Scheitern ist jetzt nicht so der Burner, würde ich jetzt mal sagen. Du bist dann ein bisschen sozial gebranntmarkt, weil du eben irgendwas an die Wand gefahren hast. Das ist in Amerika oder in den USA oft genau das Gegenteil. Hallo an alle, mein Name ist Lisa Hufnagel und heute geht es um Games Made in Austria. Zu Gast ist heute bei mir Michael Zelenka. Starten wir mal mit dem Thema Österreich, bleiben wir gleich da, Made in Austria. Wie schaut es in Österreich gerade in der Spielerszene, Gaming-Spielerszene aus, wie ist es mit der Finanzierung, mit Förderungen, gibt es da überhaupt was im Gegensatz zu anderen Ländern? Österreich hat sehr gute Möglichkeiten in der Aus- und Weiterbildung, gerade in dem Bereich, also von FHs in Wien über Salzburg bis Graz gibt es etliche Möglichkeiten. Ich selbst habe auf der Donau-Uni studiert, angewandte Spielforschung, also jetzt nicht unbedingt im Programmieren, sondern eher bei der Forschung selbst. Leider gibt es diesen Studiengang nicht mehr und viele Möglichkeiten gibt es jetzt auch nicht unbedingt im Förderwesen in Österreich. Es gibt zwar sehr viele einzelne kleine Initiativen, Menschen, die mit Herzblut dahinter sind. Wir haben in Wien zum Beispiel Supertron, da gibt es schon über 15 Jahre einen Verein, der Spielkunst fördert. Und es gibt auch eine gute Vertretung der SpielentwicklerInnen, das ist die PGDA, auch in Wien, die auch versucht politisch viel zu bewegen, dass man sagt, okay, wir brauchen nicht nur Ausbildung, wir brauchen nicht nur gute Fachkräfte für die Entwicklung von Videospielen, sondern wir brauchen eine Plattform, wir brauchen Förderung, wir brauchen ein Budget dafür. Und die setzen sich da sehr ein, dass man auch politisch eben da ein paar Hebel bewegt. Und wie kann ich mir jetzt ganz grob gesagt die österreichische Gaming-Szene vorstellen? Kann man das überhaupt mit ein paar Sätzen beschreiben oder ist das so kunterbunt, dass man es gar nicht sagen kann? Also die österreichische Szene oder die Videospielwelt in Österreich ist eigentlich relativ interessant, weil wenn man zurückschaut in die Geschichte, wir haben einen sehr großen Publisher damals gehabt, das war JoWood. JoWood mit Sitz in Ebensee und die haben ein paar Titel rausgebracht, die es heute noch gibt, also Industriegigant zum Beispiel, die Marke selbst, sagt mir sogar was, hat überlebt. JoWood gibt es jetzt schon lange nicht mehr und die Entwickler auch nicht mehr. Das sind aber diese Titel, wie zum Beispiel Industriegigant oder die Gilde, die gibt es nach wie vor heute noch. noch. Und auch zum Beispiel Anno. Anno hat den Ursprung, also das ist ein Aufbau, Strategiespiel in früherer Zeit und die hat den Ursprung bei Mac Studios in Österreich und das gibt es nach wie vor und ist ein sehr beliebter Titel. Also so von der Geschichte her haben wir definitiv schöne Anfänge. Jetzt wird es schon ein bisschen schwieriger. Wir haben zwar viele kleine Studios, aber so die großen Spieletitel, die beschränken sich dann zum Beispiel auf Moon Studios mit Ori and the Blind Forest. Das ist ein international großer Titel gewesen, da gibt es auch einen zweiten Teil. Und mittlerweile macht das Studio jetzt No Wicked for the Rest als großen, auch international bekannten Titel. großen auch international bekannten Titel und die kennt man vielleicht noch, aber wir haben mittlerweile fast 100 Spiele gezählt auf Steam, die aus Österreich kommen oder mit großem Teil österreichischer Beteiligung gemacht worden sind und da kennt man wahrscheinlich 98 Prozent als Normalu gar nicht. Vom Horrorspiel bis eben Walking Simulator, wo man eben andere Welten erfahren kann. Und das sind halt viele kleine Indies, nennt man das, also unabhängige Entwickler, meistens ein bis fünf Personen. Und die haben natürlich nicht den großen Hebel wie eben ein Ubisoft, EA, Fortnite und so weiter. Aber es gibt sie und es gibt mehr als man denkt, also von Entwickler und Spielen gesprochen und das war auch mir selbst, da war ich selbst dann auch überrascht nach Recherchen, dass es eigentlich quasi um die Ecke Spiele gibt, die dort produziert worden sind. Wir haben auch in Linz, gibt es einen Verein, den GDL, Game Developers Linz, der umfasst jetzt schon über 200 Personen, der Verein, und sie treffen sich einmal im Monat und tauschen sich eben aus über die Videospielentwicklung. Und da geht es aber nicht nur ums Programmieren, sondern das breite Palette von Musiker, Künstler, also du brauchst ja Sounds, du brauchst eben Artwork, du brauchst einen Schnitt, irgendwer muss ja Trailer machen, also die Spiele irgendwie als Video transformieren, dass man sagt, okay, spiel das Spiel, weil das hat das und das, dass man eben diese Spiele vermarktet. Da fehlt es vielleicht noch, weil viele halt eben das Programmieren ist der große Part, ich muss das Spiel ja irgendwie umsetzen, aber wie gesagt, da gibt es ganz viele kleine Bausteine und das hat ja auch für Österreich auch eine Wertschöpfung, dass ich sage, okay, ich beschäftige nicht nur Programmierer, sondern ich habe Musiker dabei, was ja auch eine Kunstform ist. Auf jeden Fall. Ich habe Schnitt, also Video, Post-Production, genau, Texter, für die Dialoge, Übersetzer, Übersetzerinnen. Also das, da hängen sehr viele, viele Sachen daran. Ich glaube auch, dass viele Spieleentwickler nicht immer gleich den größten Erfolg gehabt haben. Genau, das ist leider sehr schade in Österreich. Also viele, das ist jetzt nicht nur in Österreich, sondern weltweit, viele Studios, die haben einen Titel und danach wird es dann schwierig, weil eben die Entwicklung dauert vielleicht sehr lange, du hast kein Geld oder das Budget reicht nicht aus und da ist es halt sehr schwierig, dass man dann noch anknüpft und wieder etwas produziert. Und da brauchen wir unbedingt mehr Hebel in Österreich, dass wir finanziell diese Entwickler unterstützen, dass sie dann nach einem Spiel vielleicht noch eins machen können, weil die Problematik ist halt, beim ersten Spiel lernst du so viel dazu, was du beim nächsten Spiel nicht mehr machst. Das glaube ich. Aber wenn das zweite Spiel nicht mehr kommt, weil ich eben aus finanziellen Ressourcen da nicht mehr weitermachen kann, dann ist es halt... Wo wende ich es dann an? Genau. Da braucht es natürlich viel mehr von... in der Umgebung, also nicht nur finanziell, sondern auch Plattformen, die wir auch versuchen herzustellen. Es ist auch so eine Kulturgeschichte, dass wir in Österreich oder Mitteleuropa eben dann sagen, okay, Scheitern ist jetzt nicht so der Burner, würde ich jetzt einmal sagen. Du bist dann ein bisschen sozial gebrannt, weil du eben irgendwas an die Wand gefahren hast. Das ist in Amerika oder in den USA oft genau das Gegenteil. Ein anderes Mindset. Genau. Also da wird eher gefragt, um wie viele Startups hast du an die Wand gefahren, weil man eben daraus lernen kann. Und das ist bei uns ein bisschen anders und darum auch schade, weil wenn ich ein Spiel habe und ich bin damit gescheitert, dann ist es sehr oft so, dass danach nichts mehr kommt oder dass die Person dann woanders hingeht oder andere Genres sucht oder andere Industrie und gerade da sollte man dann eigentlich anfangen, weil man dann sagt, ja, jetzt erst recht. Zur Liebest, wieso steigt so ein Telekom-Anbieter überhaupt in so ein Thema ein? Also, wir wollen einfach sagen, dass es so viele Talente gibt in Österreich, die quasi Kunstwerke erschaffen. Und dafür braucht es halt irgendwie eine Plattform. Und natürlich ist im Hintergrund auch Internet oder Internet-Anbindung wichtig, aber vielmehr wollen wir die ganzen motivierten Schöpferinnen und Schöpfer auf die Bühne bitten, die eben Videospiele schaffen, die eben diese Plattform nicht haben. Wir wollen die Sichtbarkeit dieser Menschen halt einfach geben und an der Bühne ihnen geben. Das Event Lievest Loves Games Made in Austria am 20. März im Linz in der Lastenstraße 42 und zwar im Last bei Schachermeier. Das ist so ein Gaming-Hub, ein Jugendzentrum von Schachermeier und das ist die perfekte Location, wo wir eben dort die Spiele präsentieren. Es gibt eine Bühnenshow, wo Entwickler exklusive Einblicke in ihre Entwicklung geben und danach kann man auch die Spiele anzocken und sich mit denen austauschen. Danke Michael fürs Dasein heute. Es war richtig spannend, interessant und nett mit dir das alles zu erfahren. Richtig spannend, interessant und nett mit dir das alles zu erfahren. Und im Namen von allen und vom OKV, vom Offenen Kulturverein in Wels, bedanke ich mich fürs Zusehen und möchte an dieser Stelle auch noch sagen, der Offene Kulturverein ist offen für alle, vor allem auch für Jugendliche, die sehr gerne etwas mit Medien machen möchten. Also sie können sehr gerne mal auch zum Interviewen kommen oder auch um vielleicht Berichte für eine Zeitung zu schreiben. Das ist alles sehr willkommen und Kreativität ist auch ganz wichtig dabei. Vielen Dank. Tschüss.