Ich oder wir dürfen euch sehr, sehr herzlich zum heurigen Schreibwettbewerb 2026 begrüßen. Und ganz besonders möchten wir begrüßen und freuen uns besonders, dass die Frau Mag. Christina Kratzl sich heute Zeit genommen hat, um als Jurorin zu fungieren. Herzlichen Dank dafür. Einen kleinen Applaus. Die Frau Mag. Kratzl ist Deutschprofessorin im Borg Linz und Hagenberg und kann deshalb eure Texte sehr gut einschätzen. Ein weiteres Dankeschön gilt auch den Herrn Ammersdorfer Christian, der heute unseren Bewerb für den Fernsehsender DorfTV mitfilmen wird und festhalten wird. Dankeschön. halten wird. Dankeschön. Für alle ein paar organisatorische Dinge. Wir kennen zwar den Ablauf von vorigem Jahr, aber dass es noch einmal gesagt ist, bitte hört gut zu. Es sind fünf Texte, die dauern auch ein paar Minuten. Stört nicht, macht so wenig wie möglich Geräusche. Wir haben zwar ein Mikrofon, aber wir zählen darauf, dass ihr wirklich ganz aufmerksam zuhört. mal von allen Texten. Falls ihr das zwischendurch vielleicht vergessen solltet, bei der Abstimmung in der Klasse werdet ihr auch alle Titel noch einmal sammeln, damit ihr das am Schirm habt. Wenn ihr dann bei der Abstimmung seid in der Klasse, dann bitten wir euch, wirklich die Geschichte, den Text zu wählen, den ihr am besten gefunden habt, egal wer ihn geschrieben hat. Wir gehen nach der Qualität des Textes und nicht nach Freundschaften. Passt gut auf, hört euch alle fünf aufmerksam an und dann gebt ihr eine Stimme ab. Dann wünschen wir euch eine gute Unterhaltung und interessante Texte. Der Vogel. Hallo, mein Name ist Fred. Ich bin ein Vogel Meine einzige Freude im Leben. Jeden Tag passiert stets nur dasselbe. In der Früh kommt mein geliebtes Herrchen herein und schreit mich an, weil ich mein Geschäft verrichtet habe. Wenn mein Besitzer sich wieder beruhigt hat, bekomme ich meine billige Trockennahrung und Wasser. Doch leider ist es nicht frisch, sondern er leert einfach das Wasser von seinem Nachttisch in meinen Wasserspender. Und dann geht dieser Abschaum von Mensch wieder. Wenn doch nur mein Bein nicht angekettet wäre, dann wäre ich schon längst weggeflogen. Ob ich wohl noch fliegen kann? Immerhin bin ich schon seit einer langen Zeit hier in diesem Verlies. Die meiste Zeit des Tages schaue ich einfach aus dem Fenster und beobachte die Umgebung. Die anderen Vögel, ach, wie ich sie beneide, ich würde so gerne, so unglaublich gerne auch frei sein, meine Flügel komplett ausstrecken und mich in der warmen Sonne sonnen lassen. Die Sonnenstrahlen können meinen Käfig gerade so nicht erreichen. Ich würde mal schätzen, dass sich die Wohnung im ersten Stock befindet, denn ich kann die Blätter der Bäume unter mir sehen. Dieser Käfig ist so klein, ich kann nicht mal meine Flügel vollkommen ausstrecken. Mein Besitzer kommt immer gegen abends wieder zurück, wenn die Sonne schon untergegangen ist. Spät am Abend kommt er noch einmal in meinen Raum. Um zu sehen, ob ich noch lebe, schlägt er mit einer Wucht gegen den Käfig. Alles wackelt dann und mein Futter fällt meistens zwischen den Stangen herunter und Wasser spritzt über meinen ganzen Körper. Voller Hass schaue ich ihm ins Gesicht und schwöre mir, dass ich von hier weg muss. Er sagt dann meist sowas wie, zum Glück lebst du blödes Vieh noch. Am nächsten Tag kam er nicht in meinen Raum. Ich hörte nur, wie er aus der Haustür rannte. Nun ist meine Zeit gekommen. Über die Jahre ist die Kette immer instabiler geworden, durch das Wasser, das jeden Tag darüber floss. Und durch den Schlag von gestern hat sich der Haken gelockert. In den nächsten Tagen wird er schon herunterfallen. Ich pickte Tag für Tag. Endlich, nach zwei Tagen, durchbrach ich die Ketten, die mich mein Leben lang hier gefangen hielten. Als er am Abend wiederkam, machte er das Fenster zum Lüften auf. Er schaute mich an und sagte, da wärst du wohl gerne, aber davon kannst du nur träumen. Als er gehen wollte, sprang er auf den Käfig zu und schlug mit so einer Wucht darauf wie noch nie. Der Haken brach und fiel auf ihn. Die Tür ging auf. Ich nutzte die Gelegenheit und floh durch das offene Fenster. Ich habe das Fliegen nicht verlernt. Ich bin endlich frei. Befreit von der Dunkelheit. Endlich. Morgen bin ich 18 Jahre alt. Dann kann ich diese schlimme Familie verlassen. Die ständigen Beschuldigungen und die Dinge, die sie mir angetan haben, werde ich nie vergessen. Als ich 10 Jahre alt war, bin ich mit einer schlechten Note in Englisch nach Hause gekommen. Ich zeigte es meinem Vater mit einem traurigen Ausdruck auf meinem Gesicht und als er es sah, wurde er wütend und schrie mich wie verrückt an. Er betonte in Dauerschleife, wie dumm mich stattdessen bei der Hand und zerrte mich in den Keller. Sie sperrte die Türe zu und ließ mich in der Dunkelheit allein. Nach ein paar Stunden holte mich meine Mutter raus und sagte, wenn du nächstes Mal mehr lernst, dann kommt es nicht so weit. Sie umarmten mich beide, als wäre nichts passiert. Das machten sie jedes Mal aufs Neue. Doch meine Schwester war in ihren Augen die perfekte Tochter und sie machte immer alles richtig. Mich hingegen sah mein Vater jeden Tag mit einem entsetzlichen Gesicht an, als wäre ich nicht sein eigenes Kind. Doch ich gab schon früher die Hoffnung nicht auf, daher gebe ich heute auch nicht auf. Morgen in der Früh bin ich endlich 18 Jahre und ich werde ganz weit wegziehen, wo mich keiner behandelt, als wäre ich ein Niemand. Ich werde die weite Welt bereisen und nicht mehr nach hinten blicken. Anstatt angekettet zu sein, lasse ich meine Flügel raus und gehe für immer fort. Freiheit. Seit drei Tagen gibt mir dieser Mensch kein Wasser und kein Futter mehr. Ich frage mich wirklich, wieso er sich damals genau mich im Vogelgeschäft ausgesucht hat. Vielleicht wegen meinen prachtvollen Farben oder meinem verzaubernden Gesang? Er kommt. Will er mich vielleicht füttern? Ich sterbe vor Hunger. Und schon wieder läuft er einfach am Käfig vorbei. Das Leben als Vogel ist echt nicht einfach. Den ganzen Tag sitze ich im Käfig, in der verstunkenen Wohnung meines Besitzers. Irgendwie muss ich hier raus. Raus aus dem Gehege. Und in die freie Natur. Ich muss abwarten, bis er den Käfig öffnet und dann durch das sperrangelweit geöffnete Küchenfenster. Mein Besitzer ist sogar so faul, dass er die Fenster nach dem Kochen nicht schließt. Das wäre die perfekte Möglichkeit. Doch so schnell wird er meinen Käfig vermutlich nicht öffnen. Sein Name ist übrigens Jeremy. Er ist furchtbar faul und unsportlich. Das ganze Wochenende über liegt er auf der Couch und sieht fern. Das macht er eigentlich immer so, außer wenn er zweimal pro Woche zur Arbeit geht. Unterschied macht es aber keinen für mich, ob er da ist oder nicht. Er kümmert sich sowieso nicht um mich. Doch was macht er jetzt? Er geht in meine Richtung mit einem kleinen Schälchen. Ist das etwa Futter? Ja wirklich, er öffnet das kleine Türchen des Käfigs. Jetzt ist sie da, die Chance auszubrechen. Mit einem Hurra fliege ich raus aus dem Türchen. Ich passe gerade so durch. Völlig verwundert dreht er sich um und fragt sich, ob er verrückt sei. Aber nein, er sieht richtig. Mit einem Hechtsprung versucht er meinen Schweif zu packen. Doch ich weiche aus. So, genug gespielt. Das Ziel ist die Freiheit. Das Letzte, was Jeremy jemals von mir sehen wird, ist mein Hinterteil. Geradewegs fliege ich auf das, wie erwartet, geöffnete Fenster. Und schwupps, bin ich frei. Draußen sehe ich mich um. Alles so schön grün, genauso wie meine Federn. Vor Freude setze ich mich auf den nächsten Baum und zwitschere ein Lied vor mich hin. Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Tagebucheintrag, 15. März von Luise Meier. Mein Name ist Luise Meier. In ein paar Wochen werde ich 65 Jahre alt. Und das ist meine Geschichte, über die ich mittlerweile schon sprechen kann. An vieles aus meiner Kindheit kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber dieser eine Tag, der mein Leben veränderte, den werde ich niemals vergessen. Es war der 4. Juni, an einem Montagmorgen. Vor ein paar Monaten war ich erst 8 Jahre alt geworden. Gerade ging ich meinen Schulweg entlang, als das Schlimmste in meinem Leben passierte. Ich weiß es noch ganz genau. Ein weißer Polo und drei Männer. Sie taten mir weh, sehr sogar. Der Versuch, mich gegen sie zu wehren, scheiterte, sobald einer von ihnen mir ein weißes Tuch ins Gesicht drückte. Dann war ich weg. Als ich aufwachte, erblickte ich fremde Klamotten an meinem Körper. Das Schlimmste für mich war zu spüren, dass die Männer während meiner Bewusstlosigkeit meine Haare abgeschnitten hatten. Heute verstehe ich, dass sie mich tarnen und mir eine andere Identität geben wollten. Doch dieses liebe, unschuldige Mädchen, das ich vor 60 Jahren war, konnte nicht nachvollziehen, warum ihr das angetan wurde. Ich liebte meine langen Haare, mit denen mir meine Mama die schönsten Zöpfe machte. Ich brach in Tränen aus und gleichzeitig sah ich mich um. Es war stockfenster und ich konnte nichts, rein gar nichts erkennen. Das Einzige, das ich mit Sicherheit wusste, war, dass ich wieder zu meinen Eltern zurück wollte. Ab diesem Zeitpunkt sah mein Leben nicht wie voraus. Früher ging ich zur Schule, spielte mit Freunden oder ließ mir von meinem Papa eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen. Doch das änderte sich dramatisch. Mit meinen acht Jahren musste ich lernen, mich um mich selbst zu kümmern. Die Nächte waren anfangs sehr schlimm für mich. Ich wollte einfach nur nach Hause. Mit meinen Entführern musste ich in einem großen Bett schlafen. Doch bald gewöhnte ich mich daran, berührt und missbraucht zu werden. Mein Körper musste Dinge durchmachen, die nicht für ein Kind bestimmt waren. Natürlich durfte ich nicht mehr zur Schule gehen. Das Schlimmste aber war, dass ich nie wieder nach draußen durfte. Kein Tageslicht, keine frische Luft und kein Sonnenstrahl lächelte mich jemals wieder an. Den ganzen Tag und die ganze Nacht verbrachte ich mit den drei Männern, die ich mittlerweile schon als meine neue Familie anerkannt hatte. Für mich waren die Tagesabläufe schon völlig normal, da ich ja nichts anderes kannte. Als ich älter wurde, wurde der Missbrauch immer häufiger. Mit 14 Jahren wurde ich schwanger und gebar meinen ersten Sohn. An das Baby kann ich mich nicht mehr erinnern. Nach der Geburt brachten es die Männer weg. Ich weiß bis heute nicht, was mit dem Baby passiert war. In meiner Gefangenschaft bekam ich insgesamt zwei Kinder, doch keines sah ich jemals wieder. In einer Nacht passierte es dann. Ein Krieg weckte uns. Die Männer wussten sofort, was zu tun war. Sie packten ihre Sachen zusammen und verließen mit mir das Haus. Zu diesem Zeitpunkt war ich 17 Jahre alt. Als wir an einem Bahnhof anhielten, wusste ich genau, dass dies meine Chance war, endlich zu fliehen. Mein Plan war es, in einen anderen Zug zu flüchten, um weg von den Männern zu kommen. Wären am Bahnhof nicht so viele Menschen gewesen, die vom Krieg fliehen wollten, dann wäre mein Plan niemals aufgegangen. Als ich das erste Mal versuchte wegzulaufen, hielt mir einer der Empführer ein Messer entgegen. Mit dem hatte ich nicht gerechnet. Als ich schrie, wurde plötzlich ein kleiner Junge auf mich aufmerksam. Seine Mutter erblickte das Messer und wusste, dass ich dringend Hilfe benötigte. Auf einmal begann die Frau mit einem der Täter zu sprechen. Ich konnte aber kein Wort verstehen. Minuten später nahm sie mich bei der Hand, nachdem sie den Männern ein dickes Geldbündel gab. Diese Frau und ihr Junge waren meine Rettung. Endlich, nach elf Jahren Gefangenschaft, gab es jemanden, der mir zuhörte und mich verstand. Dieses Gefühl, endlich etwas wert zu sein, war unbeschreiblich. Als ich ihr erzählte, was mir zugestoßen war, kullerten Tränen über ihre Mangen. Die Frau wollte hier ihre Verwandten besuchen, sofort aber beschloss sie, mir zu helfen und mit mir in meine Heimat zu fahren, bevor sie ihre eigene Reise weiter antrat. Etwas später saß es dann mit der netten Dame und ihrem Sohn im Zug auf dem Weg in die Freiheit. Ich weiß noch, dass ich in einem kleinen Dorf gewohnt hatte. Plötzlich fühlte ich mich so frei. Es war, als ob ich Flügel anstatt Ketten hätte. Nachdem wir endlich in Sicherheit waren, fanden mich meine Eltern sehr schnell, da ich seit dem Vorfall anscheinend bekannt war und lange Zeit gesucht wurde. Ich verbrachte viel Zeit mit meiner Familie und durfte meinen kleinen Bruder kennenlernen, der schon neun Jahre alt war. Jetzt, über 50 Jahre später, geht es mir wieder halbwegs gut. Bis heute besuche ich wöchentlich einen Therapeuten, der mir dabei hilft, die Erlebnisse zu verarbeiten. Vergessen werde ich die schlimmsten zehn Jahre meines Lebens aber nie. Ich bin wirklich dankbar, dass mir diese Frau mein Leben rettete und bin froh darüber, dass ich meine Geschichte jetzt niederschreiben konnte. In Liebe, Luise Meyer. Die Flucht Der Wind wird durch ihr gefieder und die Landschaft unter ihr wird immer kleiner. Ja, dieser Traum vom Freisein verblasst mit jedem neuen Tag Der Wind wird durch ihr gefieder und die Landschaft unter ihr wird immer kleiner. Ja, dieser Traum vom Freisein verblasst mit jedem neuen Tag in diesem elendigen Käfig. Und das Geschrei der anderen Tiere verschlimmert dieses verzweifelte Dasein um einiges. Mit jedem Morgen beginnt das Licht um Punkt 6 zu flimmern, bis es einen hellen Lichtstrom auf die Tiere in den Käfigen darunter wirft. Sogleich folgen auch die weiß gekleideten Männer. Sie ist erst seit einer Woche in dieser Einrichtung, hat seitdem schon zehn verschiedene Spritzen verabreicht bekommen und hat schon einigen Hasen und Tauben beim Sterben zusehen müssen. Die Erinnerung an ihre Artgenossen, die noch mit letzter Kraft versucht haben wegzufliegen, bricht ihr kleines, bekümmertes Herz. Sie sind schon fast draußen gewesen, als fünf ohrenbetäubende Schüsse die Nacht zum Schweigen gebracht haben und die Körper der Tauben wie nasse Säcke vom Himmel gefallen sind. Vielleicht sollte sie auch versuchen zu fliehen. So würde sie wenigstens schnell sterben und würde nicht mehr von den eisigen Nadeln der Spritzen gequält werden. Bevor sie diesen Gedanken zu Ende bringen kann, beginnt ein schrecklicher Ton zu erklingen. Es klingt, als würden hunderte Wölfe den Mond anheulen und dazu kommt ein rotes Licht, das ihren schon schwachen Augen das Sehen noch mehr erschwert. Und siehe da, ihre gerade noch so enge Fußfessel löst sich und die Käfigtüren schwingen auf. Wie vom Blitz getroffen, breitet sie ihre Flügel aus und fliegt in die Richtung, aus die die Männer gekommen sind. Nicht nur sie, sondern auch all die anderen Tiere fliehen so schnell sie können. Doch hinter der Tür befindet sich nicht die erhoffte Freiheit, sondern eine nur noch größere Halle, in der ungefähr viermal so viele Tiere gefangen sind. Ihre Türen bleiben zu. Außerdem gibt es hier auch keinen Alarm. Die Taube weiß, sie muss schnell sein, sonst ertönen die lauten Schüsse wieder. Sie will nicht sterben. Da, ganz oben, ein Fenster. Es steht weit offen. Da, ganz oben, ein Fenster. Es steht weit offen. Auf dem Weg dahin sieht sie einen Hasen, der sich durch ein Loch am Boden durchzwängen will. Doch einer der Männer packt ihn, hält ihn an den Ohren fest. Ohne nachzudenken fliegt die Taube im Sturzflug auf den weißen Mantel zu, schlägt ihre Krallen in den Haarschopf des Mannes. Vor Schreck lässt er das weiße Häschen fallen und es entkommt durch das Loch. Gerade als sich die Taube wieder auf den Weg nach oben macht, schießt ein kleines Messer hinter ihr her. Es trifft die Taube, zwar Gott sei Dank nicht richtig, hinterlässt aber eine Wunde in einem der Flügel. Als sie endlich nach draußen gelangt, geht gerade die Sonne auf und die ersten Sonnenstrahlen kitzeln ihre Federn. Doch der stechende Schmerz in ihrem Flügel lässt nicht nach. So muss sie am Boden vor der Halle kurz landen. Drinnen ist das komplette Chaos ausgebrochen, denn die Tierretter, die den Alarm ausgelöst haben, schnappen sich die Tiere und fliehen mit ihnen. Die Taube mit ihrem verletzten Flügel gehört aber leider nicht zu den Glücklichen, die in Sicherheit gebracht werden. Plötzlich knallt hinter ihr eine Tür und ein Wissenschaftler tritt heraus. Erst da bemerkt die Taube den kleinen Hasen von zuvor, der vor dem Loch sitzt, durch das er geschlüpft ist. Der weißgekleidete Mann richtet einen silbernen Gegenstand auf die Taube. Genau in diesem Moment rennt der Hase zu dem Wissenschaftler und beißt ihn ins Bein. Das silberne Ding in seiner Hand wechselt die Richtung und zeigt nun plötzlich auf den kleinen Hasen. Ein Knall. Das Fell des Hasen färbt sich rot. Er macht noch einen kleinen Schritt zurück und fällt auf den Rücken. Er ist tot. Mit offenen Augen und Mund liegt er da, im Dreck. Die Taube weiß, sie muss den Schmerz jetzt ignorieren und fliehen. Sie fliegt weg. Ihr verletzter Flügel brennt und ihre grauen Flügel färben sich rot, wie zuvor das Fell des kleinen Hasen. Hasen. Nach einer Weile landet sie in einem Wald. Sie ist müde, aber glücklich, denn nun kann sie jeden Tag fliegen, wohin sie will und essen, was sie will. Außerdem gibt es keine Spritzen mehr, doch die Erinnerung aus dieser Zeit bleibt wie ihre Narbe am Flügel für immer. Okay, kurze Aufmerksamkeit noch. Dann dürft ihr gerne beginnen zu überlegen und zu diskutieren. Wir bitten euch mit eurem Sessel leise in die Klassen zurückzukehren und mit eurem Klassenlehrer, Klassenlehrerin eine Abstimmung vorzunehmen. Vorsicht auf die Kabel. Genau, dass niemand drüber fällt. So, jetzt sind wir bei unseren Großen. Ich hoffe, ihr habt große Texte heute gehört. Wir wissen schon, wer Hunger hat. Trotzdem spanne ich euch noch ein bisschen auf die Folter, denn ihr habt es frei schreiben dürfen. Und das heißt, kein Rotstift hat eure Gedanken zerstört oder behindert. Und manche von euch, auch wenn man nicht gewonnen hat, sind draufgekommen, schreiben befreit. Schreiben ist wichtig, weil ich da meine Individualität ausdrücken kann. Und das habt ihr hervorragend gemeistert, alle miteinander. Also ihr habt euch richtig einetigert. Zumindest die Hälfte. So. Wichtig. Dankeschön. Wichtig ist natürlich auch jetzt singe ich was, gell. Wichtig ist auch die Auswertung, die wir demokratisch gemacht haben, denn in den vierten Klassen, ihr habt es in der Geschichte schon gelernt, wir sind eine demokratische Republik und 45 Prozent, die Lehrer mit 45 Prozent und natürlich, wenn wir uns nicht einig gewesen wären, dann kommt der Juror an die Reihe mit den 10 Prozent, die dann bestimmt, wer gewonnen hat. die dann bestimmt, wer gewonnen hat. Eure Jurorin, schwieriges Wort, ist gleichzeitig auch die Deutschprofessorin von Burg für Kommunikation in Hagenberg. Und darum ist es sehr spannend, dass wir Sie heute bei uns begrüßen dürfen. Bitte nochmal schnell mal einen Applaus. Aber jetzt ist genug. Wer wird gewonnen haben? Danke. Also ich habe jetzt die ehrenvolle Aufgabe, euch den Siegertext, den Sieger, die Siegerin zu verkünden. Vorher möchte ich mich aber noch recht herzlich für den reibungslosen Ablauf bedanken. Ein großer Dank gebührt dabei der Frau Ateneder, aber auch dem ganzen Kollegium, die mit ihrer Hilfe, mit ihrer Bereitschaft, Unterstützung und so weiter das Ganze auch möglich gemacht haben. Natürlich ein großes Dankeschön auch an euch. Eure Beiträge waren wieder toll. Ich habe leider nur die Beiträge von den zweiten Klassen gehört und darum freue ich mich umso mehr, jetzt den Siegertext von den vierten Klassen zu hören. so jahrgangssieger siegerin der vierten klassen ist der text die flucht Du hast eine Sache wunderbar gemacht und daher darf ich dir diese Urkunde überreichen. Und natürlich hast du so einen Wortschatz bekommen, weil du so viel schreibst. Einen gravierten Kugelschreiber als kleines Andenken. Und, ich bin mir sicher, Sarah Wies, Franziska Wies, bist du eine begeisterte Leserin? Ja. Sagen wir ja. Ein Büchergutschein von der Firma Fessel. Jetzt haben wir eine Neuerung noch. Und zwar, wir haben einen eigenen Bleikristall-Pokal, wo wir den Namen der Schülerinnen und Schüler, die gewonnen haben, zusammensammeln. Damit, wenn es ihr Mamas und Papas seid, können eure Kinder nachschauen, ob nicht Mama oder Papa mal gewungen haben. Bitte wirft einen Namen in unseren Vokal. Dein Name steht jetzt für ewig in unserer Schulchronik. Und weil dein Text so toll war, haben wir jetzt den Genuss, dass die Frau Mag. Kratzl deinen Text noch einmal laut vorliest. Hallo zusammen. Ich würde euch gern zuerst einmal großes Lob und großen Respekt aussprechen für eure tollen Texte. Ich freue mich immer so kreative Geschichten zu lesen. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja dann in den nächsten Jahren mal. Gut. Ja, ich denke das geht. Die Flucht. Der Wind weht durch ihr Gefieder und die Landschaft unter ihr wird immer kleiner. Der Wind weht durch ihr Gefieder und die Landschaft unter ihr wird immer kleiner. Ja, dieser Traum vom Freisein verblasst mit jedem neuen Tag in diesem elenden Käfig. Und das Geschrei der anderen Tiere verschlimmert dieses verzweifelte Dasein um einiges. Mit jedem Morgen beginnt das Licht um Punkt 6 zu flimmern, bis es einen hellen Lichtstrom auf die Tiere in den Käfigen darunter wirft. Sogleich folgen auch die weiß gekleideten Männer. Sie ist erst seit einer Woche in dieser Einrichtung, hat seitdem schon zehn verschiedene Spritzen verabreicht bekommen und hat schon einigen Hasen und Tauben beim Sterben zusehen müssen. Die Erinnerung an ihre Artgenossen, die noch mit letzter Kraft versucht haben wegzufliegen, bricht ihr kleines, bekümmertes Herz. Sie sind schon fast ganz draußen gewesen, als fünf ohrenbetäubende Schüsse die Nacht zum Schweigen gebracht haben und die Körper der Tauben wie nasse Säcke vom Himmel gefallen sind. Vielleicht sollte sie auch versuchen zu fliehen. So würde sie wenigstens schnell sterben und würde nicht mehr von den eisigen Nadeln der Spritzen gequält werden. So würde sie wenigstens schnell sterben und würde nicht mehr von den eisigen Nadeln der Spritzen gequält werden. Bevor sie den Gedanken zu Ende bringen kann, beginnt ein schrecklicher Ton zu erklingen. Es klingt, als würden hunderte Wölfe den Mond anheulen und dazu kommt noch das rote Licht, das in ihren schon schwachen Augen das Sehen noch mehr erschwert. Und siehe da, ihre gerade noch so enge Fußfessel löst sich und die Käfigtüren schwingen auf. Wie vom Blitz getroffen, breitet sie die Flügel aus und fliegt in die Richtung, aus der die Männer gekommen sind. Nicht nur sie, sondern auch all die anderen Tiere fliehen so schnell sie können. Doch hinter der Tür befindet sich nicht die erhoffte Freiheit, sondern eine nur noch größere Halle, in der ungefähr viermal so viele Tiere gefangen sind. Ihre Türen bleiben zu. Außerdem gibt es hier auch keinen Alarm. Die Taube weiß, sie muss schnell sein, sonst ertönen die lauten Schüsse wieder. Sie will nicht sterben. Da, ganz oben, ein Fenster. Es steht weit offen. Auf dem Weg dahin sieht sie einen Hasen, der sich durch ein Loch am Boden durchzwängen will. Doch einer der Männer packt ihn, hält ihn an den Ohren fest. Ohne nachzudenken fliegt die Taube im Sturzflug auf den weißen Mantel zu und schlägt ihre Krallen in den Haarschopf des Mannes. Vor Schreck lässt er das weiße Häschen fallen und es entkommt durch das Loch. Gerade als sich die Taube wieder auf dem Weg nach oben macht, schießt ein kleines Messer hinter ihr her. Es trifft die kleine Taube zwar nicht richtig, hinterlässt aber eine Wunde an einem Flügel. Als sie endlich nach draußen gelangt, geht gerade die Sonne auf und die ersten Sonnenstrahlen kitzeln ihre Federn. Doch der stechende Schmerz in ihrem Flügel lässt nicht nach. So muss sie am Boden vor der Halle landen. Drinnen ist das komplette Chaos ausgebrochen, denn die Tierretter, die den Alarm ausgelöst haben, schnappen sich die Tiere und fliehen mit ihnen. Die Taube mit ihrem verletzten Flügel gehört nicht zu den Glücklichen, die in Sicherheit gebracht werden. Plötzlich knallt hinter ihr eine Tür und ein Wissenschaftler tritt hervoraus. Erst da bemerkt die Taube einen kleinen Hasen, der vor dem Loch sitzt und durch das er zuvor geschlüpft ist. Der weiß gekleidete Mann richtet einen silbernen Gegenstand auf die Taube. Genau in diesem Moment rennt der Hase zu dem Wissenschaftler und beißt ihn ins Bein. Das silberne Ding in seiner Hand wechselt die Richtung und zeigt nun plötzlich auf den kleinen Hasen. Ein Knall. Das Fell des Hasen färbt sich rot. Er macht einen Schritt zurück und fällt auf den Rücken. Er ist tot. Mit offenen Augen und Mund liegt er da, im Dreck. Die Taube weiß, sie muss den Schmerz ignorieren und fliehen. Sie fliegt weg, ihr verletzter Flügel brennt und ihre grauen Flügel färben sich rot, wie zuvor das Fell des kleinen Häschens. Nach einer Weile landete sie in einem Wald. Sie war müde, aber glücklich, denn nun kann sie jeden Tag frei fliegen, wohin sie will und auch essen, was sie will. Außerdem gibt es keine Spritzen mehr. Doch die Erinnerung aus dieser Zeit bleibt, wie ihre Narbe am Flügel für immer. Herzliche Gratulation, Franziska. Danke. Vielen Dank.