Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe vom Frosin. Heute habe ich zwei Studiogästinnen eingeladen zum Thema Rojava, Kurdinnen und ihre Lebensrealitäten in Österreich und darüber hinaus. Zum einen am Mikrofon Heva Hussein und zum anderen Ines Vukajovic. Ich würde euch bitten, dass ihr euch kurz vorstellt, bitte. Hallo, ich bin die Ines, Ines Vukajlovic. Ich bin Landtagsabgeordnete im Oberösterreichischen Landtag seit 2021 und unter anderem Sprecherin für Menschenrechte, für Minderheiten, Integration, Flucht, Asyl. Das alles spielt mit rein. Aber ich glaube, für das heutige Thema ist am relevantesten Menschenrechte, Frauenrechte, Minderheitenrechte. Ja, danke. Ich bin Heva Husin, ich bin Projektkoordinatorin bei Verein SÖS Menschenrechte, bin auch die Ansprechperson für KDWV, Kurdische Human-Diaspora-Föderation, Menschenrecht- und politische Aktivistin und auch für das Thema Rojava freut mich, dass ich heute da bin. Dankeschön. Dann tauchen wir auch gleich ins Thema Rojava ein. Rojava ist ja in den Medien momentan sehr präsent, auch in den österreichischen Medien gut angekommen mittlerweile. Wie sehen eure Lebensrealitäten in Österreich aus? Kann man das umschreiben? Kann man das berichten? Also ich glaube, ich werde mal so anfangen, Melanie. Eigentlich, die Kurden in Rojava haben lange gegen die sogenannte Islamische Staat gekämpft. Nicht nur für die Sicherheit ihrer eigenen Bevölkerung, sondern auch für Österreich und Europa und weltweit, vor Terror zu schützen. Trotz ihres großen Einsatzes wurden sie vielfach von der internationalen Gemeinschaft alleine gelassen und erleben heute erneut, bedroht durch die militärischen Gruppen, gleichzeitig leben viele Menschen in einem Humanitätslager unter schwierigen Bedingungen. Und besonders Frauen sind von Gewalt und Diskriminierung betroffen. Also die Welt darf ihre Opfer und ihren Beitrag für die Frieden und Sicherheit nicht vergessen. Ich werde mal vielleicht an dem Abend sprechen, also an dem Abend, als General Muslim Abdi in den Medien eingekündigt hat, dass die Vereinbarung in Damaskus nicht zustande gekommen ist und dass er nach Rojava zurückkehrt und dort für die Kurden kämpfen wird, hat uns das alle sehr emotional getroffen, wir die Kurden in der Diaspora. Es war wahrscheinlich der längste Abend für alle Kurden, voller Schmerz und das Gefühl, dass wir wieder alleine gelassen sind. Also an den Abenden in der Diaspora haben wir sofort gespürt, wie schwer die Nachrichten waren. Obwohl es eine kalte Nacht war, sind die Menschen spätabend auf die Straße gegangen. Wir haben das auch in Wien zum Beispiel an den Abend gesehen, wie die Menschen auf die Straße gegangen sind, um ihre Solidarität zu zeigen und gemeinsam zu stehen. Diese Zusammenkommen hat uns gezeigt, dass wir trotz der Entfernung und der Bedrohung nicht alleine sind. Genau, so kann ich vielleicht beschreiben. Also bei mir ist es ganz stark durch die politische Arbeit und dadurch, dass ich ja sehr viel mit Menschenrechtsaktivistinnen, wie es Hewa ist, aber auch mit anderen vernetzt bin. Und Hewa hat jetzt eh die Dringlichkeit aufgezeigt. Also wenn wir mitkriegen und wissen, dass Menschen in Kurdistan, in kurdischen Gebieten, nicht nur ihre Rechte entmündigt werden, sondern dass Strom und Wasser abgedreht wird, dass Frauenrechte mit Füßen getreten werden, dann betrifft es auch uns, weil wir hier eine Community und die Diaspora haben, aber es betrifft auch uns, weil ich finde, wir in Österreich, in der EU, in Europa trotzdem den Schutz der Menschenrechte, den wir hochhalten, da eine Verantwortung haben, das zu tun, auch wenn es über unsere Grenzen hinweg geht. Und nur vielmehr die Dringlichkeit, wenn wir wissen, dass Angehörige der kurdischen Community und auch anderer Minderheiten in Österreich sind und ihre Familienmitglieder, ihre Verwandten, Mitglieder der Community betroffen sind. Ja. Genau, also da sehe ich einfach die Dringlichkeit, politisch sich dafür einzusetzen, etwas zu tun und nicht leiser zu werden. Ja, das macht schon Sinn. Wie schätzt ihr die humanitäre Lage in Kobane ein? Also die Humanitätslage in Kobane ist leider sehr schlecht, auch bis jetzt. Die Menschen dort leben unter extremen Bedingungen, zerstört Infrastruktur und eingeschränkter Zugang zu Wasser, Strom und medizinischer Versorgung. Viele Frauen sind traumatisiert, haben Angehörige verloren oder mussten fliehen. Und die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist oft unzureichend. Trotzdem zeigen die Menschen unglaubliche Widerstandskraft und Solidarität. Doch die Lage bleibt weiterhin sehr kritisch und dringend bedarf ist internationale Unterstützung. Also allgemein kann ich beschreiben, dass die Kobanistadt gerade in einer sehr schwierigen Lage ist. Und die Unterstützungen kommen auch nicht so richtig hin. Okay, ja. Also wirklich eine sehr schwierige Lage. Genau, ja. Obwohl Kobanistadt ist eigentlich damals als IS in Syrien war sozusagen, die noch dort sind. Koban ist für Kurden, aber auch international als Symbol der Widerstand wurde schon gesehen. Widerstand, weil der Kampf gegen IS war stark dort gesehen damals. Und leider ist der Kobani nochmal von IS betroffen und leider nochmal in einer schwierigen Situation sind. Das ist jetzt glaube ich auch die Frage, also wir haben kurz darüber geredet, die Münchner Sicherheitskonferenz und die Gespräche in den letzten Tagen haben ja einiges nochmal in Bewegung gebracht. Ich glaube aber die große Frage, die zu beantworten sein wird, ist, wie die Umsetzung dieses Abkommens, dieser Gespräche, dieses Waffenstillstands ist und was das dann auch für Kubane bedeutet. Also wo jetzt, du hast ja seht, die Dramatik dargestellt, wo Wasser und Strom abgedreht ist, wo es keine Lebensmittel gibt. Wir haben in Nachrichten in den letzten Wochen mitgekommen, dass Kinder erfroren sind, weil gar keine Infrastruktur da ist und das ist eigentlich ein Wahnsinn. Absolut. Also die große Frage finde ich, und da hat auch Europa und da haben wir eine Verantwortung drauf zu schauen, dass dieses Abkommen gut umgesetzt wird und dass die Menschen nicht nur diese Basic-Rechte und Basic-Human Rights haben, sondern wirklich alle vollen Rechte genießen können. Ja, genau. Und außerdem, es wurde schon in den Medien gezeigt, dass es eine Vereinbarung war. Aber die Vereinbarung ist noch nicht durchgesetzt. Wir wissen nicht, ob die Vereinbarung in Syrien offiziell anerkannt wird. Die Rechten und die Schutzen vor den Minderheiten ist eigentlich noch nicht unklar. Und in dieser Sicherheitskonferenz in München haben wir eh gesehen, dass General Maslum Abdi mit Ilham Ahmed dabei waren. Aber das bedeutet auch noch nicht, dass die Syrien, soll man sagen, sicher ist für die Minderheiten. Kobane sowieso, weil leider sprechen in den Medien sehr wenig darüber oder oft wird gezeigt, dass es dort wieder Sicherheit ist, aber gerade bis heutiges Tag, Kobane ist unterdrückt eigentlich. Es ist Katastrophe dort. Also eigentlich durch das Abkommen, das ist zwar jetzt am Tisch, aber es ist noch nicht klar, wie das mit Leben gefüllt ist, oder? Was das dann wirklich bedeutet. Ich glaube, es ist zwar jetzt am Tisch, aber es ist noch nicht klar, wie das mit Leben gefüllt ist, oder? Was das dann wirklich bedeutet. Ich glaube, es ist auch noch nicht unklar, wie das mit den Minderheiten in Syrien geht. Also ist Syrien wirklich ein sicheres Land für die Minderheiten, für Kurden, aber auch für die anderen Minderheiten? Also das ist noch eine Frage, glaube ich. Und deswegen müssen wir noch warten und schauen, wie das weitergeht. So weit die Regeln oder die Schutz der Minderheiten nicht in die Verfassung kommt, da kann man nichts garantieren. Welche Schnittstellen gibt es zwischen Rojava und Österreich, was die kurdische Community betrifft? Also für uns sind die Schnittstellen zwischen Rojava und der kurdische Community betrifft? Also für uns sind die Schnittstelle zwischen Rojava und der kurdischen Community in Österreich besonders stark. In den Berichten Frauenrechte, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit. Viele Menschen hier unterstützen aktiv die Solidarität für Freiheit in Rojava. Das haben wir auch in der letzten Zeit schon stark gesehen, auch in Wjava. Das haben wir auch in der letzten Zeit schon stark gesehen, auch in Wien besonders. Also die Ideen, dass jede Person unabhängig von Geschlecht, Religion oder Meinungen selbstbestimmt leben kann, soll man sagen. diese Werte sichtbar machen, Informationen und die praktische Hilfe leisten. Die Verbindung ist also politisch, kulturell und vor allem emotional, weil wir die Menschen in Rojava nicht vergessen und ihre Freiheit aktiv mittragen wollen. Ja, ich habe das Gefühl oder ich habe den Eindruck, dass es auch sehr stark die politische Komponente ist, also das politische Engagement, das die Schnittstelle ist. Ich meine, Rojava steht ja quasi symbolisch oder steht für die Gleichberechtigung, für Selbstverwaltung, für Freiheit, für Autonomie, auch für ein multietnisches Zusammenleben, wo Minderheiten, Kurdinnen, alle anderen Ethnen Platz haben und auch für diesen Widerstand, der da ist, oder? Also diese Selbstverwaltung zu haben und ich habe den Eindruck, dass das auch die Diaspora in Österreich ganz stark lebt und vertritt und dafür eintritt. Genau, ich glaube am meisten auch das Thema Frauenrechte, weil das habe ich auch bei die Demos gemerkt, als ich da in Salzburg war, wo wir dann Jinshian Azadi gerufen haben, Frau leben Freiheit. Und ich habe schon daneben gesehen, wie die sozusagen Österreicher, also sie haben sich einfach gefreut, als sie diese Wörter gehört haben. Das heißt, es gibt schon eine Verbindung, wie die Ines gesagt hat, genau Solidarität, Widerstand und Frauenthemen. wie die Ines gesagt hat, genau Solidarität, Widerstand und Frauenthemen. Ich war jetzt nur bei den Linzer Demos, die habe ich mitbekommen und war teilweise dabei. Und da habe ich das ähnlich wahrgenommen wie du. Die Menschen, die auf der Straße waren, so kraftvoll, obwohl so viel Leid und so viel Schmerz dahintersteht, aber trotzdem quasi mit so einer Kraft und trotzdem auch einer Freude demonstrieren, das sieht man finde ich sonst wenig und selten. Und man hat auch gemerkt, die Leute, die quasi rundherum gestanden sind und zugeschaut haben, dass sie interessiert waren und dass sie da mitgerissen worden sind. Genau. Außerdem, was mir vielleicht, also ich war auch einmal bei der Linzer-Demo oder zweimal bei der Linzer-Demo dabei. Vor allem schon muss ich hier gleich sagen, danke für alle Personen, die diese Demo so schnell wie möglich, wirklich so spontan und so fleißig gleich organisiert haben. Mit Sicherheit sozusagen und in eine Sicherheit des Demos sozusagen, das Ruf für Rojava zu zeigen. Das war natürlich toll. Also ich muss schon etwas klar sagen, und zwar vielleicht hast du das auch gemerkt, es waren bei der Demo schon Kurden. Also ich habe bei der Salzburger Demo zum Beispiel schon ein paar Österreicher gesehen, aber vielleicht auch von anderen Ländern, aber leider nicht so viele. Also das heißt, auf den Straßen waren wir wieder hier in der Diaspora, sage ich mal, halb alleine. Obwohl es geht um Menschenrechte, es geht um Solidarität. Also die Lage genau in dieser Zeit, in der letzten Zeit war wirklich schwierig. Die Menschen wurden getötet, die Frauen wurden vergewaltigt, die Kinder wurden getötet. die Frauen wurden vergewaltigt, die Kinder wurden getötet. Das sind Themen, die wirklich, ich glaube, da müssen wir noch weiterkämpfen, wie wir für Widerstand, für Solidarität, dass man wirklich mit einer Stimme einfach auf die Straße geht. Ich habe mich schon gewünscht, dass sich noch mehr viele andere Personen mitsähen, die nicht kurde sind, sozusagen. Die für Solidarität einfach auf die Straße gehen. jetzt die kurdische Community oder grundsätzlich, wenn es um Menschenrechte, Frauenrechte, Minderheitenrechte geht, dass sich mehr Menschen dafür einsetzen als nur die, die unmittelbar betroffen sind, weil sie selber die Zugehörigkeit haben oder weil sie Familie, Verwandte haben. Das ist manchmal die Schwierigkeit, wenn komplexe Themenlagen sind und sie Menschen nicht damit auseinandersetzen. Und ich glaube, wichtig ist die Sichtbarkeit und Demos. ist die Sichtbarkeit und Demos. Es stimmt, die Demos, die ich mitbekommen habe, waren jetzt auch, glaube ich, mehrheitlich Kurdinnen und Kurden, die mitgegangen sind. Aber man hat schon gemerkt, dass die Leute rundherum stehen geblieben sind, zugehört haben, geschaut haben, ah, was steht denn auf den Bändern drauf. Also wirklich stehen geblieben sind und nicht einfach nur weitergegangen und sich das vorbeiziehen lassen. Im besten Fall wäre es natürlich, wenn Leute mitgehen. Ich glaube aber, dass man es durch unterschiedliche Formate Menschen mobilisieren kann, also durch Veranstaltungen, durch eine Kundgebung. Das ist einfach manchmal eine mühsame Arbeit und ich verstehe es voll, dass wenn die Dringlichkeit da ist, dass man sich dann einfach wünscht, hey, können wir nicht einfach 10.000 Leute auf der Straße sein und uns dafür einsetzen. Es ist gerade, also auf der Welt ist es in vielen Ländern gerade schwierig, also leider so, es ist einfach eine Unsicherheit der Lage, gerade so, was wir auf der Welt sehen, es ist viele Konflikte, genau. Für mich als Person, aber auch als Kurden vielleicht, das Schmerz für Rojava war sehr stark für mich, weil wirklich Rojava gegen den IS gekämpft hat, um Europa und die Welt zu schützen. Also es ist ein Symbol für Sicherheit, für Frieden geworden. Und deswegen war der Schmerz wirklich stark, als man sieht, dass genau diese Menschen, die gegen den IS gekämpft haben, für für Sicherheit der Welt, sind die wieder von IS betroffen. Und das war einfach hart. Aber natürlich durch die Demo, durch die internationale Stimme, auch von vielen tollen Menschen, Parteien, die sich Soldatinnen gezeigt haben für Rojava, hat man nochmal gesehen, dass die Kurden wieder sozusagen für Widerstand kämpfen. Und dass sie nicht aufhören. Genau. Also wenn wir jetzt auf das Thema, weil wir über die Solidarität sprechen, das Symbol Zopf, das haben wir uns auch damals darüber gesprochen, das Symbol Zopf ist ja auch international geworden. Man hat gesehen, dass von der Welt weit weg die Frauen, die sich politische Frauen, also Aktivisten, Parteien, die die Soldaten durch ein Video oder durch einen Satz gezeigt haben. Und das habe ich auch sehr toll gefunden. Und das muss man auch dazu sagen. Auf Social Media ging das ja wirklich auch rund. Das war wirklich toll. Und danke dir, Ines, auch, weil die Ines hat auch toll mitgemacht und die Solidarität gezeigt und das bringt sehr viel, weil wir haben vor kurzem über die Demo gesprochen. Ich glaube, durch diese Aktionen kann man auch in Österreich einfach zeigen, hey, was läuft dort, was gibt es. Natürlich, weil viele Menschen wissen nicht, warum die Menschen auf die Straße gehen, warum die Kunden gehen auf die Straße. Und das habe ich auch viel mitbekommen. Und durch solche Aktionen, aber auch Unterstützungen von Aktivisten, von Parteien, kann man das Thema bereit sozusagen teilen. Ich glaube auch, dass man da Menschen gut mit einbeziehen kann, wenn es um so ein Symbol geht, ein kulturelles. Dass da viel Verständnis auch transportiert werden kann, glaube ich auch. Und dass eigentlich das, worum es eigentlich geht, ich finde in dieser Solidaritätswelle, die man auf Social Media gesehen hat, die ich dann auch gemacht habe mit meiner Kollegin, mit der Ann-Sophie Bauer, wir haben uns nämlich gefragt, wie können wir unterstützen? Ja, wir können auf eine Demo gehen, ja, ich unterstütze den offenen Brief, aber man fühlt sich dann trotzdem ein bisschen hilflos, weil man nicht mehr tun kann. Und wir zwei haben dann darüber geredet und du sagst, nein, es ist auch gut, wenn es nicht kurdische Frauen machen und quasi mit dieser Symbolik den Zopf flechten, einfach die Solidarität zeigen, weil es da um die Würde, um die Selbstbestimmung, um die Identität der kurdischen Frauen geht und das gut ist, dass sie sich da quasi nicht alleine dafür einsetzen müssen. Und dann haben wir eben das Video gemeinsam gemacht und man hat es alleine an der Response gesehen, dass das sehr viele Menschen erreicht und dass das sehr viele Menschen bewegt. Also man kann dann auch eigentlich durch kleine Gesten schon was tun. Ja, genau. Also eben, und das ist auch mich betroffen, weil ich komme nämlich aus Rojava. Ich bin in, sag ich mal, Stadt der Liebe, so sagen wir in Rojava, Stadt Kameshlo geboren. Und ich habe mich auch hilflos gefühlt. Was kann ich hier von Diaspora, was kann ich von hier machen? Und die Aktionen, genau durch Social Media, offenen Brief, aber auch vielleicht in Medien was zu bewegen, was zu schreiben, das hilft auch für internationale Stimme für Rojava. Und das haben wir eigentlich auch gemacht, ja. Ja, wir sind jetzt eh, wir haben die Frage quasi schon beantwortet, aber ich frage jetzt nochmal genauer, also wie sieht das Engagement der kurdischen Diaspora rund um die Konflikte vor Ort aus? Also Demos, Social Media Auftritt, schauen, dass man in den Medien präsent ist. Aber welche Ängste und Sorgen sind bei der Community auch vorhanden? Wie sieht das in der Diaspora aus? Genau, also wie du ergänzt hast, Melanie, genau, Demos, Berichte über Medien, was zu bewegen, obwohl das auch nicht so leicht war. Wir haben viel probiert, in Medien etwas zu bewegen und über die Situation über Rojava zu sprechen. Das war nicht so leicht, weil nach der, ja, also, in einer Seite wurde schon gesagt, dass Syrien ein sicheres Land ist, aber auch für Migrationpolitik in Österreich wird das klar gesprochen. Aber wie kann man das Thema Rojava extra darüber sprechen? Weil man kann Rojava gerade in der letzten Zeit nicht vergleichen wie viele andere Städte in Syrien. Aber auch die Angst über die Minderheiten zu sprechen, das war nicht so leicht. Zum Glück habe ich mit vielen anderen tollen Aktivisten in Österreich, wir haben uns getroffen, wir haben gleich ein Zoom-Meeting gemacht, eine Plattform gegründet, wo wir alle zusammen dann gearbeitet haben, wie können wir diese Stimme sozusagen in Österreich auch teilen sozusagen. Die Sorgen sind noch da, weil es noch unklar ist, wie das weitergeht für die Kurden in Syrien. Welche Vereinbarungen wird gemacht, ob diese Vereinbarung überhaupt durchgesetzt wird oder nicht. Also das ist die große Sorge für uns. Wir haben gesehen, dass so viele Menschen getötet sind, gestorben sind und natürlich will man einfach einen Frieden für Rojava nochmal haben. Und die Ängste ist noch da, wie die Vereinbarung weiter einfach geht. Ob die Kurden sozusagen ihre Rechte bekommen und die Rechte auch in der Verfassung anerkannt werden. Ja, verstehe. anerkannt werden, ja. Ja, verstehe. Das ist halt das, was ich wahrnehme, also wenn ich mit der kurdischen Community, mit Aktivistinnen, auch mit Kolleginnen, die in unterschiedlichen politischen Parteien aktiv sind, das finde ich das Beeindruckende, was ihr geschafft habt, die Plattform, die du vorher erwähnt hast, wie schnell, wie gut organisiert, wie gut vernetzt die Community und die Leute in der Plattform sind, dass das parteiübergreifend ist, was ich extrem wichtig finde. Und wirklich schauen, auf allen Ebenen Menschen zu erreichen, zu sensibilisieren, Druck aufzubauen. Und die Sorgen, die Ängste, die ich mitkriege, ist die Angst, vergessen zu werden. Die Angst, alleine zu sein, wieder alleine als Kurdinnen und Kurden für etwas kämpfen zu müssen. Und wie die Heve schon gesagt hat, dass es keine Frauenrechte, dass es keine Minderheitenrechte, im Prinzip dann keine Menschenrechte für die Minderheiten gibt. Ja. Das ist jetzt die große Frage und die große Aufgabe. Die große Frage und die große Aufgabe und ich finde, da müssen alle Kräfte, die irgendwie daran mitwirken, mitarbeiten können, schauen, dass das gelingt. Genau, genau. Und in Migrationspolitik in Österreich, wenn wir da auch kurz kommen, weil die Asylanträge haben wir ja gesehen, der letzte Seil wurde schon fast gestoppt oder sozusagen begrenzt. Das heißt, die Sicherheitslage in Rojava betrifft das auch Österreich sehr viel. Das heißt, man muss schon schauen, wie dort sicher wird, damit die Menschen dort auch in Sicherheit leben, in ihrem Heimatland, in ihren Städten und nicht von dort flüchten. Genau, weil wenn die Menschen von dort flüchten, dann flüchten die zu Nachbarländern und die Nachbarländer gehen denen auch nicht so gut eigentlich. Dann fängt diese Flucht auch nach Europa weiter. Und daher, das heißt, dieser Thema soll wirklich ernst genommen werden. Wie können wir schaffen, dass wir vor Ort diese Vereinbarung unterstützen, die Rechte von Kurden dort unterstützen, damit die Menschen auch von ihrem Heimatland, von ihren Städten nicht fluchten. Ich finde, um einen anderen Aspekt reinzubringen, ich finde, es ist auch eine Sicherheitsfrage für uns in Europa, für uns gerade in der Europäischen Union, wenn wir daran zurückdenken, was du vorher gesagt hast, in Rojava oder im Prinzip in Nordostsyrien, in der Region, haben viele kurdische Kämpferinnen und viele Frauen ihr Leben aufs Spiel gesetzt, dass sie IS-Kämpfer nicht nur zurückdrängen, sondern dass es dort quasi diese Gefängnisse, diese Lager gibt, wo sie bewacht werden. Dadurch, dass es jetzt die Kämpfer in den letzten Wochen waren, wissen wir teilweise nicht, wie es jetzt mit diesen Kämpfern, wie es mit diesen Lagern ausschaut. Ich habe jetzt vor kurzem gelesen, dass die USA manche Lager quasi zur Sicherheit verlegt haben, aber es sind sicher einige IS-Kämpfer und ihre Familien, ihre Verbündete freigekommen. Und das ist auch für uns in Europa eine Sicherheitsfrage und ein Sicherheitsrisiko. Und gleichzeitig auch, wenn wir sagen, wir schieben jetzt Menschen aus Syrien wieder zurück nach Syrien ab, wo wir eigentlich gar nicht wissen, in welcher Sicherheitslage wir sie abschieben, wo wir sie hinbringen. Also ich finde, das geht in beide Richtungen. Ist es eine Frage, die wir nicht beantwortet haben, die wir nicht wissen, wo wir uns viel zu wenig politisch damit beschäftigen. Und ich finde da die politische Diskussion absolut fehl am Platz, jetzt in ein Land abzuschieben, wo wir nicht wissen, wie es gerade den Menschen vor Ort geht. Genau, und gerade in Syrien kann man das, also das Abschiebungsthema, weil du über das Abschiebungsthema gesprochen hast, da muss man schon schauen, okay, von welcher Stadt kommt der, von wem ist der Staat kontrolliert, ist der sicher, ob er eine Minderheit ist, welche Religion, da muss man wirklich diese Sachen auch genauer anschauen und dann zu entscheiden, ob diese Menschen wirklich abgeschoben werden oder nicht. Also gerade für mich, also in dieser Zeit kann ich die Syrien für die Minderheiten nie als sicheres Land vorstellen, besonders für die Kurden gerade. tiefes Thema, aber nach dem Thema Rojava glaube ich schon, dass sie jetzt Europa sozusagen drauf schauen, wie sie jetzt weitermachen. Und wie gesagt, sicheres Syrien ist auch für Österreich sicher, kann ich so sagen. Oder für Europa. Für Österreich und Europa. Welche Motivation gibt es von Seiten der kurdischen Community in Rojava zu unterstützen? Also ich denke mir eine große. Die kurdische Community ist sehr engagiert. Aber wie sieht das genau aus in der Community? Gibt es da Beispiele, die man noch nennen kann? Spenden, kann ich dazu sagen, genau. Durch die Aktionen, außer die Demo und auch die offene Brief und so weiter. Wir haben auch, oder viele andere Aktivisten haben auch tolle Veranstaltungen gemacht, wo dann Spende gesammelt ist und an Heiva Sword und Bersani Foundation geschickt wurde, sozusagen. Also durch Aktionen, Spenden, das kann ich noch dazu ergänzen, ja. Also da war viel los. Genau, es war viel los und es geht noch auch weiter, ja. Weil, wenn wir jetzt an Stadt Kobane denken, also da wird noch, die Humanitätslage ist dort einfach noch Katastrophe und die Aktionen sollen auch weiter noch gehen. Es gab ja auch einige Demonstrationen in Österreich, beispielsweise unter dem Motto Freiheit für Rojava. in Wien Solidarität mit Kurdinnen und Kurden in Syrien und die kurdische Diaspora und viele unterstützende Warnen vor einer humanitären Katastrophe in Syrien. Wie seht ihr das? Wie wichtig waren diese Demonstrationen? Sehr wichtig. Für internationale Stimme war das wichtig. Wir haben schon vorher gesehen, vor dem Demo-Anfangen in Europa und weltweit, die internationale Stimme für Rojava war still eigentlich. In Europa, aber auch in Amerika, es wurde nie darüber gesprochen, wie das weiter mit Rojava geht. Das heißt, es wurde immer so gezeigt, dass die Rojava wieder unterdrückt wird und wieder von dem neuen Regime kontrolliert wird und die Kurden einfach die Rechte nicht mehr haben. Also so wurde gezeigt. Aber nach der Demo, nachdem die Kurden alle zusammen von vier Teilen der Kurdistan auf die Straße gegangen sind und für eine Stimme zu zeigen, eine Stimme, Solidarität für Rojava zu zeigen, das hat schon sehr viel Positives, soll man sagen, für Rojava oder für Kurden gezeigt. Genau nach den Demos haben wir schon gemerkt, dass die internationalen Stimmen Europa, Amerika, die sind dann draufgekommen, dass sie jetzt über Rojava sprechen. Das hat schon sehr gut geholfen, finde ich. War schon wichtig auch für die Sensibilisierung für das Thema. Sehr. Und für die Sichtbarkeit, das Thema und alles drum und dran. Und für die Sichtbarkeit, wie wir vorgesprochen haben. Nicht alle Menschen beschäftigen sich mit Syrien, mit Rojava, mit der Situation von Kurdinnen. Und für die Sichtbarkeit war es extrem wichtig. Und auch, dass man gemerkt hat, dass Medien vermehrt darauf aufmerksam werden und dass dann in den Medien nicht nur über die Demonstration, sondern über die Hintergründe berichtet wird. Genau. Und ganz, ganz wichtig war, dass die Kurden alle, wie ich gesagt habe auch vorher, die Kurden aus allen Teilen, alle vier Teile von Kurdistan sind auf die Straße gegangen. Unterschiedliche Parteien, also bei Kurden gibt es auch unterschiedliche Parteien. Die sind alle wirklich zusammengegangen, um eine Solidarität zu zeigen für Rojava. Und das hat, das war auch eine tolle Zeigung sozusagen für Rojava. Ja, schönes Zeichen, auf jeden Fall. Wenn es da eine Vereinigung gibt, die vorher nicht so da war. Ja, genau, aber das war schön zu sehen, dass wirklich von der Welt, also alle Kurden, also aus Amerika, europaweit, aber auch in Kurdistan selber sind die Menschen auf die Straße gegangen, genau. Also das war schon sehr emotional auch gleichzeitig. Ja, auch in Salzburg, Linz und anderen Städten in Österreich wurde demonstriert. Wart ihr selbst auch bei einer Demo dabei? Ihr habt es vorher eh schon angesprochen, aber warum? War das für euch persönlich auch wichtig? Also mir war es wichtig, ich war in Linz bei einer Demo dabei und mir war es wichtig, die Solidarität zu zeigen und auch zu zeigen, dass es Politikerinnen nicht egal ist. Also ich bin zuerst als Politikerin mitgegangen, weil wir uns in der Politik nicht wegducken können aus der Verantwortung. Ja, wir sind in Oberösterreich, ja, unsere Möglichkeiten sind begrenzt, jetzt quasi in der geopolitischen Lage etwas zu tun, aber wir können uns sehr wohl positionieren und den Menschen zeigen, dass wir mit ihnen für ihre Rechte einstehen, dass wir uns auf allen Ebenen, wo wir können, dafür einsetzen werden und dass wir auch gemeinsam auf die Straßen gehen. Also ich war auch bei der Salzburger Demo dabei, auch bei der Linzer Demo war ich dabei. In Linz war ich zweimal, in Salzburg war ich auch zweimal. In der letzten Demo war ich zu Hause und ich habe mich einfach müde gefühlt. Und dann habe ich überlegt, ob ich dorthin gehe oder nicht. Das war am Sonntag, glaube ich. Und ich könnte einfach nicht zu Hause bleiben, weil ich das Gefühl bekommen habe, ich muss etwas tun. Und das Einzige, was ich tun kann, ist, auf die Straße zu gehen und die Stimme zu zeigen und Solidarität zu zeigen, aber auch meine Kunden dort zu sehen und miteinander einfach uns halten. Also das Gefühl, dass ich hilflos bin und was ich in der Spora machen kann, ist es einfach, die Stimme einfach zu verbreiten. Und deswegen bin ich auch zu vielen Demos mitgegangen. Welche soziopolitischen Auswirkungen haben diese Konflikte vor Ort? Welche soziopolitischen Auswirkungen haben diese Konflikte vor Ort? Also ich glaube, es ist noch relativ schwierig, die soziopolitischen Auswirkungen jetzt sagen zu können, dadurch, dass sie in den letzten Wochen sehr viel getan hat. Also mit dem Waffenstillstand, mit dem Abkommen, wie wir vorher schon angesprochen haben, wo noch nicht klar ist, was genau drinnen steht. Es werden Teile noch verhandelt, das ist sehr viel nicht öffentlich. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass die Grundbedürfnisse der Menschen gedeckt werden können. Also wenn es jetzt um soziale Dinge geht, wie dass man doch über den Kopf hat, dass das Wasser wieder da ist, dass Strom da ist, also dass das alles wieder, die Infrastruktur normal funktioniert, dass man Lebensmittel holen und leisten kann. Und dann die politische Frage, dass man politische Repräsentanz hat und auch die Möglichkeit politisch mitzubestimmen oder sich mit einzubringen und da geht es eben ganz stark um kurdische Rechte, um die kurdische Kultur, die aufrechterhalten werden kann, ist aus meiner Sicht die Dinge, die jetzt am Tisch liegen, aber noch relativ schwierig zu sagen, wie sich das wirklich weiterentwickeln wird. Ich glaube, auch wenn das positiv weiterentwickelt, trotzdem müssen wir dort aktiv sein oder die Soldaten trotzdem zeigen, aber auch vielleicht die Unterstützung zu zeigen. Ich glaube, in der letzten Zeit sind sehr viele Kinder und Frauen, Familien traumatisiert, das, was sie alles erlebt haben. Und ich finde schon, auch wenn die Lage wieder ruhig ist dort, die Menschen dort brauchen Unterstützung vielleicht durch Projekten, mehr auch um das Thema psychische Gesundheit für die Kinder, für Frauen, für Familien, natürlich auch Unterstützung als Spende vielleicht Lebensmittel, Medikamenten. Das wird alles dort gebraucht, einfach nachher. Aber weil ich auch Mentorin für psychische Gesundheit bin, konzertiere ich mich sehr am Thema psychische Gesundheit. Und diese Unterstützung soll auch für später für Rojava vielleicht durch EU-Projekte, unterschiedliche Vereine-Projekte zu probieren, dort Projekte zu stellen, um das Thema psychische Gesundheit. Weil wir jetzt sehr viel über Europa gesprochen haben, quasi die Rolle in dem Ganzen. Ich glaube, eine wichtige Rolle sind da die USA und wie sie sich verhalten werden. Also die USA waren quasi starker Partner der Kurdinnen vor Ort, haben sie unterstützt. Dadurch, dass sie sich jetzt zurückgezogen haben, ist ja ein bisschen diese Situation entstanden, dass sich Kurdinnen und Kurden alleine gelassen fühlen. Und mit Präsident Trump, mit der jetzigen Regierung, ist es nur viel schwieriger vorherzusehen, wie sie sich in dieser geopolitischen Situation positionieren werden und was sie ja dazu beitragen, all diese Aspekte, die Heva jetzt angesprochen hat, dass man die auch wirklich umsetzen kann, dass man sich darum kümmern kann, dass es Leuten auch psychisch, mental gut geht und quasi eine Gesellschaft, eine funktionierende Gesellschaft, die friedlich ist, gemeinsam aufbauen kann. Genau. Das heißt allgemein, man kann schon sagen, auch für das Thema Waffenstillstand, also es gibt zwar inzwischen eine Vereinbarung, doch das bedeutet nicht, dass die Lage stabil oder sicher ist in Syrien. Besonders für Minderheiten besteht weiterhin Gefahr. Syrien kann derzeit nicht als sicherer Ort für Minderheiten gelten. Ist es notwendig, die Entwicklungen genau zu beobachten und abzuwarten, wie sich die Situation in den Lager und für die Zivilbevölkerung tatsächlich entwickelt. Genau, das heißt allgemein kann man wirklich nur gerade sagen, dass wir die Entwicklungen beobachten und schauen, wie das weitergeht. Ja. Welche Auswirkungen hatten die Konflikte auf die Stellung der Frau vor Ort? Oder auch in Österreich, gab es da Zusammenhänge? allgemein. Aber das ist auch das, was wir für später auch noch kämpfen müssen, darüber noch mehr zu sprechen, vielleicht durch auch Aktionen, aber direkt auch vor Ort die Frauen zu unterstützen. Also wir haben ganz am Anfang, glaube ich, darüber gesprochen, dass Rojava und dort die Region ja auch für die Selbstbestimmung, für die Freiheit und auch für Gleichberechtigung und ganz stark für Frauenrechte steht. Man sieht es in der Selbstverwaltung, hat es bis jetzt gesehen, dass es paritätisch aufgestellt war, also immer ein Mann und eine Frau. Und dass Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen quasi eine große Rolle spielen und mitbestimmen und auch politische Macht haben. Und das ist jetzt eine große Frage, also mit Abkommen, mit Waffenstillstand, wie das funktionieren wird. Ein wichtiger Teil, wie sich die Selbstverwaltung nicht nur organisiert hat, sondern auch verteidigt hat, waren Frauenkämpferinnen. Und was jetzt, glaube ich, kursiert, ich weiß nicht, wie weit diese Gespräche schon sind, aber was jetzt kursiert ist, dass Teile der kurdischen Kämpferinnen oder Gruppierungen in die syrische Armee eingegliedert werden sollen. Und das, glaube ich, wird ein sehr schwieriger Punkt, weil auf der einen Seite geht es ganz stark darum, um Frauenrechte, um Gleichbestimmung, dass sich Frauen verteidigen können, auch für ihre Community einstehen. Und auf der anderen Seite, es ist halt stark islamistisch geprägt. Ich bin keine Syrienexpertin, ich weiß nicht, wie sich die Regierungsgruppen zusammensetzen, aber das, was man von außen mitbekommt, ist schon sehr stark eine patriarchale, islamistische Prägung. Und alleine das jetzt mit in puncto Sicherheit und Truppen zu vereinigen und gleichzeitig dann die Stellung mache mir auch Gedanken und Sorgen, wie das weitergeht. In einer Seite Frauenrechte, Gleichberechtigung, in der anderen Seite natürlich unterschiedliche Gruppen, stark islamistischer Staat, wie die sich zusammenkommen. Das sind genau die offenen Fragen, die wir jetzt hier beobachten müssen und schauen müssen, wie das sich entwickelt. Mir fällt jetzt nur das eine Beispiel ein. Wir haben vorher schon über den Zopf und über die Symbolik des Zopfes gesprochen und das, was ja auch diese große Bewegung auf Social Media ausgelöst hat, die Solidarisierung war, dass ein mutmaßlich syrischer Kämpfer, der dem IS nahegestanden ist, dass der einer kurdischen Frau den Zopf abgeschnitten hat. Und das quasi, also es ist ein Angriff auf ihre Würde, es ist ein Angriff auf Frauenrechte und es ist eine Demütigung und ein Angriff auf die Identität. Und wenn das ein Gedankenbild ist, das Männer und Menschen haben und das ein Teil quasi der Übergangsregierung hat, dann macht mir das schon sehr Sorgen, weil was heißt das, dass das dann nicht nur eine Frage der Truppen und wie quasi mit kurdischen Kämpferinnen umgegangen wird, sondern grundsätzlich mit Frauen, wenn man das on top of everything, das gerade passiert, macht und dann nur mit einem überlegenen Grinsen dasteht und in die Kamera schaut. Also das ist ein Ort von Verachtung und Demütigung und da wird sehr, sehr viel aufzuarbeiten sein und ich finde es deswegen auch so wichtig, politisch immer wieder drauf zu schauen und sicherzustellen, dass Frauenrechte und das Rechte vor Ort wirklich auch eingehalten werden. Ja. Also danke Indi, dass du diese wichtige Punkte ergänzt hast. Genau, das Video, die wir gesehen haben in Social Media, das war nicht nur ein schreckliches Bild, die gegen kurdische Kämpferinnen ist, sondern für mich hat das gezeigt, dass es eine Zeichnung einfach gegen Frauen zu sein, einen Zopf zu schneiden, das bedeutet für Kunden sowieso, ein Zopf ist ein Symbol der Freiheit und Frauenrechte bei uns. Das heißt, von diesem Video haben wir mitbekommen, dass sie einfach gegen der Frau sind. Und das war wirklich eine sehr, wie soll ich sagen, sie einfach gegen der Frau sind. Und das war wirklich eine sehr, wie soll ich sagen, ja, ich kann das nicht mehr beschreiben. Also sehr menschenverachtende Aktion einfach auch, die da passiert ist. Aber auch spannend, was für eine Gegenreaktion das wieder ausgelöst hat mit dem Zopf als Symbol wieder erstarkend. Und sehr wichtig, wie viel sich da wieder solidarisiert wurde auch. Das war schön zu sehen. Ich glaube, ja, ein wichtiges Zeichen, das da rausgegangen ist. Genau, das hat uns emotional betroffen, aber gleichzeitig natürlich eine Stärke gegeben, dass wir Frauen doch noch Widerstand haben und weiterkämpfen für das Frauenrecht, nicht nur in Rojava, sondern auch in der ganzen Welt. Ja, genau. Ein sehr globales Symbol dann im Endeffekt. Vielleicht nur abschließend, also was wir tun können, ist weiterhin die Menschen zu unterstützen. Und das bedeutet sehr viel, wenn man das in Oberösterreich, in Linz oder wurscht wo die Zuhörerinnen und Zuhörer sitzen, es bedeutet viel, wenn wir über Rojava reden, wenn wir darüber reden, was bedeutet das für Kurdinnen und Kurden und was man auch machen kann ist, wenn man weiß, dass man Kolleginnen, Nachbarn im Umfeld Kurdinnen und Kurden hat, mit denen einfach mal reden und fragen, wie es ihnen geht und wie man unterstützen kann, wie man da sein kann. Es muss nicht immer ein Social Media symbolischer Akt sein. Es ist super, wenn Leute auf Demos mitgehen. Ich glaube, dass sich alle freuen, wenn man quasi das Thema sichtbar hält und weiterhin darüber spricht. Aber es hilft einem Kleinen einfach füreinander da sein und mitkriegen, wie es den Mitmenschen gerade geht und was sie eigentlich gerade brauchen. Das ist das, was jede und jeder Einzelne machen kann. Und ich kann mir für die Politik mitnehmen, dass ich weiterhin am Thema dranbleibe und auch mit meinen Kolleginnen und Kollegen darüber sprechen werde, weil es uns alle braucht, damit es die Rechte für Kurdinnen, für Minderheiten und die Sicherheit gibt. Was ich noch dazu ergänze, was ich auch vorher gesagt habe, ist das Thema Projekte durchzusetzen. Ich werde nämlich auch als Aktivistin einfach zu schauen, welche Vereine Interesse haben, in Rojava aktiv zu werden. Vielleicht ein kleines Projekt für Kinder, für Frauen und ganz, ganz wichtig für das Thema psychische Gesundheit. Sehr schöne abschließende Worte. Ich bedanke mich für Ihr Kommen. Und danke dir auch. Danke, dass wir Zeit gehabt haben, über Rojava zu sprechen. Und ich hoffe, dass wir uns ein anderes Mal auch treffen, um die weiteren Entwicklungen zu sprechen oder vielleicht weitere Unterstützungen für Rojava zu sprechen. Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung. Sehr, sehr gern. Danke, Ines. Danke, Heva und Ines. Und ja, wir hören uns zum nächsten. Frohe Sinn.