Herzlich willkommen hier im Kepler Salon und auch live mit Livestream, wer zugeschaltet ist. Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und auch herzlich willkommen unsere beiden Gäste, Fabian Burstein und Sophie Trobos. Mein Name ist Irina Müller-Brosowitsch. Ich bin Professorin für Musikvermittlung an der Bruckner Uni in Linz. Mein Name ist Georg Niklaus. Ich bin sowas ähnliches, auch an der Bruckner Uni in Linz. Mein Name ist Georg Niklaus. Ich bin sowas ähnliches, auch an der Bruckner Uni in Linz, Professor dort im Leitungsteam. Ich darf auch sagen, wir sind zu dritt. Dagmar Schindau, die sitzt ja irgendwo da. Es gehört auch dazu, wir sind zu dritt im Team Musikvermittlung und diese Veranstaltung, um den Rahmen kurz anzudeuten, ist die Nummer drei eines Countdown von zehn herunter. Wir sind jetzt also fast schon am Ziel. Das Ziel wird erreicht sein mit dem Beginn des Musikvermittlungsstudiums ab Herbst 26 in diesem Jahr. Und das war bisher ein Lehrgang und wird jetzt ein Studium. Und das ist auch der Rahmen dieser Veranstaltung, neugierig zu machen auf dieses Feld und auf dieses Fach. Und unser Studium hat sehr viel mit der Praxis zu tun, auch mit der Zukunft, mit der Gesellschaft. Deshalb freut es mich auch sehr, dass wir Kooperationspartner aus Linz hier haben. Ich darf sehr herzlich begrüßen auch Anna Dürrschmidt und Norbert Travöger vom Bruckner Haus, Daniel Hochreiter vom Bruckner Orchester und von den oberösterreichischen Stiftskonzerten Thomas Heißbauer. Ich darf den ersten Gast, die erste Gästin vorstellen. Ein Wort, wie wir vorhin ausgetauscht haben, das es im Deutschen durchaus seit Jahrhunderten gibt. Gästin, nämlich Sophie Drobos. Ein paar Basisinformationen, es ist auch auf der Homepage natürlich des Kepler Salon zu lesen. Sie ist Geigerin, sie ist Mitbegründerin und künstlerische Leiterin des Streichorchesters in Wien. Das war auch der Anlass, sie einzuladen, die Aktivitäten dieses Ensembles. Dazu wird sie uns Schildern Näheres noch erläutern gleich. Sie studiert an der MDW in Wien, an der Universität für Musik, dort bei Christian Altenburger Geige, auch bei der Instrumentalpädagogin und Gesangspädagogin Tanja Lucan. Sie ist Mitglied verschiedener Kammerorchester und tritt in vielen Formationen auf. verschiedener Kammerorchester und tritt in vielen Formationen auf. 2023 hat sie das No String Quartet gegründet. Und ihr erstes Album, Lost Inside, ist schon das, was man genreübergreifend nennen kann, nämlich in Wien mit einem Jazz-Trio, gemeinsam mit dem Jazz-Trio Drehwerk. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit ist sie aber auch als Kulturmanagerin oder im Kulturmanagement und Konzertdesign aktiv, unter anderem für die Läusiate in Kupstein die Masterclass. Jetzt wollten wir eigentlich aber noch den zweiten, bevor wir ins Detail gehen, unseren zweiten Gast vorstellen. Ja, ich habe das Vergnügen, Fabian Burstein vorzustellen. Er ist in Wien geboren, hat dort Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert, hat Romane publiziert, genauso wie Sachbücher. Ein 2024 erschienenes letztes Buch trägt den Titel Empowerment Kultur, was Kultur braucht, um in Zeiten von Shitstorms, Krisen und Skandalen zu bestehen. Er war über zehn Jahre Leiter von unterschiedlichen Kulturinstitutionen, Festivals und diversen künstlerischen Formaten, vorwiegend in Deutschland. So viel ich weiß, war das in Mannheim und auch in Ludwigshafen. Er ist jetzt Intendant von Globart und den Tagen der Transformation in Melk. Globart nennt sich eine Denkwerkstatt für Zukunftsthemen, ein Verein für diskursive Praxis mit Formaten, die Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenführen will, um gemeinsam auf die Herausforderungen der Gegenwart zu reagieren. Und vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie mir, die Stimme von Fabian Burstein ist mir sehr vertraut im Ohr, weil ich regelmäßig seinen Podcast Bühneneingang höre, er ist Host von diesem Podcast. Und bei Globart ist mir aber nicht ganz bewusst, was diese Tätigkeit alles umfasst und was Globart, diese Denkwerkstatt, denn ist. Nun, also ich glaube, dass es da ein bisschen eine Diffusion gibt. Das ist durchaus gewollt und das hat so in sich, wenn diese Kategorien, diese Sektoren, Kunst, Kultur, Wissenschaft, auch gewisse philosophische Themen ineinander fließen. Kurz gesagt, uns geht es darum, die Tage der Transformation sind das zentrale Festival in Stiftmelk, dass es im Wesentlichen, dass sich so eine Dynamik, so ein Reigen entwickelt, wo man in drei Tagen anhand eines Themas, also letztes Jahr war es das Thema Achtung, nächstes Jahr kann ich spoilern, wird es sich um Thema Radikalitäten drehen, dass man das wirklich von allen Seiten beleuchten kann und dass man da eben nicht diese berühmten Genregrenzen einhalten muss. Also dass es eben nicht nur rein künstlerisch ist, dass wir aber auch nicht nur auf dieser Keynote-Ebene rumschweben, wo Vortrag, Podiumsdiskussion so statisch vor sich hin plätschert. Globet hat vor allem in Ostösterreich eine sehr lange 30-jährige Tradition mit solchen Formaten. Ich mache das jetzt, habe jetzt meine ersten Tage der Transformation hinter mich gebracht, letztes Jahr. Habe jetzt meine zweite Ausgabe vor mir. Also noch im mir das aneignen, was das genau alles bedeutet, das, was Sie da beschrieben haben. Vielen Dank. Wir sind auf Sophie Trobos gestoßen durch In Wien, durch das Streichensemble In Wien, das in Linz im Bruckner Haus ein Programm im Jänner präsentierte, davor auch schon in Wien, in anderen Städten, What on Earth, mit dem Young Audience Music Award 2025 ausgezeichnet. Und da geht es um nicht weniger als die Rettung der Welt. Wie habt ihr das gemacht? Ja, vielen Dank für diese Einführung. Ja, die Rettung der Welt, das sind natürlich große Worte. Ich glaube, man kann als MusikerIn, als Künstlerin jedenfalls Teil davon sein, unsere Gesellschaft und unsere Welt mitzuprägen. Und das ist eines der Dinge, die für uns im Kollektiv als in WienEnsemble sehr wichtig ist, das ist Verantwortung zu übernehmen. Und wenn ich jetzt vielleicht ein bisschen näher meine Arbeit... Wie lange gibt es denn das schon in Wien und wie ist das zusammengesetzt? In Wien gibt es seit 2020 und ich bin eine der Gründerinnen, ich habe es gemeinsam mit einer Cellistin gegründet. Wir sind beide aus Tirol und wir haben zu dem Zeitpunkt in Wien studiert. Also in Wien, Innsbruck-Wien ist quasi diese Achse, die wir da im Namen mitgenommen haben. Und es ist eigentlich entstanden aus einem der Lockdowns, wo es sehr viel Kulturstille gegeben hat und wir zum ersten Mal ganz stark dieses Gefühl gekriegt haben, dass wir Verantwortung übernehmen wollen und auch einfach gern in einer Position sein wollen, wo wir Entscheidungen treffen dürfen für das, was wir machen als MusikerInnen. Und so ist eigentlich das allererste Projekt entstanden, weil wir einfach erst später einsehen wollten, oder eigentlich gar nicht einsehen wollten, dass Kultur stoppen muss in einer Zeit der Krise. Im Gegenteil, wir wollten der Kultur weiter Raum geben mit Respekt für alles andere, was zu der Zeit natürlich passiert ist und haben da unsere Versuche gestartet irgendwie. Und es ist dann recht schnell gegangen, dass daraus sich eine Gemeinschaft oder ein Kollektiv entwickelt hat an sehr vielen Menschen, die wohl dann gemeinsam einfach Visionen teilen, wie die klassische Musikszene denn eigentlich ausschauen könnte, würde man gewisse Traditionen und Regeln, die wir mehr oder weniger, ohne zu wissen, warum, eigentlich befolgen, würde man diese hinterfragen, was würde dann passieren. Und so hat sich diese Gemeinschaft eigentlich getroffen, diese Menschen. Und das ist die Basis des Kollektivs. Wie viel? Im Kollektiv sind insgesamt circa 20 Personen. Wir spielen oft in kleinerer Formation. Also die kleinste Streichorchester-Formation sind elf Personen. Wir spielen immer ohne Dirigent in. Und es gibt auch noch kleinere Formationen, Kammermusikgruppierungen, auch noch kleinere Formationen, Kammermusikgruppierungen, was manchmal an einem Platz der Location oder an finanziellen Dingen. Und die Programme sind, das haben Sie vorhin erzählt, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene oft sozusagen zweigleisig. Vielleicht, Sie haben auch ein paar Dinge mitgebracht. Ja. Lassen Sie uns ein bisschen hineinschauen in Ihre Arbeit. Ja, sehr gern. Vielleicht starten wir mit dem ersten Video. Sehr, sehr kleiner Ausschnitt aus einem unserer sehr klassischen Programme. Die klassische Musik war auch das, wie wir begonnen haben, wo wir herkommen. Wir sind alle klassisch ausgebildete MusikerInnen. Und es ist ein sehr, sehr wichtiger Fokus für uns. Wir wollen wirklich die klassische Musikszene prägen. Wir wollen auch andere Musik machen, aber es ist für uns persönlich sehr, sehr wichtig, dass wir Teil der klassischen Musikszene sind und nicht uns zu sehr in den quasi darum herum bewegen, sondern wirklich mittendrin. Was der Grund ist, warum fast alle unsere Programme zumindest ein klassisches Repertoire beinhalten. Wir trauen uns da schon dann oft, ein bisschen über Grenzen zu gehen, Sachen zu mischen, die man vielleicht so nicht kennt, mal nur Ausschnitte aus Werken zu spielen. Zeitgenössische Elemente sind immer vertreten, Werke von Komponistinnen sind immer vertreten. Das sind für uns so Selbstverständlichkeiten, mit denen wir einfach versuchen, Programme so zu gestalten, dass sich so viele wie möglich Menschen im Publikum mit irgendetwas von dem, was wir machen, identifizieren können. Wie man auch sehen kann, so wie das Video entstanden ist, unser Dresscode ist nie schwarz. Wir verstehen kollektiv nicht, warum man schwarz. Wir verstehen nicht, kollektiv nicht, warum man schwarz sein muss, wenn man klassische Musik spielt. Und das sind Kleinigkeiten, die man, also man kann Dinge, glaube ich, im Kleinen verändern. Ich persönlich bin oft eben nicht so der Fan, zu sehr in Extreme zu gehen, um dann wirklich das Ergebnis zu erzielen, das man sich wünscht. Im Gegenteil wünsche ich immer einfach einen Austausch und einen Austausch auf Augenhöhe mit dem Publikum und mit den Menschen, mit denen ich arbeite. Und da versuchen wir im Kleinen einfach Dinge zu hinterfragen, zu Beginn dann eben beim Hinterfragen, anstatt alles wegzuschmeißen, was schon funktioniert und neu anzufangen, Dinge wirklich zu hinterfragen, zu sagen, okay, das sind Sachen, die nehmen wir mit in unsere Arbeit und andere machen wir vielleicht neu. Also sozusagen aufzubauen auf die Kompetenz, die ihr habt, die ihr mitbringt, die das Publikum auch schätzt und kennt und jetzt kommt aber was dazu, zum Beispiel ein Konzept, eine Idee, so verstehe ich What on Earth, das ist ja jetzt nicht einfach brandenburgische Konzerte oder wie war die vier Jahreszeiten, sondern da ist ja noch mehr dabei. Ja, also mit What on Earth ist wirklich etwas sehr, sehr Innovatives entstanden. Grundsätzlich ist es glaube ich das, womit wir arbeiten oder was funktioniert an unserer Zusammenarbeit von unseren Mitspielenden. Dass wir einfach mit Offenheit und Neugierde in neue Dinge reingehen. Dass wir wirklich bereit sind, Dinge auszuprobieren, die wir so jetzt vielleicht auch noch nicht irgendwie gekannt haben vorher oder die man vielleicht auch im Studium, jetzt in einem klassischen Instrumentalstudium, dem so nicht begegnen. Zu Bord on Earth komme ich am Schluss nochmal ausführlicher, aber es passt auch dazu, weil eine unserer Arbeitsweisen, was das angeht, was jetzt die Offenheit auch angeht, ist tatsächlich, dass wir in Kooperationen gehen mit KünstlerInnen sowohl aus dem klassischen Bereich als auch aus anderen Genres und das ist immer wieder wirklich unglaublich spannend, weil man so viel voneinander lernen kann und wir haben zum Beispiel eben das Album aufgenommen mit dem Jazz-Trio, das fängt an bei wie man probt oder eigentlich, wann man zum Beispiel da ist bei einer Probe oder wie man überhaupt arbeitet, wo das Jazz-Trio extrem auf rhythmische Präzision fokussiert ist, während wir eigentlich gerne am Klang arbeiten würden und denen gefällt es eigentlich von Anfang an. Also so Kleinigkeiten, wo man irgendwie merkt, man kann einfach super viel voneinander lernen. Das ist wirklich immer bereichernd. Wir haben verschiedenste Kooperationen gemacht, eben auch mit zum Beispiel Liedermachern wie Anna Mabo jetzt gerade im Konzerthaus oder mit Felix Kramer im Stadtteil nächste Saison auch im Konzerthaus. Wir machen auch eine Kooperation mit einer klassischen Geigerin, mit Suje Park, die gerade das Sibelius-Wettbewerb gewonnen hat, wo ich sie als Mensch einfach kenne. Und ich weiß, wir haben gleiche Visionen, aber wir bewegen uns in einer Welt, wo man vielleicht den Visionen noch näher kommen muss. Und da machen wir dann zum Beispiel ein Konzert, wo es auch eine Podiumsdiskussion gibt. Da gibt es einfach verschiedene Zusammenarbeiten, wo wir einfach immer super viel lernen und die sehr bereichernd sind. Und da würde ich gerne eine jetzt auch nochmal konkreter vorstellen. Das ist eine Kooperation mit der studentischen Initiative Musiker in Audita. Musiker in Audita ist eine Initiative aus Berlin, die sich zum Ziel gemacht hat, den klassischen Konzertkanon zu erweitern, indem sie wirklich bewusst nach Kompositionen von Frauen suchen und mit dem Ziel aber wirklich Stücke zu finden, die den musikalischen Wert eines Programms wirklich aufwerten. Nicht so, ich spiele jetzt ein Stück von einer Frau, damit ich ein Stück von einer Frau im Programm habe, was ja, man kann über Quoten sprechen oder denken, was man will, das hat alles seine Berechtigung. Aber als Künstlerin oder als Musikerin ist wirklich der künstlerische Anspruch, der uns einfach auch wichtig war, jetzt haben wir mit denen gemeinsam ein Konzertprogramm erarbeitet, das nur von Komponistinnen, also nur Werke von Komponistinnen beinhaltet, geht quer durch die Epochen. Da werden wir jetzt auf verschiedensten Universitäten in Österreich und Deutschland sowohl Workshops als auch so ein Lecture-Konzert geben, unter anderem an der MDW am 2. Juni. Und ja, das ist eine Zusammenarbeit, die einerseits eine Kooperation zeigt, wo sich auch wieder gemeinsame Werte treffen, die man vertritt und andererseits musikalisch unglaublich spannend ist, was wir für Stücke gegründet haben. Also vielleicht können wir uns das anschauen. Unlearn String Quartetts ist der Titel unserer Konzertreihe und der bedeutet nicht Unlearn, also Verlernen im Sinne von etwas Überschreiben, sondern Verlernen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wir tradierte Vorstellungen von Streichquartetten erstmal hinterfragen wollen und dann auch überlegen wollen, wann sind diese Traditionen sinnvoll und wann kann man auch mal mit Traditionen brechen. Wenn man sich Repertoire widmet außerhalb des klassischen Konzertkanons, dann stößt man auf Werke aus den unterschiedlichsten Epochen. Einmal zeitgenössische Musik, aber auch wirklich ganz alte Sachen bis zurück in die Barockzeit. Und es ist einfach unglaublich spannend, da neue Dinge zu entdecken. Uns ist es vor allem wichtig, KomponistInnen hörbar zu machen, die in der Geschichte übergangen wurden, also zum Beispiel Personen, die aufgrund verschiedener Diskriminierungsformen, die sich auch teilweise überlagern, nicht gehört wurden. Wir sind es oft gewohnt, einfach zu reproduzieren und sich Repertoire wirklich zu widmen und bewusst auszusuchen, was man wirklich spielen will und in ein Konzertprogramm mitnehmen möchte und worauf man sich vorbereiten will, ist irgendwie eine Verantwortung, die ich als Künstlerin in der heutigen Zeit gerne wahrnehmen möchte. Vielleicht kann man den nächsten, wenn man es ganz kurz weitergehen lässt noch, das noch ganz kurz eingeblendet lassen. Genau, das ist das Programm von diesem Konzert zum Beispiel. Also falls jetzt jemand was gefallen hat, man kann sich ja gerne was abfotografieren. Das sind jetzt mal, also ich habe mich da relativ in die Recherche reingestürzt, um wirklich Stücke zu finden, die, glaube ich, jedes Streichquartettprogramm, das man macht, bereichern würde auf die eine und die andere Art, nämlich, dass man einfach diverser etwas abzeichnet, wer Musik geschrieben hat in unserer Zeit, aber auch wirklich musikalisch unglaublich spannende Dinge. Ich kenne fast niemanden von den Komponistinnen, muss ich sagen. Ich muss ehrlich sagen, ich vorher auch nicht. Ich habe im Radio ja viel mit Musik zu tun, aber hört man selten. zu tun, aber hört man selten. Toll. Und alles, fast alles 20. Jahrhundert, gibt es irgendein, also abgesehen vom Programm und Programmheft und so weiter, gibt es noch irgendetwas, wo Sie auf das Publikum zugehen, um dieses Programm zu erklären, zu erläutern? Irgendwie, war da was dabei noch oder habt Sie das so stehen lassen? Ja, also ich hätte es eigentlich auch gern so stehen lassen. Ich bin nämlich immer ein Fan davon, subtil Dinge zu ändern. In dem Fall war es das Kick-Off-Event quasi an der Universität der Künste in Berlin, wo zwei Musikprofessorinnen aus der Musikwissenschaft zu einigen der Komponistinnen dann auch noch was gesagt haben. Und einfach, das war sozusagen so diese Beschreibung von das passiert, wenn wir uns jetzt zusammenschließen und jetzt machen wir dieses Programm. Aber die Musik kann, also funktioniert, das ist eine gute Stunde, funktioniert von vorn bis hinten durch, teilweise mit direkten Übergängen und genau. Gehen wir noch zu In Wien auch? Ja, genau. Ja, das ist, also das ist In Wien. Zu What on Earth gehen wir. Genau, zu What on Earth gehen wir. Das ist dann sozusagen noch einmal der nächste Schritt, wie man klassische Musik nochmal ganz anders wahrnehmen kann. What on Earth is a staged concert. Ein staged Concert haben wir auch lernen müssen erst als Kollektiv. Es ist ein Konzert, das inszeniert ist. Es ist ohne Sprache. Wir bewegen uns auf der Bühne. Wir haben Körperarbeitsworkshops machen müssen, bevor wir überhaupt reingestartet sind in diese Probenarbeit. Das war eine Produktion gemeinsam mit dem Wiener Konzerthaus und mit der Jeunesse, konzipiert als Kinder- und Familienkonzert. Unserer Meinung nach ist es für alle. Es ist eine Stunde klassisches Musikprogramm von teilweise sehr bekannten Komponistinnen, aber dann auch zeitgenössischen Werken. Es sind Improvisationsteile dabei. Wir haben eine Regisseurin gehabt, die Cornelia Vogelmeier und Flora Besenbeck für Bühne und Kostüm. Und wir haben mit diesem Stück unter anderem eben im Brucknerhaus gerade gespielt. Wir waren in der Alten Oper in Frankfurt, im Wiener Konzerthaus, in der Bühne im Hof in St. Bölten. Im Sommer geht es zum Verbier-Festival und im Herbst spielen wir es noch in Innsbruck und im April nächstes Jahr dann in der Elbphilharmonie in Hamburg. Also wir sind gerade am Touren quasi mit dieser Produktion. Hat uns unglaublich viele neue Wege eröffnet und zwar wirklich persönlich wie spieltechnisch, wie schauspielerisch, wie als Ensemble Chancen in Konzerthäuser zu spielen, die für uns sehr toll sind. Wir haben da einen Trailer, den würde ich jetzt eigentlich gerne noch zeigen. Wir als Ensemble haben uns entschieden, dieses szenische Konzert zu machen, weil es einfach schon mal vom Prinzip extrem gut dazu passt, was wir als Ensemble auch repräsentieren. Schon seit unserer Entstehung ist es uns ein großes Anliegen, neue Dinge zu machen, Sachen, die es noch nicht gibt, Sachen, die man sich vielleicht vorher gar nicht vorstellen kann. Also wenn man Musik inszeniert und nicht nur konservant aufhört, hat man viel mehr Wege und Mittel, das dem Publikum zu vermitteln und irgendwie näher zu bringen. In einem Stück, wo es dann irgendwie um Bewegung und Schauspiel und inszenierte Musik geht, kann man einfach ganz viel von diesen Eigenschaften, die uns so wichtig sind, da direkt mitnehmen und deswegen passt das einfach sehr gut. La Biblia Es ist extrem spannend, dass wir uns auf der ganzen Bühne aufhalten, dass jeder die Positionen wechselt. Wir gehen hinter die Bühne, wir gehen ins Publikum. Diese Art zu arbeiten und so ein Stück so auf die Bühne zu bringen, ist für mich extrem bereichernd, weil es eine große Herausforderung ist und ich gehe gern an meine Grenzen. Ja, zum einen ist es eine große Herausforderung, die musikalische Qualität zu erhalten, wenn man sich so viel bewegt. Und auf der anderen Seite ist es eine Riesenchance, die Musikalität nicht nur durch das klassische Instrumentalspiel zu zeigen, sondern auch durch ganz andere, neue, unkonventionelle Bewegungen. Ich glaube, dass es uns bei diesem Stück tatsächlich gelungen ist, die Musik im Vordergrund zu lassen und dass durch diese abstrakte Reise die Inszenierung der Musik dient und nicht umgekehrt. Das Stück eignet sich tatsächlich für jede Altersgruppe. Ich glaube, dass für jeden, was dabei ist, es erlaubt, klassische Musik anders wahrzunehmen, einen anderen Eingang zu finden in dieser Musik. Bravo! Vielen Dank. Sehr beeindruckend. Eine letzte Frage, bevor wir dann weitergehen. Also ich habe verstanden, es geht um diese Inszenierung und diese Choreografie. Die Musik ist wie eine Interpretation der Musik. Es geht gar nicht so sehr um eine Botschaft im Sinne von Global Warming, Umweltschutz oder wie auch immer. Also so ein politisches Thema oder Gesellschaft, nicht vordergründig zumindest, so habe ich es verstanden jetzt, korrigieren Sie mich, sondern darum, die Musik sozusagen szenisch, körperlich, choreografisch zu interpretieren und etwas aus ihr hörbar zu machen. interpretieren und etwas aus ihr hörbar zu machen? Ja, also es schafft natürlich die Chance und die Möglichkeit, die Bilder so abstrakt sie sind, zu interpretieren, wie man das will. Wir zeigen schon natürlich, wie dieser Moment mit dem Cello, das zerbricht eine Krise und wir zeigen im Verlauf dieses, also das Stück ist dann über diese Stunde einfach verschiedenste Möglichkeiten, wie man mit dieser Krise umgehen kann und dann gibt es den Streitmoment, wo gar nichts mehr funktioniert und alle gehen auseinander. Und dann gibt es irgendwie das Neudenken und man ist in einem System und man will ausbrechen. Und dann diese Cello-Teile kommen am Schluss dann sozusagen in aller möglicher, also eben dieses Träumen von neuen Wegen. Ist das eine Art Handlung oder so ein bisschen ein roter Faden? Es gibt einen für uns, jetzt habe ich ihn dargeteilt, wenn Sie es anschauen, dann wissen Sie was, aber theoretisch geht man rein mit einem ganz leeren Kopf sozusagen und kann sich ganz abstrakt auf das mitnehmen lassen. Wir haben tatsächlich das Feedback gekriegt, dass es für alle Menschen total unterschiedlich ist, was sie sehen und oft denkt man vielleicht an etwas Persönliches, an eine persönliche Reise. Wenn man selber aus der klassischen Musik kommt, sieht man vielleicht viele dieser klassischen Strukturen, wie dass jemand niest und da wird man mal böse angeschaut oder eben, dass man die Marionette ist, wo plötzlich jemand ausbricht, weil man nicht mehr so machen will, wie immer alle sagen, dass man soll und andere sehen es auf emotionalen Ebene, also es ist alles möglich. Toll, zum Thema Publikum kommen wir dann gleich noch. Mir fällt nur gerade ein, weil Sie gesagt haben, was man alles darf und nicht darf. Ich habe bei den Resonanzen kürzlich meiner Nachbarin in der zweiten Reihe nur gesagt, schau, und schon hatte ich böse Blicke und einen lauten Korrektur, aber bitte können Sie ruhig sein, ich will diese Oper hören. Das war eine Oper a buffa, wo man lachen sollte. Das war wirklich eine Hetz auf der Bühne und ich darf nicht einmal sagen, schau, ich komme zu Ihnen das nächste Mal. Ich glaube, wir sind da schon wirklich Sachen gewöhnt. Ihr wischt mich selber dabei. Ich traue mich selber, mich nicht zu bewegen, wenn ich in ein klassisches Konzert gehe. Dabei finde ich es wirklich viel angenehmer, zuzuhören, wenn ich mich ein bisschen freier fühle. Und ich bin auch auf der Bühne, wir spielen oft vor Publikum, wo wir das wirklich herausfordern, dass das Publikum vielleicht nicht still ist. Erstens übernimmt man viel mehr Verantwortung, so zu spielen, dass man vielleicht die Aufmerksamkeit so von den Menschen hat, dass sie in dem Moment einfach wirklich zuhören. Das ist, finde ich, eine Verantwortung, die KünstlerInnen sehr wohl wahrnehmen können. Abgesehen davon, wenn jemand dann redet, stört es einen im ersten Moment als Musiker. Aber warum hörst du gerade nicht zu? Ich mache ja gerade so etwas extrem Tolles, aber dann muss man sich auch eingestehen, dass sich die Welt jetzt auch nicht immer nur darum dreht, was man auf der Bühne gerade macht. Und wenn die Person gerade eigentlich gern irgendeine Anekdote teilt, die dazu passt, ist das eigentlich was total Schönes. Aber da müssen wir, glaube ich, alle gemeinsam ein bisschen umdenken und lernen noch. der Zukunft, die heute schon sehr aktiv ist. Und unsere beiden Gäste vertreten einerseits die Praxis und andererseits eine ganz andere Ebene, Kulturpolitik, Gesellschaftspolitik. Auch, Herr Burstein, wenn Sie jetzt Frau Trobos zugehört und zugeschaut haben, welche kulturpolitischen Anliegen oder Visionen erkennen Sie da, die Sie teilen? Naja, also meine Grundmotivation, dass ich mich in die Bereiche begeben habe, die Sie beschrieben haben, Gesellschaft, Kulturpolitik, große Begriffe, war ja eigentlich, dass ich ja im Kulturmanagement verankert bin. Und wenn Sie zum Beispiel eine Spielstätte leiten, in einer, ich habe ja zum Beispiel in Ludwigshafen eine große Arbeiterstadt mit sehr komplexen sozialen Verhältnissen und dann, ich hatte da mehrere, hatte das Kulturbüro, dann ein Kulturzentrum, mehrere Festivals und das Kulturzentrum liegt an der Bahnhofstraße. Sie können sich schon vorstellen, einebarkeit, Integration, Diversität. Sie machen das alles wirklich mit den allerbesten Absichten. Sie konzeptionieren, sie stellen Geld auf und so weiter und so fort. Also das, was Sie beschreiben, das ist an vielen Orten, wenn man nicht gerade das Glück hat, in Wien zu arbeiten, In vielen Orten, wenn man nicht gerade das Glück hat, in Wien zu arbeiten, wo die Kunst und Kultur so einen hohen Stellenwert hat, sage ich jetzt mal, und auch so wirklich in die Alltagspraxis eingeworben ist, dass sie um all scheitern und dass es darum geht, auf einem immer höheren Niveau zu scheitern. Und dann kommen sie irgendwann mal an den Punkt, wo sie sich in Relation setzen und sie begegnen dann einer Kulturpolitik, auf der einen Seite, die eigentlich sehr wenig strategisches Verständnis dafür aufbringt, wofür sie da eigentlich kämpfen. Also das heißt, die lassen sich, also das könnte man auch instrumentalisieren, indem man die mit Passwörtern, mit Neudeutsch, abspeist. Man sagt, ich mache Diversität. Dann werden sie sicher im Gemeinderat hören, super. Danke für das Wort. Ich habe kürzlich mit einem Kollegen von mir auf der Fahrt hierher diskutiert, der hat gesagt, das Thema Nachhaltigkeit, wenn ich das bei einem Festival, ein sehr schlauer, den ich sehr gerne habe, wenn ich das bei einem Festival oder bei einem Programm drüber schreibe, schrecke ich schon alle ab, die sich substanziell mit diesem Thema befassen, weil sie genau wissen, das ist nur, wer sich damit befasst, der muss das nicht mehr aussprechen, sondern der muss Formen finden, darüber zu sprechen, dass sich das intuitiv vermittelt. Und dann haben sie aber wenig Raum, um das zu debattieren, um zu fragen, hey, was erwartest du denn jetzt kulturpolitisch an diesem Standort? Was willst du? Und dann geht es halt nicht über diese Worte hinaus. Da ist eine Leerstelle, auch diese Lust an dem Streiten, wofür ist ein Kunst- und Kulturstandort da? Eine Einrichtung, eine Kulturförderung, was will ich damit eigentlich? Das war die eine Ecke. Und die andere Ecke war, dass ich natürlich in einem Umfeld dann auch oft war, in dem es auch wirklich schwierig war, sich über dieses Scheitern und über dieses Ringen wirklich authentisch auszutauschen. Also, das war auch ein bisschen der Rolle geschuldet. Als Kulturbüroleiter ist man quasi auch Kulturamtsleiter. Das heißt, Sie haben zum einen zum Beispiel eine freie Szene, die Sie mal per se als idiotischen Verwaltungsbürokraten sieht. Was ich jetzt auch nicht so schrecklich finde. Also man darf da nicht zart beseitigt sein, nicht falsch verstehen, das hat auch was lustiges dieses Spiel aber das heißt sie kommen mal schwer ins Gespräch, sie haben es viel mit Hochkulturinstitutionen zu tun die dann am Ende des Tages obwohl sie viel darüber sprechen, dann doch nicht so gerne rausgehen das habe ich erlebt in sie stoppen mich, wenn ich zu geschwätzig werde. Das habe ich in Mannheim erlebt, da war ich Kulturchef von der Bundesgartenschau und haben ein riesiges Militärgelände gemacht und da haben alle gesagt, wir wollen dabei sein. Und die größte Herausforderung ist dann gerade den großen Institutionen, wenn sie dann dabei sind, zu sagen, es wird aber nicht darauf hinauslaufen, dass wir eins zu eins eine Theaterbühne in die Panzerhalle reinbauen. Und dann ist eher die Stimmung, naja, dann lieber doch nicht. Und dann gibt es aber gleichzeitig, um es jetzt mal wieder positiv umzumünzen, das ist ganz wichtig, tolle Beispiele, wie man sich dann doch toll unterhalten kann. Neue Ansätze findet in Ludwigshafen aus, zum Beispiel der Bert Fehlmann, sehr bekannter Intendant, der einen völlig unorthodoxen Schritt gemacht hat. Er war Chef der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, war für viele Top-Jobs in Deutschland im Gespräch und ist in die Musikpädagogik gegangen. Ist Chef einer Musikbildungseinrichtung geworden. Weil mich das genau das interessiert. Euer Intendant, Norbert Travöger, hat ein Buch, das habe ich vielfach verschenkt, über das Spiel geschrieben. Was scheinbar Banales. Wo im Grund, im Kern geht, wie wir spielen. Das ist ein super Stichwort. Zu dem Herrn Fehlmann kommen wir vielleicht noch, das haben wir nämlich vorbereitet, aber nicht abgesprochen. Genau, nicht abgesprochen, weil Herr Fehlmann war vor einem Jahr an einer Tagung von uns organisiert zum Thema Transformation. Aber zurück zu Publikationen. Eine Streitschrift für eine bessere Kultur. Das ist eine Publikation von Ihnen aus dem Jahr 2022 mit dem Titel Eroberung des Elfenbeinturms. Und hier sind versammelt 23 Thesen. Ursprünglich waren das fünf. Offenbar wurden sie eingeladen von Mannheim, von einer Zeitung, eine Kulturutopie zu skizzieren und wir haben uns erlaubt, zehn Thesen davon rauszunehmen und präsentieren die kurz und es geht darum, dass Sie einen kurzen Überblick bekommen, was hinter diesen zehn Thesen ist. Herr Burstein, Sie kriegen eine sehr sportliche Aufgabe. Bitte zu jeder These einen Satz formulieren, damit das Publikum in etwa weiß, worum es geht. Weil das Publikum bekommt auch gleich eine Aufgabe, die mein Kollege Georg Niklaus gleich noch schildert. Wer es nicht lesen kann, ich lese vielleicht vor. These 1, echte Teilhabe ermöglichen. Es sagt ganz schlicht und ergreifend, die Emanzipation von Schlagwortstrategien wie Inklusion, Diversität usw. hin zu einem sich ehrlich machenden Begriff, was Teilhabe überhaupt bedeutet in einem konkreten Fall und was es dementsprechend dafür braucht, um genau diese Form von Teilhabe zu ermöglichen. Visionen zulassen? Das kam, ich habe die These einige Male, in meinem Büro sind Leute reingelaufen mit irgendeiner eigenartigen Idee und wo man sich überwinden musste, zuzuhören und wo in diesem Zuhören dann am Ende des Tages so eine tiefe Wahrheit drin gesteckt ist, dass dann wirklich was Neues rausgekommen ist. Agil denken. Boah, das habe ich damals niedergeschrieben, wahrscheinlich bei einem meiner Heimatbesuche in Wien, wo ich mit jemandem wahrscheinlich aus der Kulturpolitik oder Kulturverwaltung zusammengekommen bin. Ich habe erzählt von irgendeinem Modell der Popkulturförderung und man mir gesagt hat, haben wir schon, wurscht, machen wir nicht. Und da habe ich mir gedacht, Mensch, wie schön wäre das, wenn die Leute neugierig wären. Diversität durchsetzen, kürzer bitte. Kürzer, Entschuldigung. Diversität durchsetzen heißt, sie vor allem auch dort durchzusetzen, wo niemand hinschaut, zum Beispiel in der Spitzenkulturverwaltung. Sinnstiftend solidarisch sein. Steht für sich. Breiten- und Exzellenzförderung etablieren, widerspricht sich das nicht? Nö. Ich denke da immer an die, da bin ich mal schon abgewatscht worden in so einer Runde, ich denke da immer an die Sportförderung. Und zwar Breitenförderung heißt in dem Fall, wir schaffen Top-Infrastruktur für beispielsweise Laieninitiativen. Und Exzellenzförderung heißt, wir gehen in die individualisierte personelle Förderung, um dort besondere Leistungen hervorzuheben. Was nicht gehen wird, ist, dass wir einem drittklassigen Fußballverein eine Einlaufprämie geben. Gut, Fußballverein, Stichwort bei diesem. Wo sind wir? Zwischen künstlerischen und kulturpolitischen Entscheidungen differenzieren. Da geben Sie ein Beispiel in Ihrem Buch aus Wien. Welches Beispiel gebe ich da? Von der Kulturstadträtin, die beim steirischen Herbst war. Ja, stimmt. Es ist ein Riesenunterschied. Kulturpolitik ist keine kuratorische Aufgabe, Es ist ein Riesenunterschied. Kulturpolitik ist keine kuratorische Aufgabe, sondern es ist eine Aufgabe, Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Übrigens, die aktuelle Diskussion in Salzburg zeigt auch, wie wichtig die Trennung ist, aber auch dahingehend, dass natürlich eine kulturpolitische Entscheidung nicht gleich eine künstlerische Einmischung ist. Verpflichtung zur Verständlichkeit. Auf allen Ebenen. Sprache. Ich verstehe, also wenn ich in eine Ausstellung gehe, verstehe ich den Kurator-Antext in 90 Prozent der Fälle nicht. Diese Rituale müssen wir aufgeben. Kultur als fünfte Gewalt. Da bin ich Romantiker. Journalismus ist die vierte Gewalt. Ich glaube, Kultur ist die fünfte Gewalt, muss aus solcher eingeführt werden. Hier wird verhandelt, wie wir in Zukunft leben wollen. Spielerisch nämlich. Spielerisch, das ist es nämlich. Genregrenzen überwinden ist unser zehntes Gebot. Spricht für sich. Spricht für sich, da haben wir schon Beispiele gesehen gerade. Jetzt die Aufgabe, willst du das machen? Wir haben hier extra das aufgeschrieben an einer Pinnwand und es gibt ganz viele Stifte. Und wir möchten Sie als Publikum einladen, dass Sie hier nach vorne kommen und Ihre drei Punkte verteilen und zwar dürfen Sie die drei Punkte einfach nur einer These geben oder die verteilen. Was ist für Sie am wichtigsten? Am besten kommen Sie nach vorne, statt dass ich das nochmal vorlese. Hier gibt es ganz viele Stifte, drei Punkte für jede Person. Einfach ein Kreuz machen oder einen Punkt, was Sie wichtig finden. Und wenn Sie nur eine Sache wichtig finden, geben Sie dort drei oder Sie verteilen es. Dann haben wir hinterher ein bisschen einen Einblick in Ihr Voting, wie man auf Neudeutsch sagt. Und natürlich gehen wir dann anschließend auf Ihre Best-ofs ein. Das ist jetzt staged Podiumsdiskussion. Inszeniertes Konzert sozusagen. Bitte sehr. Kommen Sie nach vorne und machen Sie Ihre Punkte oder Kreuze, wie Sie mögen. Thank you. Amen. Ja. Vielen Dank. © BF-WATCH TV 2021 I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. I. 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Visionen zulassen gewählt, weil Visionen für mich auch Träumen bedeutet. Und wenn man träumt, dann entstehen schöne Dinge. Agil denken, weil Denken ist gut und Agil denken noch viel besser. Und hinterfragen sollte man, um überhaupt Entscheidungen treffen zu können. Und für mich ist das dritte Genre Grenzen überwinden, weil voneinander lernen eines der wichtigsten Dinge ist, die ich glaube, dass wir tun können als Menschen, als KünstlerInnen und weil ich tatsächlich auch glaube, dass es viele andere Probleme schon mal löst. Danke sehr. Das Genre ist interessant, weil das ist jetzt hier nicht so stark, aber vielleicht ist es auch eine besondere Situation von Musikerinnen und Musikern, dass wir sehr in Genres gefangen sind. Vielleicht mehr als bei anderen Künsten, mit aller Vorsicht gesagt. Bitte, Irina. Ja, was sagen Sie zum Ergebnis? Vielleicht können Sie ja die Top-Themen noch kommentieren. Und vor allem auch, welche Rolle würde da die Musik spielen aus Ihrer Perspektive, vielleicht auch von außen in Bezug jetzt auf unsere drei Highlights? Kunst- und Kulturgattung spielt immer und überall in diesen Themen eine besondere Rolle. Ich möchte es aber an einem Beispiel festmachen, damit es jetzt nicht zu akademisch wird. Ich habe in einem meiner Kulturzentren, die ich geleitet habe, die sogenannten Grabbelkonzerte gemacht. Das ist jetzt nicht das Rad, glaube ich, ich erzähle Ihnen jetzt und glaube, ich habe jetzt das Rad Rad neu erfunden, nicht das jetzt glaube ich erzählen jetzt und glaube ich habe jetzt das Rad damit neu erfunden, sondern ich will Ihnen anhand des Beispiels nur ein paar Dinge erzählen. auf einer mit Teppichböen ausgelegten Landschaft in einem Konzertsaal. Die Anordnung war anders oder nicht in einer üblichen Kammermusik oder sonstigen Logik. Die Kinder konnten frei sich bewegen und die Instrumente anfassen. Plus es gab gewisse dramaturgische Elemente, die jetzt nicht konzertant im klassischen Sinn waren und ein sehr genreübergreifendes, ein sehr breites Portfolio mit auch überraschenden Dingen. Und Sie lernen an nur einem so einem Format wahnsinnig viel an all diesen Punkten. Erstens, dass nämlich Vermittlung, Verständlichkeit, dass das schon funktioniert, schlicht und ergreifend. Wenn wir nicht versuchen, permanent hyperkomplex dieses Vermittlungsthema zu denken, sondern uns wieder auf diese basalen Themen zurückfokussieren, auch in der Form darüber nachdenken. Es zeigt auch die Schwierigkeiten. Es war nicht leicht, immer Musiker zu finden, die das gerne gemacht haben, diese Konzerte. gegen gewisser Vorgaben dreimal am Tag spielen, weil eine enorm hohe Nachfrage. Man konnte aber das Ensemble nicht auswechseln, weil man musste das einstudieren und so weiter und so fort. Und sie kommen dann an genau solche Fragen, wollen die das? Und die, die es gewollt haben, da war das völlig problemlos und verspielt lustbetont. völlig problemlos und verspielt Lust betont. Und die, die es nicht gewollt haben, haben einen Weg gefunden, sich aus kollektivvertraglichen Gründen davon da auszukoppeln. Und so finden sie Kultur als fünfte Gewalt. Da bin ich auch kritisiert, weil ich den Begriff der Gewalt da drinnen sehe. Nur, das ist auch eine unglaublich naive Form der Kunst- und Kulturwelt, Stichwort Kulturpolitik, dass wir uns zum Beispiel entkoppelt haben von einem Machtbegriff. verlogen, weil kaum wo anders spielt Macht so eine große Rolle wie in diesem streng hierarchisch strukturierten Kunst- und Kulturbetrieb. Und zweitens, wenn wir es nicht schaffen, in unseren Anliegen und Forderungen zu verstehen, wie wir das so in einer machtpolitischen Logik in den Diskurs einbringen, wie das andere Bereiche tun, wie zum Beispiel die Wirtschaftspolitik, dann werden all diese Themen nur lustige Nischenthemen sein, von denen die Leute nach wie vor behaupten, damit gewinnt man keine Wahlen. Wir wissen aber, das stimmt nicht. Mir hat kürzlich der Peter H. ein sehr bekannter Meinungsforscher gesagt, vor der Politik kommt der Kulturkampf. Das ist aus seiner Sicht ein Faktum. Und wir sind mit all diesen Dingen Teil dieses Kulturkampfes. Und wenn wir nicht verstehen, wie diese machtpolitischen Konstellationen funktionieren und uns da engagiert und selbstbewusst einbringen, dann werden andere die Deutungshoheit über dieses Thema gewinnen. Und dann wird es gefährlich. Das ist ja auch überraschend. Manchmal überrascht mich, wie wichtig die Deutungshoheit über die Kultur für manche Politiker ist auf allen Ebenen. Man denkt sich, mein Gott, hast du nicht was anderes zu tun, als dich jetzt um irgendein Konzertprogramm zu kümmern oder die Besetzung von Positionen. Aber nein, das sind oft Leute, die sehr genau wissen, dass auf der Ebene der Kultur sehr viel Politik schon gemacht wird oder ein Vorspiel, wie Sie gesagt haben, und versuchen, da einzugreifen. Ich würde gern, wenn ich darf, bei der Verständlichkeit einhaken. Das ist etwas, womit ich selber viel zu tun habe. Mir ist das sehr sympathisch. Ich hätte da, glaube ich, auch ein Kreuz gemacht. Aber Verständlichkeit, als ich studiert habe, also vor 100 Jahren ungefähr, da war der Begriff Verständlichkeit im Zusammenhang mit zeitgenössischer Musik ein rotes Tuch geradezu. Weil es natürlich das Argument der bürgerlichen Gesellschaft war, gegen Innovationen, das sei unverständlich. Und zwar machtpolitisch wurde dieses Verständlichkeitsargument genutzt. Jetzt drehen Sie es auf den Kopf und fordern das. Ich fordere es auch. Mir ist das sehr sympathisch. Aber es ist gefährlich. Finden Sie nicht? Nein. Sie können ja ausgrenzen, indem ich sage, es ist nicht verständlich. Bitte. Geh nach Hause. Nein, da geht es um eine Haltung. Und die Haltung sagt nichts anderes. Und darüber rede ich mit Verständlichkeit. Gehe ich von der Grundannahme aus, dass ich mit dem, was ich tue, andere erreichen will? Wenn ich nicht von dieser Grundvoraussetzung ausgehe, ist das im Übrigen auch legitim. Dann ist es aber ein Privatissimum oder ich muss es sagen. Und dieses sich ehrlich machen, das halte ich für den entscheidenden Punkt. Wir haben das auch mit der Generationenfrage, gerade in der Musik. Da läuft vieles auf einen Generationenkampf hinaus. läuft vieles auf einen Generationenkampf hinaus. Man möchte sich erneuern und dann sagen die, die Abonnements haben und damit auch die Kunst- und Kultureinrichtungen durchtragen, sagen, Entschuldigung, muss ich mich jetzt marginalisieren? Ich gehe da hin und darf mir dafür sagen lassen, ich bin ein Publikum, das es quasi zu überwinden gibt. Entschuldigung. Darf ich da ganz kurz einhaken, weil das ist, finde ich, ein sehr spannendes Thema. Also erstens mal, ich kenne das Kämpfen und das Scheitern auch sehr, sehr gut. Ich muss sagen, dass man dieser extreme Vorteil, wo ich oft sage, es ist, das passt auch zu dem Spielbegriff, es ist wie ein Spielplatz in Wien, Veränderungen zu machen, weil es macht irgendwie eh niemand und man muss kleine Dinge nur machen, dann fällt man schon extrem auf. Gleichzeitig ist es wirklich unglaublich konservativ im Vergleich zu anderen Städten, wenn man jetzt, also selbst wenn man nach Deutschland schaut, von dem, was meine Erfahrungen sind, aber auch jetzt, keine Ahnung, zum Beispiel in England, in Norwegen, finde ich, schaut von dem, was meine Erfahrungen sind, aber auch jetzt, keine Ahnung, zum Beispiel in England, in Norwegen, selbst Amerika, die Einstellung zu dem, wie wir Kultur machen und was klassische Musik bedeutet, habe ich das Gefühl, ist in Wien meiner Erfahrung nach wirklich sehr, sehr eng und umso mehr kann man machen, was ja dann wiederum spannend ist und eben auch ganz viel diese Frage gestellt, so welches Publikum will ich jetzt erreichen mit diesen neuen Dingen? Weil die Leute, die in den Musikverein gehen, im Goldenen Saal, ja aber haben seit Jahren, ich glaube nicht, dass die mich auf der Bühne hören wollen. Ich glaube, die wollen das ganz genauso machen, wie sie es halt immer gemacht haben. Bringt es jetzt was, sozusagen mir diese Zielgruppe versuchen, also die Zielgruppe abzuwerben, indem ich was mache und sie sozusagen verändere? Oder bringt es vielleicht mehr, mir ein neues Publikum zu holen, weil auch wenn wir von Generationen reden, in klassischen Konzerten sind sehr, sehr häufig alte Menschen und ich finde, das ist absolut gerechtfertigt. Ich freue mich für die, wenn die im Konzert sind und ich freue mich auch für die, die auf der Bühne sind und gern für dieses Publikum spielen. Ich denke mir gleichzeitig was mit den Menschen, die so alt sind wie wir vielleicht, die zwischen 20 und 40, keine Ahnung, eigentlich jeden Alters, die vielleicht klassische Musik noch nicht kennen, in ein Konzert deshalb nicht gehen, weil sie die Regeln nicht kennen, weil sie die Musik nicht kennen, weil sie die Kompositionen nicht kennen, weil sie danach nicht wissen, ob es jetzt eigentlich gut war oder nicht und dann sagt man vielleicht, das hat einem gefallen und dann sagt der daneben, ja, aber das war nicht. Und dann sagt man vielleicht, das hat einem gefallen. Und dann sagt der Daneben, ja, aber das war ja total... Und dann ist man gleich... Das hat dieses Elitäre, wo ich glaube, dass es extrem viele Menschen in der Gesellschaft gibt, die man mit einem ganz anderen Zugang, aber dasselbe Musik total abholen kann. Und das ist für mich dann wieder etwas Positives oder Hoffnungsvolleres, viel mehr als zu versuchen, die, die es gern so machen, wie sie es immer machen, zu verändern. Musik als fünfte Gewalt oder Sie haben auch gesagt, als Spielraum, als was wäre wenn, also dass man ausprobieren kann, Visionen auch testen kann, vielleicht Labore und Sie haben am Beispiel von einem Krabbelkonzert auch andere Aspekte erwähnt, was mit der Vermittlung zu tun hat und tatsächlich ist das auch meine Erfahrung, dass in der Vermittlung oft diese Räume, diese Spielräume, diese Experimentierräume gegeben sind. Sophie Trobos, Sie haben auch Ihr Ensemble aus einer Krise eigentlich entwickelt, wollten vielleicht auch gerade da, wo es nicht möglich war, publikumsorientiert, gesellschaftsorientiert mit der Gesellschaft, mit Personen und Menschen über die Musik in Kontakt kommen. Was bedeutet das für die Ausbildung in Zukunft? Was würden Sie sich wünschen? wünschen? Oh, ich würde mir sehr viel wünschen. Ich glaube, das Erste, was man verstehen muss, ist, dass wir im Instrumentalstudium ein Handwerk lernen, wie man ein Instrument spielt und dass man dann aber frei ist, damit zu tun, was man tun will und dass es nicht nur einen Weg gibt. In der klassischen Instrumentalausbildung kriegt man wirklich vermittelt und das traue ich mir jetzt so zu sagen und glaube, dass ganz viele klassische Musikstudierende mir da zustimmen, wenn man kriegt vermittelt, es gibt einen Weg, das ist der, dann hat man es geschafft und alles andere ist das, was halt irgendwie auch geht. Mir passiert es ganz oft, dass mir Leute fragen, was ich mache, in welchem Orchester ich spiele. Ich sage, ich bin selbstständig und dann kommt die Frage, ah, willst du das? Also freiwillig quasi. Ja, freiwillig, weil also ich verstehe es auch. Ich habe selber jahrelang im Studium gedacht, ja, wenn das das ist, was ich will, dann heißt das ja nur, dass ich mir nicht hintraue zu irgendeinem Probespiel oder dass ich ja eigentlich glaube, dass ich nicht gut genug bin oder sowas. Also ich glaube, da fängt es mal an, dass man verstehen muss, dass es nicht so abstrakt ist. Wir lernen ein Instrument zu spielen und wir können dann frei entscheiden, was wir damit tun. Ich glaube, was auch extrem wichtig ist, ist rauszukommen aus dem Reproduzieren. Ich finde, das sollte gelehrt werden. Es geht nicht darum, also besonders in Zeiten, wo wir so viel mit KI und Technik konfrontiert sind, glaube ich, dass wir eine extreme Chance haben als Musiker und generell in der klassischen Konzertszene, wo wir akustisch in kleinen Räumen Leute einfach versammeln, die zuhören in dem Moment, wo wir da sind. Das ist eine extreme Chance. Und die Musik, die ich auf der Bühne mache, die mache ich als Mensch. Da darf ich immer was reingeben, als Mensch in das, was ich mache. Wir müssen loskommen von dieser Ängste, Dinge falsch zu machen, weil sie anders sind wie immer schon oder eben dieses Maschinelle, ich mache es perfekt, weil perfekt kann bald wahrscheinlich auch die Maschine und das Menschliche ist, dass das was zählt und ich glaube, ja und vielleicht ist das da fast ein bisschen zusammen. Für mehr Menschlichkeit, Musik ist kein Leistungssport. Musik ist schon was, wo wir Emotionen zeigen, wo wir uns persönlich zeigen und wo Menschen etwas Persönliches empfinden, wenn sie da sind. Und vielleicht kann es gerade auch in Bezug auf KI so sein, dass KI basiert ja auf Statistik und auf quasi einen Durchschnitt dann auch, dass gerade deshalb es umso wichtiger ist, dass in Live-Konzerten etwas Besonderes auch gewagt wird, diese Spielräume ausgenutzt werden, Experimentierräume und das Persönliche, also das Physische, die Begegnung, also dass diese Beziehungen eigentlich noch mehr gefördert werden. Und das ist etwas, was auch wir in unserem Studium in der Musikvermittlung ganz dick auf unsere Fahnen schreiben und wir versuchen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, auch mit Ars Electronica, weil ich denke durchaus, dass auch die Digitalität eine Riesenchance ist, um auch mit künstlerischen Mitteln in Musikbeziehungen zu gehen mit dem Publikum, gleichzeitig aber auch kuratieren und performatives, dann haben wir auch einen Schwerpunkt, da geht es eher um Kommunikation und Partizipation, also auch Community Music. viele verschiedene Bereiche, die dieses Feld umfassen. Und unsere Studierenden sind auch sehr unterschiedlich. Und das ist auch etwas, was ich denke, was zukunftsfähig macht, dass wir voneinander lernen in der Vielfalt. Und in diesem Sinne möchte ich jetzt Sie als Publikum einladen, dass wir auch Ihre Fragen mit einbeziehen. Ja, Zukunftsmusik, wie, wo, wer spielt Musik? Vielleicht möchten Sie Bezug nehmen auf etwas, was wir schon besprochen haben. Vielleicht möchten Sie aber auch noch mal ein neues Thema einbringen, bitte. Wir haben einen ganz tollen Würfel, ein Würfelmikrofon. Ein Mikrowürfel, genau. Sie dürfen ein bisschen spielen auch. Das Thema ist ein paar Mal gekommen. Nämlich diesen Würfel fangen. Sie dürfen nur reden, wenn Sie den fangen. Wenn Sie den nicht fangen, wird es schwierig. Nein, Sie werden ihn fangen und dann bitte in den Würfel hineinsprechen. Da ist ein Mikro drin. Wer möchte beginnen? Wir fangen. Wer möchte beginnen? Ich habe natürlich wahnsinnig viel Resonanz auf vieles. Und ich habe einen Satz stehen, den Sophie Trobo sagt, die Angst, Fehler zu machen. Den habe ich mir ziemlich am Anfang schon aufgeschrieben, ich glaube, das ist eine bestimmende Sache, gerade im klassischen Bereich, wir haben immer wahnsinnig Angst, Fehler zu machen, die auf der Bühne, dass sozusagen keine falschen Töne spielen, ich überspitze jetzt die Institutionen, dass wir irgendwas nicht falsch machen, weil das ist ja alles irgendwie ritualisiert und da meine ich nicht nur den Konzertablauf, sondern wie komme ich zu meinen Karten, wie läuft das Ganze, ist alles ganz, ganz stark ritualisiert und da bin ich jetzt gar nicht beim Künstlerischen, sozusagen, wir sind ja gerade in einem Prozess und haben sozusagen die, und dann ist die Frage, wenn ich das sage, müssen wir nicht permanent auch als Institution, das ist natürlich mein Blick, überhaupt im Prozess sein oder das auch wieder lernen, im Prozess zu sein und einfach verdammt nochmal fragen, warum machen wir denn das Ganze? Also diese Warum-Frage. Und ich kann da einfach allein sozusagen die Absicht, dass ich gesagt habe, wir kommunizieren im November, das große Abo, einer ist ja im Betrieb, hat einfach große Diskussionen ausgelöst. Das tut man einfach nicht als Konzertinstitutionen, weil die Saison wird immer im Frühjahr vorgestellt. Also das ist ein marginales Thema, da sind wir doch gar nicht auf der Bühne. Und ich denke, warum sollen wir das nicht tun? Wir sind ja fertig. Wir können das erzählen. Also nur um ein Beispiel auch. Und ich komme immer wieder auf das, und da spreche ich jetzt einfach aus der Institution, es gibt Regeln, bitte, danke, guten Morgen, guten Abend und manchmal Tür aufhalten. Nämlich, das klingt jetzt ein bisschen komisch, warum wir das jetzt ins Spiel bringen, welche Atmosphäre herrscht dort prinzipiell im Umgang? Und das ist alles sehr, da könnte man zu jedem Ding sozusagen, ich bin da jetzt ein bisschen fast plakativ, aber die Frage, warum wir das tun, sollten wir uns eigentlich stellen und da wünsche ich uns irgendwie auch eine Dauerkrise in unserem Bereich. Nämlich nicht aufzuhören, die Frage zu stellen. Im Sinne dem, was du gesagt hast, Fabian, mit vielen Visionen zulassen, mir hat das sehr gut gefallen. Ich würde mir die Ideen ernst nehmen. Das gefällt mir nämlich noch besser als Visionen. Das Fremde hereinlassen, das sozusagen vielleicht auch überhaupt nicht, mit dem man eigentlich nichts anfangen kann, weil es gehört nicht daher. Bevor ich mich jetzt länger noch verstolper, aber ich glaube, diese Warum-Frage muss schon radikal sein und wir dürfen, glaube ich, auch nicht naiv sein, was die Politik betrifft. Jeder kleine Seilbahnbetreiber hat eine größere und effizientere Lobby in der Politik als wir in der Kultur. Das muss man einfach auch ganz nüchtern und das hat die Pandemie gezeigt, dass wir das verdampfen. Das ist auch unsere Verantwortung, dass man vieles zu organisieren bewegt, aber wir sind längst noch nicht dort, dass wir einfach von dem Weg kommen, vom Ornament und von der Lebensverzierung und sonst irgendwas, was ganz schön ist, wenn ich oft nach dem Konzert habe. Sondern einfach diese Rolle und Bedeutung auch zu formulieren und auszudrücken und in den Ohren zu liegen und eine Erdringlichkeit zu erzeugen, weil das ist letztlich das, wie wir unsere Gesellschaft in Zukunft auch verhandeln. Immer schon. Und das Bewusstsein müssen wir auch irgendwie steigern. Ich habe jetzt da sozusagen einen assoziativen Rundschlager, weil ich gar nicht irgendwie, da könnte noch vieles resonieren, aber diese Warum-Frage und diese verdammte Angst, Fehler zu machen, auf allen Ebenenen wir konzerte auf angeboten das ist schon sehr bestimmt perfektion was uns sehr bestimmt aber es geht doch um präsenz und energie das ist doch sehr entscheidende und atmosphäre und dann natürlich allen nach allen regeln der kunst wie kommunizieren wir, werden wir auch schreiben, und dann mache ich Schluss, Konzert für alle. Dann müssen wir ja eigentlich, wenn wir genau zuhören, schon die Krise kriegen, weil wir draufkommen, das ist vielleicht nur für 8 bis 10 Prozent, und dann vergessen wir den allein. Vielen Dank. Ich frage mich manchmal, vor wem wir Angst haben. Also ich habe die Angst auch absolut davor, Fehler zu machen und ich muss mich aktiv dazu bringen, was zu riskieren und dann geht es meistens tatsächlich besser, als wenn man es nicht getan hat. Ich kenne auch diese Angst und ich weiß, dass meine MitkollegInnen diese Angst kennen. Und es ist spannend, das zu hören, dass das auch jetzt von Perspektive einer Institution diese gleichen Gedanken sind. Und ich frage mich das wirklich in der klassischen Musikszene, vor wem haben wir Angst? Weil eigentlich ist das alles nicht so wichtig. Ja, vielleicht wirklich. Ich frage es mich wirklich. Meine Eltern sind beide Ärzte und ich führe dann manchmal dieses Gespräch am Tisch, wenn ich nervös bin davor, einen Fehler zu machen. Dann sagt mein Papa unglaublich plakativ, ja, bei dir passiert ja nichts und wenn ich einen Fehler mache, dann stirbt wer. Und ich sage, ja, stimmt, die Angst ist echt. Das habe ich auch mal gelesen, die Angst, die ein Mensch hat, ist immer die gleiche Angst. Es ist wurscht, wovor man Angst hat. Aber der Grund dafür ist ein bisschen blöd. Muss ich mir selber immer wieder sagen und hilft mir immer wieder, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen, wo ich was riskieren muss. Ja, das einfach zu riskieren. Das Warum, das ist die Existenz. Das ist eine wichtige Frage. Das ist eine Frage, wo wir uns auch selbst als Kunst- und Kulturblase selbst hart ins Gericht gehen müssen. Weil wir über die letzten Jahrzehnte, vielleicht sogar länger, uns dieser Frage virtuos entzogen haben mit dem Dogma Kunst muss gar nichts. Jetzt kommt dann dieses Kunst ist nicht Kultur und so weiter und so fort. Aber auch diese Debatte ist im Übrigen ein Zeitschinden um den eigentlichen Kern herum. Nämlich da hat sich dann schon irgendwann mal keiner mehr getraut, das Warum zu fragen, weil er dann ein Kunst- und kulturfeindlicher Bananse war. Dabei müssten wir alle viel stärker in die Kulturausschüsse reinschauen und fordern das permanente Warum, damit wir jedes Mal aufs Neue erklären müssen, müssen nämlich nicht können, sondern müssen warum. Es gibt nämlich sowohl irrationale als auch rationale Gründe. Die Frage ist manchmal wie ein Sakrileg, dann wenn man vorher etwas heilig spricht, dann ist die Frage des Warum schwierig, die will man nicht stellen. Und wir haben lange Zeit, was auch seinen positiven Effekt hatte, Kultur in Teilen heilig gesprochen. Die muss sein, also vor allem Musik, ganz stark. Deswegen gibt es diese Rituale, diese vielen. dass sie nicht immer heilig bleiben und die Heiligen wechseln und treten ab und neue kommen. Und die Alternative ist dann zum Beispiel, diesen diskursiven Zugang zu probieren und Forum zu fragen und auch die Frage wozu und die Frage nach der politischen Relevanz. Da würde ich dann gleich noch was zum Thema Politik noch mal fragen Sie, aber ich will noch mal an Sie... Darf ich nur kurz zu den Ritualen? Weil das auch immer kommt, ich finde Rituale nicht schlecht, ich finde sie auch wichtig. Nur wir müssen sie hinterfragen, ob sie sozusagen erstarrt sind. Weil ich lese dann immer Hans Lick, der große Bruckner-Feind, der 1880 in London ist und sich aufregt über das eiskalte Londoner Publikum, weil die bei der Kammermusik oben die nicht mitsingen und zwischendurch applaudieren. Dann tut es halt. Da kommt die Klassik-Polizei. Ich will ja nicht in meiner Ruhe gestört werden und sagen, dann werden wir bald zu zweit oder zu dritt drin sitzen. Rituale sind gut, nur sozusagen zu hinterfragen und auf den Kopf zu stellen, ich glaube, das ist das Elementare. Hier ist eine Frage. Oh Gott. Ist der gleich der Biber kaputt? Genau. Ja. Ich wollte fragen, wegen diesem Begriff der Heiligkeit oder generell auch ein bisschen des Verrums. Du hast es ja vorhin ein bisschen angesprochen mit künstlicher Intelligenz, mit diesen ganzen künstlich erzeugten Liedern, Kompositionen, Musik, auch Instrumenten. Sie haben vorher gesagt, dass man Handwerk lernt auf irgendeine Art. Jetzt kommt aber genau eine neue Generation von Studierenden, die im Endeffekt stetig das Problem haben, dass sie das perfekte Handwerk schon vorgelegt kriegt haben und eigentlich ohne irgendwas zu meistern schon sehr viel schaffen können. Wie gehen Sie jetzt damit eigentlich um, so als eigentlich Kunstschaffende, aber nicht nur jetzt künstlerisch, sondern auch eigentlich wirtschaftlich interessierte Kunstschaffende, dass jetzt Leute nachkommen, die das alles grundlegend anders sehen teilweise. Ich finde es super. Also ich finde es spannend. Ich rede gerne mit den Leuten. Ich glaube, dass wir unterschiedliche Probleme zu bewältigen haben, wenn man an unterschiedlichen Phasen im Leben ist. Ich glaube nicht, dass das, also ich würde mich davon nicht eingeschüchtert fühlen, im Sinne von, ich glaube, dass mein Platz schon woanders ist und ich glaube, dass das, was ich zu sagen habe, nur das ist, was ich sagen kann. Dieses sich da selber auch sehr ernst nehmen oder sich trauen, individuell zu sein, ist, glaube ich, sehr wichtig. Das machen in der neuen Generation jetzt einfach schon mehr Leute, während sie in unserer Sicht noch nicht so viel trauen. Wobei ich die Erfahrung mache, je mehr man es macht, desto mehr findet man, die es eh auch machen wollen und die auch schon irgendwie da sind. Und im Endeffekt geht es ja darum, wenn man sagt, man will etwas prägen, dass wirklich eine echte Veränderung passiert und das ist, glaube ich, eine totale Chance. Wenn man mehr schaffen kann, mit einem ähnlichen Investment an Zeit zu schlagen. Ja, und je mehr Menschen man ist, ich finde es ja immer total spannend, Netzwerke zu verbinden. Das ist auch spannend übrigens, an Genre übergreifend zu denken, Musik nicht in Schubladen zu tun. Publikum, das in Konzerte geht, geht aus den unterschiedlichsten Gründen in einem Konzert. Manche gehen wegen dem Programm, manche gehen wegen der Person, die auf der Bühne ist, manche gehen wegen ihrem Haus, wegen ihrem Ort, wegen dem Ritual, das sie mit irgendwem gemeinsam machen, weil sie ja Abo haben, wie auch immer. Und wenn man sich zusammenschließt mit anderen und gemeinsame Sachen macht, dann bereichert man sich immer gegenseitig. Dann kommen die vielleicht beim nächsten Mal dann auch, wenn ich was allein mache. Oder man kommt irgendwie in Austausch. Also ich glaube, auf Dauer ist das nur positiv, wenn so viel wie möglich Leute mit Offenheit Visionen teilen. wie möglich Leute mit Offenheit Visionen teilen. Wir hatten hier ja auch schon Ali Nikrang hier im Kepler-Salon, der im Future Lab von Ars Electronica Center und an der Hochschule für Musik und Theater München forscht und arbeitet zu KI und Musik und ein eigenes Programm entwickelt hat und zusammenarbeitet auch mit Hanni Liang, einer Pianistin, die dann eben auch KI-Werke als Pianistin damit auftritt. Also ich denke, der Austausch ist auch ganz, ganz wichtig, dass man da offen ist und auch da wieder voneinander lernt. Gibt es noch Fragen von Ihnen? Ja, bitte. Ich hatte in meiner Biografie mal die Entscheidung, in den professionell-musikalischen Bereich zu gehen. Habe mich dagegen entschieden und bin sehr froh, gerade in der Diskussion heute, weil ich aus dem Amateurbereich komme, also dort fühle ich mich zu Hause, ich bin im Blasorchesterbereich und Choreo-Grenzen überwinden ist für uns gang und gäbe. Also wir spielen alles, legt uns irgendwas vor, wir spielen von A bis Z quasi alles. Deswegen hat es mich sehr beruhigt. Aber die Angst, Fehler zu machen, ist auch dort zu Hause. Und das ist, glaube ich, eine Grundhaltung, die wir auch in Unternehmen sehen. Fehlerkultur kann irgendwie niemand. Jeder schreibt es sich irgendwo drauf, aber wir sprechen nicht wirklich darüber. Und was mir dann auch noch aufgefallen ist, wir sind alle sehr gut im Wegschauen, dort, wo es unangenehm wird. Und da bin ich jetzt auch wieder sehr im Blasorchester-Bereich, weil mir da sehr, sehr viel auffällt, dass man ganz viel wegschaut aus der Historie, nichts mehr weiter erzählt, woher das Ganze eigentlich kommt. Und das frage ich mich, wie man das bei einem großen Festival oder in Institutionen und so weiter, wie geht man das an, dass man mal bewusst hinschaut, dorthin, wo es unangenehm ist, dorthin, wo die Leute sich sträuben, wenn man anfängt, etwas zu hinterfragen. Wie bleibt man da dran, wenn man jetzt nicht nur die Angst vorm Scheitern hat, sondern eben tatsächlich an Grenzen stoßt. Darf ich das? Ich liebe ja ein Beispiel, um es jetzt nicht so abstrakt. Ich kann Ihnen sagen, dass aus so einer Frage heraus habe ich der Untertitel von dem Buch was wir brauchen, um in Zeiten von Shitstorms, Krisen und Skandalen zu bestehen. Ich bin im Jahr 23 in einen Megashitstorm geraten, weil ich vor genau der Herausforderung gestanden bin. Ich hatte eine Seniorinnen-Tanz- Truppe in einer kleinen Soziokulturschiene, wo auch eine Jury da war und so weiter. Sie machen ein Seniorinnen-Ballett. Und kurz, das war knapp vor der Eröffnung, Sie müssen sich das so vorstellen, da hat der Bundes, Frank-Walter Steinmeier, wir hatten das Halfer Symphony Orchestra da mit einer Auftragsproduktion, also eine sehr große Produktion mit Live-Übertragung, SWR und so weiter und so fort. Und eine Mitarbeiterin kommt zu mir und sagt, Fabian, ich habe ein schlechtes Gefühl, weil die haben gesagt, sie machen eine tänzerische Weltreise. Und irgendwie, ich habe ein schlechtes Gefühl. Und ich habe gesagt, lass dir doch einmal einfach ihre Requisiten zeigen. lasst ihr doch einmal einfach ihre Requisiten zeigen. Und dann hat sich herausgestellt, wirklich ganz wilde, klischeehafte Kostüme quer durch den Globus. Und sie stehen dann vor komplexen und banalen Fragen. Der banalen Frage, macht man den Leuten das jetzt kaputt? Diesen älteren Damen, die das gerne haben. Würde ich jetzt sagen, nein. Warum? So, und dann kommen aber andere Dinge, nämlich, dass ein paar Facetten davon so unglaublich despektierlich sind in dem Kanon, in dem wir uns heute einfach mit unserer Aufgeklärtheit, mit unseren Nachfragen schon befinden. Da geht es gar nicht darum, wo wir waren vor 20 Jahren, sondern wo wir jetzt halt einfach sind. Dass man sagt, das geht eigentlich nicht. Und sie sind in einer dritten Ecke, nämlich in der Diplomatie. Nämlich, was passiert? Wir hatten viele Diplomaten da, das war so Eröffnungswochenende. Was passiert, wenn einer draufhält, das geht um die Welt und das ist das Bild, das die Leute von uns haben, so sehen wir andere Kulturen. Das ist das ganze Spektrum. Und was sie beschreiben, ist, sie können diesen Diskursraum im Moment noch nicht vernünftig beackern. Also in meinem Fall, ich war dann auf der, also das Thema, Diskursraum im Moment noch nicht vernünftig beackern. Also in meinem Fall, ich war dann auf der also das Thema, nicht ich, sondern das Thema war auf der Titelseite der Bild-Zeitung und das bedeutet in Wahrheit, das wusste ich vorher auch nicht, dass sie mit hunderten, tausenden Hassnachrichten zugeschüttet werden. Machen sie den ganzen Tag nichts mehr anderes außer aufmachen und so weiter und so fort. Und die Frage, wie gehen wir mit solchen Dingen um? Wie wägen wir ab? Was sind jetzt genau die Leitlinien, nach denen wir agieren? Wo hätte ich, Stichwort Fehler, wo hätte ich besser zum Beispiel mit den Damen kommunizieren können? Ist ja auch immer eine Frage. Was hätte man eigentlich von Anfang an einkassieren können an Negativdebatte, wenn ich den richtigen Ton an der kleinen Stelle erwischt hätte, um eine Metapher aus euren Ängsten aufzugreifen. um eine Metapher aus euren Ängsten aufzugreifen. Und am Ende bleibt nur, und das ist auch die Ausbildungsfrage, wir müssen sicher eine Generation ausbilden und sensibilisieren, dahingehend, dass sie das wird aushalten müssen eine Zeit lang. Das ist sehr traurig, aber es gibt Instrumente, wie man das aushalten müssen eine Zeit lang. Das ist sehr traurig, dass man das, aber es gibt Instrumente, wie man das aushalten lernt. Da gibt es Leute, mittlerweile die Kulturbotschaft in Berlin, die lernen Menschen, wie sie diese Situation aushalten, denn sie haben es tatsächlich mit Leuten zu tun, die tragen sich mit Selbstmordgedanken für einen Moment, weil sie in dieses Diskursfeld sanft vorgegangen sind. Und ich glaube, das meine ich mit pragmatischer Zugang. Wir können das hundertmal diskutieren, ob ich das jetzt richtig gemacht habe oder falsch, ob die recht gehabt haben oder nicht. Wir haben da alle unsere nuancierten Standpunkte. Worauf wir es hinunterbrechen können ist, wir können alle in diese Situation kommen, wir haben ganz offensichtlich noch nicht die Instrumente, sie zu bewältigen, also müssen wir lernen, es auszuhalten. Danke. Es aushalten und es verstehen. Ich glaube, das wäre auch etwas, was wir im Studium versuchen, dass wir solche kulturpolitischen, prekären Situationen versuchen zu verstehen, um uns davor dann nicht so leicht oft, von der Musik weit weg. Also ich muss dann auch Studierende der Musik bitten, kulturpolitische Texte zu lesen. Das machen die nicht so gerne und wissen oft auch nicht, dass es viel mit ihrem Job zu tun hat, mit dem Publikum, für das sie spielen, mit dem Ort, an dem sie spielen und so weiter und so fort. Mit der Botschaft, die sie, ob sie wollen oder nicht vermitteln, große europäische Kultur, Hochkultur und so weiter und so fort, mit der Botschaft, die sie, ob sie wollen oder nicht, vermitteln, was weiß ich, große europäische Kultur, Hochkultur und so weiter. Und das wäre ein Plädoyer für das Studieren, für das Ausbilden auch noch, also es zu verstehen. Und ich denke, es ist auch ein Beispiel, wie politisch Kultur ist. Wir greifen nicht nur, sondern es ist auch ein Beispiel, wie politisch Kultur ist. Wir greifen auch, greifen nicht nur, sondern es ist ein wesentlicher Teil auch von unserem Studium, dass wir diskriminierungskritische Positionen auch thematisieren, damit man auch eine Sensibilität hat für solche Situationen und auch Wörter kennenlernt und das auch besprechen kann, wie man solche Situationen begegnet. noch mal so viel drobaus fragen. Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen. Wie reagiert das Publikum eigentlich? Was für Erfahrungen haben Sie? Und was für Visionen, wie das Publikum von morgen reagieren wird? Wir bekommen sehr positives Feedback. Ich glaube aber, dass wir uns schon auch zum großen Teil an Orten und auf Bühnen bewegen, wo das Publikum schon so ein bisschen so hinkommt mit Offenheit. Vorsortiert ist, jalikum schon so ein bisschen so hinkommt mit Offenheit. Vor sortiertes, ja? Ja, so ein bisschen. Ich glaube, dass wenn man die musikalische Qualität bringt, also man muss die musikalische Qualität bringen und die Leute müssen ein bisschen offen sein, dann funktioniert das alles. Wenn jetzt jemand überhaupt nicht offen ist, dann ist es wurscht, wie gut wir spielen, die werden das schon nicht mögen, dass man oben steht und anders ausschaut. Wenn wir nicht gut spielen, dann ist es wurscht, wie gern die Leute uns haben, dann ist es wurscht, wie gut wir spielen. Die werden das schon nicht mögen, dass man oben steht und anders ausschaut. Wenn wir nicht gut spielen, ist es wurscht, wie gern die Leute uns haben. Das passt einfach auch nicht. Also die Qualität muss passen, das ist ganz klar. Ist aber für uns auch wirklich der erste Anspruch immer. Und sorgt da manchmal für Diskussion, wenn wir im Kollektiv versuchen zu entscheiden, wie weit gehen wir, wie weit probieren wir Dinge aus, wie kurzfristig nehmen wir ein Projekt an mit extrem wenig Probenzeit, weil das Geld nicht da ist, weil wir wollen für Fair Pay stehen und dann gleichzeitig, also solche Entscheidungen muss man dann immer wieder treffen. Aber ich glaube, dass das Publikum von morgen neue Dinge sehen will und ich glaube eigentlich, dass man das, wie es immer war, auch schon oft genug, erstens oft genug gesehen hat und überall sehen kann. Also eben, man muss sich da nicht, man kann koexistieren, glaube ich. Ich glaube, es gibt ein eigenes Publikum für das, was wir machen. Sie knüpfen ja sehr stark dann an klassischen Werken an, wie Sie geschildert haben. Wie viel kann man dem Publikum zumuten? Ist so eine klassische Frage, die es schon seit Jahrzehnten gibt. Ich habe jetzt viel mit Nikolaus Hanoncourt zu tun gehabt, weil er seinen 10. Todestag am Donnerstag nicht feiert. Wir feiern ihn, wir begehen ihn. Der hat immer gesagt, obwohl er die großen Werke der Klassik gespielt hat, das ist jetzt nicht gerade ein Revolutionär, was die Stückauswahl anbelangt, aber er hat immer gesagt, er will auf gar keinen Fall bequem sein, er will, dass die Leute sich darüber aufregen und wundern und irritiert sind. Das ist so eine Attitüde, die viele haben, nicht nur er. Wie gehen Sie mit der Irritation an? Wie viel Irritation wollen Sie oder glauben Sie, ist zumutbar? Ich glaube, wenn man hinter dem steht, was man macht, also wenn man eine Entscheidung trifft und wirklich dahinter steht und zusätzlich wieder die Qualität von dem, wie man das ausführt, wirklich passt, ist das Schlimmste, was passieren kann, dass jemand den Geschmack nicht trifft, also dass es einfach jemandem nicht gefällt. Und das finde ich spannend, weil ich mag es zwar schon natürlich lieber, wenn den Leuten gefällt, was ich mache, also mir persönlich. Ich brauche jetzt die Irritation für mich persönlich, das ist nicht das, was ich brauche, aber es ist spannend, was zu machen, wo man Gedanken anregt und wo es dann irgendwie eine Art von Diskurs gibt. Und klar gibt es Leute, denen Modern Earth drin sitzen und danach sagen, naja, aber irgendwie hätte es jetzt eigentlich schon auch gefallen, wenn ich einfach gestanden wäre, ich brauche jetzt nicht dieses ganze Drumherum. Ja, passt. Vielleicht kommt die Person dann in sowas nicht wieder oder macht beim nächsten Mal die Augen zu oder kommt extra wieder, weil man will gern wieder was lernen oder so. Ich glaube, es ist ein Nehmen und Ergeben für alle Beteiligten. Und ich glaube, was wichtig ist, ist, dass man als Musiker in Verantwortung übernimmt. Und ich glaube, das betrifft auch Entscheidungen, die falsch sein könnten oder die man später bereut oder die etwas repräsentieren, wo man vielleicht danach die Konsequenz spürt und dann hätte man das nicht gehabt. Ich weiß nicht, wo man vielleicht danach die Konsequenz spürt und dann hätte man das nicht gehabt. Ich weiß nicht, ob man da jetzt eine Meinung ausdrücken sollte, ich finde Cancel Culture grundsätzlich blöd, weil ich glaube, dass Leute einfach da nur mitlaufen in die eine oder andere Richtung. Ich glaube, man muss immer nachdenken und sich eine Meinung bilden über etwas, was Leute machen, aber man muss trotzdem als Künstlerin sich bewusst sein, dass man eine Verantwortung hat, wenn man auf einer Bühne ist. Ich finde schon auch ein politischer, ich muss dafür nicht aktiv politisch sein in dem Moment, wo ich oben stehe, aber ich stehe für etwas als Person, ich stehe für etwas als Künstlerin und das ist etwas, was ich vermittle. Und diese Verantwortung, eine Entscheidung zu treffen, ein Programm so und so zu machen, eine Aussage so und so zu treffen, mich auf gewisse Bühnen zu stellen oder eben nicht. Die Verantwortung muss man wahrnehmen, finde ich, als Künstlerin. Ich möchte noch zwei andere Wege ergänzen, dass man auch zu den Menschen geht, also dass man nicht nur einfach das Publikum kommt zu einem, sondern dass es ja auch, finde ich, zur Verantwortung auch gehört, dass man als MusikerInnen, als MusikvermittlerInnen zu den Menschen geht oder als dritter Weg, dass man das Haus öffnet, sofern man das hat, also dass man Ressourcen zur Verfügung stellt, ohne dass da ein Konsumzwang damit verbunden ist. Das Prinzip der dritten Orte, was ja in Bibliotheken, aber auch in Konzerthäusern oder Theatern immer mehr auch Anwendung findet. unterschiedliche Publika miteinander zu verbinden, damit eben auch diese Vereinzelung, vielleicht auch eine Vereinsamung, aber auch das Leben in Bubbles, dass das aufgebrochen wird und sich auch unterschiedlichen Menschen begegnen können. Entschuldigung, da muss ich nämlich, das passt so gut. Da haben dann Norbert Travöger und ich eine Diskussion gehabt, die kann man sogar live nachhören am Bühneneingang. Ein bisschen Cross-Promotion machen. Und zwar kam ich da aus München, weil ich war zu Gast bei der Stadtbibliothek besucht und dort ist ein Phänomen passiert, unglaublich interessant. Der Gasteig wird gerade umgebaut, dieses große Kulturzentrum, da ist auch die Bibliothek drinnen, ist übersiedelt in einen anderen Raum und in diesem Raum, der wurde plötzlich massiv eingenommen von Obdachlosen. Viel stärker als das üblicherweise der Fall ist. Und der Umgang damit, das zu handeln, das beschäftigt dieseweise der Fall ist. Und der Umgang damit, das zu handeln, das beschäftigt diese Bibliothek. Und zwar laufend. Das ist mittlerweile eine Hauptsäule. Wie gehen wir damit um? Was ist angemessen? Was wollen die anderen Nutzer? Bedeutet, wie gehen wir damit, wie positionieren wir uns dazu? Und dann bin ich am Rückweg stehen geblieben in Linz und war beim Erneuerbaren. Wir haben über Öffnung von Häusern gesprochen. Und ich habe gesagt, okay, und was passiert, wenn dann im Brucknerhaus sowas genauso passiert? Und das ist eine unglaublich interessante Frage. Weil darauf gibt es noch keine abgeschlossene Antwort. Die soziale Erwünschtheit würde auch sagen, das ist super, genau so müsste es sein. Aber ist das so? Warum? Was bringt uns das dann weiter? sehr ehrlich führen und uns einmal mehr auch wieder aus dem wirklich gut gemeinten, auch glücklicherweise progressiven Denkmustern auch dann die Konsequenzen uns vergegenwärtigen. Und dann in einem nächsten Schritt zu sagen, können wir das stemmen? Wollen wir das stemmen? Wollen wir das stemmen? Wenn wir stemmen können, wann kommen wir und wie machen wir das? Und da spielen natürlich eure Einrichtungen oder solche Studien eine enorm wichtige Rolle, also diese Diskursfähigkeit, diese innere Reflexion zu schärfen, dass es eben nicht aufhört mit einem guten Vermittlungsprogramm, sondern dass das alles Konsequenzen hat. Gott sei Dank. Ich wollte eigentlich jetzt noch ein Statement von Beat Fehlmann, aber wir sind glaube ich mit der Zeit darüber und das war so ein schönes Schlusswort, das kann man eigentlich nicht mehr toppen. Vor allem danke nochmal für den Verweis auf unser Studium. Das freut uns natürlich. Willst du den Schlussreigen beginnen? Ja, ich möchte mich ganz, ganz herzlich bedanken Ihnen allen, dass Sie da waren, dass Sie sich beteiligt haben. Vielen Dank für Ihr Interesse, für Ihre Fragen, für Ihre Einwürfe. Ganz herzlichen Dank an unsere beiden Gäste, an Sophie Trobos und Fabian Burstein. Dankeschön. Ja, einen Applaus. Danke. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Cornelia Lehner, dass wir hier zu Gast sein durften. Vielen Dank. Und bei Ihnen und Ihrem Interesse und Mitmachen natürlich und unseren Gästen und es gibt die Gelegenheit, an der Bar weiter zu diskutieren. Danke sehr. Schönen Abend. Auf Wiedersehen.