Es freut mich riesig, dass wir für dieses mega wichtige und aktuelle Thema so tolle Referentinnen heute da haben, die miteinander ins Gespräch kommen. Stefanie Klamoth wird heute moderieren und stellt dann unsere beiden Gästinnen vor. Mein Name ist Sarah van Dordrecht. Ich darf noch kurz auf unser druckfrisches Punschkrapfelprogramm hinweisen und auf das künstlerische Forschungsprojekt Archäologie für Subkultur. Da hinten gibt es Flyer und einen Briefkasten. Am Mittwoch gibt es hier nämlich ein offenes Labor und eine Lecture. Und wir würden uns riesig freuen, wenn noch jemand ein subkulturelles Fundstück abgeben würde. Also schaut euch das an. Ja, zum Thema feministische Veranstaltung. Wir machen im April noch eine Kooperation mit Anschläge, den nächsten Salon. Tragt euch gern für unsere Newsletter ein. nächsten Salon. Tragt euch gerne für unsere Newsletter ein. Ich begrüße auch alle ganz herzlich, die auf Radio Orange zuhören oder auf Dorf TV diese Veranstaltung sehen. Es gibt nachher die Möglichkeit noch zur Diskussion. Ich werde mit dem Mikro herumgehen. Wer seine Stimme nicht aufgenommen haben möchte, gibt mir einfach ein Zeichen. Ansonsten wird nur das Podium gefilmt und das Publikum nicht. Dann wünsche ich einen wunderbaren Abend. Vielen, vielen Dank, Marcella und Sophia, dass ihr da seid und ich freue mich sehr. Und herzlichen Dank an Elke Smoditz für die Initiative und die Organisation des Abends. Danke Elke. Danke. Vielen Dank Sarah für die schöne Einleitung. Ich freue mich sehr, den heutigen Abend mit zwei wunderbaren Frauen moderieren zu dürfen. Ich freue mich auf ein Gespräch zu feministischer Theorie und vor allem feministischer Praxis zum Verbinden von feministischen Kämpfen in Europa, in Lateinamerika und international. Sophia Boddenberg ist Journalistin und Aktivistin. Sie lebt seit 2014 in Lateinamerika, aktuell in Buenos Aires, in Argentinien. Ihr aktuelles Buch, Revolution der Frauen von Feministinnen aus Lateinamerika lernen, ist kürzlich im Wiener Mandelbaum Verlag erschienen. Marcela Torres kommt ursprünglich aus Kolumbien, ist Pädagogin, Aktivistin und Forscherin an der Universität Wien. Als Teil des Autorinnenkollektivs BWKFMPOM, bis wir keinen einzigen Feminizid mehr politisieren müssen, hat sie das Buch Feminizide, kollektiv patriarchale Gewalt bekämpfen herausgegeben. Das ist im Deutschen Verbrecherverlag erschienen. An dieser Stelle auch gleich der Hinweis auf den Büchertisch, der da hinten im Eck stattfindet, organisiert von der queerfeministischen Buchhandlung Chiclit. Vielen, vielen Dank, dass ihr den Büchertisch heute macht. Dort findet ihr diese beiden Bücher und natürlich auch noch ein paar weitere Bücher zum Thema. Ja, schön, dass ihr beide da seid. Bevor wir ins Thema einsteigen, würde ich euch beide kurz bitten, euch uns ein bisschen zu erklären oder zu erläutern, was euch mit Lateinamerika und den feministischen Kämpfen dort verbindet. Vielleicht ein paar Infos zu eurem aktivistischen und beruflichen Hintergrund und gerne auch zu den beiden Büchern, die ihr geschrieben und herausgegeben habt. Ich fange mal an. Vielen Dank erstmal, dass ihr alle hier seid. Ich freue mich voll, dass ihr so einen vollen Raum zu sehen. Auch danke nochmal an Elke Smodic vom Mandelbaum Verlag, dass sie das Buch überhaupt möglich gemacht hat. Und auch danke ans Depot, dass sie diese Veranstaltung organisiert hat und an Steffi für die Moderation. Und Marcella auch, dass du hier bist. Ich finde es schön, dass wir hier zusammen sitzen und gemeinsam dieses Gespräch führen können. Ich bin 2014 zum ersten Mal nach Lateinamerika gekommen, nach Chile zum Auslandssemester. Ich habe damals Journalistik studiert und bin da direkt in eine Studierendenbewegung reingekommen. Meine Freundinnen an der Uni haben mir direkt ein Plakat in die Hand gedrückt, auf dem stand kostenlose Bildung für alle und bin direkt mit auf die Proteste gegangen und habe dann in den kommenden Jahren auch mitbekommen, wie die feministische Bewegung in Chile immer stärker wurde, wie bei den Protesten für legale Schwangerschaftsabbrüche gekämpft wurde, wie in Yunamenus die Bewegung gegen Femizide von Argentinien nach Chile überschwappte und immer mehr Frauen und queere Menschen sich dort gegen Gewalt organisiert und mobilisiert haben. Und für mich war das einerseits, habe ich das als Journalistin begleitet, ich habe viel berichtet und geschrieben für deutsche Zeitungen, das Radio über Femizide in Lateinamerika, über die Kämpfe für Abtreibungslegalisierung. Und gleichzeitig habe ich auch mit meinen Freundinnen über diese Themen gesprochen, an der Uni, in anderen Räumen. Ich habe Freundinnen bei illegalen Abtreibungen begleitet und dadurch auch einfach selbst einen sehr starken Politisierungsprozess durchgemacht und bin auch selbst eigentlich in Lateinamerika überhaupt zum Feminismus gekommen und ja, deswegen war das für mich einerseits ein persönlicher Prozess, ein persönliches feministisches Erwachen und gleichzeitig habe ich auch dort in den kommenden zehn Jahren die Entwicklung einer feministischen Massenbewegung miterlebt. Danke, Sophia. Und auch von meiner Seite vielen, vielen Dank an alle, die sich heute versammelt haben. Auch für diese tolle Runde und Elke, auch an dir nochmal vielen Dank. Und der Po, danke für eben diese Räume, für das Dialog. Zum Thema feministische Bewegungen, also ich komme aus Kolumbien und meine Politisierungsgeschichte hat eher begonnen mit Themen wie soziale Gerechtigkeit, Friedensprozesse, eben antikriegerische Diskurse, weil in Kolumbien interne bewaffnete Konflikte immer noch ein großes Thema ist. Und eben zum Thema Feminismus bin ich eher in der Diaspora dazugekommen und es hat auch sehr stark mit den Gruppen, mit den Bewegungen in der Diaspora, die in Wien sehr aktiv sind und sich organisiert haben und eben wie Feministinnen in der Diaspora aus Lateinamerika auch in Kontakt und in gemeinsamen Organisationsformen mit lokalen Gruppen zusammengekommen sind, darunter eben Claim the Space und aus dieser gemeinsamen Erfahrung haben wir gemeinsam mit einem Autorinnenkollektiv zu viert eine gewisse Perspektive von einer auch breiteren kollektiven Erfahrung, wo sehr viele Menschen, sowohl Kollektiven als auch Individuen beteiligt waren. Und diese Reise auch ist eine gewisse Reise, die wir hier in Wien auch erleben, indem wir sehr viele feministische Bewegungen aus Lateinamerika mitverfolgen, rezipieren und uns inspirieren lassen. Und andererseits, wie eigene Organisationsformen hier entstehen und eben Übersetzungsprozesse auch nicht immer leicht sind und gleichzeitig neue Formen einnehmen in den jeweiligen Kontexten. Und das ist eine starke, ein starkes Motto in unserem Buch gewesen, wie Rezipierungsprozesse immer eine eigene Form haben in den jeweiligen Kontexten, wo sie stattfinden. Wunderbar, vielen lieben Dank. Ihr habt es beide schon angesprochen, in den letzten beiden Jahrzehnten kamen in feministischer Hinsicht aus Lateinamerika und der Karibik sehr, sehr positive Nachrichten, sehr, sehr viele Momente der Solidarisierung, der Aktivierung, der Radikalisierung, feministische Bewegungen und Feministinnen aus aller Welt, vor allem auch, du hast es kurz angesprochen, in Europa, haben begeistert auch mitverfolgt, was da alles passiert ist, wie sich Frauen und Queers vor allem in Argentinien zum Beispiel, in Chile, aber auch in Kolumbien organisiert haben und Proteste auf die Straße getrieben haben. Wollt ihr uns vielleicht einen kurzen Überblick geben und umreißen, welche Themen da dabei waren oder um welche Themen es gegangen ist? Du hast gesagt, es waren Anti-Abtreibungsgeschichten, es ging aber auch sehr stark um Antimilitarisierung der Gesellschaft, es ging auch sehr stark um soziale Gerechtigkeit. Vielleicht auch gerne mit einem kurzen Blick auf eure persönlichen Catcher-Momente, also was euch persönlich ganz, ganz begeistert hat, wenn wir nach Lateinamerika blicken, wo sich jetzt leider ja auch ein Backlash bemerkbar macht. Also ich würde sagen, ein wichtiger Ausgangspunkt war auf jeden Fall die Gewalt, also die Bewegung Ni Una Menos, die ja auch hier stärker bekannt ist, ging aus von dem Kampf gegen Femizide, aber nicht nur gegen Femizide als extremste Form der patriarchalen Gewalt, sondern auch gegen andere geschlechtsspezifische Gewaltformen und eben auch die Verknüpfungen mit anderen Formen der Gewalt, also zum Beispiel das Fehlen von sexuellen und reproduktiven Rechten, deswegen auch der Kampf für die Selbstbestimmung über den eigenen Körper, also der Kampf für legale, kostenlose Schwangerschaftsabbrüche. Das ist auch bekannt als die grüne Welle, La Ola Verde, wegen dem grünen Halsduf, was in Argentinien als Symbol für den Kampf für legale Schwangerschaftsabbrüche wurde und von da aus auch in ganz Lateinamerika sich als feministisches Symbol ausgebreitet hat. Gleichzeitig habe ich zumindest in Argentinien und in Chile auch miterlebt, dass die feministischen Kämpfe sich auch stark gegen den Neoliberalismus und die ökonomische Gewalt gerichtet haben, weil in Argentinien regierte damals Mauricio Macri, der starke Kürzungsprogramme, Austeritätsprogramme durchgesetzt hat und was ja heute auch wieder der Fall ist und meistens sind es eben Frauen und queere Menschen, die ja meistens unter so einer neoliberalen Politik leiden, weil sie außerdem auch ausgleichen müssen, was dann vom Staat wegfällt, die Care-Arbeit nimmt zu, die Arbeit wird prekärer. Und in Chile war damals Sebastian Piñera an der Regierung, auch ein rechter neoliberaler Präsident. Und die feministische Bewegung in Chile hatte auch als einen großen Slogan Wir sind gegen die Prekarisierung des Lebens. Und damit haben sie eben auch diese Verbindungspunkte hergestellt zwischen der Gewalt gegen Frauen und queere Menschen und Gewalt gegen generell die arbeitende Bevölkerung, gegen Indigene, gegen Schwarze Menschen und das hat mich auch besonders inspiriert und mitgenommen und begeistert in Lateinamerika, dass einfach die verschiedenen Kämpfe verknüpft werden und es einfach so eine große Diversität von Frauen und queeren Menschen gibt und deswegen auch immer dekoloniale Perspektiven und antirassistische Perspektiven bei den feministischen Kämpfen mitgedacht werden. Auch ein wichtiger Moment für mich war mein erstes Frauentreffen in Argentinien, das Encuentro Nacional de Mujeres, was später umbenannt wurde, vom nationalen Frauentreffen zum plurinationalen Treffen von Frauen, Lesben, Transpersonen, Nichtbinären und Intersexuellen. Das Treffen findet schon seit den 80er Jahren statt, also seit über 40 Jahren. Und das ist eigentlich das größte feministische Treffen Lateinamerika oder vielleicht sogar weltweit, wo einfach Frauen und queere Menschen aus dem ganzen Land einmal im Jahr zusammenkommen und über verschiedene Themen sprechen und ja da eben auch die verschiedenen Kämpfe gemeinsam gedacht werden, Strategien entwickelt werden und ja Feminismus als eine politische Ausdrucksform artikuliert wird. Ich habe auf jeden Fall sehr viele von den Themen, an denen ich gedacht hätte, hast du erwähnt, aber ich glaube eben sehr, also für mich sehr essentiell, das Zusammendenken, das Zusammen gegen Machtstrukturen kämpfen, es ist was für mich sehr essentiell in Lateinamerika, wo sehr viele Elementen wie eben kolonialen Strukturen, patriarchalen Strukturen, soziale Ungleichheit gemeinsam gedacht werden, weil es nötig ist. Weil es einfach keine Alternative mehr gibt für bestimmten Menschen, bestimmten Körper, bestimmten Gruppen, die einfach die Ausbiegungen von diesen Machtstrukturen erleben und insofern, es geht nur dieser Kampf zusammen oder dieses Zusammendenken von diesen ganzen Machtstrukturen, sonst kann man diesen Kampf tatsächlich nicht führen. Ein anderes wichtiger Aspekt für mich ist eben diese Wissensproduktion, eine Genealogie und Geschichten der Ideen, die in Lateinamerika eine lange Tradition haben. Also wir reden jetzt vom Feminismus oder von diesen starken feministischen Prozessen, die vor allem in den 20. Jahrhunderten bekannt, berühmt geworden sind, aber Traditionen über Feminismen, sei es Antirassismus, gemeinschaftliche Feminismus, andere Formen von Feminismen, die sich auch in bestimmten Bereichen Lateinamerikas haben eine lange Tradition, die erst wieder durch dieses bekannt werden, werden auch wieder rezipiert. Afro-Karibischen Traditionen werden auch stärker und ich glaube, das ist auch ein wichtiger Beitrag von dieser neuen Welle oder von einer Welle, die schon seit 10, 15 Jahren uns begleitet, dass wir auch nochmal die eigenen Geschichten anschauen und was schon produziert worden ist, nochmal ins Tageslicht bringen und das finde ich auch sehr interessant an dieser Bewegung. Nicht nur die aktuelle Kämpfe, sondern auch in der Vergangenheit zu schauen und diesen Elementen als Teil, diese Horizonten, die Horizonten sind nicht immer vorne, sondern liegen auch zurück in der Vergangenheit. Lesen deines Buchs vor allem, Sophia, aber auch aus der eigenen feministischen Praxis hier in Wien, in Österreich aufgefallen ist. Es ist ein starkes Thema auch, weiße Frauen, die sich feministisch organisieren und dabei nicht selten indigenen Women of Color Feminismus unsichtbar machen, beziehungsweise, dass viele nicht-weiße Frauen und Queers sich in dem sogenannten weißen Feminismus auch nicht abgebildet fühlen und nicht gehört fühlen. Vielleicht von euch beiden kurz ein bisschen was dazu, was daher Probleme und Herausforderungen sind, quasi hegemoniale Diskurse und Stimmen aufzubrechen, denn auch wenn es in Lateinamerika sehr, sehr starke Indigene und auch POC, feministische Gruppierungen und Aktivitäten gibt, ebenso wie auch in Wien, ist trotzdem weiß Feminismus sehr hegemonial. Und da sind auch die Kampffelder bzw. die Prioritäten ja teilweise recht unterschiedlich. Ja, das ist auf jeden Fall auch ein Thema, was in Lateinamerika auch ständig diskutiert wird, würde ich sagen. Also weil halt auch viele feministische Organisationen sich in den Städten befinden, in Chile, in der Hauptstadt Santiago. Aber es findet eben ein permanenter Austausch statt mit Indigenen und mit People of Color. Und ich habe eine Begegnung gehabt, die ich auch im Buch beschreibe, in dem Kapitel Die Macht der Küche. Da habe ich mich mit einer Frau der indigenen Mapuche getroffen. Das Erste, was sie zu mir gesagt hat, als ich sie zu Feminismus gefragt habe, war, wir sind es so leid, dass die weißen Frauen uns aus der Küche befreien wollen. Dann haben wir erst mal ein längeres Gespräch über die Küche geführt, weil es natürlich aus einer weißen, urbanen Perspektive vom Feminismus vielleicht eher das Anliegen ist, die Frauen aus der Küche geführt, weil es natürlich aus einer weißen, urbanen Perspektive vom Feminismus vielleicht eher das Anliegen ist, die Frauen aus der Küche zu befreien, in Anführungszeichen. Und sie eben sagte, ja, für uns indigene Frauen hat die Küche einfach eine ganz zentrale Bedeutung und für uns ist das kein verschlossener Raum, sondern es ist ein offener Raum. Dort wird Wissen weitergegeben, dort wird unsere Kultur reproduziert, dort stellen wir Medizin her, bereiten Nahrungsmittel zu. Und da sind eben nicht die Frauen alleine eingeschlossen, sondern die ganze Gemeinschaft befindet sich in der Küche. Und dazu schreibt zum Beispiel auch Rita Segato, eine argentinische Feministin, dazu, wie der öffentliche und der private Raum sich auch im Rahmen der Kolonialisierung verändert hat, weil eigentlich in vielen indigenen Kulturen es nicht diese Unterscheidung gibt, aber dass eben durch die Kolonialisierung der private Raum verschlossen und eingekapselt wurde und so eben zu einem Ort wurde, an dem Gewalt stattfinden kann, die niemand sieht und deswegen unbestraft bleibt und für Frauen deshalb ein Ort der Gefahr wurde. Aber die indigenen Frauen zeigen eben, dass wir vielleicht diese Orte auch einfach, also anstatt, dass wir alle aus der Küche rausgehen, einfach auch den Ort der Küche vielleicht anders denken müssen und vielleicht einfach alle uns mehr in der Küche aufhalten sollten und in diesem Raum die politische Macht dieses Raums anerkennen. Dieses Erlebnis, diese Begegnung hat mich einfach auch viel zum Nachdenken gebracht, wie man auch solche Kategorien einfach aus einer anderen Perspektive denken muss, wenn es eben um andere Gruppen gibt, die andere Erfahrungen mit diesen Räumen haben. Auf jeden Fall das Thema Feminismen. Also wir sprechen in unserem Buch immer über Feminismen, weil es eben so eine Pluralität gibt. Und über eine einzige Form von Feminismus, das ist an sich sehr problematisch. Und die Hauptkritik ist eben, ein Feminismus für eine bestimmte Art von einer universellen Frau ist sehr komplex. Es gibt keine so eine Form von Frau zu sein, sondern es gibt vielfältige Erfahrungen, wie man feminizierten, rassifizierten Körper erlebt und insofern auch sehr viel Gewalt- und Unterdruckungserfahrungen. Das ist eine ganz zentrale Kritik. Ein anderer Element, der auch sehr wichtig ist zu erwähnen, also in meiner Dissertation kam ich auch in Kontakt mit den Indigenen, afro-kolumbianischen Feministinnen oder afro-kolumbianischen Frauen, die sich in soziale Bewegungen aktivieren und für sie eben an sich der Begriff Feminist, sich selber als Feministin zu bezeichnen, ist komplex, weil die Assoziationen mit Feminismus ist eben weise, urbane Frauen, die eben einen bestimmten Charakter oder eine bestimmte Position in der Gesellschaft haben und das ist an sich problematisch für viele Personen, auch wenn sie sich für Rechte einsetzen und in sehr viele soziale Kämpfe engagiert sind, sich selber als Feministen fällt schwer, aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen mit Feminismus oder Feminismen. Eine andere Art von Spannung innerhalb von Feminismen ist die Verhältnisse mit anderen sozialen Bewegungen. Das ist nicht immer leicht, ab und zu schon, also da gibt es Überschneidungen, zum Beispiel urbane Feminismen solidarisieren sich tendenziell mit Umweltbewegungen, Klimabewegungen würden wir hier benennen. In Lateinamerika würden wir das als territoriale Kämpfen bezeichnen. Und da gibt es immer wieder Spannungen, weil zum Beispiel indigene Bewegungen nicht immer mit Feministinnen zurechtkommen in allen möglichen Bereichen. Einige kämpfen und Momenten solidarisieren sich, aber in anderen haben gewisse Differenzen. Andere haben eine gewisse Differenz. Das sind einige Spannungsfelder, die da innerhalb von feministischen Bewegungen und noch dazu die Debatten, die wir auch hier im deutschsprachigen Raum erleben, also Feminismen, wissen wir schon, dass es unterschiedliche Debatten gibt. Und in Lateinamerika sind auch diese Debatten und diese Tensions und diese Spannungen auch präsent. Intersektionalität ist ja zu einem geflügelten Wort geworden, auch innerhalb weißer feministischer Bewegungen und Strukturen, oft aber nicht recht viel mehr als ein Lippenbekenntnis. Das heißt, wenn es dann ans Tun, wenn es in die Praxis kommt, dann wird sehr schnell, werden verschiedene Unterdrückungsebenen nicht mehr mitgedacht oder es kommt zu einer Priorisierung oder Hierarchisierung von Unterdrückungserfahrungen. Ich würde euch jetzt gerne fragen, wo eurer Meinung nach die größten Unterschiede zwischen feministischen Bewegungen und Feminismen in Lateinamerika und hier in Europa liegen. Ich denke da zum Beispiel an den Punkt Femizide. Das ist ein Thema, das auf beiden Kontinenten sehr, sehr stark thematisiert wird, während allerdings hier in Europa es vor allem darum geht, zu thematisieren, dass Frauen von ihren Partnern, Ex-Partnern, von ihren Familienmitgliedern, von ihren Männlichen umgebracht werden. Ist es in Lateinamerika, kommt noch eine zweite Ebene dazu, und zwar die Ebene des Staates. Der Staat als Mörder von Frauen, der in Erscheinung tritt. Wollt ihr uns vielleicht da ein bisschen was dazu erzählen und vielleicht auch noch ein paar weitere Unterschiede eingehen, was jetzt so Kampffelder betrifft in feministischen Bewegungen? Ja, Unterschiede zwischen lateinamerikanischen, feministischen Bewegungen und europäischen. Vielleicht ein erster Punkt ist eben Politisierungstrategien. In Lateinamerika und auch in anderen Kontexten, wie in der Türkei zum Beispiel, die Politisierung von Feminiziden beinhaltet sehr stark so ein Storytelling, also Gesichter, Namen, alle, die Geschichte von einer Person und auch von ihren Angehörigen gehören zu der Art, wie politisiert wird. Man geht auf die Straße mit den Namen, mit den Gesichtern von den Menschen und damit versucht man, oder es ist auch eine Idee dahinter, dass Empathie verursacht wird oder damit mehr Leute sich involvieren, in was die Ausbeutung von patriarchaler Gewalt sein kann. Im deutschsprachigen Raum ist es anders, wie vielleicht ihr, viele von euch, weil in Protesten gegen Feminizide im deutschsprachigen Raum, hier ist das Thema die Verwendung von Namen, also man kennt oft die Namen nicht, eher die Namen von Menschen, die rassifizierten Personen, in den meisten Fällen oder sehr spezifischen Fällen von Feminiziden, also man weiß nicht, wer betroffen war und die, also diese Geschichte ist nicht im Vordergrund in der Politizion-Strategie, das ist glaube ich ein ganz zentrales Thema. Auch die Beteiligung von Angehörigen ist anders. Wenn in Lateinamerika Eltern, Verwandte, Freundinnen sich sehr stark beteiligen in der Politisierung von Feminiziden oder von anderen Formen von Gewalt, im deutschsprachigen Raum ist das nicht unbedingt der Fall. Und man kann vielleicht einige Vermutungen oder Theorien erstellen, wieso das der Fall ist. Eine könnte sein, dass eben das Verhältnis zur Staat anders ist. Und insbesondere mit dem Justizsystem. Während in Lateinamerika generell ein gewisses Skeptizismus gegenüber dem Staat und dem Justizsystem herrscht. Im deutschsprachigen Raum könnte es sein, dass immer ein gewisser Vertrauen, das Justizsystem wird das schon regeln. Und insofern, die Verantwortung dieser Politisierung liegt nicht an den Personen oder Angehörigen, sondern an den Staaten, die das irgendwie lösen sollen. Lateinamerika nicht unbedingt. Der Staat wird das nicht unbedingt lösen. Insofern müssen sich die Menschen beteiligen und Menschenrechtenorganisationen oder Zivilbevölkerung muss sich dafür einsetzen, sonst passiert nicht viel. Das könnte ein Element sein und ein weiteres ist es, in den öffentlichen Raum in Lateinamerika schon für mehrere soziale Prozesse ein wichtiger Ort war, sei es gegen die Diktaturen, gegen andere Formen von Machtstrukturen. Deshalb ist die Politisierung von Themen schon an sich Teil der Protestkultur. Man geht auf die Straße, man versucht dort die Straße als Aushandlungsort zu verwenden. Während im deutschsprachigen Raum das nicht immer der Fall ist. Also der Bezug zu Straße ist anders, also Straße als Protestort und somit auch diese starke Trennung Öffentlichkeit und Privat ist meines Erachtens in Deutschsprachraum viel präsenter und viel stärker als was in Lateinamerika, was zum Beispiel geschlechtsspezifische Gewalt betrifft. Und diese beiden Themen, glaube ich, haben eine gewisse Verbindung und das könnte ich als große Unterschiede zwischen beiden Kontexten erkennen. Vielleicht noch zu dem Thema, das du angesprochen hast, mit dem Staat als Mitverantworter für Femizide. Da ist vielleicht auch interessant die Erfahrung von Ciudad Juarez, was auch Marcella und das Kollektiv im Buch beschreibt. Das ist eine Stadt in Mexiko, eine Grenzstadt, an der Grenze zu den USA, wo es besonders viele Femizide gab von Frauen, die auch in sehr prekären Arbeitsverhältnissen gearbeitet haben, aufgrund von einem Freihandelsabkommen mit den USA, in den sogenannten Makilas, also das sind die Fabriken, wo Produkte zusammengesetzt werden, also die Bestandteile werden quasi dahingeliefert und dort werden die zusammengesetzt, weil die Arbeitskräfte billiger sind. Und deswegen war das auch eine wichtige Erfahrung für die feministischen Bewegungen generell in Lateinamerika, um aufzuzeigen, dass Femizide eben nicht nur in einer Partnerschaft stattfinden, sondern auch aufgrund von ökonomischer Gewalt, also prekären Arbeitsverhältnissen und eben aufgrund der Abwesenheit des Staates, der diese Femizide nicht verfolgt, also eine Straflosigkeit und die Opfer und die Angehörigen einfach alleine lässt. Und auf der rechtlichen Ebene, also es gibt viele Gesetze für Femizide in Lateinamerika, was auch eine Errungenschaft der feministischen Bewegungen ist, dass eben auf der strafrechtlichen Ebene Femizide spezifisch verfolgt werden. In den meisten Gesetzen werden sie aber trotzdem als Morde innerhalb von Partnerschaften definiert, aber die feministischen Bewegungen in der Sichtbarmachung von den Femiziden begreifen das schon weiter. Also nicht nur als Gewalt innerhalb der Partnerschaft, sondern es gibt zum Beispiel auch den Femicidio Empresarial. Also wenn ein Unternehmen beteiligt ist, zum Beispiel Berta Cáceres, eine feministische Aktivistin aus Honduras. Die wurde ermordet, als sie sich gegen den Bau eines Wasserkraftwerks in ihrer Gemeinde eingesetzt hat. Und der wird eben auch von vielen feministischen Gruppen als ein Femizid betrachtet, weil viele Frauen in Umweltkämpfen sehr wichtige Protagonistinnen sind und dadurch sich eben auch ihr eigenes Leben in Gefahr bringen und häufig auch ermordet werden. Also Lateinamerika ist die Region weltweit, in der die meisten UmweltschützerInnen ermordet werden. Und häufig sind das eben Frauen, weil die sich gegen Unternehmen einsetzen, die in ihren Gemeinden die Umwelt zerstören, die Flüsse vergiften, Land sich aneignen. Und das wäre noch eine weitere Form des Femizids oder auch der Suizid, also innerhalb einer gewaltvollen Partnerbeziehung wird auch von feministischen Gruppen als Femizid begriffen oder eben auch Femizide im öffentlichen Raum, die nicht in der privaten Partnerbeziehung stattfinden. Noch dazu hatte ich vergessen zu erwähnen, auch das Thema Transiziden, eben, eine eigene Kategorie, das Morden von Transpersonen, die auch nicht unbedingt in Privatsphäre passiert ein sehr bekannter Land dafür, die Menschen, die Transpersonen werden vor allem in den öffentlichen Raum ermordet und nicht von unbekannten Menschen. Also das könnte auch ein gewisser Unterschied sein, wo findet diese Gewalt statt und welche Fällen am meisten thematisiert werden auch die jeweiligen soziale bewegungen oder feministische bewegungen in den jeweiligen ländern brasilien und brasilien uruguay argentinien sind ländern die sehr bekannt sind weil die transzidenz auch eine wichtige kategorie ist teil der der feministische bewegung auch andere Länder, aber es gibt gewisse Länder, wo es besonders prominent ist. Und diese Lücke mal zu erkennen oder eben diese Gewalt in einer breiteren Form zu thematisieren, es ist, glaube ich, auch ein großer Beitrag von der Region auch in der Welt. Vielleicht noch ganz kurz zu Klimakrise und Feminismus. Also das ist ja, wenn wir vom sogenannten globalen Süden sprechen, ist das ja ein sehr stark feministisch aufgeladenes Thema, der Kampf gegen die Klimakrise, der Kampf gegen Umweltzerstörung, weil, wie du es kurz schon angesprochen hast, Sophia, Frauen vor allem diejenigen sind, die mit dem Boden, mit dem Land, mit den Ressourcen wirtschaften. Und in Europa ist das tatsächlich eher nicht so der Fall. Also da wird Kampf gegen Klimakrise, Kampf gegen Planetenzerstörung und so weiter nicht unbedingt feministisch geframed. Habt ihr da so eine Idee, wie man in dem Bereich feministische Kämpfe zusammenführen kann oder woran das vielleicht auch liegt? Diese Zusammenwirkung, dieses Zusammenarbeiten von Feministinnen und so genannten, also wir im deutschsprachigen Raum über Umweltthemen sprechen oder Umweltkrise. Wie gesagt, in Lateinamerika spricht man eher über Territorien und Territorium hat eine besondere Bedeutung. In Lateinamerika hat es nicht diese deutschsprachige Konnotation, sondern Territorium bezieht sich nicht nur auf einen geografischen Bereich, sondern bezieht sich auf die Art, wie Menschen eine Bedeutung an einen gewissen Lebensraum geben. Und Territorium ist nicht fix definiert, es hat so keine fixen Grenzen, sondern es wird gemacht. Und es wird gemacht durch Verhältnisse, die oft von Machtverhältnissen geprägt sind. Deshalb spricht man sehr oft über Territorien und Verteidigung von Territorien in Lateinamerika. Und wenn man über Territorium oder Territorien und Verteidigung vom Leben in Territorien spricht, assoziiert man sehr oft diese Kämpfe gegen patriarchale Gewalt, als auch gegen andere Formen von Gewalt, die Ausbeutungsverhältnisse vorantreiben, insbesondere Ausbeutung von einerseits natürlichen Ressourcen, aber auch Menschen, weil um natürliche Ressourcen auszubeuten, muss man auch Menschen oder braucht man auch Arbeitskräfte, billige Arbeitskräfte. Und um diese Arbeitskräfte auszubeuten, braucht man auch gewissen Diskurse und dafür sind Rassismen und patriarchale Strukturen und Diskursen notwendig, weil damit feminisierten und rassifizierten Arbeitskräfte williger und schlechter behandelt werden und das kann man in der Gesellschaft irgendwie rechtfertigen. Also die Ausbeutung von diesen Elementen oder die Zusammenwirkung von diesen Elementen werden oft in diesen territoriellenfe eben gedacht und beantwortet. Und ich glaube, das hat mit der Geschichte Lateinamerikas zu tun, auch zum Teil, als wir in den Globalmarkt eingegliedert wurden, wurden als Ressourcenlieferanten eingegliedert und insofern ist die Ausbeutung von Natur und Menschen immer wieder ein Thema gewesen. In Europa, glaube ich, mittlerweile ist aufgrund sehr vieler, die Steigerung von Umweltkonflikten, von Energiekonflikten, kommt man langsam, also der sogenannte Extraktivismus, auch nach Europa, also Portugal, Serbien, an den Reihen, an Territorien, würden wir in Lateinamerika sagen, an Bereichen beginnen, eben diese Umweltkämpfen zusammen zu verbinden. Auch Antirassismen kämpfen, glaube ich, spielen in Europa eine große Rolle. Also das ist überlegt man oder man wird immer wieder das viel mehr also Rück im Vordergrund. Insofern finde ich, dass diese Krisen, die sich erweitern, führen uns unbedingt zu einem kritischeren Blick und die Zusammenfügung von diesen unterschiedlichen Kritikpunkten. Vielleicht daran anküpfend, ich glaube, dass auch das Verständnis von der Beziehung zwischen Mensch und Natur häufig anders ist und dadurch auch unterschiedliche politische Strategien entwickelt werden. Weil für die Menschen, die in der Natur leben, also in dem Territorium, wie Marcella beschrieben hat, sind Umweltkämpfe eben nicht etwas Abstraktes, Externes, für einen Wald, der unberührt bleiben soll und den man jetzt abschirmt und einen Zaun hinbaut, sondern die Natur ist halt die Lebensgrundlage der Menschen. Deswegen sind die Kämpfe für die Umwelt oder die Natur auch immer Kämpfe für die eigenen Lebensbedingungen. Also wenn der Fluss verschmutzt ist, dann haben die Gemeinden halt kein sauberes Trinkwasser oder wenn der Wald abgeholzt wird, dann können sie sich keine Lebensmittel mehr suchen, also gerade in den ländlichen Regionen und deswegen wird es einfach stärker zusammengedacht vielleicht und auch anknüpfend an das Thema mit der ökonomischen globalen Ungleichheit und Lateinamerika als Ressourcenlieferant, das ist glaube ich auch ein Verknüpfungspunkt, also wenn man in Deutschland oder in Österreich in den Supermarkt geht, findet man da ja sehr viele Avocados aus Peru, Trauben aus Chile, das Soja, mit dem die Tiere in der Massentierhaltung gefüttert werden, kommt aus der Atacama-Wüste, Kupfer für Kabel aus Chile und Peru, wo viele Flüsse verschmutzt werden. In einem gewissen Sinne hat Europa oder der globale Norden die Umweltauswirkungen des Massenkonsums und des Wohlstands externalisiert. Und den Schaden, die Folgen davon tragen eben die Menschen in Lateinamerika, wo diese Ressourcen abgebaut werden. Und da ist, glaube ich, auch ein Anknüpfungspunkt für Solidarität, was ja auch ein Thema unserer Bücher und auch dieser Diskussion ist, wie wir solche Kämpfe gemeinsam denken können, als Kämpfe für würdevolle Lebensgrundlagen für alle Menschen und eben nicht nur für Menschen in bestimmten Weltregionen. Dankeschön. Wir leben ja weltweit, also in Europa, ebenso wie in Lateinamerika, aber auch in Nordamerika, also vor allem in den USA, aber auch wenn ich in den Nahen Osten schaue, einen massiven Backlash, einen antifeministischen Backlash, einen rechtsextremen Backlash, einen sehr neoliberal kapitalisierten Backlash, der sich natürlich auf feministische Bewegungen, Feminismen, feministischen Aktivismus auswirkt. Wo liegen da eurer Meinung nach die größten Herausforderungen, vielleicht auch Parallelen und Gemeinsamkeiten zu dem, was wir in Lateinamerikanen Rechtsregierungen sehen und in Europa zum Beispiel. Was bedeutet das auch für feministische Organisation und den Kampf gegen Patriarchat, Kapitalismus, Ausbeutung und Umweltzerstörung? Ich könnte vielleicht anfangen mit Argentinien, wo ich ja gerade lebe, wo gerade ein rechtslibertärer Präsident regiert, Javier Millet, der als erste Amtshandlung das Ministerium für Frauen, Gender und Vielfalt geschlossen hat, extrem die öffentlichen Ausgaben für Gewaltprävention, Sexualkundeunterricht, Verhütungsmittel, Abtreibungsmedikamente gekürzt hat, was zu einer sehr starken Lücke geführt hat, die die feministischen Kollektive jetzt ausgleichen. Viele sagen, dass jetzt gerade die feministische Bewegung in Argentinien nicht so stark ist, aber ich glaube, das liegt auch einfach an einer sehr großen Erschöpfung, weil einfach gerade so viel angegriffen wird, so viel staatliche Unterstützung reduziert wird, dass jetzt eigentlich die feministischen Basisorganisationen dieses Loch füllen müssen, was Millet hinterlässt. Und deswegen ist die feministische Bewegung da immer noch sehr stark aktiv, aber eben in genau dieser Basisarbeit. Und in Chile ist jetzt auch ein rechtsextremer Präsident an der Regierung. José Antonio Kast hat vor ein paar Tagen sein Amt angetreten und eine evangelikale Abtreibungsgegnerin als Frauenministerin ernannt. Was uns vielleicht auch schon darauf ausblicken lässt, was in dieser Regierung passieren wird. Gleichzeitig kann man auch beobachten, dass die Rechten international sehr stark vernetzt sind. Also sowohl Kast als auch Milley haben Meloni in Italien besucht, Orban in Ungarn. Vor wenigen Wochen gab es ein Treffen im EU-Parlament des Political Network of Values. Das ist ein rechtskonservatives internationales Netzwerk, wo rechte PolitikerInnen sich zusammenfinden, die sich gegen sexuelle und reproduktive Rechte organisieren. Und die Rechte sind eben sehr stark international vernetzt. Sie haben ähnliche Strategien, ähnliche Politik. Und ich glaube, dass wir uns deswegen als Gegenorganisation besser vernetzen müssen und besser organisieren, international, um da etwas zu entgegnen. In Lateinamerika auch eine spannende oder neue Entwicklung, würde ich sagen, von den Rechten, ist, dass sich viel mehr an den Rechten in Europa, ja, also früher gab es einen gewissen Unterschied, die Rechten in Lateinamerika waren wirtschaftsorientiert. Es ging ja um neoliberale Maßnahmen umzusetzen und die waren relativ pragmatisch, was Diskurse angeht. Die neuen Rechten in Lateinamerika haben auch eine rechte Werteagenda. Also es geht sehr stark darum, eben konservative Muster mal viel, viel stärker umzusetzen. Und was relativ neu ist, ist die Entwicklung oder die Stärkung von gewissen Narrativen, die zum Beispiel Diktaturen leugnen, Verbrechen, die in Diktaturenzeiten stattgefunden haben, leugnen, die in Diktaturenzeiten stattgefunden haben, leugnen. Eine gewisse neue Romantisierung von kolonialen Zeiten zum Beispiel, von sehr vielen traditionellen Narrativen. Mittlerweile, man hört eben ein Kas, ein Milet, der sagt, ja, Kolonisatoren sind gekommen und die haben eigentlich recht gute Dinge für uns gemacht. Und diese Neuentwicklung hat auch damit zu tun, dass die Rechten gesehen haben, die Linken haben sehr viel Erfolg mit dieser Historisierung von Machtstrukturen. Insofern müssen die Rechte auch einen gewissen Diskurs neu entwickeln. Und früher war alles Weser, auch diese America Great Again. Es gibt eigene Versionen in Lateinamerika für diese Entwicklung. Und insofern, diese neue rechten Bewegungen in Lateinamerika sind viel mehr an den europäischen oder im globalen Norden vorhandenen Rechten verbunden und sind sehr ähnlich. verbunden und sind sehr ähnlich. Und diese neue Konstruktion von einer gewissen historischen Narrative führt zu sehr starken traditionellen Perspektiven von Kolonialismen, die als positiv und patriarchale Strukturen als positiv und Familienbilder, also diese Nuklearfamilie als ein Modell, das jetzt neu eingeführt werden soll. Auch diese Narrativen haben eigentlich die Funktion, Emotionen zu mobilisieren. Es geht darum, dass viele Menschen, die sich für diese Werte, für diese Narrativen begeistern, dass sie tatsächlich auf die Straße gehen. Die Neurechten wollen die Straße auch eroben. Und das ist auch eine relativ neue Entwicklung. In den 90er Jahren die Rechten waren es egal, aber heutzutage ist es auch ein Anliegen, auch die Straße als ein Ort der Aushandlung zu gewinnen. Und es hat mit dieser Emotionalisierung von bestimmten konservativen Rechten oder konservativen Diskursen zu tun. Auch diese Narrative versucht, eine gewisse politische Subjekte, die die Linke entwickelt hat, zu schwächen, lächerlich zu machen und das wissen wir auch im globalen Norden, woke als Wort und Bezeichnung für irgendwas Lächerliches, oder ein Versuch, diese politischen Subjekten zu sprechen, auch narrativ. Das ist auch neu in Lateinamerika, als Diskurs, als Dispositiv. Und wie wir ja davor besprochen haben, diese interne oder diese Binnenmigration, die es auch in Lateinamerika gibt, hat auch dazu geführt, die Stärkung von Rassismen auch als politische Kraft zu mobilisieren, als sehr effektiver Diskurs und Rhetorik auch in Wahlkampagnen zu entwickeln. Deshalb ist in Chile zum Beispiel KAST auch gewählt. Diese einfache Lösungen gegen Unsicherheit, gegen in dem Fall von Argentinien Wirtschaftskrise, diese einfachen Ressourcen, die sehr viele Menschen verstehen und linke oder progressive Regierungen einfach keine Antwort dazu gegeben haben in den letzten Jahren. Kostner, was mir gerade noch dazu eingefallen ist, vielleicht noch eine weitere Gemeinsamkeit, was auch eine Antwort vielleicht auf diese Unsicherheit ist, ist die Retraditionalisierung von Geschlechterrollen und auch von Männlichkeit. Also in Argentinien haben auch sehr viele junge Männer Milet gewählt, weil eben Milet und sein Umfeld so ein Männerbild verbreiten, dass Männer wieder stark werden müssen und wieder der Herr im Haus und was auch stark verbunden ist mit dem Diskurs der Techbros und der Kryptowährungen und was eben für viele junge Männer anscheinend ein attraktiver Diskurs ist, weil es eben viel Unsicherheit gibt, wenig Arbeitsplätze und viele junge Männer sich nicht so wie die jungen Frauen in den feministischen Bewegungen politisch aktiviert und kollektivisiert haben. Deswegen ist es glaube ich auch wichtig, diese Flucht in die traditionellen Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen, zu beobachten, mit diesen jungen Männern zu sprechen. Weil das ja auch etwas ist, was global passiert und Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen, zu beobachten, mit diesen jungen Männern zu sprechen. Und ja, weil das ja auch etwas ist, was global passiert und gerade in Krisen, in Krisensituationen gibt es eben häufig diese, ja, diesen Backlash der Männlichkeit, um eben diese Macht und Privilegien zu beschützen. Absolut, was vielleicht auch noch ergänzend zu sagen wäre, wenn wir uns ein bisschen in den globalen Norden schauen, ist ja das Phänomen der Treadwives, also traditioneller Rollenbilder, nicht nur quasi patriarchal geframed, sondern natürlich auch patriarchal geframed, aber wo sich auch ganz, ganz viele Frauen instrumentalisieren lassen von rechten und rechtsextremen neoliberalen Bewegungen, Parteien und Strukturen, die vorgaukeln, wie schön denn das Leben zu Hause ist mit Kindererziehung und Kochen und irgendwie Gemüseanbau, wo aber auch ganz stark verschwiegen wird, wie denn das überhaupt möglich ist für diese sogenannten Influencerinnen, also was die auch für ein Business daraus machen, was da an Strukturen auch dahinter ist und zum Beispiel finde ich auch im Bereich von Feminiziden, du hast es am Anfang kurz angesprochen, so wer wird umgebracht und von wem wird jemand umgebracht und man erlebt sehr stark auch durch diesen rechtsextremen neoliberalen Backlash, neoliberalen Backlash, dass vor allem rassifizierte Täter sehr stark vor den Vorhang geholt werden, dass sofort auch dann gleich wieder mit Abschiebungen, Rassismus und so weiter geframed wird, während man, wenn es sich um weiße Täter handelt, sehr oft von psychischen Erkrankungen spricht, von Ausweglosigkeit, von einem psychischen Ausnahmezustand, während bei rassifizierten Tätern sehr stark von einem naturell ausgegangen wird, von einem vermeintlichen. Das fände ich auch nochmal spannend zu ergänzen. Du hast es schon kurz angesprochen, Sophia. Wir müssen unsere feministischen Kämpfe verbinden. Wie können feministische Anliegen und Kämpfe gestärkt werden, gerade in Zeiten eines Backlashes. Wir sehen, dass Abtreibungsrechte zum Beispiel wieder zurückgenommen werden, nicht nur im globalen Süden, sondern ganz prominent auch in den USA, wo Robert Swayde gekippt worden ist oder Polen in Europa oder so. Also da gibt es ganz starke Tendenzen. Wie können wir denn auch im Sinne einer internationalen Solidarität hier gemeinsam diese Kämpfe verknüpfen und diese Bewegungen, die auch schon sehr müde sind, weil der Kampf gegen Patriarkat und Kapitalismus ist ein Kampf, den nicht unsere Generation erfunden hat, sondern wir stehen ja auf den Schultern von Riesinnen und deren Erbe zu verteidigen. Also was wäre da eurer Meinung nach notwendig? Sophia vielleicht? Ich fange mal an. Also ich glaube, dass es ganz wichtig ist, gemeinsame Räume zu schaffen, um gemeinsame Interessen und gemeinsame Kämpfe zu identifizieren. Also weil es ja gerade in der Linken so eine starke Tendenz zur Spaltung gibt. Und dafür ist es, glaube ich, ganz wichtig, diese Begegnungsräume zu schaffen, weil es ja gerade in der Linken so eine starke Tendenz zur Spaltung gibt. Und dafür ist es, glaube ich, ganz wichtig, diese Begegnungsräume zu schaffen, vielleicht auch anknüpfend an das Treffen, was die Feministinnen in Argentinien jährlich organisieren, solche Treffen oder solche Räume vielleicht auch auf internationaler Ebene schaffen und auch auf kleiner lokaler Ebene, also einfach mehr in den Austausch treten, uns zuhören und gemeinsame Punkte identifizieren, gegen die wir gemeinsam kämpfen können. Also vielleicht auch mit Gewerkschaften, mit Bewegungen für bezahlbaren Wohnraum, Umweltkämpfe. Ich würde da vielleicht noch kurz zu ergänzen. In Chile gab es ja eine große Protestwelle 2019, woraufhin ein verfassungsgebender Prozess entstanden ist, der letztendlich abgelehnt wurde, aber da gab es eine interessante Erfahrung der Feministinnen, die gesagt haben, wir schreiben jetzt eine feministische Verfassung und wirklich zusammengesetzt haben und gesagt haben, okay, wie sähe ein Land aus oder wie können wir quasi an allen politischen Ebenen eine feministische Perspektive einbringen und da gab es eben sehr viele Zusammenschlüsse mit anderen Bewegungen, also mit Wohnraum, mit auch Bildungskämpfen, also für kostenlose Bildung und ja, Umverteilung von Care-Arbeit, genau, Betreuung, ja, also das ist glaube ich wichtig, dass wir einfach die Kämpfe zusammen denken und uns gegenseitig unterstützen, zuhören und mehr austauschen. Elementen, auch im feministischen Kämpfen, aber auch Friedensbewegungen, antiimperialistischen Kämpfen, antikapitalistischen Kämpfen, also gemeinsamen Themen, wo sehr viele Sektoren einfach sehr viel zu verlieren haben, identifizieren und gemeinsam Männer mal entwickeln. Ich glaube eben, das ist die Rolle von dieser politischen Kreativität, dass man trotz gewisser Unterschieden in bestimmten Bereichen die Fähigkeit für bestimmte Dinge zu mobilisieren und die sogenannte, also Maria Galindo, eine anarchistische Feministin aus Bolivien, sie nennt das Allianzas inauditas, also die Allianzen, die unmöglich erscheinen, aber trotzdem umso wichtiger und umso entscheidender sind. Und ich glaube, das ist auch ein Thema in linker Politik, wenn Identitäten als Vordergrund stehen, Identitäten als im Vordergrund stehen, die politischen Identitäten, dass man tendiert eher so kleine Räume, kleine Gruppen und je spezifischer und je definierter, desto besser. Ich glaube, das ist, wäre, also im Moment ist ziemlich kontraproduktiv und es geht vielmehr um Gemeinsamkeiten und gemeinsame Nenner zu finden als Unterschieden und was uns unterscheidet. Und wie pur sind wir in unserer Haltung und eher eine viel weitere politische Agenda suchen. Ich würde vorschlagen, noch eine ganz kurze Frage zum Abschluss. Ein bisschen haben wir das jetzt eh schon angerissen. Wie zuversichtlich seid ihr denn angesichts der Backlashes? Weil ich glaube, als Feministin braucht es eine gewisse Zuversicht, es braucht einen Optimismus, es braucht aber vor allem auch ein massives Durchhaltevermögen und die Verbindung mit anderen Kämpfen, die Internationalisierung feministischer Kämpfe. Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig. Was wünscht ihr euch denn für die Zukunft, sowohl für Lateinamerika als auch für Europa, den deutschsprachigen Raum? Wo könnte der Feminismus, wenn es nach euch geht, so in fünf oder zehn Jahren gerne stehen? Vielleicht anknüpfend an einen Aspekt, den Marcella genannt hat, dass es auch wichtig ist, in die Vergangenheit zu gucken. Also in Lateinamerika hat ja schon sehr viele rechtsautoritäre Diktaturen miterlebt, die auch sehr lange waren. Und dagegen gab es sehr starke Widerstandsbewegungen, die eine starke politische Tradition haben und die auch bis heute in die feministischen Bewegungen eingeflossen sind. politische Tradition haben und die auch bis heute in die feministischen Bewegungen eingeflossen sind, also in Argentinien die Madres und Abuelas der Plaza de Mayo, die für das Auftauchen, für die Aufklärung ihrer verschwundenen Kinder protestiert haben und die feministischen Bewegungen in Lateinamerika sind auch eine Kontinuität dieser Kämpfe für Menschenrechte gegen diese rechtsautoritären Regierungen und ich habe vor kurzem für die Ausgabe des 8. März von der Taz mit einer Feministin aus Uruguay gesprochen, die gesagt hat, für feministische Solidarität brauchen wir auch eine feministische Temporalität und eine strategische Geduld, also dass wir einfach durchhalten müssen und nicht, wenn es schwierig wird, aufhören zu kämpfen oder aufhören zu den Treffen zu gehen und uns zu organisieren, sondern dass es gerade jetzt wichtig ist, uns zusammenzuschließen und auch gemeinsam Utopien zu entwickeln und natürlich auch immer die Gewalt und die Ungerechtigkeit anprangern, aber gleichzeitig auch darüber sprechen, wie wir uns die Zukunft vorstellen, wie wir uns eine andere Gesellschaft vorstellen, die nicht auf Ausbeutung basiert für Kapitalakkumulation, sondern vielleicht auf Fürsorge, auf Solidarität, auf Mitgefühl. Und ich glaube, da können wir aus feministischen Bewegungen ganz viel Inspiration und Kraft und Mut für die Zukunft ziehen. Auf jeden Fall. Und ein wichtiges Thema, das ich glaube sehr viele von uns, die aktiv sind in sehr vielen Bereichen, das Thema Temporalität ist ganz essentiell. Wir erleben Zeiten, wo Beschleunigung eigentlich das Tempo ist. Es geht alles viel schneller, schneller, schneller und durch diese Geschwindigkeit werden die Zeiten für Dialoge und Diskussionsräume und gemeinsame Ziele und gemeinsamen Elementen erkennen geringer oder schwieriger. Man muss schnell alles machen, sei es Protestaktionen, Reaktionen, Postings, was auch immer. Es geht um Beschleunigung und ich glaube, das ist ein tiefes kapitalistisches Zeichen. Und eben das mal zu erkennen und sich in Entschleunigung als politische Strategie mal zu erkennen und eben als ein bewusster Prozess zu verankern in unseren eigenen Organisationsformen und Geduld mit uns selbst mal zu haben. Man muss nicht alle sehr schnell, also jetzt, morgen, also in einer Stunde reagieren, damit es tatsächlich politisch aktiv wirkt. Auch mal zu überlegen als Möglichkeit, also Temporalität, anders zu denken, glaube ich, ist ein zentrales Thema, weil eben Organisationsräume brauchen Zeit. Und wenn wir uns diese Zeit nicht nehmen, dann finden sie nicht statt. Und das brauchen wir im Moment sehr viel. Und dieses Geduld mit uns selbst, um unsere Organisationsräume zu haben, glaube ich, es ist schwieriger geworden oder schwieriger im Laufe der Zeit, aber ein bewusster Prozess diesbezüglich, glaube ich, wird uns allen gut tun. Dann darf ich, bevor wir jetzt ins Publikum gehen, euch beiden schon mal ganz, ganz herzlich für eure Antworten, für eure Expertise. Vielen Dank. Ja, dann gehen wir mal ins Publikum. Gibt es denn Fragen, Wortmeldungen? Wer möchte denn was beitragen? Die Sarah geht hier mit dem Mikro rum. Hallo, danke für dieses tolle Gespräch. Ich bin selbst, also meine Eltern kommen aus Chile, sind als politische Flüchtlinge nach Österreich gekommen und bin hier auch im Aktivismus tätig und Mittelschullehrerin. Also da gibt es ganz viele Spots, die ich gerade ansprechen möchte. Und eins ist zum Beispiel, wie wir geredet haben über Berta Cáceres. Es gibt ja auch so einen Fall in Chile mit Macarena Valdés, der im Zusammenhang mit einer österreichischen Firma steht. Ein Mord, der als Suizid deklariert wurde, aber keiner ist, keiner war und die Firma eigentlich total unbehelligt weiter tut und hier am Schwarzenbergplatz ihren Sitz hat. Also ich könnte jetzt eventuell Ärger kriegen, weil es da schon solche Situationen gab und auch die Familie von Macarena Valdez eigentlich gemeint hat, sie können sich das gar nicht leisten, falls es da eine Anzeige gibt. Also ich war es, nichts mit der Familie zu tun. Der Mann von Macarena war eingeladen nach Österreich um eine Filmpräsentation, also über Macarena, dabei zu sein, wie das hier im Parlament vorgestellt werden sollte, einen Tag bevor er nach Österreich gekommen ist, unter seltsamen Umständen in einem Wald in Chile ums Leben gekommen. Und diese Fälle, das hat mit uns zu tun, so wie ihr das auch so gut erklärt habt. Das ist jetzt noch ganz klarer, weil das wirklich eine Firma war, die in Österreich ihren Sitz hat. Inwieweit sie wirklich damit zu tun hat und so weiter, das ist eben alles so intransparent und so überhaupt nicht aufgeklärt. Und die Behörden in Chile haben da auch nicht mehr weitergemacht. Und es sind vier Jungs, die keine Eltern mehr haben. Und ja, also ich wollte das nur kurz mal auch benennen. Und dann eben zu dem, was können wir tun? Ich als Mittelschullehrerin, dadurch, dass ich auch immer auf den Märschen bin und mich organisiere, denke mir in letzter Zeit öfter irgendwie, das Niederschwellige ist so wichtig, das Niederschwellige ist so wichtig, dass wir uns eben auch natürlich im Großen gut vernetzen und eben auch schauen, dass wir nicht auch akzeptieren, wir sind uns nicht in allem einig und es gibt eben Feminismen und es gibt verschiedene Positionen und verschiedene Situationen und Perspektiven und Erfahrungen und das vielleicht auch mal einfach sein lassen. Ich glaube eben das mit der Ruhe, mit der Geduld und mit dem auch mal sein lassen, auch mal ruhen lassen und eben das Niederschwellige, diese ganze Energie und diese ganze Lust etwas zu bewegen, da reinzustecken, wo es wirklich fehlt. Bei den Kids. Das wäre es. Jungen Migrantinnen und Migranten Unterstützung zu bieten, da zu sein. Diese ganze Energie, die wir auf den Märschen haben in der Organisation und so, da da zu sein. Bei diesen Kids, die einfach lost sind teilweise und verloren sind und auch nicht die Nähe zu politischem Aktivismus haben, sondern einfach wo die Eltern ums Überleben kämpfen oder ums Zurechtkommen in einer fremden Kultur, in einem fremden Land und so weiter. Also ich glaube diese Niederschwelligkeit, um sich herumzuschauen, was kann ich in meiner Nähe, in meiner Nachbarschaft machen, was wir eben auch aus Südamerika, aus Lateinamerika lernen können, weil dort ist das sehr stark so. Man schaut mal in der Nachbarschaft, da fehlt ein Zaun, da beim Spielplatz ist das. Da gibt es ältere, das kenne ich aus Chile, aus meiner Verwandtschaft, da gibt es ältere Frauen, die eben nicht in die Schule gehen konnten. Da machen wir einen Alphabetisierungskurs mit ihnen, aber jetzt nicht groß aufgesogen, sondern irgendwo, man trifft sich im Park, wo es eine Bank gibt, man liest zusammen, man schreibt zusammen, man redet, man trinkt Tee. Ich glaube, sowas, also das ganz Einfaches, aber das ist machbar. Mit so viel Lust und Energie und auch Frustration, wie die Sachen laufen, kann man das da reinstecken. Vielen Dank. Ja, danke für das wirklich sehr reichhaltige Gespräch, also so tiefgründig. Und ich habe das, was Sie, Marcella, gesagt haben, am Schluss so wichtig gefunden, dass wir uns die Zeit nehmen in diesen Räumen. so wichtig gefunden, dass wir uns die Zeit nehmen in diesen Räumen. Ich kenne das in Diskussionen, dass einfach immer sehr schnell der Druck ist, das muss jetzt sofort passieren, weil einfach von außen so viel Druck ist. Und gleichzeitig, glaube ich, brauchen wir diese Räume, dass überhaupt etwas Neues entstehen kann, wo man denkt, das ist jetzt etwas, was eine Kraft entwickeln kann. Und dass man nicht nur von diesem Muss geleitet ist, sondern mehr von dem, wo wollen wir hin. Darum finde ich das so extrem wichtig, was Sie da gesagt haben. Dankeschön. Gibt es weitere Fragen oder Wortmeldungen? Ja, ich hätte eine Frage. Ich habe letztendlich an mehreren Veranstaltungen mit feministischem Charakter teilgenommen und im Allgemeinen finde ich, es ist cool, dass es solche Spaces gibt, damit man sich äußert und sich austauscht. Aber zum größten Teil fühle ich, dass das Angebot eher die Mehrheitsgesellschaft erreicht und zwar in akademischen Debatten bleibt, aber ich als Migrantin zum Beispiel finde ich es schwierig, mehr Menschen wie ich auf solche Spaces zu finden und vielleicht lade ich einige Freundinnen von mir ein und so, aber die meisten müssen gleichzeitig hakeln oder so und deswegen fällt es schwer. Also, meine Frage wäre, wie kann man mehr BIPOCs und lateinamerikanische Migrantinnen zu solchen Spaces einladen oder erreichen? Wer mag von euch antworten? Oder beide? Ich finde es eine sehr wichtige Frage. Wir merken das in sehr vielen Räumen, dass die Urzeiten der Diskussionen sind diejenigen, wo sehr viele Menschen die Migrationserfahrung haben, die vielleicht Interesse hätten, keine Ahnung, Babysitterinnen oder Menschen, die in Bars arbeiten oder eben Sexarbeiterinnen oder andere Formen von Arbeit, genau in den Uhrzeiten, wo Diskussionen stattfinden, arbeiten müssen. Insofern finde ich das gar keine leichte Aufgabe oder eine Sache, die sehr schwierig ist. Also man muss da eine bewusste Strategie entwickeln. Und da gibt es auch Räume dafür, aber sind nicht immer zugänglich oder bekannt oder von vielen Menschen, die auch interesse hätten vielleicht zugänglich in erster linie dafür muss man sich interessieren es gibt vereine dieser bewusster in den in dem bereich arbeiten Großer name peregrine Wo im kurse und auch der loge alsoogsräume gestaltet werden. Aber ich weiß, dass es auch nicht immer leicht ist, dazu zu kommen. Insofern finde ich, dass es auch eine immer wieder berechtigte Kritik ist, nicht nur von Räumen und Waren und wo, sondern auch wie dieser Informationsfluss überhaupt stattfindet. Und da sind auch sehr viele, also in Social Media finde ich das in dem Bereich, glaube ich, eine sehr interessante Auftritt oder sehr bewusste Veröffentlichungen in der Richtung von wo kann man sich wenden, was für Möglichkeiten gibt. Da muss man eben die Gruppen folgen. Aber wenn man Informationen dazu such eben die Gruppen folgen. Aber wenn man Informationen dazu sucht und Gruppen sucht, gibt es in Wien einige Angebote. Nur nicht immer leicht, einen Zugang dazu zu haben. Das ist schon eine Tatsache. Ich glaube eben auch, dass das feministische Aktivismus eine Ressourcenfrage ist, die oft halt nicht mitbedacht wird. Da geht es um Zeitressourcen, da geht es um Sprachbarrieren, die teilweise herrschen, es geht um Räume, die teilweise per se einfach nicht so niederschwellig sind. Es geht eben die Sprache genau und ich glaube, das wird etwas, wo wir uns als feministische Aktivistinnen, vor allem als weiße Aktivistinnen auch sehr stark selbst an der Nase nehmen müssen und diese Räume öffnen müssen, nicht nur quasi eine Einladungspolitik zu betreiben, sondern auch tatsächlich zu schauen, wo sind denn Bedürfnisse, welche Bedürfnisse gibt es und wie erreiche ich den Menschen, die Betreuungspflichten haben, die 40 Stunden arbeiten, die Schichtarbeit machen. Also Feminismus ist für mich persönlich immer auch eine sehr große Klassenfrage. Und wer hat denn Zugang zu feministischen Diskursen und wie werden diese Diskurse auch geführt und wer versteht denn diese Diskurse überhaupt? Auch eine gleiche Kritik oder Situation findet auch beim antikolonialen oder kolonialen diskursen also ähnlich eine starke ressourcenfrage welche sprachen werden sprache dreht sich mich nicht auf deutsch oder was auch immer sondern auch welche vokabeln und ich glaube da was eben gab ich gesagt hat eben diese niederspieligkeit ein ganz zentrales Thema ist und auch für mich eine gewisse pädagogische Haltung zu haben und nicht immer ausgehen zu müssen, dass Menschen immer die richtige Sprache verwenden müssen, sonst können sie nicht mitsprechen in den bestimmten Und auch diese Sprachen oder die Vokabeln, es muss nicht immer so, also diese richtigen Wörter benutzt werden, um über bestimmte Themen zu sprechen. Hallo, danke. Ich möchte wissen, wie sieht es mit dem feministischen Aktivismus auf parlamentarischer Ebene in Argentinien oder es sehr viele Feministinnen im Parlament. Im Oktober waren Parlamentswahlen und da hat die Partei von Millet sehr viele Stimmen erhalten. Deswegen haben die jetzt mehr Sitze. Es gibt jetzt weniger Feministinnen im Parlament. Aber es gibt immer noch viele. Viele der gesetzlichen Änderungen, die in Argentinien stattgefunden haben in den vergangenen Jahren, sind auf den feministischen Treffen entstanden. Also da wurden sie diskutiert, da wurden Gesetzesprojekte erarbeitet und die sind häufig auch im Parlament besprochen worden. Und in den vergangenen Regierungen im Formul A gab es eben auch viele Verbesserungen, also ein Gesetz für Geschlechtsidentität, die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, ein Gesetz für geschlechtsspezifische Gewalt, ein Gesetz für Sexualaufklärung an Schulen. Also da wurde auf parlamentarischer Ebene sehr viel erreicht. Und zu Kolumbien kann Marcel. Feministischer Aktivismus im parlamentarischen Bereich hat eine starke und lange Tradition in Kolumbien. Also es sind sehr viele Menschen, die vor allem, oder Feministinnen, die Anwältinnen sind, ziemlich gut organisiert. Es gibt auch ein Netzwerk diesbezüglich in Lateinamerika, Anwältinnen, also feministische Anwältinnen, die sich regelmäßig austauschen und auf internationaler Ebene auch ziemlich aktiv sind. In dem Fall von Kolumbien, es sind sehr viele Initiativen gekommen, die nicht unbedingt aus der Straße kommen, sondern eher aus dem Anwaltbereich, also diesen Feministinnen. Sophia hat in ihrem Buch darüber geschrieben, diese Schwangerschaftsabbruch, die in Kolumbien bis die für uns 20. Woche möglich ist, das war eine Forderung, die eher Aktivistinnen, also Anwältinnen eigentlich im Parlament ratifiziert haben und eben auf die Straße wurden dann am Schluss quasi juwiliert oder es wurde eben dazu demonstriert, aber es war eigentlich von den Anteltinnen ausgegangen, eine Initiative. Und es gibt mehrere Initiativen, auch für reproduktive Rechte, aber für Transpersonen, es gibt ein starkes Lobby von Transpersonen, die zum Beispiel gegen, in Lateinamerika, in Kolumbien gibt es noch die Konversion, Therapie der Konversion, also Therapien für Konvertieren, also dass Transpersonen oder Menschen von Dissidentengeschlechtern, dass sie sich nur an binaren Rollen anhalten und sich sehr stark von religiösen Communities vorangetrieben. Da gibt es Initiativen, das zu stoppen und zu kriminalisieren eigentlich, weil da sehr viel Gewalt ausgeübt wird. Also da gibt es eine Reihe an Initiativen, die im Moment in Kolumbien, wo wir eine progressive Regierung noch haben und hoffentlich auch weiterhin haben werden, eine gute Zustimmung im Kongress, im Leben der Zeit. Gibt es noch weitere Fragen, Wortmeldungen? Wortmeldungen. Bitte. Ja, danke für das großartige Gespräch und hier mit euch allen zu diskutieren und zuzuhören. Ich habe eine Frage noch, die betrifft sozusagen die Schwierigkeit nochmal des Umgangs mit Unterschieden und wie wir miteinander einerseits vielleicht großzügiger werden und andererseits vielleicht auch gleichzeitig Anerkennung trotzdem möglich ist von Unterschieden oder irgendwie die auch Platz haben und auch an die Frage angeknüpft nochmal, auch an die Frage angeknüpft nochmal. Was tun wir, wenn wir gleichzeitig aber auch von den Identitätspolitiken loskommen müssen? Wer von euch mag den Anfang machen? Aber die Frage wäre, wie oder wie stellen wir uns vor oder wie kann man das diskutieren? Ja, ich glaube, es ist eine riesige Frage. Wie können wir das machen? Weil einerseits eben diese Identität sind auch Produkte von Politisierungsstrategien, aber andererseits glaube ich, dass das nicht das Ziel ist, Identitäten zu bilden, sondern das ist Teil eines Prozesses von einem viel breiteren politischen Prozess. Dass wenn man sich selbst als als eine Person anerkennt und eben als solche an dem politischen Szenario kommt, dass das nicht quasi, also es ist ein Ausgangspunkt, aber es ist nicht das Ziel. Das Ziel soll ein breiteres Ziel sein und diese Ziele, diese gemeinsamen Nenner zu finden, ich glaube, ist das, was uns unterstützen kann, als Horizont mal eben gemeinsam zu agieren und eben vielleicht auch diese Idee, man muss nicht immer mit den Leuten auf die Straße gehen, die genauso wie ich denken, sondern auch genau mit den Menschen, die auch Unterschiede oder andere Formen oder im Kontrast auch mit meiner Art von Denken haben, aber trotzdem einen gemeinsamen Nenner vertreten wird. Das glaube ich ist essentiell. Magst du noch was? Also ich glaube auch, dass es auf jeden Fall nicht darum gehen soll, Identitäten oder Unterschiede oder Diversitäten auszublenden oder zu homogenisieren, sondern dass sie natürlich auch weiterhin sichtbar sein sollen und anerkannt werden sollen. Aber dass wir aus dieser Diversität eine Stärke machen. Dass wir sagen, es gibt Unterschiede, aber wir können auch Gemeinsamkeiten finden und hören einander dazu und vielleicht auch wie wir auch schon angesprochen haben, geduldig sein oder wie du gesagt hast, großzügig sein. Ja, mehr zuhören, uns in die andere Person hineinversetzen und ja, aus der Diversität heraus eine Kraft zu entwickeln, also ohne sie auszublenden, aber ohne vielleicht, also statt aus der Diversität heraus eine Kraft zu entwickeln, also ohne sie auszublenden, aber ohne vielleicht, also statt aus der Diversität zu spalten, aus der Diversität zu verbinden. Also wie können wir Verbindungen finden, anstatt immer uns auf die Spaltungen und Unterschiede zu konzentrieren. Jetzt dazu vielleicht eine Kleinigkeit. Also weil der Staat auch ein gewisser neoliberaler Staat, ich rede jetzt von dem Fall von Kolumbien, hat eben Multikulturalismus als eine Strategie entwickelt, zum Beispiel, um Rechte an Indigenen oder schwarze Bevölkerungen zu entwickeln. Gleichzeitig diese multikulturalen Strategien haben dazu geführt, dass Menschen, die früher zum Beispiel in den 70er Jahren für für Latira, für die Rechten der Gemeinsamen, für Landrechte agiert haben, jetzt eben für ihre eigenen Rechte, also Rechte als indigene, Rechte als Kleinbäuerin, Rechte als als schwarze Person und also aus einem anarchistischen Framework würden wir sagen, Rechte sind manchmal auch eine Falle, weil der Staat schafft eigene Bereiche und jeder kämpft für diese Bereiche. Und eben das auch zu erkennen und dieser Kampf für Rechte zu ergehen, aber trotzdem nicht das Horizont zu verlieren, dass es andere gemeinsame Kämpfe gibt. Es ist, glaube ich, Teil von dieser politischen Bildung, dass es nicht nur um meinen Bereich, was mir den Staat gibt, sondern es gibt um andere viele Dinge, die uns gemeinsam, also die Auswirkungen auf uns allen haben, das glaube ich ist ein zentrales Element dazu. Feminismus für 99%, wo es eben auch darum geht, einen Feminismus für die Mehrheit zu schaffen. Also das, wie du auch schon sagst, dass wir vielleicht da rauskommen, immer nur an uns selbst zu denken, um meine Rechte von meiner Identität und wie kann es mir jetzt besser gehen und meiner Gruppe, sondern wie kann ich aus meinem Kampf auch einen kollektiven Kampf machen und wofür muss ich eigentlich kämpfen, damit es der Mehrheit gut geht und nicht nur einer Gruppe. Vielleicht auch kurz zum Thema Identitätspolitik versus oder im Spannungsfeld von Intersektionalismus. Mein Zugang wäre ja vor allem, dass wir multiple Identitäten alle in uns tragen. Wir sind in Familie, wir haben ein Standing in einer Familie, ob es eine Chosen Family ist oder eine biologische Familie ist. Wir haben ein Standing in der Gesellschaft, wir haben ein Standing in einer Familie, ob es eine Chosen Family ist oder eine biologische Familie ist, wir haben ein Standing in der Gesellschaft, wir haben ein Standing in unserem Beruf, wir haben sexuelle Identitäten, wir haben unterschiedliche Identitäten, die wir in uns vereinen und ich glaube, diese Bündnisse und Allianzen zu schließen und zu sagen, es gibt so viele Dinge, die uns alle betreffen und auch mal ein punktuelles oder ein sehr Single-Issue-Bündnis einzugehen, um gemeinsam auf die Straße zu gehen und Kräfte zu bündeln, ist etwas, was feministische Bewegungen halt auch auszeichnen muss. Und insofern finde ich, habe ich eher ein Problem damit, mit falsch verstandener Identitätspolitik. Denn mit Identitäten als solche und der Anerkennung von Identitäten, ich glaube, das knüpft auch da ganz gut an. Gibt es noch weitere Fragen oder Wortmeldungen? Möchte noch jemand was beitragen? Wenn das nicht der Fall ist, dann würde ich euch noch jeweils ein kurzes Schlusswort geben, vielleicht auch um uns ein bisschen positiv aus diesem Abend rausgehen zu lassen und mich schon mal beim Publikum bedanken für das geduldige Zuhören, fürs Mitdiskutieren und den Schluss machen jetzt Sophia und Marcella. Kann auch ganz, ganz kurz sein. Ich glaube, also gar wie man, Entschuldigung, mein Name, eben dieses Thema, eben dieses Lust, Lust auf Veränderung nicht vergessen. Also eben, dass man Freude, ein Gemeinsamsein nicht verliert und dass das eben als ein Gedanke, die uns verbindet, auch irgendwie funktioniert. Dass Lust, Freude, trotz dieser schwierigen Zeiten, dass wir uns nicht das vernichten lassen, dass Lust, Freude und Gemeinsamsein immer eine gute Voraussetzung für gemeinsame Kämpfe sind. Daran auch anknüpfend, dass wir uns nochmal in Erinnerung rufen, dass wir soziale Wesen sind und es immer wichtig ist, uns mit Mitmenschen zu verbinden und eben bis nach dieser neoliberalen Vereinzelung Individualismus ausbrechen und eben mal nicht nur an uns selbst und unsere Familien und unsere Haustiere denken, sondern auch, wie du auch angesprochen hast, an die Nachbarn, die Nachbarinnen und vielleicht auch einfach im ganz kleinen Kreis was verändern können in unserem Umfeld, an unserem Arbeitsplatz, in unserem Stadtviertel, einfach da zu gucken, okay, wo kann ich mich ja einbringen, um einen kleinen Beitrag dazu zu bringen, dass die Gesellschaft ein bisschen gerechter wird. Das, finde ich, waren ganz, ganz schöne Schlussworte. Und euch empfehle ich jetzt allen, gleich mal den Büchertisch da hinten zu stürmen und euch die Bücher der beiden Frauen hier zu kaufen und auch gleich noch vielleicht ein paar andere Bücher mitzunehmen. Der Büchertisch wird gemacht von der queerfeministischen Buchhandlung Chiclet. Vielen, vielen Dank Sophia, vielen, vielen Dank Marcella und danke an euch alle. Danke Steffi.