Was ist das Format? genauso gut auch mit Künstlern und die Ausstellung Wanderler. Das war schon einmal eine sehr wichtige Fingerzeit. Und ich komme also heute von vorhin, gerade war ich jetzt im Außenministerium, es wird gerade verabschiedet aus einer sogenannten Afrika-Strategie. Es ist zwischenzeitlich, glaube ich, das vierte Papier. Die Nummer 1 bis 3 sind in den Schubladen versickert. Und man hat aber jetzt beschlossen, man möchte jetzt ein gültiges machen. Das war so eine Runde, es ist vorgestellt worden im Ministerium. Und ich habe es auch gestern oder vorgestern schon einmal erhalten, das Papier. Und ich wurde dazu eingeladen, das auch eventuell einen Beitrag für den Bereich Kunst und Wissenschaft zu artikulieren. wurde dazu eingeladen, auch eventuell einen Beitrag für den Bereich Kunst und Wissenschaft zu artikulieren. Und es waren also Kollegen, Kolleginnen da aus Universitäten, aus Fachhochschulen, aus künstlerischen Institutionen, ungefähr waren es etwa so 30 Leute. Es ging auch um den Kulturbegriff. Und das Überraschende war, dass ich mir dann irgendwann einmal am Ende gesagt habe, ich habe mich da sicher nicht sehr beliebt gemacht, ich habe mir gedacht, ich bin in einer Kolonialveranstaltung. Ich habe vorgeschlagen, dass es wichtig wäre, auch in so eine Strategie aufzunehmen, dass es auch um die Herkunftsländer geht oder die Herkunftsgemeinschaften geht, dass man die bei so einem Papier mit berücksichtigt. Es ist immer so, dass so ein Papier in der Regel, natürlich wird das verabschiedet von Politikern am Ende und es ist ein Papier oder eine Regel, natürlich wird das verabschiedet von Politikern am Ende und es ist ein Papier oder eine Strategie, die halt auch von aus unserer europäischen Perspektive produziert wird und es wird aber immer dringlicher, auch die Herkunftsgemeinschaften mit einbitten zu beziehen und ich habe dann einen Vorschlag gemacht, es wäre doch gut, das vielleicht einmal zu diskutieren und zwar nicht nur mit den universitären Einrichtungen, nicht zu diskutieren, also auch mit Künstlern und Künstlerinnen aus diesem Bereich, sondern eben auch vielleicht mit unterschiedlichen Ethnien. Das muss jetzt kein großes Programm sein, aber es wäre wichtig, uns einfach vielleicht einmal sozusagen auf die Straße zu gehen und auch Menschen dort zu fragen in Afrika, wie sie zu so einem Papier stehen, was ihre Perspektive ist. Das kann zwar sein, dass nichts rauskommt, aber es ist einfach wichtig, dass man das macht. Und ich habe da totales Unverständnis geerntet. Man hat mir gesagt, ja, es ist eh alles in Ordnung und wir machen eh so viel, aber es ist genau immer das Prinzip, also wir erklären denen, was zu tun ist. Und ich habe heute gemerkt irgendwie, dass es wahrscheinlich wirklich ein ewig erkannt ist. Ich habe in den vergangenen Wochen auch immer sehr, sehr viel unterhalten mit Kolleginnen und Kollegen, die sich mit Dekolonisierungsprojekten auseinandersetzen. Wir selbst betreiben ein sehr intensives Studium, was unsere eigene Sammlung anbelangt. Wir haben gewissermaßen kontaminiertes Material, nicht nur aus Afrika, da betrifft es uns weniger. Ich habe selbst einen Maori-Schädel gefunden, also bei uns im Depot durch einen reinen Zufall. Wir haben jetzt vor kurzem gefunden eine Menschenhaut, eine gesamte, eines Sklaven aus Mexiko aus dem 19. Jahrhundert. Wir haben also ägyptische Mumien etc. Also es ist relativ viel los. Und deswegen bin ich im Moment so sehr in diesem Thema drin. Und wir arbeiten sehr, sehr viel mit diesen Herkunftsgemeinden. Wo kommen diese Sachen her? Wir sprechen mit denen. Wir versuchen einen Dialog aufzubauen und versuchen also gemeinsam eine Lösung zu finden, wie wir auch mit diesen Materialien umgehen. Aber so eine Veranstaltung wie heute zeigt mir, und da muss ich sagen, das war das Spannende für mich, dass die Kollegen aus dem Außenamt, die haben hier wirklich das alles gut gemeint, die haben wirklich ein super Programm gemacht und auch die Textur ist hier sehr gut und die waren auch offen für diese Vorschläge. Das Interessante war, dass wirklich bei einigen, ich kann jetzt nicht für alle, die dort sprechen, aber da war wirklich eine absolute Ignoranz da. Es ist einfach so, wir sind sozusagen die Herrschaftsrasse und wir entscheiden, was richtig ist. Und wir entscheiden auch darüber, wenn etwas gut ist und dann gibt es eigentlich kein weiteres Wort mehr darüber zu verlieren. Das war das. Also mit diesem Eindruck komme ich jetzt eigentlich aus Wien. Eigentlich sehr frustrierend, was uns auch auf der anderen Seite aber bestärkt, dass einfach in dieser Richtung, so wie wir arbeiten, einfach weiterzugehen. Das ist einfach unser Auftrag und darum bin ich auch dem Martin Wassermeyer sehr dankbar, dass er mit der Idee gekommen ist. Es gibt auch weitere Ausschlüsse, es gibt Fortsetzungen, also wir unterhalten uns im März noch einmal darüber. Das ist einfach wichtig. Es muss einfach, wir müssen uns mit dem auseinandersetzen, wir müssen das in einen breiteren Diskurs bringen. Wir machen nächstes Jahr ein riesengroßes internationales Symposium, da geht es genau um diese Dinge, da geht es um Human Remains, da geht es um Repatriierungsprozesse, etc., etc. Das ist etwas, man muss das machen und die Veranstaltung heute hat mir das gezeigt. Es fehlt an einem Grundverständnis unserer Kultur, die wirklich ein Problem ist diesbezüglich. Es ist ein Problem der Bildung, glaube ich. Also ich versuche das zu lokalisieren. Ich glaube wirklich, dass das ein Bildungsproblem ist, dass wir halt einfach etwas eingeimpft bekommen, das wir dann einfach irgendwann einmal nicht mehr rausbekommen. Und das ist unabhängig davon, ob man dann eine Kunstinstitution leitet oder einer Universität vorsteht. Aber anyhow, es zeigt, dass das Format wieder wichtig ist. Wir werden da aufhören damit und wir werden so weitermachen. Danke fürs Kommen für heute und wünsche Ihnen noch einen interessanten Abend. Danke. weitermachen. Danke fürs Kommen für heute und wünsche Ihnen noch einen interessanten Abend. Danke. Ja, danke. Alfred Weidinger, in seiner Bescheidenheit hat er sich nicht vorgestellt. Er ist wissenschaftlicher Leiter der Landeskultur GmbH hier in Oberösterreich. Ja, ich darf Sie, ich darf Euch ebenfalls sehr herzlich willkommen heißen an diesem Abend. Wir werden heute ein Thema diskutieren, das sich unmittelbar ergibt oder anschließt aus einer Ausstellung, die hier zwei Stockwerke tiefer zu sehen ist. Die Ausstellung trägt den Titel Wanderer Drama Dream Decolonized, ist hier noch zu sehen bis 22. Februar. Und ich durfte für das OK, für die Landeskultur GmbH, diese Ausstellung kuratieren und bin auch dem Hause und auch Alfred Weidinger und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar, auch für die Unterstützung. Und es war ein sehr professionelles gemeinsames Arbeiten. Es war ja doch so, dass ich auf den afrikanischen Kontinent ausschwärmen durfte. In meiner kuratorischen Rolle habe ich drei Staaten besucht, nämlich zunächst Namibia im Herbst 2023, dann im Jahr 2024 zunächst im Frühjahr den Senegal und dann noch im Herbst 2025 Uganda. Ich habe da drei tolle Künstlerinnen ausfindig gemacht, die ich eingeladen habe, sozusagen sich dieser Idee anzuschließen und hier nach Österreich zu kommen und im Rahmen von Wanderla tatsächlich auch dem Ziel ein Stück weit näher zu kommen, nämlich die Idee hinter dem ganzen Projekt ist es ja gewesen, völlig neue Narrative zu erzeugen beziehungsweise den Anspruch zu verfolgen, Stereotype, Afrika-Images letztendlich zu zerstören, zu dekonstruieren, radikal infrage zu stellen, sich damit auseinanderzusetzen, Räume zu öffnen, um quasi hier tatsächlich andere Erzählweisen auch in einen Raum hineinzutragen. Das ist meines Erachtens ganz gut gelungen. auch in einen Raum hineinzutragen. Das ist meines Erachtens ganz gut gelungen. Dennoch, ich habe mich mit der Thematik schon so lange beschäftigt, das geht bis weit in die Zehnerjahre zurück, wo ich von 2011 bis 2014 auch persönlich in Kamerun und dann noch kurze Zeit in Ruanda leben durfte. Und für mich ist diese Thematik auch der Dekonstruktion, Stereotyper, Afrika-Bilder auch ein sehr persönliches, auch sehr emotionales Anliegen. Es sind immer wieder sehr viele Menschen erstaunt, dass ich da keineswegs so mich rational, sachlich verhalte wie in vielen meiner TV-Sendungen. Mir geht das Thema auch tatsächlich sehr nahe. Und ich kann wirklich auch hier nochmal ganz deutlich unterstreichen, dass ich hier niemals für mich in Anspruch nehme, am Weisheit der Weisheit letzten Schluss angelangt zu sein. Ganz im Gegenteil, ich werde immer mehr mit Fragen konfrontiert und ich bin froh, dass sich heute hier, an diesem 10. Februar, die Möglichkeit ergibt, mit drei Gästen diese vielen Fragestellungen, die sich mir sozusagen auftürmen, regelrecht mal zu diskutieren und dann natürlich auch mit euch, mit Ihnen im Publikum. Das ist für mich auch eine große Chance zu reflektieren und dann auch weiterzudenken. Ich fasse mich jetzt kurz. Das, was Sie hinter uns lesen können, dieser Ausbruch aus der Lange Nacht, bezieht sich auf ein Postulat des von mir hochgeschätzten postkolonialen Denkers Achille Mbembe, einem Kameruner, der mittlerweile in Johannesburg in Südafrika doziert an der Universität und er ist sicher einer der führenden Politikwissenschaftler auch in dekolonialen Fragen. Und er hat meines Erachtens ein Meisterwerk verfasst. Erschienen ist das in der deutschen Ausgabe im Surkamp Verlag. Ausgang aus der langen Nacht. Versuch über ein entkolonisiertes Afrika. Das ist für mich auch von Anfang an der Ausgangspunkt gewesen, sich mit diesen Gedanken zu vertiefen und letztendlich Überlegungen, Herangehensweisen, Strategien zu debattieren, die tatsächlich diesen Aus in Europa letztendlich noch sehr massiv zur Kenntnis nehmen müssen. Er meint damit diese lange Nachwirkung auch der Sklaverei, die bis ins 20. Jahrhundert hinaus letztlich auch viele Grundsteine für die Massenvernichtung von Menschen im Zweiten Weltkrieg bedeutet haben. Die Shoah, dieses Verbrechen am europäischen Judentum und letztlich natürlich auch unsere teilweise absurden Wirrnisse in unserer postkolonialen Realität von heute, wo wir versuchen, auch mit diesem Erbe irgendeinen sinnvollen Umgang zu finden. Und ich glaube, der Alfred Weidinger hat es gerade sehr deutlich beschrieben, wie sich das noch immer aktuell darstellt. Und ich möchte das weiterhin auch für mich zu einem Lebensinhalt machen, wie weit ich befugt bin, über Afrika, den afrikanischen Kontinent zu sprechen. Das könnte vielleicht heute noch Gegenstand der Diskussion sein, nämlich auch im Hinblick dessen oder im Hinblick darauf, dass ich als Weißer natürlich mich sehr zurücknehmen muss und auch mit großem Respekt oder auch mit großer Zurückhaltung letztlich auch diese Themen anfassen muss. Und ich darf jetzt mal ganz kurz vorstellen meine drei Gesprächspartnerinnen, die heute hier mit mir am Podium sitzen. Gleich neben mir sitzt Ariane Lello-Tacosta, das ist ein schwieriger Name, Ariane Lello-Tacosta. Sie hat Afrikanistik studiert, Afrika-Wissenschaften. Und ich darf kurz erzählen, wie ich die Ariane kennengelernt habe. Nämlich nach meiner kuratorischen Führung am 8. November habe ich wenige Tage später eine E-Mail erhalten mit einer wirklich gehaltvollen, sehr, sehr substanziellen Kritik letztlich an der Ausstellung selbst oder auch wie ich kuratorisch dabei vorgegangen bin. Das hat mich sehr berührt und das habe ich auch sehr, sehr ernst genommen. Ich sah mich allerdings außerstande, das in einer Antwort-Mail alles sozusagen anzugehen und so weiter. Ich habe die Ariane, die Absenderin dieser E-Mail, daraufhin ersucht, ob wir uns nicht treffen können. Und dieses Treffen war so fruchtbar, dass wir uns nicht nur dann in Folge beim Afrika Cup, dem Fußballcup des afrikanischen Kontinents, sogar mal zum Fußballschauen getroffen haben, sondern sie sitzt auch heute hier. Ich freue mich sehr, Ariane, dass du hier bist. Neben ihr sitzt Irene Hocher-Podar aus Wien. Sie arbeitet für VITC, den Global Dialog. Ich kenne Irene schon seit mehr als zehn Jahren. Sie war ein paar Mal bei mir im Studio von DorfTV zu Gast. Da ging es nämlich auch um ähnliche Themen. Und ich muss gestehen, ich habe noch selten in meinem Leben derart radikale Ansichten und Standpunkte erlebt in Fragen der Dekolonisierung Afrikas wie aus dem Munde von Irene. Und ich freue mich sehr, dass du heute hier bist. Und last but not least, Marin Richter, viel natürlich hier auch bekannt, Kuratorin, ist ja auch bekannt im Kunstfeld, hat den Kunstraum Goethestraße in den 90er Jahren hier mit ins Leben gerufen und hat echt ein Track Record, das eindrucksvoll ist. oder die ersten Brücken gebaut nach Namibia, als ich mich dorthin auf den Weg gemacht habe, Menschen aus dem Kunstfeld kennenzulernen und dann auch zu kooperieren. Und Maren hat ja letztlich auch zu dieser Zeitschrift Springerin beigetragen, die ja Teil des Projektes ist. Das ist jetzt nicht mehr ganz die aktuelle Ausgabe, es ist die letzte Ausgabe des Jahres 2025 mit 42 Seiten zu Wanderla, mit weiterführenden theoretischen Texten kann ich nur nahe legen. Ich glaube, es gibt noch ein paar Exemplare unten an der Kasse zu kaufen. Ja, wie auch immer, ich mache es jetzt kurz und möchte jetzt quasi mit dir, Ariane, beginnen. Wir haben das ja heute sehr mutig angelegt, wir haben nämlich keine Moderation und ich bin nicht der Moderator, gar nicht auf falsche Ideen kommen, sondern wir sind einfach Gesprächspartnerinnen, die uns hier jetzt mal austauschen. Ich habe in den Vorgesprächen schon mit dir festgestellt, dass wir eigentlich trotz deiner Kritik damals gar nicht so weit auseinander liegen. Auch du bist inspiriert von dekolonialen Denkerinnen und Denkern, die einfach sozusagen mit diesem Überdruss aus der postkolonialen Realität sich nicht zufrieden geben wollen, sondern ein, zwei, drei Schritte weitergehen wollen. Wer inspiriert dich da so, beziehungsweise wenn diese Person heute hier wäre, was würdest du meinen, worüber wir hier unbedingt mit diesen dekolonialen Standpunkten zur Sprache bringen sollten? Danke, dass ich hier sein darf. Ich freue mich sehr, weil eben dekoloniale Ansätze auch ein Herzensthema für mich sind. Nicht nur, weil ich kongolesische Wurzeln habe und meine Eltern aus dem Kongo sind, auch weil ich studiert habe. Und es ist einfach eine Herzensangelegenheit, dass für mich sehr wichtig, dass auf Augenhöhe hier kommuniziert wird mit Menschen aus Afrika, aber auch aus der Diaspora. Und für mich Denkerinnen aus Afrika, die beeindruckend für mich sind, sind vor allem Franz Fanon, aber auch Literaren wie Ngugi Van Tjongo und ganz viele andere Autorinnen und DenkerInnen aus Afrika, die einfach mit diesen dekolonialen Ansätzen für wichtigen Diskurs sorgen, auch im europäischen und im westlichen Raum, dass Geschichtserzählungen quasi nicht nur einseitig passieren sollen, sondern eben in Augenhöhe mit schwarzen Menschen. mit schwarzen Menschen. Vielleicht darf ich noch ganz kurz verraten, dass du ja auch in deiner Kritik an der Ausstellung selbst oder auch sozusagen meiner kuratorischen Herangehensweise ja durchaus eine Perspektive, wenn auch verallgemeinend, pauschalisierend, der Diaspora eingenommen hat, wie denn diese hier Berücksichtigung gefunden hat. Ich erlebe das selber immer wieder, dass es ein Spannungsverhältnis gibt zwischen afrikanischer Diaspora und dem afrikanischen Kontinent, auch was sozusagen die Idee eines kleinen Afrikas betrifft. Inwieweit hat das für dich eine Rolle gespielt? Also meine Kritik hat sich darauf belaufen, weil ich war eben auf der Ausstellung mit meinem Bruder und quasi ich habe keine Menschen aus der Diaspora aus Linz gesehen. Und dann eben ist meine E-Mail entstanden und mein Wunsch wäre halt einfach gewesen, dass die Diaspora eingebunden wird bei der Planung, weil das eben das war, was gefehlt hat. eingebunden wird bei der Planung, weil das eben das war, was gefehlt hat. Natürlich sind die Lebensrealitäten von Menschen aus der Diaspora und Menschen auf dem Kontinent verschiedene. Das sind verschiedene Lebensrealitäten. Das kann man nicht übersehen. Aber ich glaube, dass beide Perspektiven die Sicht eröffnen können für Neues. Menschen, die hier leben, haben ihre eigenen Lebensrealitäten und diese bereichern bestimmt auch solche Ausstellungen wie Wanderla zum Beispiel. Irene, für dich habe ich vielleicht die schwierigste Frage dieses Abends. Ich weiß, dass ich bei dir offene Türen einlaufe, aber wie sollen wir über Afrika sprechen? Danke, Martin, für diese Einladung. Danke an das Publikum. Ja, es ist eine sehr, sehr interessante Frage. Wie soll man über Afrika reden? Ich würde sagen, lassen wir Afrika reden über sich selber. ihre Geschichte am besten, sie kennen auch ihre Kulturen am besten, sie kennen ihre Schmerzen am besten. Und deshalb ist es wichtig, wenn man in diesem Prozess ist, mit Afrika etwas zu tun, dann ist es wichtig, dass man Afrikaner oder Afrikanerinnen einbindet. Und deshalb hast du, Ariane, recht. Man kann nicht über Afrika reden oder ausstellen ohne Afrikaner oder ohne alle beteiligten Parteien, weil Afrika ist auch in Europa, in der Dschaspora und das ist wichtig. Zuerst muss man erkennen, dass Afrika eine Stimme hat. Das kommt sehr, sehr wenig vor. Wir haben über Berichterstattung gesprochen. Ich bin immer so empört, wenn ich ja, ORF, es kommt Afrika gar nicht vor. Wir zahlen aber Gebühren. Und Afrika kommt vor als Krisenkontinent. Heutzutage, wir sind im 21. Jahrhundert. Und dieses positive Bild Afrikas wird fast nie erwähnt. Afrika ist ein Kontinent, das wächst mit einer jüngeren, ambitionierten, vernetzten Bevölkerung, jüngeren Bevölkerungen, die ihren Zukunftsplan auch in die Hand nehmen und bewusst ist. Und deshalb soll man nicht über Afrika reden, sondern lassen wir Afrika reden. Es ist an der Zeit gekommen. Aber wenn ich jetzt tatsächlich nochmal die Vorstellung Gwandala selbst in den Fokus stelle, da passiert ja genau das. Ich habe ganz bewusst auch sehr junge Stimmen ausgewählt, die noch keine große Bekanntheit haben. Vielleicht mit Ausnahme von Bayet Job, der mittlerweile auch in Europa Fuß fasst. Aber dennoch und genau diese jungen Perspektiven haben ja quasi auch fast zu einem Aha-Effekt beigetragen, weil diese Stimmen und die Ergebnisse sind in der Ausstellung noch bis 22. Februar zu sehen, sehr, sehr kräftig sind. Sie sind aufrüttelnd, sie sind bewegend, sie sind teilweise auch verstörend. Sie zeigen ja genau diese Bipolarität, diese Zerrissenheit, diese Perspektivenlosigkeit, aber gleichzeitig auch das Selbstbewusstsein um die eigene Stärke. Und da spreche ich jetzt nicht davon, dass die Künstlerinnen in Anspruch nehmen, für Afrika zu sprechen, sondern sie sagen einfach, ich bin Olivia, ich bin Baye oder ich bin Namafu und ich spreche für mich selbst und ich thematisiere, was für mich wichtig ist. Und damit habe ich schon drei Mosaiksteine eines ganz großen, sehr komplex verwobenen Mosaiks von Erzählungen über Afrika, die letztendlich ein Bild erzeugen von Afrika, das nicht endgültig ist, das nicht in ewigen Steinen gemeißelt ist, sondern das fast so etwas wie eine Verhandlungsgrundlage auch für uns geschaffen ist. Ja, ich habe die Ausstellung gesehen. Ich muss sagen, Hut ab. Die Bilder sind sehr aussagekräftig, sehr, sehr emotional auch. Und man kann auch den Schmerz spüren, durch die Bilder. Und für mich ist auch wichtig, dass dieser Teil gezeigt wird, weil es ist eine Therapie. Ich habe Teil gezeigt wird, weil es eine Therapie ist. Es ist eine Therapie. Ich habe bei diesen Bildern gesehen und habe mir gedacht, das ganze Kontinent braucht eine Therapie. Keiner hat davon gesprochen bis jetzt, oder sehr wenig. Und man geht davon aus, es ist normal. Wir gehen jeden Tag unseren Geschäften nach, aber es sitzen so tiefe Verletzungen. Man kann nicht weitermachen ohne Therapie. Also das ist das eine, das ich bei dieser Ausstellung gesehen habe. Ich habe auch eine Stimme gesehen, die sagt, mir reicht es, dass man mich immer wieder in eine Schublade schiebt. Und das ist wichtig für junge Afrikanerinnen, die die Ausstellung auch gemacht haben, die Bilder gemacht haben, dass diese Stimme auch rauskommt. Aber auch diese Moderne ist auch sichtbar mit den komischen Brillen. Genau. Afrofuturismus, das ist auch wichtig zu zeigen, dass Afrika ist ein Kontinent der Zukunft. Afrika kann Dinge denken und beibringen, einen Beitrag zur Welt geben. Wir brauchen nur diese Plattform, dass man uns zuhört, dass man weiß, dass wir eine Stimme haben, dass wir auch von unseren Zivilisationen, also Afrika hat eine große Zivilisation, von unserer Geschichte schöpfen können, um die ganze Welt auch etwas beizubringen. Weil das ist das Problem der White Supremacy Ideologie, dass eine zum Himmel schreiende Lüge ist, dass Afrika keine Geschichte zu erzählen hat, hat Sarkozy gesagt. Also von meiner Perspektive her gehört er zum Gefängnis, nur für diese Aussage. Genau. Und diese Geschichte muss erzählt werden, diese Geschichte muss gekannt werden, um wieder unsere Völker auf ein gleiches Niveau zu bringen, unsere Völker auf ein gleiches Niveau zu bringen, damit keiner sich denkt, ich bin besser als die anderen. Weil das ist die Grundlage, warum Rassismus immer wieder sich vorsetzt. Diese Ideologie muss grundlich zerstört werden. Und das muss so sein, dass jeder Mensch in seine Gene sogar, weil wir haben das, wir erben sowas auch Generation nach Generation, dass wir das dekonstruieren, um Menschen als solche zu respektieren und darzustellen, egal woher sie kommen, Indianer oder Asiaten oder Afrikaner oder Europäer, weil für mich das ist der Grund des Problems. Maren, wir zwei haben was gemeinsam. Wir teilen die weiße Nase gemeinsam. Du bist aber dennoch im Kunstfeld sehr, sehr aktiv und ich kenne dich jetzt schon längere Zeit und das hat mich immer sehr beeindruckt, dass auch du ein sehr starkes nahe Verhältnis, aktiv aber auch sozusagen in deinen Diskursen und Gesprächen auch mit mir pflegst, nämlich zum afrikanischen Kontinent. Das ist auch für dich so wie ein Anziehungspunkt. Jetzt erzähl uns doch bitte mal ganz kurz, was machst du so im afrikanischen Kontext, in deiner Kunstausübung beziehungsweise welche Fragestellungen siehst du für dich vorwiegend relevant? Ich würde, glaube ich, ganz gern an Irene anschließen, weil du mich auf die Biografie, auf meine Biografie angesprochen hast. Also mir war in den 90ern, als ich eine junge Kuratorin in Desten war, eigentlich relativ schnell klar, das ist mir zu wenig. Also das ist mir zu eindimensional. Ich komme aus der Kunstgeschichte, aus der westlichen Kunstgeschichte, die sozusagen ja nicht nur im Westen gelehrt wird, sondern auch überall auf der Welt gelehrt wird, also nicht nur in Afrika, auch in Asien. Und ich wollte sozusagen die Chance haben, verschiedene Perspektiven, verschiedene Bilder kennenzulernen und sozusagen auch daraus zu lernen. Und möglicherweise im besten Fall, ich spreche jetzt wirklich noch aus der Zeit, sozusagen ungefähr im Jahr 2000, wo ich das erste Mal in Südafrika, in Johannesburg gearbeitet habe und sozusagen für mich eine Möglichkeit entwickle, eine andere Sprache, aber auch vielleicht ein anderes Narrativ zu entwickeln und nicht nur sozusagen, und ich weiß jetzt nicht genau, wie diese E-Mail im Genauen war, aber vielleicht auch diesen Vorwurf zu bekommen, als westliche Kuratorin über etwas zu sprechen. Natürlich tue ich das noch immer, über afrikanische Künstlerinnen und Kunst zu sprechen, aber ich kann es aus meiner eigenen Erfahrung heraus machen. Also ich habe in Johannesburg gearbeitet, ich habe in Namibia gearbeitet und arbeite jetzt gerade im Moment an einem Projekt, das unter anderem auch Äthiopien inkludiert. ein weltumspannendes Megaprojekt Chinas ist. Und da spielt natürlich Afrika eine große Rolle. Und jetzt bringe ich sozusagen auch noch mal einen neuen Begriff ein, nicht einen neuen, aber also die Frage des Neokolonialismus. Und was der mit uns und Afrika, aber eigentlich auch mit der ganzen Welt, Und Afrika, aber eigentlich sozusagen auch mit der ganzen Welt, also welche neue Abhängigkeiten werden geschaffen und da hat also China ja schon sehr früh begonnen, in Afrika sozusagen diese gigantischen Infrastrukturprojekte anzubieten, also den afrikanischen Staaten, Regierungen anzubieten und sozusagen da unglaublich brutale Abhängigkeitsformen geschaffen hat. Heißt Songs with the Iron Elephant. The Iron Elephant wurde in Somaliland, also so wurde die erste Eisenbahn genannt. Und das ist ganz interessant, die erste große Kolonialwelle wird verbunden mit den neuen Formen von Kolonialismus. Durch eine neue Eisenbahn ist es jetzt viel zu detailliert. Aber ich glaube, das ist ganz wichtig und was eben Irene gesagt hat, man muss sozusagen Afrika selber sprechen lassen. Ich möchte aber noch einen Schritt weiter gehen, weil wir das auch vorher ganz kurz so angesprochen haben, einen Dialog schaffen. Ich glaube, es ist unglaublich wichtig zu sagen, wir müssen uns mit unserer Geschichte auseinandersetzen, in der Vergangenheit liegt und was in einem Buch geschrieben steht, sondern es ist eine permanente Debatte. Das ist die Geschichte. Und diese permanente Debatte kann nur so passieren, dass sie sozusagen von ganz vielen verschiedenen Blickwinkeln gestellt wird. Und eben nicht nur der westliche und der afrikanische. Es gibt ja sozusagen auch tausend Blickwinkel innerhalb Afrikas. Und dessen müssen wir uns bewusst sein, wie also vorher auch schon erwähnt worden ist, das steckt in einem Vorab besprochen haben. Also die Medienberichterstattung lässt ja quasi, es gibt ja keine Kriege in Afrika. Zugleich, wie du auch sagst, ist das Problem Hungersnot und so weiter. Also ich glaube, es ist wahnsinnig komplex und aus dem Grund müssen wir uns jeder für sich sozusagen Bilder machen und Bilder auch wieder dekonstruieren und neu bauen und das macht ja die Ausstellung eigentlich auch so wichtig. Ich rede zu viel. Nein, nein, das passt schon. Wenn du zu viel wärst, würde ich dich unterbrechen. Es sind jetzt viele Punkte angesprochen worden. Ich weiß gar nicht, ob ich auf alle replizieren kann. Ich wollte eine Strategie verfolgen mit dem Projekt der Ausstellung, gemeinsam mit der Publikation in der Kunstzeitschrift Springerin. Gleichzeitig kommen da große Zweifel auf mich zu, denn ich habe ja dankenswerterweise, ich habe das ja auch schon gewürdigt, hier im OK Linz die Möglichkeit erhalten, einen sehr, sehr großen Raum zu bespielen, zu gestalten, als Kommunikationsraum zu designen, gemeinsam mit afrikanischen Künstlerinnen und einem Künstler, den ich hierher eingeladen habe. Gleichzeitig weiß ich, diese Wirkmacht, die dadurch erzielt wird, sich diese Wirkmacht, die dadurch erzielt wird, auch die Möglichkeit mit der Springerin eine Medienkooperation einzugehen, das ja nicht für Luft und Liebe zu haben ist, sondern das ja auch Geld kostet, ist ja nur zu verdanken dem Umstand, dass die Landeskultur GmbH wie kaum eine andere Institution über entsprechende Ressourcen verfügt. Jetzt könnte man nämlich sagen, naja, suchen wir uns doch irgendwo hier in Urfa oder anderswo einen Offspace, der von Afrikanerinnen geführt wird und so weiter. Die haben dieselben Ideen wie ich und die haben auch gute Connections nach Namibia, Uganda oder gar in den Senegal, nur die haben einfach nicht die Mittel und Möglichkeiten, das Gleiche so ins Leben zu setzen, wie ich es hier tun konnte und auch mit der Nachhaltigkeit der Publikation. Gleichzeitig weiß ich aber natürlich auch, und das geht ein bisschen in diese Richtung, dieses Dialogs mit all den Ambivalenzen. Wir, die Weißen, dürfen wir reingehen in den Dialog? Dürfen wir überhaupt den Dialog mit all den Ambivalenzen, wir die Weißen, dürfen wir reingehen in den Dialog, dürfen wir überhaupt den Dialog designen und mit wem führen wir den Dialog und was für mich auch ganz, ganz relevant ist, ist die Frage, für welche Zielgruppen eigentlich. Letztlich haben wir wieder, auch hier, und deshalb war es natürlich wichtig, eine erfolgreiche Medien- und Pressearbeit zu leisten. Wieder letztendlich White Supremacy, das ist ja bewunderlich fehlgedeutet, aber trotzdem weiße Mehrheitsanteile zu erreichen, die wir davon überzeugen wollten, oder die ich davon überzeugen wollte, wir müssen mehr über den globalen Süden sprechen, wir müssen die Stimmen des afrikanischen Kontinents auch hier in diesem Ort zu Wort kommen lassen, sichtbar werden lassen, sucht die Auseinandersetzung, kommt hierher, besucht die Ausstellung, konfrontiert euch damit, lernt etwas und sei es nur, dass ihr ein paar eurer postkolonialen Gewissheiten auch mal aus eurem Schädel rauskriegt. Das ist ja das Spannende dabei und ich weiß nicht, ich kann es für mich noch gar nicht bilanzieren und beurteilen, wie das gelungen ist, aber Ariane, kannst du vielleicht deine Wahrnehmung ein bisschen beisteuern? Wie diskutierst du das in deinem persönlichen Alltag, diese Fragen der Wahrnehmung von Afrika? Also ich finde eine Schwierigkeit ist, auch bei der Ausstellung, wenn vom Westen aus kuratiert wird, weil die Gefahr besteht, dass koloniale Machtverhältnisse reproduziert werden. Es ist trotzdem ein Machtverhältnis, es wird aus dem Westen kuratiert und der Kurator entscheidet ja quasi, wo, wann, wie ausgestellt wird. Ich finde es aber gut, dass bei der Ausstellung direkt mit Künstlern zusammengearbeitet wurde, aber natürlich von außen hin ist es trotzdem so, dass der weiße Mann jetzt quasi die Ausstellung kuratiert und wie ich auch, das war halt die kritische Stimme, die halt war, okay, welche Stimmen aus der Diaspora sind mit beeinzogen worden oder wie kann man das in Zukunft machen, dass zum Beispiel diasporische Stimmen damit beeinzogen werden, weil es ja trotzdem so ist, dass man, wenn man mit der Kultur aufgewachsen ist, man trotzdem einen anderen Blick noch hat als jetzt zum Beispiel du als weißer Mensch und natürlich diese Frage ist ambivalent an sich, aber ich glaube, es ist wichtig, sich die zu stellen und auch Raum offen zu lassen für Kritik und für Widerspruch, denn nur so kann man auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Irene? Bevor du mir eine Frage stellst, du bist ja kein Moderator. Ich wollte auf dieses Thema einspringen. Es ist ein strukturelles Problem. Wir müssen uns verschiedene Fragen stellen. Warum gibt es keine Förderungen, damit die Personen, die auf den Kontinent kommen oder hier leben, solche Ausstellungen machen können? Warum gibt es keine städtischen Förderungen oder Räume, die angeboten sind, damit wir über unseren Kontinent sprechen und das auch so präsentieren, wie wir das auch sehen. so viele sich weisen und es ist für uns selber Afrikanerinnen, wir sind keine Expertinnen von Afrika. Nicht einmal von unserem Land. 54 Länder sind das sehr viel. Genau. Und deshalb, wenn man hier dieses Ziel hat, Afrika zu präsentieren, es ist wirklich, man muss wirklich, ich weiß nicht, wie man das sagt, es ist, ja, man nimmt sich zu viel Großes. Man nimmt sich zu viel Großes. Und noch dazu, wenn man nicht anbindet die Leute, die kulturell, geschichtlich verbunden sind mit dem Kontinent. Und wie gesagt, es ist strukturell. Solange Österreich zum Beispiel seiner kolonialen Geschichte unter den Tisch kehrt, trotz aller Beweise, das wird nicht gehen. Dieses Land muss anerkennen, dass er auch eine koloniale Geschichte hat und dass er auch wieder machen soll für die Leute, die da sind, dass er auch eine Bühne oder eine Plattform bieten muss, damit die Stimme, die hier präsent ist, eine Bereicherung sich auch ausdrücken kann. solange dieses strukturelle Problem nicht gelöst ist. Und die Afrikaner werden ausgeschlossen von Förderungen. Ich habe das Mini-Festival Côte d'Ovienne, ein panafrikanisches Filmfestival, seit 2017 organisiert und ich weiß, wie schwer es ist, zum Geld zu kommen. 2017 und ich weiß, wie schwer es ist, zum Geld zu kommen. Ich habe die ganzen Jahre mit meinem eigenen Geld das finanziert. Das ist dieses strukt afrikanische Festival auf dem afrikanischen Kontinent. Und ich bekomme die Filme direkt von der offiziellen Selektion. Das heißt, die Filme, in Wien beginnend, das Publikum diese Seite zu zeigen, die filmische Produktion auf dem Kontinent näher zu bringen. Das ist aber einien angefragt, ich habe überall angefragt. Es gibt keine Unterstützung. Man lässt sich ja dann so machen, bis du müde bist und dann dein Projekt ist gestorben. Um das geht. Nur ganz kurz. Muss ich jetzt was sagen? Nein, muss ich. Danke, Irene, dass du das gesagt hast. Was du vorher formuliert hast, ich verstehe den Ansatz zu sagen, also froh darüber zu sein, dass es diese Möglichkeit gibt, in einem Haus mit sozusagen genug Budget etwas machen zu können. Aber es ist natürlich auch gleichzeitig extrem problematisch. Also wenn nur die großen Häuser die Möglichkeit haben und somit auch sozusagen die Diskurshoheit, könnte man auch sagen, oder weil du sagst, diese Springerin gibt es deswegen, weil dafür Geld bezahlt wurde, Diese Springerin gibt es deswegen, weil dafür Geld bezahlt wurde. Dann stecken wir eigentlich in einer extrem problematischen Situation, die im Prinzip das reproduziert, was du jetzt ja auch durch deine eigene Erfahrung belegen kannst. Also wo sind die Möglichkeiten, Wo sind diese Räume? Und ich finde das auch von dir sehr interessant. Also die Diaspora, also sagen wir auch noch mal eins, weil das ist ja noch mal ein eigener Kontinent, kann man sagen. Diaspora ist, also gibt es ja unglaublich viele Dinge darüber zu sagen und weil du glaube ich Fanon genannt hast, der ja sagen genau auch darüber berichtet und schreibt, also in The Wretched of the Earth und wie zu sagen, Gewalt wieder Gewalt produziert und wie man sich aus Kolonialnarrativen auch lösen kann. Und ich glaube, das ist das Problem, oder? Also diese Abhängigkeiten, die für den Diskurs auch geschaffen werden. Diskurs auch geschaffen werden. Also ich weiß nicht, wie du das jetzt siehst, sozusagen als Akademikerin. Es war eigentlich gar keine Frage. Es war im Prinzip, ich glaube, es ging, also jetzt am Schluss, es ging mir so ein bisschen um die Diaspora, weil ihr sozusagen ja beide... Genau, auch wie Irene gesagt hat, die Räume werden halt einfach nicht zur Verfügung gestellt. Ich meine, wir wären ja da, es gibt sehr viele talentierte, intelligente Menschen aus der Diaspora, die gern auch zu Afrika was machen würden, aber halt einfach den Raum dafür nicht bekommen oder eben das Gehör nicht dazu bekommen. Und eben da fängt es mit dem strukturellen Rassismus an. Also ich meine, man muss halt schon auch ein bisschen hinterfragen, wer bekommt Zugang zu welchen Räumen. Und es ist halt einfach in Österreich so, dass weißen Menschen dann einfach der Zutritt eher gegeben wird als jetzt uns schwarzen Menschen zum Beispiel, obwohl es an Wissen oder Kreativität oder Sondergleichen nicht fehlen würde. Ja, also ich finde das schon sehr interessant, weil natürlich umgekehrt, wenn ich nach Afrika komme, ja quasi auch mir der Vorwurf unter anderem gemacht wurde, also ich habe euch das ja vorher kurz erzählt, also nachdem wir unsere ersten Recherchen in Äthiopien vorgestellt haben, war natürlich die allererste Frage, und wieso muss sozusagen das Ganze von einer westlichen Researcherin sozusagen präsentiert werden, weil es natürlich so ein Stereotype-Aussage war, weil wir ein ganzes Team sind, die sowohl von Afrika als auch vom Westen ist, wir müssen diesen Raum schaffen, wo wir uns miteinander auseinandersetzen können, wo wir die Dialoge, die ich vorher meinte, führen können, aber auch die Reibungen und uns das auch permanent revidieren und können, dürfen und die Geschichte immer wieder neu erzählen. Ich glaube, das ist das Allerwichtigste. Es ändert sich fast täglich die Geschichte durch neue vorkommnische, durch neue politische Gegebenheiten. Und ich finde, das ist im Moment besonders heftig, weil ich es vor China erwähnt habe, wie sozusagen die geopolitische Situation sich permanent verändert. Und wir glauben noch immer, wir können eine Geschichte erzählen. Also eine Historie. Dazu möchte ich etwas beitragen. Also Rassismus ist auch in der wie heißt das, in der geopolitischen Erzählung. Was jetzt in Afrika passiert, in der Sahelzone passiert, ich komme aus Burkina Faso und ich bin stolz, das zu sagen. Und drei Länder, Burkina Faso, Mali und Niger, haben den Mut gefasst, um Nein zum Imperialismus, zum Neokolonialismus zu sagen. aus diesen drei Ländern weggeschaffen. Die Franzosen und die Amerikaner mit ihrer Militärbasis wurden weggejagt. Warum? Weil wir nach mehr als zehn Jahren Terrorismus in dieser Zone festgestellt haben, dass alle westlichen Versprechungen, uns die Sicherheit zu bringen oder uns zu helfen, unsere Länder wiederherzustellen, nur Lüge waren. waren. Und das ist der Drama. Das Drama in dieser Geschichte ist, dass wir sind auf diese die Bevölkerung haben dann herausgefunden, dass die Terroristen werden mit Waffen und Geld aus Europa und arabischen Ländern gefüttert, damit sie unsere Länder destabilisieren. Und dann hinterher kommen die westlichen Mächte und sagen, wir kommen, um euch zu helfen, um die Sicherheit wiederherzustellen. Aber was sie nicht sagen, ist, dass sie für unsere Rohstoffe kommen. Das ist eine Strategie, eine geopolitische Strategie, die kaum hier in Europa zu Wort kommt. Und unsere Länder destabilisieren. Sie benutzen Kriminelle. Und am Anfang hat man gesagt, das sind religiöse Kriege oder Dschihadisten. Heutzutage wissen wir ganz genau, dass Frankreich unsere Länder destabilisiert und unsere Präsidenten, die großartige Leader sind, die drei Präsidenten. Die haben jedes Mal sie schicken Leute, um sich umzubringen, damit sie wieder ihre eigenen Menschen an die Macht bringen mit der sogenannten Demokratie ist in unseren Ländern keine Demokratie, es ist eine Fake-Demokratie. Weil wenn 70 Prozent der Menschen nicht lesen können, sie können gar kein politisches Programm lesen, sie wählen nur Köpfe und sie gehen zur Wahl, weil sie eine kleine Forderung bekommen haben. eine kleine Forderung bekommen haben. Sie haben 50 Kilo von Reis bekommen oder was auch immer bekommen. Und dann gehen sie und wählen X oder Y. Aber X oder Y hat Geld von westlichen Mächten bekommen, um zur Macht zu kommen. Und damit sind alle Türen offen, damit sie reinkommen und die Rohstoffe stehlen. Wir haben gesagt, nein, das geht nicht. Und diese Geschichte wird nicht erzählt. Ich möchte gerne das hören. Burkina Faso hat eben Tolles erreicht. Und in der westlichen oder auch österreichischen Medienlandschaft erfährt man trotzdem nur von dem Chaos, von den Kriegen, von dem Leid. Aber die Innovationen, die geschaffen werden, die hört man hier kaum oder gar nicht. ja auch in Äthiopien war und sozusagen diese ganze Region eigentlich, also von Genozid sozusagen, B, B, B, B, Tod, B, B, B, fällt jetzt gar nicht das Wort, aber man hört einfach, man hört einfach nichts. Und ich glaube, diese Steuerung dessen, was sozusagen oder wie berichtet wird, ist ganz brutal. pointiert, Dinge anspricht und er, das zieht sich wie ein roter Faden durch viele seiner Werke durch, immer wieder herausstreicht, dass es auf der ganzen Welt nur einen Menschen gibt, der quasi allerorts gleich Diskriminierung ausgesetzt ist, Geringschätzung, teilweise auch physische Gewalt. Das ist der schwarze Mensch, der sozusagen mit dem afrikanischen Stigma versehen wird. Das ist insofern für mich auch quasi wie ein Appell an mich, an uns, das alle mal zum Thema zu machen. Mit der Ausstellung und auch mit der Publikation, sage ich, habe ich es mal ein Stück weit versucht, muss aber zur Kenntnis nehmen, da komme ich jetzt auf euch alle zurück, dass wir uns hier natürlich in einem Kunstkontext bewegen, auf dem wir uns gleichzeitig auch beschränken. Weil in der Kunst ist vieles möglich, da wird auch viel eher etwas toleriert, da sagt man, okay, das möchten wir gerne auch als Avantgarde verstanden wissen, aber sobald das den Kunstkontext verlässt, wird es dann gleich nochmal viel, viel schwieriger, gerade auch sozusagen Wahrnehmungsmuster zu verändern, weil es ist ja sozusagen, okay, das ist jetzt ein Wochenende, nehme ich mir eine Museumsrallye vor hier in Linz, da gibt es ja viel zu sehen, gehe ich ins Lentos und dann halt auch noch nach dem Francisco Carolinum auch ins OK und schaue mir dann diese Afrika-Ausstellung an. Damit war es das über weite Strecken auch schon, weil wir ja auch nur beschränkte Möglichkeiten haben, das über diesen Kontext hinaus weiter hinauszutragen mit größerer gesellschaftlichen Wirkung. Ich möchte aber das jetzt auch gleich nutzen, mal ins Publikum zu schauen, weil wir ja auch ein Filmfestival hier in Linz machst, das Cinema Africain. Auch deine Zielsetzungen, Überlegungen natürlich in diesem Kontext durchaus für uns interessant und relevant sind. Gibt es irgendwen, der jetzt der oder die gleich das Mikrofon in die Hand nehmen will? Nein. Wir haben aber ein Mikrofon, oder? Dass wir durch das Publikum reichen könnten. Meines, oh. Ich werde sprachlos gemacht. Okay, dann nicht, es würde hier niemand gezwungen. gemacht. Okay, dann nicht, es würde hier niemand gezwungen. Ariane, ich möchte von dir nochmal kurz in Erfahrung bringen, du als Afrikanistin hast jetzt wahnsinnig viel Wissen und Auseinandersetzung auf akademischem Niveau in deinem Kopf. Wie kannst du denn das in deinem Leben auf den Boden bringen? Sozusagen Fragestellungen, deine sehr komplexe, sehr schwierige Fragestellungen auch zur Entwicklung Afrikas, zu Wahrnehmungen Afrikas tatsächlich auch zur Sprache zu bringen. Mit wem kannst du echt darüber reden? Wo sind deine Räume? auch zur Sprache zu bringen. Mit wem kannst du echt darüber reden? Wo sind deine Räume? Räume, ganz ehrlich, Freunde, Familie, Eltern, wo über afrikanische Themen diskutiert wird, weil in der weißen Mehrheitsgesellschaft ist es trotzdem so, dass man viele Themen nicht besprechen kann, weil einfach kein Wissen da ist. Aber wie auch Irene schon vorher erwähnt hat, in der Medienlandschaft wird kaum über wichtige Themen, was Afrika betrifft, berichtet. Deshalb ist es da schon etwas schwer. Ich meine, es ist mit Studienkolleginnen, kann ich gut reden, mit meinen Eltern. Genau. Darf ich vielleicht auch ganz kurz was sagen zu dem, was du vorher meintest? Wir wissen, die Kunst als solcher, oder die Frage inwieweit ist das Kunstumfeld etwas, was sich nicht gesamtgesellschaftlich vielleicht dann fortsetzt oder Kraft und Macht genug hat, um diese, wie wir jetzt ja schon festgestellt haben, extreme Komplexität, von der wir da heute sprechen und worüber wir diskutieren wollen. Ich möchte mich aber vielleicht da jetzt sozusagen etwas verweigern und sagen, ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass wir solche Projekte haben, dass wir Kunst und Kultur als Möglichkeit sehen, diese Themen auch anders als die Medien, wie wir heute schon gesprochen haben, experimenteller, futuristischer, einfach eben dieser dritte Raum, von dem, glaube ich, im Vorfeld gesprochen wird, also das, auch sozusagen wieder diese Diaspora versus afrikanische Sicht versus Diaspora irgendwie zeigt. Wir brauchen all diese Dinge. Also wir müssen diese Möglichkeit haben, diese Räume, die sagen, der in der Familie beginnt, bei kleinen Freundeskreisen. Und diese permanent und stetig vergrößern. Sonst wird sich nicht viel ändern. Und aus dem Grund, das sage ich nicht nur, glaube ich, weil ich Kuratorin bin und weil ich an die Kraft der Kunst glaube und auch schon einiges verändert hat. Biennale von Koja Koch, die leider verstorben ist, wäre die erste weibliche. Über Feminismus müssten wir dann ja auch noch sprechen. Oder die Berlin-Biennale, die von Gabi kuratiert wurde. Also es verändert sich ja auch trotzdem was. Und ich glaube, es ist wichtig, dass man diese Räume immer größer werden lässt und natürlich dann dadurch auch die Bedeutung. Ich meine, Venedig Biennale ist tatsächlich doch etwas, was den Diskurs verändert, den Kunstdiskurs. Das wollte ich nur kurz einbringen. Also dieses, wir sind ja nur im Kunstumfeld, muss man wahrscheinlich dann auch manchmal sozusagen revidieren oder wie du sagst, dieses Festival, das du machst. Ich nehme an, da treibt dich etwas. Ja, eigentlich denke ich mal, ich bin keine Spezialistin in Kunst, aber ich denke mal, man kann Kunst und Kultur geben uns einen weiteren Horizont. Das heißt, eigentlich kann man so viel machen. Und Kunst und Kultur kann politisch sein, ist auch politisch. Durch Bilder, durch Filme kann man die Gesellschaft ändern. Kann man einen anderen Blick bringen. Kann man Toleranz für andere Kulturen bringen. Und deshalb denke ich mal, alle Politiker sollten Künstler sein. Ich greife das jetzt gleich auf, weil ich bin sehr dankbar, Maren, dass du das mit dem Raum und dem dritten Raum ins Spiel gebracht hast, weil ich bei dieser Gelegenheit auf den Text auch und den Beitrag von Nashi Longbeshipwe Mushanja in der Springerin zur Ausstellung Wanderler sozusagen hinweisen kann. Der gute Nashi Longbeshipwe Mushanja beschäftigt sich schon länger mit dem Thema und nimmt natürlich, ohne es weiter auszuführen, Bezug, theoretisch, ideengeschichtlich Bezug auf die Überlegung des sogenannten dritten Ortes, sozusagen der Verhandlungs- und Austragungsort vor allem für soziale Bewegungen, abseits von Arbeitsplatz, also dieses sehr bestimmende Berufsleben und dann natürlich auch der Privatheit, dem eigenen Zuhause. Und er sagt und hat das auch sehr schön übertragen auf Wanderla, dass hier tatsächlich gelungen ist, ein Anschauungsbeispiel für den dritten Raum zu schaffen, der für Experimente offen ist, der betretbar ist, wo man sich versuchen kann, wo man weit ab auch sozusagen von Rollen und Stereotypen, Erwartungen sich so verhalten kann, wie man ist. Man kann hier die eigenen Persönlichkeitsambivalenzen sozusagen gegenüber anderen kommunizieren. Und das Spannende ist, dass diese Idee des dritten Raumes ja keineswegs als selbstverständlich zu erachten ist. Das ist ja was, was immer wieder aufs Neue auch zu erkämpfen ist. Wir brauchen diese dritten Räume. Und da muss ich schon mal ganz kurz sozusagen auch anführen, dass OK und die Landeskultur gegenüber haben diesen Mut bewiesen, sozusagen mal diesen dritten Raum auch zu öffnen. Und ich hoffe, ihr versteht das auch als Appell, das in Zukunft auch weiterhin zu tun, weil das produziert natürlich auch viel Konflikt und Gegnerschaft. Viele wollen das ganz einfach nicht. Wir wollen einfach nicht, dass Minoritäten, dass Menschen, die wir eigentlich gar nicht haben wollen, sich diesen Raum nehmen, sich aneignen, um sich zu artikulieren. Aber wir müssen, egal ob in Offspaces oder in der großen institutionalisierten Form mit dem Ressourcenreichtum, wir müssen das ganz einfach tun. Und ich freue mich schon, das kann ich für mich bilanzieren, dass das mit dieser Ausstellung und dann natürlich auch mit dem Nachhaltigkeitseffekt der Publikation in der Springerin ein Stück weit gelungen ist. Da fällt mir kurz eine persönliche Geschichte ein. Eine Freundin und ich haben vor kurzem ein Event für schwarze und braune Frauen, ein Safe Space, ein Dirt Space, also ein dritter Raum, organisiert. Space, ein Dirt Space, also ein dritter Raum organisiert und es kam eben die Kritik von manchen Stimmen, wieso denn nur für schwarze oder braune Frauen und da war, das war für mich eigentlich ein bisschen schockierend die Frage, weil ich mir so gedacht habe, okay wir leben in einer weißen Mehrheitsgesellschaft, schwarze und braune Frauen sind oft mit Problemen befasst, die die Mehrheitsgesellschaft eben nicht hat. Und da war es für mich eben selbstverständlich, diesen Raum zu schaffen. Aber dieses Verständnis, solche Räume zu schaffen, ist nicht von allen Menschen. Also wird auch nicht anerkannt. Man muss auch sagen, ich komme wieder zu diesem therapeutischen Effekt. Der dritte Raum ist auch Therapie von Menschen, die in einer Gesellschaft leben, aber nicht integriert sind oder nicht akzeptiert sind in der Gesellschaft als Menschen oder als potenzieller beitragende Menschen in der Gesellschaft, die immer wieder konfrontiert sind, wenn Krisen kommen, das sind die Schafe, die schwarzen Schafe. Die müssen sich immer wieder rechtfertigen, wenn sie in der Arbeit sind, wenn sie eine Wohnung suchen, etc., etc. wenn sie eine Wohnung suchen, etc. Und ich gehe sehr, sehr oft in Veranstaltungen, weil ich bin auch Veranstaltungsmanagerin und ich bin sehr interessiert, was passiert in Wien und in Österreich. Und oft bin ich allein mitten im weißen Publikum und es fühlt mich so unangenehm, weil ich werde nicht angesprochen. Ich sitze da allein oder ich versuche den Menschen näher zu kommen, aber nach einigen Minuten wenden sie sich ab. Und ich sage, ich denke mir, ihr wollt, dass wir uns integrieren, aber wenn wir kommen zu euch, ihr schließt die Türe. Integration muss eine Zwei-Bahn sein, es ist keine Einbahngeschichte. Und dann, was tue ich? Also ich habe das nicht für mich gemacht, aber ich sehe, wie die anderen Menschen machen, weil sie müssen diesen dritten Rahmen bekommen, um sich wieder gut zu fühlen. Und dann bekommt man diesen Vorwurf, ja, ihr macht eine Parallelgesellschaft. Oder man kennt sich selber aus. Also das ist das Problem. Das ist wirklich das Problem. Greifst du gerade zum Mikro? Ich schaue jetzt doch mal ins Publikum. Ja genau, da gibt es tatsächlich jetzt eine Stimme. Bitte, also ich muss mein Mikro reichen. Mein Gott. Es wird aufgezeichnet für Radio und TV. Es geht nicht ohne. Ja, hallo, danke für die spannenden Beiträge. Ich wollte das aufgreifen, was jetzt gerade sehr viel, glaube ich, aus verschiedenen vielleicht persönlichen Erfahrungen oder so verwendet wurde als Begriff und zwar dieser dritte Raum und fände es, glaube ich, ganz spannend, wenn vielleicht die einzelnen SprecherInnen kurz das bisschen erläutern könnten, was sie jeweils darunter verstehen, weil ich mir nicht sicher bin, ob damit immer das Gleiche gemeint ist auch. Je nach Perspektive und je nachdem, wo man das in der Gesellschaft, vielleicht auch im Museum oder eben in seinem persönlichen Umfeld verortet oder ja, in der Gesellschaft generell. Dann fange ich mal an. Also für mich persönlich ein dritter Raum ist ein Raum, wo meine Identität nicht fix ist, denn es ist trotzdem so, dass ich in Österreich geboren und aufgewachsen bin und aber trotzdem kongolesische Einflüsse in meinem Leben habe, aber mich nicht direkt festlegen möchte, okay, ich bin nur kongolesisch oder nur österreichisch. Und ich habe natürlich auch Rassismuserfahrungen, die die meisten weißen Menschen nicht verstehen werden, was auch klar ist. Und in diesen dritten Räumen ist es halt einfach so, dass man über diese Erfahrungen reden kann, ohne dass man irgendwie als Opfer dargestellt wird oder einfach sein kann, ohne verurteilt zu werden. Und das ist für mich dieser dritte Raum. Wenn ich genau das, was du gesagt hast, ist richtig. Ich habe die Unterlagen auch gelesen. dritter Raum, dieser Begriff, künstlicher Begriff, bietet eine Space, wo der Mensch nicht nur sich neu erfinden kann oder sich selber leben kann, wie er ist oder wie sie ist, sondern auch Möglichkeiten entwickeln, weil wir sind Menschen mit Potentialitäten. Also wir können uns verändern und wenn wir zum Beispiel von der Diaspora reden, wir sind erste Generation, zweite Generation, dritte Generation, wir haben nicht alle die gleichen Lebenserfahrungen oder Geschichte oder sogar Afrika-Besuch und all das, wir müssen in diesem dritten Raum diese Möglichkeit geben, den Menschen sich zu entfalten und tolerant zu sein in diesem Raum. Der Mensch sich leben lassen und seinen Space finden. Das finde ich als dritter Raum. In diesem künstlichen Bereich habe ich gelesen, dass es spezifisch ist. Ich bin keine Künstlerin, aber ich sage, dass man das erweitern kann auf diese Lebengeschichte-Perspektive, wo verschiedene Geschichten sich treffen in einem Raum, in einem Free Space, wo sie sich ausdrücken können. So sehe ich das. Ich weiß jetzt auch gar nicht genau, was ich dazu beitragen kann, aber ich sehe es genauso. Es ist so ein Raum, ein Möglichkeitsraum. Es ist ein Raum, wo ich meine Identität ausprobieren kann. Also eben, wie du gesagt hast, eine, die nicht fix sein muss, wo ich einfach mich ausprobieren und testen kann. Also sagen, wie westlich bin ich wirklich und wie kann ich das durchbrechen? Also aus meiner Perspektive. Ich möchte noch einen Begriff einbringen. Ich arbeite mit einem Künstler, Osoma aus Nigeria und der hat ein wunderschönes Langzeitprojekt oder er arbeitet sich sozusagen an diesem Begriff ab, Träumen als politisches Konzept in Afrika, dass wir sozusagen diese Frage, was auch der Afro- oder African Futurism macht, einfach so weit zu gehen, dass man das Bekannte einfach mal weg, also auslöscht und dadurch die Möglichkeit hat, völlig neue Gesellschaften und Denkweisen zu produzieren. Ich glaube, das ist für mich ein wesentlicher Teil des dritten Raums. Ich möchte noch etwas dazu sagen, weil Sie reden vom Third Space. Wir haben uns auch überlegt, wir machen so etwas Ähnliches gerade, wir haben uns bewusst entschieden, keine Nummer zu geben. Also wir nennen es Safe Space und wir glauben, dass das in Leeds absolut notwendig ist und wir errichten das heuer. Das ist ein relativ langer Prozess, auch ein partizipativer Prozess, den wir jetzt seit einem halben Jahr durchlaufen, auch angeleitet. Und wir haben das im Vöstal-BBidi-Open-Space, also heuer im Sommer, wird hier ein Safe-Space eingerichtet, der dann so drei, vier Monate im Jahr sein wird. Wir werden auch die Kontaktdaten von euch geben lassen und ich kann euch das gerne schicken, ihr könnt es ja gerne mitmachen, weil wenn Sie sozusagen so einen Safe-Space benötigen, den gibt es hier. Das Spannende an dem einen Safe Space benötigen, den gibt es hier. Also das Spannende an dem ganzen Safe Space ist eigentlich, seit das auch in der Politik auch bekannt ist, dass wir so etwas vorhaben, bekommen wir immer wieder Anrufe, die mir dann sagen, wenn wir uns das mal überlegen sollen, ob wir das auch wirklich machen wollen. Das ist ganz gleich, also ich sage, da geht es nicht um eine Partei, sondern ich habe da jetzt zwischenzeitlich drei Anrufe bekommen von Menschen, die mir sagen, naja, überlebt euch das, ob ihr das wirklich machen wollt, also der Vöstal, Bini Open Space, da müsst man ja internationale große Künstler zeigen, aber wir glauben, dass Linzer den Safe Space benötigt. Deswegen werden wir den errichten, aber vielleicht sehen wir uns dann dort auch wieder. Aber ich glaube, das ist generell so ein Problem unserer Gesellschaft, unserer weißen Gesellschaft, das wir haben, weil wir kennen Menschen aus Afrika nur so, gerade auch im Museumskontext, eigentlich kennen wir so zwei Kategorien. Also wir kennen die Immigranten, das ist diese eine Schublade und die andere Schublade sind dann sozusagen die Bildungselite, die es ja auch in Afrika gibt. Die dritte wäre dann die Asperpora natürlich, die es sozusagen geschafft haben. Und das Problem, was wir haben, ist, also wir versuchen auch immer ein bisschen auszuweichen, weil einen Künstler, einen arrivierten afrikanischen Künstler nach Österreich zu bekommen, das ist relativ einfach, also wenn er aus einer guten Familie ist, also wenn er entsprechende Kontakte hat, also wenn er die Behörden spielen kann, dann funktioniert das irgendwie ganz gut. Dann kommen die raus und kriegen auch sein Schengen-Visum. Aber sobald du einmal diese Komfortebene verlässt, da mal reingehst, also in die ethnische Gruppe rein, dann hast du wirklich ein massives Problem. Und wir scheitern mit etwa, ich habe das auch heute in Wien erzählt, wir scheitern mit etwa zwei Drittel unserer Visa-Anfragen, die wir haben für Menschen aus Afrika, scheitern wir. Einfach mit dem Hintergrund, das letzte Jahr auch die Kollegin aus Uganda war ja davon betroffen und die Gründe waren folgende. Der erste Grund war, sie sind nicht verheiratet. Der zweite Grund ist, sie haben kein regelmäßiges Einkommen. Und was war der dritte Grund, Martin? Du weißt es noch. Naja, die sind fix davon ausgegangen, sie wird nicht mehr zurückkehren. Und völlig absurd, weil niemand wird erwarten, dass sie sich zum Zwecke einer Ausstellungseröffnung hier in Linz verehlicht. Und das andere ist, ein Einkommen nachzuweisen in Gesellschaften, die über große Strecken gar nicht über Bankkonten verfügen, sondern die haben andere Zahlmethoden und Überweisungsmethoden, die teilweise ihre Einkommen erzielen durch kleinen Handel auf der Straße oder sonst wo. Es ist einfach nur deprimierend und zutiefst repressiv. Und das ist, glaube ich, unser großes Problem, das wir haben. Dass wir einfach immer noch sehr kategorisiert denken und bestimmte Kategorien, die haben es dann relativ leicht und bestimmte Kategorien, die haben dann überhaupt keine Möglichkeit. Und das war wirklich überraschend eigentlich. Das war für mich wirklich so ein Lehrbeispiel dafür. Und wir geben nicht auf, wir werden weiterhin versuchen und es ist ja nett, dass man heute so ein Generalsekretär gesagt hat, naja, ich möge ihn das nächste Mal direkt kontaktieren, dann kann man das umgehen, aber das löst das Problem nicht. Und das geht ja auch so weit, dass die Österreicher, also beschäftigt ja, oder europäische Staaten beschäftigen ja auch Agenturen, zum Beispiel aus Ghana, das sind so Agencies, in dem Fall in Ghana ist es eine niederländische Agency, das heißt, als Künstlerin musst du dorthin gehen, du musst dich einmal, musst du mal einen Termin anmelden oder musst du mal einen Termin fragen und wenn du um den Termin fragst, dann wirst du über fünf Wochen nicht angerufen oder sechs Wochen, du kriegst keinen Termin. Bis du dann draufkommst, du musst 200 Euro schmieren, dann musst du 200 Euro schmieren Cash und dann hast du mal die Möglichkeit, dass du überhaupt einen Termin kriegst, dass du mal vorgeladen wirst. Also das sind Probleme, die wir sozusagen mit den Behörden auch in Afrika haben, auch übrigens mit afrikanischen Menschen, die dort in den Agencies sitzen, die verunmöglichen uns wirklich auch, also wirklich so einen Betrieb von auch entsprechenden Safe Spaces, die notwendig sind, weil Safe Spaces erlebt ihr nur dann, wenn es auch Menschen da gibt und die Aspera allein repräsentiert nicht den Kontinent, sondern da gibt es eben auch noch viele andere Menschen und das ist aus meiner Sicht ein großes Problem, das wir haben als Gesellschaft und heute hat es das nochmal gezeigt und irgendwie habe ich den Eindruck, es ist einfach nicht lösbar. Wenn ich mit einer Generation drehe, sagen wir, Alter, vielleicht so 35, eher Minus, dann funktioniert das ganz gut. Die haben also eine gewisse DNA mit, aber bis die einmal in die Führungspositionen kommen, dauert das halt noch etwa 15 oder 20 Jahre und dann gehe ich schon davon aus, also wenn sie die politischen Rahmenbedingungen nicht ändern, dass da zu einem starken Veränderungsprozess kommt. Franz Eigenbauer hat kurz zuvor die Hand gehoben. Ist jetzt nicht genau angegliesen. Danke. Aber diese Symbolik mit Raum bringt mich immer mehr zu dem Punkt, was angesprochen worden ist, aber eigentlich jetzt im Raum nicht vorkommt. Die Unterdrückung, die Kolonien, das ist ja nichts Neues und das finde ich, das ist ab und an angesprochen worden, jetzt ja gerade auch statt. Und wenn ich hernehme, Filme der 70er-Jahre, Septemberweizen oder wenn ich hernehme, all diese Darstellungen in den Jahren, die sind alle, und das ist jetzt unsere Geschichte, die sind alle von der Bildfläche eigentlich verschwunden in der Diskussion. Aber wir schmücken uns jetzt, bin ich böse, ein bisschen mit afrikanischer Kultur. Das ist ein Wok. Aber in die Tiefe geht man nicht. Aber in die Tiefe geht man nicht. Also in die Tiefe, was es wirklich heißt, dort in dieser Situation leben zu müssen. nicht in Verbindung mit wenn ein Künstler Tennis ausdrückt als in dem einen Raum sehr eindrucksvoll. Warum kommt es da nicht dazu von uns? Also als Zusatz. Es war nicht nur Tennis. Es ist das und das und das. Das sind so meine Ideen, die mir auch in der Ausstellung gekommen sind. Das heißt, vielleicht ist das aber auch meine Geschichte, es ist unpolitisch. Auch wenn es politisch ist. Ja, also vielen Dank. Ich muss gestehen, mir ist auch sehr oft vieles sehr unpolitisch. Ich möchte das nicht als Vorwurf erheben. Ich glaube, dass diese Ausstellung sehr wohl einen politischen Anspruch erhebt, gerade in Bayer Diop hat. Und da muss ich wirklich empfehlen, nutzen Sie die Gelegenheit, nützt die Gelegenheit auch auf DorfTV die Videodokumentation zu sehen, wo alle Künstlerinnen zu Wort kommen. Eine sehr gelungene Dokumentation, gerade an Bayet Job spricht von Revolution und will den Kapitalismus zum Teufel jagen. Erklärt auch, warum er den Tennisschläger wählt und nicht die Kalaschnikow. Also das ist schon für sich sehr stimmig. Man könnte es natürlich noch radikaler anlegen. Ich glaube allerdings, und ich glaube, das ist das, was auch du ansprichst, es ist ja letztlich auch unsere Aufgabe von uns allen, das, was die künstlerische Botschaft, was hier zu lesen ist, dass wir das auch weiterhin an andere Öffentlichkeiten vermitteln. Und das ist ein endloser Kommunikationsprozess, der uns herausfordert, der uns selber immer wieder vor Konflikte stellt und Skepsis hervorruft. Also ich bin ja, jetzt ist die Ausstellung zu sehen seit dem 16. Oktober letzten Jahres und ich bin immer skeptisch, ich bin heute viel skeptischer als noch vor der Eröffnung. Ich habe das schon so oft erwähnt, ich habe in Afrika gelebt, in Kamerun und Ruanda von 2011 bis 2014. Meine Hoffnung war so groß zu dieser Zeit, dass ich Antworten finde auf die vielen Fragen, die ich in meinem Gepäck mitgenommen habe bei meiner Auswanderung. Ich habe dann letztendlich für mich den Schluss finden müssen oder die Schlussfolgerung ziehen müssen. Ich habe keine Antworten gefunden. Ich bin mit noch mehr Fragestellungen wieder nach Hause gefahren. Das macht es für mich schwierig. Es macht mich unruhig. Es macht mich teilweise richtig kribbelig. Ich nehme das aber für mich auch als einen Ansporn, nicht locker zu lassen und ich kann zumindest mal für meinen Teil versichern, ich werde, wie auch immer, ob große Ausstellungen, ob nur im Kleinen, ob Gespräche, Debatten, was auch immer, Auseinandersetzungen, dass ich an dem Thema dranbleiben werde. Darf ich nur ganz kurz, das ist ja jetzt eine völlig neue Diskussion oder Ebene der Diskussion und auch sehr interessant, weil so wie Sie das jetzt formuliert haben, werden ja sozusagen Erwartungen gestellt. Und da sind wir wieder genau bei dem Problem. gestellt. Und da sind wir wieder genau bei dem Problem. Also wir sind im Westen und wir haben hunderttausend verschiedene Ausstellungen. Es gibt Künstlerinnen, die sind sehr politisch, es gibt Künstlerinnen, die sind hochästhetisch, die sich an einem aggressiven Kunstmarkt orientieren und so weiter. Also warum müssen wir jetzt sozusagen erwarten, dass es eine hochpolitische Ausstellung ist? Und ich sage es aus einer Perspektive einer Kuratorin, die selbst in einem sehr politischen Umfeld kuratiert, schätze ich mal. sind diese Erwartungen. Warum können wir nicht erwarten, dass sozusagen die Künstlerinnen aus Afrika, die wir hier sehen, einen völlig neuen ästhetischen Diskurs vorlegen. Das tun sie zum Teil auch. Tun sie, natürlich tun sie. Ich wollte jetzt ein bisschen provokant zu sagen, darauf reagieren. Genau. Und wie, glaube ich, du hast das vorher gesagt, es gibt eine völlig neue Generation auch an Künstlerinnen in Afrika, die sich wirklich, sozusagen, völlig von der westlichen Kunstgeschichte auch abgekoppelt haben, also was wir hier sehen. Geschichte auch abgekoppelt haben, also was wir hier sehen. Die mit völlig neuen Bildern arbeiten und ich glaube, das ist ja auch in deinem Text ein wichtiges Element. Und wir müssen neue Bilder zulassen und neue Bilder erzeugen können. Die Raisa hat diese Bilder gibt auch. Diese Ausstellungen gibt auch. Aber wenn ich den Titel noch einmal erinnere, es ist am Ende dekolonisiert. Wenn man von dekolonisiert spricht, kann man sich gar nicht von politischer Debatte entfernen. Kann jemand das Mikrofon zu… Debatte sich entfernen. Kann jemand das Mikrofon zu... Ich muss drauf drücken, gell? Vielen Dank für die Beiträge. So brennt das an, sehr spannend. Ich möchte andocken an etwas, was die Frau Richter vorher schon gesagt hat. Da ging es um die Geschichte ist nicht starr, Dialoge, Revision. Daraufhin eher eine persönliche Frage an den Herrn Wassermeyer. Wie wird das für Sie? Haben Sie jetzt irgendwie was rausgenommen aus der Arbeit während Wanderlau? Und wie gehen, also die Kritik, die irgendwie auch aus der Diaspora an Ihnen weitergeleitet wurde durch die Ariane, sind Sie da jetzt irgendwie, also, was machen Sie damit? Oder wie gehen Sie da in Revision? Welche Gedanken gibt es da? Denken Sie, man könnte was verbessern? Ja, genau. Ich hoffe, Sie verstehen jetzt meine Frage. Nein, es war jetzt eher so, ich hätte Sie gar nicht erwähnen müssen, aber es war eigentlich eher so, ich hätte sie gar nicht erwähnen müssen, aber es war eigentlich eher so, ich habe mich so auf die Idee gebracht, was ist so in den Raum und ich finde dieser Gedanke war irgendwie auch sehr spannend, dass wir auch in einen Dialog kommen können, wenn man sich ständig reflektiert und weiter wächst. Ja, eine spannende Frage. Das Projekt Wanderler hat für mich drei Jahre Vorbereitungszeit bedeutet. Ich habe sehr, sehr viel investiert, hineingesteckt, Emotionen, Nachdenken, Zweifel, Überzeugung, Konflikte, Streit. Und muss gestehen, dass das nicht zu meinen Hauptbeschäftigungen zählt. Mit Wanderlern habe ich nicht mein Einkommen erzielt, um meinen Kindern eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu stellen. Malzett auf den Tisch zu stellen. Ich habe das tatsächlich als ein Projekt in Angriff genommen, weil es mir für mich unausweichlich erschien. Also ich muss gestehen, Alfred Weidinger hat eines Tages mich eingeladen, dass wir über ein gemeinsames Projekt nachdenken. Ich war da zu diesem Zeitpunkt sehr, sehr skeptisch. Ich habe gesagt, ich halte das eigentlich für schwer möglich, dass ausgerechnet wir beide so etwas planen und intelligent und sinnvoll auf den Boden setzen. Es ist dann nach langen Debatten für mich zu der Lösung gekommen, dass wir quasi einen fiktionalen Raum schaffen, bei dem wir auch selber ein Stück weit auf Distanz bleiben, wo ich eben Künstlerinnen aus Uganda, aus Namibia und dem Senegal eingeladen habe. Betretet ihr den Raum und erzählt uns dort von euren Narrativen, von euren Dekonstruktionen. Ich habe so unglaublich viel davon mitgenommen, dass ich jetzt gar nicht weiß, wie ich es auf den Punkt bringen kann. Vor allem nicht auf den Punkt bringen kann, dass ich es vielleicht bei dir zu einer Zufriedenheit erreiche. Ich muss ein bisschen ausholen. Ich tue mir teilweise mit dem, was als Diaspora bezeichnet wird. Das ist nämlich auch eine ganz wichtige Distinktion und Unterscheidung, was man unter Diaspora versteht. Ich lebe jetzt schon wieder seit zehn Jahren in Linz. Früher existiert sie nicht mehr mit der Black Community. Ich habe Kontakt und Auseinandersetzung gesucht mit CHinnere da an die Konferenz im Auge der Infodemie im März 2023 von DorfTV, wo wir oder ich eine ugandische Filmemacherin mit Sissi Nalomansi nach Linz geholt haben und da durch mein Zutun auch ein Workshop mit Chapo gelungen ist. ist. Dennoch, ich habe leider Gottes keine Anknüpfungspunkte gefunden. Das ist für mich aber jetzt nicht etwas, was ich vom Tisch wische und sage, ich lasse es, ich habe keine Kraft mehr oder bin daran nicht mehr interessiert. Im Gegenteil, ich bin über jede Hoffnung froh, wie das vielleicht tatsächlich mal gelingen kann. Ich weiß nicht, ob ich noch mal ein Ding in einen Raum stelle, hier im OK, so eine Ausstellung oder so ein Publikationsprojekt. Ich weiß es nicht, aber ich kann jederzeit all meine Erfahrungen, meine Erfolge, meine Misserfolge mit allen anderen teilen. Ich gebe das gerne weiter. Und ja, vielleicht für mich auch das Persönlichste. Mich hat Wanderla sehr, sehr aufgewühlt. Also ich bin sowieso ein unruhiger Mensch. Aber es hat mich nicht friedlicher gemacht mit mir selbst. Ganz im Gegenteil, ich bin unruhiger geworden. Und das braucht jetzt auch mal Zeit. Ich sage jetzt nicht, ich bin froh, wenn es vorbei ist, aber es geht vorbei. Am 22. Februar ist hier der letzte Tag und dann werde ich Bilanz ziehen und ich stehe für alle gerne zur Verfügung, noch weiter zu diskutieren, weiter zu debattieren und gerne auch den einen oder anderen Gedanken zu spinnen, vielleicht doch mal wieder ein Projekt vor Augen zu haben. Das ist doch ein schönes Schlusswort, oder? Ja, wir sind eh schon über Zeit. Ich sage das deswegen, weil ich würde wahnsinnig gerne mich mit allen unterhalten und das Ganze etwas gemütlicher beim Trinken und es ist natürlich deine Veranstaltung, ich dachte nur, vielleicht können wir das alle gemeinsam und vielleicht kann man das so auflösen in dieser formalen Form, aber auch deswegen, ich finde das Licht fürchterlich, ich weiß nicht, habt ihr das nicht auch so empfunden? Sorry, ich wollte noch was sagen. Oh ja, klar. Also sie haben halt, ich wollte halt zu der ganzen Debatte sagen und halt auch meine Meinung. Ich finde halt, Kunst ist grundsätzlich eigentlich immer politisch. Ich finde, man muss halt unterscheiden zwischen Kunst an sich und einer einzelnen Person, die sich künstlich ausgibt. Ich finde schon, dass eine einzelne Person das Recht hat, zu sagen, sie will nicht, dass ihre Kunst eine politische Debatte aufbringt oder dass das das Ziel ihrer Kunst ist. Aber ich finde, Kunst ist an sich schon politisch aufgrund der Tatsache, wer sich überhaupt künstlich ausleben darf, wie man sich künstlich ausleben darf, was man zeigen darf. Und ich finde, das sieht man immer zu Zeiten von Kriegen oder wenn halt Korruption in einem Land herrscht. Gewisse Dinge darf man halt zum Beispiel dann künstlich nicht zeigen. Und ich denke, das ist halt so für mich so, Kunst ist an sich immer schon irgendwie politisch. Wenn ich mich jetzt dafür entscheide, dass ich nicht will, dass Politik mit meiner Kunst zusammengehängt wird, dann ist das eine persönliche Ansicht, aber Kunst an sich ist politisch, finde ich. Ich finde, das ist noch ein schönerer Schlusswort. Vielleicht noch ganz kurz ein Veranstaltungshinweis. Es gibt am Samstag, dem 14. Februar um 14 Uhr im Rahmen von Wanderla die letzte Kuratorenführung. Wenn Sie Lust haben, wenn Ihr Lust habt, ergreift die Chance. Würde mich freuen, vielleicht dort den einen oder anderen Diskursstrang weiterzuführen. Fein. Herzlichen Dank. Ich bedanke mich bei den Gästen für diesen Abend. Danke auch Ihnen, dass Sie gekommen sind. Viel will jetzt auch noch einen Veranstaltungshinweis, das möchte ich noch sagen, oder vielleicht ein Punkt, der mir wichtig ist, weil es immer wieder auch gehört, von westlicher Kunstgeschichte. Burkina Faso, Swagadugo, glaube ich, dann sind sie bedeutend westlicher als wir hier in Österreich. Also ich glaube, wir sind hier im Norden, wir sind nicht im Westen, wir sind im Norden, weil auch der Westen die Definition, die Kolonialherren haben das eingeführt, also was ist Westen, was ist Norden, die haben kartografiert die Erde und darum habe ich immer ein Problem damit, zu sagen, also wir sind sozusagen die westliche Kunstgeschichte, weil das, glaube ich, ist auch etwas, was wir auflösen sollten, irgendwann einmal in der nächsten Zeit. Aber wichtiger Punkt ist mir jetzt noch, also was zeigen wir? Im Moment haben wir eine Ausstellung von einer Künstlerin aus Avanle aus Ghana, die ist jetzt noch gerade unten zu sehen, also im Erdgeschoss, mit einer Kuratorin aus Ghana, die in der Diaspora in London lebt und eine Kuratorin aus unserem eigenen Haus. Die nächste Ausstellung, die sich mit dem afrikanischen Kontinent Kunstausstellung auseinandersetzt, ist nächstes Jahr, ist eine Ausstellung von Rita Mawena, also auch eine Künstlerin aus Ghana. Das ist eine Ausstellung, die wir gemeinsam mit dem Zeitz Museum Mokka in Cape Town machen, also mit einer Kuratorin auch von dort. Und dann die dritte Ausstellung, die ich noch erwähnen möchte, das ist eine Ausstellung, da geht es um Borders und dann geht es um, verzeihen Sie, dass ich das sage, Sie haben erwähnt, 54 Länder in Afrika, das ist politisch vollkommen korrekt, aber es sind 55, also es fehlt der Western Sahara dabei, das ist ein Thema, was mir sehr wichtig ist, also die nächste Kolonie, nämlich eine marokkanische Kolonie auf dem afrikanischen Kontinent, was vollkommen verrückt ist, aber die macht halt auch alles, was die Franzosen machen. Das ist ein Projekt, das ich schon sehr lange ver Afrika. Und in Western Sahara ist es ja so, die haben in den 70er Jahren hat Marokko ja dort eine Mauer gebaut. Wir im sogenannten Westen, wir können uns nur erinnern vielleicht an die Mauer zwischen in Ostdeutschland, aber die bedeutend größere, die bedeutend gefährlichere Mauer, die ist in Western Sahara, zieht sich runter, das ganze Land 700 Kilometer mindestens lang, unüberwindbar, mit Sprengsätzen ausgestattet. Also da haben eben die Marokkaner versucht, die Sahauri, das sind die eigentlichen Einwohner von Western Sahara, die auch hierarchisch organisiert sind, also auch mit Tribal Chiefs. Da gibt es also zwölf insgesamt, die auch in der Diaspora leben, weil die Sahauri dürfen sozusagen nicht mehr in West-Sahara leben, müssen weg sein, weil sonst werden sie verfolgt. Deswegen ist mir das so wichtig und deswegen sage ich das auch, weil ich schon lange Dokumentation mache über West-Sahara und vor allem über das Volk der Sahari. Und auch im Gefängnis war ich in Marokko deswegen, weil die marokkanischen Behörden festgestellt haben, dass ich eine Dokumentation mache darüber. Und das ist etwas, was wir halt einfach nicht wissen. Und darum glaube ich, und das ist auch heute Nachmittag angesprochen worden in Wien, unser Problem ist, es wird halt die Medien transportieren und die Bad News. Und überhaupt nichts über Afrika, was dort sonst noch abgeht. Aber das ist nicht nur in der internationalen Berichterstattung so, sondern ist auch in Österreich so. Auch in Linz, es geht sozusagen nur, das Negative wird irgendwie gesucht. Man versucht nicht, etwas Positives zu finden, aber das ist allgemein ein Phänomen. Aber dennoch, glaube ich, wäre es gut, und das ist auch heute gesprochen worden, dass man sich vielleicht einmal an den ORF wendet oder einmal versucht, vielleicht schaffen wir es dann doch, dass es nicht nur eine Ostexpertin gibt, sondern dass es vielleicht auch eine Afrika-Korrespondentin oder einen Afrika-Korrespondenten gibt. Das wäre dann vielleicht einmal ein allererster Schritt dazu. Das wäre es jetzt dann von meiner Seite. Also noch einmal herzlichen Dank fürs Kommen. Genießen Sie da hinten noch ein paar Drinks, die vorbereitet vor sind, und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Dankeschön.