Vielen Dank, Frau Meimann, dass Sie zu uns gekommen sind und uns auch ein bisschen persönlichen Einblick in Ihre Kette leichter und in den Film zu geben. Für alle, die Helene Maimann noch nicht so gut kennen, sie hat ganz viel gemacht, sie hat ganz viel geschrieben, Ausstellungen gemacht, Filme gemacht, möchte ich sie vielleicht ganz kurz zum Beginn noch vorstellen. Helene Maimann, geboren 1947 in Wien, ist Historikerin, Autorin, Filmemacherin und Ausstellungsmacherin. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie umoviert sie mit ihrer Arbeit über das österreichische Exil. Von 1960 bis 1994 ist sie Lektorin an den Universitäten Wien und Salzburg und Gastprofessorin an der TU Wien. Helene Maimann hat das Konzept der Applied History geprägt, ein Konzept, das sich vor allem mit der Darstellung von Geschichte in und mit ganz vielen unterschiedlichen Medien befasst. So hat sie sich entlang vieler Medien mit Österreich im 20. Jahrhundert auseinandergesetzt, in Büchern, Artikeln, Radio, Fernsehen und wie gesagt in Ausstellungen, die unter anderem auch durch die Orte ihrer Präsentation, eine Straßenbahnremise, wir haben gestern darüber gesprochen, ein kompletter Eisenbahnzug, der durch Österreich gefahren ist, und einer der vier Gasometer in Wien-Simmering aufsehen erregten. Ebenso wie ihre avantgardistischen und alle Medien einbeziehende Gestaltung. In ihren Arbeiten befasst sie sich immer wieder mit den Themen der Zeitgeschichte, des Exils, der Frauen- und Sozialgeschichte, der politischen Geschichte Österreichs und der jüdischen Identitäten. Ab 1991 ist Helene Meimann nach langjähriger Tätigkeit für die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft als Redakteurin für den ORF tätig, wo sie von 1995 bis 2006 für die Dokumentarfilm-Leisten Nightwatch, Brennpunkt und Dokumente verantwortlich ist. 2005 kuratiert sie in der Republikausstellung Das Neue Österreich, in Wiener Belvedere die Themen Nationalsozialismus und Exil. Seit 2008 arbeitssitzt sie vor allem als Regisseurin und Autorin. Zuletzt erschien ihr Buch Der leuchtende Stern, wir Kinder der Überlebenden, das sie mitgebracht hat heute, genau, das ist 2023 im Solne Verlag erschienen. Ja, und sie ist nach wie vor auch als Lehrerin tätig. Sie unterrichtet an der Filmakademie Wien und gibt dort ihr Wissen weiter. Für ihre Arbeit wird Helene Meimer vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Dr. Karl-Rena Publicistikpreis, dem Käthe Leichter Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung der Arbeitswelt, dem Axel Korte Preis. 2023 erhält sie das große Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich. Das war interessant, diese Ehrung, die letzte, vor zweieinhalb Jahren, im Bundeskanzleramt. Und ich habe dort einen Text von Biermann, ein Lied von Biermann, vorgetragen und teilweise auch gesungen, ein sehr bekanntes Lied, das Balach-Lied. gesungen, ein sehr bekanntes Lied, das Balachlied, und um auch zu dokumentieren, ich habe meine eigene Kindheitsprägungen und meine Jugend nicht hinter mir gelassen. Danke. Zum letzten, zum großen Ehrenzeichen. Ich möchte eigentlich gleich bei Ihnen bleiben, bevor wir dann zur Kette Leichter gehen, mit der Frage, eigentlich zu Ihrer Motivation, also wann ist Ihnen die Kette Leichter eigentlich das erste Mal untergekommen und wann haben Sie gesagt, okay, diese Biografie, die fasziniert mich über die Kette leichter, möchte ich etwas machen, möchte ich einen Film machen? Es war ganz anders. Okay, ja. Also das Buch vom Herbert Steiner, das habe ich schon früh gelesen. Aber, also schon während des Studiums, das kam ja schon in den 60er Jahren heraus und ist mir damals schon ein bisschen, ich habe mir gedacht, na, also das müsste man anders erzählen. Die Katja Leichter, die jetzt übrigens auch in Wien ist, die hat mich 2013 kontaktiert, weil sie nach Wien gekommen ist, mit ihrem Vater übrigens. Und hat mich gefragt, ob ich nicht einen Film machen will über die Kette. Da habe ich gesagt, naja, das muss ich nachdenken drüber, aber wirklich ein paar Monate nachgedacht, dann habe ich sie angerufen und gesagt, du, ich mache das. Und weil wir ja hier auch gesehen haben, dass dieser Film in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer, österreichischen Arbeiterkammer übrigens, entstanden ist. Also ohne den Rudolf Kaske, der damals Präsident der AK war, wäre dieser Film nie zustande gekommen. Ich bin im Dezember 2013 mit einem Konzept gekommen, das noch nicht ganz das war, was wir hier gesehen haben, aber doch schon ein anderer Zugang, ein erzählerischer Zugang und ein Zugang auch, sich mit der Persönlichkeit und ihren Ausformungen beschäftigt hat und nicht einfach eine Dokumentation ist, eine faktenorientierte, sondern eine Erzählung, eine Filmerzählung. Na ja, der Rudolf Kask hat sich das angehört und hat ein Viertel des Budgets, das wir gehabt haben, auf den Tisch gelegt. Das war unglaublich. Und mit dem bin ich einmal zur Religion gegangen, zur ORF-Religion, weil das ist ein Kreuz-und-Quer-Film, Produktion. Und habe den Chef dort überzeugt, den Gerhard Klein. Und wenn Sie Fotos machen, bitte nicht auf Instagram. Versprochen? Okay, sonst geht alles. Und auf Google, weil die werden da Merchandise. Das möchte ich nicht, nur für den privaten Zweck. Okay. Naja, das möchte ich nicht, nur für den privaten Zweck. Okay. Naja, das ist, ich möchte auch, das ist wichtig, diese Entstehungsgeschichte des Films. Es ist dann gefördert worden vom österreichischen Filminstitut und vom Wiener Filmfonds auch. Aber es hat dann doch zwei Jahre, also eineinhalb Jahre gedauert, bis zum Sommer 2015, bis wir das gedreht und geschnitten haben. Und die Katrin Zechner, die damals Fernsehdirektorin war unter Brabetz, der habe ich diesen Film gebracht, als er fertig war, so im Spätherbst 15. Und habe gesagt, wäre das nicht etwas für den Frauentag im März, am 8. März, könnte man nicht um diesen Film herum noch andere Filme und Programme setzen. noch andere Filme und Programmsätzen. Und was die Kathi Zechner gemacht hat, war, das glaube ich, habe ich ihnen auch geschickt, diesen Pressespiegel, was Unglaubliches. Sie hat einen zweiwöchigen Programmschwerpunkt gemacht, auf praktisch allen Sendungen, wo sie nur Zugriff hatte im Fernsehen, in allen drei, UF1,, 2, 3 und auch auf das Radio und auch online. Also diese Fernsehproduktionen haben 3,2 Millionen Leute gesehen und sie hat auch dafür gesorgt, dass dieser Film immer wieder gespielt wurde im ORF. Also diesen Film haben schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen bisher gesehen in Österreich. Das ist schon sehr viel für so eine kleine Produktion. Es war ja doch eine kleine Produktion. Und wie gesagt, ohne Arbeiterkammer wäre das nie entstanden. Großes Dankeschön an die Arbeiterkammer an dieser Stelle. Aber umso schöner ist es, ihn nach einer gewissen Zeit auch wieder zu zeigen, weil er doch nach einer gewissen Zeit auch viele Menschen haben ihn vielleicht auch noch nicht gesehen und genau darum freut es mich, dass wir ihn heute zeigen haben können. Das ist selbstverständlich. Das haben viele noch nicht gesehen, aber Sie haben es jetzt gesehen. Und ich glaube, der Film hält. Also den kann man heute genauso anschauen wie vor zehn Jahren. Gehen wir vielleicht zur Kette Leichter. Wir haben im Vorfeld ein bisschen oder auch länger darüber gesprochen und vor allem auch über Ihre familiäre Prägung. Sie haben es ja zuerst auch ganz kurz erwähnt. Die Käthe Leichter, das haben wir im Film gehört, die ist in einem Wiener Großbürgertum aufgewachsen, in einer jüdischen Familie, in einer liberalen jüdischen Familie, also zumindest Vater und Mutter. Der Großvater war gläubiger Jude und die Käthe war in ihrer Kindheit auch sehr gläubig. Und hat aber dann, wie sie zur Sozialdemokratie gekommen ist, diesen Glauben nach außen hin zumindest abgelegt. Wir haben ein bisschen anders diskutiert, genau das möchte ich einfach auch ansprechen. Genau, wie diese Prägungen dieser frühen Kindheit waren für Sie und wie weit Sie das für Ihr weiteres Leben auch und für Ihren Lebensweg geprägt hat, die Kette. Vielleicht können Sie uns da was darüber erzählen. Ja, ich habe ja in meinem Leben mit sehr vielen Leuten gesprochen, Gespräche geführt. Jetzt nicht direkt Interviews, Gespräche geführt, jetzt nicht direkt Interviews, Gespräche geführt und meine eigene Erfahrung über mich selber und aus dieser jahrzehntelangen Arbeit mit Menschen und ihren Erinnerungen und ihren Prägungen, bin ich überzeugt, dass das, was in einem Kind entsteht und durch welche Einflüsse es geht und welche Überzeugungen da hineingepflanzt werden in ein Kind, das kann es nicht herausreißen. Also das bleibt immer drinnen, es kann aber andere Formen übernehmen. Also das bleibt immer drinnen, es kann aber andere Formen übernehmen. Und die Käthe war doch ziemlich lang dem Judentum auch religiös sehr verbunden. Und es gibt einen zentralen Wert im Judentum. Ich bin selbst jüdischer Herkunft, ich weiß das, ist auch mir so beigebracht worden, übrigens als Kind. Ich komme aber nicht aus einer bürgerlichen Familie, meine Eltern waren ja Kommunisten, wie ich ein Kind war noch und kamen aber aus Arbeiterfamilien, beide jüdischen. Also der zentrale Wert des Judentums kann man umschreiben mit die Welt verbessern. Das ist eine Säule, eine zentrale Säule, die Welt zu verbessern. Gerechtigkeit. Ich glaube, das hängt auch dann damit zusammen, dass so viele jüdische Menschen im 20. Jahrhundert schon vor der russischen Revolution und dann auch vor allem nachher nicht nur in Russland, sondern eben auch hier in Deutschland, in Frankreich, überall, Sozialisten geworden sind oder auch Kommunisten geworden sind und so etwas Missionarisches entwickelt haben. Missionarisches entwickelt haben. Missionarisch jetzt nicht, diese Religion oder diesen Glauben weiterzugeben, aber an den Schrauben dieser Welt zu drehen und sie zu verbessern. in ihrer Kindheit mitgegeben hat. Und sie hat es dann gewendet. Das ist ja bei sehr vielen passiert. Sie hat nicht die Religion verleugnet oder abgeschnitten von sich. Sie hat sie gewendet. Sie hat sie in etwas anderes verwandelt. Und das kam dann eben nach der russischen Revolution und dem Kriegsende, wo sie sich radikalisiert hat und fest entschlossen war, an der Verbesserung der Welt mitzuwirken. Das hat sie auch getan. Sie hat sich auch getan. Das ist wichtig, das ist ja wichtig auch für die Sozialdemokratie, also für alle, die aus dieser Wurzel heraus die verschiedenen Formen angenommen haben. Und wem gehört die Welt auch? Und sie war überzeugt, die Welt gehört allen Menschen und sie gehört vor allem auch den Frauen. Aber das kam erst, nachdem sie diesen Job angeboten hat in der Wiener Arbeiterkammer, eine Frauenreferat aufzubauen. Sie war vorher an ganz anderen Sachen interessiert. Ja, sie war ja eine Volkswirtschaftlerin, eine nationale Ökonomin. Sie war ja eine Volkswirtschaftlerin, eine nationale Ökonomin. Und hätte durchaus in dieser Weise weiterarbeiten können. Sie war sozialwissenschaftlich geschult. Das hat sie bei Max Weber gelernt in Heidelberg. Sie hat die damalig verfügbaren Methoden wirklich gut können. So wie auch diese Arbeitsgruppe um den Lazarsfeld, die dann dieses berühmte Buch, die Arbeitslosen vom Marienthal, geschrieben haben. Sie gehörte also dieser Ecke an, die sozialwissenschaftlich geprägt war. Aber was sie dann gemacht hat, wie sie diesen Job begonnen hat, so wie die Jill das hier beschreibt, sie hat sich mit Heart and Mind, also mit Herz und Seele sagt man auf Deutsch, da hineingeworfen und ein großes Rad begonnen zu drehen. Und etwas, was ich ja so in diesem Film nicht erzähle, ist, dass sie da sehr viel Gegenwind auch gehabt hat. Vor allem von den Männern, auch in der Arbeiterkammer. Die kamen auch durchaus antisemitisch daher, aber das kam so im Unterschleif, wie man in Wien sagt. Sie galt von vornherein als eine Linke in der Partei und die Frauen aufforderte, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und etwas aus ihrem Leben zu machen. Und zwar mehr, als was man ihnen zugesteht. Sie hat eben immer schon dem linken Flügel angehört. Und war diese Position, also diese radikalere Position, also im Film hört man ja, dass sie der Partei wahrscheinlich keinen Aufstieg gemacht hat, weil sie Jüdin war. Aber sie war eben in diesem radikalen Flügel zuzuordnen. Sie war anerkannt als Person, als Expertin, aber sie hat in der Partei nicht wirklich einen Aufstieg gemacht und war nicht auch diese Zugehörigkeit zu diesem linke Flügel und zu diesen radikalen Positionen, die sie auch zum Schluss vertreten hat, wie sie gesagt hat, Sozialdemokratie soll nicht so defensiv sein, vor allem auch gegenüber dem Faschismus. War das ein Grund auch, wieso sie in der Partei nicht aufgestiegen ist? Ja, was heißt in der Partei aufsteigen? Sie war keine Funktionärin. Sie war die Chefin des Frauenreferats, eine Wissenschaftlerin und das ist mein Anliegen gewesen auch hier zu zeigen. Sie war wirklich eine Pionierin, die etwas Neues erfunden hat. Also wenn wir heute von Frauenwissenschaften sprechen, woher das kommt? Ja, liebe Leute, das kommt aus Wien, aus der Arbeiterkammer. Nicht in Linz, in Linz beginnt es. Das ist doch lustig, in Wien beginnt es. Also sie hat das erfunden. Also sie hat das erfunden. Sie war die Erste, die Frauenwissenschaften entwickelt hat. großen Statistiken, mit Befragungen, mit Untersuchungen. Das war das erste Mal, dass Frauen so ein, ja und so wie die Gabriela da glaube ich es auch sagt, das Wichtige war, was man erst 70 Jahre später so wirklich aufgenommen hat, war, dass sie mit den Frauen gesprochen hat und nicht über die Frauen. Die Frauen waren das Subjekt ihrer Forschungen und nicht das Objekt. Sie hat sich dazu aufgefordert, reden zu halten, für ihre Interessen einzutreten, auch zu schreiben, über ihre Arbeit zu schreiben, über Arbeitsbedingungen. Ich glaube, sie erzählt ja, wie sie über die chemische Industrie für dieses Handbuch für Frauenarbeit schreiben hat müssen. Und ich denke mir, das ist ja auch in unserer heutigen Zeit ganz wichtig, einfach diese Sichtbarkeit von Lebensbedingungen, von Arbeitsbedingungen. Ja, was ja nicht so einfach ist, also reden zu lernen. einfach diese Sichtbarkeit von Lebensbedingungen, von Arbeitsbedingungen, damit sich überhaupt was ändern kann. Ja, was ja nicht so einfach ist, also reden zu lernen, reden, überhaupt zu reden, zu einer großen Gruppe von Menschen zu reden, bei Versammlungen zu reden, Positionen zu vertreten, in einen öffentlichen Diskurs zu treten, wie man heute sagt. öffentlichen Diskurs zu treten, wie man heute sagt. Das war nicht einfach und sie hat, wie gesagt, einen starken Gegenwind gehabt in der eigenen Partei, weil wir reden ja hier von den späten 20er Jahren nach frühen 30er Jahren, wo ihre Forderungen, Gleichstellung der Frauen zu den Männern, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das geht auf die Kette leichter zurück, diese Losung, das ist angefeindet worden von den Männern. Die haben gesagt, die Frauen sollen zu Hause bleiben, den Haushalt führen, die nehmen uns die Arbeit weg. Und in vielen Fällen hat das natürlich auch gestimmt, weil die Frauen eben viel weniger bezahlt bekommen haben. Heute ist das immer noch eine Frage. Leider. noch auch eine Kampffrage. Und daher glaube ich, war sie auch umstritten. Das hat ihr aber nichts ausgemacht. Sie hat da nicht klein beigegeben. Sie war Kämpferin, oder? Vom Charakter her war sie eine Kämpferin. Ja, sie war eine Kämpferin und zwar hat sie auch in der Gewerkschaft, erstens einmal hat sie etwas gemacht, was sehr modern ist. Sie hat ein großes Netzwerk gehabt von Frauen, von Expertinnen, Schriftstellern, Intellektuellen, aber eben auch Betriebsrätinnen, Rechtsanwälte, ja meistens Männer, aber auch Frauen, die ihr Material zugetragen haben und die ihr Informationen gegeben haben. Sie hat sich sehr viel mit Frauen umgeben und die hat die Frauen, wie gesagt, ermutigt, Berufe zu ergreifen und darum zu kämpfen, die den Frauen verschlossen waren und zu denen sie kaum Zugang hatten. Und das wissen wir, die ganze Geschichte spielt schon vor fast 100 Jahren. Und ich habe das in meinem Leben eben erlebt. Ich komme aus einer Frauengeneration, die durch die Decke gegangen ist. Also durch diese sogenannte gläserne Decke. Nicht alle wollen das. Manche bleiben auf dem Weg dann dort stehen. Aber ich wollte nie durch eine gläserne Decke, aber ich habe trotzdem Sachen machen können, die bestimmt zehn Jahre vorher Frauen einfach nicht zugemutet wurden. Und ja, also Filmemacherinnen zum Beispiel. Das ist meine Generation, aus denen diese Filmemacherinnen kommen. Es gibt ja heute so viele. Und ich glaube, die Frauen sind in meiner Lebenszeit nach vorne gegangen. Ich habe 30 Jahre für den ORF gearbeitet. Das war für mich eine tolle Zeit, weil die mir einfach so viele Möglichkeiten auch gegeben haben. Und da habe ich erlebt, wie die Frauen nach vorne gegangen sind. Und heute schaut der ORF völlig anders aus. Moderatorinnen, Korrespondentinnen, Gestalterinnen, Hauptabteilungsleiterinnen und wie die Kathi Zechner eben Programm- und Fernsehdirektorinnen. Das war schon die Zeichen, dass es da eine wirkliche Entwicklung gab. Und die gibt es auf den Universitäten, die gibt es in den Schulen, in der ganzen Pädagogik, in der ganzen Gesellschaft. Heute gibt es einen Turn, wo Unternehmen es sich nicht leisten können, Frauen nicht einzustellen oder nicht in ihre Arbeitswelt hineinzulassen, weil sie Frauen sind. Ganz im Gegenteil, sie werden gesucht und auch unterstützt. Und für die jungen Frauen, die ich kenne von der Uni her, ist das ganz selbstverständlich, die können sich diese Welt ihrer Großmütter überhaupt nicht vorstellen. Aber Dank, wir haben das jetzt so Dank all der Frauen wie der Käthe Leichter, die das alles erkämpft haben, weil sie hat sich auch das Studium erkämpft. Das war ja auch nicht so einfach. Sie hat einen Prozess geführt, dass sie überhaupt Staatswissenschaften, hat das auch bekommen, dann studieren konnte. Aber das ist eben schon über 100 Jahre her und inzwischen hat sich da viel geändert. Wir haben im Vorfeld auch über die private Kätheleichter gesprochen, auch über die junge Kätheleichter. Man sieht sie im Film ja auch, also die Kätheleichter, die in Hosen kommt, die in die Natur geht, die wandert. Vielleicht möchten Sie uns da noch ein bisschen mehr dazu erzählen. Naja, das war natürlich diese Jugendbewegung der späten Zehner- und dann der Zwanzigerjahre, die sehr breit aufgestellt war und eigentlich sowohl in der Arbeiterbewegung wie auch im liberalen Bürgertum einen sehr großen Zulauf bekommen hat. einen sehr großen Zulauf bekommen hat. Ja, Käthe schreibt das in ihren Lebenserinnerungen, was das für eine tolle Zeit war. Sie hat das nicht ganz genau beschrieben, aber sie schreibt von einer Freundin, die sie hatte, da war sie 17 Jahre alt, mit der sie zwei rauschhafte, wilde, tolle Sommer verbracht hat. wilde, tolle Sommer verbracht hat und einander erforscht hat. Naja, da kann man sich alle Hand drunter vorstellen. Also sie war keine Lesbe, aber sie hat Frauen auch an sich herangelassen und diese Welt auch anders erforscht in ihrer Jugend oder erlebt und erleben können, als das vielen anderen jungen Frauen überhaupt nicht zugestanden wurde. Und hat sich aber gleichzeitig auch in junge Männer verliebt und so. Aber diese Nähe zu Frauen, die hat sie bis zum Schluss gehabt. Sie hat sich immer mit sehr vielen Frauen, Freundinnen umgeben. Und hat da auch eine Seite anschlagen können bei denen, dass Frau sein auch eine ganz starke Form von Eigensinn und Identität ist. Also, dass die sich nicht erleben als Anhängsel des Mannes, sondern eine eigene Identität, einen eigenen Eigensinn entwickeln. Das war etwas, was Käthe sicher ihr Leben lang aufrechterhalten hat, bis zum Schluss. das Erstaunliche, was für eine glühende Sozialistin sie war und Utopistin sie war, also bis zum letzten Moment. Sie war überzeugt, dass nach diesem Krieg der Sozialismus kommt. Das kann nicht ganz, gar nicht anders sein nach so einem Krieg. Das haben auch meine Eltern, die damals sehr jung waren. Die Käthe ist geboren im selben Jahr wie meine Großmutter Adele, die deportiert undimann. Und war auch eine sehr selbstständige Frau, die einen eigenen Beruf hatte. Also es gab diese Frauen auch schon in dieser Generation, auch wenn sie nicht diesen Background hatten, wie die Käthe, einen sehr bürgerlichen, der ihr natürlich auch alles ermöglicht hat. Und sie hat, das muss man auch sagen, sie hat natürlich ein bürgerliches Leben geführt. Sie hat einen Mann gehabt, der auch viel gearbeitet hat. Sie hat viel gearbeitet. Sie hatten eine große Wohnung im ersten Bezirk. Sie hatten Köchinnen, sie hatten Kindermädchen, sie hatten Dienstmädchen um sich herum. Wie das einfach üblich war. Man darf sich das nicht vorstellen, dass die eine Asketin ist. Sie ist irgendwie in der das Leben sehr genossen hat und einen großen Haushalt geführt hat, aber der sie auch entlastet hat. Also das sind halt so die... Das war nicht im Widerspruch zu dem, wohin sie wollte als Politikerin. Gar nicht. Sie hätte diese Arbeit nicht machen können und gleichzeitig keine Kinder und eine Familie, wenn sie nicht diese Form der Existenz gehabt hätte. Und das haben ihr auch ihre Eltern ermöglicht. Ja. Die kein Problem hatten damit, in welchen Weg sie gegangen ist. Ich schaue jetzt einmal ins Publikum, weil bei uns ist es so üblich, dass wir einfach immer auch das Publikum mit einbeziehen, ob schon Fragen aufgetreten sind. Ganz hinten gibt es eine Frage, das Mikro liegt vor mir. Ganz hinten gibt es eine Frage, das Mikro liegt vor. Ja, ich möchte schon die ganze Zeit sagen, Gratulation zu diesem Film. Er hat mich sehr beeindruckt. Ich kenne Käthe Leichter erst seit dem Kepler-Salon. Ich bin in Deutschland groß geworden, also ich habe vorher nichts von ihr gewusst. Aber der Film hat mich sehr beeindruckt, auch wie er gemacht ist. Also eine meiner Töchter ist Filmregisseurin, insofern habe ich ein bisschen den Einblick. Ich sehe auch sehr gerne Filme, hier bei Crossing Europe oder überhaupt im Movimento und so. Und ich finde ihn sehr, sehr gut aufgebaut. Hat mich von Anfang an fasziniert. Gratulation. Und man merkt aber auch, dass Sie einen entsprechenden Hintergrund haben, viel Wissen drumherum, das da einfließt. Dankeschön, ja. Und man soll nicht eben zu viel mit Fakten arbeiten, sondern erzählen. Ich bin eine Geschichtenerzählerin, das stimmt. Genau, da haben wir in der dritten Reihe in der Mitte. Guten Abend, ich hätte eine Frage zur Frauenforschung. Sie haben ja gut herausgearbeitet, dass Sie eine Pionierin war in Ihrem Gebiet mit dieser Art der Fragestellung, der direkten Befragung der Frauen. inwieweit waren denn die von politischer Relevanz? Haben die Sozialisten diese Ergebnisse dann auch verwendet für ihre Politik, wenn sie schon sie nicht Karriere machen lassen haben in der Partei? Also was hat sie effektiv damit angestellt? Also ich glaube nicht, dass die Käthe in der Partei Karriere machen wollte. Das glaube ich nicht. Sie war voll drinnen in der Arbeit, die sie gemacht hat. Dieses Buch, das Handbuch der Frauenarbeit, ist 1930 erschienen. Es hat eigentlich nicht mehr sehr viel Zeit gehabt, umgesetzt zu werden. umgesetzt zu werden. Es ist eigentlich, diese ganze Form der Sozialforschung ist mit dem Lazarsfeld nach New York gegangen und in Amerika groß geworden. Die Arbeitslosen vom Marienthal sind in Amerika groß geworden und wurden zum, aber dieses Buch ist der Blueprint für das, was die Marienthal-Gruppe gemacht hat. Nämlich direkt mit den Menschen zu reden, nicht nur um Fragelisten, 80 Fragen und die Herunke, sondern die Funktionärinnen auch, die diese Listen ausgegeben haben an diese 1200 Frauen, sind ja zu den Frauen gegangen und haben mit ihnen gesprochen und haben mit ihnen dann auch diese Fragebögen ausgefüllt. Also das war immer mit Gespräch verbunden. Und das halte ich für das ganz Wesentliche, mit den Menschen auch zu sprechen und sie nicht zu Umfragenummern werden zu lassen. Und das sind ja sehr detaillierte Fragen auch. Und in dem Moment, wo man jemanden fragt, so eine Frageliste hat, mit dem das bespricht, oder er, also er und sie, fangen die ja an, darüber nachzudenken. Oft ist ja ein Gespräch, das man über solche Themen mit jemandem führt, das ist auch meine Erfahrung, bringt etwas in Gang, wenn man es richtig macht. Und wenn man zuhört. Wenn man nicht einfach Ergebnisse haben will, sondern zuhört. Und sie war eine, die auch ihren Mitarbeiterinnen beigebracht hat, zuzuhören, den Frauen zuzuhören und sie sprechen zu lassen. Das ist etwas, was damals völlig unüblich war. Die Frauen haben keine Stimme gehabt. Die Männer haben für sie gesprochen. Noch wie ich in die Schule gegangen bin. Also hätte ich geheiratet in dem Jahr, in dem ich maturiert habe, hätte ich meinen Ehemann fragen müssen, ob er zustimmt, dass ich arbeiten gehe oder studieren gehe. Sie müssen sich mal vorstellen, das war noch vor dem Jahr 1970. Und einer der großen Leistungen der Ära Kreisky war, dass dieses Familienrecht aus dem Jahr 1806, glaube ich war das, 1910 oder so, dass das neu geschrieben wurde. Und wo dieser Satz, der Mann ist der Kopf der Familie, einmal nicht mehr drinnen war. Ja, also in meiner... Ich bin ganz anders aufgewachsen. Ich schreibe das in diesem Buch auch. Ich bin ganz anders aufgewachsen. Ich schreibe das in diesem Buch auch, aus welcher Ecke ich komme. Und das ist eine, die schon... Für das Milieu, in dem ich aufgewachsen bin, war das selbstverständlich, dass die Frauen arbeiten gehen und auch eine Arbeit machen, die ihnen Freude macht, wenn das irgendwie möglich war. Aber an sich war das in meiner Jugend noch etwas, was eigentlich so nicht existiert hat. Du musst arbeiten gehen, musst du arbeiten gehen, du kannst doch zu Hause bleiben und es dir gut gehen lassen. Also das war so der Man-Speaking. Ja, also diese, diesen Fokus zu legen auf Frauenarbeit als einen großen Wert und als die Frau als Persönlichkeit, die schon als Frau einen großen Wert. Und die Frau als Persönlichkeit, die schon als Frau einen großen Wert hat, weil sie eben etwas anderes ist als das, was die Männer sich vielleicht vorstellen, sondern einen eigenen Sinn haben. Das ist etwas, was die Käthe ganz stark vermittelt hat. Auch eben durch diese Sozialforschung oder diese Frauenforschung. Ja, und das hat sehr lange gedauert, bis diese Art der Methode wieder hier aufgenommen worden ist. Also 70er, 80er Jahre hat das erst begonnen. Inzwischen ist es selbstverständlich. Inzwischen gibt es sogar etwas so Tolles wie, ich rede jetzt nicht von Genderisierung, aber etwas wie Gendermedizin. Zum Beispiel. Also dass Frauen eben andere Menschen sind als Männer und dass die ganze Medizin ausgerichtet ist auf den Mensch-Mann. Und das kann den Frauen ja sehr schaden. Also das ist aber erst zehn Jahre alt, dass das bei uns überhaupt möglich ist, dass die Medizin als Therapie neu geschrieben wird und neu entwickelt wird jetzt auf das, was Frauen sind, auf ihre Körperlichkeit, auf ihre Psyche, auf ihre Hormone und so. Darf ich Sie bitten, dass Sie kurz, damit wir es alle hören? Die Ella Lingen spricht da an, dass die Kette leichtichter das nicht genug gefährlich eingeschätzt hat, den Nationalsozialismus. Da wollte ich Sie fragen, wie Sie das sehen. Linke hat nicht verstanden, mit welchen, wieso, also nicht wirklich verstanden, wieso die Nazis so einen Erfolg hatten. Die haben diesen unglaublichen Hype, den die entwickelt haben, diese Massenbewegungen, sie haben es nicht verstanden. Das ist eine lange Frage, auf die möchte ich jetzt nicht eingehen. Aber wir haben das gesehen als etwas, was das Großkapital, das Deutsche finanziert hat. Aber dass da eingegangen wurde auf ganz zentrale Bedürfnisse der Menschen, Frauen wie Männer, ja, und diese Hysterie auch, die es gab, wie wir das so sehen und empfinden würden, erzeugt hat, hat was mit Emotionen zu tun und mit dem Entgegenkommen von Wünschen. Welche Wünsche stehen da dahinter? Welche Sehnsüchte stehen da dahinter? Das sind ja ganz starke Triebfedern. Und das ist etwas, das haben die Nationalsozialisten sehr gut verstanden, diese Triebfeder oder diese Triebräder in Gang zu setzen. Triebräder in Gang zu setzen. Dass es diese große Sehnsucht gibt, eine andere Gesellschaft, also etwas, wo wir andere sind, und natürlich mit der ganzen Herrenrassengeschichte auch was Besseres sind. Also Sie haben das nicht verstanden, dass das etwas ist, was auch ganz stark in den Emotionen mit Emotionen zu tun hat und nicht mit Kopfigkeit und mit der menschlichen Seele, mit der Psyche, die einfach diese Bedürfnisse hat. Wenn man sich Massenbewegungen anschaut, dann muss man sich mal anschauen, welche Emotionen sie erzeugen und welche Sehnsüchte sie entgegenkommen. Das ist ja vielleicht etwas, wo es auch eine Parallele zu unserer heutigen Zeit gibt. Weil gerade die Rechte arbeitet ganz stark nach wie vor mit Emotionen. Ja, die Linke aber auch. Ja, die Rechte macht das persönlich, aber natürlich die Rechte macht das sehr stark, momentan auch. Ja, es fragt sich nur, mit welchen Emotionen. Das ist eine andere Frage. Ich schaue noch mal ins Publikum, weil sonst würde ich meine Abschlussfrage stellen, falls noch eine Frage im Publikum ist. Sie fragen den Franz Leichter ganz zum Schluss im Film, wenn er seiner Mutter noch eine Frage stellen könnte, welche Frage das wäre. Sie haben sich viel mit der Käthe Leichter beschäftigt. Ich frage Sie jetzt, wäre die Käthe Leichter, Sie haben ja gesagt, wenn die Käthe Leichter noch am Leben wäre, wäre sie eine der ganz, ganz Großen geworden. Auch der großen Wissenschaftlerin. Wenn sie noch am Leben wäre, welche Frage würden Sie ihr stellen? Gibt es eine Frage, die Sie... Also diese Antwort, die der Franz mir da gegeben hat, der ja selbst ein großer Politiker geworden ist, der war über 20 Jahre State Senator von New York. Ich bin mit dem durch Wien gegangen, da sind amerikanische Touristen auf uns zugekommen und haben gesagt, hey Senator, you are in Vienna. Also er war eine sehr populäre Figur auch. Und in seiner Antwort verbirgt sich ein sehr großer Schmerz. Er würde sie fragen, wie war das, wie du jung warst und so. Er würde sie eben nicht fragen, wie konntest du nur? Wieso bist du nicht rechtzeitig gegangen. Ich als sozusagen viel später Geborene, wie ich diese Geschichte angefangen habe, mir wirklich einzuverleiben und vorzustellen, ich habe auch Bilder von ihr entwickelt und habe versucht, sie auch psychologisch zu erfassen. Also die war so gescheit, die Frau, die hat ja die Zeitungen gelesen, die hat ja gewusst, was in Deutschland los ist. Und sie hat sie auf diese Art und Weise unterschätzt. Ich kann es nicht fassen. Ich habe mit Jill sehr oft darüber geredet, mit Jill Lewis, der ein Freundin auch ist, lang in Wien gelebt hat. Und leider, das Buch wird nicht fertig, an dem sie schreibt, über die Käthe, aber es ist eine andere Frage, was mit diesen Texten passiert, die ja sehr weit gediehen sind. Wir haben das immer wieder besprochen. Warum ist sie nicht gegangen? Der Otto war sofort weg. Sie hat organisiert eine sichere Ausreise der Kinder. Sie hat organisiert, und das ist so die Bürgerlichkeit auch gewesen, I'm sorry to say, bis zu den Geigen der Buben und zum Klavier und den Büchern und sozusagen dieses ganze bildungsbürgerliche Gut mitnehmen zu wollen, nicht hier lassen zu wollen, nicht das eigene Leben zu retten, einmal. Gut, die Kinder rauszubringen, aber es hätte viele Wege für sie gegeben, rauszukommen, auch illegal aus Österreich, einmal weg oder aus Deutschland. Und zu sagen, vor diesen Lumpen fürchte ich mich nicht. Ich kann den Schmerz von ihrem Sohn nachfühlen und ich kann mir vorstellen, was für eine großartige Wissenschaftlerin sie geworden wäre, hätte sie diese Zeit überleben können. Sie ist eine Weltfigur. Das soll der Film auch irgendwie zeigen. Sie ist so wie die Lise Meitner und andere große Wissenschaftlerin, sie war auch eine große Wissenschaftlerin, halt keine akademische, sondern eine, die aus ihrer Arbeitspraxis heraus Methoden entwickelt hat, die heute noch differenziert, aber doch angewendet werden, Fragestellungen entwickelt hat, die bis heute aktuell sind. Wenn ich mir den Film heute so anschaue, denke ich mir, der ist so aktuell wie vor zehn Jahren und stellt eigentlich auch nach wie vor Fragen, die nicht beantwortet sind bisher. Ja, das ist schon ein Schmerz, den ich empfinde, dass sie so jung sterben musste. Sie war, 95 ist sie gestorben, 47, 46, okay, sie hätte wirklich schauen müssen, sich herauszubringen, so schnell wie möglich ihr Leben zu retten. Sie hat die Nazis unterschätzt. Das ist auch eine gewisse... Man soll seine Feinde nicht unterschätzen. Darf man nicht. Das ist die Lehre, die wir auch aus ihrem Verhalten ziehen können. Und vor allem, wenn man so ein Leben wie sie führt, sie hat keinen Plan B gehabt. Und den sollte man haben in Zeiten, wo die Winde so heftig wehen, in stürmischen Zeiten, sollte man auch das eigene Leben in Alternativen sehen zu können, glaube ich. Und nicht an dem hängen und kleben bleiben, was man hat. Das war eher wichtiger als sie selber, das Klavier rauszubringen. Also ich stelle einfach diese doch freche Frage. Ich hätte sie ihr nicht gestellt, weil wo hätte ich sie ihr stellen können? nicht verstanden, wenn sie diesen Nazis zugehört hätte. Genau. Genauer. So wie es der Kreisky getan hat. Der hat geschaut, dass er wegkommt. Ja. Hat geschaut, dass er seine rigorosen macht und er ist ja jünger als sie gewesen um fast 20 Jahre aber er hat geschaut, dass er rauskommt aus dem Land und auch die Eltern nachholt und das wäre ihr auch möglich gewesen zweifellos, das wäre möglich gewesen für sie, rechtzeitig auch Konsequenzen zu ziehen und die Bücher und die Klavier, was ich auch anspreche hier in dem Film. Ich sage es nicht selber, aber die Gilly Klumper sagt es, auch die Gilly sagt es, die große Archivarin ist und sagt, wo sie Archivarin ist und sagt, das ist etwas, was einem auffällt. Wieso ist sie noch Ende Mai 1938 in Wien, wo schon so viele verhaftet worden sind und im Gefängnis und in Dachau? Ja, das ist... Mehr kann ich nicht dazu sagen. Aber seien wir froh, dass wir es überhaupt gehabt haben. Auf alle Fälle, ja. Ein schönes Schlusswort. Thank you.