Was ist Medienbildung und er ist Lehrer für digitale Grundbildung. Hallo, grüß dich. Hallo, grüß dich. Und zu seiner Linken oder von dir aus gesehen zu deiner Rechten, Simon Moser, COO vom Forum Medienbildung und auch Lehrer für digitale Grundbildung. Hallo Simon. Hallo, grüß euch. Und nicht verschweigen darf ich, dass Simon auch mal Sendungsmacher hier bei Radio Froh war. War eine wunderbare Zeit. Was hattest du da für eine Sendung? Ich habe damals eine Musiksendung gehabt. Also, die hat geheißen Loch im Eimer, kann man immer noch anschauen, im CBA Archiv von Radio Froh. Und das war eigentlich recht cool. Ich habe immer österreichische Musiker, Musikerinnen da gehabt. Wir haben zum Teil Live-Musik gemacht und manchmal auch nur Interviews. War recht lässig. Also wer Musik interessiert, das schaut sich das gerne an. Ich freue mich darüber. Johannes, hast du schon Erfahrungen mit den freien Medien machen können? Nein, für mich ist das komplett neu. Ich komme zwar ursprünglich eigentlich aus der Medienseite. Ich bin ja ein sogenannter Quereinsteiger, also erst seit drei Jahren Lehrer, war vorher für unterschiedliche Medienhäuser tätig, unter anderem auch in Linz für die oberösterreichischen und für die Tipps und habe am New Startup, aber mein letzter Auftrag war ein schwedisches Unternehmen und da im Bereich Audiobooks. Also ich habe mich um Hörbücher gekümmert. Ihr seid beides Lehrer für digitale Grundbildung, habt euch auch, oder unter anderem nicht nur, habt euch auch als Lehrer an der Schule sozusagen kennengelernt und habt es dann irgendwann gemeinsam beschlossen, so wir gründen jetzt das Forum Medienbildung. Warum? Bildung. Warum? Ja, der Ursprung ist eigentlich natürlich diese Affinität zu den Medien hin, war ein großes Thema, aber der Bereich der digitalen Grundbildung, den wir unterrichten, das ist ein sehr neuer Bereich und wir haben einfach gesehen, es gibt ein großes Manko einfach in der Umsetzung noch, wie das Ganze unterrichtet wird und da wir beide gemeinsam das unterrichten, haben wir das natürlich beide am eigenen Leib erlebt, was da einfach die Problemstellungen sind, mit denen wir da konfrontiert worden sind. Und ja, nach vielen Erlebnissen, schöne, aber natürlich auch viele nicht schöne, weil einfach da die Lebensrealität der Schüler darunter sehr stark leidet, das müssen wir auch gleich wahrscheinlich am Anfang auch dazu sagen, haben wir dann irgendwann den Entschluss getroffen, wir wollen das verändern und aus dem heraus dann auch gesagt, okay, wir gründen da das Forum Medienbildung und natürlich auch mit dem Leitprojekt, das wir haben, der Medienführerschein. Es ist auch ein bisschen dem Umstand geschuldet, wie wir beide angefangen haben vor vier Jahren. Also wir haben quasi beide gleichzeitig als Lehrer begonnen in unserem ersten Unterrichtsjahr. Im ersten Unterrichtsjahr sucht man mal extrem nach Orientierung, versucht irgendwie Unterrichtsmaterial aufzubauen und wenn man sich zum Thema Medienbildung versucht zu informieren als Lehrer im Internet, dann findet man zwar da einmal ein Video zu Fake News, da einmal zu einem kleinen Bereich, aber so eine richtig umfassende Lösung für das Thema Medienbildung, wenn es um Unterrichtsmaterial geht, hat es nicht gegeben. Und so haben wir halt angefangen in unserem ersten Unterrichtsjahr, dass wir unsere Unterrichtsvorbereitungen miteinander zuerst einmal teilen und irgendwann sind wir draufgekommen, wir haben eigentlich voll die gleiche Vision von dem, wo es hingehen soll und haben dann nach und nach an vielen, vielen Abenden in diversen Wirtshäusern in Linz uns das Konzept Medienführerschein ausgedacht. Und in Wirklichkeit hat es angefangen mit den eigenen Unterrichtsvorbereitungen. Und mittlerweile ist es so, dass das Programm für alle Schüler und Schülerinnen zugänglich sein soll. Und wir haben jetzt 30 Schulen an Bord und wir freuen uns voll, dass aus so einer kleinen Idee so etwas Großes geworden ist. Das heißt, ihr habt da einen Mangel festgestellt oder da fehlt etwas und seidest es dann mit dem Forum Medienbildung angegangen? Ja, das Thema ist, vielleicht ein bisschen das Hintergrundwissen für die Zuhörer, das Fach der digitalen Grundbildung ist ein sehr neues Fach, das gibt es erst seit ein paar Jahren und ist irgendwie der Nachfolger der Informatik. Nachfolger der Informatik und man hat damals die Entscheidung getroffen, dass man die Medienbildung in die Informatik reingibt und es gibt viele Gründe, wo man sagen kann, das macht Sinn. Es gibt natürlich auch viele Gründe, die sagen, Medien als eigenes Fach, das ist ja das, was mir oder uns sehr wichtig wäre eigentlich, aber es ist halt einfach historisch gewachsen, der Inhalt, der unterrichtet wird, jetzt nicht nur den Schülern gegenüber, sondern auch natürlich in der Lehrerausbildung, in den Schulbüchern, die bereits abprobiert sind, was ja immer Jahre dauert, bis sie solche Curricula verändern, bis sie solche Schulbücher verändern. Und da haben wir gesehen, es hat einfach einen massiven Überhang, ich würde jetzt vom Bauchführer sagen 95 Prozent, das sind immer nur informatische Themen, computerwissenschaftliche Themen. Und da haben wir gesagt, da wollen wir den Lehrenden, die das jetzt auch umsetzen in der Schule, eine sehr niederschwellige Unterstützung geben. Nicht nur uns, sondern halt auch den anderen, wie sie dieses Thema, was ja auch ein sehr komplexes Thema ist, weil gerade die Medienbildung ist ja von sehr vielen Faktoren, die sie sehr rasch verändern, beeinflusst. Die Medienlandschaft, wenn man sie anschaut, durch neue Erfindungen, Entwicklungen, neue Technologien. Es gibt einfach sehr viele Erfindungen, die uns da tagtäglich treffen. Es ist ja im Radiobereich sicher nichts anderes. Und im Endeffekt geht es sehr stark um diese Aufmerksamkeit der Kinder. Und wir haben ja gelernt, die Plattformen bekommen eine sehr hohe Aufmerksamkeit. Und deswegen müssen wir dem Thema die Aufmerksamkeit geben, die es in der Lebensrealität unserer Schüler hat. Und aus dem heraus haben wir gesagt, okay, wir bauen da das Unterrichtsmaterial der Medien auf, auch am Lehrplan natürlich konform, also wir haben geschaut, dass wir alles mit drinnen haben, was den Lehrplan betrifft, um da einfach auch die Lehrer zu unterstützen, die oft einfach neu oder fachfremd sind in dem Bereich. Ich habe da die Frage stehen, es gibt die Kritik, das Fach sei so techniklastig, könnt ihr das nachvollziehen? Also ja, das hast du gerade so beantwortet, genau. Aber es ist, wie gesagt, es ist nicht per se die Schuld der Lehrpersonen, sondern hat eben auch diesen historischen Hintergrund. Man muss eben auch sagen, die Generationen verändern sich, das ist auch ein Fakt, den man nicht umgehen kann und ich bin laufend mit Lehrpersonen für digitale Grundbildung in Kontakt, die halt historisch aus der Informatik kommen und die auch selber sagen, sie sind froh, dass das von außen Informationen reinkommen, weil so Themen wie TikTok, die halt wirklich erst in den letzten paar Jahren also wirklich plattformspezifisch zum Tragen gekommen sind oder JetGPT, was seit zwei Jahren quasi die Schülerschaft übernimmt, das sind halt so moderne Themen, da muss man hergehen und wirklich generationentechnisch die Hand reichen und schauen, dass man da zusammenhilft. Genauso wie wir extrem davon profitieren, wenn erfahrene Lehrer in der Schule dr drin sind, zu denen man geht kann, wenn man ein Problem hat, das aufgrund von Unerfahrenheit einfach entsteht, was mir tagtäglich so geht. Also da muss man wirklich eine gute Zusammenarbeit finden und ich glaube, dass der Medienführerschein eine gute Plattform dafür stattfinden kann. Wir werden dann später noch genauer darauf eingehen, was dieser Medienführerschein überhaupt ist, den ihr jetzt schon mehrmals erwähnt habt sie wird gern nur bei dem thema digitale grundbildung ein bisschen bleiben und ja mit da auch ein paar sozusagen facts rausgesucht von 2003 und 20 also wie quasi das fach noch relativ neu war also grundsätzlich ist festzuhalten, es ist nur eine Wochenstunde, oder? Ja, das ist unser größtes Problem. Von der fünften bis zur achten Schulstufe. Er wandert dann weiter nach oben im Lehrplan, aber da einfach auch gleich der Input. Es ist einfach, die Informatik an sich bräuchte schon mehr als ein Fach. Und jetzt hat man aber die digitale Grundbildung in Informatik reingesetzt. Und wenn man es ganz genau nimmt, haben wir eigentlich nur eine halbe Stunde Zeit. Und wenn man jetzt davon ausgeht, dass wir zwischen 36 oder heuer, wenn wir ein langes Schuljahr haben, 37 Wochenstunden zur Verfügung haben, wenn eigentlich auch jetzt kein Fach ausfallen würde, weil es irgendwie ein Feiertag ist, dann muss man ja sagen, wir haben 37 mal eine halbe Stunde Zeit für Medienbildung und das ist natürlich auch viel zu wenig. Also da natürlich auch der Wunsch von unserer Seite, dass man schaut, dass das mehr wird. Wir haben halt einfach Schüler, die acht Stunden am Tag vor einem Bildschirm sitzen. Simon, für welche Fächer wurdest du eigentlich ausgebildet im Lehramtsstudium? Ich bin ausgebildet für Geschichte und politische Bildung und Psychologie und Philosophie. Das ist mein Lehramtsabschluss. Und wie wurdest du dann darauf vorbereitet, digitale Grundbildung zu unterrichten? Gar nicht. Das ist leider ein gängiges Problem in der Mittelschule, dass grundsätzlich so ist, dass oft einmal gefragt wird, was kannst du? Und dann sage ich, ja, ich kann Gitarre spielen und mit Medien kenne ich mich aus. Und dann wird man halt gleich einmal aufgrund des doch noch bestehenden Lehrermangels eingesetzt für alle möglichen Fächer. Und natürlich passiert das schon in engem Austausch mit dem Direktor. Also da muss man schon wirklich eine gute Gesprächsbasis haben, was wirklich möglich ist und was nicht. Aber grundsätzlich, ich komme auch zu einem gewissen Grad aus dem Medienschaffenden Bereich. Ich habe früher als Musiker gearbeitet und kenne mich, was Aufmerksamkeitsökonomie ausgeht und ich habe quasi die digitale Medialisierung der Musik miterlebt und habe da viel mitnehmen können, was mir jetzt extremes Verständnis bringt den Schülern gegenüber, warum sie sich so verhalten, wie sie sich verhalten, wenn es um digitale Medien geht. Aber ich wachse mit dem Thema und das ist wirklich etwas Schönes. Johannes, wie war das bei dir? Du hast dich ja quasi über den Quereinstieg zertifiziert als Lehrer. Ganz konkret für dieses eine Fach? Das war eine ganz bewusste Entscheidung. Das war der Grund, warum ich Lehrer geworden bin. Ich bin zertifiziert über den Quereinstieg im Fach der digitalen Grundbildung beziehungsweise auch in Informatik, weil man normalerweise zwei Fächer zertifiziert wird. Mir war das aber ein ganz wichtiger Punkt, weil es ja in der Mittelschule gängig ist, dass man auch fachfremde Fächer unterrichtet. Ich habe aber das Glück gehabt, dass ich mit unserer damaligen Direktorin das auch so ausmachen habe können, dass ich nur digitale Grundbildung unterrichte. An welcher Schule eigentlich? Von welcher reden wir hier? Wir sind an der Musikmittelschule 12 in Habach in Urfa. Und wie ist dort so das Umfeld? Wie kann man die Schule beschreiben? Es ist ein extrem familiäres Kollegium. Wir sind ein extrem junges Kollegium. Wir sind hochmotiviert und sehr, sehr viele von uns kommen aus der neuen Lehramtsausbildung, also haben quasi die neue Ausbildung. Und es ist eine wahnsinnig coole Schule. Es ist unglaublich lebhaft. Man hat Ideen und kann sie umsetzen. Also man hat den Platz, dass man sich selber pädagogisch verwirklichen kann, wenn man Visionen hat. Das ist wirklich super. Natürlich haben die Mittelschulen in Linz einen Orientierungsaspekt. Also natürlich haben wir Schüler aus Bildungsferne-Schichten. Ich habe zum Beispiel in meiner Klasse zwölf Nationen und das ist natürlich viel, dass man das unter den Hut bringt. Also wir haben da die gleichen Herausforderungen wie alle Linzer Mittelschulen, aber wir haben irgendwie einen recht guten Herangehensweise drauf gefunden und es ist wirklich so, dass wir uns einigen davon, dass da drinnen eine gute Stimmung ist. Und das hat man nicht in jeder Schule. Das ist wirklich schön. Man merkt das eigentlich jeder, der dort ist, gern dort ist. Das ist richtig schön. Jetzt hast du aber gesagt, du hast dich in dieses Thema digitale Grundbildung sozusagen reingetigert, hast schon ein bisschen Vorerfahrungen gehabt. Johannes, du bist bewusst als Experte reingegangen. Das kann man aber jetzt nicht in allen Schulen oder auch von allen Lehrern und Lehrerinnen erwarten, oder? Dass sie sich tatsächlich dann eben mit Medien, mit Medienbildung ganz konkret dann auch auskennen, obwohl sie das halt unterrichten sollten. Ja, eine gewisse Erwartung sollte man sagen können, dass Lehrer sich mit dem Thema, Experte ist ja immer ein sehr dehnbarer Begriff, aber dass man sich mit dem Thema natürlich auseinandersetzen muss. Das, glaube ich, liegt schon auch in dem Grundauftrag eines Lehrers. Das würde ich schon sagen, dass das notwendig ist, dass es aber natürlich Materialien geben muss, dass es Unterstützung geben muss, auch in der Lehrerausbildung, wo es notwendig ist, dass man diese Themen, die einen da einfach betreffen, auch die Möglichkeit hat, dass man das findet. Das war etwas, was wir in unserem Bereich nicht vorgefunden haben, das muss man sagen. Aber ich glaube schon, dass der Lehrer das grundsätzlich auch will, dass er sich diesen Expertisenstatus gibt. Ich glaube, in unserem Fall war es einfach ein ganz schwieriger Sonderfall, weil einfach auch diese Entwicklungen, die stattfinden, also diese Erfindungen, mit denen wir da konfrontiert sind. Man nimmt zum Beispiel die Entwicklung der KI, der GPT ist knapp über zwei Jahre alt. Also so schnell ändern sich aber dann auch die Lehrausbildungsprozesse nicht. Oder die Schulbücher, die dahinter stehen. Ich glaube, da haben wir sicher in unserem Fall ein bisschen Sonderfeuer erreicht. Das stimmt auf jeden Fall. Oder anders gefragt, vielleicht kann man denn von Lehrkräften überhaupt erwarten, dass sie sich quasi mit KI auskennen, mit Algorithmen, mit Desinformation und einfach dieser rasanten technischen Entwicklung halt da Schritt halten können. Ja schon und ich glaube, dass die Lehrkräfte das wollen, zumindest in dem Bereich, wie wir das mitbekommen. Wir sind ja nur in einer zweiten Rolle, weil wir in der Regionalbetreuung der Bildungsdirektion tätig sind. Das heißt, wir sind sozusagen der erste Support für die Lehrer, wenn es um das Thema geht, der Mobile Devices, also die iPads und die Laptops, die jetzt seit fünf Jahren an den Schulen ausgeteilt werden, beziehungsweise wir über diese ARGA Digitale Grundbildung, also Vernetzungstreffen organisieren und wir merken schon, es ist ein sehr hohes Interesse der Lehrer da, dass sie mit den Themen einfach auch Mitschritt halten und sie interessiert es auch sehr. Es ist halt oft die Schwierigkeit, wo wird dann entschieden, welche Technologien dürfen zum Beispiel in eine Schule rein. Da gibt es ja nicht nur den technischen Aspekt, da gibt es ja genauso auch gesellschaftspolitische Aspekte, wie zum Beispiel Datenschutz ist bei uns jetzt gerade ein riesengroßes Thema. Darf man JetGPD in einer Schulklasse verwenden, ja oder nein? Das ist nicht so eine einfache Frage. Da gibt es natürlich viele Gründe, die dafür sprechen. Es gibt aber auch ganz viele Gründe, die dagegen sprechen. Einer, der uns zum Beispiel auch sehr wichtig ist, ist der Grund, dass diese Daten nach Amerika gehen und wir da einfach auch mit Daten von Minderjährigen arbeiten. Also da muss man schon, glaube ich, ein wenig aufpassen. Es ist nicht nur das Interesse, was der Lehrer da mitbringt, er steht halt einfach vor großen Herausforderungen, wie er dann einfach auch zu antworten bekommt. Ich glaube, es muss auch ein bisschen, es muss ein Einklang entstehen zwischen der Motivation der Lehrperson natürlich, zwischen den PHs, die Angebote schaffen. Es gibt eine Induktionsphase. Jede Lehrperson, die neu abschließt mit dem Studium, muss eine Induktionsphase machen, die dauert ein Jahr und da werden nur mehr Kurse in der PH angeboten und besucht. Und grundsätzlich ist es so, ich denke, dass nicht nur die digitalen Grundbildungslehrer sich mit diesen Themen wie JetGPT oder mit der Digitalisierung auskennen sollten, weil es jedes Fach betrifft. Jedes Fach muss am 10. Zeit sein. Da sehe ich ein bisschen die PHs an der Pflicht. Jeder Lehrer muss sich gesetzlich fortbilden, jedes Jahr. Und da müssen die Angebote geschaffen werden, dass sich die Lehrer da am Stand der Dinge halten können. Und zumindest in meinem Umfeld erlebe ich die meisten Lehrpersonen, die schauen, wie es begierig ist und neugierig aufs Leben. Und da muss man sich auch ein bisschen abholen. Gibt es da genug Zeit, Ressourcen und Ausbildungen? Es gibt in der Induktionsphase einen Teilbereich und es gibt auch Fortbildungsangebote, sogar viele, die sich im Moment auf dieses Thema spezialisieren. Es ist natürlich schon so, ich kenne es von mir selber, ich bin eben, wie gesagt, Klassenvorstand, habe MDM-Betreuung, habe Medienführerschein, es ist viel zum tun und natürlich ist die Zeit knapp, gerade wenn ich an Lehrpersonen denke, die zum Teil 25 bis 30 Unterrichtsstunden in der Woche haben, das sind ein Äquivalent von ungefähr 50 bis 60 Arbeitsstunden, dann ist natürlich die Zeit knapp. Aber es gibt einen Pflichtanteil an einer Fortbildung, die eine Lehrperson machen muss und innerhalb von diesem Rahmen, den wir sowieso alle machen müssen, denke ich, dass das auf jeden Fall möglich ist, sich mit den Themen zu beschäftigen. Ein ganz wichtiger Punkt an der Sache ist einfach, es kommt sehr viel Information von außen an Lehrer. Wir sind in der Situation, dass es natürlich viele Fortbildungsmöglichkeiten gibt, es gibt viele Workshops und so. Wir haben aber auch gesehen, es ist sehr wichtig, dass das von innen herauskommt. Deswegen war es uns so wichtig, dass es zum Beispiel bei uns beim Medienführerschein das von Lehrern für Lehrer ist. Weil einfach der Arbeitsalltag eines Lehrers ganz was anderes ist. Und ich kann es jetzt nach drei Jahren sagen, da habe ich sicher noch nicht die größte Erfahrung in dem Ganzen, aber man muss einfach ganz viele andere Dinge mitdenken, wenn man den Lehralttag einmal vor Augen hat. Und diese externen Programme gibt es wirklich gut. Da will ich jetzt gar nicht irgendwie das werten, aber es ist halt immer wichtig, dass das aus dem Blickwinkel von einem Lehrer, der dann im Unterricht sitzt oder steht und dann mit den Schülern arbeitet, das ist halt ganz was anderes, als wie das einfach auch oft von außen gesehen wird. Und da ist es sicher nicht hilfreich, wenn dann so von außen mit dem Zeigefinger, was man halt dann auch oft merkt, wenn man auf den Lehrberuf dann von außen schaut, da kommt oft so ein bisschen das mit dem Zeigefinger, was man halt dann auch oft merkt, wenn man auf den Lehrberuf dann von außen schaut, da kommt oft so ein bisschen das mit dem Zeigefinger, so müsste das gemacht werden. Das muss man halt dann auch mal sehen, wie das von innen heraus entsteht. Und darum auch bei uns bei den Vernetzungstreffen, die wir jetzt einfach zum Beispiel für LINKZ organisieren, wir schauen auch immer, dass wir das so in einer Art Workshop halten, damit die Lehrer uns einmal Feedback geben, jetzt zum Beispiel über ein paar Datenschutzthema, weil das gerade einfach auch beim letzten Workshop so ein großes Thema geworden ist, wie wir dann einfach einmal erlebt haben, was heißt das für den Lehrenden für den Alltag? Und aus dem heraus schauen wir jetzt, dass wir halt dann auch von innen heraus Fortbildungs- und Weiterbildungsangebot schnüren. Ich habe ein bisschen recherchiert, so wie man es macht, wenn man eine Sendung vorbereitet. Da gibt es beispielsweise einen kritischen Artikel aus dem Profil vom 5. Juni 2023, sozusagen nach dem ersten Schuljahr digitaler Grundbildung, geschrieben von Jakob Winter. Und die Überschrift ist Kritik an digitaler Grundbildung peinlich für die Republik. Und da gab es zum Beispiel eben, zu Wort gekommen ist Philipp Mitnick, Professor für Politik, Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Wien. Und er hat zum Beispiel geschrieben oder hat eben da gesagt, dass der Begriff Fake News im ganzen Lehrplan der digitalen Grundbildung genau ein einziges Mal vorkommt, nämlich in der siebten Schulstufe. Und gleichzeitig sagt er eben, das Problem wird in den Schulbüchern fortgeschrieben, in den wenigen Werken, die es zur digitalen Grundbildung gibt, geht es fast nur um Informatik und ja, es gibt quasi nur vier Sätze überhaupt, um das Thema falsche Informationen oder soziale Netzwerke zu behandeln. Hat sich denn da was geändert? Also ich will da kurz antworten. Ich habe einen Lehrplan für digitale Grundbildung sehr, sehr genau studiert. Und es ist wirklich vieles in diesem Lehrplan gut. Also vor allem in dem jetzigen aktuellen Lehrplan ist vieles davon wirklich gut. Die Interpretation davon ist aber im Moment schlecht. Weil der Lehrplan, wenn man aus Medienbildungsperspektive sieht, sind eigentlich 50 bis 60 Prozent der Kompetenzbereiche, die drinnen sind, medienbildungslastig. Aber es macht halt einen Unterschied, was mache ich daraus. Wenn ich jetzt dann zum Beispiel einen Kompetenzbereich habe, wie der Schüler oder die Schülerin kann, zwischen analogen und digitalen Medien unterscheiden, dann kann ich so herangehen und sagen, ich nehme jetzt ein Computer mit einer Tastatur mit und daneben lege ich eine Zeitung hin und dann sage ich, das ist jetzt analog und das ist digital und da schreibt man mit der Hand, da liest man was und da kann man was reinschreiben auch, aber das hat noch nichts mit Nachrichtenkompetenz zum Beispiel zu tun. Also man muss schauen, da kommen wir wieder zur professionellen Analysierung des Faches und zur Herangehensweise, man muss schauen, wirklich den Lehrplan so verstehen, wie er auch, glaube ich, gemeint ist. Und du sagst ganz richtig, es gibt auf Schulbuchebene, wieso soll man auch mithalten mit einem Schulbuch? Ein Schulbuch dauert von dem Moment, wo einer wie wir da jetzt sitzt und sagt, wir machen jetzt ein Schulbuch und schreiben da jetzt was auf, bis zu dem Jahr oder bis zu dem Zeitpunkt, wo es in der Klasse sind, die Schulbücher sind es drei Jahre. Und vor drei Jahren, wenn man sich die Medienlandschaft anschaut, war das noch ganz anders als jetzt. Also du kannst gar nicht Unterrichtsmaterial mit einem Schulbuch so umsetzen, dass das Sinn macht. Und ich bin der Meinung, der Lehrplan, wie er da ist, steht ganz gut, ist schlüssig und er ist vage. So vage, dass man als Lehrperson, als verantwortungsbewusste Lehrperson, die Möglichkeit hat, innerhalb diesen Lehrplans die Kinder medial zu bilden. Das ist Schadu. Nur man muss sich halt bemühen, diesen Lehrplan richtig zu verstehen. Und da gerade beim Buch, das Buch ist halt einfach das falsche Medium, weil das, wie du ja sagst, einfach durch diese Geschwindigkeit der Entwicklungen kann halt das Buch in der Form nicht mitreiten. Wir sehen schon, ich meine, dass es jetzt vor allem in den letzten Jahren mehr waren, weil es gibt Sonderbudgets, die halt dann auch nicht nur den Kauf von Schulbüchern ermöglichen, sondern auch einfach, dass die Schule mit Lizenzen arbeiten kann. Und das ist sicher eine Entwicklung, die jetzt auch in den letzten Jahren erst richtig losgegangen ist. Aber gerade beim Thema Fake News, es geht ja grundsätzlich um die Nachrichtenkompetenz zu erkennen, warum schreibt wer eine Nachricht, mit welcher Absicht, welche Geschäftsmodelle dahinter und da ist der Lehrplan halt so formuliert, dass man als Lehrer einfach sehr viel Freiraum hat und da wollen wir einfach unterstützen aus Seite vom Forums, dass wir einfach diesen Raum einfach erfüllen mit den Inhalten dann. diesen Raum einfach erfüllen mit den Inhalten dann. Aber ist dieser Lehrplan mal schon überarbeitet worden oder ist das nach der, wie er quasi zum Start 2022 erstellt worden ist? Ich wüsste es noch nicht von einer Veränderung, aber Lehrpläne verändern sich nicht so oft. Es ist eher jetzt gerade die Diskussion, was man mitbekommt, dass es neue Fächer diskutiert werden, sagen wir es mal so, wie zum Beispiel Demokratiebildung als Fach ist. Das Medienbildungsthema ist einfach ein sehr interdisziplinäres Fach. Das ist halt auch einfach in der digitalen Grundbildung, in der Informatik nur zu einem Teil aufgehoben. Das ist genauso eigentlich im Deutschunterricht angesiedelt. In Geografie und Wirtschaftsbildung ist das meiner Meinung nach ganz stark verankert. Das ist halt sicher das, wo die Kritik zulässig ist, dass man sagt, wenn man das so sehr auf ein Fach konzentriert, da muss man einfach viel übergreifender denken. Da habe ich eine gute Anekdote. Wir sind vor einiger Weile nämlich mal bei einer Schule zu Besuch gewesen und das ist halt meistens, das ist für uns immer recht aufregend, wir lernen immer eine neue Schule kennen, wir sind extrem viel an Schulen unterwegs. Und da war eine Direktorin, die uns sehr aufmerksam zugehört hat und wir haben ein bisschen dahingeschimpft vor uns und gesagt, die Kinder müssen endlich mehr lernen, was ist dein Kommentar, was ist deine Meinung, was ist deine Information. Und dann hat sie uns angeschaut und ganz trocken gesagt, das lernen die Kinder bei uns eh im Deutschunterricht. Und da hat sie komplett recht. Sie hat komplett recht. Und da ist uns auch ein bisschen der Knopf aufgegangen, dass eigentlich ganz, ganz viele Anknüpfungspunkte in jedem Fach gehen. Und wir haben das dann einmal durchdiskutiert, dass eigentlich ein Medienführerschein auf ein Fach zu beschränken, eigentlich zu kurz gegriffen ist, muss man ehrlich sagen. Weil eben, wie gesagt, in allen Bereichen, schauen wir uns einen Biologieunterricht an, was hat sich da durch Digitalisierung alles verändert in den letzten 10 Jahren, das ist unglaublich. Also ich weiß nicht, ich habe noch gelernt Vögel, die Arten der Vögel und habe auch eine Schwarz-Weiß-Kopie gehabt. Also was heutzutage in der biologischen Analyse digital alles los ist, also meiner Meinung nach gehört das auf allen Ebenen verankert. Und da möchte ich auch wieder zurückkommen auf den Lehrplan. Es gibt im Lehrplan zwölf übergeordnete Themenbereiche, die eigentlich in allen Unterrichtsfächern unterrichtet werden sollten. Das sind eben so Gesundheitsaspekte, das sind Wirtschaftsaspekte, aber eben auch Medienbildung. Medienbildung ist im Lehrplan verankert, dass es in allen Unterrichtsgegenständen eine Rolle spielen soll. Also, wie gesagt, ich will mich da nicht als Lehrplan-Fan outen, aber ich finde wirklich, da ist viel Fundament da, auf das man aufbauen kann. Ja, ich glaube auch, dass der Lehrplan der erste Schritt in dem Ganzen einfach einmal ist, weil solche Veränderungen im Bildungsbereich sind einfach Veränderungen, die einfach Jahrzehnte teilweise dauern. Das ist nicht nur in Österreich so, das ist auch in Ländern, wo wir oft sagen, die haben eine weitere Ausbildung, aber es ist vor allem die nordischen Länder, die werden dann immer so als Best-Pack-List-Beispiel hergenommen. Da ist es auch nicht anders, dass diese Veränderung einfach lange dauert. Aber der Lehrplan, was ich glaube schon, dass der Lehrplan einmal der erste Schritt war, der gut war, man merkt auch, dass natürlich jetzt auch durch diesen gesellschaftlichen Druck, der entstanden ist, wir haben jetzt seit dem letzten Jahr zum Beispiel das Handyverbot, das ist ja nicht von irgendwo gekommen, das ist dadurch entstanden, dass einfach auch ganz viele Örtner Druck ausgeübt haben, gesellschaftlich gesehen, medial, dass es wichtig ist, dass der Raum frei wird. Für uns ist es super, das Handy ist die größte Ablenkung in diesem Zimmer, unabhängig davon, ob das ausgeschalten ist oder eingeschalten. Sobald der Bildschirm in einem Klassenzimmer ist, ist das eine Unterrichtsstörung, weil der Schüler einfach immer mit dem Kopf gerade bei seinem Handy ist. Also dass das jetzt einfach auch einmal diesen Raum gibt, wo wir dann den Raum natürlich auch nützen müssen, das muss man klar dazu sagen, dass wir dann auch in dem Raum dann Medienbildung unterrichten, weil es macht wenig Sinn, wenn man dann mit 16 das Handy gibt und dann haben sie vorher nicht gelernt, wie sie damit umgehen können. Wie ist das eigentlich gerade jetzt in der Mittelschule oder Gymnasium-Unterstufe? Ob wann werden da TikTok, andere Social Networks etc. genutzt? Und wisst ihr da was grundsätzlich auch über die, ich sage jetzt mal, Handynutzung, Social Media Nutzung von euren Schülern und Schülerinnen? Ist das präsent? Wir kriegen sie live natürlich bei unseren Schülern mit. Also es ist nicht empirisch, weil sie nicht unsere Schüler sind. Ja klar. Wir sehen es halt natürlich, wir haben unsere Schüler, wenn wir sie fragen, wie lange sie am Handy sind, dann sind wir rasch bei Antworten von 8-9 Stunden am Tag. Wir bekommen aber den Input unserer Schüler, dass sie dadurch dann auch wirklich mit gesundheitlichen Themen zu kämpfen haben. Also Kopfweh, Konzentrationsstörungen, Schüler, die dann bis um 3 in der Früh nur Computer spielen und so. Also das ist keine Seltenheit. Das ist keine Seltenheit. Man merkt aber auch natürlich, wenn man sich das zueinander anschaut von Umfragen österreichweit und international, dass die Nutzungsdauer an sich zunimmt. Es gibt zwar jetzt gerade eine aktuelle Studie von vor ein paar Tagen, die gesagt hat, dass in Österreich um eine halbe Stunde zurückgegangen ist, wo man davon ausgeht, dass das natürlich jetzt durch die enge Korrelation vom Zeitpunkt her mit dem Handyverbot zusammenhängt und dass dadurch auch generell die gesundheitlichen Aspekte der Schüler besser geworden sind. Aber grundsätzlich ist die Zeit, die wir derzeit mit Informationsaufnahme verbringen, sage ich jetzt einmal, weil es geht ja nicht nur um das Handy, den Bildschirm, es geht ja grundsätzlich mit dem, dass wir ja diesen, ich sage mal salopp gesagt, den Kopf nicht mehr frei bekommen und einfach einmal Zeit bekommen, damit wir lernen, wie wir damit umgehen, mit der Information, die wir aufgenommen haben, ist derzeit bei teilweise 90% am Tag. Also der Wachenzeit. Wir reden da auch schon von 10-11-Jährigen. Ja, also das Handy kommt ab der Volksschule in die Schulklasse. Bei mir in der Klasse hat von Anfang an jeder ein Handy gehabt. Es ist natürlich, also natürlich sind krasse Probleme da, was ich aber auch merke, das ist auch eine persönliche Erfahrung, ist das schon möglich ist mit den Kindern, wenn man einen richtigen Ansatz hat, ein Bewusstsein dafür zu erzeugen und auch wirklich schnell Erfolge zu erzielen. Also die Kinder, das ist nicht so, wie wenn man einem hochsüchtigen Menschen seinen Stoff wegnimmt und der dann kaum Entzugserscheinungen kriegt. Also auf dem Niveau erlebe ich die Kinder nicht. Es geht mehr um das, dass es einfach ein fehlendes Bewusstsein gibt. Und man muss grundsätzlich, muss man es so angehen mit ihnen, dass man es wirklich einmal fragt und versucht in die Reflexion zu bringen, dass sie sich überlegen, was tut mir eigentlich gut und was tut mir nicht gut, wie gespür ich überhaupt, ob es mir jetzt gut geht oder nicht, ob ich gestresst bin oder nicht oder ob ich irgendwelche negativen Gefühle habe. Da muss man mal anfangen, dass man einem wirklich Selbstreflexion beibringt und dann kommt man ganz, ganz schnell mit einer ins Arbeiten ein, wie viel das da wirklich mit digitalem Konsum zum Teil hat. Und ich glaube, es ist auch wichtig zu sagen, ich bin selber Vater von zwei Kindern, es ist sicher wahrscheinlich auch derzeit die schwierigste Aufgabe, von der man stört aus Eltern in der Erziehung, ist diese Frage, wie geht man mit dem Smartphone um? Weil natürlich kann man jetzt sagen, okay, ich gebe meinem Kind einfach kein Handy. Das ist ein wichtiger, richtiger, sicherer Zugang. Auf der anderen Seite frame ich das Handy dann plötzlich so, mit einem gewissen Alter bekommst du dann das Handy. Das heißt, das wird so auf ein paar Tester ein wenig gehoben und dann wird es für das Kind wieder viel interessanter. Es ist sicher die komplexeste Frage und man muss ehrlich sagen, komplexe Fragen können einen auch nur gelöst werden durch sehr komplexe Antworten. Also ich würde nie sagen, dass es da die eine Antwort gibt, mit der man das richtig machen kann. Aber das ist wahrscheinlich die Schwierigkeit, vor der wir gerade stehen als Eltern, dass das auch so omnipräsent dann ist. Jetzt bist du als Elternteil versiert mit dem Thema, aber viele Eltern sind es vielleicht nicht oder vermutlich nicht. Und es ist wahrscheinlich dann auch ein Thema, dass Medienbildung, Medienkompetenz, Vermittlung jetzt nicht rein ein Schulthema sein kann. Inwieweit versucht es ja dann auch die Eltern in die Pflicht zu nehmen oder sie zu unterstützen? Das ist für uns eigentlich als Forum Medienbildung einer der Gründungsgedanken gewesen, wo wir gesagt haben, Medienbildung ist kein schulisches Thema alleine. Medienbildung ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, ein außerschulisches Thema, weil man hört oft so, dass die Eltern, wenn man mit Lehrern spricht, kommt oft so ein bisschen das Narrativ, die Eltern geben uns die Aufgabe, dass wir die Kinder erziehen, wieder die Eltern sagen, es gibt zu wenig Unterstützung in der Schule. Ich glaube, das muss man einfach mal komplett streichen. Und da haben wir gesagt, wir brauchen auch das, wie wir das Ganze angehen aus Forums-Perspektive, aus Forum Medienbildung, was ja im Hintergrund unserer Organisation, unserer Firma ist, mit der wir da arbeiten, so auf, dass wir sagen, alle Angebote, die wir machen, werden auch immer in diesem Dreieck Eltern oder Viereck wahrscheinlich, aber Eltern, Gesellschaft, so der eine Bereich, wo natürlich auch Wirtschaft zum Beispiel dazugehört und Politik, auf der anderen Seite Schule und auf der anderen Seite die Kinder. Also wir haben auch da Projekte, die jetzt nicht nur der Medienführer scheinen, das ist natürlich jetzt im schulischen Setting unser Kindern das dann auch so impulsmäßig einmal in der Woche so Wissenskarten bekommen und Übungskarten, um das ein wenig in den Alltag einfließen zu lassen. Wir machen auch Kooperationen mit Unternehmen. In Linz haben wir eine große Kooperation zum Beispiel mit der Livest, wo wir eine Initiative gestartet haben mit G'Scheit Digital, wo es darum geht, dass wir dann auch die Unterstützung in dem Fall der Livest haben, um auch dieses Thema weiter zu spielen können. Wir sind da viel mit den Medienhäusern einfach im Austausch und arbeiten mit Medienhäusern zusammen, wenn es um das Thema geht, dass man das dann auf der Bühne zum Beispiel präsentiert oder dass man Workshops zu dem Thema machen. Ein großes Projekt, was wir zum Beispiel jetzt im letzten Jahr gemacht haben, war mit der Gemeinde Luftenberg, eine handybewusste Gemeinde. Da ist es darum gegangen, dass sie die Gemeinde einfach einmal ein Jahr lang dem Thema stellt und sagt, okay, was heißt das jetzt, wie kriegen wir das rein und wir haben das halt inhaltlich und konzeptionell begleitet, dass man dann wirklich auch über die Vereine das Ganze spült. Also das ist schon sehr wichtig aus unserer Perspektive, dass man das nie nur aus schulischer Perspektive sehen kann, sondern immer auch im Gesamtkontext wie Medienbildung gesellschaftlich funktioniert. Simon, du hast ja gesagt sozusagen vorhin, dass alle Schüler, Schülerinnen in der ersten Klasse schon ein Handy gehabt haben, dass das einfach die Lebensrealität ist, acht, neun Stunden am Handy zu verbringen und dass man aber auch die Schüler und Schülerinnen schnell abholen kann, wenn man das Thema Medienbildung und sich halt einfach im Unterricht damit beschäftigt. Wie schaut es denn da bei den Eltern aus? Ist es dann auch ein wohlwollendes Thema oder gibt es da dann öfters auch Kritik? Nein, es ist ein sehr wohlwollendes Thema. Es ist ein Thema, was die Eltern irrsinnig neugierig macht. Beispielsweise ist heute ein Workshop von unserer Kollegin, die ist heute im Ramsauer Gymnasium. Da sind zig Eltern, die haben sich angemeldet, weil sie sich über das Thema informieren wollen. Das Einzige, wo ich Kritik gehört habe, die ich auch zu einem gewissen Grad verstanden habe, war, wie das Handyverbot gekommen ist, dass mich viele Eltern angerufen haben, wie soll ich jetzt mein Kind erreichen im Notfall? Und das ist das Einzige, was ich gehört habe. Das haben wir aber dann auch gut aufdröseln können, wenn sie einfach in der Schule rufen. Genau, das haben wir ja eigentlich die letzten Jahrzehnte nicht anders gehabt. Es gibt das Sekretariat, es gibt eine Konferenz, wo man rufen kann. Wir waren auch am Schulweg ohne Handy. Ich glaube sogar, das haben die Professorin gesagt, dass auch diese Handy, oder diese ich in der Schule war. Ich war noch am Schulweg ohne Handy. Ich glaube sogar, das hat mir eine Professorin gesagt, dass auch diese nicht erreichbare Zeit für die kindliche Entwicklung sehr wichtig ist. Einfach auch diese Kontrolle, die das Handy dann wieder ausübt am Schulweg. Das ist für die Kinder eigentlich sehr wichtig, dass sie das lernen, dass sie den Schulweg auch meistern, ohne dass sie von den Eltern da immer behütet kontrolliert werden. Ja, und in anderen Schulen merkt man es, dass sogar die Eltern das finanziell unterstützen wollen. Und sagen, wenn es da Programme gibt, die wir für die Schule mitfinanzieren können, oder sonst irgendwas, also so weit geht es sogar, dass die Eltern unterstützend sind. Es ist ja zum Beispiel beim Medienführerschein auch so, dass wir merken, dass der Erstkontakt zur Schule auch oft über die Eltern passiert, weil die Eltern das über die Medien mitbekommen haben oder über irgendwelche Workshops, Vorträge, die wir gehalten haben und damit an die Schule gehen und da der Medienführerschein zum Teil von Elternvereinen finanziert wird, beziehungsweise von den Eltern, sonst ist der Verein über einen finanziellen Beitrag. Dann sollten wir jetzt einmal darüber reden, was dieser Medienführerschein überhaupt konkret ist, nachdem man jetzt in der letzten halben Stunde schon, also ihr schon mehrmals angesprochen habt. Also, so wie Sie verstanden haben, der Medienführerschein ist quasi für Lehrer, Lehrerinnen und für die Schüler und Schülerinnen gleichermaßen gedacht. Genau, also die Grundidee ist die, Ziel Nummer eins ist, dass man den Schüler und Schülerinnen Medienkompetenz vermittelt. Das ist natürlich mal das oberste Ziel. Darüber hinaus wollen wir aber eben auch Lehrkräfte unterstützen mit Unterrichtsmaterial. Konkret kann man sich das so vorstellen. Der Medienführerschein wird im Rahmen vom digitalen Grundbildungsunterricht durchgeführt. Er dauert insgesamt zehn Einheiten pro Jahr auf vier Jahre gesehen. Also es gibt insgesamt 40 Unterrichtseinheiten. Und die Situation in der Klasse ist so, die Kinder haben alle ein iPad oder ein digitales Endgerät. Das ist zur Verfügung gestellt worden, auch mit Beteiligung der Eltern. Das hat grundsätzlich jeder Schüler. Und die Lehrperson hat auch selber ein digitales Endgerät. Und der Medienführerschein ist eine Online-Learning-Plattform, wo sie sich dann Seite für Seite durchblättern und in diesem Medienführerschein entdecken sie von Quizzes über Webquests, über Aufgaben, wo sie im Internet etwas machen müssen, über Schulung, was ist eigentlich KI, Nachrichtenkompetenz, alle diese Themen, die wir gerade besprochen haben, sind dort verfügbar. Und was uns ganz wichtig war, ist, dass wir eben nicht Teilbereiche der Medienbildung außerpicken, was wir jetzt interessant finden, sondern dass man wirklich sagt, wir haben den Anspruch, dass wir ein allumfassendes Programm machen. Dass wir wirklich guten Gewissens sagen können, wenn die Kinder das durchhaben und vier Jahre lang das Programm gemacht haben, sind sie danach um einiges besser gerüstet und um einiges besser vorbereitet. Und ja, ich habe die inhaltliche Gestaltung vom Medienführerschein quasi geführt. Und es war wirklich ein Herzensprojekt, was eineinhalb Jahre gedauert hat. Und wir reden auch so vielüber, weil wir echt stolz drauf sind, wie das rausgekommen ist. Und auch überzeugt von dem, was der Medienführerschein erbietet, auf der einen Seite, weil wir ja selber unterrichten, auf der anderen Seite, weil wir das Feedback der Lehrer haben, aber das ist das, was ich vorher eingangs auch gemeint habe, der Medienführerschein ist jetzt nicht nur Medienbildung, sondern der Medienführerschein ist halt von Lehrer für Lehrer konzipiert. Das heißt, er ist so aufgebaut, dass er im Unterricht funktioniert, weil wir halt einfach das auch im eigenen Unterricht testen haben können. Und das ist, glaube ich, wie gesagt, 28 unterschiedliche Unterrichtsmethodiken in dem Medienführerschein drinnen sind. Das heißt, es gibt vom Lehrervortrag über Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Präsentationen. Also der Schüler kreiert auch was und da ist uns auch wichtig, dass die Medien nicht immer nur kritisch gesehen werden, weil wir da wo wir Überangebot sehen von außen ist natürlich zum Beispiel das Thema Fake News. Es gibt zig Vorträge, Workshops und das ist super, aber auch zum Thema Fake News und Cyberbullying, das ist auch so ein Thema, was halt einfach sehr omnipräsent ist. Aber es gibt halt einfach ganz viele Themen, die auch unterrepräsentiert sind. Und da war es uns halt wichtig, dass wir da dem Lehrplan natürlich entsprechen, weil es ja unser Auftrag als Lehrende ist, aber einfach zu allen Themen wie Quellenanalyse oder den Unterschied zwischen Kommentar, Nachricht, Information, Klasse und so. Also, dass wir da einfach auf der Ebene die Schüler einfach auch befähigen, dass sie da das erkennen in dem Ganzen. Und da aber auch immer mit einem positiven Spin das Ganze. Also dass die Schüler lernen, wie sie mit den Medien umgehen, damit das nicht nur so ein reines Angstthema wird. Weil das war ein Join-Web. Das ist so immer für uns zumindest so mitgeschwungen. Es ist immer alles sehr negativ. Es wird immer alles sehr kritisch gesehen. Aber eigentlich, wenn man ganz ehrlich ist, wer wird die Medien in der Zukunft gestalten? Wir sind es nicht mehr. Ich bin jetzt 43, das heißt nicht, wer du bist, aber wir sind auf jeden Fall die, die in dem Bereich dann schon eher in die Konsumentenrolle schlupfen. Und unsere Kinder sind die, die halt die Medien der Zukunft prägen werden. Und da muss man auch schon sagen, okay, es gibt Möglichkeiten, wie man das gut einsetzen kann in seinem eigenen Leben. Und was kann man auch mit Medien schaffen? Es ist ja zum Beispiel im vierten Modul ein großes Thema, ein eigenes Medienprojekt zu kreieren. Also es ist dann so diese Medienkreativwerkstatt, wo sie sich dann auch entscheiden, Lehrenden natürlich in Absprache, aber was mache ich da jetzt für ein Projekt und wie kann ich das dann umsetzen, damit sie lernen, wie Medienproduktion funktioniert. Ja, da sind zum Beispiel unsere Workshops, die wir Schulen anbieten, immer sehr gut besucht. Also Lehrende kommen, wie soll ich sagen, wir haben halt einfach auch ein Netzwerk an Lehrern und Lehrerinnen, die halt dann immer wieder gerne zu uns kommen. Aber unser Workshop-Angebot ist auch sozusagen am Limit, räumlich und so weiter und es reicht schon sozusagen, dass uns die Personen halt kennen und dann wieder herkommen. Wir brauchen das gar nicht groß ausschreiben oder an der Bildungsdirektion veröffentlichen oder sonst was, sondern wir sind da so auch immer voll sozusagen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, weil dieses Angebot an sich ist natürlich da, aber wir sind Da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt. der Lehrer dieses, in unserem Fall halt dieses niederschwellige Medienbildungsangebot des Medienführerscheins zur Verfügung hat, glauben wir auch sehr daran, dass der Lehrer das auch kann. Also das ist schon so die Grundprämisse gewesen, wie können wir die Ressource des Unterrichtens da dafür verwenden. Ja, ich habe mir heute das Demo runtergeladen zum Medienführerschein und habe da mal das Modul Digitale Sucht aufgemacht, beispielsweise. Und es gibt da zunächst einen Dayplan und einen Teacher's Guide, also quasi für die Lehrperson den Guide und dann halt auch für die Schüler und Schülerinnen. In dem Fall, was wird heute passieren? Die SchülerInnen starten mit dem Video, was ist Digitale Sucht? Danach lesen sie über das Thema Handysucht, setzen sich mit ihrer eigenen Mediennutzung auseinander. Dann gibt es eine Selbstanalyse, einen Selbsttest, prüfen die Handyzeit, ja und das eigene Verhältnis zum Smartphone und zum Schluss wird dann quasi reflektiert über digitale Sucht und wird überlegt, wie sie selbst damit besser umgehen können. Und dann ist die Unterrichtseinheit auch schon wieder vorbei. Es ist so, dass die Unterrichtseinheiten grundsätzlich sehr schnell vorbeigehen. Die Erfahrung, die wir jetzt gemacht haben mit den Unterrichtseinheiten, dass das oft einfach zwei Unterrichtseinheiten sind. Wir haben ja schon das Feedback zum Beispiel von Lehrenden bekommen, dass sie den Medienführerschein, so diese zehn Einheiten aus roten Faden, über das Jahr hinweg verwenden. Das heißt, man startet mit der ersten Einheit, aber da es halt in jeder Einheit dann einmal wieder Abgaben gibt für den Schüler, die ja machen muss, unterbrechen sie zum Beispiel mal kurz, erklären dann, was Präsentationssoftware ist. Die Schüler machen dann den Auftrag, den sie im Medienführerschein bekommen haben, die Präsentation zu gestalten, präsentieren das Ganze und dann geht es im Medienführerschein wieder weiter. Das heißt, was wir damit eigentlich gemacht haben, ist, wir geben dem Schuljahr diesen roten Faden mit dem Schwerpunkt immer Medienbildung und das ist gerade vor allem im Mediensuchtthema ein großer oder eigentlich ein super Effekt, den wir da erreicht haben, der uns am Anfang gar nicht so bewusst war, weil gerade dieses rollierende, sich immer wieder damit beschäftigende Thema einfach auch ruft das Ganze halt auch immer wieder dann im Hinterkopf der Schüler wieder auf und sensibilisiert sie dann einfach auch zu dem Thema hin. Gerade da in diesem Bereich, wo es halt dann schon so um diese süchtig machenden Algorithmen, also diese persuasive technologies, wie man im Englischen dazu sagt, also diese Überzeugungstechniken, also diese Techniken und Technologien, mit denen diese Systeme arbeiten, damit sie ja die Aufmerksamkeit immer wieder bekommen. Da ist es halt wirklich notwendig, dass man das halt laufend wiederholt. Und auch die Probleme, die es gibt mit TikTok oder so zum Beispiel. Genau, das ist ja jedes Paradebeispiel derzeit, dass TikTok einfach diese kurze Dauer und auch diese variablen Belohnungen, die der Nutzer dann auch immer bekommt, die halt auch dann immer wieder dazu führen, dass der Schüler oder die Schülerin dann auch immer wieder auf TikTok zurückgreift und auf einmal ist eine Stunde vergangen und man hat eine Stunde nur komische Videos angeschaut, ohne dass da eigentlich irgendwie was passiert ist, was man jetzt irgendwie ausgebracht hätte. Die Tagess... Achso, sorry Simon, ja. In der Einheit gibt es übrigens eine spannende Übung, die ja jeder gerne zu Hause mal ausprobieren kann. Man setzt sich einfach mal hin, nimmt sich einen Zettel, man muss nicht unbedingt der Vorlage sein, und dann schreibt man sich mal aus, was man glaubt, welche Apps man am meisten verwendet in seinem Alltag. Und da muss man wirklich zeittechnisch gut nachdenken, weil Spotify zum Beispiel wird extrem unterschätzt, wie viel Zeit das da Bildschirmzeit davor abgeht, weil natürlich das zum Hören im Hintergrund ganz angenehm ist. Aber das Wichtigste ist, man sitzt immer hin und dann schreibt man sich immer auf, welche Apps verwende ich und wie lange. Und dann geht man rein in die Handy-Einstellungen, da kann man sowohl auf iPhones als auch auf allen anderen Geräten, kann man einfach mal in die Gesundheitsdateien reinschauen oder in die Bildschirmzeitdateien und dann schaut man mal nach, wie weit man wirklich weg war von der realen Zahl. Wie lange man drinnen war oder wie lange die absolute Handyzeit ist. Und wenn man da eine Orgidifferenz feststellt, dann sollte man in die Selbstreflexion gehen. Und genau das tun wir da mit den Kindern. Also da schauen wir wirklich einmal nach, wie schaut es aus. Natürlich ist das für jeden Kinder eine private Sache. Da müssen wir das nicht der Lehrperson mitteilen, wie viel wir damit die kinder also da schauen wir wirklich einmal nach wie schaut's aus natürlich ist es für jeden kinder bratte sache müssen dass nicht der lehrperson mitteilen jetzt wie viel welche apps sie nutzen und und wie genau schau jetzt wird die gott euch beide fragen welche apps das ist dann für kinder teils mit mir das ist halt kein zwang die sache interessanterweise bei den App-Zeiten gibt es einen extremen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Also es ist bei Burschen hauptsächlich so, dass Games eine große Rolle spielen. Also das ist weit vor sozialen Medien. Bei den Mädels sind soziale Medien das absolute Hauptthema. Und die großen Players sind TikTok natürlich, allem voran, das ist mit Abstand das meistgenutzte App. Dann gibt es YouTube, was extrem viel Zeit beansprucht. Die öftersten Entsperrungen vom Smartphone passieren aufgrund von Snapchat. Es ist aber nicht von der Bildschirmzeit her weit hoch angesiedelt, weil es natürlich eine App ist, die nur eine sehr kurze Nutzungsdauer hat. Es ist eine Nachrichten-App für alle die. Das, was mir aber zum Beispiel recht wichtig ist bei dieser Fragestellung, welche App man verwendet, dass man nie die Antwort da dann bekommt, weil das muss ein ehrliches Feedback sein und das soll nicht in so einem, ich weiß nicht, Worst Case so ein Public Shaming dann sein, wie hat die meiste oder die wenigste Bildschirmzeit. Da gibt es auch eine ganz schnelle Stimmung in der Klasse, wenn man das so anlegt. Das soll privat passieren, das soll geheim sein, wie hoch die einzelne App-Bildschirmzeit ist, vor allem bei Jugendlichen. Also ich traue mir meine Sorgen, aber ich bin halt einfach auch schon ein wenig gesettelt, dass ich jetzt als 14-Jähriger, der in einer Identifizierungsphase einfach steckt in dem Ganzen. Eine ganz spannende Erweiterung von dem ist auch, dass man nicht nur schaut, welche App verwendet man wie lang, sondern dass man sich auch immer die Frage stört, mit welcher App wollte ich eigentlich aufmachen und welche App habe ich dann wirklich verwendet? Weil das dann auch ein bisschen das zeigt, diese vorhin angesprochenen Persuasive Technologies, welche Apps haben wir dann zum Beispiel über Notifications dann in eine andere App rübergezogen und dann habe ich viel zu viel Zeit, ich weiß nicht, ein Paradebeispiel wäre in dem Fall natürlich Instagram oder TikTok oder YouTube, was meiner Meinung nach eine ganz schwierige App ist, weil die im schulischen Setting ja zum großen Teil verwendet wird, auch von Lehrenden, auf der anderen Seite aber mit ähnlichen Algorithmen und Systemen arbeiten, wie es zum Beispiel TikTok macht mit YouTube Shorts, also in welcher App lande ich dann, wie es zum Beispiel TikTok macht mit YouTube Shorts. Also in welcher App lande ich dann und wie lange bin ich da drinnen? Und eine ganz wichtige Frage ist immer, wie ist man dabei gegangen? Also ich persönlich bin immer recht froh, wenn am Ende der Woche in dieser App digitales Wohlbefinden irgendwie drinsteht. Keine Ahnung, du hast diese Woche dein Smartphone, eine Stunde seltener pro Tag genutzt als letzte Woche oder so, das ist dann für mich irgendwie so ein Erfolgsfaktor, aber es ist immer ein Auf und Ab. Für mich ist es eine extrem interessante Zahl, die Entsperrungen pro Tag. Ja, oder auch wie viele Notifications eben kriegt man. Was man derzeit in der wissenschaftlichen Analyse sieht, ist natürlich, die Bildschirmzeit hat einen Einfluss, aber nur viel mehr Einfluss hat, was habe ich eigentlich in der Zeit getan auf die psychische Gesundheit? Also wie habe ich die Systeme genutzt? Mit welchen Themen war ich konfrontiert? Ich kann natürlich, weil Spotify ist jetzt, natürlich ist Spotify auch da, seine Tricks dahinter mit diesem Endlos-Feed, der man dann immer wieder neue Lieder startet und so, aber es ist eine andere Zeit, die ich in Spotify verbringe, als ich das Ganze in YouTube-Shorts oder in TikTok, wo ich einfach mit ganz anderen Inhalten konfrontiert bin, die in den wenigsten Fällen auch kindergerecht sind. Oder wenn ich jetzt, keine Ahnung, nutze für Navigation beim Wandern oder sonst was, dann ist das zum Beispiel ja genau. Oder halt für Autonavigation. Die Dauer ist zwar ein Einflussfaktor, aber der hauptsächliche Einflussfaktor, was ich so gelesen habe in den letzten Wochen, wo das Thema jetzt einfach auch mehr in Studien präsent wird, ist, wie ist die Qualität der Nutzung dahinter? Ja. Was auch interessant ist, was man auch gut ausprobieren kann, ist, wenn man eine größere Familie hat, einfach mal am Abendessen das Handy jeder in die Mitte legen und auf laut stellen. Und dann wird dann das einmal veranschaulicht, wie viele Notifications in einer Stunde reinkommen und wie oft das eigentlich wirklich störend ist. Das kriegt man normal nicht mit, wie oft das Handy bei jemandem in der Tasche vibriert. Ich habe zum Beispiel jetzt während dem Podcast sicher schon drei Kurzvibrationen gehabt und einen Anruf habe ich auch gekriegt, und wenn man das einmal wirklich am Tisch legt, in die Mitte umgedreht, also so, dass man den Bildschirm nicht sieht, dann auf laut schaltet, dann kriegt man mal mit, wie viele Notifications das da eintrudelt. Wenn es 10, 15 Notifications sind, dann auf laut schaltet, dann bekommt man mit wie viele Notifications das da eintrudelt. Wenn es 10, 15 Notifications sind in einer Stunde Abendessen, ist das wirklich auffällig. Und wenn man dann auch noch sich selber beobachtet, wie es einem dabei geht, wenn man eine Notification bekommt und man darf nicht nachschauen, was das jetzt ist, dann spürt man wirklich einmal gut in sich ein, auch in den psychologischen Aspekten, wie abhängig, was für digitale Abhängigkeit in einer je nachdem wie großen Form jeder von uns schon in sich trägt. Ich zum Beispiel bin neugierig, wer mich angegriffen hat. Mir ist passiert, ich habe es zuerst unabsichtlich offensichtlich nicht abgedreht gehabt, aber es ist diese Fear of Missing Out, die halt dann uns dazu die ganze Zeit verleitet nachzuschauen, was ist jetzt eigentlich passiert und es könnte ja was Schlimmes sein, ein Erdbeben, Hausbrand oder sonst irgendwas. In den meisten Fällen wäre es wahrscheinlich dann ein Katzenfoto. Aber das ist diese Fear of Missing Out und das ist ja das, ich sage immer in meinen Vorträgen ja jetzt außerschulisch ganz gern, das Beispiel, dass die Systeme sind nicht so groß geworden, weil das die Tech-Startups waren mit den besten Programmierern, sondern ich habe den Eindruck, die haben einfach die besten Psychologen und Designer gehabt, weil einfach dieses Design dieser Apps einfach so aufgebaut ist, dass sie eben durch zum Beispiel diese Angst, etwas zu versäumen oder natürlich die Notification, die so ein externer Trigger dann ist, dass man wieder drauf schaut, einfach einmal dazu bringen, dass wir dann drauf schauen und je mehr wir drauf schauen, uns natürlich auch umso süchtiger machen. Ich glaube, über das Thema könnte man noch ewig weiterreden, das machen wir anders, man hätte gesagt. Zurück zum Forum Medienbildung und zum Medienführerschein. Der kostet, was habe ich so am Rande mitbekommen, wie er vorhin gesprochen hat? Grundsätzlich ist es so, der Medienführerschein kostet 10 Euro pro Kind pro Jahr. Das ist so konzipiert, wir müssen schauen, dass wir so navigieren, dass wir im Medienführerschein langfristig etablieren können. Das ist das Ziel. Und wir müssen es aber trotzdem dem Preis irgendwie niedrig genug halten, dass wir so viele Schüler und Schülerinnen wie möglich zugänglich machen. Und da gibt es jetzt im Moment verschiedene Wege. Grundsätzlich ist es so, dass natürlich von Schule zu Schule die Möglichkeiten unterschiedlich sind. Wenn man sich jetzt der sogenannte Brennpunkt- oder Orientierungsschule anschaut, da sind 10 Euro im Jahr nicht nichts. Also da muss man froh sein über alles, was die Eltern überhaupt schon stemmen können. Da gibt es dann zum Beispiel die Möglichkeit, dass man das über Unterrichtsmittel eigener Wahl finanzieren kann. Da liegt jetzt gerade der Medienführerschein in der ÖAD-Prüfung. Das ist quasi eine Zertifizierungsstelle, die die Qualität des Medienführerscheins überprüft. Und wenn man da durch, was im Moment sehr danach ausschaut, dann kann das über die Schulbuchaktion, über Schulbuchmittel eigener Wahl abgerechnet werden. Und in ländlicheren Mittelschulen oder in bildungsnaheren Schulen, in Gymnasien, da haben oft die Eltern einfach das Interesse drauf. Und sobald der Direktor das vorschlägt, sagen die Eltern, ja bitte gern, wir möchten das unterstützen, dass unsere Kinder da eine Ausbildung erfahren. Und was auch kommt jetzt, was man glaube ich schon darüber reden kann, ist die zusätzliche... Ja, es gibt jetzt ein Sonderbudget durch das neue Bildungsministerium. Das ist der Marktplatz Lern-Apps. Da ist jetzt der Sonderposten aufgemacht worden, der ähnlich wie die unterrichtsmitteleigene Wahl eben für digitale Lizenzen und nicht für gedruckte Schulbücher ist. Da geht es sehr stark auch dahinter um, dass die Schulen einfach mehr Autonomie bekommen, wie sie das dann auch verwenden können und dann einfach auch Produkte wie zum Beispiel Medienführerschein über diese Lern-Apps oder den Marktplatz Lern-Apps finanzieren können. Derzeit, was unser Innenverstand ist, weil es jetzt in Kürze ja live geht, ist so, dass Pilotschulen für diesen Marktplatz gesucht werden oder die Schulen können sich bewerben und man hat dann 13 Euro pro Schüler pro Jahr zur Verfügung als Sonderbudget, um das dann auch mit zu finanzieren. Für uns hat es einfach den wichtigen Punkt, weil wir in diesem Medienführerschein natürlich schauen müssen, dass der tagtäglich aktualisiert wird. Das muss aktuell gehalten inhaltlich, weil einfach im Hintergrund die Inhalte, die wir dort ja unterrichten, laufend ändern. Wir sind jetzt bei JetGPD 5 oder 6. Wir sind wahrscheinlich in einem halben Jahr bei 7, 8. Wer weiß, ob es in zwei Jahren noch JetGPD in der Form überhaupt gibt. Jetzt mit den JetBots und so. Dementsprechend muss man natürlich auch die Inhalte anpassen. Das ist sowohl auf technischer Ebene wichtig, aber auch auf inhaltlicher Ebene extrem wichtig, dass man, wenn man wirklich feinfühlig den Schülern gegenüber ist, dann registriert man sehr, sehr schnell, welche Themen das gerade unter die Finger brennen. Also wenn zum Beispiel medial neue Themen kommen, wie globale Konflikte, Grönland oder was auch immer, wenn solche Themen aufpoppen und die Schüler und Schülerinnen beschäftigen sich grundsätzlich schon damit, dann soll im Medienführerschein quasi wöchentlich aktualisiert neue Artikeln drinnen sein zum Dekonstruieren der Nachricht oder zum Analysieren. Und dann haben wir es erst geschafft, dass das Ganze wirklich alltagsrelevant wird. Das kann eben ein Schulbuch nicht. Das heißt, es soll so sein, klingt für mich, ihr habt noch einiges vor damit. Ja, wir sind da jetzt gerade in dem Projekt, das nennt sich News Deconstructed, das ist eben Teil auch des Medienführerscheins, dieser war als eigenes News-Produkt konzipiert. Die Idee ist die, dass wir Schauer mit KI gestützt, weil es ja Möglichkeiten bietet. Man kann sich das auch testen auf newsdeconstructed.eu. Einfach in dem Fall laufen dann drei KI-Systeme, auf der einen Seite Diebsig aus China, Mistral aus Europa und JetGPT aus Amerika gegeneinander an und nutzen dieses Framework, was wir da entwickelt haben, was eigentlich in der Nachrichtenanalyse angesiedelt ist. Wer schreibt warum eine Nachricht? Was ist die Idee der Nachricht? Wie ist die Wirkung? Wie kommt die zu mir? Und diesen Test, und das haben wir ja gesagt, das muss auch im Medienführerschein natürlich auch diese Dominanz haben, weil wir damit einfach tagtäglich dann die Nachrichten anpassen können, inhaltlich im Medienführerschein. Und wir sind da mitten eigentlich in der Launchphase gerade drinnen. Wir haben das auch schon auf dem Ars Electronica präsentiert, haben vom Festival for Digital Humanism auch einen Preis dafür bekommen und das hat uns natürlich auch massiv motiviert, dass wir da jetzt einfach auch mehr in diese Ebene gehen und das auch als Forums Gedanke, einfach nicht nur jetzt die schulische Bildung, sondern da wollen wir dann auch wieder die breite Masse erreichen, die gesellschaftliche Entwicklung einfach dann auch mitgestalten. Ich habe noch eine abschließende Frage und Stichwort KI, auch natürlich wir oder im RadiomedMedien-Bereich nutzen KI zur Unterstützung. Ich habe zum Beispiel den KI-Chatbot gefragt, welche Fragen ich euch stellen könnte. Und keine Sorge, ich habe mir die meisten dann doch selber überlegt, aber zumindest eine Frage möchte ich zum Abschluss an euch weitergeben. Und zwar bewusst mit Fehler drinnen. Wenn Sie heute mit der Bildungsministerin Kaffee trinken würden, welche Forderung würden Sie ihr stellen und welche Kompromisse wären Sie bereit einzugehen? Also um beim Thema KI zu bleiben, ist ja auch Entwicklung ganz stark auf uns zukommend, die jetzt immer größer wird. Und ich glaube, die wird uns massiv beeinflussen. Und das ist Thema dieser KI-Chatbots, nenne ich es jetzt einmal im Überbegriff. Weil bis jetzt war das Geschäftsmodell von Medienhäusern so geprägt, dass sie eigentlich mit der Aufmerksamkeit das Geld verdient haben. Aber man merkt durch solche Chatbots, dass es immer mehr um dieses Thema der Intimität geht. Es geht darum, nicht mehr, wer hat die meiste Aufmerksamkeit, sondern wer hat eigentlich die beste Beziehung, die intimste Beziehung zum Nutzer. Und das wäre sicher der Punkt, wo ich den Herrn Bildungsminister, um den Fehler dann zu korrigieren, ansprechen würde, dass ich glaube, dass das der wichtigste Punkt ist für das nächste Jahr, dass wir das im schulischen Bereich angehen, neben dem Datenschutz, um das gleich noch dazu zu nehmen. Simon, was würdest du fordern beim Kaffeetrinken mit der Bildungsministerin? Ich hoffe, ganz ganz stark, dass die Gewichtung des Themas endlich die Anerkennung bekommt, was verdient hätte. Also ich sehe die Medienlandschaft, generell das Internet an sich, wenn man historisch zurückgeht, ist das mindestens so eine große Veränderung gesellschaftlich wie der Buchdruck und wir wissen, wie das geändert hat. Also wir leben wirklich immer nur im Wild-West-Zeitalter der neuen Medien, des Internets. Und mittlerweile sind wir bei 30 Jahre länger, wo Internet wirklich in der breiten Gesellschaft angekommen ist. Und es wird Zeit, dass wir anfangen, Regulierungen einzuführen, dass wir anfangen, Bildung einzuführen und dass wir wirklich erkennen, wie fundamental gefährdend das für unsere Demokratie ist und was wir da eigentlich für eine Riesenchance hätten, dass wir die Demokratie wirklich aufs absolut nächste Level heben, indem wir wirklich lernen, dass nicht mehr eine journalistische Redaktion unsere Nachrichten aufbereitet, sondern dass das mittlerweile jeder selber lernen muss. Das bringt auch nur einen zweiten Punkt rein, ich glaube, der ist wahrscheinlich ähnlich wichtig wie das Thema der Intimität durch KI-Systeme. Das ist die digitale Souveränität durch europäische Services. Das wäre natürlich eine Forderung, die der Herr Bildungsminister aber natürlich von uns her erhört. Das würde er wahrscheinlich nicht zum ersten Mal hören, glaube ich. Aber dass man dem auch einen Schwerpunkt gibt, weil unser Bildungssystem ist sehr stark abhängig von amerikanischen Systemen. Das ist natürlich auch historisch gewachsen, mit Microsoft natürlich im Hintergrund sehr groß, aber es soll sehr stark nach der Pandemie dann auch in die Breite kommen. Aber es gibt europäische Lösungen, es gibt gute europäische Lösungen. Und das Ziel darf nicht sein, dass wir dort Produktschulungen für Microsoft oder für JetGPD machen, sondern wir müssen unterrichten, wie zum Beispiel ein Textverarbeitungsprogramm funktioniert und Alternativen aufzeigen, neben amerikanischen Systemen natürlich auch hin auf europäische. Ja, danke euch beiden für den Besuch im Studio. Wir sind sogar schon über der Zeit. Danke. Wir kennen uns, glaube ich, darauf einigen. Medienbildung ist viel mehr als nur ein Schulfach. Gesellschaftliche Grundvoraussetzung für demokratische Teilhabe. Simon Moser und Johannes Knirzinger vom Forum Medienbildung. Danke, dass ihr heute bei hier wart. Weitere Informationen gibt es auf medienbildung.at. Da findet man euch als Forum Medienbildung. Zur Sendung selber bei uns auf froh.at, also froh.at. Und zum Nachhören wird es diese Sendung dann geben auf cba.media beziehungsweise zum Sehen auch auf dorftv.at. Mein Name ist Michael Diesenreiter. Danke fürs Zuhören. Auf Wiederhören. Auf Wiedersehen. Bis bald.