Mein Name ist Susanne Struzenberger, ich komme aus Bettenbach und habe mich vor zwei Jahren selbstständig gemacht als Schneiderin und mache Reparaturen, Änderungen und Masseinfertigungen. Die Frau Weißengruber vom Landesmuseum hat mir es ermöglicht, mich im Archiv umzusehen. Dort bin ich dann sehr schnell fündig geworden bei einem Scharnsteiner Dirndl aus dem 18. Jahrhundert. Dieses weist eine wunderschöne Kreuzschnürung auf und diese habe ich versucht in meinem Dirndlkleid neu zu überarbeiten, mit dem Hintergrund besondere Materialien zu verwenden, Naturmaterialien kombiniert mit einer harmonischen Farbabstimmung. Also ich habe als erstes begonnen mit einer Zeichnung, einer Skizze, die ist dann immer detaillierter geworden aufgrund des Bildmaterials, was ich hatte. Die weitere Vorgehensweise war dann, den Stoff zu besorgen. Der wurde regional besorgt. Also beim Oberteil wurde ein Rami verwendet. 100% Rami ist ähnlich eines Leinenstoffes, aber hat eine leichtere, feinere Struktur. Beim Rockteil wurde ein Baumwollstoff verwendet mit einem ganz dezenten Rautenmuster und die Schürze besteht aus einer wunderschönen goldfarbenen Wildseide. Zu den Besonderheiten zählen die Kreuzschnürung, ausgeführt mit einem durchgängigen Kordelband 1 mm Stärke und diese Kordel wird dann auch in sich gedreht und wurde dann händisch fest genäht. Am Rückenteil befindet sich eine Borte, die im Rautenmotiv geführt wird. Auch die Teilungsnähte wurden mit der Borte verziert. Mein Name ist Mike Geschke. Ich bin Geschäftsführer des oberösterreichischen Heimatwerks und neben mir steht unser Entwurf für die Oberösterreicherin. Wir sind dabei vorgegangen, wir haben eine Projektgruppe gegründet, bestehend aus der Designerin Constanze Marko und Mitarbeiterinnen des oberösterreichischen Heimatwerks. Wir haben viel diskutiert. Wir haben uns den Oberösterreicher, den ich heute trage, angesehen und wir haben Elemente aus dem Oberösterreicher genommen, die wir dann im Entwurf wiederfinden. Und diese Themenbereiche haben wir dann in das neue Kleid übernommen. Beispielsweise ist es zur Gänze blau-druck gefärbt und wir sind natürlich auch sehr regional geblieben mit den Knöpfen von der Firma Schrabacher, dem Loden von der Firma Leichtfried oder als Produzent konnten wir bei der Jacke auch hier wieder die Firma Loden freigebinden. Eines der vielen Highlights bei unserem Entwurf ist der Rücken. Der besteht aus einer Reliefstickerei, die von der Blaudruckweste des Herrn übernommen worden ist. Dieselbe Reliefstickerei findet man dann auch auf der Jacke vorne in der Front. Was wir hier auch noch sehen, ist die Schürze. Die ist aus einer ganz leichten Baumwolle gefertigt. Und was wir auch dort haben, ist der Dirndlpullover, den wir extra für die Ausstellung anfertigen haben lassen. Hallo, ich bin die Sarah Burgstaller. Ich habe schon immer gerne Mode gemacht, habe in verschiedenen Betrieben gelernt, habe jetzt meine kleine Schneiderei und es macht mir immer noch Spaß. Also ich habe von dem Projekt, das habe ich gelesen, ja, und wollte eigentlich nicht mitmachen, doch die Innungsmeisterin, die Frau Burger, hat mich noch motiviert und ich sollte mir das noch einmal überlegen, ob ich nicht doch einen Entwurf habe und somit habe ich es zu Papier gebracht. Also zu der Idee bin ich gekommen, weil ich mich schon seit längerer Zeit mit Wappen beschäftige und somit habe ich mir das Oberösterreicher Wappen angeschaut und so bin ich gleich auf die Idee gekommen. Der Rock gestreift, die Bluse mit den Bögen, wie es auf der Krone ist und was mir wichtig war, das Kleid soll eine gewisse Energie haben, darum die Krone für die Frau, die geehrt werden soll und die mit Wertschätzung ausgezeichnet werden soll. Die Borte auf dem Haarreifen, die nennt man Froschgoschel oder Rosenbrüche und kommt aus der Trachtenschneiderei, die sehr bekannt ist. Und das soll die Krone für die Frau in Oberösterreich darstellen. Die Besonderheit der Schleife ist der Adler, der auch im Oberösterreicher Wappen drauf ist. Er steht für Mut und Kraft und die Symbolik ist mir einfach sehr wichtig. Das Leinen vom Leib kommt aus Oberösterreich, aus dem Mühlviertel. Die Farbe ist frei wählbar, denn jeder Frau passt eine andere Farbe, ob es ein warmer Farbton ist oder ein kühler Farbton. Und das soll individuell beschlossen werden. Das Material vom Rock ist Baumwolle mit rot-weiß-roten Streifen. Die Bluse soll pflegeleicht sein, darum habe ich Stretch gewählt. Ich bin Rosa Christa aus Sankt Marien. Ich bin Schneidermeisterin und seit 2008 habe ich meine Trachtenwerkstatt am Hof. Und das ist das, was mir gefällt. Als ich gehört habe, dass es eine Ausschreibung gibt für die neue Oberösterreicherin, als Dirndlschneiderin habe ich mir gleich gedacht, da möchte ich mitmachen. Ich als Oberösterreicherin habe mir Gedanken gemacht, wie ist eine Oberösterreicherin? Die Oberösterreicherin ist traditionell, die Oberösterreicherin ist aber auch modern. Die Oberösterreicherin ist aber auch sportlich. Und ich im Zentralraum habe mir einfach gedacht, wie teile ich das ein, dass ich auch verschiedene Farben zusammenbringe. Ich wollte nicht nur eine Farbe, das Rot, das habe ich für den Zentralraum und für das Innenviertel genommen. Das Blau habe ich genommen für das Müllviertel und das Grün habe ich dann verwendet, weil einfach die Burenbrillregion und das Salzkammergurt, das Traunviertel, das habe ich eher im Grün gesehen. Jetzt habe ich mein Modell in drei Farben aufgeteilt. Der Rock ist der Granit, die Berge und die Stallstadt Linz. Eine der Besonderheiten von meinem Dirndl ist der Leinenleib, den ich mit alten Modeln bedruckt habe. Zu meinem Dirndl gehört auch ein Dirndlrock dazu. Ich habe mich für einen Bahnenrock entschieden. Der wird oben eng geschnitten und unten geht er weit auseinander. Die untere Länge wird eingefasst mit der gleichen Farbe wie das Leiberl. Und dazu gehört natürlich auch das stylierte Jackal. Und besonders ist auch die aus sehr Handdruck Schürze. Da sind alle drei Farben vereint und das Schürzenband kann man in der Farbe machen, wie man möchte. Vorne und hinten in der Mitte habe ich eine Blumenbüttüre bedruckt und seitlich ist ein Strahlmuster. Also ich bin die Selina Hus und ich komme ursprünglich aus Kärnten, wohne aber mittlerweile seit fünf, sechs Jahren in Linz und studiere momentan an der Kunstuniversität Linz Textilkunstdesign im Master im zweiten Semester. Ich habe mich dann damit auseinandergesetzt, wofür steht Oberösterreich eigentlich, weil ich komme ja ursprünglich aus Kärnten. Das war für mich eine Chance, ein bisschen das Bundesland zu erforschen. Ich habe mir dann eben angeschaut, wie sind die Viertel aufgeteilt, für was steht jedes Viertel. Das habe ich dann eben so gut wie möglich versucht, mit dem Dirndl zu transportieren. Also von den Farben her, von den Stoffen, von dem Design. Und ich wollte auch schauen, dass das möglichst noch an die Dirndl erinnert. Also dass man die Tradition ein bisschen mitnimmt ins Moderne. Also die historischen Bezüge habe ich daher genommen von dem Rot. Das wollte ich unbedingt beibehalten. Ich habe es ein bisschen verändert, damit es auch mit dem Blau gut passt. All die Oberösterreich-Trachten waren ja so rot rot-schwarz und auch ein bisschen samtig. Und deswegen ist bei mir auch Samt verarbeitet worden. Also die Features von meinem Dirndl sind der Stoff, der ist nämlich, das Muster davon sind Enzian und die habe ich mit der Hand gezeichnet, dann digitalisiert und dann rapportiert, weil das ist eben meine Spezialität an der Uni. Das heißt, da habe ich meine Fähigkeiten zeigen können. Dann in der Rückenmitte sieht man die Stickung, die ist natürlich auch zuerst gezeichnet worden, dann probegestickt und dann eben auf dem Hauptmodell raufgesteckt worden. Und was ich mir noch als kleinen Clou erlaubt habe, ist ein kleines Halstüchlein dazu zu arbeiten. Das heißt, wenn man gerade nicht das Dirndl direkt anziehen kann, kann man das Tüchlein mitnehmen oder auf die Handtasche binden. Und so hat man immer ein Stück Oberösterreich mit sich mit. Mein Name ist Constanze Marco, ich bin Modedesignerin, selbstständig und bin jetzt seit vielen, vielen Jahren in der Tracht tätig. Also ich habe für die Ausschreibung von dem Oberösterreicher Anzug teilgenommen und Gott sei Dank ist mein Entwurf gut angekommen und dann zum Sieger gekürt worden und ich würde jetzt gerne zeigen, was meine Idee für die Oberösterreicherin ist, also quasi das Pendant zum Oberösterreicher Anzug. Mir geht es darum, ein Kleidungsstück zu schaffen oder ein Outfit, das für viele Frauen zugänglich ist oder in dem sich viele Frauen wohlfühlen. Und für mich ist der Zugang deswegen ein Kleid anstatt eines Stainless-Kleiders. anstatt eines Stilbegleiters. Also die größte Inspiration ist definitiv das Blaudruckhandwerk, das mich einfach fasziniert, weil es ein Handwerk ist, das wunderschön ist, das auch einzigartig ist mit dem Drucken der Modeln auf den Stoff und danach wird gefärbt und dann das Wachs wieder ausgewaschen und dann hat man dieses wunderschöne Muster und die Farbe an sich ist sehr charakteristisch und deswegen ist das die Hauptinspiration. Und das andere sind sicher österreichische Stoffe, dass auch der Loden vorkommt. Und in meinem Fall dann in Form des Strickjackers auch Stutzenmodelmuster. Das heißt ganz alte Handstrickmuster, die früher für Stutzen verwendet worden sind. Ich habe mich dazu entschieden, ein Kleid zu machen, das aus einer Kombination von Pforthemd und Dirndlkleid besteht. Und zwar ist es ein tailliertes Kleid, das wie ein Dirndlkleid auch geschnitten ist. In der Teile ist der Rock zusammengerafft, aber der Oberkörper erinnert mehr an ein Pforthemd mit dem typischen Stehkragen und den Biesen, die entlang der Knopfleiste laufen. Und neben der Knopfleiste ist der Handdruck positioniert in einer geraden Linie von oben nach unten, um auch dieses Blaudruckhandwerk herauszuholen. Übers Kleid drüber habe ich als eine Version eine Strickjacke designt, die aus einer Farbkombination aus Blaudruckblau und Navy besteht, um die Verbindung zum oberösterreichischen Anzug herzustellen. Und als zweite Variante gibt es eine Jacke, angenehm an die oberösterreichische Jacke, die am Vorderteil und am Rückenteil eine Renier-Steckerei hat. Mein Name ist Marie Wagner. Ich habe mit Ende 30 noch umgesattelt, habe meine Schneidermäuseprüfung abgelegt und bin seither in Leonding als Modemacherin tätig mit wirklich großer Leidenschaft. Meine Herangehensweise an dieses Projekt war dergestalt, dass ich einerseits unbedingt das letzte verbliebene traditionelle Textil aus Oberösterreich verwenden wollte und das ist für mich der Mühlviertler Blaudruck auf Mühlviertler Leinen. Dementsprechend ist auch durch und durch mein ganzes Ensemble komplett aus Mühlviertler Leinen gefertigt. Das andere war für mich, dass ich eine Modernisierung mit einbringe, sodass diese Kleidungsstücke auch wirklich im Alltag getragen werden können. Bei dem Nieder war es so, dass ich mir an historische Vorbilder gehalten habe, die ich in der Sammlung gesehen habe. Einerseits die sehr stark spitz zulaufende Form und die schrägen Teilungsnähte, die also die Teile betonen und andererseits aber auch ein Blümchen-Aufdruck in teilweise gespiegelter Form habe ich entdeckt in der historischen Sammlung und habe das dann hier auch so umgesetzt, dass ich einen gespiegelten Blumendruck eingesetzt habe, die Schnürung im Vorderteil zum Selberschnüren, weil ich sage, die moderne Oberösterreicherin schnürt sich immer wieder selber bei Bedarf. Beim Kleid war es mir wichtig, den Bordürendruck einzusetzen, das Ganze reduziert einzusetzen, den Blaudruck. Ich finde, dass er so besser zur Geltung kommt und dass er auch moderner und frischer wirkt. Und das Kleid kann man eben auch komplett ohne Bluse und Schürze tragen, als ganz normales sommerliches Kleid vielleicht auch, aber auch durchaus kombiniert mit anderen Oberteilen darunter und ebenso, wie man es hier sieht, mit Dirndlbluse und Schürze. Der Kragen, wie er sich an der Jacke oder auch an der Bluse findet, schmeichelt einfach der femininen Figur und passt eigentlich durchaus zu dem schlanken Erseignungsbild des ganzen Ensembles.