fragen, wir haben eine Idee zum Thema Medienförderung oder so, dann rufen die den Fötz an, weil das ist halt der Verband. Und da sind aber viele nicht vertreten oder fühlen sich vielleicht nicht vertreten, die es anders haben wollen. Und daher ist die Frage, gibt es jetzt da eine Telefonnummer? und daher ist die Frage, gibt es da eine Telefonnummer? Wie arbeitet das Netzwerk? Ich glaube, das Netzwerk ist einfach auch genau aus dem Bedarf entstanden, weil es verschiedene Medien gab, vor allem kleine Medien, Community-Medien, unabhängige Medien, die auch den Bedarf gesehen haben, ich glaube, die Leute zum Austauschen gesucht haben, die aber auch eine politische Öffentlichkeit irgendwie herstellen wollten, Ansprechperson sein wollten. Es sitzt hier auch nur ein Teil davon und das Netzwerk ist auch dazu da, um sich weiter zu vernetzen und zu vergrößern. Noch beim Netzwerk ist der Augustin, CBA ist dabei, Chefredaktion ist dabei, Moment Magazin ist dabei, oder Moment, dann der Verband Freier Rundfunk, wo auch unter anderem Octo mit dabei ist. Wie bitte? Wo es auch eine Telefonnummer gibt. Ist Tim's Magazin ist dabei, Coburg und Anschläge und das Paula-Kollektiv ist auch dabei und das ist auch noch offen, um sich zu vergrößern. Genau. Genau. Genau, momentan bin ich die Kontaktperson. Genau, und ich denke, viele Sachen, wie jetzt die perfekte Fördermöglichkeit aussieht, da sind wir uns selber auch nicht einig zu diesem Zeitpunkt. Ich glaube, da gibt es ganz viel Austausch. auch nicht einig zu diesem Zeitpunkt. Ich glaube, da gibt es ganz viel Austausch. Es ist einfach da, auch um sich auszutauschen und um Ideen voranzubringen und sich zu vernetzen oder sich auch in verschiedenen Fällen zu unterstützen. Und durchaus auch um gemeinsam, also das ist jetzt ja quasi das Gründungsevent, aber die Idee ist schon, dass wir gemeinsam als Netzwerk uns dann auch einmischen und einbringen und Dinge entwickeln, die wir dann auch nach außen hin vertreten können. Also zum Beispiel Vorschläge, wie das konkret aussehen könnte. Genau. Falls auch irgendwer im Publikum sitzt aus dem Netzwerk und noch ergänzen will oder auch so jemand drin sitzt. Also es ist auch eine Diskussion untereinander oder sollte es sein. Ja, hallo, danke vielmals. Alexandra Wank, mein Name. Ich arbeite jetzt seit einigen Monaten an einem ähnlichen Projekt wie Publix in Berlin, an so einem Medienhub, den viele von euch gerne, glaube ich, auch in Wien hätten. Ich habe ja auch mit einigen von euch über den Sommer und über den Herbst gesprochen letztes Jahr. Und wir sehen ja auch, also in Deutschland wird dieses Publix-Haus ja von der Schöpflin-Stiftung ja sehr gefördert, da geht ja sehr viel Geld hinein. Wir wissen, das sind eigentlich mehr als 30 Millionen Euro, die da hineingegangen sind und weiterhin jedes Jahr hineinfließen. Wie er auch schon gesagt hat, es gibt in Österreich jetzt nicht diese Art von Stiftungslandschaft. Ich möchte die erste Stiftung da gar nicht jetzt irgendwie angreifen oder die Datumstiftung oder so, aber diese Stiftungslandschaft gibt es einfach nicht. Und wir merken natürlich auch bei der Finanzierung bei diesem Haus, obwohl wir schon ein bisschen mehr als eine Million Euro gekriegt haben, wir brauchen da ja noch, um so ein Haus hinzustellen mit 2.000, 3.000, 4.000 Quadratmetern, ja 20 Millionen Euro aufwärts. Verstehe ich eure Sorgen sehr. Jetzt wollte ich euch fragen, seht ihr in solchen Häusern die Zukunft von gemeinwohlorientiertem Journalismus oder quasi ist das ein Puzzlestein, den wir in Österreich brauchen, um Qualitätsjournalismus und kritischen, unabhängigen Journalismus zu fördern? Magst du vielleicht auch noch kurz sagen, wie das Haus jetzt in Berlin zum Beispiel, wo ihr euch orientiert, wie das aufgebaut ist oder was das nochmal ist für Leute, die es nicht kennen? Publix, genau, heißt das Haus, das wurde vorletztes Jahr eröffnet, ist in Neukölln, wird eben, also das ist ein ganz, ganz neues Gebäude, das wirklich architektonisch auch ganz toll ist, wird eben von der Schöpflin-Stiftung gefördert. Und da geht es quasi darum, dass unterschiedliche Organisationen, also vor allem aus Journalismus und Demokratiearbeit zusammenkommen und dort gemeinsame Infrastruktur nutzen. Das heißt, sie haben halt weniger Infrastrukturkosten, weil sie sich das alles teilen und ein großer Teil von der Arbeit ist oder ein großer Teil des Hauses ist, dass sie sich untereinander wirklich gut vernetzen und zusammenarbeiten können. Muss nicht, sie haben alle ihre eigenen Büros, alle ihre eigenen Räumlichkeiten, aber es ist quasi ein Haus, in dem man zusammenarbeiten kann und wo auch die Öffentlichkeit einfach hineingehen kann. Also da gibt es eine Kantine, es ist ein großer Eventspace drinnen, also das ist einfach ein Riesen, wie soll ich sagen, ein Leuchtturmprojekt für solche Medienhubs, die ja auch in Europa gerade so ein bisschen versuchen aus der Erde zu poppen, nur es fehlt auch da überall an Finanzierung. Ich glaube, dass so eine Entscheidung, so ein Engagement in so einer Initiative, glaube ich, sehr individuell durch die einzelnen entweder Medienorganisationen oder ihre Journalistinnen und Journalisten zu treffen ist, ob das jetzt individuell genau ihren Anforderungen entspricht, aber ich finde es auf jeden Fall begrüßenswert. Alles, was in die Richtung einer Entwicklung stattfindet, die Support oder unterstützend in Richtung jetzt dem zur Verfügung stellen, um Bedürfnisse zu decken von journalistisch tätigen Leuten, absolut begrüßenswert. Ich weiß noch zurzeit zu wenig davon, macht mich neugierig, aber ich glaube, dass das eine hochindividuelle Geschichte ist, wo man sich weniger als Netzwerk jetzt annähern kann, weil ein bisschen wie heterogen, wie in den Organisationsformen alleine schon wir sind, das hat man schon ein bisschen mitbekommen, also sind solche Entscheidungen dann sehr stark aus den Organisationen zu treffen, aber ich finde es toll, dass es die Initiative gibt und mich persönlich interessiert, wenn man das sicher anschaut. Ja, ich glaube, Österreich und Wien würde sehr profitieren von einem Ort, wo Vernetzung stattfinden kann, wo vielleicht auch neue Medienmacher eine Infrastruktur nutzen können und leichter einen Zugang haben. Also das wäre auf jeden Fall ein Gewinn. Ganz egal, ob es jetzt die einzelnen Organisationen nutzen und brauchen kann, glaube ich, Wien und Österreich könnte so ein Ort auf jeden Fall gut brauchen. Ich glaube allgemein, also wenn man Journalismus machen will, dann fängt man traditionell mit irgendwelchen schlecht bezahlten Praktika irgendwie an und wenn man selber was gründen will und nicht eben schon in Redaktionen saß oder die Kontakte hat oder die Eltern irgendwie Freunde haben, die und so weiter, dann ist es erstmal eine Startschwierigkeit, man weiß gar nicht, wo man starten soll. Und dann gibt es zwar schon irgendwelche Förderstrukturen, wo man dann vielleicht sich mal melden kann, aber man muss auch erstmal wissen, dass die existieren und so weiter. Dann muss man vielleicht die möglichen 10.000 Euro, wenn man sie bekommt, auch erstmal auslegen und so. Also ich glaube, so eine Startchürde für Leute, die nicht in der Medienlandschaft sind und gerade wenn wir jetzt Gemeinwohl irgendwie anschauen und sagen, oder ich finde, meiner Meinung nach ist auch ein großer Aspekt, dass die Gesellschaft schon wieder gespiegelt wird und da vielleicht auch andere Leute als die meist akademischen, meist weißen, meist in den Chefetagen männlichen Leute drin sitzen, dann sind einfach niederschwellige Anlaufstellen extrem wichtig und vielleicht könnte das ja dann auch das sein. Und ich glaube, das ist auch zumindest von mir auch ein Anliegen oder ein Grund, warum ich ein Netzwerk so wichtig finde, dass es ein bisschen öffentlich, ein bisschen präsenter ist, weil das zum Beispiel bei uns, wir machen so Social Media Content seit so fast fünf Jahren mittlerweile und es gab ein, zwei Leute, die schon in irgendwelchen Redaktionen drin waren. Wir haben uns bei Radio Orange, auch einem Community-Medium, kennengelernt, weil man da die Chance hat, überhaupt erstmal starten zu können auch und reinzukommen ohne Vorerfahrung und bla bla. Und dann, wenn man dann aber was Eigenes machen will, muss man auch schauen, wie geht es überhaupt weiter und wo kann man sich irgendwie hinwenden und ich glaube, dann ist es schon gut, wenn man dann aber was eigenes machen will, muss man auch schauen, wie geht es überhaupt weiter und wo kann man sich irgendwie hinwenden. Und ich glaube, dann ist es schon gut, wenn es, also A, wenn es eben diese Community-Medien gibt, wo man sich ausbilden kann und weiterbilden kann, aber B, dann schon auch irgendwie Kontakte, wo man Wissen erlangen kann. Und ich glaube, ja, also seitdem wir ein bisschen mehr connected sind in der Szene, dann heißt es auch von ein paar Leuten ab, vielleicht könnt ihr unseren Raum nutzen, wenn wir nicht da sind. Aber das muss man auch erstmal haben. Also du brauchst diese ersten Kontakte. Oder was Equipment angeht, klar geht es heute einfacher, wir machen Social Media Videos hauptsächlich. Aber dennoch brauchst du dann ein Mikrofon und so weiter und so fort. Und das ist extrem, also es gibt ja Ressourcen und die zu teilen, ist, finde ich, auch noch ein wichtiger Punkt. Was das Netzwerk angeht, aber vielleicht auch, was dann ein Publix-ähnliches Haus angehen könnte. Ich weiß nicht, wie das dann aufgestellt ist. Gut, gibt es noch weitere Fragen? Wenn jetzt von der Regierung so die Frage kommt, gibt es da eine Anlaufstelle oder wir wissen nicht wo, dann rufen wir halt den Fötz an. Ich finde, da macht man sich dann schon irgendwie erstaunlich leicht. Oder es ist dann sehr weit weg von der Realität journalistischer Gründungen oder neuer Initiativen. Wir hören hier im Netzwerk, die ersten Treffen haben wir Sondierungstreffen genannt. Gibt es überhaupt diesen Bedarf, die Möglichkeiten sich auszutauschen? Da gab es dann auch einen Austausch darüber, wie schaffen wir es, ein Bankkonto zu bekommen. Und sehr, sehr low-key einfach Herausforderungen. Und jetzt der VÖZ als Zeitungsverband ist irgendwie wirklich sehr am anderen Ende des Spektrums. Und ich glaube, dass es da auch andere Herangehensweisen auch der Politik braucht an die Realitäten von jungen Medienschaffenden oder neuen Medienmacherinnen. Ich habe das jetzt ein bisschen pointiert, so wurde es auch gar nicht so richtig formuliert, sondern der Punkt war eigentlich, es gibt halt auf der Seite der großen kommerziellen Legacy-Media, wie sie so schön heißen, einfach einen Organisierungsgrad und Powergruppen, egal wer das jetzt ist und wie man die nennt. Und das fehlt halt so ein bisschen, also im Prinzip müssen die halt alle einzeln anrufen, wenn sie jetzt wissen wollen, wie geht, keine Ahnung, jetzt alle, die hier sind, dann wie geht es der Dunkelkammer, wie geht es Dossier, wie geht es, also es gibt ja wahnsinnig viele Medien, die interessant sind und das wäre toll, wenn die, also es wurde ein Bedarf formuliert, insofern, ich finde, das wollte ich jetzt nur weitergeben. Noch weitere Fragen, Anmerkungen? Eine kleine Anmerkung. Radio Orange hat noch nicht aufgegeben im Kampf um die Fördergelder der Stadt Wien. noch nicht aufgegeben im Kampf um die Fördergelder der Stadt Wien. Gleichzeitig möchte ich auch ganz stark dem Elge Recht geben. Bis vor kurzem war ich ein großer Fan von Förderungen. Ab dem Moment, wo sie politisch instabil werden, ist mein Fanclub halt auch etwas eingetrübt. Ich selbst habe immer ein riesen, auch ideologisches, neoliberales Problem mit Spenden und Fundraising und gleichzeitig denke ich mir, wir, ich glaube der Leo verwendet den Begriff öfters, um Faschismus fit zu werden, müssen wir uns von Staatskohle natürlich relativ unabhängig machen. Und das ist das Dilemma. Ich würde gerne über Geld reden. Ich würde gerne auch über eure Erfolge oder auch Nicht-Erfolge von Sponsoring und Fundraising reden. Die Neos schlagen ja orange vor, eine Firma zu werden. Und die Privatkommerziellen wollen immer mehr öffentliches Geld, weil die Werbebranche quasi abgerutscht ist. Also hier erodieren die Geschäftsmodelle und den Nichtkommerziellen empfiehlt man die Kommerzialität. Also das, denke ich, ist das Absurde. die Kommerzialität, also das denke ich, ist das Absurde. Das heißt, ich möchte gerne Nachhilfe, Unterricht und offene Debatte über Kapitalismus leid mit euch. Wie können wir zu Sponsoring und Spenden und Kampagnen kommen, wenn wir uns nicht anfüttern lassen? Ich glaube, das sind alles Fragen, die wir hier weder klären können noch vertiefen, aber ich fände es toll, einen Ort, um über Geld zu sprechen, weil das, denke ich, ist auch ein Teil unseres Elends. Wir sprechen nicht darüber, wir sagen nicht mal die Zahlen dazu. Und ich glaube, dass wir billig und klein sind. Und ich möchte gerne darüber sprechen. Dazu eine recht praktische Anmerkung gleich von mir. Wir haben gerade eine Spendenkampagne hinter uns gebracht und haben unser technisches Setup, das extrem schlank im Sinn von Open Source Software zum fast Nulltarif haben wir unser technisches Setup ausführlich dokumentiert unter cobook.at.medienbaukasten mit dem Ziel, dass andere Medien Crowdfunding nach unserem Vorbild machen können und von unseren Learnings profitieren können. cobook.at. slash Medienbaukasten. Das ist auf der Webseite von Gemeinwohlökonomie und Zwergfreiheit verlinkt. Das würde ich jetzt auch eigentlich, wenn es okay ist, quasi noch mal darauf zu aufrufen. Es wird ein Low-Traffic-Newsletter geben, für den man sich auch registrieren kann auf dieser Webseite, um am Laufenden zu bleiben. Soll vor allem einerseits im internen Austausch dienen. Ansonsten ist jetzt eigentlich noch gedacht, dass wir schon noch vielleicht draußen ein bisschen zusammenstehen und noch Diskussionen vertiefen, die hier nur angerissen werden konnten, vielleicht auch über Geld. Und das erste Getränk geht aufs Haus und das zweite dann auf die eigene Brieftasche. Gut, also dann danke auf jeden Fall fürs Kommen auch, im Namen von allen hier im Netzwerk und möge es furchtbar bleiben. Dankeschön. Thank you.