.......................................... so Musik so um um um um so Субтитры создавал DimaTorzok me... Thank you. Applaus freue mich sehr, Sie heute willkommen heißen zu dürfen. Heute findet die erste Lesung des Autorinnenkreises Linz in diesem Jahr bei uns statt. Die älteste Autorinnenvereinigung Oberösterreichs ist jährlich bei uns zu Gast. Eine schöne Tradition, die wir natürlich auch 2026 fortsetzen dürfen. Der heutige Abend steht unter dem Titel Liebespiele, also passend zum nahenden Valentinstag am Samstag, den wir heute sozusagen mit Lesungen vorfeiern. Moderiert wird die Veranstaltung von Erich Josef Langwiesner, den ich herzlich begrüße. Schön, dass du da bist, Erich. Unser heutiger Moderator Erich Josef Langwiesner blickt auf eine Karriere als Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller zurück. Als Obmann des Linzer Autorinnenkreises setzt er sich intensiv für Literaturförderung ein. Ebenfalls darf ich Ihnen die vier Lesenden der heutigen Veranstaltung vorstellen. Ich möchte mit Nina Altmüller beginnen. Sie wurde, ja, herzlich willkommen. Sie wurde in Linz geboren und studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie. Nach ihrer Mitarbeit bei der österreichischen Historikerkommission ist sie heute als Lektorin, Autorin und Verlegerin tätig. Also nochmal herzlich willkommen. Ilse Maria Bachel ist pensionierte Hauptschullehrerin für Deutsch und Geschichte und lebt in Pugging. Genau, seit vielen Jahren engagiert sie sich literarisch, unter anderem als Mitglied des Linzer Autorinnenkreises und der IG Autorinnen und Autoren. Außerdem ist sie Mitorganisatorin von Kultur unterm Sternenhimmel des Kulturvereins St. Leonhard. Schön, dass Sie hier sind. Danke. Dann zu Ursula Hirtl, die 1993 das Kunstförderungsstipendium für Literatur, der Stadt Linz erhielt. Nach einer längeren Schaffenspause ist sie seit 2006 wieder schreibend aktiv und mit Beiträgen in Anthologien und Literaturzeitschriften präsent. Herzlich willkommen. Genau, und zu guter Letzt ein Willkommensapplaus für Walter Lanz, Genau, und zu guter Letzt einen Willkommensapplaus für Walter Lanz, der heute für den ursprünglichen Lesenden Steven Sokolow einspringt, der leider krankheitsbedingt verhindert ist. Er wird einen satirischen Text von ihm lesen, also auch Ihnen Dankeschön. Und musikalisch begleitet wird die Lesung von Evelyn Lee, wie Sie bereits gehört haben. Sie wird am Saxophon den Abend klanglich bereichern. Auch Sie begrüße ich herzlich. Guten Abend, Evelyn Lee. Also ich wünsche uns allen einen schönen und anregenden Abend und übergebe nun das Wort an unseren Moderator Erich-Josef Langwiesner. Eveline ist mit der ganzen Familie da. Mit wie viel sagst du vorne? Drei? Heute nur mit drei. Heute nur mit drei, also sie kommt mit einem kleinen Equipment heute. Ich freue mich immer, wenn sie da ist, weil da kommt wirklich die ganze Familie. Ist immer da. Herzlichen Glückwunsch, grüß Gott, die ganze Lebfamilie. Und die ganze Familie mit ihrem zauberhaften Ehemann. Sie sind seit Neuestem verheiratet. jetzt ist ein Familienmitglied mehr. Aber Evelin kommt immer mit der ganzen Familie. Ich freue mich immer. Familienmitglied mehr. Aber Evelin kommt immer mit der ganzen Familie. Ich freue mich immer. Björn, ich freue mich, dass du da bist heute. Wo bist du? Da ist er. Björn ist da und er ist heute an den Reglern, wie man so schön sagt. Er ist ein langjähriger Weggefährte von mir. Wir haben sehr, sehr viel zusammen auf der Bühne gestanden des Landestheaters und haben viel miteinander gespielt. Er ist ein ganz zauberhafter Kollege und wir haben wirklich sehr, sehr viele schöne Sachen miteinander auf der Bühne getrieben. Und er ist auch ein ganz lieber Freund von mir. Das Langwiesners Rede, Vorrede, kurzer Unsinn, ist passiert. Björn, wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter. Von wem? Welches Stück? Ich schätze Shakespeare. Shakespeare ist völlig richtig. Es ist der erste Satz des Herzogs, aus was ihr wollt. Aber das habe ich mir so als Einstiegsdroge heute genommen, weil ich mir gedacht habe, womit fängt denn das den Abend heute an? Wenn die Musik der lieben Narren ist, spielt weiter. Das ist das, was ich wollte. Und ich denke mir, angesichts einer Weltlage, die an alles denken lässt, nur nicht an Liebe, an Spiele, an Musik und Lockerheit, Fröhlichkeit und so weiter. An alles können wir denken, nur nicht an das. Warum dieses Thema, um Gottes Willen? Ich meine, in der Ukraine, die werden kaputt bombardiert, Gaza gibt es gar nicht mehr und so weiter und so weiter. Man braucht das gar nicht alles aufzählen. Warum eigentlich dieses Thema? Weil es so allgemeingültig ist? Das glaube ich nicht. Es ist nicht so allgemeingültig. Aus Selbstreflexion? Das ist zu langweilig. Und des Spielens willen mir zu sagen, wie gut ich bin. Ich stelle mir vor den Spiegel und sage, ich bin der Tollste. Stimmt auch nicht. Aus Fluchtgründe? Weiß ich nicht. Oder aus Produktionslust? Kann auch sein. Drei Frauen und ein Mann, also geschlechtsspezifisch ist das auch alles aufgedröselt bereits. Die Liebe fällt hin, wo sie hinfallen will und das ist auch gut so. Also geschlechtsspezifisch geht gar nicht mehr. Das kann alles sein, muss aber gar nicht sein. Gut. Vielleicht können wir mit den Beiträgen der Lesenden, dem Sinn des Spiels, dem Sinn der Liebe, ein paar Schritte näher kommen. Das wünsche ich Ihnen und wünsche ich mir. Das wäre mal der Anfang. Wir haben natürlich wieder das Los gezogen. Wir machen das immer so. Jeder kriegt seinen Zettel. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7. Die Nummer 1 hat heute Ursula Hirl. Die Sarah hat schon so viel schönes autobiografisches erzählt über die Ursula, auch über die anderen natürlich. Jetzt bin ich Gott sei Dank ein bisschen außen vor, wie man so schön sagt. Willst du zu deinen biografischen Dingen noch irgendwas sagen? Na, das ist recht vollkommen. Wie viele Preise hast du schon wieder abgesahnt? Albendorf wieder was gemacht? 24 habe ich Albendorf das letzte Mal. Sag mal, jetzt habe ich eine ganz, ganz blöde Frage. Es gibt keine blöden Fragen. Haben wir deinen Sohn schon einmal kennengelernt hier? Du hast gesagt, du hast deinen Sohn. War der schon mal bei uns? Nimm ihn doch mal mit. Er kann heute nicht. Er kann heute nicht. Das hätte ich mir fast gedacht. Er wollte, aber es ist dann doch nicht ausgefallen. Die Frage muss ich dir auch noch stellen, sie ist eine glückliche Pensionistin. Bist du noch immer eine glückliche Pensionistin? Absolut, jeden Tag wieder. Jeden Tag wieder. Ursula Hirtl. Bitte sehr. Ja, schönen guten Abend. Als ich das Thema für den heutigen Abend Liebesspiele erfahren habe, ist mir ein alter Schlager aus meinen Kindertagen aus den 60er Jahren in den Sinn gekommen. Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Vielleicht kann sich jemand von Ihnen da noch ein bisschen erinnern. Ich habe daraufhin eine Geschichte geschrieben, eine etwas seltsame Geschichte. Das ist der erste Text, den ich mitgebracht habe. Der zweite Text ist was Lyrisches und da ist die Liebe plötzlich gar kein Spiel mehr. Beinahe Valentinstag. Der Spiegel war heute freundlich zu ihr. Vielleicht auch, weil sie ihn anlächelte. Na schön, Zeit, sich vorzubereiten. Vorsichtshalber doch die Zähne noch einmal putzen. Sie wählte ihre Lieblingszahncreme, nicht die gesunde, die nach gar nichts schmeckte, sondern die, deren Minzgeruch sich länger hielt. Sie wollte gut riechen. Aber er konnte sie ohnehin gut riechen, sonst hätte er sie nicht gefragt, ob sie mit ihm ausgehen wollte. Sie wollte. Und wie sie wollte. Diese Backenknochen, dieser Hintern, vor allem der Hintern, aber auch die Backenknochen und dieses Lächeln, das war ihr als erstes aufgefallen. So besonders attraktiv war er in Summe ja nicht, aber das Lächeln, die Backenknochen und der Hintern und sein Hirn. Intelligenz empfand sie als sexy. Was das betraf, war er unglaublich sexy. Dann noch seine Stimme. Seine Stimme hatte diesen Unterton, diesen Hauch von Erotik, der mitvibrierte, wenn er redete, der sich fortsetzte, bei ihr landete. Wo sie wohl heute noch landen würden? landete. Wo sie wohl heute noch landen würden? Im Bett? Auf einer Couch? Auf dem Boden? Hoffentlich nicht im Wagen in irgendeiner Au. Nein, nicht im Winter und nicht mit ihm. Dazu war das Restaurant, das er ausgesucht hatte, zu hochpreisig. Sie war ihm etwas wert, also im Bett. Sie spülte den Mund aus. Ein Blick auf ihre Zahnreihe zeigte, dass alles in Ordnung war. Keine Überreste der Nussschokolade irgendwo in irgendeinem Zwischenraum. Augenbrauen, daran musste sie arbeiten. Und jetzt unter die Dusche. Mit Duschhaube, denn die Haare hatte sie schon am Morgen gewaschen. Das Wasser brauchte ein wenig, bis es eine angenehme Temperatur erreichte. Sie nahm die Brause in die Hand, das übliche Duschgel. Sie hatte kein anderes. Ziemlich geruchsneutral, dafür gut für die Haut. Sie genoss es, als die Wasserstrahlen auf ihre Schultern prasselten, den Rücken hinunterliefen, den Hintern, die Oberschenkel, die Unterschenkel. Das Wasser spülte alles weg. Spülte sie weg. Ihr Alltag sammelte sich in der Brausetasse und verschwand durch den Abfluss. Jetzt war sie bereit für ihr Date. Sie griff nach dem Badetuch und trocknete sich ab. Sanft, langsam. Es war so angenehm warm im Bad. Hautseerum einmassieren, diesen Geruch mochte sie und das Gefühl auf ihren Wangen, diese Spur von Kühle, wenn die Flüssigkeit einzog. Für das Date hatte er den 12. Februar gewählt, zwei Tage vor dem Valentinstag. Warum ausgerechnet da? Warum nicht direkt am 14. Februar? Aber er hatte gemeint, am Valentinstag gehen alle aus. Das mit uns soll etwas Besonderes sein. Sein Hintern war ja wirklich etwas Besonderes. Sie stellte sich verkehrt vor den Spiegel und warf einen Blick zurück auf ihren eigenen. Ja, durchaus. Passte. Und sonst? Der Rest auch. Bodylotion auf die Unterschenkel. Sie stützte den rechten Fuß auf der Waschmaschine ab und rieb ihn ein, dann den linken. So hatte sie es schon als Kind gemacht, als sie endlich groß genug dafür war. Wie lange sie wohl so gelenkig bleiben würde? Ein Deo, dazu Chanel Nummerans. Das sollte etwas Besonderes sein. In dem Restaurant, das er ausgesucht hatte, trugen Männer Anzüge, also ein Kostüm. Sie nahm den Kleiderbügel, auf dem das Dunkelgraue hing, aus dem Schrank und hängte ihn im Kleiderständer auf. Das sah ein bisschen Bieder aus. Doch er war Bieder, eigentlich zu Bieder für ihren Geschmack. Zum Glück waren die Biederinnen immer für Überraschungen gut. Vielleicht sollte sie heute das schwarze Kostüm nehmen und die gelbe Bluse dazu. Selbstmörderkombination schwarz und gelb hatte der Farbsychologe an der Uni doziert. Also nicht die gelbe Bluse. Die schwarze, ja, die passte. Schwarzes Kostüm, schwarze Bluse. Schwarze Strumpfhose, schwarze Stiefel, schwarzer Mantel. In Summe war das viel zu schwarz. Es war kurz vor dem Valentinstag. Womöglich würde er ihr Blumen schenken. Und sie wäre gekleidet wie zu einer Trauerfeier. Das ging gar nicht. Doch die gelbe Bluse, das ging auch nicht. Ihr Blick blieb am Etikett des dunkelgrauen Kostüms hängen. Größe 34. Ha! Sie hängte es zurück in den Schrank und nahm ein anderes heraus. Ebenfalls grau, aber heller. schrank und nahm ein anderes heraus, ebenfalls grau, aber heller. Nicht viel heller, aber doch genug, dass sich die schwarze Bluse abheben würde. Eine andere schwarze Bluse, sie hatte mehrere. Das sah nicht mehr nach Trauerfair aus, zumindest nicht mehr so sehr. Langsam wurde ihr kalt. Zeit, endlich in die Unterwäsche zu schlüpfen. Heute mit ein bisschen Spitze. Schwarz wie immer, sie hatte keine andere. Aber zumindest Spitze. Ob er sie überhaupt bemerken würde? Schwarze Strumpfhose, blickdicht. Viel zu kalt für den Februar. Wieder ein sehnsüchtiger Blick auf ihre Jeans. Nein, ging nicht. Das Date sollte etwas Besonderes sein. Also mittelgraues Kostüm, Bida, passend zu ihm. Dazu die schwarze Bluse, frech, passend zu ihr. Ein Kompromiss, zwei Tage vor dem Valentinstag. Sie nahm die Bluse vom Kleiderhaken, Valentinstag. Sie nahm die Bluse vom Kleiderhaken, Größe 38, immerhin. Der Rock, Größe 38, passte. Der Blazer dazu sowieso. Der Alarm ihres Handys schaltete sich ein. Noch zehn Minuten, bis sie gehen musste. Sie wollte pünktlich sein. Er würde pünktlich sein, ganz sicher. Zumindest wäre sie überrascht, wenn er es nicht wäre. Als sie das Lokal betrat, empfing sie der Kellner, nahm ihr den Mantel ab und begleitete sie zum Tisch. Sie kannte den Tisch. Es war immer dieser Tisch. Und immer ein paar Tage vor dem Valentinstag. Er saß da mit seinem Hirn, seinem Backenknochen und dem Lächeln, stand auf, Blumen standen in einer Vase, rote Rosenbieder wie immer, aber immer für Überraschungen gut. Ja, das Bett. Es würde das Bett werden. Sie lächelte ihn an. Hallo Traumfrau, sagte er. Dann lachte er. Du bist fast genauso angezogen wie bei unserem ersten Date. Aber damals war das Kostüm dunkler. Sie grinste. Und zwei Nummern kleiner. Aber ich habe das alte Kostüm noch im Schrank hängen. Du siehst noch besser aus als damals. Blödsinn, sie musste lachen. Kein Mensch sieht mit 70 so gut aus wie mit 20. Du schon, meinte er. Jetzt wird es aber kitschig, entgegnete sie und setzte sich. Seine Backenknochen. Immer noch diese Backenknochen. Das Lächeln. Seine Backenknochen, immer noch diese Backenknochen, das Lächeln, seine Stimme. Seine Stimme hatte diesen Unterton, diesen Hauch von Erotik, der mitvibrierte, wenn er redete, der sich fortsetzte, bei ihr landete, sich fortsetzte und fortsetzte. Stell dir vor, wir hätten damals geheiratet, sagte sie. Er runzelte die Stirn. Meine Güte, das wäre schief gegangen. Gut, dass du die Notbremse gezogen hast. Wie geht es deinem Mann? Ganz gut, Kreuzschmerzen, aber sonst geht's ihm gut. Und deiner Frau? Der Ober trat mit zwei Gläsern Champagner an den Tisch. Auf unser 50. beinahe Valentinstagsdate. Sie stießen an. Er nahm ihre Hand. Das Bett in seinem Hotelzimmer. Es würde definitiv das Bett werden. Bei ihm war es fast immer das Bett. Diese Stimme, die Backenknochen, das Lächeln. Auf seinen Hintern freute sie sich schon. Und auf alles andere auch. Ja, es würde etwas Besonderes werden. Danke. Als du da warst, wachgeküsst, einfach wachgeküsst. Was waren das für wunderbare Tage, als ich schlief im Turm ganz oben, sank durch meinen Himmel und meine Welt versank mit mir, hinter den Rosen, hinter den Dornen. Ganze Hecken wuchsen für mich, blühten für mich. Und dann, eines Tages, ganz plötzlich warst du da und die Rosen gepflückt, wachgeküsst, einfach wachgeküsst, einfach wachgeküsst. Dann wuchsen sie nicht mehr, meine Rosen, meine Dornen, ganze Hecken. Was waren das für wunderbare Tage, als du da warst? War ich plötzlich du und du warst ich und du und ich wir und ich nicht mehr ich und du nicht mehr du und ich endlich ich und du endlich du, wir, auf Rosen gebettet, von Dornen befreit. weißt du noch in der Wüste halb verdurstet und in dem Fluss als das Krokodil und auf dem Berg mit dem Fahrrad und auf dem See im Wind und die Sonne tauchte aus dem Meer auf, als du da warst und wir redeten und redeten und jeden Gipfel, wirklich jeden, mühelos, auf Rosen gebettet, als du da warst. Liebe war es nicht, das Wort reicht nicht aus, als du da warst. Und ich endlich ich und du endlich du, wachgeküsst am Leben, als du da warst. Das ist lange her. Jetzt schlafe ich im Turm, ganz oben. Was sind das für wunderbare Tage und meine Welt versinkt mit mir. Jetzt wachsen sie wieder. Meine Rosen, meine Dornen, ganze Hecken blühen für mich. Und immer noch, jeden Tag, jeden Tag, jeden Tag lege ich eine Rose auf dein Grab, auf dein Grab. Rose auf dein Grab, auf dein Grab. Nicht mehr ich lege eine Rose auf dein Grab, auf mein Grab. Danke. flamenco jazz um ¦ ¶¶... Oh ¦ I'm going to play it again. Thank you. ¦ Oh Thank you. ¦ Flamenco-Jazz. Flamenco-Jazz. Wahnsinn. Das klingt ja irre gut. Danke, liebe Ursula. Ich bin wie immer überrascht bei deinen Texten, weil das erste ist sehr geschmacklich gewesen. Auch für die Herren der Schöpfung, natürlich. Ich hoffe, da gibt es nichts zu widersprechen. Aber das Zweite hat mich sehr, das ist ja schon fast ins Lyrische rübergegangen. Und das hat mir natürlich als alten Lyriker sehr gefallen. Und es war schon sehr traurig. Ja, sollte es auch sein. Das ist gut. Herzlichen Dank, Ursula Hirtl. Das Los hat mit der Nummer 2 Christine Gezon. Christine Altmüller muss ich nicht extra vorstellen, aber doch natürlich auch. Ja, die gehört ja zum Stifterhaus auch schon dazu, schon lang. Und sie ist zehn Jahre gibt es den Verlag schon. Habe ich gerade gesehen. Wir sind schon im Elften. Wir sind schon im Elften. Das sind wir schon ein altes Paar. Wir kennen uns noch länger. Das ist richtig. Das ist richtig, aber das sagen wir jetzt nicht. Gut. Verlag, jetzt Schrif wir jetzt. Gut. Verlag, jetzt Schriftenstand, vorher Verlag Nina Reuter, und, und, und, und, mit dem Namen hat sie es immer, das ist gut. Ihr Mann ist auch da, der heißt Altmüller, Benni sitzt da hinten, sie heißt jetzt auch Altmüller, heißt aber nicht Benni, sondern Christine, und sie ist Lyrikerin. Und ich bin gespannt gewesen, was ihr sagen werdet, was die Christine über Liebesspiele heute zu sagen hat. Was hast du zu sagen? Recht viel, denke ich. Ich habe Lyrik mitgebracht. Ja, es geht ja in der Liebe, es gibt verschiedene Arten von Liebe, aber es gibt auch verschiedene Phasen von Liebe. Und mit denen habe ich mich da ein bisschen befasst. Und wie es immer so ist, wenn man sich verliebt, es beginnt. Und wie es immer so ist, wenn man sich verliebt, es beginnt. Etwas war und etwas ist. Er war ein Mann der Träume und kam aus der Vergangenheit. Du aber, du, du bist mein Morgenstern, mein Neuschnee und mein Immermehr. Sehnsucht erfordert Distanz, denn noch bist du nicht dort, wo dich dein Herz hinzieht. Du zählst Tage und Sterne, hoffst, dass ein hellerer Tag kommt, der dir deine Ängste nimmt. Deine Sehnsucht bleibt dir, wenn dein Paradies verschlossen ist. Sie wird dein bester Freund sein, weil du nichts haben wirst als sie. Und vielleicht, vielleicht, wenn du Glück hast, ein kleines Katzenherz, das dich tröstet. Ende und Anfang Schwarze Abende legten sich in spiegelnde Pfützen, unter mir zog und zerrte die Welt. Mein Schmerz gehörte mir und all die Trauer trieb mich hin zu etwas, das noch nichts war. Es schien zu enden und wurde ein neuer Anfang, als der Regen kam im Herbst. Meine Nächte ohne dich In meinen Nächte ohne dich. In meinen Nächten ohne dich denke ich an dich. Dann bist du überall. Ich spüre dich auf dem Bauch, auf der Brust, im Gesicht, da und dort. Und überhaupt geht mir das Herz auf, wenn ich daran denke, wenn ich mich an dich erinnere und auf den Tag freue. Wie ist es dann, wenn man beisammen ist, mit dir und bei dir? Während du schläfst. Es ist dunkel und kalt. Frau Holle schnippt mit dem Finger, lässt Schnee fallen, leise fallen, auf die Erde, auf die Stadt, auf mich, auf dich. Dann schlafe ich und träume. Und während ich schlafe, wird es morgen. Ein neuer Tag, neue Möglichkeiten, frischer Wind, Segel gesetzt, Landkarte im Gepäck, in klarem Licht beginne ich zu tun, bis ich wieder schlafe und träume und während ich schlafe, wird es morgen. Wache auf zur blauen Stunde, frage mich, ob klug war, was ich tat, frage nach dem Sinn, wie und ob ich weitermachen soll. Dann schlafe ich wieder und während ich schlafe, wird es morgen. Es regnet, tropft von der Dachrinne regelmäßig, dunkelblaue Samtigkeit umhüllt die Seele, in mir wird es still, es wartet. Dann schlafe ich wieder und während ich träume, wird es morgen. Dann treffe ich dich und ich weiß, dass es gut werden kann. Es wird Tag und während ich erwache, endet der Traum. Das Leben beginnt neu mit dir und mir, bis wir wieder schlafen und während wir träumen wird es morgen. Dort wartet ein neuer Horizont. Das Lächeln der grünen Fee. Ein Tag wie keiner zuvor und keiner danach. Noch wissen wir nichts über das Lächeln der grünen Fee. Noch spazieren wir durch die Stadt. Noch sind wir ein wenig in der Zeit gefangen. Noch ahnen wir nicht, dass uns die grüne Fee sanft lächelnd aus der Zeit entführen wird, damit wir sein können allgegenwärtig. Schnee von Morgen Während der Schnee von den Dächern schmilzt, zerrinnt, sich auflöst im Regen, während die Dämmerung in den Tag fällt und samt schwarzer Nacht weicht, während ich hier bin und du dort und während du dort bist und nicht hier, wärmt mich ein seidiges Katzenwesen im Schnee von morgen. Jede Liebe endet einmal und dann heißt es Abschied nehmen. Und dann, dann eines Tages werden alle Geschichten Geschichte sein. Dann öffnet der Sommer seinen Koffer und herauskommt Sonne, Luft und Gegenwart. Dann ist es Zeit und wir werfen die alten Geschichten in den Wind. Morgen wird sein. Das Morgen ist unausweichlich. Es wird kommen und morgen wird morgen gestern sein. Papier zerreißt im Wind, Flocken fallen vom Himmel. Es ist April und am Abend wird das Licht sanft. Rosa Wolken über dunklem Wasser, noch steht der Mond am Himmel. Bis morgen, deine Abwesenheit wird wehtun. Applaus Dispersions. Dispersions.... so...... Die Christine hat uns als Lyrikerin wieder nicht enttäuscht. Ich bin immer noch von deiner Lyrik schwer angetan. Ich habe hier in unserer Anthologie ein kleines Gedicht gefunden. Das möchte ich eigentlich kurz zum Vortrag bringen, weil ich finde das so schön. Ein ganz kleines. Wenn die Welt sich dreht, flirrende Bilder, Karussellfahrt der Gefühle, keine Zeit zu verharren, Haut, Kuss, Wärme, du. Viel schöner, kürzer geht's bald. Ja, meine Damen und Herren, jetzt kommen wir zu, das Los hat mit Nummer 3, Steven Sokolow, gezogen, beziehungsweise wir haben, ich muss zum Steven was sagen, ich mag den sehr, sehr gern, das schicke ich mal voraus. Weil er ein sehr komischer und schrulliger Mensch ist. Weil er ein sehr offener Mensch ist für alles. Der ist so wahnsinnig offen und dem ist echt nichts zu blöd. Und ich sage, du hast so gute Texte geschrieben und ich finde seine Texte wirklich über große Strecken sehr gut, weil sie sehr satirisch sind. Und richtig gute Satiriker gibt es wenig. Es ist leider so, wir haben entweder die, die mit der Keule kommen, also die hauen dann Schlangen dazu, bis nichts mehr übrig ist, und alle kommen beim Teufel. Oder es ist wirklich ganz subtil. Und das kannte er gut. Das kannte er wirklich gut. Auf dem Weg begleitet ihn der Walter Lanz. Ja, hier ist er, bitte. Die beiden arbeiten schon seit Jahren zusammen und er versucht dasselbe auf der anderen Schiene wie ich. Auf meiner. Ich bin, wie wir wissen, gelernter Schauspieler. Und sage immer, lern du deinen Text und spreche ihn ordentlich. Und das habe ich auch zu Steven gesagt. Ja, ich kann das nicht anders. Sag ich, du brauchst einen Sprechunterricht machen. Ja, wer macht sowas? Sag ich, du kommst zu mir. Einmal im machen. Ja, wer macht sowas? Wo soll ich das? Ich sage, du kommst zu mir, ja? Einmal im Monat und so weiter. Machst du das wirklich? Und dann ist der gekommen, mit 80 Jahren bitte, meine Damen und Herren, ist der gekommen und hat gesagt, ich brauche jetzt Sprechunterricht bei dir. Habe ich gesagt, dein amerikanisches R geht mir so auf den Senkel. Wir kriegen das irgendwie weg. Wir haben es noch nicht ganz weggekriegt, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber es macht nichts. Aber er bemüht sich sowas von verständlich zu werden. Er bemüht sich sowas von, genau diese Offenheit auch zu zeigen. Dass ich ihm von hier aus einen ganz, ganz lieben Gruß ans Krankenbett, ins Krankenhaus schicken möchte. Und mit einem großen, dicken Applaus von Ihnen, meine Damen und Herren. Weil das ist ein ganz, ganz lieber Mensch. Und der Walter hat sich bereit erklärt, den vorgezeichneten Text, den er für die Lesung heute mitbringen wollte, zu lesen. Der Walter Lanz ist ein langjähriger Wegbegleiter von Stephen. Sie haben vieles miteinander gemacht, sie haben auch vieles einzeln gemacht, sie haben auch vieles, sie kabeln sich wie ein altes Ehepaar manchmal und so weiter. Kann ich bitte was sagen? Bitte, genau. Und bitteschön, du bist dran, Entschuldige. Ja, ein bisschen lässt du mein Licht unter dem Schemel stehen. Da muss ich kurz erläutern. Warum bin ich berechtigt, das Original, das Unikat Stephen Sokolow hier mit einer Satire zu vertreten? Wir sind seit 28 Jahren ein literarisches Tandem. Jahren ein literarisches Tandem. Wir haben auch, also ich bin auch sein Lektor und wir haben mehrere Jahre jetzt eine satirische Sendereihe bei Radio V gesendet und wir haben auch schon gemeinsam einen satirischen Band herausgebracht. Die Satire, die Sie heute hören, heißt Sex in Superstate und ist sozusagen eine, ja, wandelt auf den Spuren von George Orwell, der Überwachungsstaat quasi mit Fokus auf Liebes- und Triebleben. Grenzkontrollen sind notwendig. Ich aber weigerte mich, meine Hose in aller Öffentlichkeit herunterzulassen. Musste sich jeder darüber amüsieren, dass ich geil wie Nachbars Lumpi war? Meine Freundin wartete nämlich auf mich. Eine scharfe Mieze, sage ich euch. Bislang hatten wir uns immer bei mir getroffen. Superstate kannte ich noch nicht. Das ist eine miese Schikane, protestierte ich. Die Zollbeamten gaben sich wegen meiner Weigerung entsetzt und nahmen mich gleich in Gewahrsam. Superstate ist eine Demokratie, warf ich ein. Hier sollte Redefreiheit herrschen. Ja, aber es gibt Grenzen. Widerstand gegen die Staatsgewalt ist Subversion, erwiderte einer von ihnen mit eiserner Miene. Bei uns sind Kontrollen heilig. Sie brachten mich zu ihrem Chef, einem älteren Beamten mit gütiger Ausstrahlung und sanfter Stimme. Sie müssen sich in unsere Lage versetzen. Künstliche Intelligenz und Robotisierung haben viele Arbeitsplätze vernichtet. Die meisten Superstädter fristen nun ein ärmliches Dasein, erklärte er. Ihre ganze Sehnsucht besteht darin, eine Stelle als Inspektor, Oberinspektor oder Hauptinspektor zu ergattern. Deswegen führt die Regierung immer neuere und umfangreichere Vorschriften ein, was die Einstellung weiteren Personals erfordert. Würde man die Sinnhaftigkeit dieser Stellen anzweifeln und sie eliminieren, droht Bürgerkrieg. Anschließend waren zehn Seiten Formular sorgfältig und fehlerfrei auszufüllen. Einige der Fragen waren so kompliziert, dass selbst der hilfsbereite Staatsdiener keinen Rat wusste. Er musste seinen Vorgesetzten konsultieren, dieser wiederum verschiedenen Ministerien. Schließlich aber gelang meine Anmeldung im System. Voll Vorfreude setzte ich meine Fahrt zur Angebeteten fort. Ich musste aber damit rechnen, dass sie sich bei meiner Ankunft von ihrer kapriziösen Seite zeigen würde. Mit süßen Leckerbissen gelang es mir aber immer, sie in Stimmung zu bringen. Also steuerte ich die Hofkonditorei Creme de la Creme an, die feinste Adresse für außerlesene Kalorienbomben. Dort empfingen sie mich übereifrig devot und führten mich sofort in einen Raum mit Fitnessgeräten. Dürfen wir den Herrn ersuchen, unser Laufband auszuprobieren? Zwei muskelbepackte Hogan's packten mich an den Armen und zwangen mich auf die Treadmill. Das ist Vorschrift, ließ einer der beiden vernehmen. Das Gerät begann langsam zu rollen und lief immer schneller, bis mir schließlich der Schweiß aus allen Poren traf. Ich durfte mich kurz erholen, dann händigten sie mir eine Tasche aus und baten mich zur Kassa. Ich warf einen Blick hinein, entdeckte zu meiner Verblüffung Vollkornbrot sowie Magertopfen und protestierte, ich möchte aber eine ihrer berühmten Cremetorten. Tut uns leid, das geht nicht. Unser Computer hat Ihre Vitalparameter anhand Ihrer Ausdünstungen errechnet. Sie müssen fortan süße Leckereien aus Ihrem Speiseplan streichen. Den schreiben wir Ihnen ab jetzt strikt vor. Unsere Spitäler sind nämlich total überlastet. Meine Göttin der Lust begrüßte mich trotz Fehler der Torte mit zärtlichen Küssen. Erwartet mich auch hier, wie auch sonst überall in Superstedt, ein Prüfverfahren? fragte ich etwas sarkastisch. Was redest du da, Liebling? Hier herrscht Privatsphäre. Aber du wirst mir den Gefallen tun und in dieses Gewand schlüpfen und dazu diese helle Barde halten.« Sie überreichte mir ein prunkvolles Kleid aus elegantem schwarzem Stoff. Kaiser Karl V. trug einen ähnlichen Prachtmantel, wann immer er seine Gemahlin aufsuchte. Sie hatten getrennte Schlafzimmer, ließ sie feierlich verlauten. Majestätisch gekleidet wollte ich nun schleunigst zur Tat schreiten, aber plötzlich öffnete sich eine Tür zum Nebenzimmer und drei hübsche Frauen traten ein. Sex ohne Zeremoniell ist einfach stillos, meinte mein Engel mit einem atemberaubenden Augenaufschlag. Meinst du nicht auch? Wieso, mir gefällt die unverschnörkelte, schlichte Variante. Lass dir erklären. Wenn Kaiser Karl mit seiner Gemahlin intim sein wollte, informierte er den Hofmarschall. Dann geleiteten ihn zwei Dutzend seiner engsten Vertrauten ins Schlafgemach und warteten, bis er das Bett bestiegen hatte. War das nicht wunderbar? Jede körperliche Vereinigung ein denkwürdiges Ereignis, geradezu ein Staatsakt. Haben wir weniger verdient? Ja, und dann schauten alle zu. Aber nein, du Dummerchen, sie zogen sich zurück und warteten artig, bis alles vollendet war. Unsere Adjutantinnen brachten uns ins Schlafzimmer, entkleideten uns teilweise und entfernten sich anschließend. Ich legte mich zu meiner Geliebten, spürte ihre köstliche warme Haut an meinem Körper. Da vernahm ich deutlich Gekicher im Nebenzimmer. Die Lust verflog damit im Nu. Amor hatte mich im Stich gelassen. Versteht ihr, ich bin ein richtiger Kerl, ich kann immer und überall. Aber damals habe ich auf ganzer Linie versagt. und überall. Aber damals habe ich auf ganzer Linie versagt. Ich habe mich so wie noch nie geschämt, meine Kleider schleunigst zusammengerafft und den Schauplatz meiner Niederlage fluchtartig verlassen. Superstate verfügt über zahlreiche Attraktionen, bezaubernde Berge, gut erhaltene Schlösser, Museen. Aber vor allem bietet diese Republik das beste Bordell der Welt. Es war also noch nicht zu spät für ein Liebesabenteuer. Als ich dort eintraf, war der erste Eindruck vielversprechend. Eine wunderschöne Dame mit langen schwarzen Haaren und nacktem Oberkörper umarmte und küsste mich leidenschaftlich. Sie strahlte eine wunderbare persönliche Wärme aus, die mich sofort verzauberte. Doch auf einmal drückte sie mir einen Laptop in die Hand. Bitte Schätzchen, nur eine kleine Formalität, du weißt ja, zur Registrierung einen Benutzernamen und ein Passwort ausdenken und eingeben, flüsterte sie mir zärtlich ins Ohr. Ich war perplex. Ja, und dann, du weißt schon, mindestens 20 Zeichen mit großen und kleinen Buchstaben, Sonderzeichen und Smileys und dann alles bitte wiederholen. Zum Schluss anklicken, dass du kein Roboter bist. Zur Not kann ich das bestätigen, ergänzte sie schmunzelnd mit einem Blick auf meine sichtbar ausgebeulte Hose. Ich war so zittrig, sodass ich mich immer wieder vertippte. Nach 15 Minuten gelang es mir endlich, ein Konto anzulegen. Du hast jetzt einen Code in einem E-Mail bekommen, Liebster, schnurrte sie. Mein Handy war allerdings bei 0% Akku Bis dieser wieder etwas geladen war, verstrich eine weitere Viertelstunde Wunderbar, jetzt bist du angemeldet, Gurte, mein käuflicher Engel Aber es tut mir wirklich leid, wir haben schon Sperrstunde Morgen warte ich auf dich Ich sehne mich nach dir, versprich mir, dass du kommst Nicht mit mir, such dir einen anderen Trottel, schmetterte ich ihr entgegen. Superstate sieht mich nie wieder. Ich lief zum Auto, steckte den Schlüssel an und wollte starten. Der Motor gab aber keine Laut von sich. So rief ich den Pannendienst an. Der Mitarbeiter wusste schon Bescheid. Sie haben bereits ihr Tageslimit überschritten. Die Umwelt ist uns Superstädter heiliger als die Gottesmutter. Unser Kontrollsystem hat ihr Fahrzeug deshalb automatisch blockiert. Das muss doch ganz in ihrem Sinn sein, oder? Sie wollen doch sicher auch den Planeten für künftige Generationen erhalten. Ja, schon, aber was soll ich jetzt machen, jammerte ich den Tränen nahe. Aber mein Herr, ich sehe da kein Problem für Sie. Einfach ruhig bleiben und abwarten. Es ist schon halb elf, ab null Uhr können Sie weiterfahren und unsere herrliche Natur aufs Neue verpesten, meinte er mit sarkastischem Unterton. Das nächste Mal, wenn Sie Superstate aufsuchen, und nun klang seine Stimme tot ernst, rate ich Ihnen eindringlichst, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen oder sich zumindest ein Elektroauto zu mieten. Wie sollte ich nun die Wartezeit überbrücken? Meine Hoden waren aufs Unerträglichste gereizt. So holte ich am Fahrersitz mein Ding heraus und wollte mich selbst erleichtern. Gleichzeitig läutete das Telefon. Was ist jetzt wieder los? Verdammt nochmal, schrie ich in den Apparat. Ihr seht wohl alles, hört alles, ihr Scheißhalle. Ist sogar Selbstbefriedigung bei euch verboten? Aber ganz und gar nicht, wo denken Sie hin? Kam es aus dem Handy. Wir sind ein freies Land, aber hier hat alles seine feste Ordnung. Tragen Sie sich also bitte in unser Masturbationsregister ein, dann können Sie ungestört weitermachen. Danke. Applaus Thank you. ¦ ¦ Thank you. ¦ ¦ Thank you. Vielen Dank. es nicht. Da fällt mir echt nichts dazu ein. Ist das noch aktuell? Gibt es? Man sieht sie auch nicht mehr so in der Gegend rum. Bitte? Laufhäuser. Ein blöder Name, entschuldige. Laufhäuser. Läuft man dorthin oder läuft man da weg? Entschuldigung. Aber ich habe sehr gelacht bei Liebesspiele als Staatsakt. Das hat es ja wirklich gegeben. Ich meine, die mussten da vor versammelter Mannschaft und herum... Bitte? Nein, nein, nein. Und wissen Sie, in welcher Oper das zu finden ist? Im Rosenkavalier. Das große Levé bei der Fürstin Marschallin, das ist eigentlich ein Vorzeigeschnachseln, oder ich weiß nicht. Aber jedenfalls dürfen alle zuschauen. Gut, das ist jetzt mal danke, lieber Walter, für deinen sehr lieben Vortrag, seinen guten Vortrag. Grüße haben wir ausgerichtet. Und danke und über andere Sachen reden wir demnächst noch mal weiter. Gut, alles klar. Nummer 4. Ilse Backe wartet schon in den Startlöchern. Mhm. 1952. Mhm. In Sierningen, Oberösterreich was machst du da? ich muss meine Musik, meine erotische einspülen deine erotische Musik musst du einspülen das ist ja Wahnsinn dann lasse ich das Autobiografische gleich weg sie lebt in Peking und ist Diplom-Pädagogin und auch glückliche Pensionistin hoffentlich. Ja, ja, keine Ahnung. Wie geht es dem Hans? Ja, der ist ein Freher. Ist ein Freher? Ja. Du hast ein schöner Wohnen sozusagen. Gut geparkt. Du hast ein schöner Wohnen sozusagen im Moment. Ja, genau. Gut, ich grüße ihn ganz lieb von uns. Ja, danke. Wir freuen uns, wenn er wieder da ist. Gründungsmitglieder, Literaturstammtische, Federfüchse, die gibt es nicht mehr, gell? Nein, nur mehr privat. Aber sie ist literarisch unheimlich tätig und unheimlich leistend und unheimlich agil. Und bei uns ist sie auch sehr, sehr aktiv und arbeitet in allen Bereichen mit. Beim Autorinnen- und Autorenkreis und wir sind über Sie und Ihren Mann, über Hans, von dem ich gerade geredet habe, sehr glücklich und sehr zufrieden und freuen uns immer wieder, wenn Sie da sind. Ilse Wackel. so um Mich hat die Musik inspiriert und ich habe mir gedacht, damit jeder den Eindruck ein bisschen mitnehmen kann, spiele ich es halt ein. Was machst du? mitnehmen kann, spiele ich es heute ein. Was machst du? Das ist Piano Trio, Franz Schubert Piano Trio, Trio Opus 100. Ein Lieblingsstück von mir. Liebesspiele. Wien, Konzerthaus, erste Reihe. Alle Besucher nehmen langsam und diszipliniert ihre Plätze ein. In Erwartung eines großen Konzertes. Franz Schubert, Piano-Trio, Opus 100. Da das Rascheln eines Stoffes, wenn eine Dame sich niedersetzt, dort ein Hüsteln, noch schnell ein wenig Räuspern, sich niedersetzt, dort ein Hüsteln, noch schnell ein wenig Räuspern, aber auch schwergewichtige Herren versuchen, ihre Körper geräuschlos in die Stühle zu platzieren. Es ist das erste Konzert nach der Corona-Pandemie, die Distanzen sind wieder geschwunden, alle Plätze sind besetzt. Alle Plätze sind besetzt. Das junge Paar ist einander zugewandt. Man spürt die Nähe des Nachbarn. Der Vorhang öffnet sich. Das Yes-Trio aus Wien nimmt die Bühnenplätze ein. Eine Frau, zwei Männer, Geige, Klavier, Cello. Die junge Frau in der ersten Reihe nennen wir sie Torodea, verharrt in spürbarer Stille. Die Zeit bis zum Einsetzen der ersten Töne hinterlässt Spuren im Kopf. Der Körper erstarrt vor Gespanntheit. Der zweite Satz steht auf dem Programm. Langsam, ganz langsam beginnt das Klavier. Der Cellospieler setzt eine überkonzentrierte Miene auf und schließt die Augen. Die Violonistin streicht in Zeitlupe den Bogen über den Klangkörper. Andante, andante. Dann andante con moto. Dorothea spürt die Körperlichkeit des Mannes an ihrer Seite, ihres Gatten Erwin. Wärme steigt in ihr auf. Kommt diese Hitze von der Musik? Die Töne plätschern langsam dahin. Andante. Töne plätschern langsam dahin. Andante. Dorothea kann nicht widerstehen und schiebt ihre Finger in Richtung von Erwins Oberschenkel. Fast in Zeitlupe berührt sie den feinen Zwirn seines Abendanzuges. Sie liebt es, wenn er sich gut anzieht. Sie liebt einen festlichen Rahmen. Auch sie selbst trägt ein seidiges Cocktailkleid, raffiniert, drapiert und eng anliegend. Ihre Figur ist makellos. Darauf kommt es aber jetzt in der Dunkelheit des Konzertsaals nicht an. Der zweite Satz ist das Herzstück des Trios und verlockt zum Suchen und Ergründen. So wandern ihre Hände zum Knie des Mannes, insgeheim hoffend, dass auch er seine Hand in ihre Richtung bewegt. Langsam und weich schlägt der Pianist die Tasten an, sanft streicht die Frau mit dem Bogen über die Seiten, der Cellist scheint in seiner eigenen Gedankenwelt zu versinken. Mehrmals wiederholen sie das romantische Motiv, von Andante zu Andante con moto. Diese Langsamkeit erzeugt ein Prickeln in Dorothea, eine gespannte Erwartung. Sie wendet den Kopf ihrem Mann Erwin zu und spürt seinen Atem. Kurz blickt er sie an. Eine Zärtlichkeit ist in seinen Augen, aber Dorothea bemerkt, dass er sich in anderen Sphären befindet, in den Sphären der Musik und der getragenen Töne. Die Töne werden tiefer. Hat man vorher als Motiv ein schwedisches Volkslied erkennen können, so entsteht eine musikalische Entfremdung, die um eine Oktave tiefer ist. Die tieferen Töne sind einschmeichelnd. Dorothea gleitet gedanklich aus dem schwedischen Sonnenuntergang, den sie kurz vor Augen hatte, in einen Sommertag am Attersee hinein. Die Mittagssonne bringt sie ins Schwitzen. Dorothea trägt ein leichtes Sommerkleid, darunter keinen Büstenhalter. Alles fühlt sich unbelastet an. Der dünne Stoff, die Stoffsandalen, der Spitzenslip, das wellige Haar fällt ungebändigt und fließend auf ihre Schultern. Erwin öffnet ihr die Autotür. Sie nimmt auf dem Fahrersitz Platz. Ihr Mann setzt sich neben sie. Dann startet sie den Motor, der Wagen rollt hinunter auf die Straße. Die Hände fest auf dem Lenkrad, das Fenster halb geöffnet. Die Violonistin bewegt sich heftig vor und zurück. Sie scheint ihre Geige zu liebkosen. Das Gefühl eines Vorwärtsdrängens liegt plötzlich in der Musik. Dorothea denkt an die Autofahrt, denkt an Erwins Hand, die sich drängend in ihre Achselhöhle schiebt, unter den dünnen Stoff und nach vorn zur Brust. Das Spannungsfeld zwischen Konzentration beim Fahren und erotischen Gefühlen wird stärker. Die Streicher erhöhen das Tempo und die Lautstärke, der Pianist schlägt fast jazzige Töne an. Der Körper der Frau beugt sich nach hinten, der Cellist maltretiert mit dem Bogen sein Instrument. Dorothea ist noch in der Fantasie gefangen, fast spürt sie Erwins Hand auf ihrer Brust, spürt ein Ausgeliefertsein, das aber sehr schön ist. Aber dass jetzt Trio Konmoto zurücknimmt und Andante die Streicher, die Seiten ihrer Instrumente zu zupfen beginnen, bedeutet das auch für Dorothea eine starke Assoziation. Hat nicht auch Erwin sanft ihre Brustwarzen berührt? Sie spürt beinahe ein Zupfen an den Spitzen. Jetzt setzt das Piano kurz aus. Die Streicher spielen wieder ganz langsam, weihevoll und voller Würde. Die langsame Annäherung ist wieder da. spielen wieder ganz langsam, weihevoll und voller Würde. Die langsame Annäherung ist wieder da. Das Spiel beginnt von Neuem. Aber Dorotheas Gedanken sind wieder im Hier und Da. Erwins angenehme Präsenz, ihre Finger, die höher gleiten, Andante, Andante, bis der Vorhang fällt. Vielleicht ist es ein bisschen undeutlich, weil ich gerade neue Zähne kriege unten, aber ich glaube, ich schaffe es schon. Ja, versteht man sich. Gut, dann der zweite Text, der ist eine zweifache Erinnerung. Das erste ist an meinen Lieblingsdichter Rainer Maria Rilke, also 1925, Gedenkjahr und das zweite ist und die zweite Facette ist das europäische Kulturjahr im Salzkammergut also Kulturhauptstadt Salzkammergut und zwar haben sie in Gäusern in Bad Gäusern eine Grube gemacht und da werfen sie alles hinein und dann machen sie die Grube wieder zu, sodass man vielleicht in 100 Jahren, so wie eine Zeitkapsel, dann sieht, wie die Menschen damals gelebt und geliebt haben in Gäusern. gelebt und geliebt haben in Gölzern. Und da habe ich jetzt mich vom Rainer Maria Rilke, seinem wunderschönen Dingedicht Das Karussell inspirieren lassen. Und das hat er in seiner Pariser Zeit mit Auguste Rodin zusammen, also unter dem Einfluss dieses Bildhauers gemacht, geschrieben und im Chardin de Luxemburg hat er den verortet und jetzt habe ich das halt noch Gäusern gebracht. Das Liebeskarussell. Karussell. Von einem Rasenplatz im Marktbad Gäusern wird sorgsam Stück für Stück das Gras entfernt, ein Haufen Erde aufgetürmt am Rand, zwei Pflöcke eingeschlagen, um das Grab zu stützen. Die Blasmusik spielt alte Kameraden und dann und wann ein weißer Puderdanz. Nun treten vor die Lederhosenmänner, ein jeglicher Kondome in den Händen, genobbt in allen Farben bis zum Schwarz, Achanenkämme an den Spitzen. Sie schwingen hin und schwingen her, im weiten Bogen landen sie im Loch. Ein Tusch vom Blech spielt fröhlich laut und frech und dann und wann ein weißer Puderdanz. Die jungen Damen in den Dirndlkleidern, die werfen rosa Dildos in die Tiefe. Dazu noch batterienlose Vibratoren, denn ohne Antrieb fehlt der Lustgewinn. Vielfach benutzte Liebesartifakte, auch Bücher mit Erotiktexten, ein Kamasutra, ein Decamerone, die Mutzenbacherin, der Pornofilm, die Kronenzeitung ohne Seite 9, Playboy, Praline, Fifty Shades of Grey. In tausend Jahren sollen sie dann zeugen von Gäuserns Lust und Liebesleben. Die Bläser spielen Jagdhorn und Fanfaren und dann und wann ein weißer Puderdanz. Der Tanz ums Loch wird immer toller, der Jung vom Bund zeigt sich in Lack und Leder. Die Knappen schnalzen mit den Grasln. Am Ende landen auch neun schwänzige Pätschen und Keuschheitsgürtel in der Grube. Die Totengräber tragen ab den Hügel und werfen schaufelweise Erde in die Tiefe. Die Zeitkapsel ist fest verschlossen für tausend Jahre, was das Liebesspiel befruchtet. Für tausend Jahre, was das Liebesspiel befruchtet. Noch eine Zeit lang spielt die Blaskapelle. Du rosa Munde, schenk mir dein Herz und sag ja. Und dann und wann ein weißer Puderdanz. Und als Abschluss möchte ich noch ein Gedicht aus meinem Buch Blattgeflüster lesen. Und zwar Späte Liebe, da geht es um die Edith Biaf an ihren jugendlichen Mann, an den Theo. Als der Applaus vorbei war, traf ich die Liebe. Mitten in der Stille jubelndes Sein. In roten Schuhen tanzte ich, umgeben von Heiterkeit. Als müde Blätter fielen, schob sich meine Hand in deine. Wir flogen zusammen empor zum Gipfel eines neuen Begehrens. In den Nächten bereitest du mir ein Malvenbett. Sie blühen im Sommer. Aus ihren Bechern trinke ich die Jugend. im Morgentau nehme ich ein Bad im Garten. Dein Lächeln kleidet mich neu. Wir machen uns auf im Blumengewand zur späten Lebensreise. Danke. Thank you....... ¦... I don't know. Thank you. Oh, fuck! Ewelina Eveline, herzlichen Dank. Das war es wieder, meine Damen und Herren. Ein veritables Stündchen Literatur mit mehr als veritabler Musik. Wunderbar, danke liebe Eveline. Büchertisch haben wir hinten, wie immer. Renate zeigt schon auf. Sie hat vollkommen recht. Ich vergesse das meistens, die nächste Veranstaltung anzukündigen. Das tue ich aber hiermit nicht. Denn der Autorinnen- und Autorenkreis ist am 14. März zum Weltfrauentag. Meine Damen und Herren, Weltfrauentag ist der 8. Am 4. sind wir im Café Traxlmeier zum Anlisting des Weltfrauentags mit einer Frauenlesung. Ich hoffe, es kommen auch Männer hin. Das war es. Wir haben auch noch eine ganze Menge anderer Sachen noch anzubieten und aber wir haben wieder ein schönes kleines Plakat gemacht, das gibt es demnächst auch und Flyers und so weiter gibt es auch demnächst wieder und die abschließenden Worte wird uns die Sarah sagen, bitte. Genau, ich möchte auch noch die Chance ergreifen und mich im Namen vom Stifterhaus bei allen Mitwirkenden des Abends bedanken. Bei Erich Langwiesner, bei Nina Altmüller, Ursula Hirtl, Ilse Bachel und Walter Lanz und natürlich auch bei Steven Sokoloff und bei Evelina Leb für die supermusikalische Begleitung. Genau, auf dem Büchertisch ist schon hingewiesen worden, ich möchte Sie noch darauf hinweisen. ist schon hingewiesen worden. Ich möchte Sie noch darauf hinweisen. Genau das natürlich auch. Also im Foyer gibt es Sekt und Blümchen für einen schönen Ausklang. Wir werden jetzt dann in die Semesterferien gehen. Unsere nächste Veranstaltung ist am Dienstag, den 24. Februar. Also merken Sie sich diesen Termin gerne vor. Wir haben dann Clemens Setz zu Gast, der sein Buch zum Film präsentieren wird. Die Moderation übernimmt Sebastian Fasthuber. Und dann noch ein ganz wichtiger Hinweis, unsere Ausschreibungen für die Literaturzeitschrift Die Rampe sind online einsehbar und auch am schwarzen Brett, also schauen Sie gerne vorbei und informieren Sie sich über die Möglichkeit, Texte einzureichen. Das war es soweit von meiner Seite, vielen Dank und genießen Sie noch den Abend bei uns im Haus. Auf Wiedersehen. Applaus Applaus