Herzlich willkommen, liebe Kinder, liebe Eltern. Wir freuen uns sehr, dass so viele von Ihnen heute gekommen sind zu unserem speziellen Highlight im Rahmen von Museum Total. Wir machen da jedes Jahr mit, um speziell Familien in den Semesterferien anzusprechen. Und wir haben heute einen ganz besonderen eingeladen für euch. Das ist eine Figuren-Theatergruppe, eine Schatten-Theatergruppe aus Salzburg. Die heißen Theater Sombra. Was heißt das überhaupt, Figuren-Theater und Schatten-Theater? Das heißt, die haben, das vielleicht eh schon ein bisschen entdeckt, die haben Puppen oder Figuren, die Menschen darstellen können oder eben auch Tiere oder auch besondere Fabelwesen wie Hexen und Riesen, die eben sozusagen das Stück heute bestreiten und sie arbeiten mit Licht- und Schatteneffekten. Also da bin ich auch schon sehr, sehr gespannt, was uns da erwartet. Die drei SpielerInnen sind Christine Friesenbichler, Ulrike Schweighofer und da hinten an der Technik Werner Otte. Also vielleicht mal einen kurzen Applaus. Und ich werde jetzt gar nicht allzu viel verraten, ich lasse mich auch gern überraschen. Ihr habt es schon gehört, es geht um einen Riesen, der sich vor Schmetterlingen fürchtete und da hat eine Hexe irgendwie die Hände im Spiel und es kommt ein Kind vor, also recht viel mehr rate ich nicht. Wir lassen uns jetzt einfach darauf ein. Es wird ganz dunkel jetzt werden, also nicht wundern, Sie werden also nicht wundern, aber wir haben eine, glaube ich, schöne halbe Stunde voller Poesie, Musik und Märchen von uns. Achso, und was ich noch sagen wollte, das Stück ist angelehnt an ein Bilderbuch oder ein Kinderbuch, das heißt, Riesen ist nur halb so groß, aber was ich so gehört habe, hat sich dieses Stück ein bisschen verändert, wurde ein bisschen abgewandelt und die Dialoge wurden auch frei erfunden, also frei im Spiel entwickelt, also das nur dazu. Ja, jetzt einmal viel Vergnügen. Schönen Abend. Da lebte einmal eine alte schrullige Hexe hoch oben auf dem Hügel in einem alten verfallenen Haus mit ihren 13 schwarzen Katzen und zahlreichen Fledermäuse und Spinnen. Tief unten im Tal, da lebte ein riesiger Riese. Der ging am liebsten spazieren. Und weil er so groß und schwer war, erbebte die Erde unter seinen Tritten. Und wenn der Riese so stapfte, dann wackelte auch das Haus der Hexe dermaßen hin und her, dass die Fledermäuse und Spinnen von der Decke fielen, der Hexe in den Schoß plumpsten und manchmal sogar in ihre Suppe. Deshalb hasste die Hexe den Riesen. Deshalb hasste die Hexe den Riesen. Ah, was ist heute für ein wunderbarer Tag. Da werde ich mir mal die Gegend hinter dem Hügel anschauen und ein wenig spazieren gehen. Vielleicht finde ich dort sogar noch eine Kleinigkeit zu essen. Hunger habe ich ja immer. Wer flickst noch einmal? Jetzt ist mir schon wieder eine Fledermaus in die Suppe geplumpst. Kein Wunder, wenn dieser Riese immer so herumtrampeln muss, dass mein ganzes Haus erbebt. Mein Geschirr zerspringt ständig, meine Katzen haben Angst. So kann das nicht weitergehen. Ich muss ihm einmal wieder die Meinung sagen. Vielleicht hört er ja doch einmal auf mich und nimmt endlich einmal Rücksicht. Du dicker, fetter Elefant, du! Wie oft soll ich dir noch sagen, dass bei jedem Schritt von dir mein Haus beinahe zusammenfällt? Was sagst du dazu? Was ist denn das? Ist das vielleicht eine Fliege oder eine Wespe? Ist das vielleicht eine Fliege oder eine Wespe? Ja, also vielleicht ist das diese kleine Hexe von dort oben. Sie quiekt ja wie ein kleines Schweinchen. Aber ich verstehe ja sowieso kein Wort. Ich glaube, der versteht mich wirklich nicht. Ich brülle mal ganz laut ins Ohr hinein. Du plumpes, altes Walross. Wenn du nicht endlich lernst, vorsichtiger zu gehen, dann wirst du schon sehen, was passiert. Dann verhexe ich dich, dass dir Hören und Sehen vergeht. Hast du gehört? Ich verhexe dich. Ach, lass mich doch in Ruhe. Ich gehe doch eh ganz normal. Ein Riese muss tun, was ein Riese tun muss. Du wirst noch blöd schauen, ich verhexe dich. Ach was! Als die Hexe merkte, dass alles Schimpfen umsonst war, flog sie zurück in ihr Hexenhaus und suchte ihre Zauberbücher zusammen. Den Hexenalmanach aus dem 5. Jahrhundert, das Hexenkochbuch aus ihrer eigenen Schulzeit und das Hexenlexikon ihrer Großtante So, mal sehen, was haben wir denn hier? Zauberformel, starre Blick, das ist nicht so ganz meins. Was steht denn hier auf Seite 66? Zauberformel Augentrick. Groß und klein. Jawohl, so werde ich es machen. Na, der wird aber blöd schauen. Dann hole ich noch schnell meine Zutaten und dann kann es losgehen. So. Was steht denn hier? Zunächst brauche ich etwas Mäuse-Dreck. So, dann darf natürlich das Kräutlein tu nicht gut fehlen. So, und ein kleiner Schuss vom Saft macht dich blind. Kann noch etwas mehr sein. Bitteschön. Und dann, sehr selten zu bekommen, aber Gott sei Dank habe ich noch welche, ein paar getrocknete Krähenkrallen. So, und zum Schluss noch etwas Kuhfladenmist. Und natürlich die Zauberformel. Siedenblasen, Besenschpann, Fledermäuse, Riesenbann, sauber Formel Augentrick, Hexenmix den Täuscheblick, lass die Dinge groß und klein, riesiger als der Riese sein. Hahaha. Hahaha. Hahaha. Am nächsten Morgen, als der Riese erwachte, sah er zuerst aus seiner Höhle hinaus, um zu sehen, was für ein Tag es war. Und das, was er sah, war... Na, was hängt denn da? Was ist denn das für ein Flugmonster? So etwas sah ich noch nie in unserem Wald. Ist das vielleicht ein Flugsaurier? Ich dachte, die wären ausgestorben. Na, nur schnell weg von hier, bevor es mir auf den Kopf fällt. Nur schnell weg. Ah, da ist ja ein Fluss. Ja, wahrscheinlich war ich noch gar nicht richtig munter und habe das alles nur geträumt. Drum werde ich mir jetzt einmal die Augen auswaschen. Brrrr, das Wasser. Oh, das ist vielleicht kalt. Ja, aber noch einmal. So, na sowas. So ein kaltes Wasser. Was kommt denn da daher geflogen? Oh, das ist ja noch größer. Nein, und es fliegt ja direkt auf mich zu. Nein, das halte ich nicht aus. Na, na, na, so etwas? Ein Schmetterling, der Angst hat, also ein Riese, der Angst hat vor einem Schmetterling. Das hatten wir doch noch nie. Na, schau, jetzt liegt er da. Na, so etwas. Also ich bin mir sicher, das hatten wir noch nie. Ich glaube, ich glaube, das muss am Wetter liegen. Ich glaube, das liegt am Wetter. Vor lauter Schreck war der Riese in Ohnmacht gefallen. Gott sei Dank war er weich gelandet auf einer grünen Wiese, da begann er zu träumen. Er träumte von lauen Lüften und Vogelgezwitscher, Er träumte von lauen Lüften und Vogelgezwitscher, von Maulwürfen, die in der Erde ihre Gänge gruben. Er träumte von blauschillernden Libellen, von flinken Heuschrecken und zirpenden Grillen und erträumte von bunten Blumen und Bienengesumm.... Was hat mich da gekitzelt? Na, das ist vielleicht ein hässliches Tier. Nein, nein, nein. So etwas. Und das hat ja hinten einen Dolch. Na, zum Schluss will mich das aufspießen. Nein, nein, nein, nein, nein. Nein, nur weg von hier. Ich muss, ich muss. Hier bin ich nicht mehr sicher. Hat das jemand gesehen? Muss ich stark sein? Der Riese hat Angst vor mir. Wo sind denn meine ganzen Kolleginnen? Warum hat denn das keiner gesehen? Hallo, hallo, wo seid ihr denn alle? Der Riese, der Riese hat Angst vor mir. Hallo, warum hat denn das keiner gesehen? Wo seid ihr denn alle? Hallo, hallo. Ah, da verstecke ich mich jetzt. Das ist gut. Da ruhe ich mich ein wenig aus. Ich bin ja schon so müde. Wo sind denn die Blätter? Wo sind denn die Blätter? Wo sind denn die Blätter? Lecker Blätter. Was ist denn das? Eine Riesenschlange? Nein, da bleibe ich lieber in Deckung. Lecker, lecker Blätter. Na, du kleines Riesilein, wie gefällt dir denn mein Zauber? Hat es deinen schönen Tag? Hast nette Tiere getroffen? Lass mich in Ruhe, du Schrumblechse. Hast gleich ein bisschen Angst. Du schreist ja so laut, man hört dich im ganzen Tal. Und ein bisschen stinken tust auch. Hast gleich in die Hose gewacht. Gefechtst du mich. gleich in die Hose gemacht. Gepeckt, gepeckt. Der Riese, wie ein Riesen-Baby-Schreiter. Nein, in diesem Wald bin ich nirgends sicher. Und das ist gar kein gutes Versteck. Ich muss mir jetzt ein anderes suchen. Ich werde mich ja mal auf den Weg machen. Wo darf ich mich denn verstecken? Bei wem darf ich mich denn verstecken? Bei dir? Darf ich mich bei dir verstecken? verstecken? Bei dir? Darf ich mich bei dir verstecken? Ah, das ist fein. Ah, da ist es gut. Danke, danke. Und bei dir auch? Nein? Ich stink ja gar nicht. Darf ich mich bei dir verstecken? Ja? Ah. Da ist es auch gut. Seid ihr schon sehr große Menschen, Kinder, aber lieb. Nicht so wie die böse Schrumpelhexe, gell? Und bei wem darf ich mich noch verstecken? Bei dir? Oh, danke. Das ist gut. Magst du mich auch ein bisschen streicheln? Oh, das tut gut. Magst du mich auch ein bisschen streicheln? Oh, das tut gut. Und da drüben, da sitzt so ein großer Riese. Darf ich mich bei dir verstecken? Naja, eigentlich bist du ein Riese. Und du musst doch tun, was ein Riese tun muss. Ja, und was ist das? Ich glaube, du musst wieder zurück in den Wald. Oh, aber ich fürchte mich doch so. Dann nur so werden wir wissen, wie die Geschichte weitergeht. Ach ja, gut. Dann versuche ich es noch einmal. Ja, da setze ich mich jetzt her und raste mich ein wenig aus. Huh, hallo. Wer bist denn du? Wow, bist du riesig. Ja, du bist ja so ein riesiges Menschenkind. Aber du, tu mir bitte nix. Ja, aber hast du was mit den Augen? Ich bin doch nur ein kleiner Junge und du bist ein, wow, riesiger Riese. Ja, normalerweise habe ich ja gute Augen, aber weißt du, die Hexe da droben auf dem Hügel, die hat einen Zauber auf meine Augen gelegt und jetzt sehe ich alles viel größer, als es in Wirklichkeit ist. Und ich habe so große Angst vor Schmetterlingen, vor Bienen. Ja, und auch vor dir. Boah, da hast du aber ein Riesenproblem. Was hast du denn schon alles probiert? Hast du dir schon die Augen ausgewaschen? Ja, ja, das habe ich als allererstes gemacht. Aber das hat nichts genützt? Gar nichts. Nein? Mhm. Und vielleicht warst du müde? Hast du schon ein Schläfchen gemacht? Ja, schon ein ganz kleines, aber das hat auch nichts genützt. Gar nichts? Nein. Mhm. Ja, und wie sieht es mit einer Brille aus? Hast du es schon mit einer Brille versucht? Eine Brille kenne ich eigentlich nicht. Im Riesenland gibt es keine Brillen. Aha. Bei uns, die Menschen, wenn sie nicht mehr gut sehen, dann setzen sie eine Brille auf und dann sehen sie wieder voll gut. Aha, interessant. Soll ich schauen, ob ich eine Brille auf und dann sehen Sie wieder voll gut. Aha, interessant. Soll ich schauen, ob ich eine Brille für dich finde? Ja, wir können es ja probieren. Dann am besten bleibst du hier sitzen, ruhst dich noch etwas aus und ich schaue zu uns in die Stadt und versuche eine Brille für dich zu finden. Und dann komme ich später wieder. Ja gut, ich warte hier. Okay, bis später. Bis später. Der Bub ging also hinunter in die Stadt, um eine Brille zu suchen, die groß genug für den Riesen wäre. Erst ging er lange erfolglos von Geschäft zu Geschäft und als er den Mut schon verlieren wollte, fand er doch noch eine riesengroße Brille, die als Dekoration in einem Schaufenster lag. Schau her, was ich gefunden habe. Die könnte doch passen. Weißt du was? Beug dich etwas zu mir herunter. So, etwas mehr. Jawohl. Und was sagst du jetzt dazu? Könnte die passen? Oh, ja, die passt wunderbar. Ja, das ist herrlich, herrlich. Du bist ja wirklich nur ein kleiner Junge. Ja, ich danke dir. Du bist ja wirklich ein guter, guter Freund. Aber weißt du, was wir jetzt tun? Was denn? Wir gehen da hinauf, da zu der alten Hexe und die soll gefälligst den Zauber wieder von meinen Augen nehmen. Ich will ja nicht immer eine Brille tragen. Kommst du mit? Ja, ich habe noch der Riese kommt zu mir rauf. Und was hat er denn da auf der Nase? Und ein Junge kommt mit, oh, oh, oh, er kommt immer näher. Immer näher, oje, oje. Tu mir nichts. Ach nein. Brauchst ja keine Angst haben. Aber weißt du, was du tun musst? Was denn? Du holst jetzt deine Zauberbücher und dann nimmst du gefälligst den Zauber wieder von meinen Augen. Aber ein bisschen Dalli-Dalli. Ja, aber dann ist Dalli-Dalli. Ja, aber dann ist ja wieder alles wie früher. Ja, ja, so soll es sein. Ja, aber es ist nicht fair. Es ist wieder alles wie früher. Ich hole ja schon meine Bücher. Die Hexe holte also ihre Zauberbücher und begann zu kochen. Und als die beiden so vor dem Kessel standen und die Düfte in ihre Nasen stiegen, da sah der Riese auf einmal keine alte Hexe mehr, sondern eine junge, hübsche Frau. Und die Hexe sah keinen ungestalten Riesen mehr, sondern einen stattlichen jungen Mann. Ja, was war denn da nur passiert? Ja, was war denn da nur passiert? Die Hexe hatte in ihrer Aufregung nicht das Hexenkochbuch, sondern den Hexenalmanach aus dem 5. Jahrhundert erwischt. Und da stand auf Seite 66 ein ganz anderer Zauber. Ja, wer weiß denn, wer weiß denn, was das für ein Zauber gewesen sein kann, wenn man auf einmal alles so rosarot sieht. Oh, ja, genau, ja. Und von diesem Zeitpunkt an gab es keinen Streit mehr zwischen den beiden, denn sie hatten sich unsterblich ineinander verliebt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ich bin hier hängengeblieben.