Schönen guten Abend, sehr verehrte Damen und Herren beim Käppesalon. Heute schauen wir nicht auf die großen Dinge des Lebens, sondern heute gehen wir es ein bisschen kleiner, so um die durchschnittlich zwei Zentimeter, so ist der Durchschnitt der Insekten. Und unser Titel heißt heute auch, ein bisschen leise vielleicht, aber trotzdem glaube ich, es wird darüber lauter zu sprechen, Insekten geflüstert. Und dazu darf ich ganz, ganz herzlich die Entomologin, Insektenforscherin Dr. Dominik Zimmermann bei uns begrüßen. Herzlich willkommen im Käppner Salon. Ich darf Frau Dr. Zimmermann kurz vorstellen. Sie ist nicht nur Entomologin, Insektenforscherin, sondern sie kuratiert auch im Naturhistorischen Museum in Wien. Der Fokus ihrer Forschung liegt bei den Wildbienen und anderen Stechimmen. Und insbesondere geht es bei ihnen auch um den Artenrückgang und dessen Ursachen. Sie unterrichten an der Universität Wien. Und, was sehr lustig ist, weil es auch ein bisschen nach Oberösterreich auswirkt, Weil es auch ein bisschen nach Oberösterreich auswirkt. Sie sind mit dem Egon Edgar Honetschläger in Verbindung beim Verein Go Bugs Go. Das ist ein sehr interessanter Verein, wir werden es noch hören, der sich auch um das Überleben von Insekten, da sind 13 Bodenplatten vor der Universität für Bodenkultur verlegt wurden, um auf die Situation der Insekten und den Rückgang hinzuweisen. Also eine umtriebige Entomologin, ich verwechsel das immer mit der Entomologie, verzeihen Sie bitte, und Frau Dr. Zimmermann wird uns heute einiges erzählen über Insekten insgesamt und natürlich über Ihr Buch, das Sie auch dahinten dann käuflicher werden können und signiert bekommen können. Das Insektengeflüster über das verborgene Leben auf sechs Beinen. Und jetzt bitte ich Sie, in das verborgene Leben ein wenig Licht zu bringen. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, da vor allem in diesem wunderschönen Raum mit so viel Publikum sprechen zu dürfen. Ja, das Buch ist sehr umfangreich und es ist im Endeffekt meine kleine, große, wie auch immer, Welt der Insekten. Und ich werde heute natürlich nicht alle Inhalte bringen können. Ich habe einen kurzen Vortrag vorbereitet, der sich vor allem auf die Beziehung zwischen Insekten und Menschen, auf die Bedeutung von Insekten für uns Menschen bezieht, was irgendwie ein Aspekt dieses Buches ist, aber nicht der einzige. Und danach werde ich ein paar Stellen aus dem Buch lesen. und danach werde ich ein paar Stellen aus dem Buch lesen. Genau, und ja, kleine Wesen, große Wirkung, die Bedeutung von Insekten für uns Menschen. Und da hole ich, ich möchte mal sehr, sehr weit ausholen und Sie fragen, mit wie vielen Arten, also jetzt nicht Insektenarten, sondern Arten per se, sie heute schon Kontakt hatten, wenn man das so sagen will. Also es ist jetzt ein bisschen weit hergeholt, aber wo ist denn mein Vortrag hin? Genau, wenn man jetzt schon allein diesen eher sommerlichen Eiscafé anschaut, dann stecken in diesem Café vier verschiedene Arten. Natürlich die Kaffeepflanze, dann die Milch von der Kuh. Ich habe da bewusst quasi die Ursprünge gezeigt. Also die Kuh ursprünglich mehr Auerochse, die Vanille im Vanilleeis, die eben von der Vanille-Orchidee abstammt, die Zuckerrübe vielleicht. Und also unser Leben, also in unserem Leben, also das ist jetzt nur ein Eiskaffee, wenn wir jetzt weiterdenken ans Frühstück, an die Haferflocken, unsere Kleidung, an den Boden, der aus Bäumen besteht und so weiter. Also wir leben in einem Netzwerk aus unglaublich vielen Arten. Und genauso wie wir dieses Netzwerk von Arten haben, hat jede dieser Arten wiederum auch ein Netzwerk von Arten, mit denen sie in Zusammenhang steht, in Verbindung steht. Und wenn man sich jetzt zum Beispiel eben diesen Kaffee anschaut, da gibt es eine total spannende Studie, dass der Anteil befruchteter Kaffeeblüten mit der Anzahl Blüten besuchender Bienenarten zunimmt. Und nämlich nicht mit den Bienenindividuen, egal wie viele Individuen da sind. Wenn drei Bienenarten auf einer Plantage vorkommen, dann sind 60 Prozent der Blüten bestäubt und wenn 20 verschiedene Arten dort vorkommen, sind 90 Prozent der Blüten bestäubt. Und woran liegt das? Also die Kaffee blüht nur sehr kurz, circa einen Tag Und jede Bienenart hat unterschiedliche Präferenzen, bei welchen Bedingungen, also ob sie früher fliegt oder später fliegt, bei welcher Temperatur. Also das weiß ich jetzt nicht ganz genau und das ist auch noch gar nicht so genau erforscht. Aber es ist eben so, dass jede Art hat ein bisschen unterschiedliche Präferenzen. Und natürlich, je größer diese Vielfalt ist, umso sicherer kann man sagen, ist auch die Bestäubung des Kaffees. Und das ist eben nicht nur beim Kaffee so, sondern ähnlich ist es auch beim Apfel. Also auch Apfelblüten werden von sehr vielen verschiedenen Bestäubern bestäubt. Und die Honigbiene ist da nur einer unter vielen. Bestäubern, bestäubt und die Honigbiene ist da nur einer unter vielen und tatsächlich sind eben viele Wildbienenarten oder auch Schwesten Abbildungen, die ich kenne. Das ist ein Netzwerk, also eine Studie auf lauter unterschiedliche Pflanzen, die auf dieser Fläche vorkommen. Und die Linien kennzeichnen die Verbindungen eben zwischen den Pflanzen und unterschiedlichen Tierarten und zwischen den Tierarten untereinander und es wurden 500 verschiedene Organismenarten festgestellt und 1500 Interaktionen zwischen den Arten, die quasi dieses Bild ergeben. Und mich erinnert das so ein bisschen an ein Trampolin, sage ich jetzt mal. Und es ist für mich auch so ein schönes Bild, weil man immer sagt, ja okay, was passiert jetzt, wenn die eine Art wegfällt? Und de facto, also die Natur ist nicht so aufgebaut, dass wenn jetzt eine Art wegfällt, alles sofort zusammenbricht. Also die meisten Verbindungen sind mehrfach jede Pflanze oder fast jede Pflanze wird von mehreren verschiedenen Bestäubern bestäubt. Es gibt verschiedene Räuber für verschiedene Arten und so weiter. Aber natürlich jede Art und damit auch jede Beziehung, die wegfällt, macht dieses Netzwerk dünner. dieses Netzwerk dünner und die Frage ist, wie hoch kann man drauf noch springen, bevor man quasi durchbricht, jetzt bildlich ausgedrückt. Aber ich finde, das ist eben ein sehr schönes Bild für das Ökosystem, von dem wir leben. In diesem System, das kann man da schon erahnen, sind natürlich sehr viele verschiedene Insektenarten. Und dabei sind die, die wir kennen, die pinken, weil man geht davon aus, dass die, die wir kennen, 20 Prozent der tatsächlichen Vielfalt darstellen. Also wir kennen circa eine Million und man geht konservativ davon aus, dass fünf Millionen Insektenarten existieren. Und da gibt es verschiedenste Wege oder Möglichkeiten, das zu schätzen. Also es sind natürlich alles nur Schätzungen. Und einer der ersten Wissenschaftler, die eben so eine Schätzung durchgeführt haben, also der hat eben so eine Nature-Publikation, also Nature ist so die renommierteste wissenschaftliche Zeitschrift, und da hat eine Veröffentlichung, in der Veröffentlichung geschrieben, Indeed to a good approximation, all organisms are insects. Also in guter Annäherung sind alle Organismen der Erde Insekten, was ist ja lustig und nett, vor allem, dass es in der wissenschaftlichen Veröffentlichung so steht. Genau, der Robert May. Ja, also einerseits haben wir diese unglaubliche Artenvielfalt und dann haben Insekten aber auch eine unglaubliche Biomasse. Also auch da, das sind natürlich nur Schätzungen und tatsächlich stammen viele der Zahlen, die für diese Schätzung herangezogen wurden, von Zeiten vor dem Insektenstern. Also ich weiß jetzt auch nicht, inwiefern das tatsächlich noch, ja, wie auch immer. Es ist sehr vage, aber ungefähr geht man davon aus, dass die Masse aller Insekten gleich viel wiegt wie die Masse aller Menschen und ihrer Säugetier, Nutztiere zusammen. Und das kann man sich so überhaupt nicht vorstellen, weil ich meine, sie sind so klein, also denkt man sich ja, die wiegen auch nichts, aber sie sind halt überall und natürlich, also gerade bei den sozialen Arten, ich meine gut, man kann es vielleicht bei einem Bienenstock schon erahnen oder bei einem Ameisenhaufen oder Termiten, die es bei uns jetzt nicht gibt, aber in manchen Gegenden der Erde haben die halt eine sehr große Biomasse. Ja, also sie haben eine unglaubliche Biomasse und diese beiden Faktoren, also sowohl die Artenvielfalt als auch die Biomasse sind halt sehr große oder weisen schon darauf hin, welche Relevanz Insekten im Ökosystem haben. Also de facto kann man sagen, wir leben auf einem Planeten der Insekten und nicht die Insekten sind unserer Mitbewohner. Also sie tragen eigentlich das Ökosystem, von dem wir leben, auch wenn es uns selten bewusst ist. Und die Insekten gehen zurück, wir haben schon gehört, das ist eine Abbildung in England, wurden eben manche Schmetterlingsarten gemonitort über die Jahre, also das ist die Entwicklung zwischen 1970 und 2018. auch an so die Klimastreifen, wie man das nennt. Also sie gehen zurück, es geht die Biomasse zurück, es geht die Artenvielfalt zurück. Und dass das so an diese Klimastreifen erinnert, ist auch kein Zufall, weil das zusammenhängt, also die Klimakrise und die Biodiversitätskrise sind Symptome einer globalen Ökosystemkrise, der die Übernutzung der Erde durch den Menschen zugrunde liegt. Also genau, wir verbrauchen einfach sehr viel Platz und wir stoßen sehr viel Abfall, sehr viel Abgase und so weiter in die Umwelt hinaus. Ja, und damit stellt sich auch die Frage, oder ich denke mal, für mich natürlich eines der dringendsten Themen der Zeit ist die Frage, okay, gibt es Wege, unseren Impact zu verringern und idealerweise unsere Lebensqualität gleichzeitig zu erhöhen. Wir müssen nicht auf Dinge verzichten, sondern wer sagt, dass die Welt, in der wir jetzt leben, die beste aller Welten ist und vielleicht gibt es auch Welten, die für uns lebenswerter werden. Ich finde das ein sehr schönes Beispiel. Das ist quasi zwischen meinem Büro im Museum und im Museumsquartier. Und witzigerweise hat es eine Künstlerin gebraucht, oder vielleicht werden solche Projekte auch nur für Künstler genehmigt und nicht für Wissenschaftler, dass auf einer Rollrasenfläche vom Museumsquartier eine Blühwiese angelegt wurde. Und sie hat eben mich gefragt, ob ich da, aber das war in sehr, sehr geringem Ausmaß. Also ich habe in der ersten Saison nur zehn Stunden lang mit meinem Fotoapparat geschaut, welche Insekten ich auf dieser Blühwiese mitten im Zentrum von Wien nachweisen kann. Noch dazu, die ich erwische mit meiner Kamera, auch nicht alle waren. Und das waren schon über 50 Arten, was jetzt nicht viel ist, absolut, aber für die geringe Zeit und den Standort. Und das sind alles Fotos von diesen zehn Stunden auf dieser Wiese und was mir so gefallen hat, ist, dass man dann eigentlich schon fast so ein mini-ökologisches Netzwerk bilden hat können. Also man hat schon bemerkt, dass natürlich die flugfähigen Insekten als erster da waren und dann hat man eben die Pflanzenfresser und die Pollenfresser und dann hat man aber auch schon die Räuber gehabt und die Parasiten und also das ganze Programm. Genau, und ich glaube, damit bin ich mit dem Mini-Mini-Vortrag zur Bedeutung der Insekten für uns Menschen auch schon am Ende. Waren das jetzt zehn Minuten? Ein Viertelstück. Ja, genau. Genau. Und würde jetzt dann noch ein paar andere Stellen aus dem Buch lesen. Genau. Ja, also dann habe ich mir gedacht, eine Stelle, die ist, ja, das ist eine, ich finde es nett zum Thema, also einerseits ist es, ich habe schon gesagt, wir haben eine Million Insektenarten, die wissenschaftlich beschrieben sind, also sprich, die wir kennen, auch nur bedeutet, dass sie einen Namen haben und dass ein Beleg in einer wissenschaftlichen Sammlung hinterlegt ist und sie eben beschrieben wurden äußerlich. Das heißt noch nicht, dass wir irgendwas über ihre Lebensweise wissen, über ihre Beziehungen, über sonst irgendwas. Ich möchte einen Schritt zurückgehen, die Einleitung quasi zur Benennung von Arten. Von Fritz zu Heteropoda venatoria. Sehe ich ein längliches, behaartes Insekt oder erkenne ich eine Raubfliege, die vielleicht auf eine mich umschwirrende Bremsejagd macht. Mit jeder Eingrenzung, ob auf Ordnung, Familie, Gattung oder Art, geht Wissen einher, das wir über die jeweiligen Tiere haben. Kann man Insekten nicht ihren wissenschaftlichen Namen zuweisen, so ist es manchmal durchaus hilfreich, ihnen einen menschlichen zu geben, etwa Rosi, Samantha, Karl oder, wie ich es einmal tat, Fritz. Es war noch vor meinem Biologiestudium während meiner ersten Fernreise als junge Erwachsene nach Indonesien. Ich übernachtete in einer einfachen kleinen Hütte. Naturliebe hin oder her, ich erschrak schon sehr, als auf dem WC an der Wand neben der Klo-Muschel im Sitzen auf Kopfhöhe eine handtellergroße Spinne auf mich wartete. Fußnote, Spinnen gehören zwar nicht zu den Insekten, aber aufgrund der thematisch passenden Geschichte darf diese hier ausnahmsweise ins Buch. Verunsichert ging ich zur Rezeption und schilderte die Umstände, woraufhin mich jemand zurück begleitete, um sich die Sache anzunehmen. Er sah sich das riesige Tier an, erklärte mir, es sei harmlos, nahm einen Flipflop vom Fuß und erschlug es. Ich weiß nicht mehr, ob ich mich bedankte. Natürlich hatte ich gehofft, dass sie irgendwie entfernt werden würde. Aber nicht auf diese Weise. Immerhin steigt das schlechte Gewissen beim Töten von Tierchen jedweder Art in der Regel direkt proportional zur Größe. Jetzt war die harmlose Spinne erschlagen und alles wegen mir. Wenige Stunden später bekam ich jedoch eine zweite Chance. Als ich erneut auf die Toilette ging, war an einer anderen Stelle eine ebensolche Spinne. Natürlich wusste ich jetzt, was nicht zu tun war. Eine alternative Herangehensweise musste her. So kam sie zu ihrem Namen. Die große, unberechenbare Spinne, vor der ich mich schutzlos entsplößen sollte, wurde zu Fritz, der hier lebte und zwar bedrohlich aussah, aber in Wirklichkeit ganz lieb und harmlos war. Ich grüßte ihn, wenn ich reinkam, behielt ihn im Auge, aber er war kein Problem mehr, sondern ein akzeptierter Mitbewohner. Der, wie ich heute dank Fotodokumentation weiß, eine Riesenkrabbenspinne war oder wie er laut wissenschaftlicher Nomenklatur vollständig heißen würde, eine Heteropoda venatoria lineae 1767. Wer hat schon mal einen Insekt oder eine Spinne benannt? Jene Namen gegeben? Niemand? Oh je. Schauen. Na, bitte, danke. Ja, aber das ist tatsächlich ein Phänomen, das ich dann auch noch mal im Studium erlebt habe, wo es witzigerweise auch um Spinnen ging, wo wir Bestimmungs-, also Spinnen waren nie meine Favoriten. Und da hatten wir auch Bestimmungsübungen, wo wir halt lernten, die unterschiedlichen, ich weiß jetzt gar nicht mehr, Spinnenfamilien zumindest und einzelne Spinnen zu unterscheiden. Und es hat sich danach auch ganz anders angefühlt, wenn ich schon sagen konnte, ah, okay, das ist die Spinne und für die ist sie giftig, nicht giftig. Ich weiß nicht, wenn man ihr Eigenschaften dann zuordnen kann, dann verliert sie meine Erfahrung nach die Bedrohlichkeit. Kapitel zu den Architekten, was mich sehr fasziniert, woher, also wie das, das finde ich extrem faszinierend, wie Insekten so unglaubliche Bauten bauen können und woher sie wissen, also woher eine einzelne Termite in einem Termitenvolk wissen kann, was sie bauen muss, damit das dann im Endeffekt ein klimatisiertes Schloss wird. Und ich überspringe auch die Migration, die ich auch sehr faszinierend finde, wo die Monarchfalter zum Beispiel über 4000 Kilometer wohin fliegen, wo sie noch nie waren und dann aber alle sich an einem Punkt versammeln. Also genau, während wir Menschen manchmal das Auto nicht finden. Und ich springe jetzt. Genau, und in der Mitte ist ein Kapitel zu Stechimmen. Da durfte ich ein bisschen mehr schreiben, weil das ist mein Spezialgebiet. Und ein Thema, das mich auch sehr fasziniert, also das eben auch ein Forscher erforscht hat, aber das ich sehr spannend finde, ist das Verhältnis beim Stich von Schmerzwirkung und Giftwirkung. Und da gibt es ein Kapitel vom Ausmaß des Schmerzes. Und ich überspringe da den Anfang ein bisschen, wo es um eine Wespe geht, den Tarantula-Falken, der einen sehr schmerzhaften Stich hat. Und dann geht es weiter mit die Art hingegen, die gemeinhin als das Insekt mit dem schmerzhaftesten aller Stiche gilt, ist weitaus unscheinbarer. Sie ist kleiner als eine Honigbiene, hat weniger Substanz als eine Feldwespe. Für eine Ameise ist sie mit bis zu 2,5 cm Körperlänge dennoch recht beachtlich. Aber die Größe allein kann bei der 24-Stunden-Ameise, auch Gewehrkugelameise genannt, nicht für den unglaublichen Schmerz verantwortlich sein, den sie auslöst. Gewehrkugelameise heißt sie, weil der Schmerz mit dem einer Schussverletzung verglichen wird. Er ist wohl mit dem des Tarantula-Falkenstichs vergleichbar, hält jedoch nicht 15 Minuten an, sondern 24 Stunden. Danach vergeht er, ohne Spuren zu hinterlassen. Keine Schwellung, Krötung oder Juckreiz. Es gibt einige YouTube-Videos, in denen sich Wagemutige stechen lassen und mit schmerzverzerrten Gesichtern in die Kamera schreien. Doch nicht nur aufmerksamkeitsheischende Influencer setzen sich dem Stich aus. Die indigene Bevölkerung Südamerikas kennt ihre starke Schmerzwirkung seit langem. In der Tradition vieler Stämme, die im Verbreitungsgebiet der 24-Stunden-Ameise leben, nimmt die Tukandera, wie sie auch genannt wird, eine wichtige Rolle ein. Sie wird vielfach für Initiationsrituale genutzt, die bei Männern den Übergang von der Lebensphase der Kindheit in die eines vollwertigen Kriegers kennzeichnen. Da ist sie übrigens, so schaut sie aus. Das Vaumat, das Initiationsritual der in Brasilien beheimateten Satare Maui, dauert mehrere Stunden und beinhaltet als abschließenden Höhepunkt das Überstreifen eines mit etwa 200 Ameisen besetzten Handschuhs. Die Ameisen werden zuvor im Wald gesammelt, mit einer Flüssigkeit betäubt und mit dem Hinterleib nach innen ragend in dem gewobenen Handschuh eingeklemmt. Jungen ab zehn Jahren müssen in Überstreifen und damit einige Runden den Danzer der Tukandera, den Ameisentanz im Kreis der Stammesmitglieder vollführen, wollen sie die Prüfung zur Mannesreife bestehen und sich als zukünftiger Stammesoberhaupt qualifizieren. Bis zu 20 Mal wird das Ritual von Männern im Laufe des Lebens wiederholt, um Stärke, Willenskraft und Stammeszugehörigkeit zu zeigen. Auf einer Sammelreise nach Französisch-Gurianer hatte ich selbst Gelegenheit, einige der Tiere zu sammeln. Ein bisschen gekitzelt hat mich die Neugier auf den Stich dieses sagenumwobenen Insekts schon, aber ich habe es dann doch bei einer unspektakulären Aufsammlung belassen. Überrascht war ich, wie friedlich und entspannt die Ameisen im Allgemeinen wirkten. Sie schienen zu wissen, dass sie kaum Feinde um sich herum haben. Genau. Und dann geht es weiter, aber das spricht eben um die Einstufung der Schmerzhaftigkeit, weil das ist nämlich eben der Justin Schmidt, ich habe es vorher schon erwähnt, Weil das ist nämlich eben der Justin Schmidt, ich habe es vorher schon erwähnt, das war eben ein Forscher, den genau dieses Verhältnis von Gift und Schmerz interessiert hat, weil es Tiere gibt, deren Stich eine große Giftwirkung wie da jetzt sehr schmerzhaft ist, aber keine große Giftwirkung hat. Und haben, sonst würden Säugetiere lernen, ah, das tut nur weh, aber es macht mir nichts und es ist es mir wert, den Honig oder die Brut oder sowas zu fressen, sondern da braucht es tatsächlich auch ein Gift dahinter. Und es ist auch so, dass Allergien nur von sozialen Arten bekannt sind und nicht von einzelnen lebenden Arten, wo halt ein bisschen der Schmerz wichtig ist. Und er hat aber auch, das ist so lustig, er hat seinen Stichschmerzindex entwickelt und er hat selber auch so sehr blumige Beschreibungen, also der Index geht von 1 bis 4 und er hat das aber mit so Beschreibungen ergänzt. Und bei der 24-Stunden-Ameise ist es, wie wenn man mit einem 7 cm langen, rostigen Nagel in der Ferse über glühende Kohle rennt. Also ja. Sch habe ich noch zwei kurze, geht sich das aus? Zwei kurze geht sich aus. Genau, vom Aussterben der Arten. An dieser Stelle würde ich gerne schreiben, wie viele Insektenarten schon ausgestorben sind, wie viele täglich aussterben und welche Auswirkungen das auf unsere Umwelt hat. Es wäre ein trauriges Kapitel, aber ein wichtiges. Handfeste Fakten sind immer überzeugender als nebulöse Tendenzen. Doch leider ist das Ausmaß des Artensterbens bei Insekten kaum erschlossen. Lediglich etwa ein Prozent der beschriebenen Insektenarten sind hinsichtlich ihrer weltweiten Gefährdung von der IUCN, das ist eben die Weltnaturschutzbehörde, kann man sagen, erfasst. eben von einer Million. Bei einem Viertel davon lautet das Resümee, es gebe zu wenig Daten, um die Gefährdung zu beurteilen. 59 Insektenarten sind als ausgestorben evaluiert. Das ist lächerlich wenig, vergleicht man es mit den Schätzungen von ein bis hundert je täglich verschwinden. Eines etwa der St. Helena Riesenohrwurm. Mit über 8 cm Körperlänge war er der größte Ohrwurm der Welt. Er wurde auf der Insel St. Helena im Zentralatlantik entdeckt und 1798 vom dänischen Zoologen Johann Christian Fabritius anhand eines einzigen Exemplars beschrieben. Erst 1913, also über 100 Jahre später, fand man das zweite Exemplar dieser Art und 1967 schließlich einige weitere. Seitdem gab es vier erfolglose Expeditionen, auf denen nach dem Riesenohrwurm gesucht wurde. 2014 wurde er schließlich für ausgestorben erklärt. Fressfeinde wie eingeschleppte Mäuse und Ratten, Konkurrenz durch den ebenfalls eingeschleppten Hundertfüßers Colopendra morsitans, sowie die Lebensraumzerstörung durch Abholzung der Gumwood Tree Wälder dürften die Ursache für das Verschwinden sein. Aber auch einige europäische Arten sind unter denen, die als ausgestorben vermutet werden. Etwa die Spined Dwarf Mantis, also die bedornete Zwerg-Gottes-Ambeterin. Sie ist nur von einem einzigen Exemplar bekannt, das 1871 nahe der italienischen Stadt Tolentino gesammelt wurde. Erst 1963, also wieder fast 100 Jahre später, wurde sie von Alfred Kaltenbach beschrieben, einem ehemaligen Kurator des Naturhistorischen Museums Wien, wo das Exemplar aufbewahrt wird. Seit der Beschreibung gab es mehrere Untersuchungen in der Gegend des Fundorts, jedoch ohne einen weiteren Fund. 2020 wurde sie schließlich auch eben für ausgestorben erklärt. Gottes-Anbeterinnen sind ein gutes Beispiel, um die Problematik der ausgestorbenen Insekten zu illustrieren. In dieser Gruppe sind nahezu 50 Prozent der weltweit bekannten Arten lediglich von ein oder zwei Exemplaren bekannt. Die Tatsache, dass sie seitdem nie wieder gefunden wurden, muss natürlich nicht bedeuten, dass sie wirklich ausgestorben sind und sie zählen auch nicht offiziell zu den Ausgestorbenen. Genau, die Insektenfauna ist so lückenhaft bekannt, dass wir von einem Großteil der Arten eben noch nicht mal wissen, dass sie überhaupt existieren. Dass eine ausgestorben ist, kann nicht bewiesen werden, nur das Gegenteil. Und zum Glück kommt auch das hin und wieder vor. Und dann kommt eigentlich eine coole Geschichte von einer Wiederentdeckung, wo man gedacht hat, dass eine Art ausgestorben ist und die dann auf einem Mini-Felsen, wo Sportkletterer Sportklettern waren im Meer, hat die halt auch zig Jahre wohl überdauert auf diesem Felsen. Also es ist auch erstaunlich, wie genau, wie viel Widerstands- oder Durchhaltevermögen die Arten haben können oder auch aufbauen. Und dann komme ich schon zum Schluss, damit wir noch Zeit fürs Gespräch haben. Dann lese ich noch eine kleine Stelle aus dem Epilog. Können wir mit Empathie für Insekten die Welt retten. Beim Schreiben dieses Buches bin ich oft an einen Punkt gelangt, an dem ich mich fragte, ob ich noch von Insekten spreche oder schon so weit abgeschweift bin und versuche, die ganze Welt zu retten. Also vor allem im zweiten Teil des Buches, den ich jetzt nicht gelesen habe. Jedes Mal bin ich zum Schluss gekommen, dass es in vielerlei Hinsicht dasselbe ist. Wenn wir die Welt in einen Zustand bringen können, der ausreichend Lebensraum für Insekten bereitstellt und ihre Artenvielfalt bewahrt, haben wir einen Großteil des Weges zurückgelegt, um die Welt wieder in einen ökologisch stabilen Zustand zu bringen, der uns Menschen nachhaltig mitträgt. Insekten sind ein Rädchen im Ökosystem, das in engem Austausch mit allen anderen steht. Keines funktioniert für sich allein. Gleichzeitig bedeutet das, dass es fast egal ist, auf welches Rädchen man sich als Ausgangspunkt fokussiert. Insekten sind eines, an dem jeder drehen kann. Alles beginnt damit, sie als Lebewesen wahrzunehmen. Vielen Dank, Frau Dr. Zimmermann. Danke für die wunderbare Einbegleitung zum Thema und für Ihren Input. Wir kommen zur Diskussion. Wie üblich, bitte fragen Sie. Unser bezaubernder Assistent wirft Ihnen unseren Mikrofonwürfel zu. Halten Sie ihn bitte nahe ans Gesicht, wenn Sie uns was sagen wollen. Und ohne, dass Sie da hineinsprechen, werden Sie nicht übertragen ins Internet. Und das wollen wir auch, weil auch dort finden wir Insektenfreunde, die sich auch an unserer Diskussion beteiligen können, nämlich indem sie E-Mail schreiben an kepler-salon.jku.at oder über die Chatfunktion auf YouTube sich einbringen wollen. Und unser Techniker, der Ben, wird dankenswerterweise dann diese Fragen für Sie zu Hause stellen. Also, feuerfrei, wer mag Feuerwanze frei, wer mag die erste Frage stellen? Gibt es schon jemanden, der sich ins Reich der Sechsbeiner wagt? Bitte sehr. Ja, hallo. Es gibt ja schon viele, viele Aktivitäten in unserer Zivilisation, wo Insekten zu Nahrungsmitteln für die allgemeine, für die westliche Menschheit aufbereitet wird, in Form von Brot oder anderen Gerichten. Ich bin schon in viele asiatische Länder gereist, wo Insekten schon gang und gäbe auf den Märkten gegrillt, aufgespießt, für uns unappetitlich natürlich dargestellt werden. Wie sehen Sie diese Tendenz, dass Insekten unsere Ernährung retten in Zukunft? Danke. Danke. Ja, das sehe ich tatsächlich eher positiv, weil die größte Bedrohung für die Insektenvielfalt der Lebensraumverlust ist. natürlich mit Ernährung zusammenhängt. Also circa 40 Prozent der Erde oder 37 Prozent sind eben landwirtschaftlich genutzt und gerade tierische Proteine verbrauchen eben sehr viel mehr Fläche als pflanzliche Nahrung. Also für eine tierische quasi Kalorie braucht man mehr Fläche als für pflanzliche Nahrung, also für eine tierische Kalorie braucht man mehr Fläche als für pflanzliche. Und Insekten verbrauchen nicht so vielährung, dann wäre das für die Biodiversität, für die Insektenvielfalt eine positive Entwicklung. Also esst mehr Mehlwürmer und weniger Kühe. Ja, ich meine, und das sage ich jetzt, also ich meine, ich rede jetzt, weil ich meine, es wird ja dann teilweise eben zu Mehl oder verarbeitet auf eine Weise, dass es jetzt nicht mehr zuordnenbar ist, also, und ich will ja gar nicht wissen, also ich rede jetzt nicht von Insekten, aber wenn man jetzt an Fleischprodukte denkt, also da will man ja oft auch gar nicht wissen, was man da alles zu sich nimmt. Und das sage ich jetzt als ein Mensch, der persönlich sehr konservativ ist bei dem, was er isst und schon ein Problem damit hat, wenn er die Sachen anschaut. Und ich habe sicher keine Wasserwanzen und auch keine Entenembryos oder sonst irgendwelche Sachen auf asiatischen Märkten gegessen. Also ich meine, das ist jetzt nicht, aber vom globalen Bild her ist das eine positive Entwicklung, würde ich sagen, ja. Es ist halt nicht mehr knusprig, wenn man so das Mehl verarbeitet. Ja. Bitte. Gibt es Fragen? Wenn Sie keine haben, habe ich welche. Warten Sie bitte auf das Mikrofon. Wir haben zu Hause einen Wintergarten und da stehen natürlich, wenn das Wetter schön ist, die Türen, die Fenster offen. Und ich bin überrascht, was da an Insekten hereinkommt. Nämlich, ich sehe da auch eine Veränderung. Also der Wintergarten ist jetzt 30 Jahre alt. Und ich finde, es gibt Insekten, die habe ich vor 30 Jahren noch nicht gesehen. Und wie betrachten Sie diese ganze Geschichte, wie die Insekten durch Handel und Verkehr immer mehr in andere Gebiete kommen? wie die Insekten durch Handel und Verkehr immer mehr in andere Gebiete kommen. Und es gibt ja auch schon Beispiele, dass manche von anderen gefressen werden oder zerstören, irgendwelche Bauten und dergleichen. Wie schaut das aus? Ja, also das ist ein ganz großes Thema, dass eben durch die Globalisierung sehr viele Arten in Gebiete verfrachtet werden, also sowohl Insekten als auch Pflanzenarten, also alles in Gebiete verfrachtet wird, in denen es nicht ursprünglich heimisch ist. Ein Groß, also ich meine, das sind unglaubliche Mengen, ich glaube, es sind mehrere hundert, ich glaube, ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube, ich habe im Kopf, dass es über 200 neue Nachweise pro Jahr gibt weltweit, obwohl es eh schon, auch gebietsfremde Arten, wenn man so will, und nicht jede davon expandiert. der Abwesenheit von Räubern, von Parasiten, die eben auf diese Arten spezialisiert sind, wie es der Fall ist, bei Arten, die halt, also wenn eine Art ursprünglich wo vorkommt, dann hat sich das ganze Ökosystem angepasst, dann gibt es eben Räuber, die die fressen, dann gibt es eben Parasiten, die die regulieren und so weiter und bei den gebietsfremden Arten gibt es das eben dann oftmals nicht oder teilweise kann man dann eben auch schon beobachten, jetzt ich weiß nicht, bei der Kastanienminiermotte, dass da eben jetzt, glaube ich, jetzt schon Vögel gibt, die das quasi gelernt haben, die zu fressen, was ein bekanntes Beispiel, also das kommt auch im Buch vor, ist auch der asiatische Marienkäfer. Also da ist zum Beispiel so, der hat halt einen parasitischen Pilz in sich für der Mitzu quasi als blinden Passier. Und er hat einen Stoff, der ihn dagegen immun macht. Und bei den Marienkäfern ist es aber so, dass die Larven sich oft auch gegenseitig fressen. Und genau, wenn der Asiatische einen heimischen frisst, dann wird er satt. Und wenn der Heimische den Asiatischen frisst, dann stirbt er. Also. dann wird er satt und wenn der Heimische den Asiatischen frisst, dann stirbt er. Was ich meine, die Bischöfe, ganz wenig für unsere Geschichte. Wie grob. Ja, eben, Sie sagen, dass man wenig, ja, und das ist eben ein, ja, und ich habe einmal, also ich habe einmal in der Bücherei, in Wien, in der Hauptbücherei, Ich habe mal in der Bücherei in Wien, in der Hauptbücherei, da steht ein Buch, das behauptet, warum diese invasiven Arten quasi positiv sind, weil es eben sehr anpassungsfähige Arten sind, die eben dann in großer Masse vorkommen, eine Masse, die vielerorts verloren geht. Und ich habe mir das mal ausgeborgt, aber ich habe es nicht geschafft, das zu lesen, weil ich selber so hadere mit den vielen invasiven Arten, die dann halt im Endeffekt also schon fast immer auf Kosten der Artenvielfalt gehen. Also sie produzieren viel Biomasse und manche Arten, also die kanadische Goldrute zum Beispiel, wird dann schon auch von vielen Insekten besucht. Also es ist jetzt nicht alles nur schwarz-weiß, aber im Großen und Ganzen geht es eigentlich immer auf Kosten der Artenvielfalt. Und die Artenvielfalt ist halt schon ein sehr großer Faktor für die Stabilität der Ökosysteme, weil je vielfältiger die Arten, die wo vorkommen, umso vielfältiger sind auch die optimalen Bedingungen und umso leichter kann sich ein Ökosystem an Veränderungen anpassen. Sie schreiben ja in Ihrem Buch, dass Insekten deshalb, dass es sie schon so lange gibt in dem Ausmaß, in dieser Artenvielfalt, nicht weil sie sich so sehr evolutionär anpassen, sehr schnell, sondern dass sie sehr beharrlich sind im Nicht-Aussterben. Ja, schreibe ich das? Ja? Schreibe ich das? Ja, also es gibt auf jeden Fall, also Insekten sind unglaublich alt. Also Insekten, also 100 Millionen Jahre waren Insekten die einzigen Organismen, also die ersten und einzigen, die fliegen konnten. Bevor sie fliegen konnten schon, oder? Nein, als quasi die Flugfähigkeit innerhalb der Insekten entstanden ist, hat es 100 Millionen Jahre gedauert, bis die nächsten flugfähigen Organismen entstanden sind. Und ich weiß gar nicht, ob das dann schon die Flugsaurier waren oder noch irgendwas. Weiß man, warum eigentlich die Flugfähigkeit entwickelt wurde bei den Insekten? Es waren ja die Allerersten, die das entwickelt haben. Es waren die Allerersten, die das entwickelt haben, nicht? Es waren die allerersten, die das entwickelt haben. Ja, ja. Naja, warum? Ja, das weiß ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Es gibt Theorien dazu, wie das entstanden ist, aber die kenne ich jetzt ehrlich gesagt nicht im Detail, dass ich sie geben kann. Und die Insekten sind ja auch aus dem Meer gekommen, oder? Ja, also Insekten sind terrestrische Krebse. Genau. Also eigentlich Körn, also auch wenn man es jetzt vom Stammbaum her betrachtet, sind Insekten innerhalb der Krebse angesiedelt und die nächsten Verwandten von Insekten. Das ist auch eben eine Krebsfamilie, die tatsächlich auch noch gar nicht so lange bekannt ist. Seit ich das gelesen habe, betrachte ich meine Silberfischchen im Bad mit ganz anderen Augen, weil das ist ja auch eine sehr, sehr alte Art. Ja, wirklich. Ich bin schon kurz davor, Ihnen einen Namen zu geben. Ja, sehr gut, sehr gut. Na, Silberfischchen sind super und die gehören eben wirklich zu den ursprünglichsten Insekten. Also das sind noch Insekten, die ganz ursprünglich keine Flügel haben, weil viele haben sie ja dann auch sekundär wieder verloren. Aber die Silberfischchen, genauso wie die Springschwänze, die man manchmal im Gras oder so, also die, wie nennt man, Gras-Erdflöhe, nennt man die, glaube ich, auch. Oder sind das schon? Ja. Ich bin ja immer ganz schlecht mit den deutschen Namen, aber das sind eben ursprünglich ungeflügelte Insekten, ja. Und was war genau? Und das sie lange... Naja, und was ich auch so faszinierend gefunden habe, also eben jetzt, ich habe schon gesagt, ich weiß nicht, ob ich es hier in Linz sagen darf, aber am 10. Februar erscheint tatsächlich mein zweites Buch, aber das heißt 50 Wiener Insekten. Also es ist beim Falter Verlag, da habe ich eben das ganze Jahr über jede Woche eine Art porträtiert und das erscheint jetzt illustriert als Buch. Und das Schönste beim Buchschreiben für mich ist tatsächlich, wie viel ich selber lerne, weil man halt so ganz grobe Geschichten im Kopf hat, aber dann tue ich immer ganz viel noch nachlesen. tue ich immer ganz viel noch nachlesen. Und was ich so witzig gefunden habe, ich habe dann versucht, zum Beispiel bei den Flöhen, also die sind auch relativ, ich meine gar nicht so alt, aber das sind die einzelnen Arten, also ich sage jetzt mal Katzenfloh und Hundefloh sind so weit voneinander entfernt, circa wie Mensch und Kapuzineräffchen. Ja, also wenn man es jetzt... Sie jucken aber beide. Erfahrung berichten. Kapuzineräffchen, doch, beim Flo weiß ich schon, bin ich schon gestochen worden. Gibt es so etwas wie ein Lieblingsinsekt, das Sie haben? Ist das der Kau oder haben Sie da andere Vorlieben? Der Kau, nein. Ich habe viele Lieblingsinsekten, weil es so viele gibt, dass ich mich da unmöglich auf eins festlegen kann. Ich habe beschlossen, ich sage bei jedem Interview ein anderes. Ich glaube zurzeit ist es, also ich mag tatsächlich Ölkäfer sehr gern. Ich Käfer, die man im Frühjahr oft sieht. Ich mag Gottesanbeterin total gern. Ich arbeite mit Wildbienen. Da gibt es kleine Steppen oder Dünensteppenbienchen. Das ist so die kleinste Wildbienenart Österreichs, die auf Sandflächen spezialisiert ist. Das gehört zu meinen Lieblingsarten. Also ich habe einige. Bitte, gibt es Fragen? Zuerst mal vielen lieben Dank für den faszinierenden Vortrag. Vielleicht ein bisschen was zu meinem Background, um die Frage ein wenig einordnen zu können. Ich komme aus dem Bereich der Beratungswissenschaften, bin auch angehende Psychotherapiewissenschaftlerin. Und man wird sich glauben, wir beschäftigen uns ja nicht nur mit Individuen, sondern auch mit gesellschaftlichen Themen. Und Sie haben vorher von Termiten gesprochen. Und wenn ich Robert May richtig oder das Zitat richtig verstanden habe und alle Organismen Insekten sind, also auch wir Menschen, komme ich mit einer Frage oder einem Terminus eher aus der Popkultur, nämlich dem Hive Mind. Dem was? Dem Hive Mind. Ich weiß nicht, ob Ihnen das was sagt. Ah, Hive Mind, ja. Hive Mind, ja, genau. Und von daher meine Frage, was können vielleicht auch wir Menschen als Organismen oder Insekten von den Insekten lernen? Die Sprache. Die Sprache. Das ist eine schwierige Frage und ich weiß nicht, ob die bei der Psychologie nicht auch besser aufgenommen wird als in der Entomologie. Also zum Robert May, ich glaube, das war eher so gemeint, dass es so viele Insektenarten gibt, dass die anderen untergehen. Aber ja, was können wir lernen? Ich glaube, die Frage geht schon Richtung Insektenstaaten. Geht es da mit dem Einzelnen, das einzelne Individuum hinausgehende. Ja, ja, also ich meine, gut, Insektenvölker, gut, das ist natürlich nochmal eine Sozialität, die es bei Menschen nicht gibt, die sind ja auch reproduktiv quasi. Verkastet. Verkastet, wenn man so will. Also da gibt es eben die Königin, also da wirkt das ganze Volk als ein Superorganismus. Und faszinierenderweise funktionieren die ja auch, also das Verhalten wird ja oft von relativ einfachen Befehlen oder chemische Befehle oder? Ja, also gesteuert. Also da gibt es ja glaube ich auch zum Beispiel schon Roboter, wo man es geschafft hat, dass sie sich so ähnlich wie Ameisen verhalten können. Und wie gesagt, ich finde es auch so faszinierend. Also eine der also eine sehr grundlegende Arbeit zum Thema, woher weiß die Wespe, was sie zu bauen hat, ist eben an einer solitären, also an einer einzeln lebenden Wespe durchgeführt worden. Da hat eben ein Forscher sie eigentlich gepiesackt, kann man sagen. Also jedes Mal, wenn sie etwas gebaut hat und weggeflogen ist, hat er zum Beispiel das wieder kaputt gemacht und hat geschaut, okay, wie reagiert sie darauf, macht sie dort weiter, wo sie aufgehört hat oder fängt sie wieder von vorne an und so. Und dann hat man zum Beispiel festgestellt, okay, das sind Schlüsselreizketten, aber das führt jetzt ein bisschen weit weg. Aber dass im Endeffekt sie halt den Instinkt hat, was zu bauen und wenn es dann eine bestimmte Länge hat, dann ist das der Schlüsselreiz, damit sie ihr Verhalten ändert und dann zum Beispiel die Röhre weitermacht und wenn das dann wieder eine gewisse Weite erreicht hat, dann ist es wieder ein Schlüsselreiz, der etwas anderes hervorruft. Und im Prinzip ist es bei Termiten und bei Ameisen so ähnlich, nur dass dann auch noch Pheromone von der Königin eine große Rolle spielen und Umweltreize das Ganze irgendwie ein bisschen modifizieren. Und von dem her, ich glaube nicht, dass man das direkt auf den Menschen übertragen kann, aber manchmal beobachtet man was, was vielleicht als Spiegel auch irgendwie wirken kann. Ich meine, ich habe das nie genau nachgelesen, aber es gibt, glaube ich, schon so Sachen, wo dann die Ameisen im Kreis rennen oder so, wo ich mich dann gefragt habe, okay, kann das irgendwie auch ein Spiegel für eine Gesellschaft sein, aber das ist jetzt keine Entomologie mehr. Vielen Dank. Ein Kapitel lautet im Buch ja auch, woher wissen die Termiten, wo Süden ist oder Süden und Osten ist, nämlich die Himmelsrichtung. Es gibt diese Bauten, die genau ausgerichtet sind nach dem Sonnenlauf, um eine entsprechende Kühlung dieser Platten oder eine entsprechende Erhitzung dieser Platten zu erreichen, um dann wieder die Thermik im Bau herzustellen. Woher wissen Sie es? Dass das so und so der Sonnenverlauf geht? Naja, den Sonnenverlauf, den nehmen Sie ja wahr. Ja. Schreiben Sie auf? Die Sommersonnenwende? Nein, auf welcher Seite die Sonne aufgeht nehmen sie ja wahr. Ja, die schreiben es auch auf oder sagen, das ist die Sommersonnenwende, oder? Nein, auf welcher Seite die Sonne aufgeht und auf welche sie untergeht. Und ich glaube, die sind dann einfach so ausgerichtet, dass die maximale Sonneneinstrahlung das maximal erwärmt am Vormittag, also die maximale Fläche. Gibt es dann Temperaturfüllbeauftragte? Naja, Temperaturen können sie schon fühlen, aber es ist tatsächlich auch so, dass Insekten Sinne haben, also die wir nicht haben. Also es gibt beim Bonachfall, da gibt es tatsächlich auch so einen, die können Erdmagnetismus wahrnehmen in den Antennen, glaube ich. Passiert das auf Eisenkristallen? Das weiß ich jetzt nicht. Vielleicht steht es in meinem Buch. Lesen Sie das Buch, dann werden Sie willkommen. Da steht vieles, das ich nicht mehr im Kopf habe, das ich ausgelagert habe. Ich weiß nicht mehr, ob das Eisenkristalle sind, aber sie haben auf jeden Fall Organe, mit denen sie das Erdmagnetfeld wahrnehmen können. Sie können oft Polarisation wahrnehmen, also des Lichts zum Beispiel auch. Also das hat man auch vor nicht so langer Zeit festgestellt, dass Dunkefer sogar die Polarisation des Mondlichtes wahrnehmen können. Und dann ganz zu schweigen von den Nachtfaltern, die halt wirklich anhand einzelner Moleküle, also Stereo riechen sowieso, aber auch anhand einzelner Moleküle schon fast einer Pheromonspur folgen können. Also sie können schon auch vieles, was wir nicht können und was wir uns auch nie abschauen werden können. Naja, mit technischen Hilfsmitteln schon. Okay, faszinierend. Bitte. Sie haben diesen Terminus Planeten, Insekten verwendet und auch ganz zu Beginn die Besäubungsleistung so hervorgestrichen, die die Artenvielfalt hervorbringt. Ich würde gerne eine Einschätzung von Ihnen haben, ob wir als Menschheit überhaupt diese Bedeutung realisiert haben, weil unsere Nahrungsgrundlage ist abhängig von den Insekten. Nicht, dass wir sie essen, sondern dass sie unsere Pflanzen bestäuben. Was bräuchte es, dass wir das realisieren? Wie schätzen Sie es einfach ein? Na eben, also das ist, danke für die Frage, also ich finde, dass wir das überhaupt nicht sehen und das ist für mich halt schon, also man hat das Gefühl, das Essen kommt aus dem Supermarkt und wenn man weiterdenkt, dann denkt man sich auch, okay, es kommt vom Landwirt oder der Landwirtin, aber niemand bedenkt, dass auch der Landwirt und die Landwirtin nicht das einfach aus dem Hut zaubern, sondern dass da eben das gesamte Netzwerk, das ich vorher gezeigt habe, irgendwie dahinter steht. Es gibt tatsächlich auch wenig Studien. Es ist natürlich auch schwer, diese Bestäubungsleistung zu messen, weil natürlich die Bestäubung oder der Ertrag, sagen wir es mal so, auch noch von anderen Faktoren abhängt und jetzt nicht nur von der Bestäubung. Und ich frage mich manchmal, inwiefern, also weil ja schon die Insektenbiomasse stark zurückgegangen ist, ob der Ertrag, also ob die Bestäubungsleistung nicht eh schon mancherorts zurückgegangen ist. Aber ja, was bräuchte es, damit Menschen das stärker wahrnehmen? Also doch, es gibt schon eine Antwort. Nicht direkt darauf. Vielleicht wäre jetzt so ein Go-Bucks-Go vorzustellen. Ja, Go-Bucks-Go. Ich sage noch eine Sache davor. Aber danke, mache ich gleich. Also eine Sache, die ich sehr spannend gefunden habe, ist, dass auch eine Studie gezeigt hat, dass der Faktor, der umweltfreundliches Verhalten am stärksten beeinflusst, sind naturnahe Erlebnisse in der Kindheit. Weil das sind ja zwei Sachen. Das eine ist ja das Wissen und das andere, ob man sich dem Wissen entsprechend verhält oder ob man irgendwelche Schlussfolgerungen fürs Verhalten daraus zieht. Und ob es jetzt irgendwie einfach in der Natur spielen oder sogar vielleicht angeln oder schwimmen oder was auch immer, also es muss jetzt kein bi schon auch eine große Verantwortung im Bildungssystem. Also ich habe auch mal mit einer Freundin, oder sie hat die Idee entwickelt, die mir sehr gut gefallen hat, eine Umweltwoche oder Biodiversitätswoche statt einer Skiwoche einzuführen. statt einer Skiwoche einzuführen. Ja, und andererseits ist es natürlich wichtig, dass man eben alle Bereiche der Gesellschaft erreicht und jetzt nicht nur die, die eh schon Naturschützer sind oder sich für die Umwelt einsetzen. Und da genau finde ich zum Beispiel eben GoBugsGo ziemlich cool. Also eben der Künstler Edgar Honnethschläger, der eben so einen Verein gegründet hat, mit dem Flächen angekauft und der Natur zurückgegeben werden, im Sinn von, dass es dann eben Non-Human Zones werden, also nicht menschliche Zonen. Also er fragt sich, okay, ist es legitim, dass es Flächen auf der Erde, oder er behauptet, es ist legitim, dass es Flächen auf der Erde gibt, die nicht uns Menschen gehören, sondern die wir einfach der Natur zurückgeben. Und ich finde das, also mir ist vollkommen klar, dass aus biologischer Sicht die Arbeit des Naturschutzbundes wertvoller ist, die jetzt zum Beispiel Halbtrockenrasen auch pflegen, also die jetzt eben seltene Arten aktiv fördern, aber ich finde, für einen Mindchange, also für eine Bewusstseinsänderung, finde ich das eben auch sehr wertvoll, vor allem, weil er eben ganz andere Menschen erreicht, also er erreicht eben Menschen, keine Ahnung, aus der Kunstszene, aus der Filmszene, aus der, ja, vielmehr so die Bourgeoisie vielleicht, oder auch nicht. Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall sind da immer sehr viele Menschen, ja. Das Journalistengschwerl, nicht? Ja, oder sowieso. Go Bugs Go, schauen Sie sich das an im Netz, das ist wirklich eine faszinierende Geschichte. Genau, und ich habe mit ihm, also Sie haben es eh, diesen Walk of Insects, also wir haben zusammen ein Insektenmanifest verfasst und das ist sehr gut geworden. Das hängt auch hinten und man kann es auch mitnehmen als Plakat, vielleicht gegen eine kleine Spende für Go Bugs Go. Und das war aber eine sehr schöne Erfahrung, dieses Insektenmanifest gemeinsam zu verfassen, weil wir uns eben von den zwei Enden, also quasi von der Kunst und von der Wissenschaft, irgendwie in der Mitte getroffen haben. Und ich finde, das ist sehr stark geworden, dadurch, dass wir einen Konsens gefunden haben. Und ich glaube, das ist schon noch ein wichtiger Weg, dass man die Wege sucht, wo man sich trifft. Also wo sich unterschiedliche, ich weiß nicht, wo sich die Pädagogik mit der Wissenschaft trifft, oder vielleicht auch, ich meine, das ist jetzt wieder weit hergeholt, aber wo zum Beispiel Klimaschutz und Biodiversitätsschutz in einem passieren, also dass man Maßnahmen sucht, die Genau, bitte. Ah ja, genau, das sieht man jetzt da. Das Manifest, genau. Ja, es sind 13 Punkte für die Insekten. Bitte, Sie hatten eine Frage. Es ist nicht direkt eine Frage, sondern ich möchte einfach nur ein paar Punkte einbringen. Ich habe jetzt gesehen, den Ziegelböden, ich habe mich mein Berufsleben lang mit Böden oder vor allem mit Böden und Landschaftsplanung beschäftigt. Böden oder vor allem mit Böden und Landschaftsplanung beschäftigt. Aber ich wollte jetzt auch auf andere Punkte hinweisen. In der Landwirtschaft sind leider die Trends nicht absehbar, dass es hingeht, dass die Abnahme der Artenvielfalt, dass sich da was verbessern würde. Also vor einigen Wochen war wieder ein Hinweis in Ö1, dass der Pestizideinsatz in Österreich um 20 Prozent gestiegen ist. Da werden sicher auch jede Menge Insektizide darunter sein, leider. ich mich auch mit dem Thema Garten beschäftige, glaube ich, dass man in diesem Bereich, wir haben jetzt mehrere Trends, das ist der Schottergarten, den würde ich jetzt mal wegnehmen, kein Beitrag zur Biodiversität, Bodenserstörung, Artenvielfalt weg. Und das ist natürlich der Rasen mit dem Rasenroboter, aber es gibt eben auch diese tollen Aspekte wie Natur im Garten, die gefördert werden, wie Insektenfreundlicher Garten vom Siedlerverband. Und das sind wirklich Dinge, wo jeder und jede was machen kann im eigenen Garten und belohnt wird, was machen kann im eigenen Garten und belohnt wird mit neben der Blütenvielfalt mit Insekten, die es dann zu beobachten gilt, wo man dann wieder bei den Kindern sind, die dadurch, dass sie da spielen und was beobachten, eben auch einen ganz anderen Zugang zu Tieren kriegen, also zu Insekten natürlich auch, so wie es bei mir selber eben auch war. Ein Punkt, den ich noch anschneiden möchte, nachdem ich auch viel mich mit Pflanzen und deren Treiben beschäftigt habe, ist ja das Zusammenleben von Pflanzen mit Insekten ist ja ganz ein wahnsinnig faszinierendes Thema. Zum Beispiel, wie einer den anderen manipuliert und für seine Zwecke nutzt. Da kann man dann eigene Bücher drüber schreiben. Also das populärste, oder das, glaube ich, das ich die meisten kenne, sind diese Orchideen, die bestimmte Hummelmännchen, irgendwelche Hummelragwur die bestimmte Hummelmännchen, irgendwelche Hummelragwurz, Hummelmännchen anlocken, die dann so begeistert sind von der Orchideenblüte, dass sie überhaupt keine Hummelweibchen mehr haben wollen. Na wirklich? Ja, ja. Das sind sowieso Sexpuppen. Die sind besser wie jedes echte Hummelweibchen. Und sobald diese Orchidee bestäubt ist, hört sie eben auf zu duften wie das allerbeste Hummelweibchen und dann ist Schluss dann interessiert es das Insekt auch nicht mehr und umgekehrt gibt es das natürlich auch oder Gallen die die Pflanze animieren die Behausung für den Nachwuchs herzustellen. Aber zu 100 Prozent, also auch bei den Gärten, das ist schon, ich meine, ich finde, mich baut es immer auf zu sehen, also wie viel Potenzial es noch gibt, wie viel, also eben wenn ich mir die Fläche, die ich vorher im Vortrag gezeigt habe, Wie viel, also eben wenn ich mir die Fläche, die ich vorher im Vortrag gezeigt habe, beim Museumsquartier anschaue, die darf jetzt noch immer so sein, aber es sind, ich weiß nicht, acht oder neun solche Flächen daneben, die sind immer noch englischer Rollerasen, weil das ist jetzt das eine Kunstwerk und das ist jetzt so und der Rest bleibt ein Rollerasen, obwohl das jetzt weder eine Liegewiese ist, noch ein Spielplatz, noch sonst irgendwas. Und gleichzeitig sehe ich halt, okay, es gibt noch so viel Potenzial, wo man Flächen, Insekten naturfreundlicher gestalten kann, ohne dass uns irgendwas verloren geht. Im Gegenteil, es ist eine Bereicherung, wenn man da vorbeigeht und es duftet nach Kamille und man kann das eben beobachten. Und genauso gibt es, also in Gärten, ich weiß nicht, wenn man da vorbeigeht und es duftet nach Kamille und man kann das eben beobachten. Und genauso gibt es in Gärten, ich weiß nicht, also stellenweise merkt man schon ein Umdenken. Ich finde es schön, dass es in Wien auch immer mehr so um die Bäume herum so Grätzeldynamik gibt. In der Welt zum Beispiel. Ja. Ja, es gibt so Ansätze, um insektenfreundlicher zu werden in der Landschaft generell. Da geht es um Züge von Wäldern, die man wieder schließen will und Öko-Trittsteine, Trittsteinflächen. Und da würde ich Sie gerne fragen, wie nahe müssen denn die beieinander sein? Denn gerade Insekten haben ja nicht diese große Reichweite. Ein Rälein wandert schon mal in der Nacht ein paar Kilometer, aber ein Leuchtkäfer wird wahrscheinlich nicht sehr weit unterwegs sein. Wie eng müssen denn diese Ökotrittsteine in der Landschaft sozusagen beisammen sein, dass tatsächlich noch ein Austausch stattfinden kann und eine Inzucht stattfindet oder was auch immer? Also das hängt natürlich von der Art ab und von der Flugfähigkeit der Art und von der Größe der Art. Aber tatsächlich finde ich es extrem faszinierend und für mich absolut unvorstellbar, wie manche Insektenarten, also manche Arten sind wirklich hochspezialisiert, wie jetzt das Laienbienchen, das halt wirklich ein Vorkommen des gelben Laien benötigt, der halt sehr selten ist in der Landschaft. Und wie die das schaffen, neue Flächen, die halt irgendwo sind, zu finden und zu besiedeln, also zu finden, zu besiedeln, ja. Und, also ich sage, Daumen mal Pi, aber das ist jetzt sehr grob, bei Bienen kenne ich halt, habe ich mal gesehen, 30 Kilometer, jetzt als Größenordnung, aber das hängt natürlich, ich meine, es gibt ja Winde, also ich meine, es ist sehr viel Glück auch dabei. Der Springspanz würde jetzt nicht glücklich sein, dass er 30 Kilometer laufen muss bis zu einer Gefährtin eventuell, oder? Ja, aber genau, also ich rede jetzt von den flugfähigen, wie gesagt, also ich meine, größere flugfähige Insekten können natürlich, also es gibt Studien, also es kann eine Holzbiene oder eine Hummel, da gibt es sogar Untersuchungen, dass die manchmal zehn Kilometer bis zu einer besonders tollen Pollenquelle fliegen und wieder zurück. Andere Arten, also das Glühwürmchen ist eben eher schwer, das irgendwo auch neu anzusiedeln. Es benötigt Schneckenvorkommen und halt Dunkelheit. Also man kann es nicht pauschal beantworten, aber gleichzeitig können Insekten auch sehr kleine Flächen nutzen als Trittsteine im Unterschied zu Säugetieren oder so. Es tritt Steine im Unterschied zu Säugetieren oder so. Und das ist, finde ich, das Coole bei Insekten, dass man da wirklich mit einem Garten einen Unterschied machen kann. Also es gibt wirklich kleine, also normal große Gärten, wo halt 100, 200, 300, also sogar Bienenarten nachgewiesen werden können, wenn man die eben so gestaltet, dass man die herlockt. Okay, es gibt aus den Tiefen des Netzes eine Frage. Ja, eine Meldung. Wo ist sie? Da ist sie. Zwei Fragen zu dem Ernährungsthema, das bereits angesprochen wurde. Wäre Nahrung für Menschen aus Insekten wirklich ressourcenschonender zu produzieren? Und fühlen Insekten Schmerz, wie es mit dem zentralen Nervensystem von Säugetieren vergleichbar ist? Ich glaube, die erste Frage haben wir beantwortet schon. Ja, also es ist auf jeden Fall ressourcenschonender als Fleisch. Das auf jeden Fall. Und die zweite Frage, also ich meine, vergleichbar mit Säugetieren ist jetzt, tue ich mir schwer, aber ja, also Insekten, natürlich fühlen Insekten etwas wie Schmerz, also es ist einfach eine Abwehrreaktion gegen Schädigungen des Körpers oder zur Verhinderung von Schädigungen des Körpers oder zur Verhinderung von Schädigungen des Körpers. Oder beziehungsweise ich meine Insekten, also das ist auch ein Thema, das jetzt nach und nach aufkommt. Also so quasi Gefühle Insekten, weil man festgestellt hat, okay, es gibt doch sogar sowas wie Spieltrieb bei Hummeln, also im Hummelfolg, wo man denen was gegeben hat und so. Ja, und das ist sicher ein Aspekt, wenn man das jetzt in Verbindung miteinander bringen möchte. Aber gut, ich meine, Menschen, die Fleisch essen, also die werden wahrscheinlich, also die Menschen, die Schweine und Kühe essen, werden wahrscheinlich nicht wegen des Schmerzes der Insekten Hemmungen haben, Insekten zu essen. Also ja, weiß nicht, ob die Frage, also ich meine ja, wie direkt man das vergleichen kann, den Schmerz, also das kann ich nicht beurteilen, also da habe ich jetzt auch kein Fachwissen, um das irgendwie zu Okay, die Dame vom Büchertisch, bitte. Mich würde interessieren, was man im kleinen Rahmen zur Biodiversität beitragen kann. Wenn man zum Beispiel keinen Garten hat, ist es ein bisschen schwierig, jetzt größere Nutzflächen zu generieren. Wie kann man im alltäglichen Leben irgendwie dabei drungen? Also wenn man jetzt wirklich vom Materiellen her denkt, ist es bestimmt durch das Konsumverhalten. Also sei ich jetzt mal bewussterer Konsum, was ich konsumiere. Aber wofür ich auch plädiere, also man sagt ja irgendwie so, der ökologische Fußabdruck und umgekehrt aber auch der ökologische Handabdruck ist, wie ich quasi in die Gesellschaft wirke und was ich vorher gesagt habe, also wenn man jetzt mit Kindern in die Natur geht oder wenn man, sage ich jetzt mal Lehrer ist und solche Ausflüge fördert oder dass man eben politische Entscheidungen hinterfragt, wie wirkt sich das eben auf die Umwelt aus oder sich eben im Grätzl engagiert, das da oder Druck macht oder einfach sein Bedürfnis äußert, dass man sich mehr Grünflächen wünscht. Also ich glaube, da muss jeder auch ein bisschen schauen, wo komme ich her und was ist jetzt meine Stimme, die ich einbringen kann. bringen kann. Faszinierend ist ja auch, wir haben schon geredet über Insektizideinsatz, Pestizideinsatz und so weiter. Ich würde gerne von Ihnen wissen, gibt es da Erkenntnisse über die Auswirkungen dieser Insektizide? Sind die hauptverantwortlich für den Rückgang? Und ja, das ist nochmal deine Frage. Naja, also hauptverantwortlich, das Dramatische ist halt, würde ich sagen, die Kombination oder das, was so wirkungsvoll ist, um die Insektenbiomasse zu reduzieren, ist die Kombination aus Lebensraumverlust für Insekten, also wenn man sich anschaut, wie viel Fläche wir überhaupt in Mitteleuropa für uns nutzen, ist das halt schon mal sehr viel. Und das, was übrig ist, also wenn ich jetzt quasi, jetzt quasi, wenn ich halt jetzt ganze Gebäude und Straßen und auch intensiv bewirtschafteten Flächen abziehe und dann schaue, okay, was ist übrig, sich zu fragen, okay, welche Qualität hat das, was übrig ist? Oder auch, wenn man jetzt sich anschaut, eben Acker, Randstreifen, also, ja. Welche? Wie groß ist die Fläche? Wie lange dürfen die stehen bleiben? Wie viele Pestizide kommen drauf? Oder eben, ich habe schon gesagt, Grünflächen, ist das jetzt ein Rollrasen oder ist das eine Blühwiese? Das ist halt 100 zu 1 und ein Rollrasen ist halt wirklich wie eine Wüste, da kann ich fast gleich asphaltieren. Also das macht nicht so einen riesigen Unterschied. Gibt es Korrelationen zwischen dem Ausräumen der Landschaft, der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Insektenrückgang? Natürlich. Ja, das ist der Hauptgrund, ja. Und dass diese Insektizide zum Beispiel, weiß ich nicht, wie heißt das Zeug von Bayern? Neonicotinoide? Neonicotinoide? Ja, das ist Roundup. Das wird ja von den Privaten in den Gärten wahrscheinlich in einer größeren Dosierung gebraucht als in der Landwirtschaft. Also auch da gibt es... Vor allem ist das im Privaten überhaupt nicht reguliert, glaube ich, weil das kann man einfach kaufen im Bauhaus. Nein, nein, es ist verboten. Mittlerweile ist es verboten im Privatbereich, aber die Leute haben natürlich Zugänge. Aber es ist halt insgesamt, es ist die Kombi. Also ich sage, die Pestizide wären, glaube ich, nicht so schlimm, wenn wir in einer naturbelassenen Landschaft leben würden und an einzelnen Flächen mit Pestiziden behandelt würden und es genug andere Flächen gäbe. Wäre es okay, aber wenn die einzigen Flächen, die existieren, wenn dann einfach nichts mehr übrig ist, dann wird es irgendwann... Dazu hält mir gleich eine passende Frage aus dem Livestream. Wolfgang fragt, wie stark wirkt sich Lichtverschmutzung aufs Artensterben aus? Lichtverschmutzung ist eben auch ein großes Thema, das natürlich vor allem nachtaktive Insektensterben aus. Ja, also Lichtverschmutzung ist eben auch ein großes Thema, das natürlich vor allem nachtaktive Insekten betrifft, das dazu führt, dass eben Insekten werden angelockt von dem Licht, wobei es da auch unterschiedliche Theorien gibt, wie oder warum genau, aber wir wissen alle, viele Arten fliegen zum Licht und das wirkt dann als ökologische Falle, kann man sagen. Ich meine, einerseits ist es dann schon oft für Fledermäuse oder so ein gefundenes Fressen. Also die meisten Insekten, die zu einer Lichtfläche fliegen, sterben binnen kürzester Zeit. Und selbst wenn sie nicht sofort fliegen, vermehren sie sich nicht. Und selbst wenn sie nicht sofort fliegen, vermehren sie sich nicht. Und da gibt es unterschiedliche Maßnahmen, die jetzt auch schon nach und nach getroffen werden, um das zu verringern. Also es gibt auch die, ich glaube, die Dark Sky Association, das kann man auch nachschauen, die eben auch so Empfehlungen abgibt. auch so Empfehlungen abgibt. Also natürlich Licht nur dort, wo man es wirklich braucht, zu den Zeiten, zu denen man es wirklich braucht und idealerweise zum Beispiel nach oben zumindest abgeschirmt, also dass es halt nicht nach oben auch strahlt, sondern wenn man es unten benötigt. Und ich habe das auch faszinierend gefunden, also bei der Energiekrise, wie es dann plötzlich möglich war, alles zu Mitternacht abzudrehen und wenn Energiepreise dann halt wieder günstig sind, dann ist halt alles wieder die ganze Nacht beleuchtet. Und es gibt aber auch, es macht auch einen großen Unterschied, welche Lichtfarbe das Licht hat, weil Insekten primär von Licht im Blauspektrum angezogen werden und man mit den LEDs eigentlich sehr gute Möglichkeiten hat, das zu definieren, in welcher Lichtfarbe das Licht emittiert wird. Ist es der Mond, der die Insekten da anzieht? Ja. Also es ist, einerseits sagt man irgendwie Orientierung anhand des Mondes und ich habe aber letztens auch, also da wird tatsächlich auch noch geforscht, also da ist letztens eine Arbeit rausgekommen, die eine andere Theorie präsentiert hat, wie, warum die genau herumflattern, aber ich kann es jetzt gerade nicht mehr. Das war nach dem Buch und ich habe mir gedacht, aber ich kann es jetzt nicht mehr genau wiedergeben. Okay, gut. Sie sind zweite Bitte, der Herr. Ich möchte Sie bitte noch etwas fragen. Sie haben ja gesagt, Insekten sind mit den Krebsen verwandt oder sind terrestrische Krebse. Und ich bitte mich einmal gehört zu haben, dass es auch Insekten gibt, die am Ozean, also weit, weit vom Land entfernt, am offenen Ozean leben, mit der Oberflächenspannung des Wassers, so wie diese, das sieht man ja auch in Teichen oft, so Insekten, die so... Wasserläufer, oder? Ja, genau, Wasserläufer. Sind das jetzt auch Insekten oder sind das dann doch Krebse? Nein, das sind Insekten, ja. Die aber am Wasser leben. Ja, das sind Wanzen, glaube ich. Es gibt manche Wanzenarten, die kenne ich jetzt auch nicht genauer, aber es gibt die, die wirklich auf hoher See leben. Also nicht nur im Uferbereich, sondern es gibt Arten, die wirklich auf hoher See leben. Aber mit denen habe ich mich noch nie genauer, aber es ist ein total spannendes Thema. Also ich weiß gar nicht genau, wie die sich dann fortpflanzen oder wie der Lebenszyklus ist und wovon die sich ernähren, aber ich weiß, dass es sie gibt. Sind die vom Land wieder zurück ins Wasser, kann man sagen? Ja, genau. Und eines wollte ich Sie noch fragen, das habe ich vorher nicht ganz richtig verstanden akustisch, aber ich bin ein bisschen neugierig. Sie haben erzählt von dem Erlebnis mit der Spinne auf der Toilette in Indonesien. Und wenn ich richtig verstanden habe, haben Sie gesagt, das ist kein Insekt, weil es schon so groß ist? Nein, Spinnen gehören zu den Spinnentieren, die haben eben acht Beine. Aha. Also es gibt die Arthropoda und da gehören eben die Krebse, also die Krebse, innerhalb der Krebse die Insekten und dann die Tausend- und Hundertfüße und die Spinnentiere, die sind quasi eine Verwandtschafts-, eine größere Verwandtschaftsgruppe. Und genau, die Spinnentiere haben alle acht Beine, da gehören auch die Milben dazu, also Milbenspinnen, Skorpione und Insekten, das sind alle, die sechs Beine haben. Aha. Ja. Ja, ich bin ein paar Minuten zu spät gekommen. Also alles gut. Vielleicht haben Sie das ja gesagt. Faszinierend ist ja, dass Bienen als Insekten dann Milchspinnentiere als Parasiten haben. Ja, ja, ja. Also ja, es gibt auch Insekten natürlich, die Spinnenparasiten. Also die Beziehungen sind sehr vielfältig. Durcheinander. Untereinander und durcheinander. Okay, bitte. Es hat in den Anfang 70er Jahren einen Dokumentarfilm gegeben, der sogar einen Oscar bekommen hat. Der hat geheißen The Hellstream Chronicle. Ich weiß nicht, ob Sie das kennen. Das war ein Wissenschaftler, der hat Mensch und Insekten in einem dokumentarischen Spielfilm quasi dargestellt und ist zu dem Konklusio gekommen, dass die Insekten in jedem Fall durch ihre Robustheit, durch ihre Kolonieverhalten und ihre Anpassungsfähigkeit in ferner Zukunft den Menschen überleben werden. Hellstream-Chronik hat der Film geheißen, zum Nachlesen im Internet. Das ist diese Schabentheorie, dass das am Schluss dann... Also davon würde ich, ich würde fix davon ausgehen, also natürlich würden Insekten mehr aushalten als wir Menschen. Die Frage ist nur, wie viele der Insekten, die heute existieren. Also wahrscheinlich würden viele, viele, viele Arten vorher verloren gehen, dann der Mensch und einige... Es hat ja bei diesen großen Aussterbeereignissen, die es in der Evolution dieses Planeten gegeben hat, ja auch immer wieder tausende Insektenarten vernichtet. Ja. Ja, ja. Also ja, oder überhaupt, es hat schon einige ganz massive Aussterbeereignisse gegeben, wo wirklich so 80 Prozent der gesamten Frauen auf der Erde ausgestorben sind und dann in anderer Form hat es sich halt dann wieder entwickelt. Nein, ich weiß nicht, das ist diese Kakerlaken-Theorie, dass immer wieder hören wir es, wenn einmal der Rauch der Atombomben sich verzogen hat, dann werden die Kakerlaken zwei Meter lang und so. Das sind diese Überlegungen. Aber die gibt es auch hinsichtlich der Oktopusse und so, dass die dann die Menschen ausbezahlen können. Aber ich meine, Insekten haben ja auch viel mehr Möglichkeiten, sich, also manche Arten natürlich, sich zu vergriechen, sage ich jetzt mal, in irgendwelchen unterirdischen Höhlensystemen. Sie frieren ja teilweise sogar ein, und dann werden sie im ersten Sonnenstall wieder aufgebaut und flattern erneut davon. Faszinierend, bitte sehr. Da warten Sie bitte auf den Würfel, Moment. Weil Sie jetzt gesprochen haben, Insekten haben die Möglichkeiten, sich zu verkriechen, und mir kommt vor, ich habe so vage Erinnerungen, vor einem Jahr oder zwei habe ich mal so gehört, dass man irgendwie so, erstens, ich glaube es war ein Tausendfüßler oder sowas, der in immens großer Tiefe lebt. Der erste mit über tausend Füßen, war das, glaube ich. Und ziemlich viele Beine hat, ja. Ich glaube, das war der erste Tausendfüßler, den man gefunden hat, der wirklich über tausend Füße hat, weil die meisten haben viele, viele, aber nicht tausend. Und der hat ja, aber genau, was mir dazu einfällt, zur Widerstandsfähigkeit von Insekten, also das habe ich zum Beispiel auch erst vor kurzem gelesen und in meinem neuen Buch eingebaut. Beim grünen Heupferd ist es so, dass die Eier, die sie legen, halt frühestens im übernächsten Jahr schlüpfen. Also die schlafen. Und manchmal sogar, also die können bis zu fünf Jahre in der Embryonalphase im Ei verbringen. Und die Eier sind halt viel, viel widerstandsfähiger. Und schon allein durch solche, und das haben schon viele Insekten, verbringen und die Eier sind halt viel, viel widerstandsfähiger. Und schon allein durch solche, und das haben schon viele Insekten, also ich glaube bei sehr vielen, also die meisten Insekten haben halt so einen jährlichen Zyklus, aber auch da gibt es glaube ich manchmal Fälle, wo die dann halt ein Jahr überspringen und das ist schon eine Möglichkeit, um Katastrophen, sage ich jetzt mal, zu überdauern. Oder halt eine Dürre oder eine Flut oder sonst irgendwas. Oder eine Hungerphase, in der man das eigene Männchen auffrisst. Das gibt es ja. Also ja, es ist wieder was anderes. Eine Frage von Arno. Gibt es Regionen auf der Erde, wo quantitativ Zunahmen an Insekten beobachtet werden? Boah, das ist eine gute Frage. Das weiß ich nicht. Also ich bin mir dessen, ich bin mir keiner Studien bewusst, aber ich habe auch nicht danach recherchiert. Und das Ding ist eben, wenn man jetzt von Quantitativ, also Quantitativ ist natürlich schwierig, weil eben, ich weiß nicht, also viele kennen wahrscheinlich die asiatische Reiswanze, die jetzt überall vorkommt, was natürlich ein Biomassefaktor ist, was halt nur eine Art ist, die sich massiv vermehrt. Ja, also ich glaube, ich weiß nicht, ob es da Studien dazu gibt, die das belegen würden und wenn, dann kenne ich sie nicht. Vielleicht kann man die Frage so drehen, welche Gegend hat denn die höchste Insektendiversität? Also Diversität, ja. Diversität der Regenwald und da gibt es aber auch sehr bedenkliche Studien, die aber auch heiß diskutiert werden, sage ich jetzt mal, dass halt der Regenwald, aber was auch plausibel ist, sehr stark vom Klimawandel betroffen ist, weil die Arten dort halt ein, also das kann man sich schon vorstellen, in den gemäßigten Breiten sind sie große Temperaturschwankungen gewohnt, während im Regenwald in Gegenden, wo die Bedingungen das ganze Jahr über sehr stabil sind, Sie halt weniger, sage ich jetzt mal, mit Ausreißern umgehen können? Bitte. Also ich glaube, ich habe heute ein Gebiet entdeckt, wo Biomassezuwachs an Insekten stattfindet. Ich habe mir gedacht, ich stelle diese Frage jetzt, auch wenn sie sehr, sehr spezifisch ist, wenn ich schon eine Insektenforscherin das sitzen habe. Ich war im Müllviertel unterwegs, bin durch Wald und Wiese gestapft. Und es gibt noch viele Schneeflächen. Und ich habe plötzlich entdeckt, weil ich Tierspuren angeschaut habe, auf dem Schnee sind ganz viele kleine Punkte. Springschwänze. Kolumbola. Millionen und Abermillionen. Oder Gletscherfloh. Ja, Gletscherfloh voll am Schnee. Aber das ist cool. Wirklich, ich habe geschaut, im Wald. Da muss sich jetzt noch was loswerden. Es gibt eine ganz tolle, oder ich meine, ich finde geschaut, im Wald, da draußen. erstaunlich gute Vorschläge zu machen, um was für eine Art es sich handeln könnte. Und gleichzeitig werden aber die Daten durchaus auch von der Forschung genutzt, also um zu monitoren, sage ich jetzt mal, wie sich die Verbreitung von Arten verändert. Aber das wäre cool. Es kann schon ein Gletscherfluss sein. Ein Naturalist, runterlassen. Ja, die sind übermini. Die sind ganz witzig. Aber die sind eben eigentlich nicht, also genau, die sind, glaube ich, wenn sie wo vorkommen, dann kommen sie in großer Zahl vor, aber sie sind an sich eher selten. Also von dem her ist da, glaube ich, eine Meldung cool, wenn wir die machen. Okay, ich werde sie machen. Gott sei Dank habe ich die erwischt. Bitte. Ich wollte noch ergänzen, weil das Thema Regenwald war und Artenvielfalt. Ich komme ja zum Teil aus dem Bodenbereich. Im Boden gibt es ja auch eine unglaubliche Vielfalt und Menge auch an Insekten, die zum Teil ja noch weniger erforscht sind als die überirdischen Insekten. Jetzt bin ich mir gar nicht sicher, wo die meisten vorkommen. Also die meisten im Boden. Das wird ja überhaupt nie beachtet von wegen Boden, über Verbauung und so weiter. Ja, aber da kenne ich, es gibt eine Studie, also es gibt schon eine ältere Studie, Es gibt eine ältere Studie, die mehrfach geschaut hat, wie viel Biomasse und wie viele Individuen im Boden pro Quadratmeter vorkommen auf einer Fläche. Und es gibt ja mehrere Studien, wo das halt unter anderem gemacht wurde. Und eine Studie hat sich dann angeschaut, wie viele Insekten, also hat versucht zu schätzen anhand der vorhandenen Daten, wie viele Insekten leben zu jedem Zeitpunkt auf der Erde und ist auf 10 hoch 19 gekommen. Oder es waren, glaube ich, nicht nur Insekten, sondern terrestrische Arthropoden, also inklusive Milben. Und ein Großteil der Individuen, also die meisten davon, sind Springschwänze und Milben im Boden. Also das ist wirklich extrem individuenreich. Aber die sind halt so winzig, also von der Biomasse her weiß ich nicht, was für einen Anteil die haben. Aber es sind sehr, sehr viele Individuen, die ja auch eine sehr große Rolle dafür spielen, also für die Zersetzung der Stoffe, dass eben die ganzen Nährstoffe durch eben aus herabfallenden Pflanzenmaterial oder auch toten Tieren, sage ich jetzt mal, schneller wieder der Umwelt in Form von Nährstoffen zur Verfügung stehen. Ja, schont mir den Mistkäfer, bitte. Ja, ich wollte nur sagen, meiner Meinung nach ist die entscheidende Frage, dass man die Lebensräume für die Insekten eben schützt oder ausweitet. Also dass man wirklich Gebiete völlig unter Naturschutz stellt, wie etwa im Bayerischen Wald. Da hat man ja am Anfang auch so große Probleme gehabt. Aber heute ist man sich einig, dass es wieder aufwärts geht. Das wäre die einzige Stelle gewesen, die ich noch gehabt hätte, die ich jetzt ausgelassen habe zum Bayerischen Wald, über den schreibe ich nämlich auch, das ist ein total spannendes Beispiel, wo der Borkenkäfer so viel vernichtet hat. Und da hat man sich irgendwann für den Prozessschutz entschieden, weil Naturschutz ist nicht gleich Naturschutz, sondern es gibt eine Form des Naturschutzes, das ist der Prozessschutz, wo man eben die natürlich stattfindenden Prozesse, also wo man nicht eingreift in Prozesse, sei es Feuer, sei es, also solange es nicht ins Siedlungsgebiet grenzt, und sei es Borkenkäfer. Und man hat sich für diesen Prozessschutz entschieden und dann hat eben der geschwächte Wald, der war, glaube ich, von, ich weiß nicht, von der Hitze oder irgendwas war da geschwächt. Und dann ist halt wirklich ein Drittel des gesamten Waldes vom Borkenkäfer vernichtet worden, was ein Skandal war. Also ich sage jetzt mal... Der Direktor des Bayerischen Waldes, des Naturschutzgebietes, also fast gelüncht. Naturschutzgebietes fast gelüncht. Ja, eben wo die Leute gesagt haben, also ja, das Schändung der Natur und wie man sowas zulassen kann und komplettes Versagen. Und ich meine, es hat natürlich auch für unsere Augen, und ich kann es irgendwo schon nachvollziehen, wenn man dort aufgewachsen ist und den Wald gekannt hat und dann stehen dort nur noch so Baum,kelette, dann ist das schon schockierend. Ja, aber es schaut jetzt schon besser aus. Und gleichzeitig hat man halt zehn Jahre später das jetzt eben dann untersucht, diese Fläche, und hat festgestellt, dass dort etliche Arten vorkommen, die man teilweise seit Jahrzehnten kaum mehr in Deutschland gesehen hat. Also ich glaube, der Dreizehnspecht und also auch irgendwelche Pilze, der Auerhahn, also dass sich sehr viele Arten angesiedelt haben und natürlich auch Insektenarten, die man schon sehr lange nicht mehr gesehen hat, weil genau dieses sonnenbeschienene Totholz etwas ist, was sehr viele Arten zu schätzen wissen, was aber kaum mehr wo vorkommt, weil sonnenbeschienenes Totholz in großer Menge, also es gibt kein Landschaftselement mehr, wo sowas Platz hat. Element mehr, wo sowas Platz hat. Schauen Sie sich das an im Nationalpark Kalkalpen. Dort wird dieses Prinzip zumindest in der Kernzone auch gelebt, soweit ich weiß. Und im Harz in Deutschland und im Bayerischen Wald. Also auch Dürrenstein bei uns. Dürrenstein, genau, das Wildnisgebiet. Okay, wir kommen schön langsam zum Ende. Darf es noch eine Frage sein, Damen und Herren? Bitte. Dort gibt es noch eine. Warten Sie bitte aufs Mikrofon, damit wir den Gedanken mit Ihnen teilen können. Ja, und zwar Insekten sind natürlich sehr konträr. Sie sind Gegenspieler zum Menschen, muss man sagen. Sehr viele Insekten übertragen natürlich Krankheiten, mitunter tödliche. Weniger Insekten.bertragen natürlich Krankheiten, mitunter tödliche. Weniger Insekten. Trotzdem, es gibt. Also von der Individuenzahl viele, aber es sind weniger Arten. Weniger Arten, ja. Und der nächste Punkt ist natürlich, Insekten waren immer Schädlinge, das heißt, die haben dieselbe Nahrung bevorzugt, die jeder Mensch benutzt oder die jeder Mensch braucht. Infolgedessen sind Motten oder was auch immer bekämpft worden. Und das ist eben die Schwierigkeit, was bekämpfe ich? Das ist ja wieder die Grundlage oder Nahrung für den nächsten Nützling. Und übrigens, im Schnee habe ich auch so Schracken fotografiert, ich hätte welche da. Bitte, noch einmal was? Im Schnee habe ich die Schraracken fotografiert. Ich hätte welche da. Bitte, noch einmal was? Im Schnee habe ich die Schracken da fotografiert. Ja, das machen wir schauen. In solchen Mengen kann ich Ihnen das zeigen. Wunderbar, danke. Das machen wir dann an der Bar. Und wir müssen uns nicht fürchten vor bösen, bösen Insekten, oder? Also wir in Mitteleuropa haben es auf jeden Fall sehr gut. Bei der Tigermücke ist immer ein Thema. Ja, also es hat auch früher in Mitteleuropa haben es auf jeden Fall sehr gut. Bei der Tigermücke ist immer ein Thema. Ja, also es hat auch früher in Mitteleuropa Malaria gegeben, aber das kommt jetzt eben nicht mehr vor. Also es könnte schon, aber wir müssen uns nicht, wir müssen uns am ehesten vor Zecken fürchten, aber die sind zum Glück keine Insekten. Mit diesem tröstlichen Aspekt. Indem wir den Schuh anderen umhängen, verlassen wir dann heute den Kepler-Salon, Damen und Herren. Vielen herzlichen Dank, Frau Dr. Zimmermann. Danke. Thank you.