Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Denken hilft bei DorfTV. Wie immer habe ich eine spannende Person eingeladen, diesmal Avida Hayat aus Linz. Liebe Avida, danke für dein Kommen. Vielen Dank für die Einladung. Avida ist Ärztin in Linz. Wir kennen uns beide von SOS Menschenrechte. Hier geht es ja auch um die Themen, die wir heute besprechen werden. Das Thema sind die Vorkommnisse im Iran, vor allen Dingen im Januar diesen Jahres. Und bei SOS Menschenrechte machen wir auch zum Beispiel Menschenrechtsbildung und wir wollen auch Personen helfen und auch Informationen verbreiten, zum Beispiel im Salon für Menschenrechte. Wir sind beide im Vorstand dieser Organisation und das ist auch der Grund, warum wir bei Du sind. Das Thema heute ist die Situation im Iran nach dem blutigen Unruhen im Dezember und im Januar. Und bevor wir beginnen, möchte ich dich fragen, vielleicht magst du uns ein paar Hintergründe erzählen. Wie bist du nach Österreich gekommen und was machst du hier? Ja, also ich bin in Teheran geboren und meine Eltern sind beide aus dem Iran. Wir haben den Iran verlassen, da war ich elf Jahre alt und der Grund dafür war die islamische Revolution, die islamische Regierung. Wir haben eigentlich ein sehr schönes Leben gehabt, aber mit der islamischen Revolution hat sich das Leben komplett verändert für uns. Ich war damals vier Jahre alt, 1979, ich habe das nicht so mitbekommen, aber natürlich meine Eltern und meine Geschwister und mit der Zeit hat dann vordergründig haben meine Eltern gemerkt, dass das Leben in Iran nicht mehr lebenswert ist. Ein besonderer Grund war, dass mein Vater gesagt hat, mit diesen Gesetzen der Scharia müssten meine Töchter den Koran auswendig lernen, wenn sie jetzt zum Beispiel so wie ich Medizin studieren möchten. Und das wollte er auf gar keinen Fall. Und also das war hauptsächlich der Grund, warum dann meine Eltern sich entschieden haben, das Land zu verlassen. Wir hatten einen Zwischenstopp in Istanbul und ich bin dann 1990 mit der Familie, mit einem Teil meiner Familie nach Österreich gekommen. Du hast eine Karriere gemacht? Ja, ich bin dann hier zur Schule gegangen, ich war 15 Jahre lang, dann habe ich Deutsch gelernt und habe maturiert und habe dann Medizin studiert und habe eine Ausbildung gemacht, hauptsächlich in Linz und bin jetzt, also habe eine Ordination und bin als Ärztin in einer Ordination tätig, in einem Privatspital. Das heißt, das, was im Iran sich jetzt abspielt, ist ganz eng mit deiner eigenen Lebensgeschichte verwoben. Und meine Frage an dich ist, es gibt ja auch eine iranische Community, so könnte man vielleicht sagen. Es gibt ja doch einige Personen, die hier sind. Wie bist du jetzt aktuell mit dem Iran verbunden? Beziehungsweise, wenn wir jetzt ein Gespräch führen, was hier passiert ist, wie informierst du dich oder wie bekommst du Informationen? Es ist ja alles, vieles ist ja auch nach der Nachrichtensperre nur auf einer Gerüchteebene. Das ist korrekt, ja. Also es ist so, ich habe meine Informationen hauptsächlich durch, wie du sagst, durch persische Freunde, die ich hier in Linz habe, durch meine Familie. Linz habe, durch meine Familie. Ich habe einen Bruder, der in Kopenhagen auch schon seit vielen Jahren sehr aktiv ist hier in Menschenrecht und Aktivitäten und politische Statements immer wieder macht. Ich hole meine Informationen auch von vielen deutschsprachigen Zeitungen und Bücher, weil ich die deutsche Sprache doch besser beherrsche als persische. Ich kann persisch lesen und schreiben, aber so auf den höheren Niveaus ist mein Deutsch doch besser und das sind halt Zeitungen, wo ich mir denke, das sind seriöse Quellen und da hole ich viele Informationen. Durch die Internetsperre war das so, das machte das Regime schon seit es an der Regierung ist. Es gibt immer wieder Proteste, dann gibt es Internetsperre. Der Kontakt zum Ausland wird abgekappt und dann betreibt man Verbrechen und dann kriegt man im Ausland nichts mit. So ist es nicht. Die Informationen sickern trotzdem durch. Ich habe auch noch Familie in Teheran, in Iran. Aber auch, es gibt sehr viele, die das Land verlassen haben. Nach der islamischen Revolution hat es ein Braindrain gegeben. Es haben sehr viele Iraner das Land verlassen. Und das hat überhaupt nicht aufgehört. sehr viele Iraner das Land verlassen und das hat überhaupt nicht aufgehört. Mittlerweile sprechen wir von acht bis zehn Millionen Iranern, die außerhalb des Landes leben, eben wegen diesen Zuständen. Und ich selber habe Familie in Kanada, in Amerika. Das kann jeder Iraner von sich behaupten, dass wir so verstreut sind überall auf der Welt. Und da kommen auch natürlich sehr viele Informationen aus Freundeskreis von meinen älteren Geschwistern, die direkt in Teheran leben. Heute zum Beispiel hat meine Schwester geschrieben, dass ihre Freundin aus dem Teheran sagt, es müssen jetzt sehr viele Antidepressiva nehmen, weil alle so traumatisiert sind. Das ist ganz schlechte Stimmung. Ist das über Internet? Über WhatsApp. Das funktioniert jetzt wieder zum Teil. sind, ist ganz schlechte Stimmung. Ist das über Internet? Über WhatsApp. Das funktioniert jetzt wieder zum Teil. das Internet, ja, die technischen Möglichkeiten sind ja in Iran nicht so fortgeschritten, dass sie das alleine schaffen, das Internet zu kappen, sondern sie holen sich Hilfe aus Russland und China. Das haben sie zuletzt bei den letzten Protesten auch gemacht. Bevor wir über die aktuellen Ereignisse sprechen, ganz, ganz kurz über die Geschichte. Natürlich ist es eine Riesen-Story. Kersen, so hat man das früher gesagt, war ja eine florierende Hochzivilisation für mindestens tausend Jahre. Und aktuell oder im 20. Jahrhundert ist das immer wieder beeinflusst durch das Öl. Man kann sagen, das ist Segen und Fluch zugleich. Der Iran war niemals eine direkte Kolonie im Unterschied zu anderen Ländern in der Region. 1908 hat es die ersten Ölfunde gegeben, übrigens die ersten im Südwesten, die ersten in dieser ganzen Region. Und man könnte jetzt sagen, die Innenpolitik und die Außenpolitik ist seither von der Ölfrage bestimmt, Außenpolitik ist seither von der Ölfrage bestimmt, weil ja dann im Übergang vom 19. und 20. Jahrhundert dieser Umschwung passiert ist in den großen Industrienationen von Kohlebasis auf Erdöl- und Erdgasbasis. Und das war natürlich, also man kann zeigen, was war im Ersten Weltkrieg, was war im Zweiten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg wollten die Verbündeten gegen Nazideutschland einen Korridor haben, haben sie erzwungen und so weiter. Und dann nach 1945 eine eigenartige Situation. Auf der einen Seite den Schah, also das war ein Offizier, der sich in den 30 Jahren an die Macht gepbutscht hat. Und auf der anderen Seite durch Mosadegh eine intensive Debatte wieder um Nationalisierung und mehr sozusagen eine eigene Gestaltung. Und dann dieser Butsch 1953. Ich denke, das war eine Zäsur. Vielleicht möchtest du ein bisschen darüber erzählen. Ja, sehr gerne. Also dieser Putsch ist durchgeführt worden mit Unterstützung von CIA und MI6. Das ist jetzt schon bekannt. Die Amerikaner haben das auch Jahre später zugegeben. Dazugegeben, Mossadegh war ein vom Volk demokratisch gewählter Premierminister. Und es war so, dass, wie du schon gesagt hast, innenpolitisch hat es schon sehr lange sehr viel Unruhen gegeben. Ich möchte jetzt ganz kurz einen historischen Ausflug machen, noch in das 18. und 19. Jahrhundert des Irans, bevor wir den Ersten und Zweiten Weltkrieg besprechen. Weil da hat es eine Dynastie gegeben, das waren die Katscharen. Das war eine schwache Dynastie. Die haben extrem viele Territorialgebiete verloren, verschenkt. Sie waren korrupt, sie waren schwach, sie haben das Land nicht regieren können. Die Bevölkerung war arm. Das waren die Kajan. Und es war so, dass damals Russland einen sehr großen Einfluss gehabt hat auf den Iran und auf der anderen Seite die Briten, weil die Briten waren ja in Indien und waren quasi von Osten die Nachbarn, über Afghanistan die Nachbarn von Iran. Und die haben sich eingemischt in politische Geschehnisse des Landes. Sie haben sich quasi eingebracht. Zum Beispiel Russland konnte den nächsten Thronfolger bestimmen im Iran. Und diese Einflüsse haben den Iran immer wieder geschwächt. Dann ist es zu einer, es war ja Monarchie, also das Regierungsverfahren war monarchisch. Und 19... wann war das? 1905 oder 1907 ist es zu einer konstitutionellen Monarchie gekommen, also zu einer konstitutionellen Revolution. Es kann sein, dass ich das jetzt nicht ganz genau, es war auf jeden Fall so um diese Zeit, wo dann das Ziel war, dass wir eben ein Parlament haben, aber auch einen Monarchisten, der aber wenig zu sagen hat. In diesem Parlament sind fünf Geistliche eingebaut worden, als Kontrollgremium für die Gesetze. Die haben auch was zu sagen gehabt, sozusagen, die Geistlichen. Und dann hat es auch noch die Tatsache, muss man wirklich sagen, dass es Russland und Großbritannien geschafft haben, das Land in zwei Einflusszonen zu teilen. Da hat es diese anglo-russische Konvention gegeben. Das war 1907. Iran war formal nicht Teil von diesen Ländern, aber die haben Einfluss genommen. Und bei dieser Konvention war der Iran gar nicht beteiligt. Die haben das so gemacht. Das heißt, sie haben einen großen Einfluss auf der Sand gehabt. Dann haben sie 1908 Öl gefunden. Und Großbritannien hat das alles in die Hand genommen. Und Iran hat 16 Prozent von dem Ölkonsum sozusagen bekommen. Und es gab unglaublich viel Unruhen innenpolitisch und der Reza Khan, das war der Vater vom Shah, was in den 30er Jahren dann an die Macht gekommen ist. Er hat sich dann eben zum König ernannt mit dieser konstitutionellen Monarchie und hat diese Dynastie, die Kajan-Dynastie, ist dann abgesetzt worden. Das war 1925. Und der hat mit den Nationalsozialisten eher sympathisiert, mehr oder weniger. Und dann ist Mossad gewählt worden, demokratisch. Weil diese konstitutionelle Monarchie hat dann bis 1979 gehalten, dieses System, Regierungssystem. Und was hat der Mossad gemacht? Der hat das Öl verstaatlicht. Weil die Leute haben gesehen, das Öl wird verschenkt, das Land verarmt, es ist sehr unruhig. Und das hat den Amerikanern und den Engländern gar nicht geschmeckt, dass das Öl verstaatlicht wird. Und die haben dann eben mit Hilfe von Amerika den Mosad gestürzt. Und jetzt sagen die Iraner, das war wahrscheinlich die letzte Chance von Iran, ein demokratisches Land zu werden. Und dann ist sozusagen der Schah wieder eingesetzt worden. Genau. Durch diesen Puts werden. Und dann ist sozusagen der Schah wieder eingesetzt worden, durch diesen Putsch. Und interessant ist ja auch, es hatte alles mit uns zu tun. Also es wird ja überhaupt nicht berichtet. Interessant ist auch, dass nachher britisch Petroleum gegründet worden ist. Das heißt, eines der immer noch großen Ölkonzerne. Und dann hat der Schah sozusagen, Industrialisierung hat früher schon begonnen, die sogenannte Weiße Revolution, es hat auch Unterstützung gegeben wegen der Landreform. Und das war dann in den 70er Jahren, hat es dann in der zweiten Hälfte, also die Ölkrise, OPEC-Gründung vorher und so weiter. Und dann hat es ungeheuer viele Streiks gegeben. Und dann, wir müssen das jetzt sehr, sehr knapp machen, weil wir noch über die jetzige Zeit reden wollen. Und dann hat es damals, also 1979, glaube ich, ich kann mich noch erinnern, also ich war damals auch schon ein bisschen politisch interessiert, war für mich eigentlich ungeheuer überraschend, auf einmal ist Ayatollah Khomeini an der Macht, der ist in Paris gewesen, er ist dann exiliert worden, war in verschiedenen Ländern, am Schluss dann in Paris und das ist ja eigentlich interessant, also was ist da dein Bild, wieso gelingt es einem religiösen Führer, der letztlich auch damals unter den ganzen Parteien eine Minderheit repräsentiert hat, wieso gelingt es ihm erstens einmal an die Macht zu kommen und zweitens nachher eher eine theokratische Diktatur zu errichten. Für uns ist das ja alles sehr, sehr eigenartig oder unvorstellbar. Ich glaube, das war es auch damals. Damit hat man nicht gerechnet, dass sich die Sache so entwickelt. Es war so, mit der Weißen Revolution hat der Shah das Land tatsächlich liberalisiert, modernisiert. Das ist ja das Unverständliche. Wir waren auf dem wirtschaftlichen Aufschwung und Frauenrechte sind noch vor der Schweiz 1963 eingeführt worden. Es gab, er hat wirklich gute Sachen gemacht, Armee für die Bildung hat er in den Dörfern geschickt, Alphabetisierung ist passiert. Und ich habe gesagt, dass die Geistlichkeit als Kontrollgremium in der Verfassung etabliert worden ist, reingekommen ist. reingekommen ist, denen hat das gar nicht geschmeckt. Sie haben immer gesagt, das ist so provestlich, wir sind Muslime, wir wollen das nicht, dass das so alles kapitalisiert wird. Und ein Grund war auch, warum die Kleriker das nicht gemocht haben. Diese ganzen Grundbesitzer waren hauptsächlich Kleriker. Und der Schah hat quasi durch die Landreform diese Gebiete verteilt und hat alles quasi umgestürzt. Warum das der Rumäne an die Macht gekommen ist, es gibt natürlich eine Theorie, es gab keine Oppositionelle, es gab das Militär und es gab den Rumäni. Der war 15 Jahre in Exil. Der ist im Zentraliran auf die Welt gekommen, hat Theologie studiert und hat immer Gehör gefunden bei so fundamentalistischen Islamisten. In Irak war er in Exil, in Frankreich war er in Exil und hat immer den Schach bei allem kritisiert. Korruption vorgeworfen und west-pro-westliche Regierung und hat gemeint, auch in einem Satz, wir werden mit, wie hat er gesagt, gegen eure weiße Revolution mit einer schwarzen Antwort, irgendwie so hat er es genannt, also entgegenwirken. Also warum er an die Macht gekommen ist, damit haben viele nicht gerechnet, weil damals haben sich alle verbündet, die Liberalen, die Kommunisten, die Geistlichkeit, weil sie alle den Schah weghaben wollten, leider. Aber er hat auch ein Buch geschrieben, der Rumäni, und es wird halt viel kritisiert, das Buch hat auch keiner gelesen, was will eigentlich dieser Mann? Nach außen hat er präsentiert, ich werde alles quasi, es gibt alles gratis, Strom, Wasser, Geld für die Menschen, alles wird, er war sowas wie eine Gandhi-Figur für die Bevölkerung. Er kommt und er bringt jetzt Liberalisierung und das Öl, das jetzt quasi an Amerika verschenkt wird. In dem Fall war jetzt dann mit der Shah war ja USA-Verbündete und die Menschen waren schon so dramatisiert, hunderte Jahre davor, dass sie geglaubt haben, okay, jetzt kommt diese Gandhi, der Iranische, und hilft uns eine Demokratie. Er hat ja auch gesagt, Demokratie. Und was er gesagt hat auch war, eine absolute Trennung von Politik und Religion kommt nicht in Frage. Er war total dagegen. Politik und Religion kommt nicht in Frage. Er war total dagegen. Total dagegen. Und dann ist er an die Macht gekommen. Und am Anfang hat er Unterstützung gehabt. Es hat ja dann 1979 noch zweimal Abstimmungen gegeben. Eine neue Verfassung ist auch, das war mit einer großen Mehrheit. Und dann ist sozusagen ein politisches System oder ein Machtsystem entstanden, das auch wieder für uns schwer zu verstehen ist. Es gibt ein Parlament, aber das hat nicht viel zu besagen. Der einzige Einfluss ist die Wahl des Präsidenten. Und der entscheidende Punkt ist natürlich, wer darf überhaupt zur Wahl antreten. Das beschließt der Revolutionsrat. Und die ganze Reformdiskussion, wenn man das jetzt Revue passieren lässt, das ist glaube ich jetzt der achte Präsident, seit dieses Regime sich so etabliert hat, war ja eigentlich immer nur in der Spannung, was macht der Präsident, der gewählt ist und was macht der oberste Religionsführer. Und das kann man jetzt auch beschreiben mit rechts oder links oder so, auch mit unterschiedlichen Interessen, auch mit den unterschiedlichen Vermögenssituationen. Das wollen wir jetzt nicht machen. Wir wollen vielleicht jetzt über eine Besonderheit reden und zwar das ist die militärische Macht. Es hat immer Misstrauen gegeben den traditionellen Militärs. Man hat praktisch eine eigene Armee, das sind sozusagen die Revolutionsgarde und so weiter. Und die haben auch, und das ist sozusagen auch ein Hintergrund für die jetzige Situation, die haben auch eine sehr, sehr große wirtschaftliche Macht. Und manche beschreiben, dass das ist das eigentliche Machtzentrum überhaupt. Das ist das große Machtzentrum im Iran. Das ist ganz korrekt. Also diese islamische Revolutionskarte ist direkt nach der Revolution gegründet worden, wie der Name sagt, zum Schutz der Regierung, genau, der Regierung, weil die reguläre Armee war immer noch ein bisschen loyal dem Schah gegenüber. Und das wollten sie natürlich auf jeden Fall verhindern. Die Revolutionsgarde ist eine militärische Institution, als solche entstanden, eine bewaffnete Institution, das sich aber dann schon so weit ausgebreitet hat, dass Einfluss auf die Wirtschaft genommen hat. Das heißt, da wird Wirtschaft und Politik gemischt und ihre Generäle sitzen in diesen ganzen Gremien, überall, wie du gesagt hast, Parlament, Expertenrat etc., die sind quasi die Gesetzgeber, die bestimmen, was politisch und wirtschaftlich läuft. Angeblich sind mehr als 50 Prozent der Wirtschaft vom Iran läuft nur über die Revolutionskarte. Es gab ja dann ein dann nach der Revolution, ein Jahr nach der Revolution, den Iran-Irak-Krieg. Genau. Der übrigens beinahe eine Million Opfer gebracht hat, auf beiden Seiten. Und dann hat sich 1990 ein Baukonzern, haben sie einen Baukonzern gegründet, die Revolutionsgarde, quasi zum Wiederaufwand des Landes. Aber jetzt ist dieser Konzern schon so groß, dass sämtliche Aufträge, sämtliche Entscheidungen nur über die laufen. Das heißt, die können bestochen werden, Aufträge werden nur durch sie vermittelt. Das ganze Öl- und Gasgeschäft ist unter deren Führung und sie haben sich auch militärisch ausgebreitet. Es ist jetzt mittlerweile bekannt und auch schon von Europa auf die Terrorliste gekommen, die Revolutionsgarde, dass sie sich in der Region mit diesen Terrororganisationen, die wir eh schon mittlerweile gut kennen, Hezbollah, Houthis, Hamas, die werden finanziell unterstützt. Das Interessante ist, also diese Soldaten, die sie da quasi finanziell unterstützen, die bekommen 1200 Euro pro Monat, Die bekommen 1200 Euro pro Monat, während ein Iraner durchschnittlich 200 Euro verdient im Monat. Jeder, der aus diesen Terrororganisationen, wenn die irgendwie geopfert werden, die haben ja immer so Opfer-Märtyrer-Rolle, überall, immer schon seit dem Iran-Irak-Krieg. Die sind immer so Märtyrer und Opfer. Wenn Familien von solchen Organisationen irgendwas haben, getötet werden, zum Beispiel von Israelis, dann bekommen sie eine Entschädigung, lebenslang. Soziales System ist für die aufgebaut worden. Ein soziales System ist für die aufgebaut worden. Die haben auch noch ihre Fingern in der Justiz in Iran, im Gesundheitssystem, im Bildungssystem, überall. Jetzt heißt es mittlerweile, die sitzen wie ein Oktopus und haben ihre Arme überall im Iran, politisch, wirtschaftlich und auch in dieser Region ausgebreitet. Diese ungeheure Brutalität der Niederschlagung hat einen wirtschaftlichen Hintergrund, einen Machthintergrund, weil sie verteidigen ihre eigenen Einflüsse, die Korruption und das, wovon sie eigentlich leben. Wenn man die ganze Geschichte anschaut seit 1979, dann könnte man auch die Geschichte so schreiben, es ist eine Geschichte von Protesten, von Aufständen, von Unruhen. Also es gibt ja, ich weiß es nicht, wie viel die Protestwelle ist, das ist vielleicht die zehnte oder so, Mit einem ungeheuren Mut der Bevölkerung, auch viele Frauen, die sehr, sehr mutig sind. Das heißt, man könnte eigentlich sagen, die Geschichte dieses theokratischen Systems ist auch die Geschichte der Proteste, der Aufstände, des Dagegenseins und eines ungeheuren Mutes von Menschen, das kann man sich ja gar nicht vorstellen, weil die riskieren wirklich Kopf und Kragen, wenn sie auf die Straße gehen. Ist sehr traurig, das ist wahr. Die ersten Proteste waren, also die Revolution war ja 1979 im Februar, also heute, 11. Februar 1979, war der Siegestag. Heute ist ein Nationalfeiertag in Iran, das wird groß gefeiert. Aber ich erhalte jetzt Videos aus dem Iran, weil die wollen natürlich das so rüberbringen, wir sind trotzdem die, die hier die Macht haben, wir sind froh darüber. Aber 90 Prozent der Bevölkerung ist gegen das Regime. Sie können nichts mehr machen. Jeder, der auf die Straße geht, weiß, dass er mit dem Leben bezahlen kann. Und das haben wir jetzt gesehen. Am 8. 9. Jänner haben sie innerhalb von zwei Tagen 52.000 Menschen vielleicht mehr umgebracht, sämtliche inhaftiert. Aber nochmal zurück zu den Protesten. 11. Februar und am 8. März war ja wegen Frauentag, hätte es ja Feierlichkeiten geben sollen 1979. Und die Feierlichkeiten sind gleich in eine Protestbewegung umgewandelt worden. Warum? sind gleich in eine Protestbewegung umgewandelt worden. Warum? Wegen dem erzwungenen Hijab. Weil die Gesetze der Scharia sieht vor, dass sich eine Frau verschleiern muss. Und da sind sofort die Frauen auf die Straße gegangen, Schulter an Schulter mit Männern und haben dagegen protestiert, sind brutal niedergeschlagen worden. Und es hat immer wieder, hat die Regierung etwas gezündelt, dann sind die Leute auf die Straße gegangen, haben gesagt, wir sind damit nicht einverstanden, sie sind blutig niedergeschlagen worden und dann ist wieder von politischen Verhandlungen gesprochen worden, so wie jetzt auch. gesprochen worden, so wie jetzt auch. Dann war zuletzt, also jetzt, davor war ja 2022 mit Mahsa Amini, weil sie ihren Hijab nicht korrekt getragen hat, sind auch unzählige Menschen auf die Straße gegangen, sind auch quasi getötet, stillgelegt. Es ist immer dieselbe Strategie dieser islamischen Regierung. Das hat Nathalie Amiri, das ist eine iranischstämmige deutsche Journalistin übrigens, die war sehr lange in Iran, ARD-Korrespondentin. Von ihr habe ich auch ein paar Bücher gelesen und sie berichtet sehr souverän und gut aus dem Iran. Sie hat in einem Interview auch gesagt, das ist immer die gleiche Strategie. Sie zündeln, sie dementieren und dann suchen sie politische Gespräche und Verhandlungen. Seit 47 Jahren. Die Menschen gehen nicht nur wegen zum Beispiel Repression, Unterdrückung. Es ist auch die Wasserknappheit. Es ist auch die Umweltverschmutzung. Es ist einfach diese korrupte Sache mit den Revolutionsgarten. Es ist die Inflation. Der Iran ist ja sanktioniert worden von Anfang an. Nach der Revolution haben die islamischen Studenten die US-Botschaft in Geiselhaft genommen. Das hat 444 Tage gedauert. Damit wollten sie den Schah quasi erzwingen zu gehen. Und ab dem Zeitpunkt haben die politischen Beziehungen zwischen USA und Iran sind schlecht geworden. Und ab seitdem wird das Land ständig sanktioniert. Und wer kriegt das zu spüren? Die Menschen kriegen das zu spüren. Und die Armen, nicht die, die sich bereichern. Ja, und diese Inflation, also die Sanktionen haben dann dazu geführt, dass es zu einem massiven Wertverlust gekommen ist. Man bekommt zur Zeit für einen Dollar 1,4 Millionen Rial. Rial ist die iranische Währung. Und jetzt hat es ja so einen Verfall gegeben vor einigen Monaten. Genau. Und vielleicht noch zu den Sanktionen, was bei uns auch relativ unbekannt ist, was das immer für Auswirkungen hat. Man hat ja zum Beispiel im Irak hat man lange Sanktionen gehabt, also bevor Saddam Hussein beseitigt worden ist. Man weiß ja auch, wie viele Tausende Leute dann sozusagen verhungert sind aufgrund der Sanktionen. Also diese ganze Waffe der Sanktionen ist ungeheuer für diese Länder. Es gibt Zahlen für den Iran, dass ungefähr mindestens ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze sind. Also wirklich Armut. Und der unmittelbare Anlass jetzt für die letzten großen Demonstrationen waren einerseits der Währungsverfall, der dramatische Währungsverfall und dann natürlich eine ungeheure Hyperinflation. Und was mich jetzt eigentlich interessiert oder was ich bemerkenswert finde, dass es von einer bestimmten Gruppe von Bazaaris, also Bazaar-Händlern ausgegangen ist und das ist auch erstaunlich, weil natürlich Händler per se sind eine konservative Gruppe. Die wollen, dass sozusagen die Wirtschaft, die kritisieren das Wirtschaftssystem nicht, sondern sie wollen im Rahmen des Wirtschaftssystems oder im Rahmen wie halt auch Korruption passiert oder wie halt normale in Anführungszeichen Abläufe passieren, wollen sie ihre Geschäfte machen. Also das, denke ich, ist eine Besonderheit und das erklärt auch vielleicht sozusagen die Heftigkeit auch oder vielleicht hat es vielleicht, ich würde dich fragen, wie du das beurteilst. Also es ist so, das stimmt, die Bazaaris waren auch nach der islamischen Revolution dem Regime gegenüber sehr loyal. Das sind diese klassischen Bazaar ausgegangen, sondern die sind von einem Mall ausgegangen, wo Elektrogeräte gekauft, verkauft werden. Also Mobiltelefone und Elektrogeräte. Das sind nicht diese klassischen Bazaare, die nennt man auch Bazaar, aber das war hauptsächlich eben ein Zentrum, wo mit solchen Elektrogeräten, die hauptsächlich auch mit China verhandelt werden, aus denen ist rausgegangen, weil die Sanktionen sind im September letzten Jahr noch einmal verschärft worden und im Dezember war dann der Währungsverfall bis 90 Prozent. Das ist nicht mehr möglich mit so einem Wertverlust, mit so einer Inflation zu reden. die Inflation bei 7 Prozent liegt. Und dort sind die Gehälter in den letzten Jahren seit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen 2018 sind die Gehälter um 30 bis 40 Prozent gefallen. Nur die Mieten sind hoch, Lebenserhaltungskosten sind hoch. Also die Menschen sind mit allem unzufrieden. Es gibt nichts mehr in diesem Land, wo man sagt, das funktioniert. Das heißt, der unmittelbare Auslöser waren die Händler für elektronische Produkte. Handler für elektronische Produkte. Und dann am Anfang hat man das, glaube ich, ein bisschen sogar geduldet. Es hat auch sozusagen von der Führung her gesagt, man kann diese Proteste verstehen. Und dann sehr, sehr bald und dann sozusagen innerhalb von wenigen Tagen richtig niedergeschossen. Also niedergeschossen. Und darf ich dir eine persönliche Frage stellen? Wie geht es dir, wenn du mit einem Land, in dem du sehr verbunden bist, solche Dinge lesen musst? Oder wenn es du in deiner Community oder mit deiner Familie oder mit deinen Freunden, das muss ja schrecklich sein. Es geht mir nicht gut, aber es geht vielen Menschen nicht gut. Im Land und außerhalb vom Land. Es ist so, dass dieses brutale Vorgehen des Regimes unvorstellbar ist. Natürlich sehen wir immer wieder Videos und Fotos von sehr vielen jungen Menschen, die getötet wurden, von Kindern, von Sportlern, von Wissenschaftlern. Es ist so grauenhaft. Die haben zum Beispiel Ärzte und Pflegepersonal inhaftiert, weil sie den Demonstranten geholfen haben. Denen droht nicht nur die Todesstrafe. Jetzt nachdem sie so einen Massaker geführt haben, 8. oder 9. Jänner, vollstrecken sie der Reihe nach Exekutionen von jungen Menschen, ganz unterschiedlich, Ärzte, Juristen, Lehrer. Eine ganze Schule ist ausgerottet worden. Wir kriegen Nachrichten, da geht niemand mehr in die Schule. Das ist grauenhaft. Wie soll es uns gehen? Wir wollen das nicht mehr so hinnehmen. Es ist wirklich Achterbahn an Emotionen. Zuerst kommt die Hoffnung, wir gehen auf die Straße. Also wir jetzt hier, natürlich wir gehen auch auf die Straße, aber uns erschießt niemand. die in Iran auf die Straße gehen, wissen, dass sie mit dem Leben zahlen können. Die verabschieden sich von denen. Es ist so viel Trauer. Es sind so viele junge Menschen schon in den letzten 47 Jahren getötet worden, exekutiert worden. Die Zahl der Hinrichtungen ist enorm. Also es gibt zehntausende Hinrichtungen. Das ist auch, glaube ich, nicht so bekannt. Es hat Jahre gegeben, wo die Zahl der Hinrichtungen durch den Staat, der der Iran das führende Land war. Vielleicht, was würdest du sagen für Personen so wie mir, der sozusagen jetzt nicht so direkt betroffen ist oder der auch das nicht so, wie du halt in Schicksal übersetzen kann, von Personen, die er persönlich kennt, sondern oder was würdest du sagen für uns in Europa, warum, was ist der Punkt, wieso geht uns das überhaupt irgendwas an? Oder wie würdest du das beschreiben oder benennen? Also ich würde sagen, es geht uns hier sehr wohl was an, was dort passiert. In erster Linie ist natürlich, muss man bedenken, die Islamische Revolution, die Revolutionsgarde, die unterstützen diese ganzen Terrormilizen, die ich genannt habe. Auch aktuell bei den Protesten haben sie angeblich aus Afghanistan und aus dem Irak Menschen eingeführt, die die Protestanten niedergeschlagen haben. Angeblich dürften sie auch Captagon genommen haben. Das ist ein Medikament, so wie im Zweiten Weltkrieg. Und das sind gefährliche Terroristen, das sind gefährliche Organisationen. Es wurden in Europa nachweislich elf Terroranschläge in Verbindung gebracht mit der islamischen Revolutionsgarde, einige davon in Deutschland. Das heißt, Terror ist etwas, wo man sagt, ja, das betrifft uns hier in Europa. Erstens einmal. Zweitens ist natürlich auch die europäische Politik, auch das Leben hier ist geprägt von Migration, große Flüchtlingswellen. Wie wollen wir hier damit umgehen? Betrifft natürlich auch Europa. Das haben wir erlebt damals, wie so viele Menschen über das Mittelmeer nach Österreich gekommen sind. Was würdest du sagen, warum uns das in Europa was angeht? Abgesehen von Humanität und abgesehen davon, dass man vielleicht auch einmal darüber nachdenkt, wie kommen wir zum Wohlstand? Wie haben wir das alles erreicht? Genau, ich denke, das wird einen Anlass auch geben, auch zum Beispiel, wie Rohstoffe nach Europa kommen, unter welchen Bedingungen oder was könnten wir machen. Und das ist auch das Zwiespältige. Ich denke, die aktuelle Regierung in den USA ermuntert die Demonstranten, aber natürlich will sie denen nicht helfen, um eine Demokratie aufzubauen. Die haben sozusagen ihre, man könnte es jetzt letztlich sagen, ihre imperialen Interessen. Das heißt, es ist eine Situation, die für den Iran auch nicht gut ist oder zwiespältig ist. Aktuell gibt es einen Flottenaufmarsch der USA um den Iran. Also man wird immer diskutiert, kommt jetzt eine neue Art von Bombardierung, ob das für das Land gut ist oder nicht. Das ist alles sehr, sehr zwiespältig zu beurteilen. zumindest die rudimentärsten Menschenrechte, die geachtet sind und irgendeine Vorstellung, wie dieses Land auch wirtschaftlich wieder gesunden kann. Das ist jetzt alles sozusagen in eine ungeheuernde Ferne gerückt. Richtig, genau. Also man könnte sagen, der Iran kämpft schon seit Hunderten von Jahren die Bevölkerung gegen die eigene Regierung, gegen die Großmächte, Imperialismus, Ausbeutung. Zurzeit gehen 80 Prozent des Öls nach China. 80 Prozent des Öls, das erwirtschaftet wird, wird nach China verkauft. Und war das ungefähr 30 bis 40 Prozent unter dem internationalen Preis. Also billig. Das ist alles sehr traurig. Die korrupte Regierung einerseits, dann die Großmächte, Interesse der Großmächte an das Öl. Iran hat nach Venezuela und Saudi-Arabien die drittgrößten Ölreserven und zweitgrößten Gasreserven der Welt. Naja, ist ja klar, dass jeder Interesse hat an diesem Gebiet. Und mit diesem Bodenschätzen könnte der Iran zu den G20-Ländern dazugehören. 20 Ländern dazugehören. Nur das wird nicht zugelassen. Das wird nicht unterstützt. Natürlich, es ist jedem klar, dass der Trump jetzt nicht für Demokratie und Menschenrechte in Iran ist. Aber die Bevölkerung schafft es nicht alleine, das korrupte Regime abzusetzen. Das geht nicht alleine. Hilfe von außen ist gewünscht. Die Iraner selbst sagen, unsere Blicke sind in den Himmel gerichtet. Wann kommen endlich die? Das ist schon sehr dramatisch, wenn ein Volk hofft, dass Krieg ausgelöst wird. Es ist ja bemerkenswert, dass es zum Beispiel keine Initiative von der EU gibt, die unabhängig von dieser Imperialpolitik von Trump, was würde sich die Bevölkerung wünschen? Oder kann man das so allgemein sagen? Du hast ja schon gesagt, dass die Unterstützung sehr klein ist. Es ist sozusagen eine kleine Gruppe, die davon profitiert. Wenn man die jetzt als eine Terrororganisation benehmt, was es wahrscheinlich auch richtig ist. Das hat jetzt auch die EU gemacht. Das ist zwar nur eine symbolische Geste, aber vielleicht kann es sozusagen auch einen gewissen Eindruck geben. Was würde man sich wünschen vom Ausland? Also wünschen tut man sich auf jeden Fall Unterstützung. Und viele Iraner sagen auch, wie ist man denn das Naziregime losgeworden? Auch durch militärische Einmischung von außen, auch durch Hilfe von USA. Das ist ein Aberglaube, dass man sagt, das muss von innen passieren, die Politik muss. Nein, das ist weder reformierbar noch absetzbar. Das muss man in den Köpfen hinein und damit haben sich schon viele abgefunden mittlerweile. Und wie war die Frage nochmal? Also wie soll man... Was man sich wünschen würde. Ich denke das Beispiel von Nazideutschland, ich denke das ist schon illustrativ. Genau, das würde man sich wünschen und wie gesagt es gibt 90 Millionen Einwohner in Iran, fast 10 Millionen außerhalb des Landes. Mehrheit will eine Demokratie und eine Säkularisierung, ein stabiles Land mit stabilem Leben und Verhandlungen auf Augenhöhe. Nur daran hat niemand Interesse. Im Moment hat sich USA jetzt aktuell mit Türkei und Pakistan und Saudi-Arabien verbündet. Israel ist nicht mehr der Verbündete. hat gedroht, wenn Amerika eingreift, dann gibt es Chaos und Krieg, Flächenbrand und das werden sie auch machen, aber ohne. Wie soll es sonst funktionieren? Wir haben seit 47 Jahren kämpft, die Bevölkerung gegen das Regime und außer Tote bringt das nicht. 47 Jahre ist eine Ewigkeit, das heißt, es gibt viele Leute, die haben überhaupt keine Imagination mehr. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jung. Richtig, genau. Es ist ein junges Land. Richtig, 60 Prozent sind unter 30 oder 40. Was wünschen Sie sich? Sie wünschen Unterstützung von außen. Sie wünschen sich durch diese Terrorlistung von islamischer Revolutionsgarde ist schon sehr wohl so, dass man die Gelder einfrieren kann. Sie wünschen sich natürlich, dass man die Botschaften schließt. weiß man wahrscheinlich eh, dass sehr viele Angehörige von diesen Mullahs und Revolutionsgarden, deren ihre Familien leben in Europa und in Amerika und genießen den Wohlstand und die Freiheiten hier. Sie haben Gelder gestohlen, sie bringen sie nach Europa, kaufen in Millionenhöhe irgendwelche Immobilien und die eigenen Leute werden ermordet. Das heißt, eine Möglichkeit könnte auch sein, einen Teil der Community sozusagen viel, viel schärfer in den Blick zu bekommen und hier auch sozusagen Maßnahmen zu ergreifen. Zu ergreifen und wirklich die ausfindig machen und sagen, wenn das Leben in Iran so toll ist, dann bitte geht doch zurück. es ist aber auch schon was passiert. Es ist ein bekannter Banker der Immobilien, das war in FAZ ein sehr großer Bericht darüber, dass der einige Hotel besitzt in Deutschland und überall in Europa. Und da gibt es Verbindungen zum Sohn von Khamenei, der aktuelle Religionsführer. Und da sind sie jetzt gerade dabei, die irgendwie ausfindig zu machen und die Konten irgendwie einzufrieren. Ein Teil der Problematik ist ja auch, dass die Opposition gespalten ist, dass es wenig Führungsfiguren gibt. Und das heißt, wenn es irgendwie gelingt, das Regime zu beseitigen, dann ist sozusagen die Frage, wie es weitergehen kann. Und wenn es zu einem Bürgerkrieg kommt, dann ist natürlich die Situation noch schlimmer. Ob es noch schlimmer werden kann, kann ich nicht beurteilen. Aber es ist dann sehr, sehr schlimm. Und die Frage ist, wie viel Opfer oder wie viel Tote wird das kosten? Und es gibt ja auch in vielen Ländern, wo die Amerikaner eingegriffen haben, hat es ja sowas wie einen Failed State sich entwickelt. Wenn man sich anschaut, was war in Afghanistan, was war im Irak? Libyen ist bombardiert worden. Wie schaut dieses Land jetzt aus? Und da dieses, oder Libanon zum Teil, wobei das im Libanon ist viel komplexer, dieses Schicksal, jedenfalls vom Irak und Syrien, dieses Schicksal wollen wir dem Iran nicht wünschen. Danke, das will keiner. Aber ich glaube, wenn wir über Iran reden, das sollten wir auch wissen. Iran ist nicht wie diese ganzen Nachbarländer. In Iran ist die Bevölkerung säkular. Das ist sehr gebildet im eigenen Land, sehr gebildet und obwohl es viele unterschiedliche Ethnien gibt und das Land ist sehr multikulturell, ist es so, dass da eine Einheit, also man merkt, dass die zusammenhalten. Also ein Bürgerkrieg ist sehr unwahrscheinlich. Ist sehr unwahrscheinlich, weil da ist auch ein bisschen so dieser Stolz der Perser und Iraner. Und wir halten zusammen, wir sind ein Volk. Und das glauben viele nicht, dass es zu einem Bürgerkrieg kommen kann. Und wie gesagt, es gibt sehr viele Oppositionelle, die im Land selbst sind, jetzt nicht die Reformer, die wir kennen vom normalen System, sondern Oppositionelle, die durchaus eine Regierung übernehmen können, die im Land selbst das aufbauen können. Momentan gibt es den Sohn von Reza Shah, den Pahlavi, der quasi nach der Revolution nach Amerika gegangen ist. Dort hat er politische Bildung gelernt und ist Pilot und er ist jetzt momentan zu einer Figur geworden, weil er immer schon aktiv war und jetzt auch immer wieder aufruft zu Aufstand. Und er sagt in seinen Reden, dass er bereit ist, eine Übergangsregierung zu übernehmen und dann Wahlen zu organisieren, damit die Leute demokratisch wählen können. Und er stellt sich hier zur Verfügung. Und viele, die nicht Monarchie wollen, sondern eben eine Demokratie und Säkularisierung, die unterstützen auch diese Bewegung. Und wir hoffen, dass durch diese Unterstützung mit eben Ausland und mit dieser Figur, also dieser Parler-Wede, der sich jetzt bereit erklärt hat, das zu führen, dass es zu einer Regime-Change kommt. Das hoffen wir wirklich sehr, weil das ist nicht mehr duldbar. Die Situation ist nicht mehr. Liebe Aveda, herzlichen Dank für diese spannende Faststunde. Gibt es noch etwas, was du den Zuseherinnen und Zuseher noch sagen willst? für jede Stimme dankbar. Reden wir über den Iran? Reden wir über die Politik von Iran? Schauen wir, wie können wir umdenken? Was können wir machen? Wir sind hier in Sicherheit. Was können wir machen, damit das Land endlich zur Ruhe kommt? Liebe Aveda, herzlichen Dank. Danke. Liebe Zuseherinnen und Zuseher, ich bedanke mich herzlich, dass Sie so lange noch durchgehalten haben und ich freue mich, Sie bei der nächsten Sendung Denken hilft bei DorfTV wieder begrüßen zu dürfen. Auf Wiedersehen. you