... Ja, ein herzliches Willkommen an diesem verschneiten Winterabend, der zugleich auch der erste Kepler-Salon im Jahr 2026 ist. Für unsere Zuseherinnen, die online dabei sind, die erste Reihe ist frei, das ist fast überall und immer so, aber seien Sie unbesorgt, ein paar Gäste sind durchaus in den Kepler-Salon gekommen. Ein herzliches Willkommen hier, um gemeinsam auch den Auftakt zu begehen, nämlich auch mit einer ganz wichtigen Frage, die wir uns heute stellen. Was wäre ein Better Living, ein besseres Leben für uns alle? Und gemeinsam mit Vizerektorin Gitti Wasitschek gestalte ich ja diese Reihe Transversale Echos, wo sich einerseits Kunstuniversität Linz und Johannes Kepler Universität Linz immer wieder auch gemeinsame Fragestellungen und auch Forschungsfragen begegnen. Und heute geht es um das Thema Better Living anhand der Architekturbiennale in Venedig im Jahr 2025. Der österreichische Pavillon wurde akkuratiert von Michael Obrist, Lorenzo Romito und Sabine Pollack. Frau Professorin Pollack, herzlich willkommen im Kepler Salon. Sie sind Professorin, Architektin, Lehrende, Forschende und Autorin und Sie haben viele Jahre an der Kunstuniversität Linz unterrichtet, unter anderem auch die Abteilung Raum- und Designstrategien geleitet und führen in Wien mit Roland Köb des Architekturbüro Köb und Pollack Architektur in Wien. Habilitiert haben sie sich 2004 im Fach Wohnbau an der TU Wien. Und sie forschen und arbeiten eben zum Thema Wohnen, Feminismus, Gemeinschaft, Urbanismus und sie arbeiten auch in ihrem Büro als Expertin für gemeinschaftlichen und sozialen Wohnbau. Und man muss sagen, dass die Architekturbiennale in Venedig wirklich eine der bedeutendsten und renommiertesten Architekturausstellungen weltweit ist und ich darf Sie jetzt einladen, uns in diese Welt zu entführen und mitzunehmen in die Agency for Better Living. Es wäre gut, wenn wir das... Ja, danke. Ich habe mir überlegt, wie ich das anlegen soll, wie ich Ihnen vermitteln kann, wie bedeutsam die Biennale nicht insgesamt ist, das weiß man ja, aber wie bedeutsam sie für mich war und was für ein verrücktes, wahnsinniges letztes Jahr das war, auf der Biennale und mit der Biennale. Also ich hoffe, dass ich das so ein bisschen vermitteln kann. Agency for Better Living war der Name, den wir gefunden haben für unser Projekt. Und Sie sehen schon einen ersten Blick in den Innenhof des Pavillons. Eine typische Architekturfotografie, keine Leute, keine Menschen, niemand leer. Tolle Architektur von Josef Hoffmann, der Pavilion, gebaut 1934, von uns ein bisschen adaptiert, gar nicht so sehr, aber das zeigt natürlich ein Bild, das gibt es nur eine Woche vor der Biennale und dann sieben Monate nicht wieder, weil es kommen 300.000 Leute und besuchen diese Ausstellung. Da sehen Sie das Kuratorinnen-Team äußerst entspannt, weil das war kurz nach der Öffnungsrede und kurz bevor dann die wirkliche Feier so quasi beginnt und da ist eigentlich alles dann schon gut gelaufen. Wir drei, das sind eben Michael Obrist, er ist Architekt und führt ein Architekturbüro in Wien, baut vielen guten, sehr guten sozialen Wohnbau mit Feld 72 und er leitet die Abteilung Wohnbau und Entwerfen an der TU Wien, ein sehr wichtiges Forschungsinstitut zu sozialem, guten sozialen geförderten Wohnungsbau oder auch innovativen, experimentellen Wohnungsbau. Und Lorenzo Romito, er ist Architekt aus Rom, er lebt auch in Rom, jetzt wieder ganz in Rom. Er hat die letzten drei Jahre gemeinsam mit mir und noch zwei anderen Personen aus Venedig an der Abteilung Raum- und Designstrategien unterrichtet. Und wir drei, wir haben uns entschlossen, 2023, wir reichen etwas zum ausgeschriebenen Wettbewerb für die Biennale ein. Und das Thema, das wir gewählt haben, hat sich eigentlich ganz einfach aus unserer Expertise, aus uns dreien ergeben, kann man sagen. Wir sind alle drei Architektinnen, wir beschäftigen uns alle mit Wohnbau und wollen können das einbringen, worüber wir gut Bescheid wissen. Das sind einmal Gruppenwohnprojekte, ungewöhnliche Wohnprojekte, die wir, Michael und ich, mit unseren Büros in Wien betreiben. Und Lorenzo Romito, er ist seit vielen Jahren sehr engagiert bei diversen Aktivisten und Aktivistinnen, bei Gruppen in besetzten Häusern. Er kümmert sich um die, er arbeitet mit denen, er organisiert Ausstellungen, alles Mögliche. Das ist ihm schon seit langem ein Anliegen. Das sind so diese unterschiedlichen Herangehensweisen. Und ja, also das sind so diese unterschiedlichen Herangehensweisen. Einmal in Wien, da baut man Wohnbau und in Rom, da kümmert man sich eher um diese besetzten Häuser. die Wohnungskrise, die in fast jeder europäischen größeren Stadt ein Thema ist, wahrscheinlich oder überhaupt weltweit. Wien ist davon ein bisschen ausgenommen, Linz ist nicht die größte Stadt, aber ist auch ausgenommen, österreichische Städte sind nicht betroffen, aber Städte wie Berlin oder Barcelona, da ist es einfach eine Tatsache, man kann dort kaum mehr wohnen, man findet keine leistbare Wohnung mehr. Airbnb, Overtourismus greifen um sich, die Städte werden für TouristInnen gut benutzbar, aber für die BewohnerInnen sind sie fast unbewohnbar geworden. Dazu kommt eine höchst unsichere Zeit ganz allgemein. Es gibt eine Inflation. Es gibt Kriege, die nicht weit weg von uns stattfinden. Die Jobs sind unsicher. Also das alles spielt zusammen. Und dazu kommt diese Wohnungskrise. Man findet keine Wohnung, die man sich leisten kann. Keine Wohnung, die der Familiengröße oder dem Zusammenleben entspricht. Also es ist eine wirkliche Krise. Und wir dachten, wir wollen diese besondere Situation der Biennale ausnutzen, diese Krise thematisieren, nicht wirklich eine Lösung anbieten, aber einfach einmal zur Diskussion stellen und dieses große internationale Publikum, weltweite Publikum dazu benutzen, um mögliche Lösungen anzusprechen. Das heißt, das sind jetzt Dinge, die wir einfach einmal festgelegt haben. Was ist die Tatsache? Wohnen ist nicht mehr leistbar. Die Städte sind unbewohnbar. Und was können wir dazu einbringen? Wir drei jetzt mit unseren Expertisen. Wir haben gesagt, wir wollen zwei Dinge miteinander vergleichen im Pavillon. Einmal den guten, seit über 100 Jahren gut funktionierenden, geför Leute eine Wohnung finden, eine leistbare. Und zum anderen das System Rom, wo die Stadt sich überhaupt nicht darum kümmert, dass es Wohnungen gibt, die leistbar sind. Ganz im Gegenteil, es gibt ganz viel Leerstand, auch im Wohnungsbau. Es gibt ganz viel Leerstand in den Bürobauten. Und es gibt seit vielen Jahren sehr viele besetzte Häuser, die teilweise erstaunlich gut funktionieren oder erstaunlich gut organisiert sind. Und diese beiden Systeme wollen wir analysieren, zeigen, eine Ausstellung daraus machen und quasi übereinander legen. Und das heißt, es ging einerseits um ein Top-Down-System in Wien und ein Bottom-Up-System in Rom. Und diese beiden, wenn man die beiden zusammenlegen könnte, könnte vielleicht so etwas wie ein wirkliches besseres Leben herauskommen. Unsere Fragen dabei waren, was kann Wien wirklich von Rom lernen? Wie könnte man das System von Wien mit den Förderungen, mit den ganzen Arten, wie man zu einer günstigen, guten Neubauwohnung kommt, wie könnte das vielleicht nach Rom transferiert werden und was wäre eben, wenn man die beiden Systeme übereinander legt. Dieser Wettbewerb war 2023 ausgeschrieben. Im Juni, glaube ich, hat es begonnen, Mai, Juni begonnen. Bis im Herbst lief die Ausschreibung. Das ist ein zweistufiger Wettbewerb vom Bundesministerium für Kultur und so weiter ausgeschrieben. In der ersten Stufe haben, ich glaube, 60 Personen oder Büros teilgenommen. Das reduziert sich dann auf 8 bis 10 in der zweiten Stufe. Im Unterschied zur Kunstbiennale, da ist es ja immer ganz klar, es gibt eine Kuratorin, einen Kurator, eine Künstlerinnengruppe oder eine Künstlerin, einen Künstler. In der Architektur ist das nicht so. Es gibt keine wirklichen Kuratorinnen für Architektur. Das heißt, in der Architektur vermischt sich das meistens eher. Es gibt ein wirklichen Kuratorinnen für Architektur. Das heißt, in der Architektur vermischt sich das meistens eher. Es gibt ein Team und die kuratieren, die machen die Forschung und die entwerfen auch quasi den Pavillon. Und so haben wir das dann auch gemacht. Vielleicht interessant ist, wir haben für beide Wettbewerbsstufen alles mit Handzeichnungen eingereicht. Es war nicht wirklich dezidiert beschrieben, was man wie einreichen soll. Schon inhaltlich ein sehr genaues Konzept, eine Kostenaufstellung, einen Ablauf für mögliche Veranstaltungen und vor allem auch ein Konzept, wie eine Ausstellung ungefähr aussehen könnte. Noch nicht sehr detailliert, noch nicht sehr genau. Ich weiß, weil ich auch heuer in der Jury drin bin, dass sehr viele mit sehr genauen Plänen kommen, mit 3D-Zeichnungen. Wir haben gesagt, nein, wir machen einfach Zeichnungen, skizzieren. Ich bin dann den ganzen Sommer lang da gesessen und habe ungefähr 150 Zeichnungen gemacht, die dann selektiert wurden. Und mit diesen Zeichnungen haben wir die dann selektiert wurden und mit diesen Zeichnungen haben wir dann das eingereicht. Die erste Idee war noch hier einen großen, riesigen Vorhang, so einen italienischen Bändervorhang über den Pavillon drüber zu legen. Meine Tochter hat gleich gemeint, das wird ein Instapoint. Na toll, ja. Schöne Idee. Ich möchte auch ein bisschen erzählen, was dann sofort wieder weggestrichen wird, was einfach nicht geht. Das war das Erste, was dann in der Realisierung sofort gefallen ist, weil es gibt einen relativ konsequenten und strengen Denkmalschutz auf diesen ganzen Bavilians, der da oben liegt. Der ist lustigerweise, obwohl der Pavillon ja Österreich gehört, ist es nicht der österreichische Denkmalschutz, sondern der italienische Denkmalschutz. Und der ist noch einmal schlimmer als der österreichische. Und die meinen, man darf eigentlich gar nichts auf der Fassade machen. Also das, was die Bertelmann zum Beispiel gemacht hat, diesen Schriftzug, diesen schönen auf der Fassade, das war schon ein wahnsinnig langer Kampf, dass das irgendwie auch nur möglich wurde. Aber egal, man reicht einmal mit etwas ein und es geht ja doch mehr um die Idee. Es geht schon auch um die Machbarkeit bei einem Wettbewerb, aber prinzipiell geht es einmal um ein Konzept und eine Idee. Wir hatten es damals so aufgefasst, dass man irgendwie so durch eine Schleuse durchkommt, durch diesen Vorhang hineingeht und dann werden diese verschiedenen Dinge vorgestellt, eben wie funktioniert das System in Wien. Dazu haben wir diese Zeichnungen gemacht von den bestehenden sozialen Wohnbauten aus verschiedenen Epochen in Wien, die wir eben im Pavillon besprechen wollten und dazu parallel die verschiedenen besetzten Häuser in Rom mit den verschiedenen Qualitäten und den verschiedenen Bestandsgebäuden, ein leerstehendes Bürogebäude, ein ganzer, ein Kilometer langer leerstehender Stock in einem riesigen Wohnbau oder ein begonnenes Shoppingcenter, das nie fertig gebaut wurde, auf einem Naturareal. Also diese beiden, diese Zeichnungen haben wir gegenübergestellt und dann eine ganze Reihe von solchen Diagrammen abgegeben, die irgendwie zeigen sollten, dass wir wahnsinnig viel verschiedene Dinge übereinander legen wollen, verschiedene Dinge übereinander legen wollen, eben Co-Housing-Projekte in Wien, besetzte Häuser in Rom, den Bauträgerwettbewerb, das Wettbewerbssystem in Wien, übereinander gelagert mit feministischen Projekten in Rom und, und, und. Also es war noch alles sehr fluffy und noch nicht sehr genau, aber vielleicht vielversprechend, sagen wir es so. Und hier, dieses Diagramm zeigte dann schon ein bisschen die Synthese im Pavillon, also es ist auch zugleich ein bisschen ein Wegesystem im Pavillon. Es gibt eine Mittelachse, der Pavillon ist ja völlig axial aufgeteilt, man kommt hinein, es gibt das eine System, wie Ihnen das gezeigt werden soll, das System Rom, und was wir damals noch hatten, ja interessanterweise oder lustigerweise, haben wir damals noch gedacht, wir wollen noch zwölf andere Städte auch untersuchen, die Wohnbauten, gute Wohnbauten in Kopenhagen, in Barcelona, in allen möglichen Städten. Und dann kam die Präsentation zur zweiten Stufe und dann hat irgendwer dort von der Jury gemeint, seid ihr sicher, dass ihr nur eine Ausstellung machen wollt? Und wir so, ja, warum? Und dann haben die gemeint, wieso macht sie eigentlich nicht das, was sie können, nämlich über Wien und über Rom reden und ich bin ja relativ flexibel und kann mich schnell adaptieren in der Situation und haben gleich gesagt, ja, das wollen wir eh viel lieber machen. Und das hat es dann, glaube ich, damit haben wir dann, glaube ich, Zuversicht gewinnen können. Damit haben die uns dann, glaube ich, abgenommen, okay, die können die Ausstellung handeln. Also das wurde dann schon quasi schon während der Jury der zweiten Stufe reduziert auf die erste Reduktion. Also da waren es noch die vielen Projekte in den vielen Städten. Wir haben gemeint, wir wollen irgendwie so etwas wie Welcome to Las Vegas, Welcome to the Agency for Better Living. Es sollte eine tatsächliche Agentur sein. Wir hatten damals auch noch die Vorstellung, dass wir wirklich ein bisschen agieren wie eine Agentur. Agency ist ja so ein sehr mehrdeutiger Begriff. Es ist so etwas wie ein Arbeitsauftrag, etwas, was man einfach erledigen muss, aus einer gewissen Überzeugung heraus auch. Aber es kann auch einfach eine Agentur sein, wie eine Immobilienagentur zum Beispiel. Das war dann der einzige Plan, den wir gezeichnet haben. Auch damals noch wahnsinnig naiv. wir dachten nämlich, dass wir im ganzen Hof, der österreichische Pavillon hatte einen sehr schönen Hof, ich weiß nicht, ob sie alle schon einmal dort waren, einen oder wenigen Pavillons mit einem Hof, mit so einer seltsam geschwungenen Mauer, wir dachten damals, dass wir im Hof einen Pool machen. Ich weiß gar nicht mehr, warum wir unbedingt einen Pool machen wollten, aber es war irgendwie, wir dachten, es ist eine schöne Idee, man ist dort relaxed, man ist sowieso schon müde, wenn man da ankommt bei dem Pav Pavillon ein immenses Moskito-Problem hat. Und wenn wir da ein entstehendes Wasser machen, dann wird das wahrscheinlich vollkommen unerträglich. Außerdem die Kosten, die ganze Umweltverträglichkeitsprüfung. Wir wollten damals das Wasser aus dem Kanal hineinleiten und dann wieder hinaus leiten, also da hatten wir uns sofort gesagt, das macht so wahnsinnige Probleme und das ganze Geld ist wahrscheinlich wird in diesen Pool fließen, dass wir dann gemeint haben, okay, wir haben den Wettbewerb wahrscheinlich nicht gewonnen wegen des Pools und wegen der Inhalte und haben dann irgendwann auch gesagt, verzichten wir halt auf den Pool. Aber es war eine schöne Idee. Dazu gibt es eben auch viele Zeichnungen von diesem leicht sumpfigen Wasser. Wer weiß, wie das Wasser in den Kanälen zu riechen beginnt oft, wenn es in Venedig richtig heiß ist, der kann sich vorstellen, was es da vielleicht auch für eine Geruchsentwicklung gegeben hätte. Unsere Idee war, wir machen so ein rot gestrichenes Deck, wir stellen so langbeinige Sessel in das niedrige Wasser hinein und laden dann drei Vortragende ein, die hier einen Vortrag halten im Sommer. Und dazu gibt es ganz viele solche Bändervorhänge. Damals war noch die Idee, wir organisieren im Bavillion wie ein Wohnhaus, wir machen eine Küche, wo wir diese damals noch zwölf Projekte von zwölf Städten vorstellen, wir machen einen Living Room, wo man herumlümmelt, wo Filme gezeigt werden und wir machen sowas wie einen Interviewraum, wo wir Interviews zeigen, die im Hof gedreht werden. Also das hat sich dann, und genau an einer Lotterie wollten wir auch noch veranstalten, nämlich dass jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin, jede Besucherin kommt, den Pavillon besucht und ein Interview gibt, kriegt zur Belohnung ein Los und ein paar der Lose gewinnen und man konnte eine Nacht in einem der besetzten Häuser oder in einem der tollen Häuser wie Willifred hier in Linz zum Beispiel verbringen. Also das hat man dann auch nicht mehr gemacht, irgendwann war es einfach zu viel. Wäre vielleicht lustig gewesen. Soviel zu den Zeichnungen und dann haben wir eben diesen Wettbewerb gewonnen Und dann haben wir eben diesen Wettbewerb gewonnen und dann ging es im Jänner 2024, wurde es offiziell, gab es auch die Pressekonferenz und dann geht plötzlich schlagartig los, ein Riesenprojekt kommt auf einen zu, mit einem wahnsinnigen Auswirkungen, mit allem, was mit der Presse, der internationalen Presse zu tun hat, den verschiedenen Deadlines, die von der Biennale vorgegeben sind, das ganze Umfeld von dieser Biennale. Also es hätte ich mir nie im Leben gedacht, dass das so, dass das so viel ist, dass das so gleichzeitig auf einen zukommt und es beschäftigt einen wirklich ein ganzes Jahr lang. Dazu muss man sagen, ich habe das Glück gehabt, dass ich auf der Kunst-Uni arbeiten konnte. Das ist immer schon flexibler als in irgendeinem anderen Job. Und ich war auch freigestellt ein Semester. Danke Kunst-Uni für das. Ohne das wäre das völlig unmöglich gewesen. Wir haben das dann mit einem Team, natürlich, wir haben das zu dritt gemacht, wir haben alles, wir haben die Forschung gemacht, wir haben es entworfen, wir haben es entwickelt, aber wir haben natürlich ein sehr großes Team gehabt, das das alles realisiert hat. Also ein Großteil des Teams war am Institut für der TU Wien verortet, die verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort. Ja und da sieht man dann schon, also die Ausstellung der Biennale ist ja noch einmal irgendwie anders wie jede andere Ausstellung. Nicht, weil es so toll oder so wichtig wäre, sondern sie dauert relativ lange, sieben Monate lang. Und es kommen mindestens 300.000 Besucherinnen durch diese Ausstellung. Das heißt, die muss auch relativ robust sein, muss sehr lange Zeit aushalten. Dazu kommt, dass der Pavillon relativ offen ist. Er ist gar nicht wirklich so ein geschlossener Raum. Es gibt diesen großen offenen Innenhof. Und es gibt eine durchschnittliche Verweildauer in den Pavillons von drei Minuten. Das heißt, manche bleiben noch kürzer, manche bleiben nur eine Minute, manche bleiben länger. Und das muss man irgendwie bedienen. Man muss irgendetwas machen, was die Leute mitnehmen, auch wenn es nur sehr kurz bleibt, nur einmal kurz durchhuschen und dann sofort wieder raus, weil man muss ja noch das ganze Arsenal sehen und die ganzen verschiedenen Ausstellungen in der Stadt, die hundert anderen Pavillons. Und man muss aber auch die Leute irgendwie bedienen, die länger bleiben wollen. Das heißt, man muss sich auch vertiefen können. Und das war so das Interessante eigentlich, das zu entwickeln im Zuge dieser Ausstellung. Sie sehen auch, der große, große Bändervorhang hat sich sehr reduziert. Ist aber deswegen nicht schlechter geworden. Ist jetzt ganz anders, vielleicht nicht mehr der Instapoint. Aber der große Vorhang wäre vielleicht auch einfach nur ein Symbol gewesen von irgendetwas. Und hier hat es einen Sinn, es ist so ein typischer Anti-Moskito-Vorhang, den man so verwendet und ist auch so ein Element aus den Wohnern, ist ein Vorhang, durch den man treten muss, um das Innere zu begehen. Und hier sieht man dann den letztlichen Grundriss, was wir gemacht haben. Also wir haben die ganzen zwölf anderen Städte natürlich dann nicht mehr gemacht. Und dann sind wir eben dann draufgekommen, wir haben so viel Material von Wien, wir haben so viel Material von Rom, wir schaffen das gar nicht, das in einem Raum zu zeigen. Der Bavillon ist ja gar nicht sehr groß, er ist sehr hoch, die Räume sind immens hoch, schwierig, weil was kann ich da oben eigentlich sehen? Und die Räume sind aber relativ klein eigentlich. Dann haben wir gesagt, okay, wir machen das basisdemokratisch. Wir geben die Hälfte des Pavillons Wien, die andere Hälfte geben wir Rom und teilen das Ganze in der Mitte. Die Idee war ja auch ein bisschen, die Nationalität zu überwinden und dieses, wir sind Österreich und wir zeigen was Österreichisches, das zu überwinden und zu sagen, das ist nicht nur der österreichische Pavillon, das ist jetzt einfach auch der römische Pavillon und aus. Was wir gemacht haben, wir haben eine große, eigentlich nur eine architektonische Maßnahme gemacht. Wir haben die beiden Wände geschlossen, durch die man hineingeht. Das ist ja in der Mitte Mitte ist der Eingang. Normalerweise sind hier drei große Torbögen, wo man gleich links und rechts in diesen offenen Pavillon hineingeht. Diese beiden Wände haben wir vollkommen geschlossen und haben die alle Besucherinnen zuerst in den Hof hineingeleitet. Im Hof gab es einige Installationen, die zeige ich gleich. Und dann konnte sich entscheiden, okay, ich gehe zuerst links nach Wien oder ich gehe rechts nach Rom. Dann komme ich wieder raus. Dann haben wir uns gedacht, geht man noch einmal in den Hof hinein, setzt sich dorthin und diskutiert vielleicht die beiden Räume. Das war so die Idealvorstellung, wie das funktionieren könnte. Also da sieht man dann mich durchgehend durch den Vorhang da gibt es die erste Information die beiden Wände sind die neuen Wände die wir eingezogen haben durch die man hindurch muss und dann steht man eigentlich schon in diesem Hof hinten drinnen die einzige Verbindung war ein kleines Pi-Pol in Augenhöhe durch das man hineinschauen konnte und schon einen ersten Eindruck bekommen hat von dem Raum Wien links in pink und von dem Raum Rom rechts. Dann war die Frage, was machen wir jetzt? Pool haben wir keins mehr, Wasser ist irgendwie schwierig, wegen der Moskitos, die wirklich Hölle sind übrigens. Also wir haben Tonnen von Moskitospray benötigt, den ganzen Sommer hindurch. Wir haben dann eine schöne Information bekommen von einer Installation, die einmal da war, nämlich ein Entwurf von Josef Hoffmann, dem Architekten. Ziemlich das Letzte, was er entworfen hat, bevor er gestorben ist. Im Zuge der Hoferweiterung durch diese runde Wand hat er dieses nierenförmige Pool installiert. Hier ein nur 30 cm tiefes Pool, so ein typischer 50er Jahre Entwurf, diese nierenförmigen Becken, so etwas wie ein Zentrum für den Skulpturengarten. Das hat nur wenige Jahre bestanden, dann hat man das wieder zugemacht, weil man den Platz einfach für die Skulpturen gebraucht hat. Wir haben gesagt, wir wollen so etwas wie eine Erinnerung an den letzten Entwurf von Hoffmann machen und haben gesagt, wir nehmen jetzt die Form dieser nierenförmigen Ausnehmung, nehmen wir her, machen jetzt dabei sein leeres Inneres und bauen rundherum eine Plattform aus Ziegeln. In dem Fall sind einfach nebeneinander geschichtete Ziegeln, Hohllochziegeln der Firma Wienerberger, die uns die zur Verfügung gestellt hat. Das sind nur Geliehen. Die haben wir dann nachher wieder zurückgegeben. Nicht an Wienerberger, sondern die Hausbesetzer von Venedig. Und das Pool ist jetzt leer. Es gibt kein Wasser mehr. Die Klimaveränderung und so hat es ausgetrocknet. Rundherum mit uns auf dieser Plattform sitzen fünf Bäume, das sind die sogenannten Klimagewinner. dass es einfach so heiß ist im Sommer. In Rom fallen die ersten Pinien schon um. In Wien kann man die Bäume, die man bis jetzt gepflanzt hat, einfach nicht mehr pflanzen. Man ist auf der Suche nach neuen Pflanzen. Und das sind so spezielle, ausgesuchte Pflanzen von einem Landschaftsplanungsbüro, die sogenannten Climate Change Winners, die mit uns hier sitzen. Das sind solche Pflanzen, die den Klimawandel vermutlich überleben werden, hoffentlich. Ziegel deswegen, weil sowohl Wien als auch Rom ursprünglich zur Gänze aus Ziegeln gebaut worden ist. Hier sind wir dann in diesem Rondeau, sind wir gesessen den ganzen Sommer lang, immer wieder, zweimal im Monat und haben unsere Assemblies abgehalten, unsere Versammlungen. Wir haben hier zu verschiedenen Themen, die das Leben, das bessere Leben betreffen könnten, haben wir Leute eingeladen aus Rom und Wien, Expertinnen zusammen mit Hausbesetzerinnen, mit Aktivistinnen, auch aus Venedig, haben diese Gruppen von dort integriert und die sind hier auf einer Ebene ohne Hierarchien gesessen und haben miteinander diskutiert. Das war nicht immer einfach, war auch oft ein sprachliches Problem, aber es war sehr interessant. Im Hintergrund sieht man schon unter dem Dach, wo ja einfach ein Blick in den Raum rum, hier unter dem Dach, da sind ja meistens einfach Sesseln dort und man kann sich dort meistens irgendwie ausruhen, es ist schattig, haben wir eine Arbeit positioniert, die wir gemeinsam mit Armin Linke gemacht haben. Armin Linke ist ein Dokumentationsfotograf, er hat sogar schon einmal den Goldenen Löwen gewonnen. Der hat die Idee entwickelt mit uns, er möchte mit uns jeweils drei Tage Exkursion machen, Die Idee entwickelt mit uns, er möchte mit uns jeweils drei Tage Exkursion machen, und zwar im Dezember und Jänner 2024, 2025, sowohl in Rom als auch in Wien. Und er möchte solche Räume besuchen und fotografieren dort, die mit Wohnbau zu tun haben, also wo über Wohnbau entschieden wird. Das heißt, wir waren dann in Wien im Büro der Vize-Bürgermeisterin Katrin Gahl, die für Wohnbau zuständig ist, bei der MA50, die für die Wohnbauförderung und Wohnbauforschung zuständig sind, aber auch in der Sargfabrik im Seminarraum, weil diese Räume werden dann oft neuen Baugruppen zur Verfügung gestellt und das Gleiche in Rom. Er hat dann diese, Armin Linke hat dann diese Fotos auf sehr einfache Holzplatten affischiert und auf so vertikale Posts montiert, die erinnern sollen an diese Tafeln, die man verwendet für eine Demonstration, wenn man für mehr Recht auf Wohnen demonstriert. Und hier bis zur Hälfte geht Wien, da sieht man die Seestadt Aspern und dann rechts beginnt die Fotosession von Rom. Er fotografiert dann immer so Sachen, die ganz normal sind, wie zum Beispiel eine Flipchart, die im Büro von der MH50 gestanden ist, wo die uns erklärt haben, dem Armin Linke und mir, wie der Preis für den geförderten Wiener Wohnbau zustande kommt, die Rechnung. Oder der Raum, wo die ganzen Spaten von den Spatenstichfeiern der GBA-Genossenschaft sehr stolz präsentiert werden. Also da gibt es diese doch sehr schöne Fotoserie. Er ist, Armin Linke ist der Meinung, man muss diese ganz alltäglichen Dinge archivieren und das werden in Zukunft, das wird ein genauso wichtiges Archiv sein wie irgendein anderes Archiv auf der Nationalbibliothek. Dann haben wir ein Buch gemacht, man muss ja ein Buch machen, wir haben in dem Fall ein Magazin gemacht mit dem Verlag von 8plus, also eine Sondernummer dieses doch sehr für die Architektur sehr renommierten Verlags von 8plus. Jetzt wie haben wir die Ausstellung gemacht oder konzipiert? Wir haben den sogenannten Blick in den Wien auf eine Wand im Raum Wien. Das hat eben mit diesen Dingen zu tun, wie bedient man Leute, die nur ganz kurz kommen. Wir haben mit einem sehr guten Grafikbüro zusammengearbeitet, Büro Nadine. Die hatten ganz am Anfang die Idee, machen wir doch Punkte. Und wir so, warum Punkte? Aber sie haben zwar ihre erste Assoziation, Punkte, die man hinaufklebt auf ein Bild, wenn es verkauft ist in einer Ausstellung, aber auch Punkte, die ein bisschen zeigen sollen, wie geregelt das System in Wien ist. Also Wiener Wohnbau funktioniert ja auch nur deswegen so gut, weil er wahnsinnig geregelt ist. Ein ganz durchkomponiertes Regelwerk, was manchmal auch schwierig ist, weil es keinen Raum mehr für Experimente gibt. Aber es ist eben wichtig, damit das Ganze so funktioniert. Deswegen haben wir gesagt, ja, wir machen in diesem Wien-Raum wirklich einen durchgehenden roten Punkte-Raster und an dem Punkte-Raster 50 mal 50 kleine 5 cm große rote Klebepunkte, an dem orientieren wir uns. Und dann haben wir das, wir haben das genannt Clouds, also Wolken. Wir haben acht verschiedene Themen angesprochen und jedes Thema hat eine Wolke bekommen und jede Wolke besteht, bestand aus verschiedenen Zeichnungen, die wir anfertigen ließen, bestand aus verschiedenen Zeichnungen, die wir anfertigen ließen, Fotografien, die extra gemacht wurden von jungen Fotografinnen, die die Atmosphäre zeigen sollen, ein paar historischen Fotografien, Diagrammen und einem Filmprogramm von kleinen Filmausschnitten, die noch einmal das Thema bedient haben. Und so haben sich dann diese verschiedenen Wolken zusammengesetzt. Und so haben sich dann diese verschiedenen Wolken zusammengesetzt. Also das sind diese ganz einfachen Zeichnungen, orientiert auch ein bisschen an den Zeichnungen, die in den 1920er Jahren auch gedient haben, um solche Themen zu vermitteln, die Wichtigkeit des sozialen Wohnens, wie kommen die Preise zustande. Wir haben solche Fotografien herstellen lassen von jungen Fotografinnen und Fotografen wie Zahra Pfeiffer, Gilly Merlin, Paul Sebesta oder Nikola Miloradovic, die eben nicht die hochklaren Architektur zeigen sollten, so wie man sie in den Magazinen sieht, sondern eher die Räume in Gebrauch, wie hier diesen Naturraum, wo dieser Typ hier seine Morgengymnastik macht, so wie das eben ist in Wien. Und dann die Filmtipps. Lotte Schreiber hat für uns das Filmprogramm kuratiert auf kleinen Bildschirmen, Ausschnitte aus Filmen aus verschiedensten Epochen von den 1920er Jahren bis heute, aus Filmen aus verschiedensten Epochen, von den 1920er Jahren bis heute, die noch einmal eben diese verschiedenen Themen, wie hier das Thema der Selbstbausiedlungen in den Zwischenkriegsjahren am Rosenhügel transportieren sollen. Und wir haben verschiedene Diagramme gezeichnet, wie hier mein Lieblingsdiagramm zum Thema Gender, Identität, Sexualität und Wohnen in Wien. Ich gehe ganz kurz durch die beiden Räume noch durch, auch noch einmal, um ein bisschen die Schwierigkeiten auch zu zeigen, was kann man machen auf der Biennale, was kann man nicht machen. Das waren die acht Themen, die wir angesprochen haben und hier schon ein Blick in den Ausstellungsraum, hier noch leer ohne Besucherinnen, in der Mitte ein zentrales Möbel, wir sind drauf gekommen, es ist extrem wichtig, irgendetwas zum Ausruhen zu machen, denkt man eigentlich nicht daran, man möchte ja Inhalte zeigen und nicht unbedingt der Möbel konstruieren, aber wie gesagt, der Pavillon ist fast der letzte im ganzen Areal der Biennale, die Leute sind wahnsinnig erschöpft, es ist urheiß im Sommer, sie wollen sich ausruhen und niedersetzen und das ist dann so gut angenommen worden, die Leute haben da teilweise geschlafen drauf, die Kinder haben es geliebt, sie waren fast nicht mehr wegzukriegen und dann sieht man schon hier die Organisation dieser sogenannten Wolken. Aber betreten konnte man ja beide Ausstellungen nur durch den Hof, nur durch diese kleinen Räume, die davor geschaltet sind. Und da haben wir einen jeweils fünfminütigen Film gezeigt, auf einer sehr großen LED-Screenwand. zeigt auf einer sehr großen LED-Screenwand, dieser Film hat ganz kurz, in fünf Minuten, auch mit einer Bank zum Sitzen, noch einmal das System Wien erklärt und das System Rom erklärt. Und hier dann der Raum, beginnend mit einer sehr großen Karte von Wien, die also Raum hoch, sechs Meter hoch und fünf Meter breit. Die Karte von Wien mit kleinen Punkten drauf, gezeichnet alle sozialen, geförderten Wohnungsbauten, die der Gemeinde Wien gehören. Und dann rechts sieht man schon, wie diese Wände organisiert sind. Diese verschiedenen Zeichnungen, Fotografien und Filme sind alle in einer gewissen Distanz von der Wand montiert, sodass sich sowas wie ein dreidimensionales Relief ergibt. Also da haben wir auch so einen langen Prozess, um zu dem zu kommen, wie kann eine Zeichnung ausschauen, welche Farben muss man verwenden, wie groß kann, muss ein Text sein, damit er wirklich gut gelesen ist, damit man sich nicht runterbeugen muss. Geht weiß auf schwarz als Text? Wie groß kann es sein, dass man keine Brille aufsetzen muss, keine Lesebrille und, und, und. Und vor allem, wie groß muss ein Bild sein, das sich in sechs Meter Raumhöhe zeige? Also wir haben uns zuerst gedacht, okay, ein Bild zweimal zwei Meter ist riesig auf Alu montiert, aber wenn es dann hier im Raum drinnen ist, wirkt es eigentlich fast klein. Hier dann diese Big Map, die große Karte von Wien, wo man sich so ein bisschen vertiefen kann in eines dieser 220.000 Sozialwohnungen von Wien. Also Wien ist der größte Wohnbauverwalter, kann man sagen, von Europa und 77 Prozent von den Leuten von Wien leben in Mietwohnungsbauten. Auch für Europa ist das überhaupt nicht normal. Also die Leute, die hierher gekommen sind, konnten das nicht glauben, dass man hier wirklich im Zentrum leben kann und eine Wohnung hat, die nicht mehr 7,90 Euro pro Quadratmeter kostet im Durchschnitt. Und das wollten wir vermitteln eben. Wir haben ein bisschen die Geschichte beleuchtet, aber es ist ja nicht unbedingt eine historisch-chronologische Ausstellung. Es soll ja um heutige Fragen gehen. Wir haben ja auch sehr viele kritische Fragen an Wien gehabt, die wir stellen wollten, durch die Ausstellung, wo wir uns von Rom ja Hilfe quasi oder Lösungen erwartet haben. Aber wir haben ein bisschen diese Geschichte gezeigt, das sehr, sehr arme Wien, wie kam das Ganze zustande mit der Luxussteuer, die Wien erfunden hat, die ersten großen Superblocks, diese wahnsinnigen Bauten wie der Karl-Marx-Hof mit den unendlich vielen Gemeinschaftseinrichtungen, bis heute so was wie ein Role Model für uns mit unseren Architekturbüros. Wie kann man es so da irgendwie anknüpfen? Wie kann man einen Wohnbau machen, der so viel integriert an Zusatzfunktionen, abseits vom Wohnen? Dann Fotos von unseren Fotografinnen, wie vom Karl-Marx-Hof oder von dem großen Schwimmbad im St. Leitenhof, das Kongressbad, das bis heute wunderbar funktioniert. Und dann eben unsere Fragen dazu. Wien ist gut, Wien ist ein super funktionierendes System, aber wie geht Wien zukünftig um mit den vielen Singles? Es sind jetzt schon 33 Prozent, das steigt jährlich, es werden immer mehr, wir werden irgendwann fast alle nur mehr allein wohnen. Es gibt eine wahnsinnige Einsamkeit teilweise jetzt schon in Wien von diesen Alleinelebenden. Was kann die Architektur dazu tun, um das zu lösen? Alleinerziehende kommt dazu. Es gibt sehr viel unbezahlte Care Work. Das ist überhaupt das größte Problem vermutlich. Es wird Migration noch viel mehr ein Thema werden, als es ohnehin schon ist. Der Klimawechsel betrifft uns jetzt schon Wien sehr stark. Die Hitze war immens im letzten Sommer und es wird noch viel schlimmer werden. Und welche Typologien, welche Wohnbauten können wir abseits der normalen Familienwohnung zukünftig bauen? wir abseits der normalen Familienwohnung zukünftig bauen. Also das sind so die offenen Fragen, wo wir uns auch im Zuge dieser ganzen Veranstaltungen dann Lösungen erhofft haben. Ich möchte nur zwei Beispiele noch zeigen von Wien. Das eine ist Alt Erla, natürlich sehr bekannt, fast schon berühmt, kann man sagen, im europäischen Kontext, eine der wenigen Megastrukturen, die in Wien gebaut wurden. Berlin schaut da ja ganz anders aus, aber Alt Erder ist eben besonders aus den 1980er Jahren, weil es von Beginn an gut funktioniert hat und bis heute gut funktioniert. Das ist schon erstaunlich und es gibt verschiedene Gründe dafür. Ich glaube immer, einer der Gründe ist, dass ein paar berühmte Fußballer dort gewohnt und gelebt haben und teilweise sogar immer noch leben, aber deren Familien wahrscheinlich dort. Ein Grund sind natürlich die tollen Schwimmbäder am Dach, sehr restriktiv, da darf niemand Fremder hinein oder dort, überhaupt nicht. Alles super geregelt, aber natürlich eine unglaubliche Qualität. Und es gibt aber natürlich die begrünten Fassaden, die tollen Terrassen, sind eine große Qualität dieser Wohnungen. Es gibt aber noch einen Grund und der ist sehr interessant, weil wie jedes Terrassenhaus hat Alt Erle ein Riesenproblem, nämlich es hat einen dicken Bauch unten und in diesem dicken Bauch ist ganz wenig natürliches Licht, eigentlich überhaupt keins. Das sind viele Gänge, aber es sind auch viele unbelichtete Räume, also nur künstlich belichtete Räume da drinnen. Was man in Alt Erla gemacht hat, man hat diese Räume gebaut und dann hat man die an die verschiedenen Vereine, die sich in Alt Erla formiert haben, das sind ja tausende Wohnungen, vermietet oder vergeben, wahrscheinlich zahlen die gar nicht mal wirklich was dafür und daraus haben sich 30 oder 40 verschiedene Vereine gegründet, die alle, es ist immer der gleiche Raum, eigentlich eine schreckliche Bedingung, keine Fenster, gar nichts, aber sie sind super benutzt und sie funktionieren sehr, sehr gut. Und da gibt es eine ganze Reihe und die Fotos sind jetzt von Sarah Pfeiffer aus ihrem eigentlich Abschlussprojekt, das sie auf der Bildenden gemacht hat, die Fotog Racing Club, den Fitness Club und den Freddy Quinn Fan Club. Und noch 20 oder mehr andere. Also das ist sehr erstaunlich. Und unsere These, die wir daraus geschlossen haben, ist, dass jeder Wohnbau eigentlich zu viel an Raum braucht. Das ist ziemlich egal, wie der Auschaut, der Raum, der kann auch sehr rau und sehr roh sein, aber wenn es dieses zu viel an Raum gibt, nicht gibt, dann passiert einfach auch nichts. Wir haben dann ein sehr surreales Foto dort gefunden, nämlich aus dem Kinderspielraum und haben gemeint, na, bist du deppert, da spielen Kinder. Aber gut, da gibt es auch belebtere Fotos mit wirklichen Kindern drauf. Aber wir haben gesagt, wir wollen das verwenden für unsere Couch im Raum. Die haben wir dann die Megastructure on the Couch, auch als Referenz zu Sigmund Freud genannt. Das ist eine Interpretation von diesem Spielraum in Alt Erla. Wir haben ihn dann im Geheimen auch unseren Ferrari genannt, weil er einfach so schön rot und pink und lang war. Wir haben übrigens versucht, das möglichst nachhaltig weiterzuverwenden. Diese Couch, zuerst hätten wir sie gerne in Venedig an irgendjemanden, an eine Institution gegeben, das hat nicht funktioniert. Sie ist wieder zurück nach Wien gekommen und sie steht jetzt im Neunerhaus, ich weiß nicht, ob Sie das kennen, das ist eine tolle Institution, die Wohnungen baut oder entwickelt in bestehenden Wohnhäusern für Obdachlose, Wohnungslose und die haben so ein mehrstöckiges Bürogebäude im sechsten Bezirk und im Sozialraum dieses Büros, des Neunerhaus steht jetzt die Megastructure on the Couch. Ja, dann geht das hier weiter mit den unterschiedlichen Themen. Jede Wolke schaut irgendwie anders aus. Das heißt, man konnte hier sitzen oder liegen oder lümmeln und den Film sich anschauen oder sich kurz erholen und kleine Schläfchen halten. Vielleicht nur der Ausblick, was uns jetzt interessiert in Wien, sind nicht unbedingt Projekte, tolle Projekte sind eher so ganze Nachbarschaften und das ist so vielleicht auch das wirklich interessante Thema momentan in Wien. Man denkt nicht mehr in Objekten, in Häusern, sondern man denkt in ganzen Quartieren und möglichst guten Nachbarschaften, wo man versucht, so neue Kombinationen aus Wohnen und Arbeiten zu finden, ein ganz neues Naturverständnis teilweise hat, was Natur, was ein Park sein kann, was ein Spielraum sein kann. Und man versucht, das, was früher im Karl-Marx-Hof alles in einem Gebäude war, die Wäscherei, die Klinik für Frauen und so weiter. Man versucht das in verschiedene Häuser in so einem Quartier zu platzieren. Also eine sehr interessante Entwicklung, die mit der internationalen Bauausstellung begonnen hat. Wir haben dann diese verschiedenen neuen Quartiere in Wien hier gezeichnet, haben dann auf zwei verschiedene Quartiere einen Fokus gegeben und die dann so ein bisschen genauer noch gezeigt, wie hier das Sonnenwindviertel gleich beim Hauptbahnhof von Wien. mal da ist vielleicht ein riesengroßer, fast leerer Freiraum, eine riesige Wiese, wo man sich denkt, so bei einem Wetter wie jetzt mal, das ist aber ganz schön groß und leer. Im Sommer ist das voll, also das ist noch ein sehr leerer Zustand. Im Sommer ist das pumpvoll, weil der gesamte 10. Bezirk hier in diesen Park kommt, weil es dort einfach keine anderen Parks gibt. Oder ganz anders, eben dieser Park in einem anderen Viertel, im Nordbahnhofviertel, ein neues, teilweise sehr dichtes Viertel, wo man schon eine Wildnis vorgefunden hat, auf diesem ehemaligen Schienenareal und die Freiraumlandschaftsplanerinnen haben diese bestehende Wildnis noch verstärkt, noch ausgebaut, noch wilder gemacht quasi. Jetzt kann man vielleicht so analysieren, welcher Raum ist besser benutzbar. Der hat mehr Biodiversität, mehr Pflanzen, mehr wahrscheinlich Tiere. Der andere Raum ist vielleicht besser benutzbar. Aber so hat halt dieser eine Herr auch mehr Ruhe in der Früh. Dann noch einzelne Häuser, die wichtig sind in diesen Quartieren, die wir noch einmal gezeigt haben durch verschiedene Filme, Fotos. Und hier noch ein paar Bilder dann im Gebrauch dieser Ausstellung. Also teilweise sind die Räume einfach wahnsinnig voll mit Leuten. Man hat dann überhaupt keine Ruhe mehr. Wir haben zuerst gedacht, wir werden hier unsere Veranstaltungen abhalten, das ist völlig unmöglich, weil es je nach Wochenende, je nach Jahreszeit, ist dann der Raum wirklich plötzlich sehr, sehr voll, wie hier am Tag der Eröffnung. Hier noch einmal die Fragen, die wir an Rom haben. Und hier, jetzt führe ich nur noch ganz kurz durch den Raum von Rom. Der Romraum war anders organisiert, weil Rom auch einfach ein ganz anderes System ist. Dort ging es sehr viel um Selbstrepräsentation der Leute, die in Rom in den besetzten Häusern leben. Da leben einfach viele Künstler und Künstlerinnen, Architektinnen, wie hier zum Beispiel die eine Frau. Sie hat monatelang, glaube ich, an dieser Skulptur gearbeitet, eine Säule, die in diesem rundumlaufenden Band die Geschichte des Häuserkampfes in Rom erzählt. Also eine ganz diffizile Arbeit, die wurde dann im Raum in Rom gezeigt oder rechts eine Collage von einem jungen Architekten, der in einem der Häuser in dem Quattro Stelle auch wohnt und lebt und der diese eigentümlichen Collagen macht. In dem Fall ist das ein Grundriss des Hauses und die verschiedenen Fahnen zeigen die verschiedenen Nationen, die in diesen Häusern wohnen. Das war ja eine unserer größten Aha-Erlebnisse, als wir in Rom waren und auch diese Häuser besucht haben. Wie kann es sein, dass bis zu 27 verschiedene Leute von aus bis zu 27 verschiedenen Nationen in einem Haus zusammenleben, ohne dass die sich total zerstreiten. Also das ist die Organisation. Wir verbinden besetzte Häuser immer mit Anarchie, was vielleicht auch hier oder in Wien in den 70er, 80er Jahren in Rom ist das, gibt es das teilweise auch, aber die Räume, die wir untersucht haben, sind erstaunlich gut und fast restriktiv organisiert, kann man sagen. Und sie haben alle, da ist nicht Anarchie unbedingt das Thema, obwohl es natürlich immer Anarchie ist, das Thema ist ein großes soziales Anliegen und ein großes politisches Anliegen. Die haben alle das Anliegen, sie wollen etwas für das Quartier tun, sie wollen was für die Kinder tun, die dort leben, sie wollen dafür sorgen, dass die Kinder in die Schule gehen. Also das hat uns, mit dem haben wir eigentlich quasi nicht gerechnet gehabt. Sehr interessant. In Rom gibt es eine tolle, lange Geschichte des Häuserkampfes, seit eigentlich über 100 Jahren kann man sagen, besonders stark in den 50er, 60er und 1970er Jahren. Da sieht man hier einige Bilder davon. Und hier einige Bilder aus diesen besetzten Häusern, die dort gezeigt werden, wie hier die Fallstudie von Spintime. Spintime ist ein ehemaliges Bürogebäude, wo 450 Leute leben, wohnen und arbeiten. In den unteren zwei Geschossen sind allgemeine Einrichtungen, die für alle benutzbar sind und teilweise auch für das Quartier. In den oberen vier Geschossen die Wohnungen, die vollkommen privat sind. Der Strom wird genommen, der Kanal wird benutzt. Die Stadt bis jetzt akzeptiert das, mehr oder weniger. Es gab verschiedene Kämpfe, wo das dann wieder mal nicht funktioniert hat, aber dann gibt es immer wieder Unterstützerinnen, teilweise hat die Kirche sie dann plötzlich sehr stark unterstützt. Spintime ist besonders, es gibt da zum Beispiel eine ehemalige Tiefgarage, die man hier sieht, da kommt gerade irgendwie die Rampe darunter, dort ist ein riesiger Jugendclub situiert. Also wie wir dort waren, waren das sicher 200 Jugendliche. Es war unglaublich laut, voll und es hat funktioniert. Und es funktioniert bis heute. Also sehr, sehr erstaunlich und sehr bemerkenswert. Und da kann man wirklich viel lernen. Es gibt dort ein Theater mit einer Bühne, wo regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, einen großen Plenarsaal und es gibt diese sehr liebevoll ausgestalteten Zwischenräume. eignet als eine Art von Co-Housing oder Gruppenwohnprojekt, weil es hat sehr breite Flure, Gänge, es hat riesige Stiegenhäuser, es hat große Foyers und die kann man alle super nutzen für irgendwelche Gemeinschaftsfunktionen. Ein heutiger Wohnbau hat einfach nur mal einen möglichst schmalen Gang, einen Eingang und sonst gar nichts mehr. Also hier einige Fotos aus Spintime. Oder die Fallstudie des Lago Policante auf einem ehemaligen Industrieareal einer Viskose-Produktion. Da sieht man im linken oberen Teil die ehemalige Industrieruine aus dem 19. Jahrhundert. Die wurde dann irgendwann geschlossen. Und dann, vor 15 Jahren oder so, hat ein Investor das ganze Areal gekauft und wollte hier ein Shoppingcenter bauen. Die haben dann schon angefangen eine Betonstruktur hier zu errichten. Dann ist plötzlich das Grundwasser gestiegen und es hat sich ein ganzer See gebildet. Und dann wurde der Bau gestoppt und das Ganze nicht weitergebaut. Und dann hat sich da eine ziemlich große Community gefunden. Man sieht hier den ersten Tag dieser Begehung quasi der Community hat sich formiert und hat gesagt, wir wollen nicht, dass hier weiter spekuliert wird, dass irgendwas gebaut wird, wir wollen hier einen Park haben. Und diese Gruppe hat das durchgesetzt, kümmert sich um den Park, sorgt dafür, dass hier keine Drogen gedealt werden, dass er nicht verschmutzt wird, dass Pflanzungen vorgenommen werden, wenn irgendetwas nicht mehr funktioniert. Und ja, das ist ein schönes Beispiel, wie auch so ein Naturraum ganz anders funktionieren kann. Hier einige Bilder von dem unglaublich schönen und eigentümlichen Lago Bulicante. Hier auch dann im Raum als eine große Wand, große Fotografie mit ein paar Löchern drinnen. Das sind Lüftungslöcher, weil es wahnsinnig heiß wird in diesen Ausstellungsräumen. Man sieht hier immer noch Punkte, die Punkte sind aber sehr riesengroß geworden. Also irgendwie soll, irgendwer hat erzählt, hat mal gemeint, das ist aber sehr chaotisch, da der Raum in Rom und wir haben gesagt, ja, ist halt so, Rom ist halt chaotisch. In der Mitte sieht man eine Struktur, das ist eigentlich ein Modell von einem Wohnbau, der genau so ausschaut, im Maßstab, weiß ich jetzt nicht genau, 1,20 oder so. Das heißt Corviales, im Süden von Rom, wurde in den 1980er Jahren gebaut. Ein ein Kilometer langer Wohnbau, leicht terrassierter Wohnbau, ungefähr achtgeschossig oder so. Damals die große Hoffnung, endlich gibtassierter Wohnbau, ungefähr achtgeschossig oder so. Damals die große Hoffnung, endlich gibt es Sozialwohnungen, endlich kriegen wir eine neue, gescheite Wohnung. Nur in Alte Erdla hat man die U-Bahn hingebaut, das ist mit der U-Bahn super erreichbar. Dort hat man nie eine öffentliche, gute Anbindung gebaut. Wie wir dort hingefahren sind, sind wir aus dem Zentrum, glaube ich, eineinhalb Stunden mit den verschiedensten Bussen hingefahren, Also ein Horror. Was auch der Fall war, im vierten Geschoss, gleich nach dieser Knickung quasi, hat man vorgesehen, ursprünglich ein durchgehendes, ein Kilometer langes, öffentliches Geschoss mit Geschäften und Läden und Gemeinschaftsräumen. Also sehr ambitioniert in der Idee. Das wurde leer gelassen, die Wohnungen wurden gebaut, das wurde leer gelassen, die Geschäfte sind aber nie gekommen. Das heißt, man hat auch keine Infrastruktur gebaut. Dadurch wurde das auch sehr schnell zu einer Problemzone, wurde aber auch besetzt. den Strom von oben geholt und teilweise liebevollst ausgebaut. Es gibt auch im Romraum gab es eine große Map, eine große Karte, die hat aber allerdings ein bisschen anders ausgeschaut. Es war so eine handgezeichnete, sehr schöne, ein Gemälde fast, eingeteilt in einzelnen hinter Glas gemalten Stationen und hervorgehoben mit einem Zoom alle momentan besetzten Häuser. Also alle diese roten Häuser sind besetzte Häuser in Rom. Momentan sind es so zwischen 7.000 und 10.000 Leute, die in besetzten Häusern dort leben. Und jedes dieser Häuser hat eine Nummer gehabt und konnte dann auf einer Nummer hier, wie in einem Register, konnte eine Tafel herausgezogen werden und da hat man noch einmal genauere Informationen bekommen. Das ganze Modell wurde übrigens aus so Holzmeterstäben gebaut. Wenn man die aufgemacht hätte, wäre das genau ein Kilometer lang. genau ein Kilometer lang. Das haben Lorenzo Romito und sein Team für eine andere Ausstellung schon gebaut und das wurde quasi wiederverwendet hier in dem Ausstellungsteil. Dahinter sieht man die Geschichte des Häuserkampfs. Man sieht ganz viele Aspekte, die da wichtig sind in diesem wie funktioniert, wie hat der Wohnbau in Rom funktioniert, wann hat er Wohnbau in Rom funktioniert, wann hat er begonnen nicht mehr zu funktionieren, wann wurde einfach kein wirklicher Mietwohnungsbau mehr zur Verfügung gestellt und wann begann dieser aktive Kampf um das Wohnamt, was uns ja so fasziniert. Unsere Kritik an Wien ist ja ein bisschen, Wien stellt so viel zur Verfügung, das macht aber auch ein bisschen faul und macht es ein bisschen bequem. Man nimmt einfach seine Wohnung und kümmert sich um nichts mehr. In Rom ist das das genaue Gegenteil. Man muss um seine Wohnung kämpfen. Man braucht irgendetwas, um überleben zu können und setzt sich dann auch dafür ein. Auch interessant, was man uns erzählt hat, in Rom, wenn Migrantinnen in Rom ankommen und sie gehen zur Stadt und sagen, sie brauchen etwas zu monen, dann werden die in die besetzten Häuser geschickt. Also man sieht, das ist so eine seltsame Symbiose zwischen Anarchie, Hausbesetzung und einfach Teil eines Systems. Hier diese mögliche Vertiefung für Leute, die da auch länger verweilen wollen und sich da reinlesen wollen. Und dann schon die Bilder von der Öffnung und dann, das ist natürlich der absolute Wahnsinn und Horror, da hat man jetzt ein Jahr lang gearbeitet und hat alles gerichtet und dann steht man plötzlich da und es sind, weiß ich nicht, 800 Leute da, die einen anschauen und man muss eine Rede halten. Also das ist schon, das ist einfach völlig verrückt. Und dann ist es aber auch wieder vorbei, schlagartig. Es ist schon irgendwie so, Biennale ist einfach ein besonderes Ambiente. Und dann haben wir gesagt, wir wollen aber nicht das nur bei der Eröffnung lassen und das soll nicht einfach nur eine Ausstellung sein. Wir wollen ja diese beiden Systeme zusammenbringen. Wir wollen, dass die Leute miteinander in eine Diskussion geraten. Und wir haben dann eben dieses öffentliche Programm, das war toll und gesponsert von der MA50 in Wien, das öffentliche Programm organisiert. Also mindestens zweimal im Monat haben wir eine Veranstaltung gehabt, wo wir zehn verschiedene große Themen wie Migration, Natur, Kultur, kulturelle Institutionen fixiert und haben zu jeder Veranstaltung Leute aus Rom, Wien und anderen Städten eingeladen. Und es waren immer hier Expertinnen auf einer Ebene ohne Hierarchien gemeinsam mit Aktivistinnen. Und es war irgendwie wichtig, dass man die zusammenbringt. Wir haben dann auch mit der Hausbesetzungsszene in Venedig kooperiert, haben wir auch eingeladen, weil das ist natürlich ein großes Thema, der Leerstand in Venedig, die ganze touristische Nutzung und die sieht man da zum Beispiel bei der ersten Assembly, da sind lauter Leute aus Venedig. Das haben wir hier immer Samstag Nachmittag diskutiert, am Sonntag dann noch eine Exkursion veranstaltet mit den Leuten und das Ganze wurde gefilmt und ist jetzt auch auf der Homepage nachlesbar. Das waren keine ganz einfachen Diskussionen, weil das schon sehr unterschiedliche Personen waren. Teilweise war es auch ein sprachliches Problem. Wir haben dann teilweise simultan übersetzt zwischen Italienisch und Deutsch und Englisch, aber war einfach sehr interessant und manchmal sogar das Publikum wirklich länger geblieben und hat mitdiskutiert, manchmal dann weniger. Das ist einfach so ein Durchlaufprozess. Biennale ist eher so immer ein Durchgehen und nicht unbedingt ein langes Bleiben, aber je nachdem, es hat besser und schlechter funktioniert. Hier noch einige Bilder von diesen Assemblies, je nach Hitze oder nach Witterung ist man entweder im Dach gesessen oder eben in diesem trockenen Pool. Das Ganze, muss man vielleicht auch noch sagen, wird begleitet von einem sehr tollen Organisationsbüro, ohne das wäre das völlig unmöglich, die das schon seit vielen Jahren machen, die fast jede Biennale mit organisieren und die einfach die ganze Erfahrung haben schon, was ist möglich, was ist gut, was funktioniert nicht so gut und die auch den Überblick über das Ganze, über die Finanzen haben. gut und die auch den Überblick über das Ganze, über die Finanzen haben. Ja, und das ist schon das Abschlussbild und dann wäre ich ganz wehmütig, wenn ich das anschaue. Danke. Ja, sind wir immer bei dem, gibt es Fragen? Gibt es welche? Jetzt gleich vorweg. Wo? Achso, ja, ja. Ich habe auch einmal angeregt, die Benko-Ruine in der Marilferstraße zu besetzen, aber dann waren die Bagger schon schneller und dann wurde es schon abgerissen. Es gibt halt in Österreich leider nicht so diese Kultur des Hausbesetzens. Es gab ein paar Sachen. Die, die es gab, waren ja auch wichtig. Kann man auch sagen, wie die Arena-Besetzung in Wien war extrem wichtig für die ganze kulturelle Entwicklung von Wien. Und viele Leute, die bei der Arena-Besetzung dabei waren, haben nachher die ersten Co-Housing-Projekte und Baugruppenprojekte wie die Sackfabrik gegründet. Also da gibt es schon ganz viel. Die Arena ist heute noch einer der wichtigsten Orte für alternative Musik oder gute Musik. Also die wenigen, die waren, waren schon wichtig, aber die anderen hat man teilweise wahnsinnig schnell abgewürgt und ist mit Panzern aufgefahren, nur um ein Haus von ein paar Leuten leer zu kriegen. Also in anderen Ländern hat man da leider eine bessere Kultur. Das würde mich interessieren, ob es da dann anschließend an diesen Beitrag, an dieses Projekt von Ihnen auch einen Länderaustausch gab, ob Sie sagen, was die Conclusio war, ob Sie dann aus dem auch was insofern mitgenommen haben oder vielleicht hat sich auch sogar bei dem Assemblies was ergeben, Gespräche, wo Sie sagen, ah, da hat man so ein bisschen den Eindruck, dass sich jetzt Beispiel Wien und Rom die Kulturen auch begegnet sind und voneinander vielleicht auch sich inspirieren lassen? Oder ist das völlig unrealistisch, weil es einfach ganz andere politische Bedingungen gibt? Nein, das war ja das Ziel eigentlich, aber trotzdem ist es, oder war es unrealistisch ein bisschen, natürlich, weil man in einem Nachmittag keine Lösung finden kann. Aber wir konnten die Dinge zumindest ansprechen. Und es kamen dann ja auch teilweise Politikerinnen von Rom, nicht viele, aber ein paar. Und die haben sich dann sehr wohl dort zusammengesetzt mit Expertinnen aus Wien, die erzählt haben, wie das in Wien funktioniert, und mit Hausbesetzerinnen aus Venedig und Rom. Und das war schon ein großer Gewinn, dass die sich auf eine Ebene setzen und miteinander reden. Irgendwann einmal hat einer der Hausbesetzer aus Venedig erzählt, wie sie ein Haus besetzen, wie sie da vorgehen. Und dann haben wir mal so die Idee entwickelt, wir könnten ein Handbuch für Hausbesetzungen zumindest als Ergebnis machen. Also war wahnsinnig interessant, aber wir sind uns begegnet, aber es gibt nicht das Ergebnis. Das kann es auch nicht geben, aber wir konnten zumindest, glaube ich, hoffe ich, auch bei den Politikerinnen, die da waren oder Projektentwicklerinnen aus Wien, konnten wir auch anregen, was ganz andere Projekte, ganz andere Räume, ganz andere Arten des Zusammenlebens betrifft. Weil das ist uns ja auch ein Anliegen, dieses doch ein bisschen rigide System von Wien auch ein bisschen aufzubrechen. Aber wenn man sagt, ihr müsst jetzt sozusagen von beiden Ansätzen irgendwas rausnehmen und das mischen, was würde das sein? Naja, ich bin Architektin, deswegen würde ich gerne die Räume nehmen. Diese eins war zum Beispiel ein Vier-Sterne-Hotel, das hat ein Jahr oder was existiert und war schlagartig zu in Rom. Alle sind verschwunden und es stand leer und wurde dann eben besetzt. Und diese Hotellaritektur mit dem großen Erdgeschoss und dann diesen Endlosgängern und den ganz kleinen Wohnungen ist vielleicht toll für zukünftige Lebensformen, weil es gibt so viele alleinlebende Leute, die brauchen vielleicht, vielleicht braucht man auch viel weniger Privatraum und viel mehr gemeinsamen Raum. Vielleicht müssen wir uns einfach mehr teilen. Das kann immer jeder oder jede alles haben. Ich würde gerne die Räume mitnehmen. Und natürlich so etwas wie, was tun wir wirklich mit der ganzen Tiefgarage, wenn es einmal keine Autos mehr gibt? Also ich meine, versuche mal in Wien zu sagen, ich möchte in der Tiefgarage einen Jugendclub machen. Ich meine, das geht nie, nie im Leben. Wegen der Kontaminierung des Bodens, wegen der fehlenden Lüftung, wegen kein Tageslicht und, und, und. Also es wäre endlos. Aber ich glaube, ich würde das mitnehmen. Gibt es Fragen im Raum? Bitte, dort das Mikro. Was mich interessieren würde, das ist ja ein großer Spagat zwischen Ordnung und Freiheit anscheinend. Was hat das für Auswirkungen auf die Lebensqualität von den Menschen? Und das zweite Thema, was mich interessieren würde, wie ist in Rom das Selbstverständnis gegenüber diesen Bürgern, die man ja bei uns als Hausbesetzer bezeichnen würde, ist eher etwas Kriminelles. Ist es dann in Rom ebenso oder gibt es dann eine gewisse Unterstützung auch für diese Selbstorganisation? Und welche Rolle spielen Architekten dann auch dabei? Also Architekten, da spielt eben der Lorenzo zum Beispiel eine Rolle mit seinem Büro, die als Architekten mit denen gemeinsam arbeiten, entwickeln. Ich meine, der baut jetzt nicht und der macht keine Architektur, aber ich glaube schon, dass er einen Einfluss darauf hat, wie Räume verwendet werden können und was man mit den Räumen wirklich tun kann. Die Frage, der Spagat ist zwischen Freiheit und Regelwerk, die ist jetzt sehr allgemein, da weiß ich jetzt nicht so genau, wie ich die beantworten kann, aber wir leiden teilweise sehr unter dem zugeregelten Wohnbau. Andererseits in Rom, wenn man die Hausbesetzerinnen fragen würde, was würdet ihr euch am meisten wünschen, Momentan wäre das wahrscheinlich eine ganz normale geregelte Wohnung und eine abgesicherte Wohnung. Also wir wollen das ja auch überhaupt nicht romantisieren, überhaupt nicht, nicht im Geringsten. Und das ist ein harter Kampf, den die führen. Ich bin jetzt nicht die Expertin für Rom und ich traue mich jetzt nicht zu sagen, wie die anderen Römer und Römerinnen die Hausbesetzerinnen sehen, ob sie die als Anarchistinnen sehen oder als Bürgerinnen zweiter Wahl. Tatsache ist einfach, dass sehr viele Migrantinnen dort wohnen, wo das Bild sowieso immer schon ein anderes ist und es ist einfach oft die einzige Anlaufstelle für Migrantinnen. die einzige Anlaufstelle für Migrantinnen. Tatsache ist auch, dass die, das weiß ich jetzt aus Mailand, wo wir Leute eingeladen haben, dass es schon auch ein sprachliches Problem ist, mit dem die sehr kämpfen, auch untereinander, weil die einfach so viele verschiedene Sprachen sprechen und nicht alle Italienisch sprechen. Was momentan passiert, und das sieht man, wenn man diverse Seiten, Instagram und so weiter in Rom aufmacht, also ich folge auch, es gibt eine Seite von Spintime Labs, dem folge ich, es gibt große Demonstrationen derzeit, weil anscheinend die Meloni in Rom dasselbe machen will, was sie in Mailand vor kurzem gemacht hat, vor einigen Wochen oder zwei Monaten. vor kurzem gemacht hat, vor einigen Wochen oder zwei Monaten. Sie ließ die besetzten Häuser räumen, zumindest erste besetzte Institutionen, die super funktioniert haben, wurden geräumt. Und jetzt gibt es die große Androhung, dass auch Häuser wie Spintime in Rom geräumt werden. Und da gibt es jetzt gerade momentan großen Widerstand, große Demonstrationen. Und da wird man sehen, wohin das führt. Also Rom ist jetzt nicht unbedingt, oder Italien ist auch nicht das beste politische Pflaster für besetzte Häuser, aber es braucht auch diese gewisse Reibung, dass so etwas zustande kommt. Und das hat gerade die notwendige Reibung und hatte es in den letzten Jahren. Haben wir eine Frage aus dem Internet? Keine Zuschaltung. Ist eine Frage im Raum? Bitte. Jetzt auf Linz bezogen. Es gibt sehr viel Leerstand in Linz. Wenn ich alleine in der Stadt gehe, in der Harrer Straße, Fadinger Straße, Bürgerstraße da drüben, das ist der Innenstadt. Da steht so viel leer. Da wären natürlich auch schon mal Hausbesetzer fast nötig dann. Da kann man nichts tun dagegen. Das ist der Leerstand eigentlich. Ja, es gibt auch sehr viel Leerstand in Wien und es ist alles spekulativer Leerstand. Das heißt, es ist Privatbesitz und die Leute spekulieren und warten, bis es teuer genug ist und verkaufen dann oder vermieten dann. Vermieten eh nicht meistens oder richten das dann erst her. werden ja keine privaten Häuser besetzt, nicht so wie in London, wo es dann ja auch die Regel gibt, dass nach einer gewissen Zeit dürfen die drinbleiben, sondern in Rom besetzt man auch in Venedig prinzipiell nur öffentliche Gebäude, weil das weniger ein krimineller Akt ist für die Hausbesetzer und Besetzerinnen, weil sie meinen, öffentliche Gebäude gehören einfach der Öffentlichkeit und die dürfen wir besetzen quasi. Bei einem privaten Haus ist das irgendwie schon nochmal ein anderer Akt. Naja, man kann schon viel auch mit Gesetzen machen. Also die Stadt könnte schon auch etwas gegen Leerstand tun Naja, man kann schon viel auch mit Gesetzen machen. Die Stadt könnte schon auch etwas gegen Leerstand tun und Leerstand verbieten quasi oder mit Steuern belegen. Die Steuern, die es am Beginn des Jahrhunderts in Wien gab, die Luxussteuer, war schon eine gute Sache. Also auf alle Luxusgüter eine Steuer auf Grundstücke, auf Grundbesitz. Und irgendwann war es für die Hausbesitzerinnen nicht mehr lukrativ, auf ihren Grundstücken zu sitzen. Und sie haben die der Stadt Wien günstig verkauft, relativ günstig. Und so ist die Stadt Wien zu den Grundstücken für den sozialen Wohnbau gekommen. Also mein Luxussteuer wird ja auch wieder diskutiert, ist ja eh Gegenstand vieler Diskussionen und ja, warum nicht? Ja, ich hätte selber eine Frage, diesmal aus der Live-Regie. So Projekte wie in Alt Erla, dieses Riesen. Gibt es da aktuell Beispiele, was in Wien zurzeit geplant oder gebaut wird? Nein, ich würde gerne in Alt Erla bauen. Jederzeit. Nein, man macht so große Wohnbauten nicht mehr. Das habe ich auch zuerst gemeint, so wie der Karl-Marx-Hof ist eineinhalb Kilometer lang, hat tausende Wohnungen. Alt Erler sind sechs identische Häuser mit 4000 Wohnungen oder was und das macht man nicht mehr in diesen Großformen, weil einfach auch sehr viel schiefgegangen ist dabei. Die Erfahrungen aus anderen Städten, wie London oder so, sind nicht die besten mit den großen Strukturen, weil sie sehr schnell oft und oft ghettoisiert werden und Problemhäuser werden. Und jetzt hat man kleinere Grundstücke, die sind zwar dann auch recht dicht, aber man hat kleinere Grundstücke, hat mehr Vielfalt bei den Architekturbüros, es sind immer verschiedene Investorinnen, nie ein Investor, der ein großes, riesiges Ding macht, weil so wie die Big Bank oder wenn eine Bank zu groß ist, dann kann es einfach auch schief gehen. Man macht es nicht mehr. Also ist auch ein bisschen schade, weil die Großstrukturen immer auch haben einfach was. Die bieten oft etwas, was kleinere Strukturen dann nicht haben. Terrassenhäuser macht man sowieso nicht mehr. Und das ist auch ganz schade. Weil jetzt macht man nur mehr dicke, feste, große Klötze, die mindestens 15 Meter oder 20 Meter breit sind, am besten quadratisch mit einer innerliegenden Erschließung aufgrund vor allem aus der Ausnutzbarkeit und aus Gründen der Bauphysik, dass es so kompakt wie möglich ist. Nur ein Terrassenhaus hat viel zu viel Außenfläche. Das erfüllt diese ganzen Kennwerte nicht mehr und das ist wahnsinnig schade. Weil Terrassenhäuser haben tolle Qualitäten. Weiter Leben im Terrassenhaus. Inwiefern haben Sie den Eindruck, dass die Agency for Better Living als politisches Statement wahrgenommen wurde? Ich denke schon. Wir waren schon immer ziemlich laut bei allen Führungen, haben wir schon, glaube ich, die wichtigen Sachen betont. Wir haben ja auch viel mit Politikerinnen gesprochen, die ganzen Politikerinnen waren da zur Eröffnung. Ich glaube schon, es gab viele andere Themen auf dieser Biennale. Viele haben mit Nachhaltigkeit, mit Ökologie, mit allen möglichen neuen Werkstoffen, Erfindungen und in dieser Hinsicht Konstruktionen gespielt und politische Themen waren nicht so viele diesmal und da, glaube ich, haben wir uns doch ganz gut positioniert. Doch, ich hoffe schon. Es war sicher nicht formal, es war sicher nicht, es ging sicher nicht um, einfach nur um Raum, sondern es ging schon um die Art und Weise, wie man Raum benutzt, wem der Raum gehört, wer für den Raum zahlt, wer aus dem Raum vielleicht ausgeschlossen wird und wie man das ändern kann. Und das ist politisch. Dann fand ich auch diese Assemblies einfach als partizipativen Moment sehr wichtig und sehr gut. Und wer sich dafür interessiert, die sind alle auch auf der Webseite der Agency, also bezogen auf die Biennale, dort auch dokumentiert, soweit ich das richtig gesehen habe. Ja, genau. Also ich denke mal, das ist auch interessant, das nochmal alles anzuschauen. Das sind, glaube ich, um die 10 oder so oder 15? Ja, so eine Assembly muss man sich auch erst daran gewöhnen. Das ist eben keine Diskussion, das ist kein Zweiergespräch, das ist kein Vortrag, sondern da sitzen wirklich alle und jeder kann sagen, was er will quasi oder was sie will. Also die Zielsetzung ist eine andere dabei. Das habt ihr drei Kuratorinnen auch moderiert? Selber? Ja, wobei es möglichst wenig Moderation braucht auch bei so etwas. Wir haben das selber gemacht, ja. Wir haben alles gemacht. Ich habe eine ganz andere Frage, nämlich zur Biennale selber nochmal. Es ist ja eine sehr lange Vorlaufzeit, du hast dafür gezeichnet und und und. Gibt es einen, hat es einen Moment gegeben, wo du gemerkt hast, okay, jetzt fangen wir an und man macht das dann und tut und tut, jetzt wird es real, jetzt geht das auf? Also ganz ehrlich, erst beim Aufbau. Ja, also die Zweifel waren immer da bis am Schluss. Einfach weil man nicht weiß, ob es funktioniert. Es war ja auch nicht ganz einfach mit drei Kuratorinnen, muss ich auch sagen. Das ist ja auch noch einmal eine große Koordinations- und Abstimmungsarbeit und ein Lernprozess. Und wirklich gesehen, dass es funktioniert, habe ich dann natürlich ein Modell, wir haben ein Riesenmodell gehabt, an dem wir alles ausprobiert haben. Aber richtig, dass es aufgeht, habe ich dann wirklich erst gemerkt, als es im Raum war. Ansonsten davor ständig Zweifel und ständig in Frage stellen. Wir haben den ganzen Raum sicher fünfmal umentworfen, neu entworfen, neues Modell gebaut, wieder 20 Zeichnungen gemacht. Aber es war auch gut. Also es ist nicht jetzt der Wurf und dann sagt man, das ist es jetzt und das wird jetzt einfach gebaut, sondern es war ein langer, teilweise mühevoller Prozess. Was waren so die typischen Fallstricke oder die Aha-Momente in Italien, nämlich in Norddeutschland, so in einem großen, renommierten Setting, eine Ausstellung zu gestalten? Was würden Sie da sagen, waren so die Überraschungsmomente, mit denen Sie gar nicht gerechnet hatten? Die Moskitos. Ja, die Masse der Leute, die vielen, vielen Leute, die dann plötzlich in so großen Schüben kommen, da ist dann plötzlich wieder alles voll mit 100 Leuten. Und auch das große Interesse und wir hätten Endlosführungen anbieten können. Wir waren auch sehr oft dort und haben sehr viel geführt und schon wirklich ein sehr, sehr großes Interesse. Teilweise auch Kritik. Leute aus Wien kamen und haben dann so gesagt, was das zeigen die und das kennen wir doch alles. Aber das ist ja keine Ausstellung für Wiener und Wien kamen und haben dann so gesagt, was das zeigen die und das kennen wir doch alles, aber das ist ja keine Ausstellung für Wiener und Wienerinnen. Und womit ich nicht gerechnet habe, waren einfach wirklich die vielen Leute. Man stellt sich das vor, so ein Raum und es sind ein paar Leute und die schauen sich das an und plötzlich ist aber immer der Raum gesteckt voll. Ich denke mir auch im Bewusstsein der Hängung der Bilder, der Platzierung der Bilder, die hänge ich ja anders, wenn ich weiß, da sind Zehntel, aber die in dem Raum oder es sind 100. Ja, aber das hat schon funktioniert. Da hat man das Entwicklungsbüro mit der Erfahrung, die uns dann gesagt haben, Leute, das muss größer sein, das funktioniert so nicht. Oder das Grafikbüro, dazu sind diese Leute da. Aber es gab vieles, das ich auch zum ersten Mal gemacht habe, wie zum Beispiel einen Film gemacht, die Regie für einen Film und den ganzen Text und alles. Ja, also man lernt nicht aus. Wo und was können wir nachsehen? Sie haben auch etwas mitgebracht, aber ich glaube nicht ein Ausstellungskatalog. Nein, das sind nur zwei Bücher und ein Katalog von einem Projekt, das wir, das Frauenwohnprojekt, ein außergewöhnliches Projekt, denke ich, von den Bewohnerinnen her, oder Kochen, Essen, Lieben, ein Buch über das private Wohnen, das ich gemacht habe, nur wenn es interessiert, oder das Buch Unendliche Stadt und zwar eigentlich mein Corona-Projekt, sind 80 Utopien zu Städten für ein mögliches zukünftiges Wohnen und Leben und Zeichnungen und Texte dazu. Und alles kann man, man kann die Filme auch, die beiden Filme, den Rom-Film, den Wien-Film kann man nachschauen auch. Und ich glaube, die Webpage ist ziemlich informativ und es gibt dieses Buch, wenn es interessiert, das 8 Plus Buch kann man auch im Buchhandel bestellen und kaufen. Gibt es Fragen? Gibt es Fragen? Interessierte Blicke, aber keine Fragen. Doch, hier. Ja, danke. Ich muss natürlich sagen, ich finde es großartig, so eine internationale Ausstellung in der Vorbereitung zu gestalten. Die Biennale ist ja nicht irgendwas, das ist die größte europäische Architekturpräsentation der Kunst alle zwei Jahre. Ich denke mir, dass man als Architekt einen großen Respekt hat vor dem leeren Raum, da was zu machen. Noch dazu diese Ikone Hofmannbau. Die Leute kommen ja schon wegen dem Hofmannbau zur Biennale und der Inhalt ist halt auch da. Aber das gemeinsam zu transportieren, finde ich sehr großartig. Und noch mit der, ich würde sagen nicht Überraschung, noch mit der Anmutung, so viele Leute unterzubringen, so eine lange Ausstellungsdauer, das gibt es normalerweise überhaupt nicht. Und da muss ich sagen, großen Respekt, das geschafft zu haben. Dankeschön. Danke, ja und den Respekt habe ich wirklich auch gehabt und habe ihn die ganze Zeit gehabt und wir hatten auch den großen Respekt vor dem Haus und deswegen haben wir auch gemeint, wir wollen das gar nicht so angreifen, nur diese beiden Wände hineinstellen, das ist es und alles andere, das soll die Architektur für sich sprechen vom Josef Hoffmann unbedingt. Das soll die Architektur für sich sprechen, vom Josef Hoffmann unbedingt, ja. Ja, du hast vorhin noch gesagt, ich habe schon eine Frage, weil du vorhin gesagt hast, ja, ihr habt ja auch ein Buch gemacht oder eine Broschüre. Ist es tatsächlich so, dass das sozusagen Vorgaben der Biennale ist, dass jeder das machen muss? Ja, jeder, der den Wettbewerb gewinnt, muss erstens für Sponsoring sorgen. Das ist die erste große Aufgabe. Und ein Buch machen. Und es gibt aber jetzt keine Vorgabe, wie das Buch ist. Anna Jamalewa hat ein dünneres Buch gemacht, das sich sehr gut verkauft hat auch. Was irgendwie auch handlich ist. Man muss daran denken, die Leute sind den ganzen Tag unterwegs und wollen nicht ein Riesenbuch mit sich rumtragen. Viele fotografieren dann nur den QR-Code und kaufen es dann später. Wir haben dieses Magazin mit 8plus gemacht, eine tolle Redaktion, die in Berlin sitzt und wo eben schon sich einmal von vornherein klar war, es gibt 10.000 Abonnenten und Abonnentinnen von 8plus, vor allem im deutschsprachigen Raum und die sind einmal von vornherein schon weg. Also die, die sind vorab schon verkauft, die wurden im Mai herausgekommen, das wird verschickt an die diversen Büros und dann ist es aber noch einmal aufgelegen im Pavillon und dort wurde es dann super verkauft. Also wir sind gar nicht nachgekommen mit den Lieferungen. Es waren sehr viele Autoren und Autorinnen, die da mitgewirkt haben. Und Rom hat dann doch eine etwas andere Zeitauffassung und Auffassung, was so Deadlines betrifft. Also da habe ich schon viele schlaflose Nächte gehabt. Aber letztlich ist alles gut gegangen. Und ich habe auch dazu gelernt, ein bisschen loszulassen, was so Termine betrifft. Genau, das habe ich vorhin so ein bisschen gemeint mit dem unterschiedliche Kulturen, Gestaltung heranzugehen. Bitte, dort haben wir noch eine Frage. Wie empfinden Sie die aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen als Architektin? Es ist sehr bedrohlich, bedrückend. Also es macht nicht wahnsinnigen Spaß momentan vor allem Wohnbauten im geförderten Sektor zu bauen. Wir sind konfrontiert mit ganz schrecklichen Preisen, die ständig steigen. Und wir können immer weniger eigentlich anbieten um denselben Preis. Wir sind mit solchen Kürzungslisten konfrontiert, um Streichungslisten, was wir alles streichen müssen während der Bau- und Prozessentwicklung. Also das ist sehr schwierig, aber da müssen wir irgendwie durch. Und die gesellschaftlichen Entwicklungen sind einerseits bedrohlich, aber es tut sich auch gerade sehr viel also ich glaube es gibt so eine junge Generation, die sehr viele Wünsche an das Leben hat und das Zusammenleben und wie man auch Vorstellungen, wie man vielleicht anders zusammenleben kann, ich glaube die Familie ist nicht mehr das einzige Modell und es gibt einfach da viele Möglichkeiten, die zukünftig realisiert werden könnten. Aber wir, die Architektur muss sich halt einmischen und muss was tun und muss andere Räume anbieten. Also ich bin überzeugt davon, dass man Kommunikation erzeugen kann durch einen Gang, der anders strukturiert ist, durch eine Erschließung, die anders positioniert ist. Man kann Einblicke so machen, dass sie eben da sind. Die völlige Abschottung kann nicht unbedingt das Ziel sein. Also dass sich jeder nur mehr zurückzieht ins Private und an seinem Tablet sitzt. dass sich jeder nur mehr zurückzieht ins Private und an seinem Tablet sitzt. Also die realen Räume sind gerade heute, glaube ich, sehr wichtig. Das ist eigentlich ein schönes Schlusswort. Dankeschön. Danke schön. Kommen Sie gut durch den Schneesturm nach Hause. Schönen Abend. you