Herzlich willkommen zur Medientagung 2026, einer Kooperationsveranstaltung von Mehr Demokratie, DorfTV und Volkshochschule Linz-Wissensturm. Mein Name ist Ulrike Rangot-Salzbach und ich darf Sie durch den heutigen Nachmittag führen. Bevor ich Sie aber das Programm genauer vorstelle, möchte ich um ein paar Begrüßungsworte bitten und zwar zum einen von der Katja Fischer. Katja Fischer ist Leiterin des Fachbereichs Gesellschaft und Politik an der VHS im Wissensturm Linz und hat immer von der Konzipierung, wie immer von der Konzipierung bis ins Detail alles mitgeplant und mitbearbeitet. Katja, bitte um deine Begrüßungsworte. alles mitgeplant und mitbearbeitet. Katja, bitte um deine Begrüßungsworte. Vielen Dank, liebe Uli. So ist es nicht immer ganz, aber viel, wir machen immer viel. Ich freue mich sehr, Sie alle heute in diesem wirklich schönen Nachmittag hier bei uns im Wissensturm begrüßen zu dürfen. Ich darf Sie begrüßen im Namen der Volkshochschule Linz, die ja hier im Haus beheimatet ist, zum Thema Menschenrechte in der öffentlichen Debatte. Und schön, dass Sie alle gekommen sind. Ganz besonders begrüßen darf ich die HauptakteurInnen des heutigen Tages, unsere Kino-SpeakerInnen und auch die Leitenden der Workshops. Herzlich willkommen, Stefanie Krisper, Ladislaus Ludescher, er wird dann im Nachhinein online zu uns kommen, Karina Milborn und Luis Paulitsch. Ein herzliches Willkommen auch an die Leitenden der Workshops, Elke Aigner, Bernd Blank, Elisabeth Bauer und Christina Tragler. Herzlich willkommen im Wissensturm. Es geht heute um die Menschenrechte. Menschenrechte sind kein abstraktes Konstrukt, sondern sie sind etwas, das immer wieder vermittelt werden muss, immer wieder gestärkt werden muss und auch verteidigt werden muss. Und genau das setzt auch die Bildung an. gemittelt werden muss, immer wieder gestärkt werden muss und auch verteidigt werden muss. Und genau das setzt auch die Bildung an. Wir sind ja hier in einer Erwachsenenbildungseinrichtung in der Volkshochschule. Und Bildung, wir haben einen sehr starken Demokratiepolitik-Fokus hier auch, wie auch die anderen Volkshochschulen in Österreich. Und Bildung trachtet danach, Verständnis zu schaffen. Bildung stärkt Urteilsfähigkeit und ermöglicht es, dass Menschen an gesellschaftlichen Entwicklungen teilhaben und auch aktiv für eine offene und demokratische Gesellschaft eintreten. Bildung benötigt dafür, aber auch Wissen benötigt objektive, verlässliche Informationen und einen Diskurs, der ermöglicht wird. Und genau da kommen die Medien ins Spiel, gerade in Zeiten der digitalen Informationen. Und wie das sein kann und welche Strategien es eben gibt, darüber wollen wir heute diskutieren. Und ich freue mich schon auf den Nachmittag. Ich wünsche uns allen viele Impulse und gute Gespräche und gebe das Wort wieder an dich, Uli. Danke, Katja. Die nächsten Begrüßungsworte kommen von Katharina Becker. Danke Katja. Die nächsten Begrüßungsworte kommen von Katharina Becker. Sie ist seit 2026 Geschäftsführung der Durft TV GmbH und hat hiermit die Agenten von Gabi Köpling übernommen, als einen wesentlichen Part, also Durft TV als einen wesentlichen Part, nicht kommerziellen und unabhängigen Rundfunks weiterzuentwickeln und zu positionieren. Und dabei sind insbesondere gesellschaftspolitische Themen ganz wichtig, Durft TV. Bitte um die Begrüßungsworte. Ja, herzlich willkommen auch von meiner Seite. Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind, obwohl so schönes Wetter draußen ist. Und genau, mein Name ist Katharina Becker, seit Jänner 2026 Geschäftsführerin von DorfTV. Und Gabriele Kepplinger geht nämlich in elf Tagen in den Ruhestand. Und man sieht es ihr nicht an, dass sie im rentenfähigen Alter ist. Und ich denke, DorfTV hält jung. Und das ist auch der Grund, warum ich mich auf die Stelle beworben habe. Ja, du hast es schon gesagt, Ulrike, wir sind ein nicht kommerzieller Fernsehsender, aber die Frage ist ja immer, kann damit jeder mit diesem Begriff was anfangen und deswegen hole ich einfach mal kurz ab, worum geht es denn beim nicht kommerziellen Fernsehen, beziehungsweise Community TV wird es auch gern genannt. das Wichtigste. Wir haben keine Gewinnerzielungsabsicht und wir sind werbefrei. Das ist das Nicht-Kommerzielle. Das heißt, wenn man unser Programm sieht, gibt es einfach keine Werbung da drin. Finanzieren tun wir uns über den Nicht-Kommerziellen Rundfunkfonds, über Förderungen und über Kooperationen. Und heute haben wir eben auch eine Kooperation, du hast es auch schon erwähnt, mit mehr Demokratie und der VHS und DorfTV. Wir machen zusammen hier diese Medientagung und gefördert wird das Ganze von der österreichischen Gesellschaft für politische Bildung. Unser Fokus beim nicht kommerziellen Rundfunk liegt auf inhaltlicher Vielfalt und wir sind vor allem offen für die Mitgestaltung. Vielfalt und wir sind vor allem offen für die Mitgestaltung. Das heißt, wir haben dafür auch einen Begriff. Wir nennen das UserInnen starker Partner für uns. Also wer da noch Zuwachs braucht, darf sich auch gerne bei uns melden. Und Sie haben es sicher schon bemerkt, es stehen drei Kameras im Raum. Wir filmen das Ganze heute live. Das heißt, wer heute nicht da ist, kann sich das direkt jetzt anschauen. Aber es kann auch im Nachgang nachgeschaut werden. Das heißt, wenn jetzt hier brillante Sätze fallen und man sich denkt, ach, was war denn, da war doch so ein guter Satz, dann kann man das einfach nochmal nachgucken. Und wenn jetzt irgendwie die Freundinnen und Freunde keine Zeit hatten und Peter und Laura aber eigentlich das hätten gerne sich anschauen sollen, dann gibt es die Möglichkeit, dass man einfach im Nachgang den Link von dieser Sendung an seine Freundinnen und Freunde weiterschickt. Und das ist was, wo wir uns auch sehr drüber freuen, wenn Sie alle Multiplikatoren werden von DorfTV und von dieser Medientagung, dass das alles noch größer wird. Ja, und ich möchte an dieser Stelle noch einen kleinen Ausblick wagen. Ich würde mich nämlich sehr freuen, wenn wir uns in etwas weniger als einem Jahr hier wiedersehen, am 12. März. wenn wir uns in etwas weniger als einem Jahr hier wiedersehen, am 12. März. Denn wir haben wieder eingereicht bei der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung und möchten nächstes Jahr eine Medientagung machen zum Thema Medien und Feminismus. Und ich denke, wer jetzt die Schlagzeilen der letzten Wochen verfolgt hat, weiß, Geschlechtergerechtigkeit und die Strukturen, die sind ausbaufähig in den Medien. Und also merkt euch den 12. März, das ist der Freitag nach dem Weltfrauentag und da würde ich mich sehr freuen, wenn wir uns dann hier alle wiedersehen würden. Und jetzt wünsche ich einfach einen erkenntnisreichen Nachmittag. Herzlichen Dank. erkenntnisreichen Nachmittag. Herzlichen Dank. Vielen Dank, Katharina Becker und auch nochmal an das ganze Team von DörfTV, die Gabi Kepplinger und den Martin Wassermeyer, die diese Veranstaltung geplant haben und so von Beginn an immer organisiert haben mit dem Wissensturm. Es ist wirklich schön, dass Sie auch alle kommen an einem schönen Tag, wo die Sonne scheint und sich Zeit nehmen zu diesem wichtigen Thema. Und ich versuche immer einzusteigen mit irgendwas Pfiffigen, Interessanten, um uns zum Thema hinzuführen, etwas Erstaunlichem. Und ehrlich gesagt war das dieses Jahr gar nicht einfach, weil ich glaube, wenn wir in der Früh den Radio aufdrehen oder in die Zeitung schauen, dann passiert es uns jetzt fast tagtäglich, dass wir denken, echt jetzt? Also kann das sein? Ist das wahr? Und was tun wir mit diesen Infos? Ist das möglich, dass das passiert? Aber ich habe zum Glück was gefunden und ich hoffe, Sie kennen es noch nicht. Und zwar gibt es jemanden, der in den United States die Fake News aufdeckt. Und zwar ist das das Weiße Haus. Vielleicht ist Ihnen das schon bekannt, ich wusste es nicht. Es gibt nämlich von dem Weißen Haus den Media Offender of the Week. Das ist, jede Woche wird der Media Offender of the Week dargestellt auf deren Website. Beispielsweise diese Woche ist das CNN. Und CNN berichtete über einen Mann, der explosives Material transportiert hat und sie haben gesagt, es war ein sie bloß und sagen, das sind Lügner und Betrüger. Und das kann man dann hier ganz besonders sehen, Offender Hall of Shame wird das benannt, wo die Medien, die dem Weißen Haus nicht zugewandt sind, aufgelistet werden und wo man nachschauen kann, was sie wieder gelogen haben. Man kann dann auch mit der Tipp, man sieht es da, einen Tipp abgeben, wo wieder gelogen worden ist und so weiter. Also es ist wirklich erschreckend, wie hier einzelne Medien dargestellt werden und wie auch Reporter einzeln genannt werden und als Lügner dargestellt werden. Und ich glaube, das ist ein guter Einstieg in unser Thema, weil wir werden heute noch einiges Erschreckendes hören, aber auch, wie man damit umgehen kann. Und ich darf Ihnen das Programm von heute vorstellen. Wir haben die vier Keynotes, die ich dann jedes Mal noch kurz vorher vorstellen werde. Danach von 16 Uhr bis 16.30 Uhr haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen an die Vortragenden. Dann wechseln wir in die Workshop-Räume. Die Workshops werde ich dann auch noch kurz präsentieren, die Inhalte und die Räume, wo diese stattfinden und am Ende dann um 18 Uhr die Schlussdiskussion mit den Workshop-Leitungen. Und natürlich, wie bekannt, gibt es dann ein feines Buffet vom Schachinger Logistik finanziert von über dem Tellerrand. zum ersten Vortrag von Stefanie Grispa. Sie ist promovierte Juristin, die als Nationalratsabgeordnete für die NEOS von 2017 bis 2025 den Fokus ihrer Arbeit auf Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Antikorruption legte. Vor ihrer politischen Tätigkeit arbeitete sie unter anderem für das Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte, die Volksanwaltschaft, das UNHCR und NGOs im humanitären sowie Flüchtlingsbereich. Sie spricht heute zum Thema toxische Infosphäre versus Menschenrechte und hinterfragt im Besonderen, was die Politik dabei zu tun hat. Sehr geehrte Frau Krisper, bitte um Ihren Vortrag. Vielen Dank, danke für die Einladung. Es freut mich sehr, dass ich heute gemeinsam mit Corinna Milborn, Louis Paulitsch und Ladislaus Ludescher Impulse für diese Tagung geben darf. Und da ich die Erste bin, habe ich mir gedacht, ich gebe so ein bisschen die Landebahn vor, dass wir uns ja alle einfinden, auch im Verständnis der Begrifflichkeiten, die hier zentral sind, damit wir auch einen gemeinsamen Konsens haben, worüber wir reden und was hier im Zentrum steht. Und demnach würde ich gerne anfangen mit einem der zentralen Begriffe, wie ich meine, nämlich die Menschenrechte und doch ein bisschen einen Abriss geben, worum es da eigentlich geht, weil das ja durch die öffentliche Debatte teilweise auch nicht so klarer wird. Sie schützen mal zentral die Würde und Freiheit jedes einzelnen Menschen, sind also auf das Individuum ausgerichtet, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Überzeugung. Und das sind keine politischen Vorgaben, die man einfach abschaffen kann, wenn man will, sondern bei uns stehen sie aufgrund unterschiedlicher Materien im Verfassungsrang, weil wir haben einerseits das Staatsgrundgesetz von 1867, aber bei uns ist auch die Europäische Menschenrechtskonvention im Verfassungsrang stehend, die EMRK, ich sage in Zukunft nochmal EMRK, und weitere Quellen gibt es auch. Und diese Menschenrechte stehen dementsprechend auch am Stufenbau der Rechtsordnung über den einfachen Gesetzen und diese müssen sich danach richten, aber genauso auch jegliche Art staatlichen Handelns. Primär waren sie konzipiert als Abwehrrechte, dass die Freiheit des Einzelnen gewahrt wird, weil der Staat sich nicht einmischt und zum Beispiel es nicht zu überschießender Polizeigewalt kommt, wie ich dann besprechen werde, zum Beispiel passend zu Zensur. Aber dann im Laufe der Zeit hat sich immer mehr herausgewickelt auch, dass es darüber hinaus positive Sorgfaltspflichten gibt. Das heißt, der Staat muss nicht nur Handeln unterlassen, sondern auch aktiv Maßnahmen setzen. Zum Beispiel, weil ich dafür mich ewig eingesetzt habe, beruflich vor der Politik auch, gibt es das Folterverbot, das ja auch unmenschliche Behandlung verbietet. Und dazu gehört auch in der Verpflichtung der Staaten nicht nur, dass die Polizei verhältnismäßig agiert, sondern dass es eine Beschwerdestelle gibt, eine unabhängige, das ist der Punkt, haben wir noch immer nicht in Österreich, eine unabhängige, die sich dann Beschwerden ansieht. Das ist ein positives Handeln, man muss diese Beschwerdestelle einrichten. Und genauso gibt es in unserem Themenbereich positive Pflichten der Staaten und zu diesen kam es auch insbesondere durch die Weiterentwicklung der Menschenrechte durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der die EMRK auslegt und eben dann Staaten verurteilt oder nicht. In Zukunft von mir nur EGMR genannt. Ich bin ein Abkürzungsjuristin, ein Abkürzungsnerd. Gut, was heißt das jetzt für den Bereich Medien? Es gibt gewisse Bereiche, wo der Schutz des Einzelnen vor Verletzungen eben durch EMRK und dann EGMR gewahrt wird. Ein Beispiel, wo es ganz wichtig wurde aufgrund des Handelns der Staaten, ist Überwachung, weil es vorkommt natürlich, dass Plattformen, um gleich das Thema der großen Meta, Google etc. aufzugreifen, Plattformen en masse personenbezogene Daten sammeln und dann der Staat die Möglichkeit hat, wenn er sich für Einzelpersonen interessiert, zum Beispiel im Laufe von Ermittlungen, auf diese zuzugreifen. Und da kann es unverhältnismäßig sein und insbesondere das Recht auf Privatsphäre verletzen. Und deswegen hat der EGMR mehrfach Staaten verurteilt, wenn eben dann Überwachung zu weitreichend war oder unzureichend geregelt war. Zum Beispiel anlasslose oder nicht ausreichend kontrollierte Vorratsdatenspeicherung. Was die Messageüberwachung bei uns bringt, werden wir noch sehen. Dann das Thema Zensur. Da geht es darum, dass der Staat wieder aktiv, leider nicht sich zurückhält, sondern aktiv wird und dementsprechend beginnt JournalistInnen zu verfolgen, die für die Gradregierenden zu kritisch berichten und da zum Beispiel strafrechtlich es ihnen zu sehr an die Pelle gerückt wird. Oder dass kritische Online-Inhalte und regierungskritische Seiten ohne gesetzliche Grundlage gesperrt werden. Also einfach, weil es jemandem nicht passt, der gerade entscheiden kann, das abzudrehen. Auch aber kann es sein, wenn der Zugang zu Online-Medien oder Social-Media-Plattformen pauschal blockiert wird. Wir haben natürlich jetzt hier das Thema eher Social-Media-Plattformen als sehr kritische, neues Phänomen, aber es kann auch sein natürlich, dass Staaten entscheiden, sie sperren das völlig und dann fällt auch die positive Seite eines Austausches weg und das verletzt dann auch natürlich die Meinungsfreiheit zentral. Ein dritter Bereich ist Hass im Netz. Hier geht es darum, dass nicht der Staat das Verletzende halten setzt und sich zurückhalten soll, sondern dass Einzelpersonen meistens anonym Hass verbreiten und der Staat wiederum dann die positive Sorgfaltspflicht hat, nämlich die Verpflichtung, etwas dagegen zu tun. Das gilt, wenn die Betroffenen eben vor Aufruf zu Gewalt, schwerer Hetze oder vor systematischer Stigmatisierung zu schützen sind. Und da hat eben der EGMR auch Verletzungen festgestellt bei gravierender Hassrede, insbesondere gegen Minderheiten, Frauen, LGBTQ-Personen und auch wenn es eben mit der positiven Pflicht keinen wirksamen Rechtsschutz dagegen gab. Wenn ich jetzt rede von gravierender Hassrede und besonders schwerer Form, zeigt das schon, dass es eine schwierige Abwägung teilweise für den EGMR ist, weil auf der anderen Seite die Meinungsäußerungsfreiheit steht. Also was ist Hass? Das muss sehr gut ausjudiziert und geklärt werden, um nicht die Äußerungsfreiheit der jeweiligen Personen zu sehr zu beschränken. Jetzt würde man sich wünschen, dass die Menschenrechte alles regeln. Ich habe Algorithmen hingeschrieben als Unterpunkt zu Hass im Netz, weil es nur schließlich so ist, Ich habe Algorithmen hingeschrieben als Unterpunkt zu Hass im Netz, weil es nur schließlich so ist, dass wir uns wohl wünschen würden, dass wir auch die Algorithmen aufgrund von menschenrechtlichen Vorgaben in gewisse Bahnen lenken können und gewisse Algorithmen verbieten. Das ist aber alles nicht so einfach. Wenn ich daran erinnern kann, ich weiß nicht, wie sehr Ihnen der Fall der Rohingya in Myanmar bekannt ist. der Fall der Rohingya in Myanmar bekannt ist. Das war eigentlich einer der größten im Laufe der Entwicklung Fälle, wo Social Media über Algorithmen ermöglicht hat, dass Hass im Netz derart virulent wird, dass es sogar zu einer verstärkenden Rolle bei Völkermord geführt hat, nämlich an den Rohingya. Das war in den 2010er Jahren. Da hat Facebook vor Ort bei der Bevölkerung das Gefühl gegeben, dass Facebook das Internet ist. Also die Menschen hatten gerade alle ein Handy und dachten, Facebook, das ist das World Wide Web, was dort steht, stimmt. Und die Algorithmen haben sehr, sehr radikalisierend ermöglicht, dass die nationalistischen Mönche, radikale Buddhistinnen, es gibt so alles irgendwo mal auf der Welt, und Akteure mit Nähe zum Militär gezielt Hass streuen konnten und das eben dann unfassbar multipliziert wurde in der Weise im Wording, dass sie die Ruinia als eindringliche Terroristen und nicht Menschen dargestellt haben. Und das führt im Laufe der Jahre, wo nicht interveniert wurde und Facebook das zugelassen hat, dazu, dass der Hass so geschürt wurde, dass im 2016er, 17er Jahr in sogenannten Clearance Operations des Militärs es zu Massentötungen, Vergewaltigungen und Zerstörung von Dörfern kam. Und im Nachhinein haben eben UNO-Ermittler und Menschenrechtsorganisationen festgestellt, haben eben UNO-Ermittler und Menschenrechtsorganisationen festgestellt, dass Facebook eine signifikante Rolle, Zitat Ende, bei der Verbreitung von Hassrede hatte, die zu diesem Verbrechen geführt haben. Man hat aufgrund dessen auch viel mehr die Debatte angeheizt, was zu tun ist gegen gewisse Algorithmen und wie man hier eindämmern kann. Wir müssen natürlich jetzt überlegen, dass wir in Europa sind. Da haben wir auch schon eben durch die MRK gewisse Vorithmen und wie man hier eindämmern kann. Wir müssen natürlich jetzt überlegen, dass wir in Europa sind. Da haben wir auch schon eben durch die MRK gewisse Vorgaben. Und seit Neuestem, wie so oft, wenn man in Brüssel sich ewig nicht einig wird und lange verhandelt, recht spät aber doch, den Digital Services Act, den DSA, der seit Februar 2024 in Kraft ist und einen Meilenstein für die Regulierung von Online-Plattformen in der EU markiert und eben sich auf Algorithmen und Hassrede fokussiert. Jetzt ist das Problem wie immer, am Papier schaut es super aus, der Vollzug in den letzten zwei Jahren war jetzt nicht so erfreulich. Das Ziel wäre gewesen von dieser EU-Verordnung, dass man Regeln für Online-Plattformen schafft, die eben die Nutzerrechte schützen und zu mehr Transparenz und Verantwortung führen. Und das war dennoch im Denken in Brüssel zumindest ein Paradigmenwechsel, weg von der Intention, rein inhaltlich zu regulieren, zu einer Transparenz, dass zumindest die Online-Vermittler ihre Offenlegungspflichten haben, nämlich dass sie klar darstellen müssen, wenn sie Empfehlungsalgorithmen haben, wie diese Inhalte oder Werbung auswählen, anzeigen und darüber Transparenz auch berichten, was die Richtlinien und Kriterien sind. Das Problem ist in der Umsetzung, dass gerade große Plattformen wie X wiederholte Herausgabe von Daten verweigern, surprise, surprise, und dass die ersten Risiko- und Transparenzberichte von den großen Plattformen oft veraltet sind und oberflächlich und nur begrenzt, deswegen auch die Rechenschaftspflicht greift. Sie sollten auch eine Risikobewertung machen, das heißt die Risiken auswerten, die sich aus den Algorithmen ergeben. Das funktioniert auch noch nicht so gut und viel zu langsam und das Problem ist, dass dann die Aufsicht auch nicht greift, die eigentlich eingerichtet hätten werden sollen, weil das System, das ist verteilt auf nationale Digital Services Coordinators und die Europäische Kommission, hier noch recht fragmentiert und inkonsistent ist und in vielen Mitgliedstaaten gibt es noch gar nicht diese nationale Stelle. Das heißt, einerseits muss man noch warten, andererseits pfeifen die großen Player der EU ein bisschen ihr Lied und die Frage wäre, wie viel Druck hier aufgebaut wird. Bis dahin gibt es ein Vollzugsgefälle, wo es zum Beispiel so ist, dass auch X wiederum, Twitter, Ex-Twitter, trotz klarer Rechtsgrundlage seit Monaten, auch den Zugang für die Untersuchung von nicht einvernehmlichen New Defying-Diensten verweigert. Das heißt, auch explizit in Fällen ist es schwierig, sie dazu zu bewegen, auch den Zugang für die Untersuchung von nicht einvernehmlichen New Defying Diensten verweigert. Das heißt, auch explizit in Fällen ist es schwierig, sie dazu zu bewegen, an Transparenz zu agieren. Wenn man jetzt sagt, es gibt Parteien, PolitikerInnen, die demokratieaffin sind und gerne hätten, dass in ihrem Land, Beispiel Österreich, die Demokratie gestärkt wird und nicht geschwächt grundsätzlich, dann wäre dennoch, denke ich, ein wichtiger Hebel, und das ist jetzt die Frage, was kann man alles tun, die ich hier versuche zu beantworten oder den Impuls zu geben, jetzt die Frage, was kann man alles tun, die ich hier versuche zu beantworten oder einen Impuls zu geben, dass man bei Hass im Netz beim DSA sehr wohl nachschärft und ihn stärkt und auch nachbessert. Das braucht aber wieder. Genauso wie, by the way, jeder Fall beim EGMR Jahre dauert, also durchschnittlich fünf bis sieben, aber das ist nur eine Durchschnittszahl. Und dementsprechend ist jede Menschenrechtsverletzung, die unterlassen werden kann, eine gewonnene und ganz wichtig, weil vor dem Verfahren, vor dem EGMR muss ja ein Beschwerdeführer, eine Beschwerdeführerin die nationalen Instanzen zug, also den Beschwerdeweg ausschöpfen, wenn es einen gibt, der als solcher, also den Namen verdient. also deine Namen verdient. Dementsprechend ist es ein langer, langer Weg, um Recht zu bekommen. Und dementsprechend denke ich, die Politik weiß oft genau, was zu tun ist und sollte nicht auf Verurteilungen warten und eben genauso in Brüssel beim DSA nachschärfen. Das heißt eine stärkere Aufsicht, konsequentere Nutzungen der Sanktionsinstrumente, einen durchsetzbaren Datenzugang und Reform auch bei der Transparenzinfrastruktur. Ein Thema, da quippt man als Ex-Politikerin fast philosophisch, die Desinformation. Was schwemmt es nicht alles an Fake News über die unterschiedlichsten Kanäle, oft mit viel Geld aus dubiosen Kanälen, wiederum in allerlei Personenhirn jeden Tag in dieser Gegenwart. etc. Aber darüber hinaus, wenn es nicht wirklich Hassrede ist, Gewaltaufrufe, gezielte Verleumdung, fallen auch unbequeme, fragwürdige oder falsche Meinungen und Informationen grundsätzlich eben auch unter den Schutz von Artikel 10 EMRK der Meinungsäußerungsfreiheit. Das ist ein bisschen ein Paradox von der Demokratie, dass zugelassen werden muss, was sie eigentlich schwächt. Und es ist natürlich äußerst gefährlich, was wir in den letzten Jahren erleben. Louis Paulitsch wird ausführen, wie sich alternative Medien, er wird den Begriff erklären, vernetzen und immer erfolgreicher Kampagnen gegen Personen, demokratische Institutionen, demokratisch gesinnte Parteien fahren. demokratische Institutionen, demokratisch gesinnte Parteien fahren und Carina Milban wird dann auch später ausführen, wie Algorithmen auf den Big-Tech-Plattformen sowie den Social-Media-Monopolen, wie sie es nennt, Desinformation fördern und damit eigentlich die Grundlage der Demokratie zerstören. Desinformation ist mittlerweile derart gefährlich, meiner Meinung nach, und ich glaube, ich bin in dem Raum nicht allein, dass sie zwar kein Menschenrecht im Einzelnen verletzen kann, aber die Demokratie an sich gefährdet. dass die Demokratie eigentlich Meinungen jeglicher Natur fast zulassen muss, geht nur dadurch, dass die Politik in den Bereichen, wo sie handeln kann, auch handeln muss. Und da kann man sehr wohl gewisse Dinge tun, um die positiven Kräfte, sagen wir so, zu unterstützen. Und eine wäre, jetzt springe ich, eine qualitätsorientierte Presseförderung, das heißt seriöse Medien, Medien, die objektiv berichten. Das ist auch die Frage, mit der sich Louis Paulitsch auseinandersetzen wird. Wie kann man das festmachen, mehr zu unterstützen? Und das haben wir in den letzten Jahren, also auch in diesem Lande, nicht erlebt, dass es hier eine für Qualitätsjournalismus förderliche Politik und dementsprechend mit Budget unterlegte Entscheidung auf Seiten der Parteien gibt, sondern auch eine viel zu hohe Abhängigkeit von Inseraten etc. und eine viel zu niedrige und eben nicht an Qualität orientierte Presseförderung. Und das andere, was ich zuerst eigentlich hätte sagen sollen, laut Sleit, die Medienkompetenz zu stärken, was es auf jeden Fall braucht, weil sich sobald jetzt nichts im Großen ändern wird, mehr Medienkompetenz bei Bürgerinnen und Bürgern, um sie zu befähigen, zu erkennen, was ist Desinformation, was nicht und dementsprechend die Dinge einzuordnen und für sich auch zu widerlegen. Der letzte Punkt, das wird jetzt vielleicht ein bisschen ein persönlicher Rant, was wäre nämlich noch wichtig, um Menschenrechte zu stärken, dass demokratieaffine PolitikerInnen auch für Demokratie und Menschenrechte einstehen und sich in diesem Sinne auch äußern. Beginnen kann aber auch jeder einzelne Politiker mal zunächst damit, über das eigene Konsumverhalten sich Gedanken zu machen, nämlich wo kommuniziere ich überhaupt, welche Diskussionen besuche ich und gebe dadurch welchen Plattformen und welchen Medienhäusern Aufmerksamkeit. Beim Herr von Hamms, Luis und ich diskutiert, ist es gar nicht so einfach. Bei X kann man sagen, das ist in entsprechenden Händen. Da bin ich auch schon lange weg und zur Blue Sky gewechselt, gerade auch immer vom amerikanischen Markt und Abhängigkeit der Diskussion auf dieser amerikanischen Plattform sich zu lösen. Bei TikTok, da bin ich nie hin, damit meine Kinder nicht sagen, du bist peinlich und cringe, weil ich Social Media sowieso nie sehr lieb gewonnen habe. Aber dort macht es wohl so schwierig, es ist auch für die jungen Generationen, die nicht peinlich sind, Sinn, weil man dann das Terroir auch nicht ganz aufgeben kann. Aber ich verstehe auch andere Meinungen und ich finde, da braucht es je nach Plattform eine unterschiedliche Diskussion. Genauso wie bei der Frage, welche Medien besucht man, welche nicht, bei welchen tritt man auf, wo nicht, weil es sehr wohl eine unterstützende Wirkung hat, wenn man bei Express sitzt, liebevoll von mir Drecksprex genannt, Drecksprex genannt, oder sonst wo. Also da haben wir auch unter PolitikerInnen auf Diskussionen gehabt, wo gehen wir hin, wohin nicht. Was jetzt die Arbeit an sich betrifft, ist es ja nochmal so bei der politischen Zunft, dass Teil der Arbeit ist, seine Stimme zu erheben oder eben nicht. Das heißt, es muss sich jeder fragen, wozu äußert man sich, wozu erhebt man überhaupt die Stimme, was sagt man dann und was fordert man. Und da musste ich schon erleben, weil ich mit einer Menschenrechtsbrille und Ausbildung in die Politik ging und das bei mir ein starker Fokus war, dass es schon sehr frustrierend war, wie ich es die letzten acht Jahre wahrgenommen habe, dass gerade dann an den Spitzen der Politik sehr viel mit Angstnarrativen gearbeitet wird, wo man sich als Retter generieren kann. Angstnarrative aber bedürfen, dass man vor etwas Angst hat. Das heißt, man muss gewisse Personengruppen als kollektiv gefährlich darstellen. Das heißt aber, man muss dafür vermeintliche Fakten liefern. Das heißt, man zieht sich auf eigentlich dann nicht Fakten zurück, auf die man referenziert. Man differenziert nicht mehr, wodurch Personen aus diesen Gruppen, die sich sehr wohlredlich verhalten, dementsprechend auch das Leben schwerer gemacht wird, auch teilweise Unterstützung entzogen wird, weil man einfach allen entsprechend diese entzieht. Dass man sagt dann, das habe ich immer am allerliebsten gehabt, man kann jetzt nichts mehr sagen gegen irgendwas, weil der Diskurs hat sich so verschoben, man war dabei, aber whatever, so verschoben, dass man leider de entsprechend jetzt auch mehr nach rechts kommunizieren muss, weil man kann das ja den Leuten nicht mehr erklären, dass man dementsprechend einer rechtspopulistischen Partei gewisse Narrative nachhüpft, statt sich einmal, und das finde ich auch sehr schwierig, hinzusetzen und sich mit deren Argumenten zu befassen und gute Gegenargumente herauszuarbeiten und sich dem zu stellen. Ich glaube, da kommt man nicht vorbei. Und dann wird es noch schwierig, wenn die Menschenrechte von Personen verletzt werden, die eben schon aufgrund dieser Mediennarrative einen schlechten Ruf haben oder eben nicht der weiße Ritter sind. Ich habe das erlebt bei der Operation Luxor. Natürlich haben wir ein Problem mit Islamisten etc. Das war eine ganz überschießende Operation, wo sehr viele auch in den Fokus gerieten, die nichts damit zu tun haben, mit jeglichen strafrechtlich relevanten Handeln. Aber da haben sich Kollegen nicht geäußert, weil da weiß eben schon niemand mehr, wer ist gut und wer ist böse, also lässt man es lieber. Aber sich da zu äußern, gehört dann auch dazu. Und eben, dass man sich die Mühe macht, grundsätzlich, und das fehlt mir heutzutage auch, den Wert von Menschenrechten und Demokratie so zu erklären, dass man in der Bevölkerung doch ein common understanding hat, dass es Werte sind, die wir hochhalten wollen und so zu erklären, dass man in der Bevölkerung doch ein common understanding hat, dass es Werte sind, die wir hochhalten wollen und wo wir wollen, dass sie erhalten bleiben. Und es wäre auch wichtig, weil, wie Louis Paulitsch ausführen wird, die alternativen Medien arbeiten ja sehr erfolgreich an einem Gegennarrativ. Also sie zeichnen neben allem anderen übel auch Menschenrechte als Teil einer großen Verschwörung und fahren Kampagnen gegen Minderheiten und auch das Regelwerk, das Menschenrechte schützt, wie Brüssel oder eben der böse Menschenrechtsgerichtshof. Und umso mehr wäre es wichtig, hier ein selbstbewusstes Gegennarrativ von allen demokratieaffinen PolitikerInnen zu haben. Ein Beispiel, das ich nennen will, vielleicht aufgrund meiner eigenen Erlebnisse im letzten Jahr, wo mir das halt auch aufgefallen ist, ist der Stopp des Familiennachzuges, wo es so war, dass das eben entschieden wurde, dass das vorzunehmen sei. Und die Frage aber ist, ob das überhaupt faktisch zu rechtfertigen ist oder ob man da Sorge hatte, eben schon aufgrund des verschobenen Narrativs hier tätig werden zu müssen. Und grundsätzlich wäre es wichtig, bei Regierungsentscheidungen hier, glaube ich, auch zu dritt mehr an einem Strang zu ziehen und eben auch diese Prinzipien, zumindest bei diesen Prinzipien, schnell einen Konsens zu haben und eine Sprache zu finden. Was mir bei den Regierungsverhandlungen, um daran noch zu denken, auch aufgefallen ist, es gibt, glaube ich, zu wenig Bewusstsein dafür, dass wir nach dieser Regierung vielleicht eine mit blauer, höchstwahrscheinlich, eine mit blauer Beteiligung bekommen, möglicherweise, jedenfalls, auf jeden Fall, dass es den Bedarf gibt und jetzt auch die Möglichkeit, weil er mit den Grünen eine Zweidrittelmehrheit im Parlament da wäre für jede Verfassungsänderung, dass man entsprechend in allen Bereichen Verfassungsbestimmungen einführt, um zum Beispiel bei der Bestellung der Höchstrichter, VfGH, auch bei ORF-Reform etc., die Säulen der Demokratie abzusichern und eben auch bei den Wienern bedürfte es einer entsprechenden Reform, soweit wie möglich auch verfassungsgesetzlich abgesichert. Und bei den Regierungsverhandlungen war für mich auffällig, von dem, was ich wahrgenommen habe, dass eben dieses Bewusstsein einer möglichen Bedrohungslage für die Demokratie nicht da ist und man auch nicht bereit ist, über den Schatten zu springen und daran gemeinsam zu arbeiten. Da hoffe ich auch, dass es sich ändert. Und das wäre mein persönlicher Appell zum Schluss oder meine große Hoffnung, dass auch in diesem Sinne der Druck auf die Parteien steigt, weil ich habe das Gefühl, dass sich nach scheiternder Verhandlung in FPÖ, VP sich alle entspannt ein bisschen zurückgelehnt haben weil ich habe das Gefühl, dass sich nach scheiternder Verhandlung in FPÖ, ÖVP sich alle entspannt ein bisschen zurückgelehnt haben und sich über das freut, was klappt im Moment. Aber in Wahrheit könnte man den Kontakt und die Diskussion mit den Parteien, die einem nahestehen oder durch entsprechendes Engagement sehr wohl jetzt die Zeit nutzen. Und ich glaube, das wäre wichtig. Vielen Dank. Vielen Dank für diese sehr schöne To-Do-Liste. Und wir wissen, die Politik hat sicher nicht eine kürzere To-Do-Liste wie wir. Da gibt es viel zu tun, aber der Moment, wie Sie es jetzt gesagt haben, ist jetzt und nicht morgen, weil morgen kann es zu spät sein, wie wir jetzt gerade ganz, ganz klar sehen. Vielen Dank noch einmal. Wir schauen zum nächsten Vortrag hin und der wird uns online zugeschaltet. Ich probiere jetzt mein technisches Know-how hier aus, ob ich das schaffe, sonst ersuche ich die Technik um Hilfe. Genau, der Herr Ludesche ist schon hier. Herzlich willkommen. Herr Ludesche spricht heute zum Thema toxische Infosphäre versus Menschenrecht. Entschuldigung, falsche Zeile. Herr Ludescher ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die deutsch-amerikanischen Beziehungen sowie insbesondere die Marginalisierung des globalen Südens in den Medien. Er ist uns heute online zugeschaltet und wird uns einen Einblick in die grobe Vernachlässigung des globalen Südens in der medialen Berichterstattung geben. Sehr geehrter Herr Ludescher, bitte um Ihren Vortrag. Ja, vielen Dank für die freundliche Begrüßung und ganz herzliche Grüße hier aus Deutschland. Ich bin zwar in Frankfurt beschäftigt, aber ich bin Ihnen gerade aus Heidelberg zugeschaltet. Also ganz schöne Grüße hier aus Heidelberg nach Österreich. Und ich würde jetzt meinen Bildschirm teilen und dann auch gleich direkt einsteigen. So ja, wie Sie sehen können und hoffentlich sehen Sie auch alle die Präsentation, geht es heute um vergessene Welten und blinde Flecken. Und damit ist natürlich der globale Süden gemeint. Ganz zu Beginn möchte ich vielleicht noch kurz sagen, wenn Sie sagen, das Thema interessiert mich auch außerhalb dieses Vortrags, ich möchte da gerne noch ein bisschen mehr Informationen erhalten. Es gibt auch zum Beispiel eine Wanda-Ausstellung zu diesen Ergebnissen. Dann darf ich Sie auf zwei Untersuchungen von mir aufmerksam machen, die Sie kostenlos herunterladen können. Einmal vergessene Welten und blinde Flecken und ganz aktuell 2025 erschienen das größte lösbare Problem der Welt. Das ist die Marginalisierung des globalen Hungers in den Medien. Und beide Seiten oder beide Untersuchungen wie viele, viele andere Untersuchungen und auch weitere Materialien können Sie kostenlos auf meiner Internetseite herunterladen. Wenn Sie sich jetzt IVR Heidelberg merken und dann die Suchmaschine zum Beispiel das eingeben, dann kommen Sie automatisch auf die entsprechende Internetseite mit den Hintergrundinformationen. Vielleicht darf ich auch gerne noch ein bisschen aufmerksam machen darauf, dass wir ein kleines Netzwerk gegründet haben, denn die Untersuchungsergebnisse, die Sie heute in komprimierter Form jetzt gleich hören werden, die haben nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Kolleginnen und Kollegen zu Entrüstung geführt. Der globale Süden wird massiv, eklatant, vernachlässigt. Und wir haben ein Netzwerk gegründet und ein Positionspapier ausgearbeitet. Das haben jetzt 1300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter 750 Professorinnen und Professoren unterschrieben und auch 160 Organisationen, die auch hinter dem Papier stehen. Und wir sind dann an die Medien herangetreten, an die Medienredaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ungefähr 400 Redaktionen sind das. Wir haben versucht, da ein bisschen Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, ein Projekt, das wir auch noch in Zukunft fortsetzen möchten. Wenn Sie sagen, das interessiert mich auch alles, dann können Sie in aller Ruhe nochmal auf der Internetseite, die ich vorher erwähnt habe, alles in Ruhe nachhören und nachschauen und nachlesen. Medien, wie zum Beispiel politische Talkshows, von denen Sie vielleicht die ein oder andere Sendung kennen werden, Markus Lanz vielleicht zum Beispiel, oder den Deutschlandfunk als Radionachrichten, dann Printmedien, wie die Bild-Zeitung als größte deutschsprachige Nachrichten, oder ja, größte deutschsprachige Tagespresse, dann aber auch ausländische Medien, wie die Schweizer Tagesschau, amerikanische Nachrichten, Washington Post, Le Monde aus Frankreich, mittlerweile so ungefähr 40 Medien habe ich ausgewertet. Und dazu gehören natürlich auch österreichische Medienformate wie die ZIP1. Das ist natürlich die wichtigste Nachrichtensendung in Österreich. ORF.at als die wichtigste Informationsseite im Internet. Aber auch die Kronenzeitung und das Profilmagazin zum Beispiel gehören dazu. Und viele, viele tausende Sendungen habe ich mir angeschaut, viele zehntausende Seiten ausgewertet. Und eines der wichtigsten Ergebnisse sehen Sie hier zusammengefasst. Das ist die Grafik sozusagen für die Berichterstattung der Tagesschau in den Jahren 2007 bis 2024. Und da sehen Sie nun eine Weltkarte, auf der größere und kleinere Kügelchen zu erkennen sind. Und Sie sehen die großen Kugeln. Da haben einige von denen auch sogar Ziffern, die sie zeigen, zum Beispiel die USA. Da ist die Zahl 9.880 zu sehen. Das bedeutet, in fast 10.000 Beiträgen wurden die Vereinigten Staaten in diesem Untersuchungszeitraum in der Tagesschau-Berichterstattung erwähnt. Also vielleicht zur Orientierung, ungefähr 50.000 Beiträge wurden in den Jahren 2007 bis 2024 ausgestrahlt und von diesen 50.000 Beiträgen sind in einem Fünftel von diesen Beiträgen die USA erwähnt worden. Dann sehen Sie noch ein paar andere größere Kügelchen, wie die EU, Europa, Russland ist dabei. Das heißt, das, was man so als globalen Norden bezeichnen würde, der Westen plus Russland. Und größere Kügelchen sind aber auch noch in der sogenannten Mena-Region zu finden. Mena bedeutet Middle East and North Africa. Das ist die Region von Marokko über Ägypten, den Nahen Osten bis hinüber nach Afghanistan und Pakistan. Und da sind auch größere Kugeln zu sehen, wie man erkennen kann. Das hängt natürlich mit den Kriegen zusammen, die dort stattgefunden haben. Denken Sie an den Irakkrieg, Afghanistan, Krieg Syrien, jetzt natürlich auch Iran und in der Nahosten ganz allgemein. Also das sind Kriege, in denen auch der Westen verwickelt ist und da ist ein gewisses Interesse festzustellen. Dann haben wir noch China, die auch, dass China ist als Wirtschaftsmacht noch gewissermaßen interessant, aber ansonsten der Rest der Welt, ganz, ganz kleine Kügelchen, wie Sie hier sehen können. Lateinamerika, Sahara-Afrika, Südasien, Südostasien, fast nicht existent sozusagen, könnte man sagen, in der Berichterstattung der Tagesschau. Und das sieht leider in den anderen Medien nicht anders aus. Wir werden auch gleich zur ZIP kommen. Ich bin selbst überrascht, wie unglaublich deckungsgleich die Ergebnisse immer wieder sind, ob Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Die Ergebnisse sind unglaublich ähnlichungsgleich die Ergebnisse immer wieder sind, ob Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Die Ergebnisse sind unglaublich ähnlich und tatsächlich sehr, sehr konform zueinander. Ja, ganz allgemein kann man vielleicht Folgendes festhalten. Vielleicht darf ich Ihnen das so mitteilen, vielleicht als wichtigste Quintessenz. Ungefähr 15 Prozent der Menschen leben im globalen Norden. Das ist das, was man hier blau auf der Karte erkennen kann. Eben der sogenannte Westen plus Russland würde man auch doch zum globalen Norden zählen. Demgegenüber leben 85 Prozent der Menschen auf dem globalen Süden, die hier traditionell rot eingefärbt sind. Sie sehen Lateinamerika, Afrika würde man dazu zählen, aber auch einen großen Teil von Asien und vor allem Südostasien auch. Nun entfallen auf diese 15 Prozent der Weltbevölkerung, auf den globalen Norden, in den meisten Nachrichten, ungefähr 90 Prozent der Beiträge und Berichte. Das heißt 90 Prozent für 15 Prozent der Weltbevölkerung. Umgekehrt bekommen 85 Prozent der Menschen nur etwa 10 Prozent Aufmerksamkeit. Also da ist eine ganz große Diskrepanz festzustellen, die hier eklatant über alle Medienhäuser eigentlich hinweg so festzustellen sind. Ich darf sagen, das sind vor allem die Ergebnisse für die Nachrichtensendungen wie ZIP Tagesschau in Deutschland und Österreich, in der Schweiz. Aber wenn man die Printmedien sich noch anschaut, sieht das sogar noch dramatischer aus. Also in den Zeitungen haben wir sogar in der Regel nur 5% Beitragsseiten für den globalen Süden. Also da ist die Vernachlässigung sogar noch dramatischer. Ja, und ich habe nun schon die Anprochung, dass ich auch Ihnen die ZIP-Ergebnisse vorstellen möchte. Das ist also die Karte nochmal für die Tagesschau für Deutschland. Und Sie sehen dieses Muster. Und das Muster erkennen wir eigentlich ganz, ganz stark wieder, auch bei der ZIP-Berichterstattung. Da gehen meine Daten zurück bis ins Jahr 2022. Da war der Ukraine-Krieg natürlich sehr beherrscht und sehr dominant, was man hier in der Karte, glaube ich, ganz gut erkennen kann. Afrika fast nicht existent. Viele Länder kommen gar nicht vor in der ganzen Berichterstattung im ganzen Jahr. Jetzt schauen wir uns mal das Jahr 2022 an. Da kommt natürlich der Nahe Osten dazu mit dem 7. Oktober und dem Krieg dann in Gaza. Und das Jahr 2024, auch da sehen wir ein paar Veränderungen. Aber ansonsten Afrika und Lateinamerika, Südasien bleiben weiterhin völlig marginalisiert und völlig randständig sozusagen. Ja, wenn man diese Jahre nun zusammenfasst, dann kann man das ungefähr so auf den Punkt bringen. Der ZIP entfällt etwas weniger als die Hälfte der Sendezeit auf innenpolitische Themen wie Österreich, Innenpolitik und andere Themen, die mit Österreich zu tun haben. Ein kleinerer Block, ungefähr 42,7 Prozent im Untersuchungszeitraum, entfällt dann auf die restlichen Staaten des globalen Nordens, also USA, EU, Frankreich, Deutschland, Italien und so weiter. Und dann haben wir den Rest für den globalen Süden. Aber hier ist es ganz wichtig, nochmal zu unterscheiden zwischen den MENA-Staaten, also die ich vorher schon erwähnt hatte, und dem restlichen globalen Süden. Denn auf die MENA-Staaten entfällt 7% der Sendezeit. Auf die Staaten ohne die MENA-Region, also ohne Irak zum Beispiel, ohne Gaza, ohne Afghanistan usw., haben wir nur 3,8%. Und das sind immer noch ungefähr 70 bis 75% der Menschheit, die da eigentlich vollkommen untergehen. Wenn Sie da noch China rausrechnen, sind wir da schon vielleicht bei 2% Sendezeit für ungefähr vielleicht 60% der Menschheit, die da eigentlich vollkommen untergehen. Wenn Sie dann noch China rausrechnen, sind wir da schon vielleicht bei 2% Sendezeit für ungefähr vielleicht 60% der Menschheit. Also eine ganz, ganz eklatante Vernachlässigung, vor allem von Ländern wie Lateinamerika eben und Südsaharafrika und Südasien. Nun habe ich Ihnen ein paar Beispiele mitgebracht, um Ihnen zu zeigen, wie unglaublich dramatisch die unterschiedliche Behandlung von Ereignissen ist im globalen Norden und globalen Süden. Das sieht in Deutschland nicht anders aus als in Österreich, genauso auch in der Schweiz. 2022, das wissen Sie alle, hat die sogenannte Zeitenwende stattgefunden. Russischer Angriff auf die Ukraine hat die Nachrichten ganz stark dominiert. Nun ist es aber so gewesen, dass ja der Rest der Welt nicht stillgestanden hat, sondern da gab es auch eine ganze Reihe von Ereignissen, die katastrophal gewesen sind, wirklich fürchterliche Ereignisse, die da stattgefunden haben, zum Beispiel eine Jahrhundertflut in Pakistan, die ein Drittel des Landes unter Flut gesetzt hat. 33 Millionen Menschen sind obdachlos geworden. Oder die Zahl der Malariatoten hat sich um 50 Prozent erhöht gegenüber dem Vorjahr auf etwa 619.000. Der globale Hunger ist infolge von Corona um 150 Millionen Menschen gestiegen, also ganz dramatische Zustände auch im Rest der Welt. Und trotzdem sind diese Ereignisse eigentlich weitgehend ignoriert worden von den Nachrichten. Zwei konkrete Beispiele habe ich Ihnen mitgebracht, um Ihnen das zu verdeutlichen. Einmal ist das der tödlichste Krieg des 21. Jahrhunderts. Und das zweite Beispiel ist die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Und bei beiden, das darf ich Ihnen anmerken, handelt es sich nicht um den Ukraine-Krieg. Also vielleicht beim tödlichsten Krieg denken Sie jetzt an den Ukraine-Krieg. Nein, tatsächlich ist das der Bürgerkrieg im Norden von Äthiopien, der sogenannte Bürgerkrieg in Tigray. Sprechungsweise 600.000 Zivilisten sind dort ermordet worden. Tigray. Sprechungsweise 600.000 Zivilisten sind dort ermordet worden. Also ein ganz besonderer Anteil dieses Krieges ist es, dass eben vor allem Zivilisten dabei zu Tode gekommen sind. In der Ukraine zum Beispiel kommen vor allem Soldaten zu Tode. Also 20.000 Zivilisten sind ungefähr in der Ukraine getroffen. In Tigray sind 600.000 Zivilisten gewesen und weniger Soldaten als in der Ukraine, wo es da etwas anders aussieht. Aber tatsächlich der tödlichste Krieg ist bei weitem tatsächlich der Bürgerkrieg in Tigray. Es kam zu schlimmsten Menschenrechtsverbrechen, wie Amnesty International dort festgestellt hat. Ethnische Säuberungen haben stattgefunden, hat Human Rights Watch berichtet. Und es kam zu Morden, Vergewaltigungen und Plünderungen im Norden von Äthiopien in Tigray. Tatsächlich haben Untersuchungen ergeben, dass mindestens 120.000 Frauen in diesem Konflikt von 2020 bis 2022 dort vergewaltigt wurden. Also eine fürchterliche Situation, die sich dort eben hat. Trotzdem wissen die meisten Menschen überhaupt nichts über diesen Krieg. Sie haben noch nicht einmal von der Region Tigray überhaupt jemals etwas gehört. Also wenn Sie hier auf die Straße rausgehen, werden Sie niemanden auf der Straße finden können, der noch nie was von der Ukraine gehört hat oder vom Ukraine-Krieg. Jeder weiß da Bescheid, jeder weiß ganz genau, was passiert ist. Aber über Tigray hat man noch nie etwas gehört. Sie werden wahrscheinlich niemandem begegnen können, der irgendwas dazu erzählen kann. Wahrscheinlich werden die Menschen einfach mit den Augen, also sie werden stutzen und sagen, Tigray habe ich noch nie gehört. kam es zu einem ähnlichen Massaker in Thole in Äthiopien mit ungefähr 400 Menschen, die dort ermordet und bestialistischerweise getötet wurden. Und trotzdem sagt in der westlichen Welt der Ausdruck Thole gar nichts. Man kann nichts mit diesem Begriff anfangen, obwohl eine solche Grausamkeit dahinter steht. Ja, das zweite Beispiel ist Jemen. Seit Jahren wurde es von den Vereinten Nationen als schlimmste momentäre Krise weltweit bezeichnet. Mittlerweile wurde der Jemen. Seit Jahren wurde es von den Vereinten Nationen als schlimmste momentäre Krise weltweit bezeichnet. Mittlerweile wurde der Jemen durch den Sudan abgelöst, aber bis 2023, bis 2024 war der Jemen jahrelang tatsächlich die schlimmste momentäre Krise weltweit. Ungefähr 400.000 Menschen sind in diesem Bürgerkrieg gestorben. Es gab die schlimmste jemals gemessene Cholera-Epidemie. Über 50 Prozent der Menschen dort hungern, also auch eine ganz, ganz angespannte Situation. Und wir wollen uns nun anschauen, wie groß die mediale Aufmerksamkeit also für diese beiden außergewöhnlichen Katastrophen gewesen ist. Sie sehen hier die Sekundensendezeit in der Zeit im Bild 1 im Jahr 2022. Links sehen Sie die drei Top-Themen des Jahres. Der Ukraine-Krieg mit etwa 94.000 Sekunden Zeit, Pandemie immer noch recht stark mit über 40.000 und dann die Energiefrage, also Gas, zum Beispiel die Gaslieferungen, die sich ja dann durch den Ukraine-Krieg gegeben haben, auch fast 40.000 Sekunden. Also ein großes Interesse für alle drei Themen. Und jetzt sehen Sie auf der rechten Seite ein minimales Interesse am Jemen und am Tigray. Das sind zwei Kurzberichte gewesen, zwei Kurzbeiträge. Eigentlich wirklich nicht existent, könnte man sagen, in der Berichterstattung. Leider sah das auch in den Jahren vorher nicht anders aus. Da habe ich Daten für die Tagesschau. Sie sehen, dass da die Top-Themen des Jahres die Pandemie gewesen sind, 2020 und 2021, und da auch kein Interesse an Jemen, an Tigray, überhaupt eigentlich vielleicht ein, zwei Alibi-Beiträge, in Anführungszeichen, die im ganzen Jahr ausgestrahlt wurden. Ansonsten überhaupt gar keine Berichterstattung, die hier stattgefunden hätte. Nun ist das also für die ZIP 1 vielleicht, um es nochmal zu visualisieren, um sich auch wirklich das nochmal zu verdeutlichen, wie deutlich und wie dominant die Marginalisierung ist. In dieser kleinen Kugel dort sehen Sie, das ist die Berichterstattung über den tödlichsten Krieg des 21. Jahrhunderts. Und das ist die Berichterstattung, diese kleine Kugel, über die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Nun könnte man sagen, es ist doch natürlich, dass Menschen sich eher für Dinge interessieren, die näher geografisch zu ihnen liegen oder vielleicht kulturell verwandter sind. Man hat doch natürlicherweise ein größeres Interesse an der Ukraine. Ja, das kann man vielleicht menschlich verstehen, aber die Dominanz sozusagen der europäischen, der Themen des globalen Nordens ist so gewaltig und die Marginalisierung von Themen des globalen Südens ist so evident und so deutlich, dass das einem ins Auge springt. Also das sozusagen, was da überhaupt von Berichterstattung gesprochen werden kann, ist fast in Frage zu stellen, wenn man sich anschaut, wie wenig Sendezeit diesen beiden Katastrophen zum Beispiel zur Verfügung gestellt wurde. Es ist kein Einzelbeispiel. Es gibt unzählige weitere Katastrophen, die jetzt in den letzten Jahren stattgefunden haben und auch noch aktuell stattfinden. In der Demokratischen Republik Kongo zum Beispiel gibt es einen Bürgerkrieg, könnte man sagen, oder zumindest gibt es einen sehr instabilen Waffenstillstand, der dort aktuell herrscht. Also immer wieder die Gefahr, dass dort neue Konflikte ausbrechen, neue Kämpfe. Jede halbe Stunde wird dort ein Kind im Osten des Kongo vergewaltigt. Das hat ein UNICEF-Sprecher als Statement sozusagen mitgeteilt. Und trotzdem war die Reaktion minimal. Wenn ich das so ansprechen darf, vielleicht die gesamte Berichterstattung in der Zeit im Bild im Jahr 2025 war geringer als die Berichterstattung der ZIB über den Wanderelch Emil. Sie werden sich wahrscheinlich noch an Elch Emil erinnern. Da wurde mehr über diesen Elch berichtet, der sozusagen da herumgewandert ist und seine neue Heimat gefunden hat, wurde mehr berichtet als über diese katastrophale Situation in der Dänemarker Republik Kongo. Ein Beispiel, das nochmal verdeutlicht, wie eklatant sozusagen diese Marginalisierung, die Konsequenz sie leider ist. Die folgende Grafik verdeutlicht das vielleicht nochmal sehr eindringlich. Sie sehen auf der linken Seite die Berichterstattung mit Sekundensendezeit über den Ukraine-Krieg in den verschiedenen Jahren 22, 23, 24. Dann sehen wir in hellblau den Krieg in Israel und in Gaza. Auch gut berichtet, könnte man sagen. Ein besonderer Konflikt, weil ein Staat des globalen Nordens, Israel, ist hier im Kriegszustand mit einem Land des globalen Südens, mit Gaza, mit Palästina. Und dann sehen wir eine ganze Reihe von Ländern, die rot eingefärbt sind. Das sind Staaten ausnahmslos des globalen Südens. Wir sehen dieses Minimal-Marginal. Yemen kein Interesse. Haiti, da haben wir bürgerkriegsähnliche Zustände. 80 Prozent zum Beispiel der Hauptstadt werden von Banden dort regiert, also keine polizeiliche Gewalt mehr existent. Myanmar im Bürgerkrieg seit Jahren. Irgendwelche hatte ich angesprochen. Kongo hatte ich kurz gerade erwähnt. Sudan aktuell die schlimmste momentäre Krise. Und dann sehen Sie noch den Vergleich, wie viel Sendezeit zum Beispiel zur Verfügung gestellt wurde für die Royals, also für die Adelshäuser, vor allem für die britische Königsfamilie, wie viel Sendezeit da in der Zeit im Bild, aber übrigens genauso auch in der deutschen und der Schweizer Tagesschau, da ist kein großer Unterschied, wie viel da sozusagen da plötzlich vorhanden ist. Ja, und vielleicht, um das noch ein bisschen zu verdeutlichen, in der Schweizer Tagesschau zum Beispiel wurde mehr berichtet, mehr Sendezeit zur Verfügung gestellt für die Ohrfeige, die Will Smith seinen Schauspielkollegen damals gegeben hat. Sie werden sich alle erinnern, denn es ging damals durch die Medienlandschaft. Es wurde mehr darüber berichtet, mehr Sendezeit zur Verfügung gestellt, als über Tigray und über den Jemen zusammengerechnet. Also mehr als über den tödlichsten Krieg des 21. Jahrhunderts und über die Firmstumme der Krise Bergemund. In der Deutschen Tagesschau wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2022 mehr über den Sport, mehr über die Bundesliga berichtet, als über alle Länder des globalen Südens zusammengerechnet. Das muss ich mal klar machen. Mehr Sendezeit für den Sport als für alle Länder des globalen Südens in diesem Zeitraum. Und in der Zeit im Bild wurde im Jahr 2022 mehr zum Beispiel über die Rolls berichtet als über den globalen Hunger. Ich hatte es schon angesprochen, obwohl die Zahl dramatisch angestiegen ist durch Corona und vor allem auch durch die ukrainische Getreidelieferung, die damals zeitweise nicht möglich gewesen sind, was die Preise dann in die Höhe hat steigen lassen. Also über 150 Millionen Menschen ist dann mehr Hunger gegeben und trotzdem hat man eben mehr über die Rolls berichtet als zum Beispiel über die ausbleibende Getreidelieferung oder über die Hungernde im globalen Süden. Das sind nur ein paar Beispiele, von denen man noch zahlreiche weitere nennen könnte. So könnten die Titelblätter eigentlich aussehen, wenn man nach dem wirklichen Wert von Nachrichten ausgehen sollte, aber diese Titelseite, die habe ich künstlich generiert, das ist eine von mir erstellte Seite, so hat Bild niemals getitelt, das ist nur um zu verdeutlichen, zu sagen, so könnte man eine Titelseite zum Beispiel prägen, dessen zum Beispiel berichtet die größte deutschsprachige Nachrichtenzeitung über folgende Themen, da war tatsächlich im Jahr 2023 das Top-Thema, dass das Lieblingspferd von Michael Schumacher, Sie werden sich erinnern an den Rennfahrer, dass sein Lieblingspferd gestorben ist. Das war das Top-Thema des Tages. Und ein anderes Thema, zum Beispiel darunter, sehen Sie, da wurde diskutiert, wie würden denn die deutschen Politiker aussehen, wenn sie ein Bad tragen würden. Also solche Themen schaffen es auf die Titelseiten. Anstatt Themen wie Tigray, kein einziges Mal mal bei der bild zeitung auf die titelseite aber auch nicht ein einziges mal top thema bei der zeit im bild oder irgendwo bei der tagesschau das heißt nicht nur diese boulevardpresse sondern auch die qualitätsmedien tatsächlich mit ganz wenige Ausnahmen, die das tatsächlich etwas anders machen. Die Mainstream-Medien in Anführungszeichen interessieren sich dann eher doch für sehr andere Themen, die eben den globalen Norden eher armieren. Zum Schluss möchte ich noch kurz einen Ausblick mit Ihnen wagen. Woran liegt das, diese gravierende Vernachlässigung des globalen Südens? Diese Karte haben Sie ja schon gesehen, also dieses Muster kennen wir immer wieder, egal ob deutsche, Schweizer oder auch sogar amerikanische oder britische Nachrichten. Also im Westen sieht die Berichterstattung sehr ähnlich aus. Tatsächlich kann man, glaube ich, die einfache Antwort ziemlich schnell finden. Sie sehen hier die Verteilung der Korrespondentinnen und der Korrespondenten, zum Beispiel von der ARD. Dunkelblau zu erkennen sind die Fernsehjournalistinnen und Journalisten und hellblau die zum Radio gehören. Und Sie sehen, dass es da eigentlich eine große Deckungsgleichheit gibt. Das heißt, wenn die Journalistinnen und Journalisten so verteilt sind, dann ist es schon fast vorprogrammiert, dass die entsprechenden Regionen stärker auftreten als die anderen in der Berichterstattung. Für Österreich sieht das sogar noch schlimmer aus. Dazu werde ich gleich kommen, aber vielleicht hier noch ein Beispiel für die ARD. Zum Beispiel waren im Jahr 2020, da gab es zwei Reporter, die saßen in der Hauptstadt von Tschechien in Prag und die waren verantwortlich für zwei Länder, nämlich für Tschechien und die Slowakei. Das war deren Berichtsgebiet. Dafür waren zwei Reporter abgestellt. der Hauptstadt von Kenia in Nairobi. Und die waren für 38 Länder verantwortlich, mit 870 Millionen Einwohnern. Sie sehen also, wie ungleich das verteilt ist. Zwei Reporte in beiden Studios und trotzdem eine gravierende Diskrepanz, die hier festzustellen ist. Da haben Sie einen Bericht, jemand vielleicht in Senegal zum Beispiel, auf der anderen Seite des afrikanischen Kontinents. Da ist ein U-Bahn-Unglück passiert und da möchte man darüber berichten. Dann kommt es zu so einer bizarren Situation, dass man dann sagt, ja, wir schalten jetzt zu unserem Reporter vor Ort, nämlich nach Nairobi, der 6000 Kilometer entfernt sitzt. Also eine völlig verrückte Situation. Es ist so, als ob zum Beispiel irgendwie ein Unfall in Portugal passiert und dann schaltet man zum Reporter in St. Petersburg, um live vor Ort zu berichten. In Afrika ist das eben nicht anders möglich, weil es einfach niemanden gibt, der näher vor Ort berichten könnte. Ich hatte es angesprochen, in Österreich sieht es leider noch schlimmer aus beim ORF, das sind also die Korrespondentinnen und Korrespondenten für die ARD in Deutschland und das ist das Ergebnis für den ORF. Da haben wir sogar tatsächlich kein einziges Auslandsbüro in ganz Lateinamerika oder in Sub-Sahara-Afrika, in Südasien genauso wenig und in Südostasien ebenfalls nicht. Alles ist konzentriert auf Europa. Ein Studio in Washington, wie Sie sehen können, eins in Peking, in China und ansonsten noch im Nahen Osten, aber ansonsten ist der Rest der Welt komplett hier blank. Und natürlich ist dann vorgeschrieben, mehr oder weniger, dass eben der globale Süden dann eigentlich ganz, ganz stark marginalisiert wird. Ja, das sind also die wichtigsten Ergebnisse. Ich darf vielleicht mit einem Gedanken schließen, den ich immer dem Publikum gerne zum Schluss mitgeben möchte. Es ist nämlich ein Plakat, das ich einmal gesehen habe und das mich persönlich sehr berührt hat und auch mir sozusagen, was ich sehr gelungen finde, von Caritas International und von der Diakonie Katastrophenhilfe, die haben mal ein Plakat erstellt mit der Losung Die größte Katastrophe ist das Vergessen. Und ich würde sagen, ja, das stimmt sehr wahr, aber ich würde es noch ein bisschen modifizieren vor dem Hintergrund der Ergebnisse, die Sie gerade gehört haben. Ich würde sagen, die größte Katastrophe ist nicht das Vergessen, sondern das überhaupt erst gar nicht Wissen. Denn um etwas vergessen zu können, müssen Sie vorher etwas davon gehört haben. Sonst können sie es ja nicht vergessen. Aber zum Beispiel so etwas wie Tigray oder die Jemen sind vorher gar nicht behandelt worden. Das heißt, die Menschen können es nicht mal vergessen, weil sie noch nie etwas von Tigray oder zum Beispiel von Massaker in Thole gehört haben. Das heißt, tatsächlich die Modifikation, das Nichtwissen ist wahrscheinlich die allerschlimmste Katastrophe. Und dementsprechend wichtig ist eine Berichterstattung über den globalen Süden, denn worüber nicht berichtet wird, ist praktisch für uns hier im globalen Norden nicht existent. Aber umso wichtiger ist es, dass wir zum Beispiel die politischen richtigen Maßnahmen treffen, um dort helfen zu können, zum Beispiel wenn dort Katastrophen stattfinden und auch Kooperation mit den Ländern des globalen Südens eingehen zu können. Dafür muss man eben gut informiert sein. Ja, ganz herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. mit den Ländern des globalen Südens eingehen zu können. Dafür muss man eben gut informiert sein. Ja, ganz herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Herr Ludescher. Dankeschön. Ich bin mir sicher, Sie haben genauso viele Fragen wie ich. Wie ist das möglich? Also die Ignoranz ist erschreckend. Und warum ist das so? Vielleicht können wir dann nachher in der Diskussion darauf eingehen, all jene, die die Medienwelt noch etwas besser kennen, wie es möglich ist, dass das passiert. Und es ist ja auch, es wird ja wahrscheinlich nicht besser, wie man an der Washington Post sieht, wo ja die Auslandskorrespondenten noch einmal auch eingeschränkt werden. Also es ist sicher eine Frage des Geldes, aber warum ist das so? Ja, dann schauen wir noch weiter zum nächsten Vortrag. Und zwar von Herrn Luis Paulitsch. Er ist Jurist und Medienethiker aus Wien und er war jahrelang Referent des österreichischen Press die Wirkung von Kampagnen im digitalen Raum ein, die oftmals ganz gegen bestimmte Personengruppen gerichtet sind und kontinuierlich einen Angriff auf demokratische Institutionen darstellen. Ich hoffe, man hört mich gut. Danke. Ich werde jetzt auf ein weniger schönes Thema eingehen, aber was, glaube ich, auch ganz wichtig in der momentanen Debatte ist, nämlich die Propaganda gegen Menschenrechte, die vor allem im digitalen Raum schon jetzt seit mehreren Jahren vor sich geht. Mein Vorredner, der Professor Ludischer, hat jetzt sehr stark über seriöse Medien und deren Berichterstattung gesprochen. Ich werde mich jetzt vor allem einer anderen Art von Medien widmen, kann man sagen. Wenn wir nämlich... So, aus irgendeinem Grund... Wir nehmen nämlich, wenn wir uns die Ausgangslage anschauen, dann sehen wir, dass es momentan im digitalen Raum oder auch noch im analogen mehrere Medienprojekte auch in Österreich gibt, die momentan auf eine bestimmte Art und Weise berichten, wo wir sagen können, diese Berichterstattung ist dazu geeignet, Menschenrechte oder demokratische Institutionen als solche anzugreifen. Das kann passieren, indem Gerichte angegriffen werden, indem die Justiz als Teil einer größeren globalen Verschwörung dargestellt wird oder auch indem bestimmte Begriffe wie zum Beispiel Remigration wieder versucht werden, in Medienberichterstattung salonfähig zu machen. machen. Und ich möchte Ihnen heute diese Strategien und Methoden auf der einen Seite darlegen und dann aber auch die Frage beantworten, welche Gegenmaßnahmen gibt es. Kurz zum Aufbau. Ich halte es zunächst für wichtig, einige Begriffe zu klären, die in dem Zusammenhang immer wieder fallen, dann über die Funktion sogenannter Alternativmedien einzugehen und dann eben über die Kampagnen im Detail zu sprechen und die möglichen Gegenstrategien. Mein Vortrag trägt den Titel Propaganda gegen Menschenrechte. Was ist das überhaupt? Propaganda ist die systematische Verbreitung von Informationen zur Beeinflussung der allgemeinen Meinung von Menschen. Propaganda ist etwas, das gibt es sowohl in autoritären, aber auch in demokratischen Gesellschaften. Ursprünglich wurde der Begriff in den 1920er Jahren in den USA etabliert und damals noch vor allem in Zusammenhang mit Werbung, wurde dann von den Nationalsozialisten und anderen autoritären Regimen vereinnahmt. Deswegen ist heute, wenn wir zum Beispiel im Zusammenhang eben mit Werbung von Unternehmen reden oder auch mit den Kanälen von politischen Parteien, dann sprechen wir hierzulande lieber von PR. hierzulande lieber von PR. Wenn ich falsche oder irreführende Informationen verwende, um gezielt die Meinung zu beeinflussen in der Weise, dass ich die Menschheit täusche damit, dann bin der sogenannten Missinformation. Bei Missinformation täusche ich zwar auch die Gesellschaft mit falschen Informationen, aber mir fehlt dieser Vorsatz. Ein klassisches Beispiel ist, wenn ich zum Beispiel eine ausländische Satire-Seite hier teile, weil ich glaube, das ist eine seriöse Information, dann ist das zwar auch eine falsche Information, die ich verbreite, aber mir fehlt der Wille, die Bevölkerung zu täuschen damit. Und Desinformation war ursprünglich ein Mittel ausländischer Geheimdienste, also eine subversive Form von Einflussnahme, politischer, wird aktuell aber vermehrt als ein negatives Phänomen der Digitalisierung diskutiert. Und eng damit zusammenstehend sind Verschwörungsmythen oder auch Verschwörungstheorien. Da handelt es sich auch oft natürlich um Desinformation. Da geht es darum, dass ich ein gesellschaftliches oder politisches Ereignis, wie zum Beispiel eine Migrationswelle oder eine Pandemie, auf das konspirative Wirken einer kleinen, einflussreichen Gruppe zurückführe. Der Unterschied zur Desinformation ist hier aber, die Verbreiter einer Verschwörungstheorie müssen sich auch nicht im Klaren darüber sein, dass sie eine Falschinformation verbreiten. Ja, und diese drei Begriffe, Propaganda, Desinformation, Verschwörungsmythen, die tauchen häufig auf im Zusammenhang mit sogenannten Alternativmedien. Das ist ein Begriff, der ursprünglich eigentlich im 20. Jahrhundert für Medienprojekte im Umfeld sozialer Bewegungen verwendet wurde, zum Beispiel der Studentenbewegung, der Frauenbewegung, Umweltbewegung. Und erst eigentlich im Zuge der Digitalisierung haben dann auch Milieus und Bewegungen anderer politischer Spektren begonnen, diesen Begriff für sich zu beanspruchen. Und es geht im Wesentlichen darum, dass ich eine Gegenöffentlichkeit zur etablierten Presse- und Medienlandschaft aufbaue. Und mittlerweile bringen wir diesen Begriff sehr oft mit extremistischen oder propagandistischen Medienprojekten in Verbindung. Woran liegt das? Das liegt unter anderem daran, wie Sie hier sehen an die Hand dieser Grafik, dass sich da im digitalen Raum, speziell im deutschsprachigen Raum, ein sehr großes Ökosystem gebildet hat. Das heißt, es sind viele Medienprojekte, die verschwörungsideologisch ausgerichtet sind, rechtsextrem und die untereinander wahnsinnig gut vernetzt sind. Und eigentlich jetzt jedes für sich genommen gar nicht so groß ist, wenn man sich die Redaktionen zum Beispiel anschaut, die aber sehr oft im digitalen Raum miteinander kooperieren. Sie können das wahrscheinlich auf der Grafik nicht so gut sehen, aber anhand der Pfeile, da geht es vor allem um gemeinsame Autoren und Experten, um gegenseitige Verweise, um Mitarbeiter, die man teilt. Also da ist ein eigenes Ökosystem entstanden und das führt dazu, dass heute diese sogenannten Alternativmedien es immer wieder schaffen, in diesem Ökosystem im digitalen Raum bestimmte Themen, Schwerpunkte oder auch Begrifflichkeiten, sogenanntes Wording, in die breitere Öffentlichkeit zu bringen, weil eben im digitalen Raum durch diese gemeinsame Vorgehensweise eine hohe Sichtbarkeit auch entsteht. Und ich werde Ihnen nachher ein konkretes Beispiel dann auch nennen. Und eben deswegen sprechen wir auch von einem Ökosystem, das mittlerweile in gewisser Weise erfolgreich Agenda-Setting betreibt. Agenda-Setting betreibt. Was ebenfalls passiert ist in den letzten Jahren, ist, es hatdessen bei diesen hyperparteiischen, ideologisch nahestehenden Medien auftreten. Wir sehen es anhand von Werbeschaltungen und an vielem anderen noch. Und außerdem, und das wird auch jetzt gerade immer stärker erforscht, sehen wir anhand der Berichterstattung unter Akteuren direkte oder mehr oder weniger offensichtliche Verbindungen ins Ausland zu autoritären Staaten. Also vor zwei Jahren ist zum Beispiel eine Studie erschienen, die zeigt, dass die Hälfte der 20 führenden deutschsprachigen Alternativmedien Verbindungen auf institutioneller oder personeller Ebene nach Russland zum Kreml hat. Jetzt könnte man natürlich fragen, warum reden wir eigentlich darüber so ausführlich, weil eben im Sinne der Meinungspluralität könnte man die Frage stellen, ist es nicht schlecht, wenn eben auch es Alternativmedien mit drastischen Positionen gibt. Da kann man sich den aktuellen Verfassungsschutzbericht anschauen, der vergangenes Jahr veröffentlicht wurde, der erstmalig ausdrücklich diese Alternativmedien als eine Gefahr für die Demokratie sowohl in Österreich wie auch in Europa definiert. rechtspopulistischen Parteien, heterodox-extremistischen Gruppierungen und Verschwörungsnarrativen. Und außerdem hält auch die DSN fest, dass sich diese Alternativmedien immer wieder als Einfallstor für verdeckte Einflussnahme durch Drittstaaten bewusst oder unbewusst anbieten. Das heißt, wir haben eben genau diese paradoxe Situation, die die Frau Grispa auch schon angesprochen hat. Wir haben hier mittlerweile wahnsinnig viele Medienprojekte, die sich auf die Presse- und Meinungsfreiheit zurechtberufen. Aber gleichzeitig arbeiten sie sehr oft autoritären Kräften zu und tragen damit eigentlich dazu bei, das Vertrauen in die Demokratie und die demokratischen Strukturen zu erschüttern. Und dementsprechend, wenig überraschend, sind auch Menschenrechte ein zentraler Faktor, der auf diesen Kanälen und Portalen in der Regel abgelehnt wird. Es gibt natürlich ganz verschiedene Strategien und Kampagnen, wie das geschieht. Ich habe dennoch das jetzt auf vier grobe Strategien heruntergebrochen, die ich Ihnen jetzt im Detail näher erläutern möchte. Das erste ist, das wahrscheinlich drastischste, Das erste ist, das wahrscheinlich drastischste, Menschenrechte werden als Teil einer globalen großen Verschwörung dargestellt. Das heißt, Menschenrechte sind nicht eine Errungenschaft aufgrund der Menschheitsgeschichte, sondern sind in Wahrheit dazu da, einer kleinen geheimen Elite zu helfen. Elite zu helfen. Ein ganz bekannter Verschwörungsmythos, der speziell seit 2015, 16 immer wieder bedient wird, ist der sogenannte große Austausch. Da geht es darum, dass die Fluchtbewegungen, die ab 2015 stattgefunden haben, nicht aufgrund gesellschaftlicher Krisenereignisse im Nahen Osten passiert sind, sondern weil sie einer kleinen geheimen Elite dienen, die in Europa die weiße Mehrheitsbevölkerung mit einer vermeintlich weniger gebildeten, in dem Fall muslimischen Bevölkerung ersetzen möchte. Das wurde dann in der Pandemie etwas weiter gefasst oder eingewoben in einen größeren Verschwörungsmythos, nämlich den Great Reset, der eben sagt, dass eigentlich alle internationalen Ereignisse inzwischen nur noch einer neuen totalitären Weltordnung dienen und da gehört der große Austausch quasi dazu. Wenn man sich die Frage stellt, wer steht da dahinter, dann fallen oft auf diesen Portalen die sogenannten Globalisten als Verursacher, wo dann eben berichtet wird, dass die zum Beispiel auf den EGMR Einfluss ausüben, dass die Netzwerke haben, die in den demokratischen Institutionen vorhanden sind und diese unterwandern. Und sehr häufig sind das dann auch antisemitisch konnotierte Erzählungen. Das fällt dann auf, wenn im Zusammenhang mit diesen sogenannten Globalisten dann immer wieder der Name George Soros fällt, jüdischer US-Philanthrop, der eben hier gezielt auch seit 2015 als der Strippenzieher hinter dem EGMR und anderen Institutionen dargestellt wird. wird. Das kann man aber sagen, ist das drastischste Beispiel. Was viel häufiger passiert und was für uns als Publikum auch viel schwieriger zu durchschauen ist, sind irreführende Methoden, also irreführende Berichte, die zur Agitation gegen Menschenrechte und demokratische Institutionen eingesetzt werden. Hier sind unter anderem die Entscheidungen des österreichischen Presserats ganz aufschlussreich, weil der sich auch ab 2015, 16 vermehrt mit selbsternannten Alternativmedien befasst hat. Und das kann auf unterschiedliche Art und Weise passieren. Ein klassischer Fall ist zum Beispiel, dass ich die Rechtslage verzerrt wiedergebe in der Berichterstattung. Es gab zum Beispiel einen Fall im Jahr 2016, da wurde suggeriert, dass das AMS den geflüchteten Menschen den Urlaub zahlen würde, damit sie wieder in ihre Heimat zurückreisen können für Ferien. Was natürlich total irreführend ist, was aber für den einzelnen Leserinnen oder die einzelnen Leser, die das sehen, nicht so leicht nachvollziehbar ist. Was auch passiert ist, dass man sich oft auf unseriöse Quellen bezieht. Das sind einerseits dann sogenannte Fake Experts. Das heißt, da werden Personen dann als Experten zitiert, die aber entweder auf ihrem Fachgebiet gar nicht so eine große Expertise oder überhaupt keine besitzen oder höchst umstritten sind und dann aber ohne entsprechende kritische Einordnung als Fachexperte ausgewiesen werden. Auch das war etwas, was vor allem in der Corona-Pandemie stark zugenommen hat. Ebenso, dass ich mich auf dubiose Institute berufe. Also auch hier, dann werden Studien zitiert von ausländischen Instituten und wenn man dann aber genauer nachforscht, das sehen wir dann bei Faktenchecks auch, dann sind das oft Institute im Ausland, die Studien veröffentlichen, die gar keinen wissenschaftlichen Standards unterliegen. Und das ist eben für uns als Leserinnen und Leser so schwierig, weil wir eigentlich enorm viel Medienkompetenz dafür brauchen und die wenigsten recherchieren das auf eigene Faust danach und im digitalen Raum verbreitet sich das schnell und es ist wahnsinnig wirksam, diese Form von Irreführung. Und das letzte ist dann das sogenannte Cherrypicking. Da nehme ich an sich seriöse Berichte oder Studien her und nehme aber einen einzelnen Teil daraus raus und setze den dann wieder in einen irreführenden Kontext. Das kann auch zum Beispiel sein, wenn ich mich auf frühere Prognosen zur Migrationsentwicklung beziehe, die sich mittlerweile als nicht wahr erwiesen haben und die dann trotzdem weiterhin in Berichten immer wieder angeführt werden. Auch das wiederum setzt sehr viel Medienkompetenz voraus. Dann, nicht ganz überraschend, eine dritte Strategie sind die gezielten Angriffe gegen Minderheiten, die gewissermaßen als Feindbilder dann markiert werden und das können zunächst pauschal Verunglimpfungen bestimmter Gruppen sein, sind natürlich schon sehr lange Migrantinnen und Migranten in den letzten Jahren, aber auch verstärkt wieder queere Personen. Also die ganze LGBTQ-Szene ist seit einigen Jahren jetzt wieder viel stärker auch ein Feindbild auf diesen alternativen Portalen. Das ist aber jetzt auch nicht so, dass dann heutzutage einfach plumpe Beleidigungen fallen, sondern was eher stattfindet, ist so ein Framing, sogenanntes Framing. Das heißt, ich wiederhole konsequent ideologie-spezifische Deutungsmuster. Zum Beispiel, dass ich in meiner Berichterstattung über das Thema Asyl nur im Zusammenhang mit dem Thema Kriminalität berichte. Und dadurch, dass ich das täglich mache, verfestige ich auch ein menschenfeindliches Weltbild bei meinem Publikum. Das andere ist, dass ich die Grenzen des Sagbaren verschieben kann durch wiederholte Tabubrüche. Ein klassisches Thema, das viel in den Medien war in den letzten Jahren, ist die Forderung Remigration, was in Wahrheit nichts anderes ist als eine behübschte oder eine Neuauflage der Altrechten Parole Ausländer raus, die ich aber so lange wiederholen kann, bis sie irgendwann salonfähig wird. Und zum Beispiel dieser Remigrationsbegriff wurde ursprünglich lange auf den Medienkanälen der Identitären Bewegung propagiert und hat mittlerweile aber auch durch die AfD und die FPÖ und auch andere rechtspopulistische Parteien im Westen auch bei uns in der Öffentlichkeit Einzug gehalten. Und das vierte ist dann noch die gezielte Diskreditierung demokratischer Institutionen. Da hat die Frau Grisperl schon einiges angesprochen. Natürlich zunächst mal, dass ich einfach beginne, gezielt die EMRK als solche zu attackieren. Also dass ich zum Beispiel in Folge von Urteilen, das war zum Beispiel beim Klimaschutzurteil des EGMR vor etwa zwei Jahren, glaube ich, oft zu beobachten, dass diese Medien dann gezielt den EGMR angegriffen haben und eben auch gefordert haben in dem Zusammenhang, man muss jetzt die EMRK verlassen. Oder dasselbe gilt auch für andere völkerrechtliche Verträge. Ebenso sehen wir wieder jetzt verstärkt gezielte Angriffe auf supranationale Organisationen wie die EU. Das ist überhaupt interessant, dass seit Donald Trump in den USA wieder Präsident wird, ist die EU wieder auf diesen Alternativmedien ein viel größeres Feindbild geworden. Also viele haben davor noch stark gegen die NATO und die USA und der Biden polemisiert. Und das wurde eigentlich dann eins zu eins übertragen, nachdem Donald Trump ins Weiße Haus zurückgekehrt ist, auf die EU. Jetzt ist es das sogenannte Brüssel-Regime. Oder die EU wird als absolut handlungsunfähig und dem Untergang geweiht dargestellt. Dasselbe erleben wir auch im weiteren Sinne als demokratische Institutionen, nämlich die NGOs. Auch das nimmt jetzt wieder seit ein, zwei Jahren stark zu, dass auch NGOs als Feindbilder dargestellt werden und dass letztlich auch ein Angriff auf die Demokratie insofern ist, dass wir wissen, dass NGOs ein ganz wesentlicher Bestandteil auch einer demokratischen Gesellschaft sind und in autoritären Regimen immer als erstes angegriffen werden, neben den Medien und der Justiz. Und umso befremdlicher ist es eigentlich, wie viele da momentan auch mitmachen hier zu Lande. Und das Dritte, und das ist eine Methode, die kommt vor allem aus den USA, sind dann noch die Kampagnen gegen einzelne Vertreterinnen und Vertreter zehn Portale begonnen, zur selben Zeit über zwei Wochen lang massiv gegen diese Richterkandidatin mit Falschvorwürfen zu arbeiten und das hat letztlich dann auch ihre Wahl verhindert. Und da haben auch Beobachterinnen und Beobachter gesagt, das ist nicht nur ein Angriff auf diese angesehene Expertin und Juristin, sondern auch auf die Institution als solche, auf das Bundesverfassungsgericht, das Menschenrechte schützen sollte, weil eben diese Wahl zur Richterkandidatin höchst ideologisiert und politisiert wurde. Jetzt wird man sich fragen, warum ist denn das Ganze so erfolgreich? Da möchte ich gar nicht viel vorwegnehmen, dem Vortrag von der Frau Milborn, aber es spielt natürlich Social Media eine Rolle, weil die Studien kommen zwar zu unterschiedlichen Ergebnissen, aber bei diesen Alternativmedien ist anzunehmen, dass bis zu 10% der Bevölkerung in Österreich einmal pro Woche zumindest so ein Alternativmedium nutzen. Wenn wir uns aber zum Beispiel den letzten Digital News Report anschauen, dann sehen Sie hier anhand der Balken, dass auf gewissen Plattformen Alternativmedien eine enorm hohe Sichtbarkeit haben. Das ist in dem Fall der rote Balken. Und wo wir das enorm stark mittlerweile sehen, ist die Plattform X, also das frühere Twitter. Da ist es mittlerweile fast die Hälfte, was die Sichtbarkeit mit den etablierten Medien betrifft. Und wie wir alle wissen, das liegt sicher auch daran, dass viele etablierte Journalisten von X weggegangen sind, aber fast alle Politikerinnen und Politiker sind noch dort. Das heißt, auch hier wieder wird diese Plattform gezielt genutzt, um politisches Agenda-Setting zu betreiben und dementsprechend erreicht es dann auch immer wieder diese Kampagnen, die Öffentlichkeit, die breitere Öffentlichkeit. Insofern stellt sich natürlich jetzt abschließend die Frage, welche Gegenstrategien kann man fahren? Ich habe mich dazu entschieden, hier das in drei Blöcke noch zu teilen und möchte auch vorweg sagen, sehr oft ist die Hauptlösung Medienkompetenz. Und damit lädt man es aber eigentlich oft auch auf das Individuum ab. Und ich glaube, das ist zu wenig. Es ist natürlich wichtig und es ist auch eine Aufgabe an die Politik, Medienkompetenz zu stärken im Unterricht und überall. Aber letztlich ist das eine Aufgabe für uns als gesamte Gesellschaft, wie man mit den Angriffen auf die Demokratie im Medienbereich umgeht. Fangen wir mal an. Das Erste, was es braucht, ist seriöser Journalismus zu Alternativmedien. Wenig überraschend, Faktenchecks sind wichtig, haben sich auch viele seriöse Formate etabliert. Ich glaube aber, das allein wird nicht reichen. Einerseits braucht es sogenanntes Pre-Bunking. Das heißt, ich glaube, seriöse Medien müssen viel öfter schon im Vorhinein abwägen und aufklären darüber, zu welchen Falschinformationen, welchen Kampagnen könnte es kommen. Diese Desinformation entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern ist immer reaktiv. Das heißt, sie geschieht in Reaktion auf gewisse gesellschaftliche Ereignisse. Und dementsprechend, das hat man zum Beispiel gesehen im Ukraine-Krieg, hat die US-Regierung schon sehr früh begonnen, nach dem Angriff Putins mit Influencern zum Beispiel zusammenzuarbeiten, um aufzuklären, zu welchen Desinformationen und Propagandanarrativen könnte es kommen. Das führt mich auch schon zu Punkt 2. Es braucht viel mehr Investigativjournalismus in diesem ganzen Propagandabereich. Wenn wir uns anschauen, wer hinter diesen Portalen steht, sind das eben einerseits oft Akteure mit politischen Verbindungen. Wir sehen aber oft auch, dass zum Beispiel gewisse Lobbyverbände oder Thinktanks irgendwie dann dort auftreten oder regelmäßig sprechen. Das heißt, diese sogenannte Follow-the-Money-Doktrin, glaube ich, muss in diesem ganzen Feld der Propaganda viel stärker in der Zukunft auch beobachtet werden. Das ist natürlich momentan schwierig, weil seriöse Medien auch in einer ökonomischen Krise und unter Druck sind. Das heißt, die Ressourcen wären knapper, um sowas zu machen. Da glaube ich aber deshalb auch, dass es mehr internationale Recherche, Kooperationen hier geben wird. Das macht auch deshalb Sinn, weil eben, Sie erinnern sich an die Grafik vom Anfang, diese ganzen propagandistischen Portale sind oft transnational vernetzt. Das heißt, es braucht sowieso wahrscheinlich oft auch Medienhäuser aus unterschiedlichen Ländern, die sich diese ganzen Netzwerke genauer anschauen. Das nächste ist eine verantwortungsvolle Politik im Umgang mit Medien. Wie Frau Grisbath schon gesagt, qualitätsorientierte Journalismusförderung. Ich glaube, was sich einfach momentan massiv ändert, was wir sehen, frühere Zugangsbarrieren, die Medienhäuser hatten, zum Beispiel Sendelizenzen Medienpolitik die Frage stellen, was möchte ich im digitalen Raum fördern, wo letztlich jeder zum potenziellen Sender wird. seriöser Journalismus. Das heißt jetzt nicht, dass jeder ganz hohe Anforderungen erfüllen muss im Sinne einer Berufsausbildung, aber es sollten doch gewisse berufsethische Standards sein, die jedes Medium einhaltet, um an Förderungen zu gelangen. Und insofern hoffe ich auch, dass das Vorhaben jetzt der aktuellen Bundesregierung in Verbindung auch mit dieser Krise des ORF dazu führt, dass umso wichtiger dann der seriöse Journalismus für die Zukunft unseres Landes als Förderkriterium wird. Genauso muss die Politik Medienkompetenz in Bildungseinrichtungen und Schulen fordern. Wie gesagt, da tut sich jetzt gerade einiges auch, aber ich glaube auch hier hat man zu lange zugesehen und wir hätten wahrscheinlich schon vor 20 Jahren damit anfangen müssen, viel stärker mit der Digitalisierung und dann auch dem Smartphone Medienkompetenz als eine zentrale Grundvoraussetzung einer heutigen aufgeklärten Gesellschaft zu sehen. Und dann noch an dritter Stelle, das individuelle Handeln von Politikerinnen und Politiker im Umgang mit Medien muss verantwortungsvoll sein. Das betrifft einerseits die Frage der Inserate. Wir sehen, dass sehr viel mittelbares Steuergeld momentan an Portale fließt, die regelmäßig Verschwörungstheorien verbreiten. Es betrifft auch die Frage, welchem Medium gebe ich Interviews. Ich halte es jetzt für legitim, dass auch mal ein Politiker zu einem Portal geht, das Propaganda verbreitet, wenn man das dort dann herausfordert. Wir sehen aber momentan eher den gegenteiligen Trend, dass sich immer mehr Politikerinnen und Politiker vor seriösen Medien verschließen und stattdessen nur noch bei diesen Propaganda-Portalen auftreten. Und da, glaube ich, müssen wir das in der Öffentlichkeit auch wieder mehr thematisieren und problematisieren. Und da, glaube ich, müssen wir das in der Öffentlichkeit auch des 20. Jahrhunderts verabschieden müssen. Es ist heutzutage nicht so, dass sich die Mehrheit der Menschen vorrangig nur über klassische, traditionelle Medien informiert, sondern momentan informieren sie sich vor allem über große soziale Plattformen, auf denen antidemokratische und autoritäre Erzählungen und Akteure dominieren. Das heißt, die Zivilgesellschaft, und das sind wir letztlich eben alle, muss sich überlegen, wie kann ich hier wieder, wie in früherer Denktradition, neue eigene Gegenöffentlichkeiten aufbauen. Das betrifft einerseits die Frage, wie gelingt es mir, Menschen von diesen großen US-Plattformen wegzubringen. Ich glaube, das muss man stärker auch, dafür muss man werben. Letztlich eine Diversifizierung im Social-Media-Bereich, dass man eben dafür wirbt, dass Menschen auch auf kleinere Plattformen gehen, dass die EU sich überlegt, wie kann man eine europäische Alternative bilden. Das wird sicher eine Herkulesaufgabe der nächsten Jahre. Das Zweite ist die Vernetzung. Wenn Sie sich erinnern an die Grafik am Anfang, wir sehen, dass diese ganzen Propaganda-Portale extrem gut und intensiv vernetzt sind. Und wenn wir uns auf der progressiven Seite das anschauen, dann sehen wir, das sind tendenziell Einzelkämpfer alle noch immer. Sehr gerne verlieren wir uns in irgendwelchen internen Grabenkämpfen und es ist nicht so wie auf der anderen Seite, auf der antidemokratischen, wo ganz klar ist, wer ist der Gegner und wie geht man vor im digitalen Raum. Das, glaube ich, wird gerade für demokratische Kräfte hier die nächsten Jahre wichtig, viel stärker wieder miteinander zu arbeiten, unabhängig von einzelnen Meinungsunterschieden. Und das Dritte ist, glaube ich auch, es wird vor dem Hintergrund, dass der klassische seriöse Journalismus in einer ökonomischen Krise gerade ist, auch darauf ankommen, dass es zivilgesellschaftliche Initiativen gibt, die seriöse Medienprojekte stärken. Das können einerseits Stiftungen sein, da gibt es jetzt immer mehr. Ich selbst bin bei einer neuen Stiftung, es gibt jetzt auch einen länderübergreifenden Fonds. Es kann aber auch Crowdfunding sein, dass einfach solange sich der Journalismus in der jetzigen Form ökonomisch nicht ausreichend trägt, dass auch die Zivilgesellschaft wieder einen größeren Beitrag dafür leistet. Ja, und viel davon, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, finden Sie auch in meinem Buch, das vergangenes Jahr über alternative Medien erschienen ist. Und ich sage in dem Sinne, ich freue mich, wenn Sie das Thema jetzt interessieren sollte und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Herr Paulitsch. Wenn wir das hören, wie verstrickt und manipulierend das funktioniert, die Alternativmedien, dann wird die To-Do-Liste noch viel dringender. Und ich befürchte, der nächste Vortrag wird uns hier eher nicht beruhigen. Und zwar freuen wir uns sehr über den Vortrag von Corinna Milborn. Sie ist Journalistin, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Fernsehmoderatorin. Nach dem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Entwicklungspolitik in Wien, Granada und Guatemala und Tätigkeiten unter anderem als Menschenrechtsbeobachterin in Guatemala, Guatemala, WWF-Pressesprecherin und Chefredakteurin der Menschenrechtszeitschrift Liga, arbeitet sie als Politikredakteurin, stellvertretende Chefredakteurin bei News als ORF-Diskussionsmoderatorin und seit 2012 ist sie Informationsdirektorin beim österreichischen Privatfernsehen ProSieben, Sat.1, Puls4 und Puls24. Sie beschreibt in ihrem Vortrag mit dem sehr prägnanten Begriff Faschismusmaschinen wie Social Media Monopole Radikalisierung pushen und Demokratie und Menschenrechte unterhüllen. Bitte um Ihren Vortrag. Vielen Dank, herzlichen Dank für die Einladung. Ich habe keine Folien mit, ich brauche Ihre Aufmerksamkeit quasi bei mir. Legen Sie Ihre Handys weg. Hören Sie nur mir zu. Geht es Ihnen noch gut? Das war jetzt schon ziemlich viel. Ich verspreche Ihnen, es gibt am Ende auch gute Dinge, die Sie machen können. Aber vielleicht ein bisschen aufstehen alle und sich schütteln. Weil mir kommt vor, der Sauerstoff im Raum ist schon ein bisschen gering. Vielleicht stehen wir mal alle auf und schütteln mal die Arme aus. Die Kameras nehmen das alles nicht mit jetzt. Ein bisschen strecken, weil das ist schon sehr viel geballte Info über eine sich wandelnde Welt. So, ich glaube, jetzt geht es besser, oder? Sehr gut. Gut. So, ich glaube, jetzt geht es besser, oder? Sehr gut. Beginnen wir mit etwas Banalem, das man aber trotzdem immer wieder aussprechen muss. Nämlich Demokratie und Menschenrechte funktionieren nicht ohne Journalismus, weil Demokratie ohne Transparenz und Kontrolle nicht funktioniert. Das Grundprinzip von Demokratie ist, dass Wählerinnen und Wähler abwählen können und neu wählen können. Und dazu brauchen sie Wissen. Und wenn wir in einem größeren Zusammenhang als in einem Dorfleben, schon auf Landesebene ist das so, erst recht auf Staatenebene oder EU-Ebene, dann haben wir nicht mehr die Möglichkeit, selbst hinzuschauen. Das heißt, wir brauchen Personen, Profis, die bei der Macht kritisch hinterfragen und die Macht kontrollieren, indem sie nachprüfen, was tun die, die investigativ nachschauen, was passiert mit dem Geld. Wenn das fehlt, wenn diese Transparenz fehlt, dann ist die Tür offen für Korruption, für Freundalwirtschaft und dafür, dass Leute einfach an der Macht bleiben, die nicht dort bleiben sollten. Ohne diese Transparenz, die Journalismus herstellt, dieen, diese Plattform, auf der man steht, ein Diskursboden mit einem Bekenntnis zur Verfassung zu den Menschenrechten. Und auf diesem Boden können dann die verschiedenen Interessen sich austauschen. Und kann sich eine informierte Meinung darüber bilden, wen von denen will man das Vertrauen schenken für die nächste Periode. So funktioniert Demokratie. Dieser Teil von Demokratie, das scheint jetzt banal, aber man muss es sich derzeit vor Augen führen, weil dieser Teil der Demokratie ist derzeit extrem im Abrutschen. Und man sieht weltweit, dass jetzt gerade im Demokratie-Monitor im Aktuellen wieder sichtbar, dass Demokratie und Pressefreiheit parallel abrutschen auf der ganzen Welt. Und wir sind jetzt in der Lage, dass wir uns überlegen müssen, was tun wir dagegen. Weil nicht nur ich, wie wir schon gehört haben, die These vertreten, dass der Medienwandel sehr, sehr viel zu tun hat damit, warum uns die Demokratie flöten geht. Weil die ist einfach darauf aufgebaut, dass es Medienvielfalt und professionellen Journalismus gibt. Wenn das wegbricht, dann bricht auch die Demokratie weg. Ich möchte Ihnen kurz erklären, warum das so ist, was da dahinter steht, welche Mechanismen und welche Besitzverhältnisse. Und dann, was man dagegen tun kann, was man auf politischer Ebene dagegen tun sollte, also was sich ändern muss, aber auch wie man selbst mit dieser Situation umgeht, in der man da gerade stecken. Beginnen wir mal bei etwas wiederum banal, nämlich dem Geld. Es gibt so eine Forbes-Liste der reichsten Männer, es sind nur Männer der Welt, die heißt die Billionaires List und die ist in Echtzeit aktualisiert, da kann man mal draufschauen, wer sind gerade die Reichsten der Welt. Wissen Sie, wer gerade der Reichste ist? Elon Musk, genau. Wissen Sie ungefähr so Platz 2, 3, 4? Bezos ist dabei. Genau, der ist auf Platz 6. Ich sage dir mal die ersten 6. Also Nummer 1 und was sie mit Medien zu tun haben. Auf Nummer 1 ist Elon Musk, der macht alles Mögliche, aber unter anderem betreibt er X. Also er hat Twitter gekauft und umgebaut zu einer, also da kann man wirklich Faschismus-Faschismus sagen. Wirklich, ich bin weggegangen davon, aber ich muss immer wieder drauf schauen, vor allem für amerikanische Politik und mir schlackern die Ohren, wie es da zugeht jetzt. Auf Platz 2 und 3 sind die Google-Gründer, die YouTube betreiben, die Suchmaschinen betreiben und jetzt auch große LLMs und große KIs betreiben, die Informationen auf der ganzen Welt verbreiten. Der hat Amazon, der hat Prime, also einen großen Streamer, und hat die Washington Post gekauft. Und wie wir alle wissen, in letzter Zeit auch ordentlich umgedreht im Sinne von Trump. Auf Platz 5 ist Mark Zuckerberg mit Meta, also Facebook, WhatsApp, Instagram, der Milliarden Menschen auf der Welt mit Informationen versorgt. Auf Platz 6 ist Larry Ellison, das ist der Oracle-Besitzer, der jetzt auch TikTok gekauft hat in den USA und der jetzt auch Warner Brothers gekauft hat und damit auch CNN im Auftrag von Trump. Alle diese sechs reichsten Personen der Welt sind also Medienunternehmer. Globale Medienunternehmer. Die bestimmen darüber, welche Information Milliarden von Menschen sehen. Sie haben die Daten dieser Milliarden von Menschen und wissen deswegen, wie sie an sie drankommen und wie sie ihre Interessen und ihre auch tiefsten Ängste genau targeten. Und sie besitzen die Infrastruktur, auf denen diese Informationen fließen. Global. Da geht es um die Information von Milliarden Menschen. Zugleich sind alle sechs Amerikaner und alle sechs haben öffentlich bewiesen, wie sehr sie die Politik von Donald Trump unterstützen, die wir als Europäer nur mit großen Argumenten betrachten können. Also das ist ja alles ausgesprochen. Da muss man nicht mehr irgendwie raten und analysieren, sondern es ist ausgesprochen, in welche Richtung diese Politik geht. da sind wir mal bei den Besitzverhältnissen. Allein da sollten unsere Alarmglocken, aber ich denke mir halt auch, die Alarmglocken von europäischen Spitzenpolitikern und Politikerinnen, Leuten, wo ich mir denke, seht ihr nicht, was da passiert? Seht ihr nicht, wer das besitzt? Und welche Interessen auch dahinterstehen, hinter diesen sechs reichsten Männern der Welt, die alle Amerikaner und Trump-Anhänger sind? Das ist doch an sich schon, eigentlich könnte man da schon aufhören und sagen, okay, der Befund, dass das gefährlich ist, ist bereits erbracht. Ich möchte Ihnen aber noch so eine Stufe drunter geben in die Funktionsweise, vor allem jetzt von Social Media, von den großen Plattformen, die die Hauptinformationsquelle bei Jungen sind und in vielen Ländern überhaupt schon die Hauptinformationsquelle bei Jungen sind und in vielen Ländern überhaupt schon die Hauptinformationsquelle. Sie kennen sich im Großteil aus, ich möchte nur kurz die Verknüpfung mit Demokratie und Menschenrechten herstellen. Vielleicht zuerst eine kurze Frage, damit ich weiß, welche Sie kennen. Wer von Ihnen ist auf Facebook, zumindest so ab und zu? Die meisten WhatsApp? Und fast alle auf WhatsApp immer, kommt man kaum aus. Wer ist auf X? Drei, vier noch. Plus Kai? Das ist ein höherer Anteil als sonst im Publikum. Wer nutzt Instagram? Also auch Meta. TikTok? Ah, das ist interessant. Seien Sie froh, ich verbringe dort so wahnsinnig viele Stunden. Also fangen Sie sich nicht an. Die Funktionsweise von sozialen Medien hat bestimmte Dinge eingebaut, die dazu führen, dass Menschenrechte und Demokratie durch ihre Macht zerstört werden und zwar in der Funktionsweise. Deswegen sage ich Faschismusmaschinen. Das Erste ist dadurch, dass sie so viele Daten über die Nutzerinnen und Nutzer haben und alles über sie wissen, viel, viel mehr als wir selbst über uns wissen. Also dass wir zum Beispiel jetzt in einem Raum sind, das wissen unsere Handys, das wissen die Plattformen dahinter. Wenn Sie jetzt irgendwas googeln, über welche Gartenerde Sie kaufen sollen, werde ich die Werbung danach dafür kriegen und mir denke ich, Wahnsinn, wie kommt das? Aber so funktionieren die. Die wissen mehr über uns als wir selbst. Und deswegen wissen sie auch genau, womit sie uns kriegen. Die sind dazu da, Werbung zu verkaufen. Das tun sie mit sehr großem Erfolg. Werbung verkauft man, indem man unsere zwei Augen möglichst lange auf diesen Bildschirmen hält. Und dazu liefern sie uns, was uns interessiert. Ein Effekt davon ist, dass wir Dinge bekommen, von denen wir von vornherein schon dachten, dass sie wahr sind. So entstehen diese Filterblasen. Wer Feministin ist, bewegt sich in einer feministischen Welt. Wer Antifeminist ist, bewegt sich in der Menosphäre auf Social Media. Zwei völlig getrennte Welten. Wer FPÖ-Anhänger ist, wird kaum mal den gleichen Content bekommen und die gleichen Fakten sozusagen bekommen, wie jemand, der Grün-Anhänger ist. Das sind völlig getrennte Welten. Diese Filterblasen führen auch dazu, dass die Schwelle, jemanden anderen zu beschimpfen, sehr stark sinkt, weil man untereinander ist und das fördert so einen Tribalismus, also so ein Stammesdenken, wo es ganz einfach wird, die anderen zu entmenschlichen. Weil die anderen sind ganz, ganz leichte Bösen, mit denen hat man nie zu tun in der eigenen Filterblase. Dazu kommt ein zweiter Mechanismus, nämlich dass alles, was Hass und Wut erzeugt, wesentlich höher gerankt wird, als alles, was konstruktiv ist. Das liegt ganz simpel in unserer menschlichen Psyche. Also wenn jemand ruft Feuer oder da ist ein Dieb, dann schaut man natürlich eher hin und erzählt es eher weiter. als alles, was konstruktiv ist. Das liegt ganz simpel in unserer menschlichen Psyche. Also wenn jemand ruft Feuer oder da ist ein Dieb, dann schaut man natürlich eher hin und erzählt es eher weiter, als wenn jemand eine Brandschutzanleitung vorliest. Das ist ganz klar. Also so funktioniert unser Gehirn, so funktioniert unsere Psyche. Das ist in unseren Steizentierenden wichtig gewesen und diese Mechanismen werden da ausgenutzt. Alles, was Hass und alles, was Wut ist, verbreitet sich millionenfach mehr als Konstruktives. Und das in Kombination greift die Grundlage von dem an, was Menschenrechte sind. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. untergraben, wenn man sich in solchen Stämmen bewegt und es so leicht wird, andere erstens mal als Feinde zu sehen und als die anderen, die mit einem selber nichts zu tun haben, und sie dann auch noch zu Entmenschlichen zu beschimpfen und Wut zu entfachen über sie. Dazu kommt dann noch, dass Wahrheit keine Rolle spielt. Im Gegensatz zu traditionellen Medien haben diese Plattformen keine Verantwortung über den Inhalt. Das geht zurück auf eine große Fehlentscheidung meiner Meinung nach in der Mitte der 90er Jahre durch Bill Clinton, der gesagt hat, na gut, das im Internet ist wie die Post. Die Post weiß auch nicht, was im Brief steht, den sie zustellt. So soll es im Internet auch sein, um den amerikanischen Unternehmen Wachstum zu ermöglichen, damit sie möglichst wenig Regeln befolgen müssen. Die wurden entbunden von Medienrecht und das ist bis jetzt so. Das heißt, niemand ist dort verantwortlich für den Inhalt. Die putzen sich die Hände ab und das führt dazu, erstens mal, dass es ein sehr ungleiches Spielfeld ist gegenüber den traditionellen Medien. Wir müssen ja nachprüfen, wir können keine Verleumdungen zum Beispiel veröffentlichen. Wir müssen Stellungnahmen einholen, wir müssen schauen, ob die Sachen stimmen, die wir veröffentlichen, sonst werden wir geklagt und zahlen. Das heißt, wir müssen Menschen beschäftigen und uns Zeit dafür nehmen, während die das gar nicht müssen. Ganz großer Unterschied führt aber auch dazu, dass es einfach keine Wahrheiten mehr gibt. Und das ist jetzt durch KI nochmal verstärkt, es geht der Glaube an die Existenz von Wahrheit verloren. Und das ist sehr, sehr stark im Interesse von allen, die Demokratiefeinde und Menschenrechtsfeinde sind. Weil wenn es keine Wahrheit mehr gibt, dann glaubt man einfach dem, der einem emotional mehr anspricht. Dann muss nichts mehr gegengecheckt werden. Dann haben Diktatoren freie Bahn, weil die haben immer ihre eigene Wahrheit, an der sie rausblasen. Das hat ja schon Donald Trump in seiner ersten Amtszeit sehr, sehr stark gemacht. Und man sieht am Verhalten der US-Regierung, sieht man sehr schön, weil da kann man alle so schön zuschauen, weil darüber wird so viel berichtet, wie wir gehört haben. oder ihren Freunden übergeben, die Lizenzen entziehen, das Geld entziehen, während soziale Medien, wo sie sagen können, was sie wollen und niemanden challenge und sie erreichen noch dazu hauptsächlich eigene Anhänger, die auch nicht zurückreden, freie Bahn haben. Und dann gibt es noch ein Mechanismus drinnen, das sind die Netzwerkeffekte. Wenn alle auf WhatsApp sind, dann muss man halt auch auf WhatsApp sein, weil sonst ist man ausgeschlossen von der Kommunikation. Bei den Kindern ist es Snapchat zum Beispiel ein bisschen oder bei Instagram ist sowas. Das gilt nicht für jeden persönlich, aber es gilt für viele, die arbeiten müssen zum Beispiel damit. Also ist man dann drauf und so entstehen große globale Monopole, gegen die man als nationale Medien, traditionelle Medien auch wieder ganz, ganz wenig Einfluss hat. Und das ist etwas, das den Journalismus zerstört, indem es einfach die Grundlage entzieht, nämlich die Finanzierungsgrundlage. Vielleicht nochmal zusammengefasst, also es zerstört Menschenrechte durch diese Filterblasen und den Hass. Es zerstört den demokratischen Diskurs durch diese Filterblasen. Also dieses nicht mehr miteinander zusammenkommen und so einen wahnsinnigen Hass aufeinander aufbauen, merkt jeder in seinem Umfeld auch, glaube ich. Es zerstört Journalismus und es ist ein super Sprachrohr den Glauben, und zumindest sagen mir das immer auch viele progressive Kräfte und auch viele Politikerinnen und Politiker, die sehr, sehr, sehr, sehr viel Geld dort hineinpumpen, dass sie sagen, naja, wenn wir dort nicht sind, dann gewinnen ja die Bösen quasi. Dann sind ja nur die Antidemokraten dort unterwegs. Meine These nach einer sehr genauen Beobachtung, und ich setze mich seit zehn Jahren wirklich genau damit auseinander, ich habe ein Buch geschrieben, ich schaue mir das ganz genau an. Ich bin zum Schluss gekommen, es liegt in der Funktionsweise. Das sind Medien, die in ihrer Funktionsweise Demokratie zerstören und Faschisten fördern. Und deswegen der Titel dieses Vortrages. Jetzt kommt noch die künstliche Intelligenz dazu, die im letzten Jahr wahnsinnig an Fahrt aufgenommen hat. Und ich möchte Ihnen da, wie bin ich denn in der Zeit? Okay. Ich möchte Ihnen da nur zwei Sachen rausgreifen. Das eine sind Daten und das andere ist die Manipulation von Informationen. Daten haben wir gerade gesehen, was auf der Verteidigungsebene passiert. Ich weiß nicht, ob Sie es mitverfolgt haben und ob Sie verstanden haben, was passiert ist zwischen dem Pentagon und Anthropic, eines der ganz, ganz großen künstliche Intelligenzmodelle, Anthropic Cloud. Die hatten einen Riesenfight und der Pentagon hat beschlossen, sich von Anthropic zu trennen und jetzt OpenAI stattdessen einzusetzen. Damit Sie verstehen, was künstliche Intelligenz dort macht, zum Beispiel die Festnahme von Maduro in Venezuela, ist mit Anthropic gemacht worden. Die Auswahl dieser ganzen Bombenziele, jetzt gerade im Iran, geschieht durch künstliche Intelligenz. Da werden Satellitenbilder analysiert, da wird geschaut, welche Art von Flugzeugen sind da, wie bewegen sich die Leute, da werden alle Daten rein, so wird gebombt derzeit. Worüber Sie sich in die Haare gekriegt haben, ist erstens die automatisierten Waffen. Wenn es Robbick hat gesagt, unsere Systeme sind nicht so weit, dass da nicht noch ein Mensch drüber schaut. Richtigerweise, weil das Bombardement dieser Mädchenschule in Teheran in den ersten Kriegstagen ist aufgrund einer Empfehlung einer künstlichen Intelligenz passiert. Und der Mensch, der drüber geschaut hat, hat nicht genug drüber geschaut. Deswegen ist eine Mädchenschule statt eines Hauptquartiers bombardiert worden. Aber das Zweite war Mass Surveillance und zwar Domestic Mass Surveillance. Anthropic hat gesagt, es ist ihnen zu gefährlich, wenn ihre künstliche Intelligenz für Massenüberwachung eingesetzt wird. Das ist darauf gekommen, weil der Pentagon hat gesagt, wir geben euch Bulk Data, also riesige Mengen von Daten und ihr analysiert das bitte und spuckt uns aus, was die Einzelnen machen. Das hat Hans Roppe gesagt, das machen wir nicht, das ist zu gefährlich, weil wenn ein Staat in jeder Sekunde über jeden Staatsbürger alles weiß, dann weiß man nicht, was er damit macht. Die Macht des Staates ist auch dadurch begrenzt, dass er nicht immer alles weiß. Es sind überall Kameras, wenn der Staat jetzt in jeder Sekunde auf jede Kamera einen Einblick hat und eine künstliche Intelligenz hat, die alle diese Daten, die herum sind, jederzeit analysieren kann und sagen können, der, der, der und der haben das Gesetz gebrochen und bekommen automatisch eine Strafe. Damals hat man gesagt, da machen wir nicht mit. Allerdings. Sie haben gesagt, wir machen nicht mit für US-Bürger. Und das ist ein bisschen untergegangen. Es ist immer nur gegangen um US-Citizens. Entschuldigung, ich bin wahnsinnig verkühlt. Aber wie lange habe ich noch? Also die Minuten halte ich noch durch mit meiner Stimme. Also es ist immer nur gegangen um US-Bürger. Nie hat Anthropic gesagt, wir sind dagegen, den Rest der Welt zu überwachen. Also uns hier alle. Das ist sowieso schon in der Ziehung. Und der Pentagon und somit auch das große künstliche Intelligenzunternehmen, mit dem sie arbeiten, die haben Zugriff auf alle frei verfügbaren Daten, damit weiß man ohnehin schon fast alles, Standortdaten, wer mit wem kommuniziert, mit wem im gleichen Raum sind, was gekauft hat, was gegoogelt hat und so weiter. Das ist alles da, auf alle Daten, die man kaufen kann, zum Beispiel alles, was Überwachungskameras sind und so weiter und dann noch auf alle Daten, die Geheimdienste so zusammentragen, weil es ist das Pentagon, es ist das Kriegsministerium, es heißt ja Kriegsministerium in den USA. Darauf haben sie auch noch den gesamten Zugriff. Das heißt, die wissen viel, viel, viel mehr als jeder von uns selbst, über uns selbst und sie haben die Möglichkeit, das alles zu analysieren. Und zwar auf Knopfdruck. Und das ist eine Riesenänderung und das macht auch eine Riesenänderung aus dabei, wie mächtig diese sozialen Plattformen sind und das, wo wir Informationen daraus beziehen. Europa. Das heißt, die wollen die Wahlen beeinflussen und das machen sie nicht mal, ohne es angekündigt zu haben. Das steht da drinnen, in der Sicherheitsstrategie und die kommt ja vom Kriegsministerium. Also das heißt, genau dafür zum Beispiel kann sowas eingesetzt werden, um Wahlen zu beeinflussen. Genau über diese Plattformen, über die wir unsere Informationen beziehen. Und ein großer Teil der Bevölkerung, die sie nur darüber bezieht, Elon Musk hat es schon vorgemacht im deutschen Wahlkampf mit einem ganz klaren Einsatz für die AfD im Wahlkampf, das wird jetzt mit diesem Einsatz von künstlicher Intelligenz dazu nochmal verschärft. Das ist die eine Sache, die Daten. Einen zweiten Aspekt möchte ich Ihnen auch noch mitgeben zur künstlichen Intelligenz. Sehr, sehr viele googeln jetzt und bekommen direkt eine Antwort und belassen es dabei. Das ist einerseits wieder Journalismus zerstörend. Wir zum Beispiel mussten unsere Textseite Papus24 einstellen letzten Sommer, weil wir gemerkt haben, dass die Zugriffe, die über Google kommen, einfach eingebrochen sind, seit es da direkt die Antwort steht. Es klickt einfach niemand mehr auf die Quelle. Sondern jeder schaut sich einfach an, was ist da und da passiert? Google spuckt eine Antwort aus, steht oben sehr, sehr oft falsch, aber die meisten begnügen sich damit, weil es ist ja auch nicht ihr Job, nachzupacken und nachzugraben. Das Zweite ist aber, dass sie ganz leicht manipulierbar sind. Und ich möchte Ihnen ein Beispiel aus Polen erzählen, das jetzt im November passiert ist. Dort ist eine Zuglinie sabotiert worden. Es sind drei Sprengsätze angebracht worden an eine Zuglinie sabotiert worden. Es sind drei Sprengsätze angebracht worden an einer Zuglinie. Zum Glück sind nur zwei davon detoniert, aber es gab ein großes Chaos im Zugverkehr. Es hat nur Stunden gedauert, bis die polnische Regierung drauf gekommen ist, wer es war und dass es aus Russland gekommen ist, der Auftrag dafür. Ich glaube, ich weiß nicht, 12, 14 Stunden, so irgendwas. Sie waren echt eigentlich ziemlich schnell, aber den ganzen Tag sind die Züge gestanden und Leute haben gefragt, Chachiviti, Google und so weiter, was ist los, was ist passiert und haben nur russische Antworten bekommen. ist unfähig, aber alles im russischen Narrativ vertraut, oder die EU ist schuld, aber alles in diesem russischen Narrativ, die Ukraine ist schuld und die EU-Institutionen sind unfähig, vertraut es niemanden. Und das lag daran, dass die, bevor sie, die haben ja gewusst, was sie machen, und haben vorher die LLMs gefüttert, sie haben einfach Dokumente mit der Antwort auf die Frage, warum stehen die Züge an die richtigen Stellen im Internet verteilt. Und es braucht nur 250 bis 400 Dokumente, um die Antwort eines LMMs, also eines Multi, wie heißt das auf Deutsch? Large Language Model, gibt es da überhaupt einen deutschen Begriff? Also, JGBT und so weiter. Oder das, was auf Google KI Antwort kommt, zu manipulieren und eine andere Antwort reinzugeben. Und das ist besonders gefährlich, weil die geben ja nur eine Antwort und die wirkt besonders wahr. Weil du fragst den was, er sagt dir was. Die meisten haben schon so eine Beziehung quasi mit ihrem jeweiligen LLM und vertrauen auf diese Antworten und die sind wahnsinnig leicht manipulierbar. Das heißt, das in den Griff zu bekommen ist tatsächlich eine Existenzfrage für Europa. Es ist eine geopolitische Existenzfrage. China und die USA haben das absolut erkannt. China hat überhaupt noch nie andere Medien reingelassen. Die sind eine Diktatur, die haben gewusst, das können sie sich nicht leisten. Die USA haben sofort jetzt unter Trump drauf bestanden, TikTok wird abgedreht, entweder jemand von uns kauft es oder weg damit. Oder weg damit. In Europa gibt es gar nichts. Also alles rennt da einfach durch. Es gibt kaum Regeln. Die Regeln, die es gibt, werden, wir haben es schon gehört, ganz, ganz schlecht eingehalten. Weil die sich einfach nicht daran halten. Und es ist zu hoffen, dass jetzt in diesem Aufwachen davon so, hallo, es gibt doch noch eine Geschichte und wir müssen uns als Europa ein bisschen verteidigen. Unser Lebensmodell, unsere Werte, unsere Menschenrechte, dass da jetzt so ein bisschen Drive reinkommt und man draufkommt, okay, das gilt auch für diese großen Plattformen. Zum Abschluss, kurz, was kann man machen? Es ist nicht so, dass das eine neue Situation in der Geschichte ist. Masseninformation, Massenmedien sind nicht per Seegwut, im Gegenteil eigentlich. Es war der Buchdruck, hat Gutes hervorgebracht und hat aber auch wirklich Schlimmes hervorgebracht. Also dass der, ich habe Geschichte studiert, dass der Dreißigjährige Krieg so wahnsinnig lang war, hatte viel damit zu tun, dass man Flugblätter drucken konnte und so Verleumdungen über die Gegner hinausschießen konnte, dass die wirklich entmenschlicht waren und als Teufel dargestellt worden sind. Und die Leute haben es auch geglaubt, weil es war gedruckt. Und gedruckt hat vor kurzem noch geheißen, okay, das kommt direkt von Gott, von Mönchenglieder geschrieben, hohe Glaubwürdigkeit oder Hexenverbrennung. Oder auch der Antisemitismus in Österreich Ende 19. Jahrhundert, Anfang 20. Jahrhundert. Das war die Presselandschaft damals, die ungebremst Antisemitismus verbreitet hat und so auch Hitler den Weg bereitet hat. Das heißt also, Massenmedien brauchen Kontrolle. Und die haben wir eingeführt. Für Printmedien zum Beispiel Medienrecht. Das verhindert, dass sowas passiert jetzt. Oder Radio und Fernsehen, die Medien des Faschismus des 20. Jahrhunderts mit dieser Macht, in jedes Wohnzimmer zu senden mit einer Stimme. Da wurde das öffentlich-rechtliche System dagegen erfunden. Und man hat gesagt, so ein mächtiges Medium darf nicht ein Einzelner besitzen oder der Staat, sondern es gehört in die Hände der Bevölkerung. Mit besserem oder schlechterem Erfolg, das System hat seine Tücken, wie wir gerade diese Tage wieder merken, aber der Grundgedanke ist total wichtig und richtig. Und damit bin ich bei dem, was man tun könnte. Es wäre ziemlich einfach nämlich. Man müsste eigentlich nur bestehende Regeln auch auf die anwenden. Kartellrecht zum Beispiel. Wenn Kartellrecht angewendet würde, gäbe es wieder Platz für richtige journalistische Medien. Medienrecht zum Beispiel. Wenn die verantwortlich wären für den Inhalt, und da läuft gerade auch ein interessantes Verfahren in den USA, wenn die verantwortlich sind für den Inhalt, dann schaut das ganz anders aus. Dann haben die nicht so einen Mega-Wettbewerbsvorteil, mit dem sie nicht nur Journalismus, sondern auch noch Demokratie mit zerstören. Datenrecht. Dass alle unsere Daten auf amerikanischen Servern liegen und von amerikanischen Unternehmen verwendet werden. Katastrophe in dieser Weltlage. Das müsste sich ändern. Und die öffentlich-rechtliche Idee sollte ausgeweet werden. Katastrophe in dieser Weltlage. Das müsste sich ändern. Und die öffentlich-rechtliche Idee sollte ausgeweitet werden. Im Fernsehen braucht man sie gar nicht mehr so dringend. Das funktioniert ja mit einer Medienvielfalt. Da braucht man sie wirklich. Und das wäre eine echte Aufgabe für die europäische Politik. Was kann jetzt aber jeder Einzelne machen? Damit komme ich zum Schluss. Weil es hat ja schon damit begonnen heute, die Anmoderation, wenn man in der Früh das Radio antritt und in die Zeitung schaut, fühlt man sich das Schlagen von allem, was da auf einen einpresst. Und das Gefühl ist wahnsinnig viel stärker geworden, seit man das Handy in der Hand hat und keine Grenze mehr hat, sondern den ganzen Tag, ich hoffe es war eine Performance da draußen, sondern den ganzen Tag – ich hoffe, es war eine Performance da draußen – sondern den ganzen Tag mit einer Nachrichtenflut konfrontiert ist, von der man auch nicht mehr einordnen kann, was stimmt und was stimmt nicht, weil man ja auch Bildern und Videos nicht mehr trauen kann. Das ist das, was so erschlägt. Also wenn ich es Ihnen kurz zusammenfasse, muss ich Ihnen sagen, die Bösen wollen, dass Sie sich überflutet von Nachrichten und die wollen, dass sie keinen mehr anschauen. Man kann das ganz leicht lösen mit einer eigenen Informationshygiene. Das heißt, erstens mal vertrauen Sie auf Profis und schauen Sie auch, dass Sie denen Existenzgrundlage verschaffen, indem Sie redaktionelle Medien abonnieren oder zumindest anschauen. Es gibt ja auch genug gratis, also im Fernsehen in Österreich zum Beispiel ist alles gratis. Da gibt es sehr, sehr gute Informationen. Oder abonnieren Sie ein redaktionelles Medium. Kann im Internet sein, kann auf Papier sein, egal. Unterstützen Sie irgendwo etwas, das Ihnen gesicherte Informationen verschafft und widmen Sie dem einen normalen Teil des Tages. Schauen Sie es in der Früh an, schauen Sie es am Abend an. Aber nicht den ganzen Tag rum scrollen. Das ist einfach schlecht für die Psyche und führt dazu, dass man sich gar nicht mehr damit beschäftigt. Und das macht dann Demokratie kaputt. Weil man hat dann keine Kapazität mehr, um das auch noch zu verarbeiten und sich zu überlegen, was tue ich damit und jemanden anzurufen und zu sagen, tun wir uns zusammen dafür. Mit diesem Aufruf ende ich und ich glaube, wir starten in die Diskussion. Herzlichen Dank. Vielen Dank, Carina Milburn. Wir sind natürlich etwas zeitverzögert, aber bei diesen vier großartigen Referentinnen ist es sogar sehr gut, wenn wir die Zeit haben, diese spannenden Infos zu hören. Ja, wir starten jetzt in die Diskussion und ich würde es ja suchen, Sie drei am Podium Platz zu nehmen, damit wir dann das Mikrofon durchgeben. Und es ist Zeit für Ihre Fragen. Jetzt ist die Frage, ist das Sitzfleisch noch ausreichend für 15 Minuten, 20 Minuten Fragen? Ich hoffe, es geht sich noch aus, dann starten wir eh in die Workshops. Und online ist die Frage genau der Herr Ludescher, dass wir ihn noch zuschauen. Ah, da muss sich jemand anmelden, bitte, genau. Aber ich würde sagen, Sie überlegen sich schon einmal eine Frage. Und ich sehe schon eine Hand oben. Der Martin Wassermeyer, bitte. Genau, die Karte wird dann durchgehen. Ah, super. Dankeschön. Genau, bitte um die erste Frage. Ja, vielen Dank, Martin Wassermeyer, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen Österreich. Corinna, ich bin wie immer sehr beeindruckt. Vor allem gefällt mir, dass du natürlich einen sehr gewagten Titel gewählt hast mit den Faschismusmaschinen. Dennoch, auch ich habe Geschichte studiert und habe mich natürlich sehr viel mit Faschismustheorien beschäftigt. Falschismustheorien beschäftigt. Und wenn ich daran erinnere, dass Elon Musk am Tag nach dem zweiten Wahlerfolg Donald Trumps im Jänner letzten Jahres, eigentlich nach seiner Inaugurierung, auf X einen sehr lapidaren Satz geschrieben hat, sozusagen, on you are the media, also ihr seid jetzt die Medien, ist das ja eigentlich etwas, das man ja fast wie ein Demokratieversprechen lesen kann, indem er sagt, es wird sich jetzt grundlegend etwas verändern, nicht nur im Medienverständnis, sondern auch in der Medienpraxis, indem wir Medien in eure Hände legen. Ich stelle mir das jetzt irgendwie schwierig vor und vor allem ist auch meines Erachtens aus deinen Ausführungen noch nicht so klar hervorgegangen, was ist eigentlich die Zielformulierung der Faschisierung der Medien? Weil wenn man es jetzt mit einem trivialen historischen Beispiel vergleicht, unmittelbar nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933, war, wenn man so will, Jurde Miededia war der völkische Beobachter und der Stürmer. Das heißt, im Grunde waren die Menschen völlig entrechtet, hatten überhaupt keine Form von Zugang zu Medien, Medienpartizipation, hatten keinerlei Journalismus mehr, der qualitativ orientiert war. Das heißt im Grunde völlige Rechtlosigkeit, auch in der Rolle der Medienkonsumentinnen. Und im Grunde wäre es ja heute noch viel dramatischer, weil im Grunde wir alle nicht nur Medienkonsumentinnen und im Grunde wäre es ja heute noch viel dramatischer, weil im Grunde wir ja alle nicht nur Medienkonsumentinnen sind, sondern auch Medienproduzentinnen. Wo führt denn dieser Widerspruch deines Erachtens letztendlich hin? Also das Jur de Media ist eigentlich das Versprechen des Internet von vor 40 Jahren, vor 30 Jahren auch noch, vor 20 Jahren hat man es noch geglaubt und gemerkt, es fängt an etwas schief zu gehen. Vor zehn Jahren war klar, es ist schief gegangen, wegen dieser Monopolisierung. Aus dem Mund von Elon Musk ist es natürlich besonders zynisch, weil er Twitter, einen Ort, der durchaus sowas war, wo es tatsächlich einen sehr großen Austausch gab und es sehr wertvoll war, auch über Demokratiebewegungen auf der ganzen Welt zu erfahren und sich auszutauschen, Demokratiebewegungen auf der ganzen Welt zu erfahren und sich auszutauschen, zu einem Ort verwandelt hat, in dem jeder, der Menschenrechte verteidigt, dermaßen angegriffen wird, dass Leute sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen, weil es so brutal ist. Und das ist nicht nur Zufall, weil es halt mehr gibt, die gegen Menschenrechte und Demokratie sind, sondern das ist in den Algorithmus von Twitter hineinprogrammiert worden und dazu gibt es ja auch Untersuchungen. Das wird dann immer wieder offengelegt und wieder andersrum, aber auch Groks künstliche Intelligenz wird immer wieder auf rechtsprogrammiert, quasi auf Antifeminismus, Antidemokratie, Antimenschenrechte. Das heißt, die, die Demokratie, Minderheitenrechte, Feminismus usw. verteidigen, haben einen extrem schweren Stand auf den sozialen Medien. Und das ist ein Grund dafür, dass ihre Stimmen auch leiser werden. An dieser Stelle darf ich das neue Buch von Ingrid Brodnig empfehlen. Es ist neu rausgekommen, wahrscheinlich haben es noch nicht viele im Raum gelesen. Ich empfehle es sehr, weil da sehr gut nachvollzogen wird, wie Politikerinnen, also Frauen, aus der Öffentlichkeit verdrängt werden durch diese Hasskampagnen. Deswegen halte ich das für einen zynischen Satz von Elon Musk, der das Gegenteil von dem sagt, von dem, was er selbst tut. Dankeschön, danke. Gibt es weitere Fragen? Ja, danke. Gibt es weitere Fragen? Ja, danke. Ich wollte kurz auf zwei Punkte eingehen, weil die von Frau Krisper angesprochen worden ist, die Europäische Menschenrechtskonvention, Artikel 10, hat aber auch einen Absatz 2. Und das wird oft vergessen, kommt mir vor. Also wenn es den guten Ruf oder die Rechte anderer betrifft, insbesondere hat der Staat hier Vorsorge zu treffen, dass hier eben keine Verletzung der Menschenwürde im Konkreten passiert. Also wie könnte man das vielleicht ein bisschen mehr noch ins Bewusstsein oder vielleicht auch in die Durchsetzung bringen. Und das Zweite ist jetzt auch bei Frau Milbon gehört, was ich selber auch immer überlege und auch selber lebe, dass man sich überlegt, welche Medien man tatsächlich nutzt. Also welche Plattformen. Ich habe heute noch nicht gehört, dass es beispielsweise auch Signal gibt. Also wer abgefragt worden ist, wer was nutzt. Und das wäre ein Dienst, wenn man nachsieht, welche Daten verknüpft sind mit einer Person, wo man genau auf Null kommt. Dann geht es weiter mit iMessage von Apple, dann geht es weiter zu WhatsApp und das ganz Schlimmste, was man machen kann, ist Facebook Messenger zu benutzen, weil da wirklich alles nachverfolgt wird im Prinzip. Wie schaut denn da so die Möglichkeit aus, in der Bevölkerung ein bisschen für mehr Bewusstsein zu schaffen? Ich probiere es, aber vielleicht könnte man da ein bisschen mehr noch in die Breite gehen. Vielleicht ganz kurz ein Talk dazu. Ich habe das deswegen nicht genannt, weil ich WhatsApp als Medium mit den Kanälen genannt habe. Weil das ja auch jetzt ein Informationsmedium ist mit den Kanälen, was Signal in der Form nicht ist, sondern mehr ein Messenger, auch wenn es große Gruppen auf Signal gibt. Aber ja, sollte man verbreiten und nützen. Nein, ich habe den Absatz 2 vor mir. Ausübung dieser Freiheiten ist mit Pflicht und Verantwortung verbunden. Sprechen, Straftatungen, nicht darf sie unterworfen werden. Demokratische Gesellschaft, also auch wieder diese Wertigkeit, was in einer Demokratie erlaubt sein darf oder nicht. Ich sehe keinen Widerspruch zu der EGMR-Rechtsprechung, weil genau das in der Verhältnishaltsprüfung und in der Abwägung von unterschiedlichen Rechten ja immer genau geprüft wird. Also die Verhältnismäßigkeit, ob es notwendig ist, eine Einschränkung, ob es überhaupt ein adäquates Mittel ist, das hier hinzugezogen wird. Und dann die Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne wird ja auch dann nochmal geprüft. Und dementsprechend ist da die Rechtsprechung auch nicht das, was die Staaten anfechten. Das ist immer sehr spannend bei den Menschenrechten, dass die Staaten sehr oft die Urteile eigentlich akzeptieren an sich, aber es dann in der Änderung des Vollzuges sehr oft dauert. By the way, es ist auch interessant, dass auch manchmal aus dem Dunstkreis der FPÖ Beschwerden an den EGMR gerichtet werden, wo sie eigentlich die MRK abschaffen wollen. Also es ist hier sehr wohl so, dass sich dann jeder, wenn es ihn dann plötzlich betrifft, dann plötzlich potenzieller auch gut vertreten fühlt von der Rechtsprechung, wie sie jetzt ist. Also zunächst einmal danke für ein paar sehr interessante Details und für viele Inspirationen, die ich bekommen habe. Und dann eine provokante Frage, warum wird eigentlich nicht die große Irritation genutzt, um die große Chance zu wagen, im Sinne von wirklich mehr Demokratie? Dazu ein kurzes Beispiel. Es hat vor einigen Jahren auf ZDF so eine Sendung gegeben, da waren zwei Sendungen oder drei, wo auch die Zuschauer in einer Kommentarspalte schreiben haben können. Und teilweise waren Rückmeldungen da. Da wurde gesagt, dass die Zuschauermeldungen eigentlich interessanter waren als das, was die Leute im Fernsehen gebracht haben. Das ist für mich sehr verständlich, weil es war dadurch viel mehr Lebendigkeit gegeben und auch mehr Vielfalt gegeben. Und im Sinne von echter und wahrer Demokratie, nicht nur Scheindemokratie, wo dann wieder jemand die Hoheit hat, zu definieren, was das eigentlich ist. Danke. Also wir versuchen das sehr stark. Wir machen zum Beispiel so Arenen mit Ministern, zum Beispiel mit Bildungsminister Wiederkehr auf der Schmelz in Wien in einem Gymnasium, wo dann Leute aus allen möglichen irgendwie von seiner Politik betroffenen Bereichen kommen, also Eltern, Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen, Schüler und so weiter und direkt Fragen stellen können. Das ist tatsächlich meistens viel interessanter als die Fragen, die man sich in den kleinen Zirkeln stellt. Und was so zu sehr Reaktionen betrifft, ist es beim ORF zum Beispiel, geht es durch das ORF-Gesetz nicht, was jetzt aber dazu führt, dass man Dinge vom ORF nur auf YouTube oder auf TikTok kommentieren kann, was dann auch wieder komisch ist, weil dort wird es dann halt, also da ist auf jeden Fall Nachholbedarf. Ja, bitte. Ganz kurz zu einem anderen Thema, zu dem interessanten Online-Vortrag da über die mediale Vernachlässigung des globalen Südens. Das war mir in dieser Drastik nicht bekannt. Vielleicht auch deshalb, weil wir gerne in die Gegenden reisen und daher die Nachrichten, die uns erreichen, auch damit öfter was zu tun haben. Aber was mir die Frage dabei aufgetaucht ist, die man, glaube ich, stellen muss, ist, was ist der Zweck von Nachrichten? Was ist das Ziel? Einerseits ist es ja sicherlich das Ziel, die Leute über das zu informieren, was sie interessiert. Das machen offensichtlich die Medien, weil sie glauben, dass uns der Norden mehr interessiert als der Süden. Und das andere ist auch eine gewisse Botschaft. Aber da fehlt mir auch noch ein bisschen, was das Ziel wirklich ist. Der Heludäscher ist leider nicht mehr zugeschaltet, aber vielleicht können Sie darauf eingehen, jemand von Ihnen? Ja, es schaut bei uns sicher ähnlich aus in der Aufteilung von Nachrichten. Es liegt nicht an unserem eigenen Interesse. Also ich zum Beispiel habe Entwicklungspolitik studiert, in Lateinamerika gearbeitet, in Afrika gearbeitet und war viel in Asien. Also ich habe großes Interesse an den Ländern persönlich. Aber tatsächlich ist ein Stau auf der Autobahn vor der Haustür für den, der jetzt gerade Nachrichten hört, einfach relevanter. Also Relevanz ist da das Stichwort. Relevant ist das, was einen direkt betrifft in seinen täglichen Entscheidungen. Also wenn, was weiß ich, wenn man das Fenster nicht aufmachen sollte, weil es gab einen Giftunfall, das ist glaube ich die beste Erklärung für das, das ist etwas hochrelevantes. Das muss man sofort wissen. Das muss sofort in den Nachrichten sein. Und dann gibt es Abstufungen. Und ein großer Teil davon ist, dass man sich fragt, was interessiert die Leute Nachricht über den einen Butsch gar nichts, wenn man es nicht einordnen kann. Oder diese eine Nachricht über, wenn man auch über Äthiopien zum Beispiel wenig berichtet, obwohl ich persönlich sehr, sehr viel Interesse daran habe und eine Kollegin dort unterstütze, weil die Einordnung müsste eigentlich, man müsste vorher eine einstündige Vorlesung bringen. Das ist aber wiederum nicht die Aufgabe von Nachrichten. Das heißt, es ist ein Zusammenspiel zwischen Bildung und Nachrichten. Das heißt, es ist ein Zusammenspiel zwischen Bildung und Nachrichten. Jetzt haben Informationsmedien einen gewissen Bildungsauftrag, den sie sich selber auferlegen, beziehungsweise der ORF hat einen gesetzlichen Bildungsauftrag. Aber in den Nachrichten ist es einfach nicht der Vorrang an ihr Auftrag, sondern der Vorrang an ihr Auftrag ist, den Leuten zu sagen, was müsst ihr heute wissen. Und deswegen ist auch das, was direkt in der unmittelbaren Umgebung ist oder direkt einen Einfluss hat auf diesen Kugeln größer als Lateinamerika, Afrika und Südasien. Weil tatsächlich USA und China auch mehr Einfluss haben auf unser tägliches Leben. Das ist ein trauriges Ergebnis. Bitte das Mikrofon nutzen, weil sonst hören wir es nicht bei der Aufdehnung. Also wenn Sie in Südafrika Nachrichten hören oder überhaupt im südlichen Teil von Afrika, kommt Europa nicht vor. Ja klar, weil dort ist ja auch das Nächste interessanter. Genau, ja, wir haben noch viele Wortmeldungen. Ich sehe die Hände und wir haben ein rechts viel mehr, also links von Ihrer Seite her, einen Überschwank. Wir machen noch Sie zwei und dann schauen wir auf die linke Seite. Eine Frage an Herrn Paulitsch gerichtet und zwar klassische Medien leiden oft schon, dass die Redaktionen recht dünn sind und als Leser oder Hörer tue ich mir manchmal schon schwer vom Nachrichtengehalt oder vom Inhalt, auf der anderen Seite, manche haben nach dem Dumb Scrolling in den sozialen Medien auch einen Kater. Sie haben Crowdfunded Medien erwähnt, wie gut laufen die? Es gibt in Österreich ein Projekt und von der Idee her super gut, aber kaum bekannt. Von der Idee her super gut, aber kaum bekannt. Vielleicht, wenn man hier die Frage nach jetzt, wie bekannt das ist, stellt. Keine Ahnung, wie viele Hände da hochgehen. Genau, bitte die Dame hier vorne. Okay, machen wir zuerst hinten. Aber ich habe sie im Blick. Das ist wahrscheinlich sogar ein Medium, das vergleichsweise viele in Österreich kennen werden, weil die wahnsinnig viel Geld in Social Media auch für ihre Kampagne gesteckt haben. Ich habe Crowdfunding, also das stimmt, das Problem ein bisschen mit Crowdfunding ist heutzutage, dass Medien oft zu Beginn enorm viel Geld auf die Beine stellen und dann aber nach ein, zwei Jahren schon ein Wachstumsproblem haben und sehr viele interessante Projekte dann wieder eingestellt werden müssen. Ich würde auch das Crowdfunding jetzt nicht als Lösung sehen, wie sich Journalismus langfristig finanzieren wird. Ich glaube aber zum Beispiel im lokalen Bereich sehen wir schon immer wieder auch innovative journalistische Projekte, die gerade auch mit solchen Crowd-Membership-Paketen dann ganz gut über die Runden kommen. Generell ist einfach das Problem, dass wir sehen, wir haben dieses Ungleichgewicht, auf Social Media ist alles gratis und es gibt auch immer mehr privat finanzierte Medien, die auch ihren Content gratis zur Verfügung stellen und das ist dann aber eben oft nicht seriöse Berichterstattung, sondern Propaganda. Und umgekehrt, die seriösen Nachrichten sind darauf angewiesen, dass wir alle dafür bezahlen. Und dieses Ungleichgewicht, das entstanden ist durch die Digitalisierung, das ist, glaube ich, noch nicht vielen bewusst. Ich glaube, wir müssen jeden einzelnen Mensch dazu ermächtigen oder ihm vor Augen führen, du tust dir selbst damit was Gutes, wenn du ein Nachrichtmedium deiner Wahl hast und für das auch bezahlst. So wie jeder junge Mensch mit 18 sich eine Fitnesscenter-Abo-Mitgliedschaft zulegt, sollte auch jeder irgendein Zeitungsabo oder ein Online-Medium haben. Und ich glaube, da sind viele Menschen, haben das glaube ich nicht am Schirm, weil eben man kriegt diese Propaganda täglich gratis, im Internet gibt es diese Gratis-Mentalität und Demokratie kostet aber auch etwas und solange wir eben, solange Medien angewiesen sind auf Leserinnen und Leser, glaube ich, wird das auch eine ganz wichtige Aufgabe sein. Ich glaube aber auch, man muss die Werbewirtschaft stärker in die Verantwortung nehmen in den nächsten Jahren. Ich glaube wirklich, demokratiepolitisch ist es wahnsinnig bedenklich, wie unkritisch viel Geld sowohl von Politik wie Wirtschaft in diese sozialen Plattformen fließt. Da wird es auch eine stärkere Debatte in den nächsten Jahren brauchen. Wenn ich deine Zahl dazu werfen darf, es fließen jetzt 60 Prozent der österreichischen Werbegelder an Plattformen, also außerhalb von Österreich, vor allem in die USA an Google und an Meta und ein bisschen was an TikTok. Das sind 2,6 Milliarden Euro, die den österreichischen Medien fehlen. Weil insgesamt das Volumen ist recht gleich geblieben. Es ist nicht so, dass die Werbegelder sinken, aber mehr als die Hälfte ist trotzdem weg. Vielen Dank, da kann ich gut einhaken. Mein Name ist Christine Tragler, ich bin Redakteurin vom Südwind Magazin, einem Print-Magazin noch, das sechsmal im Jahr rauskommt. Und ich recherchiere gerade für die Mai-Ausgabe zu einem Dossier zu KI und globaler Süden, KI und Nachhaltigkeit. Und genau da wird es auch darum gehen, wie viel Wasser und wie viel Energie KI frisst, wo diese Rechenzentren stehen, teilweise in Brasilien, in Mexiko, in Ländern des globalen Südens, wo Wasserknappheit in diesen Regionen auch herrscht. hatte, das sind eben Themen, das ist jetzt nicht Tigray und Jemen, das weit weg ist, sondern das beschäftigt auch uns, das hat mit unserer Lebensweise im globalen Norden zu tun, was im globalen Süden abgeht und dann noch nicht zu sprechen von den Klick-Arbeiterinnen in Syrien, in Libanon, in Kenia, die eben diese verstörenden Inhalte für die KI per Hand trainieren müssen. Ich fand es total spannend, die vier Vorträge zu hören. Vielen Dank für die Impulse und für die Inspirationen. Ein Punkt, der auch gefallen ist, ist, wie eben Medienförderung abwandert oder wie eben auch durch die KI generierten Google-Anfragen, die ja viel mehr Energie auch wieder verbrauchen als eine normale Google-Anfragen, die ja viel mehr Energie auch wieder verbrauchen als eine normale Google-Anfrage, wenn es nicht an die KI ausspuckt. Ich glaube, um 80 Prozent mehr Energie, wenn es die KI ausspuckt. Eben, Corinna, du hast das auch genannt, die Webseiten einfach an Relevanz verlieren beziehungsweise an Zugriffen verlieren und das einfach nochmal so eine Spirale nach unten auslöst, weil viele Medienplattformen, oder Medien, diese Zugriffe brauchen auf ihren Websites, um Traffic zu generieren und dann einfach noch mehr Geld an Silicon Valley wandert. Und das wird sich noch weiter potenzieren. Und ich habe mal mit einer Informatikerin gesprochen, die eben gemeint hat, ja, in letzter Konsequenz müsste dann Silicon Valley Medienförderung aussprechen, weil ja dort ist ja dann das viele Geld und die vielen Zugriffe, so wie du auch gesagt hast, die Milliarden, die ja allein aus Österreich dorthin wandern. Seid ihr da, gibt es da irgendwelche Ansätze, dass sie das in Zukunft, also ihr habt es auch in den Vorträgen benannt, aber irgendwas, was auch optimistisch stimmen mag im Sinne der Daten-Klaus oder, ja. Tatsächlich etwas, was optimistisch stimmt. Wir sind schon in der Erfahrung, was negative Erfahrungen mit US-Big Tech betrifft, weiter. Also viele haben vor dem gewarnt, was Elon Musk gemacht hat. Haben gesagt, ihr gebt euch Daten dort gratis her und das ist in privater Hand und irgendwann kann es ein Milliardär aufkaufen, der nicht pro-demokratisch ist, sondern vielleicht autoritär und hat all eure Daten. Und das hat niemand so wirklich ernst genommen. Und seit Elon Musk wissen wir, wie sehr die Demokratie das unter Druck bringt, wenn das in privaten Händen die wichtigste Infrastruktur im Bereich der Information ist. Insofern glaube ich schon, dass wir bei der KI wissen, da droht uns genau dasselbe. Und insofern auch jetzt eben allein durch eine Veranstaltung wie heute ganz anders über diese Problematik debattiert wird. Und auch, glaube ich, es setzt sich auch die Erkenntnis durch, in Europa ist das öffentlich-rechtliche Modell eines, das uns davor schützen kann. Wie es dann ausgestaltet ist, ist eine andere Frage. Aber an sich, glaube ich, auch, es wissen mittlerweile alle am Verstanden, sowas sollte nicht, also wir müssen uns unabhängig machen von den USA und das wäre noch eher etwas, was mir Hoffnung gibt. Wenn ich mir aber anschaue momentan, wie die Politik agiert und auch wie in Europa gerade auch Kräfte im Sinne der USA aufrüsten, also mit Thinktanks, mit Meinungsfreiheit, Diskurs und all dem, was da permanent jetzt auf uns einprasselt, dann bin ich schon auch in Sorge, ob wirklich Europa sich hier auf eigene Beine stellen kann. Also es gibt einfach jetzt auch immer mehr diese libertären Bewegungen in Europa, die der Magerbewegung nahestehen, auch in Österreich aktiv sind. Und ich glaube, da braucht es auch einfach mehr Aufklärung, welche Interessen hier auch teilweise bedient werden. Dankeschön. Genau da vorne, die Dame ist schon länger. Dankeschön, mein Name ist Gunde Dick, ich bin von der Initiative Zusammenhalt Niederösterreich. Ich möchte gern erstens mal mich groß bedanken für diese wunderbaren Vorträge. Jeder für sich war so, nicht erfreulich, aber so super, so kompetent, so fantastisch. Also wirklich vielen Dank, vielen Dank. Ich rede von der Perspektive einer Aktivistin. Wir sind eine Gruppe, die Aktivistinnen vereint. Und da beschäftigt mich etwas, und vielleicht weiß da jemand Antworten drauf, und zwar, es gibt doch, auch hier wurde das bewiesen, es gibt so viele Analysen, so viele Berichte, so viele Reflexionen, so viele Zeitungs- und sonstige, also das ist alles wichtig und das stimmt, da schreiben viele kluge Leute, viele wahre Dinge. Und es transportiert sich aber nicht, das ist so eine Diskrepanz, es transportiert sich aber nicht in, sagen wir, wirkungsvolle Daten. Also wir lesen, wir wissen, es war da wieder Neues zu erfahren, aber trotzdem, wir wissen relativ viel über Rechtsentwicklung und Demokratieabbau. Also eigentlich wissen das ja alle, auch die zuhinterst irgendwo leben. Aber wir gehen nicht auf die Straße. Oder ich weiß ja nicht, was die Daten, wieso gibt es keine Wirkungs... Es gibt Daten, wir tun ja auch zum Beispiel, aber das hat halt überschaubaren Impact. Und wieso springt da nichts über? Oder wohin müsste es denn springen? Und wer müsste springen? Aber es kann nicht sein, dass nur analysiert wird. Es gibt so viele Initiativen. Im Übrigen ohne NGOs gibt es auch keine Demokratie. Es tun viele. Das will ich überhaupt nicht schmälern. Aber wir berichten relativ wenig aus. Und das ist meine große Frage, wieso das so eine quasi Kluft ist irgendwie. Und bei der Gelegenheit möchte ich informieren darüber, dass es am 3. Mai 2027 einen Frauenstreik gibt. Und zwar den werden Sie alle spüren. Nächstes Jahr. Also das ist eine lange Vorbereitungszeit. Das wird ein Streik. Frau Feingin. Ich finde, Steffi, das musst du machen, weil mein Job ist die Analyse. Was ist meiner? Ich habe keinen Job. Aber du hast Einblick. Aber nein, deswegen hat es mich sehr empathisch fast zerrissen, ehrlich gesagt, weil ich, seit ich in der Politik aufgehört habe, mir darüber ja täglich den Kopf zerbreche und Initiativen treffe und Demokratie, Netzwerke und ich weiß, wie viele es gibt und ich weiß, wie oft ein Abend endet damit, dass man froh ist, dass das beste Ergebnis ist, dass kein Nachfolgetreffen ausgemacht wurde, weil es einfach wieder nur ein Jammern war, wie manchmal von wohlinformierten Personen, die aber anstehen, was sie tun sollen. Also ich nehme das die letzten Monate wahr, mit dem Schmerz auch, dass manche dann sich in eine Richtung engagieren, wo ich dann der Spielverderber war, am Tisch, weil ich gesagt habe, das wird bei der Regierung nichts. Und das ist dann schade, so wie du richtig gesagt hast, man kann seine Energie in Social Media verlieren, wo man demotiviert wird durch die vielen negativen, verwirrenden Nachrichten. Man kann es aber auch verwirren, wenn man dann auch schafft, aufzustehen und sich zu treffen und etwas zu überlegen, was man tut, weil man in eine Richtung dann ein halbes Jahr arbeitet. Das meine ich nicht, ich finde das großartig, den Frauenstreitag, aber andere Ideen, wo ich als jemand, der die andere Seite kennt, weiß, dass das nicht zu einem Druck aufgebaut werden kann, dass das wirklich dann auch von der Politik übernommen wird, weil sie nicht anders können. Aber das Frauenthema, um irgendwas Positives zu sagen, zeigt ja eh, dass irgendwann mal das Momentum da ist, wo dann was passiert. Und ich glaube, dass sich die Zivilgesellschaft mehr strategisch auch aufstellen müsste, dass man bereit ist, im Falle, dass sich ein Momentum auftut, dass man dann reinspringt. Weil ich die Wahrnehmung habe, dass auch unsere Politik, also unsere Regierung, sehr getrieben ist von den vielen Problemlagen, die es gibt, sehr reaktiv ist, aber wenn da ein Thema da ist, auch oft das Gefühl hat, man muss wirklich was tun und dann nur dieser Stesser fehlt. Also ich glaube, es ist ein Momentum, die Frage des Momentums und dann auch einer Strategie und drittens dann des Gemeinsamen, Wo ich schon einmal einen Input gegeben habe, bei einem linksliberalen Abend in der Kulisse, so bei der Viz-Abend, wo ich den Appell gerichtetäa. Also dass man dann auch wirklich alle, die nicht rechts- und antidemokratisch gesinnt sind, dann auch gemeinsam tun und nicht darüber streiten, wer am Flyer wo steht und wer nicht drauf steht. Das habe ich auch genug erlebt. Das war ein sehr persönlicher Input. Ich möchte nur ganz kurz ergänzen, aber ich finde alles, wo sich Menschen zusammensetzen und anknüpfungsfähig sind, total wichtig. Auch wenn nichts rauskommt. Weil ich sehe eher so bei den unter 30-Jährigen eine echte Vereinsamungsepidemie, weil sich alles Engagement irgendwie auf Social Media abspielt. Und das ist dann aber auch so, du hast dann kein Gegenüber, du lernst keine Leute kennen, es sind keine neuen Freundschaften, die daraus entstehen, wie es normalerweise über Engagement immer passiert ist. Und deswegen, ich finde alles, wo Leute sich zusammensetzen und sagen, es kann auch jeder dazukommen, das ist schon 80 Prozent von dem, was wichtig ist. Da muss jetzt gar nicht so viel rauskommen, finde ich, weil allein die Tatsache schon so wichtig ist. Weil diese Vereinsamung auch so eine ganz, ganz demokratiezerstörende Wirkung von Social Media ist, wenn Leute sich nicht mehr in Initiativen zusammentun. Auch für den Fall dann, dass dann ein Momentum entsteht, dass man sich kennt, weiß, wer engagiert ist, wer was kann. Aber mehr Strategie bräuchte es, glaube ich. Und noch ein positives Beispiel. Ich glaube, Menschen reagieren dann ja oft auch erst wirklich, wenn sie wissen, es wird ernst. Und Demokratie wird einfach hierzulande noch als selbstverständlich wahrgenommen. Wir können es uns gar nicht so vorstellen, dass das schnell abgebaut werden kann. Wenn wir aber jetzt in die USA blicken, wo das ja mit einer Wucht basiert ist, die viele nicht für Möglichkeiten hätten, sehen wir umgekehrt wieder positiv die Vernetzung in Minnesota gegen ICE. Und wie prodemokratisch die US-Amerikaner sich vernetzen, in der Kälte schlafen, gegen Eis protestieren. Also da ist ja auch wieder eine Demonstrationskultur da, die man den Amerikanern gar nicht zugetraut hätte. Und insofern glaube ich auch, vielleicht sind wir auch noch nicht so weit, aber ich bin eigentlich auch optimistisch, dass in der heutigen Zeit Protestkultur weiter möglich ist. Ja, ich würde sagen, wir visieren 1645 für die Pause an. Dementsprechend würde ich nur eine Frage, ja, Katja, eine Frage noch und dann... Ja, genau, das Mikro reinwerfen. Die Dame in der ersten Reihe zeigt wirklich schon lange auf. Ja, danke vielmals. Also, ich bin auch sehr froh und dankbar über diese Themen. Ja, danke vielmals. Also ich bin auch sehr froh und dankbar über diese Themen. Sie berühren mich sehr. Ich habe drei dunkelhäutige Söhne, die wunderschön sind, aber in Österreich nicht so gut leben, wirklich. Aber mein Problem oder meine Frage ist, ich verstehe nicht ganz, ich verstehe nicht so viel, aber ich möchte gerne verstehen, wie das mit dem Geld ist. Wieso hat der Elon Musk so viel Geld? Niemand kann so viel Geld verbrauchen. Wo kommt das her? Geld ist auch demokratiefeindlich. Geld ist auch demokratiefeindlich. Geld ist total demokratiefeindlich. Weil ich arbeite ab und zu auf dem Stübchen, dort gibt es obdachlose Menschen, und die sind genauso viel wert wie Sie und ich. Und Sie können aber nichts tun. Mir ist das ganz wichtig, die Geldflüsse, bitte. Mir spricht das aus der Seele, weil das ist so, es ist total demokratiefeindlich, wenn es so einen extremen Überreichtum gibt. Und Elon Musk macht jetzt alles Mögliche, aber zum Beispiel gehören 90% der Satelliten, über die unsere Kommunikation läuft, über 90% der Satelliten im Weltraum gehören ihm, einer Person. Und da läuft aber alles drüber, was wir so machen. Das ist verrückt. Und diese ganzen anderen auf der Liste, also die Google-Gründer, Facebook, das ist alles Werbung. Die sind so reich wegen Werbung. Google hat letztes Jahr pro Person auf der Welt 35 Euro Werbung eingenommen. Also von jeder Person, von all diesen Milliarden, wenn man sich immer denkt, wenn ich von jedem einen Euro im Raum haben könnte. Aber die haben von jeder Person auf der ganzen Welt 35 Euro im Schnitt bekommen. Also das ist verrückt. Allein das, das muss gestoppt werden. Das geht so nicht. Zu Ihrer Frage, wie kann das sein, dass eine einzelne Person so reich ist, das ist immer eine Frage, wie die Gesellschaft sich dazu entscheidet, wie man Wirtschaft aufbaut. Und die USA haben einfach eine Wirtschaftsordnung und Gesellschaftsordnung, die unbegrenzten Reichtum des Einzelnen ermöglicht. Und je länger dieses System existiert, ohne dass es Gegenmaßnahmen oder strukturelle Maßnahmen gibt, umso mehr sammelt sich langfristig das Geld bei Einzelnen. Also es entstehen einfach Monopole, wenn es nicht eben Kartellrecht, wettbewerbsrechtliche Beschränkungen gibt. Und den USA fällt das, würde ich jetzt sagen, auf den Kopf in gewisser Form. In Europa, glaube ich, gibt es solche Tech-Oligarchen auch deshalb nicht, weil es mehr Regulierung gibt. Aber man sieht es ja auch, es gibt ja keine Grenze nach oben. Also jetzt beginnen ja auch Menschen wie Peter Thiel und so weiter, ja auch bewusst daran zu arbeiten, auch noch sämtliche Kartellbestimmungen, die es noch gibt, in den USA aufbrechen zu wollen. Und ich glaube auch, dass dieser ganze Kauf von Twitter eine Folge auch darauf war, dass die Gefahr da war, dass sich da demokratische Bewegungen bilden, die diesen Überreichtum einzelner Amerikaner infrage stellen. Also dieses Märchen von ich kaufe Twitter, um die Meinungsfreiheit zu schützen, hieß eigentlich in Wahrheit, ich kaufe Twitter, um meine Eigentumsfreiheit zu schützen. Vielleicht noch ein Satz dazu. Der Ursprung des Geldes in Silicon Valley kommt aus der öffentlichen Hand. Also das ist Verteidigungsbudget. Das ist nicht so, dass das irgendwie Genies waren, die aus dem Nichts einfach so viel Geld gemacht haben. Das ist ganz, ganz stark aus dem Verteidigungsbudget der USA gemacht worden. Und auch Elon Musk bekommt sehr, sehr viel Geld, weil er von der NASA wahnsinnig viel Geld bekommt, zum Beispiel mit den Satelliten. Also sehr, sehr viel ist tatsächlich von der öffentlichen Hand gestartet worden. Ich darf da auch Werbung machen in eigener Sache. Wir haben im Herbst als Mehr Demokratie eine Tagung geplant zum Thema Wie viel Reichtum verträgt die Demokratie? Das werden wir dann nachher noch kurz präsentieren, wann diese stattfindet. Ja, und somit sage ich herzlichen Dank an Sie als Referentinnen, generell für den Input, aber auch eben für die Diskussion jetzt. Wenn noch dringende Fragen sind, vielleicht sind Sie noch für zwei, drei Fragen, stehen Sie zur Verfügung in der Pause. Ich möchte jetzt eben noch die Workshops präsentieren, die man jetzt dann besuchen kann. Ich würde sagen, vom Zeitlichen her machen wir Pause bis 17 Uhr und dann bis 18 Uhr sind die Workshops und dann finden wir uns hier wieder um 18.15 Uhr ein, um die Abschlussdiskussion zu machen. Eben kurz zur Präsentation der Workshops im Raum 1505, 15. Stock, also gleich nebenan, ist die Elisabeth Bauer vom Forum Journalismus und Medien. Sie widmet sich in ihrem Workshop der Hyperlokalität als Gegenmodell zu algorithmischer Polarisierung. Der Workshop zeigt, dass Meinungsfreiheit nicht nur ein abstraktes Recht ist, sondern etwas, das Menschen aktiv ausüben und verteidigen können, gerade eben auf lokaler Ebene. Und hyperlokale Medienprojekte wie eben DurfTV stehen für demokratische Selbstermächtigung. Sie greifen lokal relevante Themen auf, erzählen eigene Geschichten und machen Unsichtbares sichtbar. Und besitzen damit auch in einer zunehmenden KI geprägten Medienlandschaft besondere Resilienz. Das ist der erste Workshop, den man besuchen kann. Der zweite ist von Elke Aigner und Bernd Plank von SOS Menschenrechte. Sie leiten den Workshop Menschenrechte verteidigen, Versuch einer praktischen Anleitung. Der Workshop bietet einen kompakten und praxisorientierten Einstieg in die Frage, wie Menschenrechte im Alltag geschützt, eingefordert und gestärkt werden können. Nach einer kurzen gemeinsamen Annäherung an die zentralen Begriffe werden konkrete Beispiele und Situationen erarbeitet. Also wo werden Rechte verletzt? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es individuell, im Team oder auch in Organisationen? Und der dritte Workshop, also der zweite Workshop genau ist im achten Stock. Da müssen Sie bitte in den achten Stock fahren, 0805. Und der dritte Workshop von Christine Tragler vom Südwind Magazin befasst sich mit dem Thema Menschenrechte auf der Titelseite. Welche Menschenrechtsthemen fehlen in den Medien und warum? In einer offenen Redaktionssitzung werden in dem Workshop Schlagzeilen, journalistische Ideen und Formate entwickelt, die Menschenrechte sichtbar machen und demokratische Debatten anstoßen. Und diese ist auch gleich hier nebenan im 15. Stock 1506. Dementsprechend ersuche ich Sie genau in den Workshop-Räumen um 17 Uhr sich einzufinden und dann eine Stunde können Sie an dem Workshop teilnehmen. Vielen Dank Ihnen. Thank you. Yay!