Guten Abend im Stifterhaus, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich darf Sie zur Präsentation von zwei Büchern zweier Autorinnen willkommen heißen, die, wenngleich ein unterschiedliches, so doch ein nahes Verhältnis zu Oberösterreich haben. Denn während die eine in Wien geboren worden ist, dann in Oberösterreich aufgewachsen ist und über Umwege durch Nord- und Südeuropa schließlich wieder zu uns gefunden hat, um genauer zu sein nach Leonding, wurde die andere in Braunau geboren und lebt heute nach einem längeren Studienaufenthalt in Paris und mehreren literarisch bedingten Aufenthalten in Europa, Amerika und Asien in der Nähe von Wien. Ob sich die beiden während ihrer Reisen auf verschiedenen Bahnhöfen oder Flughäfen getroffen haben, vermag ich nicht zu sagen. Auch kann ich nicht beurteilen, ob sie sich dann erkannt hätten. Heute sind sie jedenfalls gemeinsam hier und das freut uns. Herzlich willkommen Eva Grübel und Marleen Schachinger-Puziol. Danke fürs Kommen. Puziol. Danke fürs Kommen. Eva Gröbel wurde in Wien geboren. Sie absolvierte die Pädagogische Akademie in Linz und anschließend ein Zusatzstudium zur gehörlosen Pädagogin. Den überwiegenden Teil der 2010er Jahre verbrachte sie als Lehrerin an deutschen Auslandsschulen in Stockholm und Mailand. Seit 2009 unterrichtet sie am Landesschulzentrum für Höhe und Sehbildung in Linz und lebt in Leonding. Ihr literarisches Debüt erschien 2018. Seither sind weitere fünf Bücher erschienen. Ihr Roman, um den es heute gehen soll, trägt den Titel Schau der Welt direkt in die Augen und ist 2025 im Pipa Verlag erschienen. Marlene Schachinger-Pusioll, geboren in Braunau, studierte in Wien Komparatistik, Germanistik sowie Romanistik. Ihre Promotionsschrift von 2012 trug den Titel Werdegang Autorinnen zwischen Salons, freien Gruppen und institutioneller Ausbildung. Seit 1999 ist sie als freiberufliche Schriftstellerin, Übersetzerin, Literaturwissenschaftlerin und Verlegerin tätig. Im Stifterhaus hat Marlene Schachinger-Pousiol, die unter anderem mit dem Anerkennungspreis zum Niederösterreichischen Kulturpreis 2016 ausgezeichnet worden ist und 2019 Stadtschreiberin in Wels war, bereits mehrfach gelesen. Heute wird sie uns ihren Roman Landschaften in Schalen vorstellen, der 2025 in der Edition Arthof erschienen ist. Bevor ich zu unserem Moderator komme, darf ich noch zwei weitere Protagonistinnen des Abends begrüßen, nämlich Flora Schrempf-Oehlmark und Sandra Schrefel. Beides Gehör-Gebärdendolmetscherinnen, allerdings ist Sandra Schrefel, und darauf legt sie höchsten Wert, noch als Praktikantin tätig. Also auch Ihnen beiden vielen Dank fürs Kommen und dass Sie heute die Veranstaltung simultan übersetzen. Jetzt zum einzigen Herrn in der Runde, zu unserem Moderator. Er kennt die Bühne des Stifterhauses gewissermaßen wie seine Westentasche und wir freuen uns, dass er auch heute Abend wieder bei uns ist, obwohl er ein Handicap erlitten hat. Herzlich willkommen, Christian Schacherreiter, schön, dass du wieder bei uns bist. Danke. Christian Schacherreiter wurde in Ried im Ingres geboren und ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der oberösterreichischen Literatur. Als Schriftsteller, dessen Romane im Otto-Müller-Verlag erscheinen, als Literaturwissenschaftler, der sich, wie ich weiß, zur Zeit mit unserem Genius Lozi, mit Adalbert Stifter beschäftigt, als Rezensent für die oberösterreichischen Nachrichten oder wie heute als Moderator von Literaturveranstaltungen. Wir schätzen die Expertise des ordentlichen Institutsmitglieds des Arbeitsplatzstifterinstituts und wir danken ihm, dass er sie immer wieder zur Verfügung stellt. Ich wünsche uns einen interessanten Abend mit zwei spannenden Büchern und darf an Christian Schachereiter übergeben. und darf an Christian Schachereiter übergeben. Ja, Dankeschön, Dankeschön, Stefan Kögelberger, für die Einladung, diesen Abend moderieren zu können. Ich danke auch den beiden Autorinnen, dass sie damit einverstanden waren, denn ich weiß, dass beim Stifterhaus das nicht so üblich ist, dass einem ein Moderator einfach vorgesetzt wird und man damit leben muss. Stefan hat erwähnt, dass ich ein kleines Handicap habe heute. Das Problem ist, dass ich vor zwei Tagen bin ich auf dem Eis gestürzt und habe mir eine Rippe gebrochen. Wer das schon einmal hatte, weiß, was das heißt. Ich wollte aber den Abend nicht absagen, weil mir das ein Anliegen besonderer Art war, das machen zu können. Sollten Sie den Eindruck haben, dass ich manchmal seltsame Bewegungen mache oder zusammenzucke, hat das nichts mit den beiden Autorinnen oder ihren Büchern zu tun, auch nichts mit meinem geistigen, sondern nur mit meinem physischen Zustand. Ja, wir haben uns vorher darauf geeinigt, dass wir mit dem Buch von Eva Grübel beginnen. Schau der Welt direkt in die Augen. Das ist ein sehr ungewöhnlicher Roman von der Thematik her. So etwas findet man nur selten und wahrscheinlich muss man hochkompetent sein in diesem Bereich überhaupt, damit man das überhaupt zur Literatur machen kann. Also ich habe das mit großem Staunen und mit großem Interesse gelesen. Es ist ja nicht eine erfundene Geschichte, es ist ein historischer Stoff, auf den du zurückgegangen bist. Daher drängt sich fast am Anfang die Frage auf, was hast du da alles studiert an historischen Quellen und wie war deine Arbeitsweise beim Schreiben dieses Romans? Mir ist es vor allem sehr wichtig, dass die Dinge authentisch sind, die ich schreibe, dass das meiste zumindest stimmt. Ich habe natürlich schon sehr früh von Helen Keller gehört, da ich eben in diesem Bereich selbst berufstätig bin. Das heißt, man erfährt dann schon bei der Ausbildung zum Gehörlosenpädagogen, wer war Helen Keller und so kannte ich sie natürlich, aber ich habe sehr viele Biografien gelesen, ich habe mir natürlich Dokumentationen angesehen, aber die größte Hilfe war mir die Schule. Die Schule, an der beide Damen, die Helen Keller und ihre Lehrerin Anne Sullivan gegangen sind, die sie besucht haben, weil die habe ich einfach angeschrieben. Ich habe mir gedacht, probieren wir es mal und die waren wirklich total nett. Die haben mich sehr unterstützt und haben gesagt, wenn ich Fragen habe, bitte einfach Frage schicken und die haben mir alles beantwortet, weil die haben das Leben beider ganz genau dokumentiert. Für diejenigen, die jetzt nicht genau wissen, wo wir unterwegs sind, wir sind in den USA unterwegs. Der Perkins Institute of the Blind heißt das, das ist in Boston. Gibt es auch heute noch und war damals eben eine der ersten Einrichtungen, die sich mit Bildung für gehörlose und blinde Kinder angenommen hat. genau zeigen, wie sie herangegangen ist, wie schwer das wirklich war. Man kann sich das kaum vorstellen. Aber auch, wie es ihr persönlich ging, einfach mit dieser neuen Situation in einer vollkommen neuen Gegend. Also sie kommt aus Boston und das Mädchen, das sie beschult, ist aus Alabama, also im Süden der USA und damals war das eine Weltreise. Das spielt im 19. Jahrhundert. Und Norden und Süden waren ja auch nicht sehr freundschaftlich verbunden, kurz nach dem Bürgerkrieg. Das heißt, es gab auch viele Differenzen. Und sie hat es auch in der Familie Keller nicht immer leicht. Ja, wir haben damit die beiden, oder du hast eigentlich die beiden Hauptfiguren deines Romans schon angesprochen. Anne Sullivan und Helen Keller. Also Helen Keller, von der die Rede ist, über die reden wir dann nachher noch ein bisschen genauer. Anne Sullivan ist die Lehrerin. Und zwar eine ganz außergewöhnliche Lehrerin, die aber auch selbst, du erzählst parallel praktisch zu ihrer Lehrerinnengeschichte auch ihre eigene Biografie. Die hatte es sehr, sehr schwer. Sie kommt praktisch aus einer Einwandererfamilie, also die aus Irland gekommen ist. Und man weiß, da hat es viele arme irische Familien gegeben. Die familiären Verhältnisse sind schwierig. Der Vater ist Alkoholiker, die Mutter stirbt früh. Und das Kind erkrankt und hat nicht auch die nötige medizinische Betreuung. Das heißt, es geht auch logischerweise, auch wenn es um Medizin geht, auch wenn es um Bildung geht, geht es auch immer um sozialpolitische Themen. Und in deinem Roman auch. Ja, also das Mädchen landet dann in einem Armenhaus und eben aufgrund einer Erkrankung erblindet es. Augenoperationen, die Medizin ist weit noch nicht so entwickelt, wie das heute ist natürlich, scheitern. Und sie ist eigentlich in einer sehr, also wir würden auch heute sagen, prekären Situation. Zeit für den ersten Text? Oder soll ich noch was sagen? Nein. Oder sagst du noch was? Wir tauchen ein und zwar beginne ich im Jahr 1871. Anne ist fünf Jahre alt und lebt noch bei ihrer Familie in Massachusetts, also im Norden der USA. Anne schleppte die Milchkanne ins Haus, lauschte, tastete sich vorwärts. Im Sonnenlicht konnte sie sich orientieren, Umrisse erkennen, den Weg zum Stall, zum Hof finden. Wenn sie aber die Stube betrat, hüllte sich alles in Dunkelheit. Mutter? Sie blieb stehen und wartete. Der Gestank nach kaltem Ruß stieg in ihre Nase, der scharfe Geruch von Mutters Salbe und von den Kräutern, die zum Trocknen über dem Herd hingen. Langsam trug sie die schwere Kanne ein Stück weiter, stolperte und stürzte. Es schepperte und die Milch breitete sich auf dem Holzboden aus. Nutzloses Kind. Das war die wütende Stimme des Vaters. Sie hörte, wie er die Kanne aufstellte, roch seinen alkoholschweren Atem, den Schweiß. Einduckte sich intuitiv ein Schlag mit den Knöcheln seiner Faust, traf sie am Hinterkopf. Sieh dir das an. Er packte sie am Genick und drückte ihren Kopf Richtung Fußboden. Wer bezahlt mir das? Wer, frage ich dich? Nur Ärger habe ich mit dir. Schleppende Schritte näherten sich, das war die Mutter. Anne erkannte sie am Gang, auch in der Dunkelheit. Schon seit Jahren brauchte die Mutter Krücken, seit der Vater sie damals so fest gegen den Herd gestoßen hatte, dass dieser umgekippt und auf sie gefallen war. Was ist los? fragte die Mutter. Sieh dir das an. Aber das hat sie nicht mit Absicht getan. Sie ist erst fünf. Die Mutter nahm ihn am Arm und half ihr auf die Beine. Du machst das sauber, hörst du, und dann hilfst du deiner Mutter, rief der Vater und verließ die Stube. machst das sauber, hörst du und dann hilfst du deiner Mutter, rief der Vater und verließ die Stube. Hinter ihm fiel die Tür laut ins Schloss. Die Stille tat gut. Der Atem der Mutter, ihre rauen Hände, der Geruch nach gerösteten Zwiebeln und Seife. Anne hörte, wie die Mutter leise weinte. Gerade erst hatte sie sich von ihrer letzten Krankheit erholt. Ständig hatte sie Fieber, Husten, fühlte sich schwach. Solange Anne denken konnte, war ihre Mutter krank gewesen, saß zwischen Kissen auf den Sesseln oder lag im Bett. Die Nachbarn sagten, sie sei so blass und hager und könne den Haushalt nicht mehr führen. Verwandte kamen, halfen bei der Wäsche, beim Kochen, beim Putzen, doch sie kamen nicht jeden Tag. Wie ist das denn passiert? Du holst die Milch doch jeden Tag aus dem Stall. Ich kann nichts mehr sehen, Mutter. Es ist so dunkel im Haus. Ihre Mutter führte sie zum Fenster und hob ihr Kinn an. Die Augen waren wegen der Entzündung verkrustet und verklebt. Vorsichtig zog die Mutter die Lider hoch. und verklebt. Vorsichtig zog die Mutter die Lider hoch. Sie sind ganz milchig. Und sie tun weh, jammerte Anne. Ihre Mutter tauchte einen Lappen in eine Flüssigkeit und tupfte Annes Augen ab. Es wird bald besser, wirst schon sehen, Geranienwasser wirkt Wunder, hat Miranda gesagt. Die Nachbarin Miranda erzählte gern Märchen von Feen und Elfen und dem zahnlosen alten Weib, das in den düsteren Wäldern in Irland lebte. Anne schob die Hand der Mutter weg. Woher will Miranda das wissen? murmelte sie. Die Augen waren jeden Morgen verklebt und tränten. Das Geranienwasser half nicht. Bald schmerzten sie so sehr, dass Anne sie geschlossen hielt, fast den ganzen Tag. Wir müssen sie zu einem Arzt bringen, Thomas, sagte die Mutter beim Abendessen. Anne hörte das Klappern des Löffels und wusste, dass ihr gegenüber die einjährige Mary saß, die von der Mutter mit Brei gefüttert wurde. Der zweijährige Jimmy lutschte schmatzend an einer Kartoffel und dann war er noch Ellen, drei Jahre alt und wie die Mutter ständig fiebrig und krank. Sie lag auf einer Matratze in der Ecke und schlief. Anne hörte sie schwer atmen und röcheln. Zu einem Arzt, wer soll das bezahlen, erwiderte der Vater. Hast du den Verstand verloren, Alice? Wegen entzündeter Augen, lächerlich. Anne kann mir nicht helfen, wenn sie nicht sieht und alleine schaffe ich es nicht. Vaters Faust knallte auf die Tischplatte, ein zuckte zusammen und hängte den Kopf noch tiefer über den Teller. Was, wenn eines Augen nicht besser werden? fragte die Mutter. Dann ist es eben so. Ein hörte, wie der Vater Schnaps in sein Glas kippte, es leerte und laut auf den Tisch stellte. Dann stand er auf und ging in die kleine Schlafkammer. Er stieß an den Tisch, an den Schrank, stolperte. Wie jeden Tag hatte er viel zu viel Schnaps und Seide getrunken, um noch klar denken zu können. Annie fürchtete sich vor ihm, wenn er betrunken war. Er trank einen selbstgebrannten Fusel, der am Gaumen brannte und den Geist betäubte. Die Mutter pflegte zu sagen, dass er sich mit dem Alkohol das karge Leben schön trinke, über das er sich oft beklagte. Aber hart war es für alle ihren, die auf der Tälerfarm in Fiedinghill arbeiten. Wenn der Vater seinen Rausch ausschlief oder auf dem Feld arbeitete, war es ruhig im Haus. Diese Ruhe liebte ein. Die Mutter erzählte ihnen dann Geschichten aus Irland, stopfte nebenbei Socken und manchmal sang sie ihnen ein Volkslied vor. In diesen Momenten war alles gut. Drei Wochen nach dem Missgeschick mit der Milchkanne hatten sich Eins Augen noch immer nicht gebessert. Sie tapste mit ausgestreckten Armen in der Stube herum, war unbeholfen und ängstlich. Eines Morgens steckte die Mutter ein in ein sauberes Baumwollkleid, schnitt ihr die Fingernägel, wusch ihr Gesicht und kämmte die Haare. Die störrischen, verfilzten Locken verfingen sich im Kamm und ein schrie auf, doch die Mutter ermahnte sie still zu sein, floch zwei straffe Zöpfe und befahl ihr, die Schuhe anzuziehen, die sie im Sommer eigentlich nur für den Kirchgang trug. Doch heute war ein besonderer Tag. Sie würde mit Tante Ellen, Vaters Schwester, in die Stadt gehen. Nachdem die Tante sie von allen Seiten begutachtet hatte, nahm sie sie an der Hand und ging mit ihr nach Springfield. Für den Weg brauchte man zwei Stunden. Das Mädchen klammerte sich an der Hand der Tante fest. Es stolperte über Steine und Wurzeln. Manchmal riss sie sich los und stampfte wütend auf. Nicht so schnell. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, entgegnete die Tante. Entweder du benimmst dich oder wir kehren zurück und lassen deine Augen so, wie sie sind. Irgendwann spürte Anne Kopfsteinpflaster unter ihren Sohlen. Sie waren in der Stadt. Es roch anders. Nach Abwässern, nach verbrannter Kohle und es war laut. Kutschenräder rollten über die Straße und um sie herum waren die Schritte vieler Menschen zu hören. Sie betraten eine Praxis, in der es sauber roch. Nach Putzmittel, etwas scharfen und frisch gebrühten Kaffee. Anne setzte sich mit ihrer Tante hin und wartete, bis sie aufgerufen wurden. Der Arzt hatte eine angenehme, tiefe Stimme und raue Hände. Er nahm kommentarlos den Korb Wolle und den Käse entgegen, den Ellen als Bezahlung mitgebracht hatte. los den Korb Wolle und den Käse entgegen, den Ellen als Bezahlung mitgebracht hatte. Na, kleine Miss, dann schauen wir mal, was mit dir los ist. Der Arzt setzte Anne auf einen Stuhl, schob sie an einen Apparat heran und leuchtete in ihre Augen. Mrs. Sullivan, Annes Hornhaut ist vernarbt. Was heißt das, Herr Doktor? Irgendwann hatte sie wohl eine bakterielle Infektion an den Augen. Drachom nennt man die Erkrankung. Aber sie hätten viel früher kommen müssen. Ich kann ihr nicht mehr helfen. Diese Tropfen lindern die Schmerzen, aber ihr Augenlicht ist zum Großteil verloren. Sie ist blind? Noch nicht, aber sie sieht nur etwa 20 Prozent im Vergleich zu einem gesunden Kind. Und irgendwann wird sie gar nichts mehr sehen. Eintastete nach der Hand ihre Tante, sie hatte kaum etwas von dem verstanden, was der Arzt sagte, nur das Wort blind. Das war zu ihr durchgedrungen und machte ihr Angst. Gibt es denn gar keine Hilfe? fragte die Tante. Es gab eine Hilfe, sie wurde dann operiert, sozusagen als Versuchskaninchen. Die Operation ist leider misslungen und sie sah nachher noch weniger als vorher. Dann starb wie gesagt die Mutter und das Kind wurde vom Vater ins Armenhaus gesteckt. Und da möchte ich jetzt fortfahren. ausgesteckt und da möchte ich jetzt fortfahren. Sie war ganz allein nur mit ihrem Bruder, der auch an Knochentopokulose erkrankt war und nicht mehr gehen konnte, sich nur mit Krücken einigermaßen fortbewegen konnte und sie kamen eben wie gesagt in das Armenhaus in Tewkesbury in Massachusetts und wer Romane kennt, in denen Armenhäuser eine Rolle spielen in den USA, kann sich vorstellen, wie es damals dort zuging. Die Ratten im Armenhaus hatten jede Scheu vor den Bewohnern verloren. Überall lauerten die Biester auf der Suche nach etwas Essbarem. Sie knabberten an den Decken, an den Zehen der Schlafenden. Anne hatte Bisswunden an den Beinen und trotzdem spielte sie mit den Tieren. Jimmy machte kleine Röllchen aus Papier, mit denen er die Ratten piekste. Obwohl die Zustände erbarmungswürdig waren, ging es Anne und Jimmy nicht schlecht. Sie waren Armut gewohnt und sie hatten Zeit, mehr Zeit als sie je in ihrem Leben gehabt hatten. Die Kinder waren sich selbst überlassen, niemand kümmerte sich um sie, aber es forderte auch niemand die Einhaltung von Regeln ein. Niemand achtete darauf, ob sie gewaschen waren oder nicht. Es war an einem regnerischen Apriltag, kurz vor Ans zehnten Geburtstag, als am Morgen ein Doktor in den Schlafsaal kam. Ann dachte, er würde Jimmy untersuchen, doch der Arzt hob Annes Kinn an und blickte mit einer Lupe in ihre Augen. Ich denke, ich kann dir helfen, sagte der Arzt und erzählte ihr von einer neuen Operationsmethode, die zwar nicht ganz erforscht, aber erfolgsversprechend sei, wieder einmal. Wäre das nicht schön, Anne? Sie hob die Schultern, doch Jimmy bedrängte sie, den Eingriff machen zu lassen. Selbst wenn sie sich gewährt hätte, was sie nicht tat, hätte der Arzt sie vermutlich mitgenommen, um seine neue Methode an ihr auszuprobieren. Anne lag ängstlich auf dem Operationsbett, als ihr eine Maske auf Mund und Nase gesetzt wurde. Der Arzt tropfte übel riechende Flüssigkeit auf die Maske. Annes Lieder wurden schwer und sie fiel in einen tiefen Schlaf. Als sie am nächsten Morgen erwachte, waren ihre Augen verbunden. Sie spürte einen starken Druck und ein Brennen und musste lange warten, bis endlich einige Personen den Raum betraten und ihr erklärten, dass sie nun eine Woche Geduld haben müsse, bis der Verband abgenommen würde. Anne fand den Aufenthalt im Krankenhaus keineswegs unangenehm. Es war sauber, sie bekam gutes Essen und die Schwestern kümmerten sich liebevoll um sie, doch sie vermisste Jimmy. Wir nehmen nun den Verband ab, Anne. Sie nickte. Ihre Hände waren schweißnass vor Aufregung. Doch als sie die Lider langsam hob, sah sie nichts, nur Nebel, Umrisse. Die Augen schmerzten so sehr, dass sie sie schnell widerschloss. antwortete sie. Weißer Nebel? Schatten? Ist es besser als vorher? Sie schüttelte den Kopf. Der Arzt seufzte, tätschelte ihre Hand und verließ den Raum. Auch diese Operation war schiefgelaufen. Als Anne nach Sykesbury zurückkam, fand sie ihren Bruder, einem Häuflein Elend, gleich auf der Matratze liegen. Jimmy hatte in den Wochen ihrer Abwesenheit stark abgebaut und konnte ihren Erzählungen kaum noch folgen. Meistens schlief er, murmelte, stöhnte im Schlaf. Er litt unter Schmerzen, stand nicht mehr auf, aß kaum. Doch niemand nahm davon Notiz. Kein Arzt kam, um ihn zu untersuchen, keine Angestellten, um ihn zu waschen. Nur auf den Eimer trug ihn Elisabeth manchmal die Frau, die neben ihnen schlief. Sie tat es nicht aus Mitleid oder Güte, sondern weil sie den Gestank nicht ertrug, den Gestank nach getrockneten Urin auf der Matratze. Doch nachts, wenn Jimmy wimmernd aufwachte, half ihm niemand und die Matratze war am nächsten Morgen nass. Elisabeth fluchte. Ekelhaft ist das. Hol einen Lappen, wasch deinen Bruder, der stinkt ja zum Himmel. Er enttastete sich mit dem Stock vorwärts vorbei an Ratten, die schnell das Weite suchten, an Frauen, die sich auf den Kopf schlugen oder sich summend hin und her wiegten. Sie sah sie nicht, doch sie hörte den Wahn in ihren Stimmen und der machte ihr Angst. Die Treppen hinunter, hinaus zum Brunnen, in den sie einen Lappen tauchte, zurück im Frauenschlafsaal, wusch sie ihren Bruder, so gut es ging. Kühlte seine Stirn, die fast immer heiß war. Trotzdem zimmerte er und jammerte, zitterte er und jammerte. Der Gestank blieb. Er saß in der Matratze, in Jimmys Kleidern. Als sie eines Morgens aufwachte, war Jimmy dann fort. Sie tastete die Decke und den Fußboden ab. Dann stand sie auf. Wo ist er? Wo ist mein Bruder? Die haben ihn abgeholt, antwortete Elisabeth. Abgeholt? Wer? Wohin? Sie krallte sich an Elisabeths Arm und schüttelte ihn. »Na, abgeholt eben, du weißt schon.« »Warum hast du mich nicht aufgeweckt?« Wütend stolperte Anne aus dem Zimmer. Viel rappelte sich hoch. Sie tastete sich mit dem Stock voran. Die Treppe hinunter, hinaus über den Platz in den Haupttrakt. »Jimmy!« Sie stieß mit Leuten zusammen und zog an ihrer Kleidung. »Wo ist Jimmy? Wo ist mein Bruder? Keiner gab ihr Auskunft, bis sie auf Mrs. Cartwright traf, die Direktorin. Sie war ruhiger als sonst, nahm Annes Hand und führte sie in ihr Büro. Setz dich, Anne. Warum? Setz dich, sage ich. Mein Bruder wurde weggebracht. Er muss aber bei mir bleiben. Sie haben es damals, Pater Joffrey, versprochen. Ja, kann ich ihn sehen, bitte? Dein Bruder, er ist heute Nacht von uns gegangen. Anne versteifte sich. Was? Jimmy war schwer krank. Er ist verstorben. Das tut mir leid. Anne stand auf. Ich glaube Ihnen kein Wort. Ich möchte ihn sehen. Anne stand auf. Ich glaube Ihnen kein Wort. Ich möchte ihn sehen. Das geht nicht. Ich will aber zu ihm. Er ist tot, wiederholte Mrs. Cartwright. Als sie Anne festhalten wollte, schlug diese um sich. Lassen Sie mich, lassen Sie mich los. Jetzt komm doch zur Vernunft. Schließlich erbarmte sich der Hausmeister und brachte sie in den Aufbahrungsraum, wo Jimmy auf einer Holzbritsche lag, unter einem Laken. Dein Bruder ist tot, Mädchen. Hier liegt er, direkt vor dir. Ja, ein Verlierter ist also auch ihren Bruder, die Mutter hat sie schon verloren, der Vater unfähig, seine Vaterrolle wahrzunehmen in irgendeiner Weise. Man denkt, es ist aussichtslos. Es ist aber dann nicht aussichtslos. Und zwar das Schöne ist, dass das auch historisch so war und nicht nur das Wunschdenken der Romanschriftstellerin sozusagen. Also für mich sind zwei Aspekte besonders wichtig dabei. Also ich staune einerseits, wie stark bei diesem Kind der Wille zur Bildung da ist. Der Wille, etwas zu lernen, obwohl die Verhältnisse scheinbar so aussichtslos sind. Und darum kämpft sie. Verhältnisse scheinbar so aussichtslos sind. Und darum kämpft sie. Und dann, das merkt man schon immer, nachdem das Bildungssystem ja nicht so ist, dass das besonders einfach ist für so ein Kind, eher im Gegenteil, ist es ganz wichtig, dass es Helfer gibt. Menschen mit sozialem Engagement, zu diesem Pater Joffrey beispielsweise, den du jetzt schon erwähnt hast, aber auch andere, die dann etwas für sie tun. Und so wird es ihr möglich, diese besondere Schule in Boston zu besuchen, die ja normalerweise nur für Kinder aus relativ wohlhabenden Verhältnissen überhaupt zugänglich ist. Gut, wir machen das ein bisschen im Eiltempo jetzt. Das Buch hat 400 Seiten, aber sehr spannend, ich kann es sehr empfehlen. Und sie schafft es sozusagen. Sie schafft es. wird eine Lehrerin an dieser Schule. Und jetzt kommen wir zu einem entscheidenden Punkt in der Handlungsführung, nämlich sie bekommt dann ein spannendes Angebot aus Alabama, also aus dem Süden der USA. Und man muss bedenken, damals, also der Bürgerkrieg war noch nicht lange vorbei eigentlich. Und im Süden war man immer noch ein bisschen grantig darüber, dass man auf die Sklaverei verzichten muss. Aber die Familie, zu der Anne kommt, ist eine sehr wohlhabende Familie. Wir haben da eine richtige Kontrastfamilie sozusagen zu ihrer eigenen. Und der Grund, warum sie dorthin eingeladen wird, ist das Kind hellen. Was ist das Problem mit diesem Kind? Also das Kind ist gesund geboren und verliert durch eine Krankheit, die unbekannt ist, das Augenlicht und das Gehör. Und von da an verliert das Kind natürlich auch den Zugang zur Welt. Und die Eltern sind verzweifelt und in ihrer Verzweiflung verhätscheln sie das Kind und geben ihm einfach alles, was es will. Das Kind wird wild, ungezogen, auch aggressiv, weil es einfach keine Möglichkeit hat, sich mitzuteilen. Und das beobachtet man auch heute mit Kindern, die sich nicht mitteilen können, die werden aggressiv, das ist ganz normal. Wenn man einfach nicht die Möglichkeit hat, zu kommunizieren, wenn die Kommunikation und der Draht zur Welt fehlt, dann staut sich deine Wut auf. Eva, lass mich da kurz noch einmal das nachtragen, was ich vorher schon mit dir im Vorgespräch besprochen habe. Ich habe gesagt zu Eva Grübel, ich kann mir das vorstellen, wenn jemand blind ist. Ich kann mir das vorstellen, wenn jemand blind ist. Ich kann mir das vorstellen, wenn jemand taub ist. Ich kann es mir nicht vorstellen, als jemand, der immer den Hör- und Sehsinn hatte, dass jemand beides ist. Wie schaut das Wirklichkeitskonstrukt so eines Kindes aus? Und da habe ich das mit großer Spannung gefolgt, wie gut das erklärbar ist, dass eigentlich Wut eine Form ist, mit dieser Situation umzugehen. Ich habe mir da eine Formulierung von dir herausgeschrieben. Diese Helen, also Taubblind, ist gefangen, wörtlich in einem Gefängnis aus Dunkelheit und Unverständnis. Die reagiert spontan, reflexhaft und das Wesentliche ist jetzt, dass die Familie nämlich aus Liebe, aber aus, wie man das öfter so in pädagogischen Situationen überhaupt erlebt, es ist ja nicht nur auf solche Dinge beschränkt, trotzdem falsch damit umgeht eigentlich. Und da kommt die Ärzte und beginnt ihre Erziehungsarbeit, die Stationen ihrer Erziehungsarbeit sind das, die du dann sehr detailliert und anschaulich von denen du erzählst in diesem Buch. Also wir springen jetzt zu Helen. Anne ist jetzt seit ein paar Tagen bei der Familie Keller und da lese ich jetzt das nächste Stück vor. Wir sind im März 1887 in Alabama. Helen war ein wildes Kind, ungestüm, ungeduldig, aggressiv. Was in ihrem Weg stand, schubste sie beiseite. Jeden Tag fielen Lampen um, kippten Vasen vom Tisch. Anne bemühte sich, ihre Beobachtungen schriftlich festzuhalten. Sie hatte sich vorgenommen, regelmäßig Briefe nach Boston zu schreiben, um von ihren Fortschritten zu berichten. Vorausgesetzt, es gab welche. Du schaffst das, vertrau auf deine Fähigkeiten, hatte der Direktor und Mrs. Hopkins ihr mit auf den Weg gegeben, wenn es nur so einfach wäre. Als die Sonne sich senkte, versammelte sich die Familie im Speisesaal zum Abendessen. Wieder wurde geplaudert, der Captain und sein Sohn diskutierten über Politik, der 15-jährige Simpson war ins Essen vertieft. Er war ein aufgeweckter junger Mann, doch seine Stiefschwester schien ihn nicht weiter zu interessieren. Das Theater, das um sie gemacht wurde, war ihm sichtlich lästig. Helen lief von Teller zu Teller und nahm sich, was sie wollte, stopfte es in den Mund, benutzte weder Gabel noch Messer, jeden Abend das gleiche Spiel. Anne ertrug es nicht, das Kind so zu sehen. Die Familie behandelte Helen, als wäre sie ein Haustier, das geduldet wurde und gegen dessen ungestümmertes, wildes Wesen niemand etwas unternehmen konnte. Als Helen in einst Teller greifen wollte, fasste sie sich ein Herz. Nein, rief sie streng, legte Helens Hand auf ihre Wange und schüttelte energisch den Kopf. Wieder versuchte Helen, sich eine Kartoffel zu nehmen. Anne wischte die Hand fort. Das Ganze wiederholte sich viermal. Miss Sullivan, was tun Sie? fragte Mr. Kellen, irritiert. Ich möchte das nicht, sagte Anne. Sie bemühte sich um eine feste, selbstsichere Stimme und schwor sich, nicht nachzugeben. Wissen Sie, Helen nimmt sich, was sie möchte, von unseren Tellern. Sie ist es so gewohnt, erklärte Mrs. Keller mit einem Lächeln. Sie versteht nicht, warum wir etwas dagegen haben sollten. Aber das ist doch nicht richtig, erwiderte Anne. Helen schlug um sich. Immer wieder traf sie Anne im Gesicht, doch die gab nicht auf. Sie fasste die Hände der Kleinen und versuchte, sie zu bändigen. Nun streiten Sie sich doch nicht mit dem Kind ums Essen, um Himmels Willen, Miss Sullivan, meinte Mrs. Keller. Sie sind erwachsen und Helen ist ein kleines Kind. Ich streite mich nicht ums Essen. Ich versuche, ihr die einfachsten Manieren beizubringen. Helen begann zu kreischen. Sie kennen unsere Tochter noch nicht gut, Miss Sullivan, ich bitte Sie, sagte Mr. Keller. Es reichte ein. So ging das nicht. Ich mag sie nicht gut kennen, Mr. und Mrs. Keller, doch ich sehe, dass sie vollkommen verwöhnt und verzogen ist. Das muss nicht sein. Sie kann sich wie andere Kinder zum Essen hinsetzen und mit einer Gabel die Speisen zu sich nehmen. An unserer Schule haben das alle getan. Betretene Stille. Mr. Keller wechselte einen irritierten Blick mit seiner Frau. Entschuldigen Sie meine Direktheit, murmelte Anne. Miss Sullivan, so bringen Sie doch etwas Mitleid für unsere Tochter auf. Sie ist ein hilfloses Kind, erwiderte der Vater. Hilflos? Oh nein, gab Anne zurück. Sie hat sie doch alle in der Hand. Sehen Sie das nicht? Ich versuche, ihr etwas beizubringen. Sie weiß, dass sie nur zu Ihnen laufen muss und all meine Arbeit ist umsonst. Was heißt hört, hört, empörte sich der Vater. Sie hat in allem Recht, was sie sagt. Ihr habt Miss Sullivan geholt. Ihr wollt, dass sie Helen etwas beibringt. Nun lasst es zu. Aber Mrs. Keller kämpfte mit den Tränen. Es tut mir leid, direkt sein zu müssen, doch sie haben mir ihre Unterstützung zugesichert, erklärte Anne. Ich bitte sie nun, mich mit Helen allein zu lassen. Was? Das kommt nicht in Frage, stieß Mr. Sullivan verärgert aus. Das ist mein Haus. Hier geschieht, was ich sage. Dann ist meine Arbeit wohl beendet. Annes Herz klopfte. Es reichte ihr. Es war genug Schläge, genug Geschrei, genug unerträgliches Verhalten. Vater, sei doch vernünftig. Miss Sullivan ist das Beste, was Helen in den letzten sechs Jahren passiert ist, meldete sich James wieder zu Wort. Ich sehe nicht, dass irgendetwas passiert ist, entgegnete der Mr. Keller. Ann ruhig. Verblüfft erhob sich der Vater. Das war's, dachte Ann. Nun wird er mich heimschicken. Ich habe versagt. Doch dann räusperte er sich, hob das Kinn und nickte. Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Sie tun, aber ich werde Ihnen diese eine Chance geben. Mr. Keller bedeutete seiner Frau und seinen Söhnen, den Raum zu verlassen. Kommt, sagte er und verließ das Speisezimmer. Söhnen den Raum zu verlassen. Kommt, sagte er und verließ das Speisezimmer. James zwinkerte Anne zu, auch wenn sie auf seine überhebliche Zustimmung gern verzichtet hätte. Ich weiß, dass Sie Helen lieben, Mrs. Keller, und irgendwann werden Sie mir dankbar sein. Helens Mutter tupfte sich die Tränen aus dem Augenwinkel. Dann gingen sie hinaus. Helen stand regungslos im Raum. Sie begann herumzuwandern, die Stühle abzutasten. Als sie begriff, dass sie und Anne allein waren, folgte der nächste Wutausbruch. Fliegende Teller, Kartoffeln auf dem Boden, ungeschüttetes Wasser. Anne blieb, wo sie war, und wartete. Oh ja, mein Kind, dachte sie, durch dieses Tal bin ich auch gewandert. Irgendwann war Ruhe. Helen stand da, verloren und ahnungslos, was jetzt geschehen würde. So, jetzt essen wir, sagte Anne. Sie packte Helen, setzte sie mit Kraft auf einen Stuhl, stellte einen Teller vor sie, legte Kartoffeln und etwas Fleisch drauf, drückte ihr eine Gabel in die Hand. Noch bevor sie etwas aufspießen konnte, schmiss Helen das Besteck gegen die Wand. Nein, nein, nein, meine liebe, so nicht. Anne holte zehn Gabeln aus der Schublade der Vitrine, legte dem Kind eine nach der anderen in die Hand. Immer wieder das gleiche Spiel. Irgendwann gab das Mädchen auf. Anne nahm Helens Hand, stach mit der Gabel in ein Stück Fleisch und führte es zum Mund. Helen begann zu kauen. Na also, jubelte Anne. Im nächsten Moment spuckte ihr Helen das zerkaute Fleisch ins Gesicht. Doch Anne ließ sich nicht beirren. Das war ihre letzte Chance. Sie musste sich durchsetzen, musste zeigen, wer das Sagen hatte. Helen warf sich auf den Boden, strampelte, trat um sich. Anne setzte sich zu Tisch, nahm ihr Besteck und begann seelenruhig zu essen. Nach einer Weile stand das Mädchen auf, kam auf Anne zu, schlug ihr ins Gesicht und stieß sie mit Wucht vom Stuhl. Anne rappelte sich auf, packte das Kind und setzte es wieder auf den Stuhl. Helen sprang auf, lief um den Tisch. Anne fing sie ein, und setzte es wieder auf den Stuhl. Helen sprang auf, lief um den Tisch. Anne fing sie ein, drückte sie wieder auf den Stuhl. Helen griff mit den Händen in den Teller. Nein, schrie Anne. Sie legte Helen die Gabel in die Hand, führte etwas Essen in den Mund. Gleich flog das Besteck wieder durch den Raum. Helen wehrte sich, spuckte, kämpfte, stöhnte, schrie. Anne hatte Essensreste im Haar. Ihre Bluse war verschmutzt. Sie schwitzte vor Anstrengung. Helen riss an Annes Haaren, spuckte ihr Wasser ins Gesicht, tobte. Zwei Stunden dauerte der Kampf an. Dann endlich gab Helen auf. Sie nahm die Gabel, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, spießte Kartoffelstücke auf und führte sich das Essen zum Mund. spießte Kartoffelstücke auf und führte sich das Essen zum Mund. L-I-E-B, buchstabierte Anne in Hellens Hand, immer wieder. L-I-E-B, lieb. Tränen der Erschöpfung lief mir über die Wangen und ein Gefühl des Triumphes machte sich in ihrer Brust breit. Helen aß den Teller leer. Anne zeigte, wie sie sich mit der Serviette den Mund abwischte und sie zusammenfaltete und Helen ließ sie gewähren. Anne zeigte, wie sie sich mit der Serviette den Mund abwischte und sie zusammenfaltete und Helen ließ sie gewähren. Anne hatte den Kampf gewonnen. Sie stand auf, öffnete die Tür und führte das Kind hinaus in den Garten, wo Mrs. Keller mit geröteten Augen saß und wartete. Sie starrte Anne an, als sie zerzaust mit Speiseresten im Haar und befleckter Bluse in die Abenddämmerung trat. Mein Gott, was ist geschehen? Mrs. Keller stand auf. Helen hat mit der Gabel gegessen und ihre Serviette zusammengefaltet. Helen lief mit ausgestreckten Armen auf ihre Mutter zu. Sie hat mit der Gabel gegessen und die Serviette zusammengefaltet, ergänzte Anne stolz. Dann nickte sie der Mutter zu und ging zurück ins Haus. Ja, wir haben jetzt da schon gehört, wie mühsam es ist, sich auf so einen Erziehungs- und Lernprozess einzulassen, nämlich als Lehrkraft auch. Also ich habe mir das zusammengeschrieben, ein bisschen was braucht es eigentlich, dass das gelingt, denn wir können es ja vorwegnehmen, es gelingt letztlich dann. Eine ungeheure Geduld, die Geduld auch für Wiederholungen, immer wieder zu probieren. Das Kind muss Zuneigung spüren, muss aber auch die Konsequenz spüren, die dann eintritt, wenn also ständiges Fehlverhalten da ist. Also Lernen und soziales Lernen, also fachliches oder sachliches Lernen und soziales Lernen gehen da ständig Hand in Hand. Das geht gar nicht anders. Ich glaube, dass es auch so nicht wirklich anders geht. Aber das ist eine andere Geschichte. Aber da ist es ganz eindeutig so. Und sie gibt auch quasi ihr ganzes Leben für dieses Kind auf. Ja, das ist, wenn man dann diese, du erzählst ja, also das Buch geht bis zum Jahr 1900 in etwa, glaube ich. Ja, bis sie dort auch wirklich an die Universität kommt. Also Helen Keller schafft es bis an die Universität. Aber das Leben dieser zwei Frauen geht ja dann auch noch weiter. Und du hast in einem Schlusskapitel das noch angedacht, wie das weitergeht. Hast du vor, die Geschichte auch als Romanform weiterzuerzählen? Nein. Nein, das ist abgeschlossen. Das ist jetzt genug sozusagen. Ja, danke schön, danke Eva Grübel für diese Präsentation deines Buches. So Marlen, wir wechseln jetzt nicht nur die Autorin, das Buch, wir sind thematisch jetzt ganz woanders unterwegs. Vielleicht eine kleine Schnittmenge könnte die Wut sein, weil da gibt es auch genug Grund, Wut zu bekommen über bestimmte Dinge. Aber das war jetzt nur von mir so der Form des Übergangs, damit ich das einigermaßen elegant hinkriege. Du bist im Literaturbetrieb breit aufgestellt, du bist ja nicht nur Autorin, du hast ja auch eine literaturwissenschaftliche Ausbildung, du schreibst auch literaturwissenschaftliche Artikel, du schreibst Essays. Edition Arthof, kann man sagen, du bist als Verlegerin eigentlich auch tätig mittlerweile? Ja, in gewisser Weise schon. Also Edition Arthof ist eigentlich ein Autorinnen-Autoren-Kollektiv, aber der harte Kern, das ist eine sehr, sehr kleine Personenzahl. So wie immer bei solchen Initiativen. Das ist eben so. Und das heißt, ein Großteil der Arbeit bleibt für mich, was ich auch manchmal sehr schön finde und manchmal anstrengend finde und manchmal faszinierend. Ich würde mal sagen, mein erster Eindruck, als ich dieses Buch bekommen habe, war gleich Liebe zum Buch, nämlich zur Schönheit des Mediums Buch, unabhängig von dem, was einmal drinnen steht. Und ich glaube ja, dass das in Zeiten wie diesen immer wichtiger wird, wenn sich das Buch als Medium behaupten kann, dann deswegen etwas Angenehmes, dass man gern angreift, dass liebevoll gestaltet ist, dass gut lektoriert ist, wo man sich diese Dinge überlegt und nicht sozusagen irgendeine Wegwerfinformation. Ja, nee, das ist mir ganz, ganz wichtig. Also auch, dass man es einfach gut in der Hand legt, dass er seine Überraschung birgt, jedes Mal. Und zwar nicht nur jetzt auf der Textebene, sondern auch auf der visuellen Ebene. Und das, finde ich, ist etwas ganz, ganz Essentielles. Gut, dann kommen wir zu diesem Buch Landschaften in Schalen. Das ist schon einmal ein sehr ungewöhnlicher Titel. Erklärst du ihn? Kann ich sehr gerne machen. Landschaften in Schalen bezieht sich eigentlich auf eine Gepflogenheit, die hierzulande sehr wenig bekannt ist. In Japan aber sehr üblich oder gängig, man kennt es, man weiß, was damit gemeint ist. Wenn ich jetzt sage Bonsai, dann werden die meisten nicken, naja, das kennt man so aus dem Lagerhaus, da gibt es so die kleinen Dinger in den Schälchen und das stellt man sich halt dann so hin und das soll so klein wachsen und nicht sehr viel größer werden. Das geht sehr, sehr weit eigentlich an dieser asiatischen Gepflogenheit vorbei. Landschaften in Schalen ist wirklich der Versuch, dass man die Gesamtheit der Welt in diesem kleinen, winzigen Universum einfängt. Man kann den Baum von allen Seiten betrachten, man kann das Ding drehen. Das ist das eine. Das andere ist aber, wenn einem Angestellten eine Landschaft in einer Schale von seinem Arbeitgeber bereicht wird, dann versteht man in Japan sehr genau, was gemeint ist. Nämlich, dass das für dahin die einzige Aufgabe ist, die dieser Angestellte in aller Ewigkeit weiter tun wird. Er wird sich um diesen Baum in der Schale kümmern. Er ist kaltgestellt, sagen wir. Ja, ich finde das schon mal interessant, aber es geht hier nicht um Japan. Es geht zu einem nicht nur, aber zu einem wesentlichen Teil um Kuba. Also die Geschichte ist die, eigentlich bewegt sich dieser Roman auf, ich würde mal sagen, mindestens zwei Handlungsebenen und Zeitebenen auch irgendwie. Das eine, die Hauptfigur, die durchgehend dabei ist, heißt Viktor. Das ist ein Journalist, der ist schon über 60 und die eine Ebene, auf die wir jetzt am Anfang noch nicht näher eingehen, aber dann im zweiten Teil unseres Gesprächs ist der Zustand der Medien heute und die Art und Weise, wie ein engagierter Journalist, der an sich Vernünftiges und Gutes tun will, damit umgeht mit solchen Situationen. Auf das kommen wir dann noch. Aber dieser Viktor hat auch eine sehr starke Kuba-Erinnerung von einer Reise. Ja, also Viktor begegnet dem Lesenden eigentlich mal zuerst als eine Person, die bei Esther auf Besuch kommt. Esther ist eine Autorin. Das könnte man fast, darum habe ich gesagt, mindestens zwei Handlungsebenen. Die Ebene der Autorin ist fast noch eigenständig dabei. Genau, genau. Also er kommt auf Besuch und Esther weiß nicht so ganz, worüber sie eigentlich in Zukunft schreiben soll, weil das eine funktioniert nicht und das andere wird kein Echo evozieren und das nächste ist eigentlich langweilig. Sie hängt ein bisschen so in allen Seilen. Und Viktor, dieser Journalist, sagt doch, warum schreibst du denn nicht über Kuba? Du warst doch auch auf Kuba. Es hat dich doch sehr beeindruckt, es hat dich doch geprägt. Mach es! Und sie geht in den Widerstand und sagt, nee, also ich will nicht. Viktor selbst ist von seinen Kuba-Erinnerungen bis in die Gegenwart immer wieder determiniert. Er kann eigentlich, er zieht immer wieder Parallelen zwischen dem gegenwärtigen Alltag und zwischen dem, was er erlebt hat. Und das kommt nicht von ungefähr, das ist ja wieder im zweiten Teil unseres Gesprächs gelandet, zufällig, aber da kann man nachher einhaken. Es geht ja auch immer irgendwie ein bisschen ineinander über. Das ist ja auch gut, sonst wäre dir ja die Verknüpfung nicht gelungen. So funktioniert es aber natürlich ganz gut. Aber wir bleiben jetzt einmal bei der Kuba-Thematik. Das ist ja wirklich, also ich bin ja noch so richtig 68er Generation. An Kuba hat sich diese Generation ja irgendwie auch abgearbeitet, muss man sagen. Auf die unterschiedlichste Art und Weise, Verzeihung. War aber das erste Mal. Läuft eh gut, läuft gut. Also auch in deinem Buch kommen diese Erfahrungsebenen, diese europäischen Erfahrungsebenen von Kuba sehr anschaulich raus. Und ich habe mir da versucht, eine kleine Typologie der europäischen Kuba-Erfahrung anhand von Marlen Schachinger-Puziol zu erstellen. Da ist einmal einerseits eine starke Irritation da, wenn man dorthin kommt. Ich weiß, dass du auch selber dort warst. Insofern steht auch eine persönliche Erfahrung dahinter. Eine starke Irritation bis zur Ablehnung. Hat sich das bei dir auch eingestellt? Nein. Nein. Also die Irritation, ja. Man ist mit Alltagsdingen überfordert. Man kennt sich eigentlich nicht aus. Man muss eine gesamte neue Welt kennenlernen, alles funktioniert anders, das ist irritierend und wahnsinnig anstrengend. Aber es war keinerlei Ablehnung. Also ich muss dazu sagen, ich habe fünf Jahre in der kubanischen Exilgemeinschaft in Österreich gelebt, ich habe in der Exilgemeinschaft in Florida gelebt und auch auf Kuba und ich fand es ungemein beeindruckend, ich fand es auch sehr prägend, ich fand es sehr interessant und ich glaube, es hat mich sehr verändert. Vertraust du uns das an, inwiefern dich das verändert hat? Ja, ich glaube, man lernt, ich würde jetzt gar nicht sagen, dass man das nur auf Kuba lernen kann, man lernt das auch in vielen anderen Gesellschaften auf dieser Welt, dass man mit sehr, sehr wenig auskommen kann. Man braucht für eine Dusche nicht mehr als einen großen Eimer und einen kleinen Eimer und einen Eimer mit Wasser. Das genügt. Und alles funktioniert. Und all diese Dinge, sich darauf einzulassen, zu sagen, ich gehe von meinem System, von meinem Denken weg, ich lasse mich ein auf etwas ganz anderes, auf eine ganz andere Welt, die anders funktioniert, finde ich, ist eigentlich auch eine Aufgabe der Autorinnen und Autoren. Ja, ich habe jetzt nicht bei deinem Buch, aber manchmal den Eindruck, wenn ich mit Menschen über Kuba rede, die das nicht so gut kennen, aber ihm eigentlich wohl gewogen sind, dass aber dann so eine Idealisierung von Armut, die sind zwar arm, aber die sind so freundlich und lustig alle. Also ich kenne Kuba nicht, aber ich kenne Mexiko. Das ist zwar ein bisschen anders, aber das ist improvisierte Leben. Ja. Glaube ich schon, dass das auch doch den Leuten dort teilweise schon sehr auf den Nerv vergeht. Ja, natürlich. Natürlich ist es eine ständige Herausforderung. Und man kann eigentlich keinen Alltag leben im klassischen Sinn. Ich glaube, dass die europäischen Kuba-Reisenden entweder zwei Erfahrungen machen. Die einen gehen von ihrem System aus und erleben die Welt im Hotel als Hotelwelt. Da ist Marmor, da sind ja wunderbare Palmen, es ist alles wunderschön. Jeden Abend gibt es Hummer, Fisch, alles in rauen Mengen, Strom und weiter denken sie nicht. Strom und weiter denken sie nicht. Das ist die eine Gruppe. Die andere Gruppe ist diejenige, die sich eigentlich sehr, sehr offen auf das Land zugeht, die sieht, Moment, da gibt es noch eine ganz andere Welt in diesem Land. In die darf man aber nicht hinein, als Tourist. Das ist einem ja verwehrt. Und die mit dieser Irritation dann eigentlich wenig umgehen können final, weil sie ja ständig immer wieder zurückgestoßen wird, man lässt sie ja nicht hinein. Ja, es gab ja da also in meiner Generation ausgeprägt auch Zeitgenossen, Zeitgenossinnen, für die Kuba eine Art politisches Hoffnungsland auch war. Also ich kenne da schon Leute, die irgendwann einmal auf so einem sozialistischen oder kommunistischen Jugendkongress in Kuba waren und nach 30 Jahren noch gerührt davon erzählen, dass ihnen Fidel Castro zugewunken hat. Also so etwas gibt es auch. Aber diese Hoffnungen sind ja eigentlich massiv enttäuscht worden. Auch darum geht es letztlich. Es geht schon auch um das, was die Revolution einfach auch umsetzen konnte, auf der einen Seite. Also die Alphabetisierungskampagne. Kuba ist eines der Länder mit der geringsten Analphabetinnenrate. Auf der anderen Seite, was einfach alles auch im Argen ist, und jetzt nicht nur im politischen Bereich, oder im Bereich der Meinungsfreiheit. Ich meine, für den Erwerb von 30 Eiern war man mehrere Jahre ins Gefängnis. Das sind so Dinge, die... Ja, die Willkür der Diktatur, nicht? Also das kommt ja im Buch auch immer wieder zum Ausdruck. Und ein Thema ist auch, es sind ja viele Kubaner, Kubanerinnen außer Landes gegangen, sind ins Exil gegangen und diese Frage, soll man jetzt ins Exil gehen oder sollte man nicht lieber schauen, dass man im Land selber etwas weiterbringt? Weil was ist, wenn gerade Leute, die was können, die was wollen, wenn die weggehen alle? Also auch darum geht es ja letztlich hier. Ist eine schwierige Frage, denn wenn das Überleben der Familie davon abhängt, dass sich eine Person entweder prostituiert, das heißt mit einem europäischen Touristen ins Bett geht und damit den Kühlschrank für die Mama besorgt oder die Schulhefte für die jüngeren Geschwister oder aber eben ins Exil geht. Also es ist eine sehr, sehr harte Entscheidung. Ich glaube, es wäre Zeit für ein Text. Er schlicht die Glasfront entlang. Sie begrenzte seine Welt und teilte alles Sichtbare. In ein Diesseits und in ein Jenseits der Unerreichbarkeit. Hier der Rand einer Straße übersät mit klaffenden Löchern und Rissen im Asphalt. Dort Steinplatten, Rasenstreifen, dahinter eine Pullandschaft mit Palmen. Der Rollsplitt unter seinen Flipflops knirschte. Er hatte sie heute Morgen bei einer Bekannten gegen eine Antenne getauscht. Flipflops aus weichem Kunststoff, weil sie ihm obendrein Federbälle für die Kinder seines Viertels versprochen hatte. Am Horizont glitzerte das Meer. Es täuschte eine Ruhe vor, die alle Leichen der Gegenwart vergessen ließ. Dabei war Ernesto in seiner Tiefe verschwunden und Antonio, Alberto und sein Junge, José und seine gesamte Familie. Und so würde die Erzählung weitergehen bis zum heutigen Tag. Würde vielleicht sogar seinen Namen kennen, wäre da nicht das beharrliche Veto seiner Frau Nelia. Und ihr Sohn Alvaro. Ihr Sohn, Alvaro. Deswegen saßen sie fest, alle drei in diesem Diesseits, das nichts als eine tröstliche Naturwirklichkeit zu bieten hatte, aus Meer, Sand, Strand, Palmen, Diktatur und Hoffnungslosigkeit. Vom Jenseits am Horizont scharf getrennt und stolz darauf, sodass sie höchstens ab und an einen Blick auf jene Welt der Möglichkeiten erhaschten, war die Fernsicht gut und blieben die Augen trotz aller Ängste und Sorgen entspannt. Dort drüben die Skyline von Miami und manche ersehnten sich darin das Paradies. Er hingegen wanderte lieber den Blickland einwärts, schaute durch die gläsernen Fronten der Trennwände auf all jene Menschen in den Hotelanlagen, die er unterwegs ihr Sein und Leben selbst bestimmen konnten. Wie jene beiden Frauen, wenige Meter vor ihm, die neben dem Swimmingpool des Hotels an einem der Bistrotischchen Platz genommen hatten. Neben ihren Wasserflaschen und Mockertassen lagen Bücher. Sie hatten beide das Fortschreiten ihrer Lektüre mit Lesezeichen markiert. Wenige Seiten nur noch, bis zur letzten. Folglich vielversprechende Verhältnisse. Sehnriemen seiner Flipflops, als wolle er die Verankerung in der Sohle fixieren, hart er aus, gesegnet mit der stoischen Ruhe der kubanischen Mittagshitze, in der sogar die Fliegen einschliefen, bis er entziffert hatte, was auf dem Buchrücken stand. Toni Morrison, A Mercy, Siri Hustvedt, The Sorrows of an American. Englischsprachige Bücher. Also war heute sein Glückstag, eine Lektüre, bei der er höchstens zwei, drei Mal das Wörterbuch würde bemühen müssen. Psst, psst, psst, psst, zischte er zu den Frauen gewandt. Sie blickten herüber, sahen ihn an, kurz nur die eine, um danach die Mundwinkel zu verziehen, ihm entschlossen, den Rücken zu kehren. Die andere hingegen zögerte, sah von seinem Gesicht zu seiner Umhängetasche, seinen Flipflops, bevor ihr Blick zu seinen Augen zurückwanderte. Verzeihen Sie, dass ich störe. Wären Sie eventuell bereit, das Buch, wenn Sie es ausgelesen haben, an den Zaun zu legen? Ich komme jeden Tag hier vorbei und bin ein leidenschaftlicher Leser. Warum kaufen Sie denn nicht, was Sie lesen wollen, statt Gäste zu belästigen, die in Frieden ihren Kaffee mit Blick auf das Meer genießen möchten, kam es aus dem verkniffenen Mund. Ich studiere Sprachen und englische Bücher sind hier kaum zu kaufen. Es wäre also wunderbar, würden Sie, und seine Hand wies auf den Spalt zwischen Glasfront und Baumstamm, ein schmaler Hohlraum den Blicken entzogen. Ja, sagte die eine, sagte es hastiger als nötig. Vielleicht, ergänzte die andere, ebenso eilig in ihrer Abwehr, bevor sie sich erneut und entschieden ihrer Freundin zuwandte. Komm, wir gehen. Diese ewige Bettelei, überall, ist doch wirklich zu lästig, sagte es lauter als zuvor. Energisch schob sie ihren Stuhl zurück, auch die andere stand auf, trank hastig ihren letzten Schluck, sah ihn über den Tassenrand dennoch nochmals an. Er lächelte so freundlich und frohgemut, wie er nur konnte, so freundlich und frohgemut wie er nur konnte nickte ihr zum abschied zu und spazierte danach betont langsam weiter vielleicht war immerhin kein was fällt ihnen ein es bestand folglich durchaus hoffnung ja es bestand immer hoff. Und wenn nicht auf diese beiden, so würde ein anderer aus dem Jenseits ihn verstehen. Ja, ich springe ein Stück weit nach hinten. Ich habe vorab schon kurz gesagt, Esther ist eine dieser Randfiguren hier im Roman, diese Autorin. Und wir sind jetzt bei Esther. Und die Figur, die wir vorhin gerade kennengelernt haben, heißt Ivo. Und wie das halt so ist für Autorinnen und Autoren, glaube ich auch, die Figuren führen manchmal ganz gern ein Eigenleben. Kleinen Baumgarten, 21. September 2019. Ivo schwingt sich auf die Brüstung meines Innenhofs, lässt die Beine baumeln. Er würde gerne erzählen, sagt er, wenn Vito schon solch ein Trottel sei und sich immer nur Gedanken mache über dies und das und alles und jenes, ein Europäer eben, der tausend Schritte zu jeder Handlung benötige, er, Ivo, habe jedenfalls eine Menge zu sagen. Über das Leben am Rand einer Gesellschaft, über ein politisches System, das im Laufe von 70 Jahren Meister im Kaltstellen geworden ist oder über das Urteil Mundtod und die Ohnmacht, die in all dem liege. Über den Glauben daran, dass sogar unter widrigsten Umständen eine Form der Freiheit möglich sei. Solange man in ihr festhalte, unbeirrt. Und über die unzerstörbare Hoffnung, dass diese Welt irgendwann doch zu einem besseren Ort werde, bringe man sich ein. Vielleicht kein Paradies, aber hey, Ideen sind die Waffen von heute für eine Welt von morgen. Ivo setzt sich mir gegenüber auf die Bank, sieht mich lange an. Keine Geschichte, die über sich selbst hinaus auf etwas Größeres verweist, kann je abgeschlossen werden. Leerstellen sind ihr immanent. Ihre Fläche hat die Fusions offen zu bleiben. statt diffusionsoffen zu bleiben. Ivo nimmt eine der Landschaften in Schalen vom Bord, betrachtet sie, folgt mit der Fingerkuppe dem oberen Rand, greift nach dem Pinsel, zögert kurz. Seine Hand schwebt einen Moment über den Farbgläsern, bevor er sich für Grün-Blau entscheidet. Ein Farbton aus dem Meer. Aber, kein Aber. Nicht nur wir, die Protagonistinnen und Protagonisten brauchen etwas Raum. Auch Lesende wollen sich selbst in Freiheit einbringen. Du kannst ihnen zusätzlich zu deinen chinesischen Kästchen durchaus eigene Gedanken und Handlungen zutrauen. Sollen sie eben mein Land bereisen, sich ein Bild machen, sagt Ivo. Wir wollen jetzt über Medien sprechen, über Journalismus sprechen. Es ist ein Schwerpunktthema in deinem Roman und festgemacht an dieser Hauptfigur Victor. Es ist zwar ein bisschen seltsam, eine Autorin zu fragen, wie würdest du deine eigene Figur charakterisieren? Trotzdem probiere ich es jetzt einmal. Ja, dieser Victor, der begegnet uns ja im Roman in mehreren Varianten eigentlich. Also als Vito auf Kuba, da ist er noch ein sehr junger, von den 68er Jahren beeinflusster Mann, der sich mit viel politischer Naivität einlässt, ein Sabbatical macht, weil er irgendwie die Welt umkrempeln will und scheitert. Wir begegnen Viktor als 62-jährigen Journalisten, der nach seiner Rückkehr aus Kuba, wo es sich einfach dann sehr schwer tut, sich wieder einzufügen, immer wieder darauf beharrt, dieses Thema muss gestaltet werden, wir müssen über dieses Thema schreiben, wir müssen darüber berichten, wir können doch nicht nur in den Zeitungen die Themen, die gerade jetzt en vogue sind, wir müssen auch über Krisenherde oder Konflikte in anderen Regionen schreiben, wir können nicht immer nur das Alleraktuellste herauspicken und alles andere vergessen wir einfach. Er machte sich keine besonderen Freunde. Und je weniger er sich da Freunde macht, desto weniger reüssiert er natürlich auch beruflich und wird de facto kaltgestellt im Foyerton. Dort sitzt er dann und betreut Autorinnen und Autoren als Externe, die über Bücher schreiben, die er ihnen zum Rezensieren übergibt. Und ja, genau. Ja, das ist eine Welt, die ich kenne, die auch du kennst. Also du hast, du warst ja nicht nur in Kuba noch schlimmer, du warst sogar in einer Redaktion, glaube ich. Ja, also ich wollte mich nicht darauf verlassen, dass meine Erfahrungen, als ich bekomme einen Roman und ich rezensiere den für diese Zeitung, dass die jetzt wirklich auch den Alltag in einer Zeitungsredaktion wiedergeben. Und ich hatte die großartige Möglichkeit, ich muss wirklich sagen, ich bin Ihnen wahnsinnig dankbar, ich durfte wochenlang bei Ihnen so als stilles Mäuschen da einfach in der Redaktion herumsitzen und habe immer mitgeschrieben, was Sie so sagen, was Sie machen, was Sie tun, wie Sie interagieren, was Sie wohin verräumen, wie Sie auf Situationen reagieren. Ich fand das ungemein interessant und spannend. Ich fand das ungemein interessant und spannend. Ja, also ein Aspekt. Ich möchte noch einmal zurück aufs Feuilleton, das du schon angesprochen hast. Das Feuilleton einer Zeitung, also einer anspruchsvollen Zeitung, das haben ja nicht alle ein Feuilleton, bei manchen heißt es dann Wochenendbeilage. Bei manchen heißt es dann Wochenendbeilage. Das war ja so immer die Spielwiese der Intellektuellen, also in den anspruchsvolleren Tageszeitungen, Qualitätszeitungen, diese Spielwiese der Intellektuellen, des intellektuellen Diskurses, wo man auch längere Texte, schwierigere Texte untergebracht hat, die vielleicht dann vier Leser gefunden haben. Also hat es auch natürlich gegeben. Aber schön, dass du das Imperfekt verwendest. Das passiert mir manchmal. Als Impfviertler bin ich das nicht gewöhnt. Nein, weil ich glaube, und das ist auch das große Problem ja gegenwärtig, es war die Spielwiese der Intellektuellen. Und aufgrund der budgetären Lage der Zeitungen, der Printmedien, wurden ja die Feuilletons immer stärker gekürzt und gekürzt. Das ist ja im Roman ja auch eine der großen Herausforderungen, mit denen Viktor kämpft, dass er diesen externen, die für ihn bereits gearbeitet haben, eigentlich sagen muss, danke, war lieb von euch, jetzt geht es bitte nach Hause, wir haben nur noch eine doppelte, also eine Seite, mehr bleibt nicht mehr. Und das ist ein sehr, sehr weit verbreitetes Problem gegenwärtig. Wo das lange Zeit noch gut gegangen ist, das war die Wiener Zeitung, die gibt es aber jetzt nicht mehr. Die ist auch einmal gewesen. Also, perfekt. Das ist schon eher im Begraben. Ja, leider. Und das ist natürlich für die Autoren und Autorinnen, ich rede damit genug darüber, auch ein bisschen ein ökonomisches Problem, denn man wusste ja ein bisschen, was geht da immer auch mit Nebeneinnahmen oder so und so weiter. Also um alle diese Dinge geht es. Um was es auch geht, ist das Problem jetzt der politischen Einflussnahme oder überhaupt, es muss ja nicht unbedingt der vorsätzliche Einflussnahme sein. Irgendwie sind ja das zwei Welten, die einander brauchen. Die Politik und der Journalismus. Das ist auch durchaus ja in Ordnung, dass sie einander brauchen. dass sie einander brauchen. Problematisch wird es dann, wenn die Politik Einfluss nimmt, und zwar sei es entweder direkt mit Weisungen oder mit Maßregelungen, beziehungsweise wenn sie indirekt Einfluss nimmt, indem dann eben bestimmte Annoncen nicht mehr geschaltet werden, sei es direkt von einer Regierung oder sei es eben auch von dieser Partei, der regierenden Partei befreundeten Industriellen oder Unternehmen, wo man denen dann niederlegt, in diesem Medium nicht mehr. Diese finanziellen Auswirkungen zeigen sich natürlich auch im Feuilleton. Auswirkungen zeigen sich natürlich auch im Feuilleton. Ich habe das zuerst schon kurz erwähnt, diese budgetäre Schwierigkeiten, mit denen österreichische Tageszeitungen kämpfen. Und die sind in den letzten Jahren gravierend schlimmer geworden. Redaktionen werden verkleinert beispielsweise und eben die Abhängigkeit von Inseraten wird natürlich sehr stark. Das ist ein komplexes Ursachenbündel alles, weil einfach die Medienlandschaft generell in einem sehr dynamischen Prozess, der derzeit steht und starken Veränderungen ausgesetzt ist. Dass man auch direkt Journalisten bedrohen kann, kennt man mittlerweile aus Amerika. Bei uns gibt es noch vornehmere Methoden, sozusagen. Da ist man noch nicht so grauslich. Es ist noch ein bisschen Luft nach oben. Man kann noch Fantasie irgendwie einsetzen. Aber weltweit sehen wir, dass das sehr im Kommen ist. Und jetzt gehen wir zu Viktor zurück und fragen, jetzt haben wir da einen gut 60-jährigen Journalisten, der an sich ursprünglich ein sehr starkes Berufsethos hatte. Auch in seiner Kuba-Beziehung merkt man ja das irgendwie. Was tut der in so einem Fall? Also der kann ja die Pension erwarten, ein bisschen alter Style sein und so. Ja, er sagt einfach, mit Anstand abtreten ist das Einzige, was ich jetzt noch möchte. Er möchte noch anständig bleiben, also aber selbst das gelingt ihm ja eigentlich kaum. Ja, und da habe ich jetzt auch ein Zitat aus deinem Buch, so wie bei der Eva, habe ich auch ein Zitat rausgeholt, auch ein markantes. Leben heißt, sich schmutzig machen. Ja. Es geht nicht ganz. Wenn ich den Anstand, wenn man das Wort nutzen möchte, wenn man diesen Anstand für sich selbst in Anspruch nimmt, dann muss man sich auch schmutzig machen. Man muss auch mal Stellung beziehen, man muss auch mal anecken und vielleicht auch riskieren, nachher kaltgestellt zu werden. Das kann auch passieren. Aber ich glaube... Das wäre eh schon die sehr ehrenwerte Methode. Da hast du an schmutzig werden eh schon hohe Ansprüche, würde ich sagen. Ich habe da auch andere Vorstellungen noch damit. Gut, Marlen, ich glaube, es wird Zeit für den letzten Lesungsteil. Viktor streifte durch die Hitze Havannas, um in ihre anderen Laute einzutauchen, ihre Lebendigkeit zu inhalieren, ungeachtet dessen, dass er mit dem ungewohnten Klima zu kämpfen hatte und sich erst an das Transpirieren gewöhnen musste. Planierte durch Gassen, wie es ja zufällig einer Buchhandlung gegenüberstand. Umrundet von Buntglasfenstern, die von einer Firmengeschichte seit der Zeit des Jugendstils erzählten, lag in der Geschäftsauslage G.S. Conterfei, ausgebreitet in vier Varianten, flankiert von Bekarten mit Parolen, die jeder Parteizentrale zur Ehre gereicht hätten. Firmes en los principios, treu den Prinzipien oder so. Alle Druckwerke reichlich angestaubt. Als würde sich für diese schon seit Jahrzehnten niemand interessieren oder keine seine Pesos dafür ausgeben wollen. Im Innern des Ladens hatte Victor zuerst seine Augen an das Halbdunkel zu gewöhnen, bevor er in den Regalen auch nur einen Titel ausmachen konnte. Fidel, Marx und Che. Doch keine zeitgenössische kubanische Literatur. Nicht einmal diejenigen Autoren und Autorinnen waren vorrätig, die jetzt gerade den Segen der Partei hatten. Womöglich, weil dieser einem tagtäglich entzogen werden konnte. Dafür mischten sich unter die Säulenheiligen der Revolution von Anno dazumal einige internationale Klassiker-Totaliteraten. Hermann Hesse unterm Rat, Franz Kafka das Schloss, die Verwandlung. Nicht wirklich außergewöhnlich. Welches Land Victor auch bereiste, die beiden waren stets vor ihm da gewesen. Doch als er den Buchhändler nach Lyrik fragte, zuckte der die Schultern. Vielleicht würde Victor bei den Bukinisten fündig werden. Und der Herr hinter der Ladentheke kritzelte ihm eine Wegrute auf ein Blatt Papier. Über diese Straßenhändler war ihm zu Ohren gekommen, dass sie manchmal neben jenen Werken, die sie sichtbar zum Verkauf feilboten, auch anderes beschaffen konnten, fassten sie erst Vertrauen zu einem. Und er machte sich auf den Weg, unsicher, ob sein Spanisch genügen würde, ihnen Verlässlichkeit zu suggerieren. Nein, an den Namen der Plasser erinnerte er sich heute nicht mehr, wusste nur, dass sie im Schatten einiger Prachtbauten lag. Palmen und niedrige Gehölze, davor steinende Sitzbänke in einem Rondeau. Anderen überlegte sich seine tastenden Sätze, um dann an einen der fahrbaren Stände zu treten und zuerst noch ein wenig zu schmökern. Blätterte sich durch die Anthologie La Insula Fabulante, die Fabel der Insel, begann wegen eines Titels, Happiness is a warm gun, Carrie says, konzentrierter zu lesen. Da trat ein kahlköpfiger Mann neben ihn, annähernd in Victors Alter, griff nach einem Werk. Die Hand, welche die Wiege schaukelt, regiert die Welt, so oder so ähnlich hieß es. Und darunter in größeren Lettern als Titel und Autor das Wort Poemas, als wäre auf dieser Insel Lyrik eine wahrhaftig geschätzte Form. Und der Mann neben ihm reichte dem Bukinisten einige Pesos, blickte auf das Cover in Viktors Arm, lächelte und meinte, ah, ein Ausländer, der sich für unsere Inselfabel interessiert. Wenn er sich nicht sehr irre, sei in dieser Anthologie ein Prosedex von Reynaldo Montero enthalten. Happiness is a warm gun, carry safe, ergänzte Victor und grinste. Woraus sich eine längere Plauderei ergab über den Slogan des Waffenfabrikanten John Lennon Song dazu, Gedichte allgemein und diejenigen Heredias im Besonderen und über ihre Sehnsucht nach einem Zeitalter der Poesie. Schon schlenderten sie Seite an Seite die Straße hinab, Leonardo und er, Leonardo und er, Victor, die Obispo, erinnerte er sich recht. Und er hatte nach einem Blick in eine Querstraße gefragt, ob in solchen Häusern wie diesem hier wahrhaftig noch jemand wohne. Claro que si, natürlich, oben im zweiten Stock. Da sehe man an den Fenstern, wieso sollte sonst jemand Wäsche zum Trocknen hängen? Und weil Viktor unglaublich den Kopf schüttelte, waren sie in jene Gasse abgebogen, blieben vor dem Hauseingang stehen. Aber es fehle doch im Erdgeschoss quasi alles. Und nach einem Blick in den Eingangsbereich, außerdem die halbe Treppe nach oben, ganz zu schweigen vom Dach auf der einen Hausseite, fehlt die eine Hälfte, ist die andere ja noch vorhanden, hatte der Kubaner gelacht, bevor er hinzufügte, er heiße Leonardo Padura. Und er würde sich freuen, Victor die Ausstellung Portale des Erinnerns und des Vergessens seines Freundes Antonio zu zeigen. Ja, danke dir für diesen letzten Teil, diese letzte Lesung. Danke überhaupt beiden Autorinnen für diesen Abend. Ich glaube, er war sehr abwechslungsreich, er hat uns Einblicke in die verschiedensten Welten, beachtenswerten Welten gegeben. Ich bedanke mich bei meiner achten Rippe, dass sie so brav durchgehalten hat, mitgearbeitet hat. Ja, das ist wunderbar. Und ich danke Ihnen für Ihr Interesse an dieser Veranstaltung. Kommen Sie gut nach Hause, es könnte wieder glatt werden. Dankeschön. Ja, auch von meiner Seite herzlichen Dank an Eva Grübel und Marleen Schachinger-Puziol. Außerdem natürlich an das faszinierend zu beobachtende Gebärdendolmetsch, wie ich finde. Also auch einen großen Dank an beide Dolmetscherinnen und natürlich an Christian Schachretter, der famos und tapfer durchgehalten hat. Hinten finden Sie den Büchertisch bereitgestellt von der Buchhandlung Neugebauer, wo Sie die beiden Bücher und auch weitere erwerben können. Ich denke, die Autorinnen sind gerne bereit zu signieren. Bei uns im Stifterhaus geht es am Donnerstag weiter, wenn Elias Hirschl seinen neuen Roman Schleifen präsentiert. Die Moderation übernimmt Andreas Jungwirth. Ich danke Ihnen fürs Kommen und hoffe, dass wir uns bald wiedersehen. Vielen Dank.