Ein wunderschönen guten Tag meine Damen und Herren. Und treibe Schiffe in das neue Land Beschlossenheit, Einsatz und sozialem Engagement gegangen ist. Ich möchte Sie recht herzlich begrüßen, Merima Milic Aliagic. Herzlich willkommen. Danke, dass du heute mein Gast bist. Danke für die Einladung. Freut mich wirklich. Ja, liebe Merima, ich hoffe, wir können per Du sein. Ich fange gleich an mit dem ersten Block der Fragen. Wenn es zum Thema Herkunft und Migration geht, vielleicht kannst du uns nur kurz vorstellen, woher du stammst, aus Bosnien-Herzegowina. Einfach nur kurz erklären, wie waren deine familiären Verhältnisse. Einfach nur kurz einen Überblick über deine Vergangenheit. Ich komme aus Bosnien-Herzegowina, aus Sarajevo direkt. Ich habe damals in Sarajevo gelebt, eben vor dem Krieg war das, habe ich gerade mein Medizinstudium begonnen. Mit Eltern habe ich im Grunde, wenn ich so zurückblicke, wirklich ein schönes Leben gehabt. Gerade beim Krieganfang hat sie viel in meinem Leben geändert. Das ist ganz anders gekommen, als ich damals überhaupt denken oder träumen konnte. Was war so am Anfang dein Lebensplan oder wo hast du dich dann gesehen in Bosnien, also bevor es zu dem Krieg kam? Ja, ich kann mich erinnern, mein Vater hat auch ein großes Wunsch gehabt, dass ich irgendwann Ärztin werde, weil ich war wirklich eine sehr gute Schülerin. Auch mit Studieren hat es wirklich auch perfekt begonnen. um meine Eltern in der Nähe zu haben und auch meine zwei Brüder. Und wie gesagt, es ist ganz, ganz anders alles geworden mit diesem Krieg oder nach dem Krieg, sagen wir mal so. Und wann und aus welchen Gründen bist du jetzt nach Österreich gekommen? Du hast gesagt, wahrscheinlich mit dem Krieg, nehme ich jetzt einmal an. Eigentlich schon. Wie gesagt, ich habe es nie früher geträumt, irgendwie in Ausland zu leben. Ich habe schon gedacht, ich werde als Touristin vielleicht irgendwo und war ich als Kind auch mit meinem Vater sehr viel unterwegs. Besonders in Deutschland und auch Ex-Jugoslawien, viele Großstädte und so. Aber leben habe ich eigentlich nie geplant, irgendwo anders. Nur in Sarajevo, dann ist eben dieser Krieg begonnen. Ich war auch dann im Krieg ein Jahr. Eigentlich bin ich nicht gleich geflüchtet oder so. Es war auch nicht möglich, weil Sarajevo war eingebesetzt. Und als Studentin, selbstverständlich in diesen schlechten Tagen, in erster Hilfe könnte ich auch meinen Beitrag geben, habe mich dann eigentlich eh engagiert und viel mitgemacht, kann man sagen, in Erstversorgung. Und es ist einfach, es hat sich ergeben. Auf einmal war dieser Stadtteil irgendwie, das ist jetzt schwierig zu unterschreiben, wer das nicht erlebt hat, ja, im jeden Fall, ich musste weg von der Stadt, weiter über die Berge. Ja, ich war dann getrennt auch von meinen Eltern, schon von Anfang des Krieges, weil meine Eltern besitzen auch Gründstücke außerhalb von der Stadt und die waren an diese schlimmen Wochenende außerhalb von der Stadt in unserem Wochenendenhaus. Und eigentlich seit diesem Tag sind wir nie mehr zusammen gewesen. Und ich bin diese Jahre im Krieg, habe auch nicht gewusst, wo die sind. Sie haben nicht gewusst, was ist mit mir passiert. Dann ist es weitergegangen. Wie gesagt, ich bin nach Österreich gelandet, ziemlich ungeplant. Habe auch nicht gewusst, wo ich komme. Wie war die Ankunft oder beziehungsweise die erste Zeit, wo du nach Österreich gekommen bist? Ich muss schon sagen, dieser lange Weg durch Bosnien und so, das war auch sehr kompliziert. Ich werde jetzt nicht in Details gehen, weil es war wirklich, es ist zu viel. Wie ist das alles gegangen? Aber in jedem Fall war ich ganz alleine. Aber es gab damals über Rotteskreuz die Möglichkeit, so Kontakte aufzunehmen mit Verwandten oder so, die schon vielleicht in Ausland sind. So habe ich auch einen Kontakt geschafft, nämlich eh in Österreich. Das war meine Cousine, sie ist mittlerweile verstorben. In jedem Fall, sie war doch meine Kontaktperson hier und sie haben irgendwie auch mit einer österreichischen Frau, die sich auch sehr engagiert damals um die Flüchtlinge hat, ich kann es auch sogar ihren Namen sagen, das ist eine großartige Frau, die Margit Gapmeier, die lebte in Kirchdorf. Sie hat sie praktisch für mich dann mehr engagiert, hat mich zu sich aufgenommen, habe dann bei ihr auch wohnen dürfen. Als Flüchtling, ja, aber ich habe dann gedacht, wenn ich schon da bin, irgendwie auch diese Traumen, was ich erlebt habe und so, wenn ich alleine bin, es war mir zu viel, habe ich gedacht, ich brauche irgendwas, irgendwelche Engagement und so. Dann habe ich selber im Krankenhaus Kirchstoss damals gefragt, ob es möglich ist, dass ich aushelfe oder irgendwas. Ich wollte auch Deutsch lernen. Ich habe es nicht geplant, hier zu bleiben, aber ich habe gedacht, die Tage, die ich da bin, muss ich was machen. Weil ich, wie gesagt, auch keine Verwandte gehabt, keine Familie da und schon unsere Leute von Jugoslawien oder von Bosnien als Flüchtlinge, aber trotzdem andere Welten. Die waren eben mehr mit Familien zusammen oder vielleicht auch mehr Großfamilien und die haben auch ganz anders gelebt als sich in Großstadt. Trotz unserer gemeinsamen Sprache haben wir uns auch nicht viel verstanden. Ich war doch ganz anders, aber ich habe ganz andere Ziele gehabt oder auch andere Erfahrungen, die haben auch eigene Erfahrungen, auch schlimme sogar. Das war mir auch ein bisschen zu viel, deswegen habe ich gedacht, ich schaue in ein Krankenhaus, wenn ich schon da bin und habe Glück gehabt, dass sie mich irgendwie durch Möglichkeit gegeben haben, als Praktikantin zu anfangen. Selbstverständlich die Papiere habe ich alles für Nostrifizierung damals in die Landesregierung geschickt und Antwort bekommen, dass ich das darf, obwohl ich noch kein Wort Deutsch sagen könnte. Ich habe dann wirklich große Hilfe von Bevölkerung in Kirchdorf auch gehabt. Es waren ein paar Männer auch und auch ein paar junge Frauen, die irgendwie geholfen haben, dass sie Deutsch auch erlernen. Zum Beispiel eine hat mir die Bücher gekauft und damals diese Wokmen heißt das, zum Lernen und ich habe es mir gar nicht mehr erinnern, da ist Schlierbach irgendwo bei einem Baum, tagsüber ganz alleine habe ich das analysiert, gelernt, ganz alleine, weil damals gab es nicht so viele Kurse, wahrscheinlich in Linz, aber ich war weit weg von Linz, ich habe auch noch nicht gewusst, wo ich mich gerade und genau befinde, ja. Das hat alles ein bisschen gedauert, aber wie gesagt, diese Möglichkeit im Krankenhaus, das war schon ein großer Schritt, dass sie mich weiter entfalten könnte. Gab es noch irgendwelche anderen Personen oder Organisationen, die dir besonders geholfen haben? Das war eben Caritas und auch die Frau, also Österreich, die du am Anfang aufgenommen hast. Selbstverständlich. Caritas habe eben diese Hilfe, also Österreich, die sich ja am Anfang aufgenommen hat. Caritas habe eben diese Hilfe, monatliche Hilfe schon gehabt. Aber ich habe dann eigentlich dieses Geld verwendet, Geschenke zu kaufen für diese Leute, die mir geholfen haben. Und diese Möglichkeit mit Krankenhaus, das war eben dieser große Schritt. Die haben mir auch dann viel geholfen. Die Pflegedienstleitung damals, die hat sich besonders für mich engagiert und noch eine Stationsleitung von gynäkologischer Abteilung, sie hat sich engagiert, dass ich da bleibe in diesem Krankenhaus, weil wir wirklich auch vieles zeigen können, obwohl ich auch noch nicht sprachlich so weit war. Ich habe sogar meine erste Prüfung drei Monate später finastrifizieren gemacht in Kirchdorf. Sie haben schon einiges gefragt. Wahrscheinlich war bei mir auch dieses Verständnis da und ich habe es irgendwie durch gute Antworten geben können. Meine erste Prüfung, wie gesagt, habe ich dort schon geschafft. Das war auch für die alle anderen so eine große Sache. Die haben sich noch mehr für mich engagiert, aber ich dort schon geschafft. Das war auch für alle andere so eine große Sache. Und die haben sich noch mehr für mich engagiert. Aber ich habe dort nicht Arbeitsbewilligung bekommen können, in Kirchdorf Krankenhaus. Und nach sechs Monaten müsste ich eigentlich Krankenhaus verlassen. Und auch weiterhin als Flüchtling irgendwo sein. Ich hätte schon diese Frau, zum Beispiel könnte ich bei ihr weiterhin wohnen, aber das war nicht eine Lösung für mich und die eben, wie gesagt, vom Krankenhaus haben sie gesagt, schade, sie schauen dann für mich weiter und haben sie wirklich umgeschaut, in Österreich sogar, ich kann mich erinnern, sie hat in Tirol irgendwo angerufen, in Wien, aber es war die Lage im Land überall gleich, ich könnte diese Arbeitsbewilligung entscheiden, diese Quote war schon erfüllt, könnte nicht die Arbeitsbewilligung bekommen. Ein einziger Krankenhaus war Krankenhaus Wels oder Klinikum Wels, die eine Möglichkeit gefunden hat, dass ich dort als Gastschülerin aufgenommen werde, praktisch vierter Lehrgang von dieser Krankenpflegeschule und dann könnte ich weiter praktisch vierter Lehrgang von dieser Krankenpflegeschule. Und dann könnte ich weiter praktisch trotzdem im Krankenhaus bleiben. Und die haben dann sechs Monate später, ich kann mich erinnern, das war zu meinem Geburtstag, eine Arbeitsbewilligung für mich geschafft. Wahrscheinlich war diese Quote wieder leichter, keine Ahnung. Damals habe ich sowieso nicht von dem viel verstanden. Aber eben diese geistlichen Schwestern damals, die haben sich wirklich um mich auch gesorgt. Ich habe es vom Klinikum Wels auch viel bekommen. Und ich habe es immer betont, ich habe es aus dieser Dankbarkeit auch dort geblieben. Weil Linz hat es mir eigentlich immer gezogen als Stadt, weil ich bin eh in Großstadt aufgewachsen, aber ich habe damals im Klinikum trotzdem nicht weggegangen und bin noch immer dort beschäftigt. Das heißt, er ständig jetzt in die anderen Gründe auch, weil ich dort bin, aber im Grunde war er auch sehr, sehr zufrieden jedes Mal und immer, egal was ich brauchte, sind es mir immer entgegengekommen. Spannend. Kommen wir vielleicht zum nächsten Block und zwar zum Themenblock Bildung und Sprache. Welche schulische bzw. berufliche Ausbildung hattest du vor der Migration? Du hast das Klavier erwähnt, du hast Medizin angefangen. Vor der Medizinstudie und bei uns ist das ein bisschen anders. Ich habe das später eh selber analysiert, weil ich mache immer diese Vergleiche im Leben. Bei uns ist diese medizinische HTL, kann man das nennen, mit Matura und gut, dass ich das hatte, weil habe ich dann auch hier notifizieren können. Das ist so allgemein, weil ich war als vier allgemeine Diplom-Schwester ausgebildet. Ich habe nur nicht bei uns diese Praktika gehabt nach der Schule, diese stattliche Prüfung und so, weil ich eben Studium begonnen habe. Und da habe ich dann nostrifizieren können, habe ich schon einige Prüfungen nachmachen müssen. Aber es war auch nicht schlecht. Selbstverständlich, durch das habe ich auch Deutsch gelernt, weil ich, wie gesagt, am Anfang nie einen Deutschkurs besucht habe. Es hat sich damals nicht so ergeben. Es war auch dann teuer oder zu weit oder auch keine Zeit. Ich musste lernen, finanzieren, aber ich selber im Alltag auch durch die Arbeit und durch Lernen. Ich war immer froh und habe auch immer zu meinen Kollegen gesagt, sie können mich immer verbessern, wenn ich dann Fehler mache und so. Und ich muss sagen, das ist auch nicht leicht für alle Leute. Ich war gut auch in unserer Sprache. Ich war in jedem Gegenstand in der Schule eigentlich beste Schülerin. Vielleicht in Musik dann nicht, aber sonst alles andere war wirklich gut. ich habe es leicht gelernt und wie gesagt, ich wollte immer Hintergründe wissen, so habe ich das Deutsch auch mir ziemlich gut beigebracht sicher mache ich Fehler, aber wie gesagt, ich bleibe authentisch, jetzt komme ich nicht mehr dazu, so genau das alles zu lernen, weil es gibt immer am Krankenhaus, da müssen wir sich auch immer wieder weiterbilden und so es ist nicht so leicht. Also du konntest quasi, wie gesagt, deine Qualifikation jetzt in Österreich verwenden, musstest aber diese Anerkennung, den Anerkennungsprozess durchlaufen. Wie lange hat der gedauert, ungefähr, der Anerkennungsprozess? Ich überlege jetzt gerade, 1994 habe ich in Klinikum Wels begonnen oder meine erste Nostrifizierung Ende 95 war ich schon fertig. Also ziemlich schnell. Waren die Prüfungen schwer? Kannst du dich erinnern? Ich habe da nicht mehr so perfekt gelernt wie damals. Es war für mich materiell nicht schwer, weil das ist eben mein Leben eigentlich, das ist meine Leidenschaft, medizinische Ausbildung überhaupt, aber sicher deutschmäßig war ziemlich schwierig, das so zu weitergeben, was man dann weiß, ja, weil kann man nicht mit eigenen Worten dann beschreiben, weil so großen Wortschatz habe ich dann nicht gehabt am Anfang, ja, es war deswegen nicht leicht, ja,atz habe ich dann nicht gehabt am Anfang. Es war deswegen nicht leicht. Da habe ich dann nicht perfekte Noten gehabt, selbstverständlich. Aber trotzdem habe ich unter andere schwere Bedingungen, sagen wir es so, für mich, weil ich müsste auf der anderen Seite auch kämpfen, zum Überleben und den Boden zu fassen. Es war dann nicht so leicht. Aber im Grunde Materie selber ist nicht. Und hattest du irgendwelche weiteren Weiterbildungen oder Umschulungen in Österreich danach gemacht? Ja, ich habe dann eben wirklich mich gut entfalten können im Krankenhaus. Ich habe zusätzlich Management für Multiple Sklerose zum Beispiel in Deutschland gemacht. Ich habe für verschiedene Erkrankungen eben diese viele Weiterbildungen gemacht. Ich bin auch eine von den Schwestern, es sind nicht viele, die so lange auf einer Station sind und so einen breiten Teil abdecken können. Praktisch springe ich von Station in Ambulanz, ich kann Diagnostik auch machen. Ich springe von Station in Ambulanz, ich kann Diagnostik auch machen. Ich bin in Ambulanz auch für alle Schwerpunkte bezüglich Neuinfusionen zum Beispiel oder Untersuchungen und so. Auch dabei bin ich bei vielen Kongressen, internationalen Kongressen dabei gewesen, wo ich auch hin und wieder meinen Teil als Schwester dann weitergeben könnte, zum Beispiel. Dann habe ich auch noch eine Spezialisierung gemacht, auch während dieser Ausbildung, das ist diese transkulturelle Pflege oder interkulturelle Pflege. Da unterrichte ich sogar ein bisschen in die Schule, habe ich so Workshops dabei, weil ich wollte eben meine Erfahrungen als Migrantin, die ich auch für mich genützt habe, wollte an Kollegen auch weitergeben, weil wir haben sowieso einen herausfordernden Alltag und dann wollte ich trotzdem Kollegen erleichtern, auch uns allen praktisch, dass unser Alltag mit Patienten leichter verläuft und dass unsere Patienten auch bestmögliche Betreuung von unserer Seite bekommen. Ja, aus dieser Perspektive auch. Und wie schwer oder leicht war es für dich, Deutsch zu lernen? Hast du das Gefühl gehabt, dass Deutsch eigentlich eine schwere Sprache ist? Ja, es war schwer. Es war ein bisschen unlogisch für mich schon, weil ich habe am Anfang, wie gesagt, ich habe Englisch gelernt in der Schule. Also das habe ich nicht erwähnt, aber wir haben auch Fremdsprache. Bei mir war Englisch oder Englisch gelernt in der Schule. Also das habe ich nicht erwähnt, aber wir haben auch Fremdsprache. Bei mir war Englisch oder Englisch. Und Latein, okay, Latein dann wieder ganz anders. Aber Deutsch ist wirklich nicht so wie unsere Sprache oder viele Sprachen, die ich so ein bisschen analysiert habe, ist wieder ganz anders. Es ist ein bisschen unlogisch für mich gewesen, ein bisschen schwer zum Aussprechen und was mich auch immer wieder bewundert, wenn ich auch beim Patienten zum Beispiel übersetze, wenn ich sitze, ich muss immer den ganzen Satz hören, dass ich das übersetzen kann, weil Verb kommt immer am Ende des Satzes. Oder auch diese Regelung, so genau und so, das ist sehr interessant. Ja, sicher war es schwer, aber jetzt irgendwie kann ich wenig Englisch, weil mir immer wieder Deutsch automatisch kommt zum Sprechen. Weil man es im Alltag so oft braucht. Vielleicht dann kurz zum nächsten Themenblock und zwar deinen beruflichen Weg. Was war deine erste Arbeitsstelle in Österreich? War das jetzt wirklich das Krankenhaus oder hattest du vorher noch irgendwo anders als Asylsarbeiterin gleich begonnen? Nein, eigentlich, ich kann mich erinnern, zuerst habe ich es nicht geplant, hier zu bleiben. Ich habe gedacht, ich gehe wirklich zurück wieder. Das ist auch wieder eine lange Geschichte, wo ich dann wirklich könnte. Mein Haus war kaputt, Eltern waren nicht da, die sind nach Amerika gelandet, hätte ich dann wieder von null anfangen müssen. Wie gesagt, das war zuerst mein erstes Ziel, der gescheitert ist. Einmal habe ich sogar, wo ich nicht Arbeitsbewilligung bekommen könnte, überlegt und sogar eine Einladung zum Gespräch bekommen, nach Australien auszureisen. Da habe ich sogar von Caritas auch Unterstützung fast bekommen können. Aber ich habe dann Arbeitsbewilligung bekommen und mich für Österreich entschieden. Habe gedacht, vielleicht leben meine Eltern, dann gehe ich zurück. Und Österreich ist doch wieder wie unser Land. Da habe ich gedacht, na, es passt, dann bleibe ich da. Das war kurzzeitig, wie gesagt, schnell in Kirchdorf, wirklich gleich nachgefragt und habe auch im Kopf nicht gehabt, irgendwelche andere Beschäftigungen zu suchen, weil ich habe mich mehr als Hilfe angeboten und von dem hat es sich dann weiter ergeben, immer wieder nur in Krankenhausen. Ich habe nebenbei schon viel Ehrenamtliches gemacht und nebenbei dann hat es sich ergeben, dass sie eben diese Gesundheitscoaching mache, mit Volkshilfe diese Projekte und so und Gesundheitskasse damals. Aber das ist nicht so ein neuer Job, es ist wieder trotzdem in meinem Bereich, kann man sagen. Wenn du jetzt zurückdenkst auf deine Jobsuche am Anfang, hattest du ja das Gefühl, dass es eher schwieriger war, so einen Job zu bekommen? Hattest du irgendwelche Diskriminierungserfahrungen, wenn du vielleicht eingeladen wurdest, vielleicht zu einem Bewerbungsgespräch oder so? Bei der Jobsuche eben nicht, weil ich war, irgendwie muss ich da sogar, wirklich vielleicht bin ich Ausnahme, ich weiß es nicht, aber viele Leute sagen, dass sie schon Diskriminierung erlebt haben, aber ich habe wirklich im Krankenhausbereich, in meinem Bereich nie so etwas erlebt. Ich habe sogar eben wirklich damals so große Unterstützung von allen Seiten, auch von Kollegen damals. Sie haben so Verständnis gehabt. Vielleicht war es für mich dann deswegen leichter, sich zu entfalten. Aber ich habe durch meinen Mann solche Sachen erlebt. Das muss ich schon sagen. Als Migrant und auch sowieso sein Beruf und so. Da hat er sowieso auch sogar Träume nicht gehabt, als Opernsänger zu arbeiten. Er wollte was anderes. Aber da hat er schon, durch ihn haben wir schon einiges erfahren. Weil er hat dann auch schlechter Deutsch gesprochen, weil er auch nicht verwenden könnte,che Institutionen zum Erledigen haben, wenn sie Namen hören und wenn er dann, wenn er kommt und dann versucht er so mit gebrochenem Deutsch zu sprechen, kriegt man gleich so negative Einstellungen von der anderen Seite, ja, und auch behandelt, wird er anders behandelt. Dann komme ich, dann Situation verbessert sich zum Beispiel. Das merke ich schon, ja. Aber wo habe ich Diskriminierung? Überlege, habe ich selber irgendwie oder habe ich nie Zeit gehabt, so genau zu schauen, ja. Ich habe mich für die anderen Leute deswegen engagiert, weil ich da merke, dass die anderen das erleben. Oder in Wales einmal beim Wohnungssuchen, das muss ich schon sagen. Da hat es mir gleich gesagt, da gibt es nichts. Das war ziemlich negativ, aber ich wollte mir das sowieso nicht merken. Und ich bin deswegen in Wels damals in Krankenhauswohnungen geblieben, weil ich wollte mir das nicht mehr antun. Solche Kontakte und Konflikte. Ja, verstehe ich schon. Worauf bist du beruflich besonders stolz? Eigentlich wäre ich stolz sein, so richtig stolz sein, wenn ich mein Medizinstudium machen könnte. Weil wirklich, ich sehe auch, ich bin manchmal anstrengend für Kollegen, weil ich zu tief und zu genau und zu viel schaue oder zu viel überlege und zu viel wissen will. Deswegen finde ich es für meine Patienten sicher vieles anbieten können, auch diese Sicherheit denen zu geben und auch für viele meiner Kollegen. Und auch das alles nebenbei, was ich gemacht habe, eben mit dem Betriebsrat, das ist auch so entstanden durch meine Hilfsbereitschaft für die anderen. Ich habe schnell auch verstanden, diese Paragraphen und alle Sachen und so, dann habe ich auch anderen immer geholfen und deswegen bin ich dann auch im Betriebsrat so lange dabei. Wie lange bist du jetzt als Betriebsrätin? So genau, ich muss dann bei mir die genauen Sachen, der Datumsatz, bin ich nie dazu gekommen, so genau das zum Auflisten, aber ich so circa 2007, 2008, 2006, so um dieseisten, aber ich so circa 2007, 2008, 2006, so um diese Zeit, wenn ich so vergleiche, weil ich habe nebenbei meine Familie gehabt, wie gesagt, mein Mann hat es nicht gearbeitet, alles, was zum Erledigen war, war trotzdem von mir abhängig, Erziehung, da hat er sich schon engagiert, weil er war dann eh zu Hause, aber trotzdem könnte nicht so genau, was ich eigentlich eh wollte. Aber da habe ich nicht geschafft vieles. Aber da den Heben stolz. Trotzdem, das ganze Erschwernisse, Kriegserfahrungen, meine Arbeit ist auch nicht so leicht. Das sind trotzdem Schicksale von den verschiedenen Leuten. Und auch, ich habe so ein bisschen Pech gehabt. Ich habe viele auch andere Schicksale dann immer mitgehabt, die ganze Zeit nach dem Krieg. War wirklich ganz anders, wie gesagt, als was ich mir vorstellen könnte. Es war wirklich schwer, aber stolz bin ich trotzdem, dass ich meine Familie auch erhalten habe. Auch zwei tolle Jungs. In Gesellschaft kann ich weitergeben als anständige Menschen. Und ich hoffe, dass die zwei auch dann ein Stück weiterbringen, was ich gemacht habe. Okay. Was ist so für dich persönlich, wenn du das Wort Integration hörst? Was bedeutet Integration für dich? Das ist sehr oft erwähnt. So genau kann ich das nicht sagen, aber Integration. Für mich ist Integration auch eine Harmonie, aber da müssen wir alle zusammenarbeiten. Das wäre für mich die beste Integration, dass jeder von uns ein Stück nach vorne geht. Und das habe ich bemerkt auch in meinem Alltag, egal in welchem Bereich jetzt oder ist das jetzt integrationsmäßig oder im Therapiebereich oder Beratung und so, wenn ich ein Stück nach vorne gehe, der andere versucht dann auch mehr zu geben. So wäre für mich auch Integration zum Sehen zum Beispiel. Nicht nur wir Migranten, dass wir versuchen, alles, was uns selbstverständlich da auch anders vorkommt, irgendwie das zu verstehen. Aber da muss man der andere auch das genau erklären oder beibringen. Das ist für mich ein langes Prozess. denken. Ich kann mich erinnern, bei mir haben sie auch automatisch gesagt, ich muss mich schon auskennen. Aber vieles weiß ich auch noch nicht, was das bedeutet. Zum Beispiel eine ganz, ganz banale Sache, so dieser Maibaum. Habe ich gedacht, irgendwie fehlt mir, hat mir niemals jemand erklärt, was das bedeutet. Da würde ich mich wahrscheinlich auch sehr freuen, wenn das passiert. Sicher jetzt durch Kinder habe ich auch, die sind gern dabei am Hauptplatz, die möchten sich schauen oder irgendwas. Aber ich habe selber trotzdem keine Ahnung, was das bedeutet. Also du würdest eher so die Gebräuche, die Tradition, dass dir das jemand am Anfang so ein bisschen näher beigebracht hat, mehr einbeziehen. Oder in Landjugend oder so, zum Beispiel damals. Ich war auch jung, 2021, würde ich vielleicht gerne irgendwo. Es gab ein paar Freunde, ich muss schon sagen, von welchen viele meiner Freundinnen, ich habe dieses Glück doch ein bisschen gehabt, aber auf der anderen Seite Arbeit und so, aber Integration wäre für mich auch, dann zeigst du mir die Sachen, erklärst mir und vielleicht mache ich auch mit oder ein Teil werde ich sicher mitmachen wollen. Wenn du heute denkst, wie fühlst du dich eher? Fühlst du dich eher als Bosnierin, als Österreicherin oder als beides? Ich bin sehr kompliziert in dieser Richtung. Ich fühle mich als Mensch, das muss ich sagen. Das ist für mich eine etwas Absolute dabei und ich wollte mich nie von dem entfernen. Auch religionsmäßig oder eben Nationalität und so. Aber wenn du es schon so fragst, ich fühle mich auch als Österreicherin und auch als Bosnierin oder auch Jugoslawien, weil ich bin doch in Ex-Jugoslawien geboren. Ja, ich fühle mich als Mensch. Hast du Kontakt zu Menschen außerhalb jetzt der bosnischen Community auch? Eigentlich schon, sehr viel und gern. Ja, ich arbeite viel mit serbischen Communities, mit kroatischen, mit tschetschenischen damals, jetzt alle andere, die sind so gemeinsam, die Gruppen, weil durch diese Gesundheitsthemen komme ich zu denen, bin ich wirklich ein guter Feedback von allen und wie gesagt, meine Leidenschaft möchte ich weitergeben und für Prävention, die ich auch sehr wichtig finde, mache ich das gern, ja. Du hast am Anfang auch erwäh finde, mache ich das gerne. Du hast am Anfang auch erwähnt, dass du dich viel gesellschaftlich engagierst. Du bist wahrscheinlich auch in Vereinen oder kulturellen Organisationen oder bei verschiedenen Projekten auch aktiv, nehme ich jetzt einmal an. Kannst du uns vielleicht da kurz erklären, wo genau? Stimmt, es war so, direkt bei einem Verein bin ich nicht mehr so richtig Mitglied, muss ich sagen. Aber ich unterstütze gern ZZT zum Beispiel, weil die machen auch wirklich tolle Sachen. Auch serbische Vereine, kulturell, wenn sie was machen. Sogar mein Mann unterstützt auch gern. Damals sogar wir zwei versucht mit noch ein paar Freunden auch diese zusammenbringen. Die zwei Länder Österreich und Bosnien haben sogar eine Gesellschaft gegründet damals mit noch einem Arzt vom Krankenhaus, der ist auch leider verstorben. Das ist ein toller Mensch, wirklich. Wir haben so gemeinsam ein damals Projekt gestartet, wo wir kulturelle Sachen angeboten haben oder Verbindungen zwischen Österreich eben mehr, dann klassische Musik auch, weil durch meinen Mann als Opernsänger und seine Bekanntschaft unten haben wir doch etwas auf die Beine bringen können. Aber das ist auch viel Arbeit. So direkt, so viel tief drinnen bin ich auch wieder nicht, weil wie gesagt, ich habe dann Verpflichtungen gegenüber Krankenhaus weiterhin und in letzter Zeit besonders, habt ihr ja alles schon gehört, Pflege, Herausforderung, Personalmangel und so, das hat man schon gespürt, muss ich sagen. Und dann bleibt mir auch nicht viel Zeit. Welche Rolle spielt für dich die bosnische Community im Alltag? Für mich persönlich, ja, jetzt privat auch viele Leute, bosnische Community, muss ich schon sagen, bin ich auch stolz auf die Leute. Sie haben sich wirklich auch hier integrieren können, haben vieles auf die Beine gebracht und auch viele, so wie ich, privat mit so vielen Herausforderungen zu kämpfen gehabt und trotzdem was bewegt. Auch dann aus Communities und auch privat, muss ich schon sagen. Und auch was mich bewegt in Krankheiten, wenn ich sehe, bin ich so stolz, wenn die dann reden können, Deutsch, wenn sie sich mitteilen können bei Visiten zum Beispiel oder solche Sachen. Nicht alle, es wird immer geben, aber... Ja, aber es braucht Zeit. Besonders diese speziellen Bereiche sind immer schwieriger. Das sind dann wieder wirklich große Themen. Hast du das Gefühl, dass Migrantinnen aus Bosnien in Österreich anerkannt werden? Oder anerkannt zu werden, also so in dieser Richtung? Ja, es gibt... Schade, es ist so. In letzter Zeit war es sogar viel besser, hat es wirklich richtig begonnen, aber durch diese politischen Bewegungen, keine Ahnung, ich kann das auch nicht so genau beschreiben, es gibt auch Erschwernisse wieder, was ich auch schade finde, weil wenn diese Leute schon da sind, statt dass man schimpft ständig, soll man irgendwelche Lösungen anbieten. Und ich war immer für Aufklärungen. Ich weiß, dass das das mühsamste Weg ist, dauert es länger. Aber da gerade haben wir dann langfristige Ziele geschafft. Es gibt schon viele Erschwernisse sehe ich auch im Krankenhaus oder da haben wir dann eben engagiert auch mit diesen interkulturellen Workshops und so, dass trotzdem keine Konflikte entstehen und solche Sachen es gibt auch Migrantinnen die sich mehr engagieren können sicher, aber wie gesagt, wir sind alle anders, das dauert das ist auch ein Prozess Welche Wünsche oder Ziele hast du für die Zukunft? dass das dauert. Das ist auch ein Prozess. Welche Wünsche oder Ziele hast du für die Zukunft? Für mich persönlich meinst du? Ja, für dich persönlich. Für die Zukunft. Ja, ich freue mich auf Pensionen. Okay. Ja, jetzt der Pflege. Schauen wir mal, ob das wirklich so wird für mich. Aber was ich möchte, ich möchte weiterhin für die Gesellschaft trotzdem meinen großen Beitrag geben, egal ob ich dann später in Pension bin oder ob ich hier lebe oder woanders, das weiß ich nicht, ich lasse mir wirklich alles offen, sogar mein Ziel war, mit den Ärzten ohne Grenzen später mitzugehen, weil ich habe da keine Verwandtschaft, meine Eltern, wie gesagt, waren in Amerika. Mama ist verstorben. Meine Brüder sind in Amerika. So große Kontakte haben wir schon, aber nicht so, wie man sich das, wenn man in der Nähe wohnt. Kinder werden sicher eigene Wege gehen. Und wie gesagt, ich wollte wirklich, mein Ziel war, mit der Ärzte ohne Grenzen mitzugehen später. Auch wenn es nicht dann da ist, irgendwelche ehrenamtlichen Sachen zu übernehmen. Und was mich auch in letzter Zeit reizt, das muss ich auch schauen, ob ich das in Zukunft wirklich auch so groß übernehme, für die Hunde oder Tiere in unserem Land oder eben in diesen Ländern, wo das nicht so wie hier ist, mitzuhelfen. Sogar habe ich einen Plan, eine Foundation zu gründen, die verletzten Tiere zu helfen oder diese Aktivisten, die sich um das kümmern, auch zu unterstützen. Spannend. Aber das sind meine Träume. Schauen wir mal. Wie gesagt, ich darf niemals mehr so richtig sagen, so wird es sein, weil Krieg hat es mir gezeigt, es kann wirklich wieder ganz anders kommen. Gibt es etwas, was du der österreichischen Gesellschaft sagen möchtest? Es sind tolle Leute, muss man schon sagen. Es gibt auch viel Ähnlichkeit mit unseren Charakteren oder Erziehungen und so. Das bisschen Konservative ist auch dabei, manchmal zu viel, mehr sogar als bei uns. Einfach ein bisschen lockerer zu sein, das wäre, weil manchmal habe ich das Gefühl, sind manche so versteift. Das sind tolle Menschen, aber brauchen Zeit, bis sie sich so richtig öffnen. Ich würde sagen, die Buntheit ist schön. Ich arbeite zum Beispiel, habe ich heute sogar erwähnt, ich mag bunte Sachen, sehe ich mir eh so. Mein ganzes Leben habe ich nur Uniform in einer Farbe. Und Buntheit ist wirklich wunderschön. Es kann wunderschön sein. Sicher können auch Konflikte entstehen, aber es ist von unsunderschön. Es kann wunderschön sein. Sicher können auch Konflikte entstehen, aber es ist von uns abhängig und wir können das bewegen, dass die Buntheit wunderschön ist, wie ein Garten, Harmonie. Das möchte ich weitergeben, dass wir alle nach Harmonie streben. Dann kommen wir eh schon zum letzten Themenblock und zwar zum Erfolg. Wenn du heute auf deinen Weg zurückblickst, was bedeutet Erfolg für dich ganz persönlich? Als Erste wieder als jemand, der aus dem Gesundheitsbereich kommt. Gesundheit ist der große Erfolg. Weil es sind viele Herausforderungen und dann gesund zu bleiben, auch psychisch und körperlich oder organisch, ist auch sehr, sehr großer Erfolg in dieser Zeit. Aber auf der anderen Seite, Erfolg ist auch, wie gesagt, etwas, wenn ich dann weg bin oder wenn ich sterbe, dass etwas bleibt, was der Menschheit auch zunütze kommen kann. Das ist für mich Erfolg, ja. Und jede von uns kann etwas hinterlassen. Es muss nicht materiell sein. Ich bin nicht mit materiellen Dingen sicher. Magie auch, wie jede Mensch. Besonders als Frau einiges, aber trotzdem, ich habe es gesehen, ohne dem kann man auch leben. Gab es einen Schlüsselmoment, der für dich alles verändert hat, beruflich oder privat? Als du jetzt nach Österreich gekommen bist, wo du sagst, das hat deinen Weg jetzt eingeschlagen, in diese Richtung zu gehen oder es ist etwas passiert, wo du sagst, okay, das war es jetzt und du bist jetzt den Weg gegangen, den du jetzt heute gemacht hast oder bis heute gemacht hast. Ich bin eigentlich trotzdem geblieben in meinem Bereich, deswegen kann ich nicht sagen, dass sich jetzt, Krieg hat sich mehr verändert, viele andere Sachen, eigentlich hätte ich ganz anders meinen Beitrag geben können oder vielleicht leichter, ja. Was war, Schlüsselmoment, kann ich nicht sagen, ja. Österreich. Also du glaubst, es ist so eher schicksalhaft passiert, was dich hergeführt hat, sonst wäre es ganz anders irgendwie, vor allem, du hast es am Anfang erwähnt, was du für Vorstellungen und Ziele gehabt hast. Weil ich habe, wie gesagt, nicht gewusst, wo ich lande und so, das war ein Schicksal und die habe ich dann irgendwann so richtig angenommen. Das ich habe, wie gesagt, nicht gewusst, wo ich lande und so. Das war ein Schicksal und die habe ich dann irgendwann so richtig angenommen. Das stimmt, das angenommen, ich war lang auf einer Kreuzung, gehe ich zurück, dann habe ich gesehen, na, schwierig, geht nicht, habe ich nichts, mein Mann kann auch nichts, war zu einmal alles verloren materiell. Nach Amerika habe ich sogar überlegt zu meinen Eltern, aber da müsste ich wieder nostrifizieren und wieder von Anfang an beginnen, weil da habe ich schon Kinder bekommen. Österreich habe ich noch nicht so, damals noch nicht so tief erlebt, aber dann habe ich gesagt, ja Mary, du bist ständig, mache ich das, mache ich das, entscheide dich, ja, bist jetzt da, jetzt bleibst du da und schauen wir dann weiter, ja, lass das einfach wieder eine Schicksal kommen. Und seitdem war es für mich leichter. Dann habe ich mich wirklich konzentrieren können. Was glaubst du, welche Ressourcen muss man als Migrant oder Migrantin haben, wenn man nach Österreich kommt, um erfolgreich zu werden oder erfolgreich zu sein? Gibt es irgendwelche Ressourcen, die du hattest oder die dich unterstützt haben, vorwärts oder weiterzukommen? Ich habe das immer gesagt, meine einzige Ressource war diese Erziehung von Eltern, meine Ausbildung, mein Charakter. Geld habe ich nicht gehabt. Ich habe keine Ressourcen in diese Richtung gehabt, weil ich bin wirklich nur mit einer Hose und Jacke und ein paar Sachen gekommen. Und habe trotzdem für mich Erfolg gehabt. Aber alles mit meiner Erziehung und Wille und meiner Ausbildung. Das, was mir Eltern weitergegeben haben. Also das siehst du eigentlich als die wichtigste oder eine der wichtigsten Ressourcen, also diese elterliche Erziehung oder elterliche Background. Und eben auch Ausbildung. Eigentlich für mich war das die größte Ressource. Ich habe sonst nichts mehr gehabt. Und mit dem habe ich gesehen, überall habe ich Erfolg gehabt. Okay. Viele sehen nur das Ergebnis, aber nicht den Weg dorthin. Was waren deine größten Herausforderungen, auch dein Weg zum Erfolg und wie bist du damit umgegangen? Gab es so Stolpersteine im Laufe der... Genug Stolpersteine waren. Kannst du vielleicht ein paar erwähnen, wie du das gelöst hast oder gemeistert hast? Was meine Erfolge oder überhaupt, ich hätte sicher mehr bewegen können, dass nicht diese bürokratischen Sachen in Österreich so schwer waren für mich. Ich kann mich erinnern, einige Zeit im Krankenhaus, wo ich auch gelernt habe und zuerst als Schülerin Geld hatte und später dann auch verdient habe. Ich habe ganzes Geld ausgegeben für Visum, dann für Kinder für Visum, dann ist Pass abgelaufen, damals bosnische Pass, zwei Jahre Gültigkeit, dann habe ich nur für Papier gearbeitet, weil ich mir nichts weiter leisten können, wirklich, weil das war nicht so ein großer Lohn, ich war Alleinverdienerin, habe ich auch nichts zusätzlich bekommen, was ich auch nicht wollte eigentlich, aber mein Mann hat leider dieses Glück nicht gehabt, damals hat er nicht die Arbeitsbewilligung bekommen können, obwohl er in Pizzeria arbeiten wollte oder in Rektorhöhren und so, aber es war schwierig, ja. Wie gesagt, diese Stolperscheine mit Bürokratie, die waren schon mühsam. Irgendwann später habe ich dann geschafft, diese Staatsbürgerschaft zu bekommen und es waren einige Sachen viel leichter für mich. Sicher, manchmal gab es auch Missverständnisse in meiner Wille, etwas zu verbessern, auch im Klinikum. Ich kann mich erinnern, zum Beispiel, wo ich einen Betriebsrat, da haben sie mir einmal kurz übel genommen, weil sie mich nicht gekannt hat, weil ich ein paar Sachen verbessern wollte gegenüber Patienten zum Beispiel und so, wo ich gesehen habe, eigentlich Konflikte entstehen, wo er nicht entstehen sollte und müsste, wenn man ein bisschen Hintergründe oder Erklärung für die Kollegen bekommen könnte oder Fortbildungen und so. Oder auch als Migrantin habe ich mir gedacht, für mich war das automatisch, ich arbeite im Krankenhaus, aber trotzdem darf ich sagen, wenn etwas nicht passt oder irgendwo anders. Ich habe es nicht nur jetzt Krankenhaus erwähnt, aber es war nicht so schlimm, das haben wir dann schön gemacht und ja wirklich mache ich weiterhin immer viele Projekte und so mit und gern und habe ja auch Respekt von denen und so, das passt eigentlich. Aber auch draußen, wenn ich etwas zeigen will, dass das nicht passt, dann werde ich gleich beschimpft oder sogar wenn ich beim Schreiben Fehler mache als Ausländer, total beschimpft, obwohl ich nicht schlecht rede, nur beim Schreiben ist dann wieder anders und das brauche ich, das denke ich, wieso, weil wie weit muss ich dann Deutsch so perfekt reden, dass sie doch irgendwann da angenommen wird oder respektiert wird, weil das ist schwer. Deutsch ist nicht leicht zum Lernen. Ich habe vor kurzem auch in Facebook einmal gelesen, eine Lehrerin hat sogar gesagt, das müssen die Eltern zu Hause Kinder beibringen. Wie kann das sein? Weil die Eltern selber vielleicht haben nicht diese kognitive Voraussetzungen, so gut Deutsch zu lernen und noch dazu jemandem weiterzugeben. Das brauchst du pädagogische Ausbildung sogar, dass du jemandem weiterzeigen kannst. Ich weiß, ich bin jetzt bei der Frage vorbeigegangen, aber das ist in meiner Stofferscheine. Das ist die Herausforderung, die man geanschweigt. Manchmal psychisch stört diese, oder Angriffe, wenn ich telefoniere, kurz selbstverständlich mit jemandem im Ausland, ich werde nicht auf Deutsch reden, aber ich bin nie laut und ich versuche wirklich diskret, ich mag es selber nicht, wenn jemand laut redet, aber kurz muss ich sagen, ich rufe die dann später an oder auf meiner Sprache dann siehst du sofort einen bösen Blick, denke, hey, das stört mich zum Beispiel, das braucht man nicht. Aber ja. Gibt es Rückschläge, die dir im Nachhinein so viel geholfen haben, weiterzukommen? Das sind eben diese Stopperscheine, die mir immer wieder dann überlege, ich bin selber jemand, der gerne auch kritisiert und sagt, ich soll uns bewegen. Dann nehme ich manchmal an und dann versuche ich, ja, nicht nur mich zu verbessern, sondern denen zu erklären, wieso ist etwas so. Dass er vielleicht auch ein bisschen Verständnis hat. Oder dass er verstehen, zumindest verstehen kann. Sicher, für alles müssen wir ein Verständnis haben, aber wenn wir uns besser verstehen, dann kann ich Reaktionen von den anderen auch besser nachvollziehen. Wenn du jungen Menschen oder vielleicht irgendwelchen Gründerinnen einen einzigen Rat mitgeben könntest, was wäre das? Jungen Menschen? Ich versuche, meinem Sohn einen Rat zu geben, aber die sind klugste Leute, die brauchen keinen Rat. die brauchen keinen Mann. Nein, was möchte ich? Was ich bemerkt habe, die jungen Menschen haben keine Geduld, etwas abzuwarten. Sie möchten alles sofort haben oder über Nacht. Zum Erfolg kommt man nicht sofort. Es braucht einfach Zeit. Es muss auch etwas reifen. Vielleicht ein bisschen Geduld zu haben und bei den Sachen dabei bleiben. Die sind so schnell wieder weg. Das sehe ich auch in unserem Alltag, in der Arbeit. Manche möchten sofort etwas wechseln, gleich wo sich etwas zeigt, das ein bisschen schwer ist. Aber ständig wegzulaufen ist keine Lösung. Ein bisschen dabei zu bleiben. Okay. Was motiviert dich heute noch, obwohl du schon so viel erreicht hast? So viel habe ich auch nicht. Naja, doch, jetzt was du erzählt hast, glaube ich schon. Das stimmt. Was motiviert dich so? Was motiviert mich? Wenn es so Interesse gibt an meiner Erfahrung. Nein, das motiviert mich schon, wenn ich sehe, dass die Leute wirklich das gut auch annehmen. Auch in meinen Vorträgen bezüglich Prävention und Gesundheitsthemen sehe ich, dass die Leute das brauchen. Weil das, was ich mache, ist auf ganz anderer Ebene, ist nicht so viel medizinisch, sondern das können sie dann berühren. Und das motiviert mich, die Leute auch so ein bisschen zu sensibil mal so, wieder zum Sensibilisieren, über die viele Sachen wieder so richtig nachzudenken. Okay, und wie gehst du mit dem Druck, um vielleicht erfolgreich jetzt bleiben zu müssen? Hast du irgendeine Art von Druck, wenn du siehst, oder ist es eher eigentlich, wie du am Anfang erwähnt hast, in Harmonie, alles bunt und sollte alles so bleiben? Oder hast du auch manchmal Tage, wo wirklich du denkst, boah, wieso brauche ich das? Ich sehe das nicht so unbedingt als so ein großer Erfolg. Wenn ich so überlege, wirklich, es sind viele Sachen, du weißt, ich bin auch beim Arbeiterkammer, das habe ich auch vergessen zu sagen, Arbeiterkammer-Rätin beim ÖGB, beim Migranten- Kompetenzforum und so. Sicher ist das anstrengend, aber irgendwie bin, ich weiß nicht, ob ich so bin, aber ich bin bekannt, dass sie wirklich durchgehend arbeiten kann. Irgendwie macht mich nie müde, weil ich sehe eben positive Effekte von diesem Engagement. Und auf der anderen Seite denke ich immer an Krieg. Was habe ich da erleben müssen? Und das kann man nie vergleichen. Egal wie das schwer war, ich habe wirklich viele andere Schicksale gehabt, das war wirklich schwer. Kurz war ich wirklich am Boden, gerade da, wo meine Mutter damals, oder wo mein Unfall gehabt hat und wo meine Mutter damals, oder wo man meinen Unfall gehabt hat und wo meine Mutter auch verstorben ist. Irgendwie war es schon schwierig für mich, aber ich habe dann wieder was motiviert mich. Motiviert mich das, dass ich weiß, wer wird mir weiterhelfen. Ich mag diese Pathetik nicht zu viel. Selber, dass ich nicht sicher habe diese Phasen, wo ich dann fertig bin und psychisch merke ich dann weinerlich oder zu sensibel. Gibt es Sachen, die mich dann wieder triggern und so. Auch letzte Nacht in Krankenhaus habe ich sogar ein bisschen Herzprobleme fast gehabt. Das habe ich mir anschauen lassen. Gleich haben wir Blutabnahmen gemacht. Sicher habe ich Phasen, wo das schwer ist, aber ich mache es einfach trotzdem weiter. Es ist mir schwieriger, wenn ich viel Zeit habe, nachzudenken über die Probleme. Dann lieber mache ich die Probleme, versuche, die Probleme nach den Problemen zu lösen. Dass wir Probleme abdecken. Ja, dann kommen wir jetzt schon zum Schluss. Wofür möchtest du oder du in zehn Jahren stehen? Was soll von deinem Weg bleiben? Du hast es ja am Anfang kurz erwähnt. Was soll bleiben in zehn Jahren? Oder wo sitzt du in zehn Jahren? Es soll etwas bleiben. Es soll vieles bleiben. Das alles, was ich gemacht habe, würde mich freuen, wenn das, wie gesagt, jemand nützen kann. Auch im Krankenhaus, auch privat. Ich habe auch meinen Kindern viel weitergegeben. Aber in zehn Jahren, wie gesagt, ich werde weiterhin so machen. Auch wenn ich nicht weg bin mit der Ärzte ohne Grenzen, werde ich sicher da solche Sachen weiter anbieten. Und einen Beitrag leisten. Und einen Beitrag geben. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, wir sind schon am Ende der Sendung. Ich sage nochmal recht herzlichen Dank, liebe Marima, dass du heute mein Gast warst. Und wir sehen uns das nächste Mal. Auf Wiedersehen.