Es war einmal ein kleiner Bub, der ließ seinen Vater nie in Ruhe. Papa sagte, ich möchte so gerne einmal Bürgermeister werden. Christoph, du bist seit Mitte November Bürgermeister hier in Ingridsdorf. Der leider 2024 verstorbene Mundartdichter und Buchautor hat in einem seiner Bücher ein Gedicht vortragen, das hat gelautet, ich möchte gern Bürgermeister werden. Frage an dich, hast du als kleiner Bub das auch schon geführt genommen oder hat sich das anderwertig einfach so ergeben? Tatsächlich ist es so, dass es für mich kein Plan war, Bürgermeister zu werden. Ein bisschen muss ich mich erinnern, was mein Vorgänger gesagt hat, der Herbert Fürst, Ehrenbürgermeister jetzt von unserer Gemeinde. Bürgermeister sein kann man sich eh nicht aussuchen, das wird man. Und irgendwie ist das so auch bei mir passiert, dass einfach mal ge mal gesagt habe, ja Christoph, du warst vielleicht der geeignetste Kandidat, kannst du dir das vorstellen? Ja, das ging und das konnte ich mir auch wirklich vorstellen. Mittlerweile fühle ich mich in meiner Rolle angekommen und ich mache es wirklich sehr, sehr gern. Und ich habe es ja gerade gesehen, es war gerade wer da, es kommen laufend Bürger zu mir und das ist mein wichtigstes Ziel, die Anliegen der Bürger ernst nehmen. Wo kommst du eigentlich her und wie hat sich dein bisheriges, voriges Leben gestaltet? Aufgewachsen bin ich in allen Fällen im oberen Müllviertel, Bezirk Rohrbach. Dort bin ich in den Kindergarten gegangen und im Volksschul. Nach dem Volksschul bin ich dann ins Gymnasium nach Rohrbach gegangen. In der Oberschule bin ich tatsächlich zum Klassensprecher gewählt worden. Und da kommt man dann rein in die Schülervertretung rein und das war der erste Kontakt für mich, wo ich draufgekommen bin. Ich vertrete auch die Interessen und die Wünsche der anderen. Nach dem Gymnasium habe ich dann zum Studieren angefangen, das war Informatik. Und während dem Informatikstudium habe ich dann schon am Wifi in Linz zum Unterrichten angefangen, im Bereich EDV. Das hat einfach mit dem Studium gut gepasst. Dann habe ich in der Zeit meine Frau kennengelernt, Manuela. Wir haben dann noch vier Jahre in Linz gewohnt und dann haben wir gesagt, eigentlich möchte man wieder zurück aufs Land, weil wir beide eben von Land, Gemeinden und von Dörfern kommen und dann hat es uns in Engerwitz Dorf in Freienbach am besten gefallen und zufällig auch einen Kunden gefunden und dort haben wir dann Haus gebaut. Wart ihr da schon verheiratet? Nein, wir haben zuerst gebaut und wie wir dann fertig waren, 2002 haben wir dann geheiratet, standesamtlich hier am Gemeindeamt und in Treffli haben wir kirchlich geheiratet, weil wir damals schon gesagt haben, wir sind da jetzt hergezogen, wir haben da jetzt Haus gebaut. Wenn wir da jetzt heiraten, ist das der Beginn, dass das unsere neue Heimat wird. Dann ist ja irgendwo einmal der Einstieg in die Öffentlichkeit gekommen. Ich denke, es war bei dir die Feuerwehr. Ja, stimmt. Ich habe dann 2012 Übungen gemacht, haben sie an mich gekommen und haben mich gefragt, ob ich da fotografieren kann. Und dann haben sie gesagt, jetzt bist du bei jeder Übung dabei. Und ich glaube, der Schwarzherrmann hat dann damals gesagt, können Sie eigentlich hier d dazugehören. Und so haben wir es dann gemacht. Und dann ist eine große Leidenschaft und ein großes Hoppel von mir auch entstanden, dass ich mich bei der Feuerwehr engagiere, was ich bis heute mache. Obwohl ich jetzt meine Kommandofunktion zurückgelegt habe, weil wir gesagt haben, als Bürgermeister habe ich es immer auch mit den Themen im Kommando zu tun, aber ich möchte nicht in meiner Feuerwehr noch zusätzlich im Kommando sein. Da bin ich jetzt wieder ganz normaler Feuerwehrmann. Wie bist du denn eigentlich in die Gemeindepolitik gekommen? In die Gemeindepolitik bin ich eigentlich über Umwege gekommen. Es war 2013, da sind die Pläne von der Regiotram präsentiert worden und da hat es dann sehr viele Betroffene gegeben, wo Häuser abgelöst werden sollten, wo die Regiotram direkt vorbeifährt und da hat sich dann ein wenig ein Bürgerdialog und Bürgerinitiative entwickelt, wo wir gesagt haben, wir sind für die Regiotram, weil das eine gute Sache ist, dass man den öffentlichen Verkehr ausbaut. Wir möchten sowas so gestalten, dass es für die meisten angenehm und vertretbar ist. Und das haben wir tatsächlich geschafft. Die Trasse, die jetzt verordnet worden ist damals, die haben wir gemeinsam mit den Bürgern entwickelt und somit haben wir da maßgeblich mitgearbeitet. Und dann ist schon der damalige Bürgermeister gekommen, der Herbert Fürst, und hat mich gefragt, ob ich nicht in seiner Fraktion mitarbeiten und mitwirken möchte. Und schon war ich in der Politik. Und du warst dann Fraktionsobmann, wie viele Jahre? Ich war in der ersten Periode, wo ich im Gemeinderat war, war ich Ausschussobmann für Kinderbetreuung, Schule und Sport. Und auch Feuerwehr war ich noch dabei in diesem Ausschuss. Und 2021 bin ich dann Fraktionsobmann geworden und jetzt 2025 nominiert worden und im November dann im Gemeinderat gewählt. Interessiert dich das überhaupt, was der Walter Egger in seinem Bierchen geschrieben hat? Ja, unbedingt. Es war einmal ein kleiner Bub, der ließ seinen Vater nie in Ruhe. Papa, sagt er, ich möchte gern einmal Bürgermeister werden. Das Antl war für mich Gott recht, mein Mundwerk bin ich auch nicht schlecht. Das Grüßen fällt mir auch nicht schwer und viel Versprechen, das kann ich auch. Meinst Papa, sagt naiv der kleine Bub, ist das für einen Bürgermeister genug? Der Vater peilt nur seinen Kopf. Ja, liebe ich Sie, mein kleiner Tropf, du Peppe, sagt er, hoch gut her, aber zu einem Bürgermeister werden, da gehört ein wenig mehr. Zuerst brauchst du einmal eine Großpartei, na ja, da gibt es zwei, drei. Du meldest dich überall gleich an und schaust ein wenig, dann siehst du es schon. Es war alter, vorn und oben, darfst ihn nicht zu viel loben. Denn durchs Loben wird es immer schlechter und nicht ans Sessel picken möchten. Ist er aber noch sehr jung, dann bremst er halt ein wenig seinen Schwung und haut ihm einen Priegel zwischen den Füßen und dem Gesicht, da durst er ihn sehr. Füß, doch an dem Gesicht, da durst er'm Sehs. Red' nie dagegen, sag' net a Ja, und wenn er grau'n wird, dann löst'n gleich an. Denn dann bist du der große Macher, doch dann, mein lieber Bua, hast nix mehr zu lachen. Dann musst' viel mehr und darfst nie spähen, Jahr raus, Jahr ein, musst Recht haben können. Musst fast alles wissen, alles verstehen, je in Sonn' der brave Kirche gehen. Für'n Wochentag einen Anzug kaufen und die Feuerwehrler ein wenig unter den Tisch hineinsaufen. Muss ich gehen und muss ich loben, wenn's ein Jahr und Tag nicht recht viel proben. Beim Grundsammeln, naja, da musst du vermitteln. Teint oft hergeben, recht lang schütteln. Bokale spenden, Liter zahlen, bei jeder Leich eine Ansprache holen. Im Bierzelt muss ich dirigieren und jedes Wiesenwegerl asphaltieren. und jedes Wiesenwegerl asphaltieren. Noch verlorene Wollen, nicht fluchen, die Schuld vielleicht bei den anderen suchen. Und auf die Pelle so lang tanzen, bis die Lackschurchen sind entfranzen. Gemeindezeitung selber machen und von jeder Seite Oberlochen. Hausbesuche nicht vergessen. Stamppl trinken, Kuchen essen. Vereine fördern und Vereine gewandeln. Um jedes Kanaldeckerl sich randen. Mit dem Vorer Jahr und Tag nichts kriegen. Und die Krähen und die Blauen ein wenig bieren. Forstweg bauen und Schule errichten. In Gegner oft vielleicht ein wenig was aufgedichten, Kapellen oder sonst was renovieren, für jeden Flirnschiss interessieren, Kleintierzüchter unterstützen, jeden Käfer und jedes Grasal schützen, Löschfahrzeuge bestellen, aber auch dann zahlen, viel versprechen und da das meiste holen. Straßenbau kanalisieren, zu einem Geburtstag gratulieren, Traumbesucher, Mut zur Sprecher, jeden zweiten Tag wo Eintritt blechen. Deine Feinde freundlich grüßen und den schlechten Wein in Furtung pissen. Die Woche zweimal Sprechdruck holen, Zeitung austragen vor die Wollen, mit den Bauern über die Regierung schimpfen und die Bundesbaumer ein bisschen an Stress erimpfen. Jeden Gemeinderat verteidigen und nie den Sekretär beleidigen. Über Ortsgerüchte lachen und ein ganzes Jahr welche Schulden machen. Das, lieber Peppi, das muss können. Auf nichts und niemanden darfst du spinnen. Da hat der Peppi ganz verzockt und kleinlaut zu seinem Papa gesagt. Papa, das ist nichts für mich. Da strebe ich auf etwas anderes hin. Da werde ich Tischler oder Lehrer, Postler oder Raubfangkehrer. Dann kann ich schwarz sein, blau oder rot. Ich habe keinen Vertrust und keinen Kornot. Ich bin auch bei einer Großpartei, aber bin nicht gebunden. Bin vogelfrei. Scheich kein Wohl und fürcht kein Wähler. Und kein Mensch zählt meine Fehler. ist heute ein angesehener Mann. Vor Jahren hat er an seine Frau einen Buben geboren. Und der ist später dann unser Landeshauptmann geworden. Ja, Herr Bürgermeister, kommt das wirklich so vor, wie der Walter Ecker da geschaut hat? Oder ist das eh jetzt so tragisch? Es ist ja jetzt so, dass ich ungefähr seit 60 Tagen Bürgermeister sein darf von Engerwitz-Dorf und ja doch, es sind ein paar Sachen schon bekannt vorgekommen, die tatsächlich auch so passieren, wie es im Gedicht erzählt worden ist. Aber zu dem bin ich auch Bürgermeister geworden, dass ich genau da unterstütze und dass ich genau dort hinschaue und das ist mein Zugang für die Leute da sein und die Leute helfen, die Anliegen ernst nehmen und wirklich immer probieren, dass man einen Weg findet, eine Lösung findet und das habe ich mir vorgenommen und mit aller Hilfe schafft man es auch, glaube ich. Dann wünschen wir dir viel Zukunft, viel Kraft, dass du das Amt zum Wohle der Gemeindebürger recht lang ausüben kannst. Herzlichen Dank! Vielen Dank für euren Besuch! Danke für euren Besuch! Ich habe mich sehr wohl gefühlt! Dankeschön!