Mein Name ist Elisa Andessner. Ich lebe seit über 20 Jahren in Linz. Ich habe in Linz studiert auf der Kunstuniversität und ich bin bei der Kunst geblieben. Gott sei Dank. Es ist etwas, was mir wichtig ist. Über meine Kunst. Ich komme ursprünglich aus der Performance, aus der Live-Performance. Und das hat sich über die letzten 15 Jahre so entwickelt, dass ich merke, Live-Performance ist nicht mehr so meins. Ich verarbeite diese performative Arbeitsweise jetzt eher in Foto und Videoarbeiten und merke aber, dass ich jetzt gerade wieder ein bisschen zurückkomme zum Performativen, aber es bleibt in demum Video und Foto. Also es waren jetzt lange Fotoarbeiten, die ich einfach mit Selbstauslöser-Fotografie gemacht habe. Und ich merke so seit zwei Jahren ungefähr kommt die Bewegung wieder rein, also wo ich dann Video brauche, wo es performativ wieder wird. Aber ich komme auf eine andere Art zurück. In den ersten sieben Jahren, die ich mit Kunst begonnen habe, war es nur Live-Performance. Das war das Wichtigste für mich. Und das hat sich dann so ein bisschen anders transformiert. Was auch so bis in den letzten Jahren dazu gekommen ist, dass ich immer mehr mit anderen Künstlerinnen und Künstlern arbeite. Es war immer jahrelang so, ich und meine Kamera, einsam irgendwo in der Landschaft. Es war mir so wichtig, dass ich allein bin, dass ich meine Ruhe habe. Und so seit ein paar Jahren kommen auf einmal andere, lasse ich andere Leute rein in die Kunst und es wird viel spannender jetzt. Das war eine total naive, nicht überlegte Entscheidung, mit Kunst zu beginnen und Kunst zu studieren. Ich kann mich echt erinnern, als ich am Land aufgewachsen bin, ich war total naiv. Ich habe immer schon gerne künstlerische Sachen gemacht. Ich war immer schon kreativ, wie man so sagt. Und ich habe mir einfach gedacht, das ist lustig. Ich möchte Kunst studieren, weil es sicher lustig ist. Wirklich, ehrlich. Ich habe überhaupt nicht gewusst, was Kunst halt irgendwie. Und dann hat mir ein Freund von meinem Papa, wir waren in einem Lokal und ich habe gesagt, ich möchte Kunst studieren, weil es ist sicher total lustig. Und der hat mir dann auf einen Zettel aufgeschrieben, experimentelle visuelle Gestaltung, da soll ich mich bewerben. Und das habe ich einfach gemacht, aber ohne, ich habe da mit 18 noch nicht nachgedacht, was ist Kunst, was bedeutet das, was bedeutet das für mein Leben, überhaupt nicht. Also vielleicht hätte ich es dann auch gar nicht so gemacht. Also ganz neu, ich möchte etwas Lustiges machen, was Spaß macht. Und der hat das da auf den Zettel geschrieben, okay, ich rufe mal dort an, wie man sich da bewerben kann. Also wirklich so reingestolpert. Und das habe ich gemacht und durch Zufall bin ich, ich sage jetzt wirklich durch Zufall, bin ich genommen worden und habe dann echt ein paar Jahre gebraucht, bis ich gecheckt habe, wo bin ich hier eigentlich? Wovon reden denn die, wenn sie irgendwie vom Konzept reden oder von Themen oder etwas recherchieren oder so? Das hat echt gedauert, weil ich bin direkt von der Schule auf die Kunstuni gekommen und ich war, bis ich begonnen habe auf der Kunstuni, in keiner Ausstellung. Ich habe überhaupt noch nie eine Ausstellung gesehen. Also so kannst du dir mich eben vorstellen, mich da als kleines Mädel vom Land, möchte was Lustiges, was Spaß macht im Leben und so, da rein stolpere. Es ist nicht nur lustig, also es gibt Momente, die lustig sind. Jetzt geht es mir mit Kunst so, dass die Kontexte dazu gekommen sind, dass die Schwierigkeiten dazu gekommen sind, dass Themen aufgehen, wo ich merke, da muss ich hin. Nicht mehr nur, weil es lustig ist, sondern auch, weil es mich berührt. Dieses Reflektieren, zu was ist denn Kunst überhaupt gut für mich auch in meinem Leben oder für die Gesellschaft, das ist so die letzten 15 Jahre, sondern langsam mehr und mehr und mehr in mein Bewusstsein gekommen. Manchmal vermisse ich das, diese Leichtigkeit, die ich gehabt habe am Anfang, in den ersten Jahren. Manchmal merke ich, ich bin zu verkopft. Bevor ich überhaupt beginne mit einer Idee, frage ich mich tausend Sachen und tue mich selbst zensurieren und kritisieren und so. Also dieses einfach, ich mache was, weil ich möchte, ich hoffe, dass ich das wieder ein bisschen zurückbekomme irgendwann. Oder vielleicht kann es sich mischen mit dem Wissen, das man dann schon hat. Aber so unbedarft auf etwas zuzugehen und mit etwas zu beginnen, ich versuche manchmal, mich dazu zu zwingen. Weil es gibt so viele Barrieren, die sich mit der Zeit aufbauen. Durch das Studium, durch das, dass man mit anderen Künstlerinnen und Künstlern spricht, dass man Texte liest und dann ist immer mehr. Eigentlich wollte ich Kunst machen, weil es mir so offen vorgekommen ist und so frei. Eigentlich wollte ich Kunst machen, weil es mir so offen vorgekommen ist und so frei. Und manchmal habe ich das Gefühl, ich fühle mich eigentlich ein bisschen eingesperrt von mir selber. Also mein größtes Sponsoring sind meine Brotjobs. Ich habe zwei Brotjobs. Das eine ist eine 20-Stunden-Anstellung in der Kulturdirektion des Landes Oberösterreich. Das mache ich seit 14 Jahren. Das sichert mir einfach mal die Existenz. Dann bin ich Stimmung-Sprechtrainerin. Das ist selbstständig, wo ich regelmäßig Workshops mache und auch damit Geld verdienen kann. Wenn ich ein Projekt mache, suche ich immer für Förderungen an. Aber meistens tragen diese Förderungen überhaupt nicht die Kosten. Schon gar nicht die Arbeitszeit. Also vielleicht manchmal, dass man das Material bezahlen kann oder jemand anderem, den man braucht, ein Honorar zahlt. Aber jetzt bei meinem letzten Projekt, Frauenzimmer schießen, da habe ich mich verschuldet. Weil ich habe, es war klar, ich mag das jetzt einfach machen und zwar das alles, was ich dafür brauche. Also alles, das Mindeste halt. Ich möchte diese Installation bauen, ich möchte das Video machen, ich möchte einen Kameramann bezahlen können. Und wenn ich da nicht so einen stabilen Job hätte, hätte ich es so nicht machen können. Das heißt, für mich ist die Förderung, die ich bekomme, ist manchmal so ein Taschengeld, eine Erleichterung, aber das ist nicht die Finanzierung für meine künstlerische Arbeit. Und das sind die Jobs, die ich mache. Weil du kannst dich überhaupt nicht auf Förderungen verlassen. Und beim letzten Fall war es so, dass ich zwei Wochen vor der Eröffnung, wie schon alles fertig war, dann erst eine Zusage bekommen habe. Und eine Absage. Eine Woche vor der Eröffnung, wie schon alles fertig war, dann erst eine Zusage bekommen habe. Und eine Absage, eine Woche vor der Eröffnung. Also du kannst dich ja, und das ist schon schwierig, dass auch, ich sage jetzt mal, von der Kunstwelt so verlangt wird, dass du dich so committest und dass du, also der Qualitätsanspruch ist sehr hoch, weil sonst wirst du auch schnell mal nicht mehr ernst genommen. Und ich habe selber einen Qualitätsanspruch ist sehr hoch, weil sonst wirst du auch schnell mal nicht mehr ernst genommen. Und ich habe selber einen Qualitätsanspruch, aber dass du das alles erfüllst, ist schon ein Riesenkraftakt. Oft mit eigenem, also ohne einen Job würde das niemals gehen für mich. Also ich denke mir schon manchmal auf der Kunstur hat uns da niemand gewarnt. Vielleicht war es auch ich. Okay, ich habe vor 25 Jahren angefangen bei der Kunstur. Vielleicht waren da die Gegebenheiten im Förderbereich auch noch anders. Ich glaube schon, dass es weniger und weniger und weniger geworden ist. Aber dass jemand einen vorwarnt, hey, hallo, glaube jetzt nicht, dass du, zumindest mal in den ersten 15 Jahren, glaube nicht, habe nicht die Illusion, dass du davon leben kannst. Das war immer so, ja, da sind dann Fördertöpfe, da könnt ihr ja dann zugreifen. Sobald du fertig bist mit dem, kannst du auf die Fördertöpfe zugreifen. Aber allein der Satz ist schon eine Illusion, weil ich kann nicht zugreifen auf die Fördertöpfe. Ich kann hoffen, dass ich, wenn ich um 5.000 Euro, wenn ich sage, ich brauche 5.000 Euro, dass ich 300 bekomme. Dann kann ich froh sein und in den 300 Euro ist auch die ganze Arbeitszeit, die ich für die Einrechnung, für die Abrechnung brauche drinnen. überhaupt, es ist, ich erlebe es so, dass ich nur dann Kunst mache, Kunstprojekte mache, wenn ich eine totale Eigeninitiative habe. Sicher werde ich mal eingeladen oder so, aber vorher muss das sein, dass ich sage, ich mache das Projekt, das ist mir wichtig, ich beginne jetzt einfach mal oder so. Manchmal habe ich so Phasen, wo ich mir echt denke, wieso mache ich das eigentlich? Und habe das auch einer Freundin vor kurzem gesagt, die arbeitet nicht im Kunstbereich und sie hat mir echt denke, wieso mache ich das eigentlich? Und habe das auch einer Freundin vor kurzem gesagt, die arbeitet nicht im Kunstbereich. Und sie hat mir dann gesagt, ja, aber ich brauche das. Für mich ist das Futter für den Kopf und für die Seele, wenn ich zu einer Ausstellung gehe und neue Inputs bekomme und vielleicht die Welt wieder ein bisschen anders sehe oder anders auf Themen schaue. Das hilft mir dann schon sehr. Und ich möchte auch nicht jetzt so in das Jammern reinkommen. Ich jammer schon viel, aber wenn ich jammere, ist es über die Rahmenbedingungen. Sicher gibt es viele Gründe, warum ich Kunst mache, weil ich so viel dabei lerne, weil ich so viel erfahre. Besonders spannend ist es, weil ich in Kontakt mit anderen Menschen komme, durch die Art von Kunst, die ich mache, auch durch das Performative, dass ich an Orte komme, wo ich nie hingekommen wäre und mich dann, auch das als Privileg sehe, mich mit Themen zu beschäftigen, wo ich noch nichts weiß darüber und durch das Projekt mich informiere, mich weiterbilde. Der schönste Moment ist immer, wenn der eigene Horizont plötzlich erweitert wird. Die Arbeit mit Menschen, Künstlerinnen aus anderen Kulturen hat sich so ergeben eigentlich, dass ich so kurz nach dem Studium voll in der Performance-Szene unterwegs war und das ist international. Also das ist normal, dass da die Beatrice aus Brüssel sagt, ich organisiere einen Performance-Event, kommt, ich lade euch ein, dann kommt man, dann trifft man die Nächsten aus den anderen Ländern und dann ist es so selbstverständlich für mich geworden. Ich habe zwar dann mit Performance-Kunst aufgehört, also mit Live-Performance-Kunst, aber die Kontakte sind geblieben und auch die Art, dass ich gerne mit Menschen aus anderen Kulturen arbeite, das ist fast so, wie soll ich sagen, kann ich mir nicht mehr wegdenken. Also das ist so, das trauche ich. Das ist so normal für mich irgendwie. Logisch fast. Wenn ich da Künstlerinnen kennenlerne aus Mexiko, völlig logisch, dass ich die dann daher einladen möchte. Wie empfinde ich das, mit denen zu arbeiten? Es ist so, wie wenn ich jetzt Künstlerinnen aus anderen Ländern einlade, nach Linz hier zu sein, die sind ja dann da. Also du hast die dann da als Menschen. Dann ist es so, wie wenn ich auch ein bisschen wegfahren würde. Wie bin ich auf das Thema Femizide gekommen? Ich bin nach Mexiko gefahren, weil ich habe Dokumentationen darüber gelesen, dass dort ein Matriarchat herrscht. Also dass es eine Stadt gibt, wo ein Matriarchat ist. Und ich wollte das sehen. Ich muss zu diesem Matriarchat. Das war der Grund, warum ich dort hinfahre. Die Stadt heißt Juchitán. Da gibt es wirklich auf Arte und auf Geo, auch auf Ö1 Dokumentationen. Da herrschen matriarchale Systeme und das wollte ich sehen. Ich bin hingefahren und habe gemerkt, das stimmt überhaupt nicht. Das ist ein Narrativ, das erzählt wird. Ich fühle mich dort selber total unsicher. Ich habe dann einen Begleiter gefunden, Fernando, der ist mit mir fünf Tage lang dort herumgefahren, hat mir Sachen gezeigt, der hat auf mich aufgepasst. Der ist mit mir fünf Tage lang dort herumgefahren, hat mir Sachen gezeigt, der hat auf mich aufgepasst. Der ist mit mir sogar zur Toilette gegangen, also nicht rein, aber er hat gesagt, du musst aufs Club, ich komme mit. Also wirklich, man geht gar nicht alleine in dieser Stadt herum und man geht auch nicht während dem Tag alleine herum. Es ist gefährlich, es sind dort die Drogenkartelle, diese Stadt ist an der Grenze zu Guatemala, da wo die Drogen auf dem Weg in die USA sind. Also nicht nur, wie es jetzt ist, dass es dort gefährlich ist, sondern auch, ich habe dann Frauen kennengelernt, die dort gelebt oder aufgewachsen sind und ich habe sie gefragt, wie ist es jetzt, ist da jetzt ein Material, hat oder nicht? Und die haben gesagt, überhaupt nicht. Das ist ein Narrativ, das erzählt wird, wo dann Fotografen hinkommen und schöne Fotos von Frauen machen, die eine schöne Tracht und schöne Blumenschmuck und so. Und es sind viele Frauen auf der Straße, aber es heißt noch lange nicht, dass es eine materiale Gesellschaft ist. Und das war für mich eigentlich schwierig, dort das einzusehen, dass ich jetzt wegen einem Thema gekommen bin, das dort gar nicht ist. Dann habe ich mal meinen Kopf aufmachen müssen, mein Hirn, und habe gemerkt, okay, was tue ich jetzt, was tue ich jetzt? Und da ist mir bewusst geworden, wie schrecklich das eigentlich ist, dass ich ein paar Dokumentationen sehe, dorthin fahre und davon ausgehe. Ich habe mich dann irgendwie so geärgert, dass ich nicht so hingefahren bin, um nachzufragen. Das habe ich daraus gelernt. Ich hätte hinfahren sollen mit dem Gedanken, ich frage mal nach, wie es wirklich ist. Wie geht es den Frauen? Aber ich bin, ja, wo ist jetzt das Matriarchat? Also fast so ein bisschen konsumistisch, da habe ich was, auf dem Einkaufszettel ist gestanden, Matriarchat, ich kaufe mir da, also das war eine ganz wichtige Erfahrung für mich. Und dann habe ich umgeschwenkt und habe gesagt, okay, ah, das ist mit mir passiert, was ich machen muss, ich muss die Leute dort fragen, wie es ist. Und habe, und das ist der Vorteil von Mexiko und von der Kultur, innerhalb kürzester Zeit sieben Leute gefunden, die ich interviewen konnte. Ich war nur einen Monat dort und bis ich das gecheckt habe, dass da kein Material hat und dass ich bin dann auch in eine andere Stadt, also es waren dann eigentlich nur mehr zwei Wochen Zeit und da habe ich das irgendwie, weil es dort schneller geht wie bei uns. Da muss man nicht die drei Monate vorher anfragen, sondern sagt, ja, wie schaut es morgen aus? Okay, ja, passt, ich komme morgen vorbei. Dann habe ich sieben Menschen interviewt zum Thema, ich bin dann schon weggekommen vom Matriarchat, zum Thema Geschlechterrollen. Ich habe auch während der Zeit, bin ich immer wieder in so Demonstrationen reingeraten. Ich bin aus der Haustür raus und von der Straße kommt mir eine Demonstration entgegen. Habe ich geschaut, habe ich gemerkt, es geht um Femizide. Und das Thema Femizide ist dort so allgegenwärtig gewesen. Also Demonstrationen, Plakate, große Murials. Junge Künstlerinnen, mit denen ich gesprochen habe, haben über das Thema mit mir ganz von selber gesprochen. Und dann habe ich gesagt, okay, ich lasse das Thema Material los und ganz von selber kommt das Thema Femizide auf mich zu. Genau, und deswegen habe ich diese Interviews geführt. Die verarbeite ich jetzt gerade zu einer Videokollage. Bitte halten mir die Daumen, weil ich habe dann in Österreich auch noch sieben Leute interviewt, weil ich wollte auch die österreichische Perspektive. Ich wollte nicht so dieses, ich fahre da nach Mexiko und da habe ich was Schlimmes, da ist es ganz schlimm mit den Femiziden und das zeigen wir da jetzt in Österreich, wie schlimm es dort ist. Es war mir voll wichtig, das auf die gleiche Ebene zu setzen, denn in Österreich passieren die Femizide aus komplett den gleichen Gründen. Und das sind Gewaltstrukturen, die in unserer Gesellschaft jahrhundertelang drinnen sind und in unserem Körper gespeichert. Das ist für mich so ein bisschen die Conclusio. In Mexiko habe ich das Thema gefunden und habe aber dann auch geschaut, wie schaut es in Österreich aus mit dem Thema. Und dadurch hat sich dann das Projekt Frauenzimmer schließen entwickelt. Also eigentlich habe ich weit wegfahren müssen auf die andere Seite der Welt, um überhaupt auf die Idee zu kommen, bei uns mal nachzusehen, in den Archiven, in der Literatur, wie schaut es eigentlich aus mit gewaltvollen Bildern, in Museumsarchiven und so weiter. Für mich ist oft das Wegfahren wichtig, um in meiner eigenen Umgebung näher nachzuschauen. Ich glaube, das Thema Gender Gap in der Kunstwelt hat total tiefe Wurzeln. Und da geht es wirklich um Geschlechterrollen. Ich sage jetzt mal um 1900, also in Österreich auf der Akademie in Wien wurden Frauen erst 1921 zugelassen. Erst ab 1921 durften Frauen in Österreich Kunst studieren. Man hat vorher gesagt, Frauen können nicht Kunst machen. Sie können es einfach nicht, denn sie sind, sie brauchen den Samen des Mannes, um gebären zu können. Also die Ideen kommen, also sie können es biologisch gar nicht. Und das sitzt ganz tief in uns drinnen. Und das ist auch das Ergebnis, warum in den Museen, in den Archiven, in den Sammlungen so viel mehr Prozent männliche Künstler gesammelt sind, weil es so weit zurückgreift. Man hat gesagt, Frauen sind nicht fähig, eine Idee zu gebären. Denn die Idee kann nicht von ihnen selbst kommen. Sie brauchen vorher den Samen, um ein Kind zu gebären, so in der Art. ihnen selbst kommen. Sie brauchen vorher den Samen, um ein Kind zu gebären, so in der Art. Und ich habe eine schockierende Erzählung vor kurzem gehört von einer befreundeten Künstlerin, die hat mit Mitte 20 ein Kind bekommen. Da war sie noch auf der Kunstuni und ihre Professoren haben gesagt, was? Du wärst so eine gute Künstlerin geworden, aber das ist jetzt leider vorbei für dich. Und sie hat diese Künstlerin, diese junge Künstlerin nicht unterstützt. Gerade da, wo sie Unterstützung gebraucht hätte. Es ist 20 Jahre her. Jetzt ist schon eine andere Zeit. Ich habe vor vier Jahren, vor fünf Jahren eine Tochter bekommen und ich merke, es ist vom Zeitmanagement ein Kraftakt, aber es ist möglich, es geht für mich. Ich bin auch schon, ich habe mit 38 meine Tochter bekommen, ich bin schon eine gestandene Künstlerin, ich habe mir vorher schon was aufgebaut. Aber trotzdem ist dieses, wie die Marina Abramowitsch vor kurzem gesagt hat, sie hat deswegen kein Kind bekommen, weil sie kann sich ja ihre künstlerische Energie nicht mit irgendjemandem teilen, da kann man ja dann keine gute Kunst mehr machen. Also ich glaube, dass es wirklich, jetzt wenn man sagt, Gender Gap in der Kunst, dass es so weit bis ins Biologische zurückreicht, diese Gründe, die noch immer in unseren Köpfen und in unseren Körpern drinnen sind, dass der Glaube ist, Frauen können es einfach nicht so, weil sie müssen ja Kinder kriegen. Und es ist schon was Wahres dran, dass es dannube ist, Frauen können es einfach nicht so, weil sie müssen ja Kinder kriegen. Und es ist schon was Wahres dran, dass es dann schwierig ist, weiter in Kunst zu machen, wenn die ganze Gesellschaft so organisiert ist, dass die Care-Arbeit auf den Frauen lastet. Wenn ich zum Beispiel meine männlichen Künstlerkollegen anschaue, die haben kein Problem, auch wenn sie zwei Kinder haben, auf eine Residenz fahren nach New York einen Monat oder zwei. Ich kenne überhaupt keine Mutter, für die das möglich ist. Mal zwei Wochen vielleicht, wenn sie wirklich Glück hat. Also glaube ich, dass warum es noch immer so einen Gap gibt, an den Rahmenbedingungen und alles, was mit Care-Arbeit, Familienarbeit, aber vielleicht auch, wenn jetzt jemand kein Kind hat, eine Künstlerin kein Kind hat, ist es auch, glaube ich, noch stark drinnen, weil es auch Kunst machen so viel mit Öffentlichkeit, mit Öffentlichkeit zu tun hat und mit sich öffentlich machen, auf die Bühne zu gehen, das wird ja Frauen auch nicht so zugestanden. Viel weniger als Männern. Männern wird mehr zugestanden, dass du auf die Bühne gehen darfst, dass du gehört wirst, dass du gesehen wirst. Also da sehe ich auch noch dieses, abgesehen von der Familienplanung und so, aber dieses wo ist der Platz der Frau? In den eigenen vier Wänden? Dass es irgendwie, ja, dass da noch so ganz viel zu tun ist einfach. Weil sicher kann man sagen, wieso, ihr habt eh die gleichen Rechte, ihr kannst ja eh Kunst studieren und mach halt Kunst. Stell sie halt aus, aber es spielt so viel mit. Man kann ja nicht das Kunstmachen raus aus den ganzen anderen Biotop von alten Geschlechterrollen, wo ich mich selbst oft erwische, dass ich manchmal so Gedanken habe. Und ich denke, wieso jetzt eigentlich? Wie es mehr Gleichheit geben kann zwischen den Geschlechtern in der Kunst, ich glaube, das ist total komplex. den Geschlechtern in der Kunst, ich glaube, das ist total komplex. Das hängt mit Vorstellungen zusammen, mit wer darf nach vorne treten, aber auch mit sich zusammen zu schließen, sich gegenseitig zu unterstützen. Es hängt mit alten Geschlechterrollen, Geschlechterbildern zusammen. Also es ist total schwierig, dass man sagt, es liegt an dem oder dem. Und was können wir tun dagegen? Einfach weiter feministisch denken, weiter aktivistisch sein, weiter Gespräche führen, sich auszutauschen, dazu beitragen, dass wir gemeinsam darüber reflektieren und andere anregen dazu. Ich wünsche mir, ich sage jetzt einfach das, was mir als erstes in den Kopf kommt, ich wünsche mir, ich sage jetzt einfach das, was mir als erstes in den Kopf kommt, ich wünsche mir, dass weniger Konkurrenz herrscht, dass wir uns mehr unterstützen, dass die Kunst nicht so etwas Elitäres ist, was nur ein Prozentteil bekommt, unter Anführungszeichen, oder dass die Kunst viele Möglichkeiten gibt, dass es nicht so die Ellbogentechnik, sondern dass wir uns mehr gegenseitig unterstützen. Vielleicht kann ich es so zusammenfassen, ich wünsche mir weniger Konkurrenz in der Kunst.