Herzlich willkommen auf DorfTV. Wir sind live und exklusiv hier, heute für euch hier. Und wir werden diskutieren, wahrscheinlich heiß diskutieren oder vielleicht kalt diskutieren. Otto schaut schon ein bisschen skeptisch. Jetzt haben wir Otto vielleicht nicht rechtzeitig eingefangen. Er hat gar nicht skeptisch geschaut. Das Thema, wie schafft der nicht kommerzielle Rundfunk die Brücke zwischen demokratischer Basisleistung und Journalismus mit Biss? Und ich darf als meine Gästin meine beiden Gäste begrüßen. Ich fange natürlich bei Manuela Grün-Angerl an. Sie ist Senior Lecturer im Fachbereich Kommunikationswissenschaften der Paris-Lautron-Universität Salzburg. Sie forscht unter anderem zum nicht kommerziellen Rundfunk, was total günstig ist, weil darüber sprechen wir heute. Das ist ja wirklich, wie sie das alles fügt. Und ganz wichtig, darüber sprechen wir dann auch, es ist zuletzt im März präsentiert worden eine Studie, die sich gemeinsam mit Felix Kramer und Josef Trappel vorlegt. Nicht kommerzielle Rundfunkveranstalter, was sie tun und was sie leisten. Eine qualitative Studie und zwar im Auftrag der Rundfunk- und Telekomregulierungs GmbH. Wir kommen relativ bald darauf zurück. Ich bitte Manuela Grünangel dann, die Studie ganz kurz zu umreißen, weil es schwierig ist. Ich werde mich bemühen, dass wir nicht drei Stunden nur über die Studie sprechen. Ich glaube, wir haben auch andere Diskussionspunkte, die spannend sind. Wir schalten noch eine Stunde weg, aber es gibt die Langversionen im Internet nachzuschauen. Für die hartgesottenen. Genau. Die Hardboiled TV, Non-Commercial TV-Lovers. Otto Tremetsberger, der von Armin Thurn als Medienpionier bezeichnet wird und dem schließe ich mich auch an. Autor, Geschäftsführer, Kultur- und Medienmanager, Mitbegründer von DorfTV und von 2010 bis 2018 kaufmännischer Leiter seit 2022. Festival der Regionen, Geschäftsführer. Du bist Medienpionier des nicht kommerziellen Rundfunks in Oberösterreich, Radio Freistaat, Radio Froh und seit 30 Jahren damit beschäftigt, bessere Rahmenbedingungen für alternative Medien, das ist, da muss man viele Gänsefüßchen machen, um nicht falsch verstanden zu werden, für alternative Medien zu verhandeln und ich zitiere dich jetzt, der Traum von der freien Meinung ist zum Albtraum geworden. Vielleicht ein bisschen ein anderer Kontext, aber trotzdem, ein gutes Zitat, oder? Last not least, aber trotzdem. Gutes Zitat, oder? Last, not least, of course. Martin Wassermeyer, Historiker, Politikwissenschaftler, Publizist, Generalsekretär von Reporter Ohne Grenzen Österreich im Dienste der Pressefreiheit. Er hat 2016, 16 oder 15, die Politikredaktion von DorfTV aufgebaut und zehn Jahre lang geleitet, wo er unter anderem, und das kennen alle, die DorfTV auch nur irgendwann einmal aufgedreht haben, die Sendeformate mit Biss, Martin Wassermeyer sucht den Notausgang und Stachel im Fleisch verantwortet hat. Das Ende deiner Arbeit, Karriere im non-kommerziellen Rundfunk. Also du bist dann wirklich aus dem non-kommerziellen raus. Das klingt jetzt so blöd, als wenn du nur mehr kommerziell arbeiten würdest. Ende März ist Anlass für diese Sendung, das kann man glaube ich so sagen. Und wir starten vorzeitig, ich sage es jetzt nur kurz, wir kommen darauf dann aus, fühlig zu sprechen. Und zwar bist du gegangen mit der sehr großen Frage, ob ein übergroßes Konsensbedürfnis der freien Mediendiskurs und Partizipation verhindern, beziehungsweise möchte ich auch gerne über die Mittel sprechen, die der nicht kommerzielle Rundfunk benötigen würde und wie man die aufteilt, beziehungsweise was ist die Stoßrichtung, was ist der Sinn der nicht kommerziellen Medien. Der wird Zitat von dir noch vorlesen. Ich wünsche DorfTV ein langes Leben, vor allem aber, dass der Sender stachelig und unangenehm bleibt. Dass alle wissen, mit DorfTV ist zu rechnen, wenn es demokratiepolitische, medienpolitische, kulturpolitische, menschenrechtspolitische Fehlentwicklungen gibt. Aber dafür braucht es Persönlichkeiten, die das auch realisieren können. Soweit dein Zitat zum Abschied von DorfTV. Ich habe jetzt sehr viele Fragen schon vorbereitet, damit wir aber wirklich wissen, worüber wir sprechen. Der nicht kommerzielle Rundfunk, Manuela Grünangerl, die dritte Säule in der Rundfunkstruktur. Seine Förderung steht im Gesetz, soweit ich mir sehe. Ihr müsst mich jetzt bitte immer korrigieren. Ihr seid ja die Profis. Es hat einen Vernichtungsversuch gegeben unter Schwarz-Blau 1. Unter autoritären Tendenzen ist der nicht-kommunizierliche Rundfunk immer gefährdet, außer er heißt Auf1 oder Express TV. Die werden sehr gut gefördert. Jetzt bin ich schon in der Polemik drinnen. Entschuldigung. Wir sind in der sachlichen Vorbereitung. Die Studie nicht kommerzielle Rundfunkveranstalter, was sie tun und was sie leisten. Auch hier lese ich einen Satz vor und übergebe dann das Wort, um die Studie euch vorzustellen. Mit seinem Angebot an Laien journalistische Medienproduktion unter professioneller Anleitung selbst zu gestalten, ist seine gesellschaftliche Bedeutung nach anderen Maßstäben zu beurteilen als die Programmangebote der Community-Partizipation, Medienkompetenz und, da hat Dorf bis jetzt ein Alleinstellungsmerkmal gehabt oder auch nicht, demokratiepolitische Wissens- und Meinungsbildung. Ich darf jetzt kurz bitten, die Studie in ein paar Sätzen vorzustellen. Also den Titel hast du ja schon genannt, das war so unser Ausgangspunkt, auch im Gespräch mit der RTR, dass wir gesagt haben, wir möchten eben einfach einmal wirklich Revue passieren lassen und schauen, was macht der nicht kommerzielle Rundfunk, was leistet er, was tut er und wie können wir das abbilden. Wir haben uns für eine qualitative Studie, also für qualitative Tiefeninterviews und für Fallbeispiele entschieden, weil wir gesagt haben, wir müssen bei diesem Thema in die Tiefe gehen. Wenn wir nur einen großen, einen groben Überblick geben, dann ist das schwierig, was eben rauskommt. Und wir wollten halt wirklich in die Tiefe gehen und schauen, wenn wir von Reichweite sprechen, wenn wir von Zielgruppen sprechen, wenn wir von Wirkung des nicht kommerziellen Rundfunks sprechen, wo legen wir die fest und wie können wir die festlegen, dass wir nicht nur irgendwelche Lehrbuchdefinitionen anwenden und schauen, was wird erfüllt, was wird nicht erfüllt, sondern wie können wir auch Begriffe so formulieren, dass sie zum nicht kommerziellen Rundfunk und zu den Eigenheiten des nicht kommerziellen Rundfunks passen. Deswegen qualitativ, deswegen sehr stark hat auch darauf fokussiert, was die Leute im nicht kommerziellen Rundfunk selbst machen, sehen, warum sie etwas machen und wie sie das eben halt auch für sich organisieren oder wie sie für sich daraus halt auch einen Sinn ableiten. sehr stark auch aus der demokratiepolitischen Zugangsweise, also aus dem demokratietheoretischen Auseinandersetzung mit Medien und Medieninhalten, aber schon auch aus der medienökonomischen Perspektive. Und aus der medienökonomischen Perspektive sind Begriffe wie Reichweite oder Zielgruppe natürlich sehr stark besetzt auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Marktreichweite, also das hängt zusammen, das hat ökonomische Grundlagen. Und da war unser Argument sehr stark, dann stärker aus dieser demokratischen Perspektive zu sagen, das reicht eigentlich nicht für die dritte Säule des Rundfunks, sondern wir müssen uns auf die Besonderheiten dieses nicht kommerziellen Rundfunks fokussieren, weil wie gesagt, er ist nicht kommerziell. Also nicht kommerziell heißt, nicht unter denselben Bedingungen am Markt unterwegs wie ein öffentlicher oder vor allem halt auch ein privater Rundfunk. Beziehungsweise für private Medien und auch für den öffentlich-rechtlichen nehme ich stark an, ist es ja wichtig, die Reichweite, die Quote zu kennen, damit man den Preis einer Werbesekunde darstellt. Jetzt haben wir aber am nicht kommerziellen Rundfunk schon von vornherein gesetzlich festgelegt, Werbung spielt keine Rolle, Werbung darf es nicht geben, Werbung wird es nicht geben. Also kommen wir mit dem Reichweitenbegriff auf diese Art und Weise halt auch nicht klar. Was wir uns dann in der Studie halt auch überlegt haben, ist zum einen einmal zu schauen, wo sehen wir demokratische Wirkungsräume des nicht kommerziellen Rundfunks. Da haben wir sieben verschiedene demokratische Wirkungsräume beschrieben. Die werde ich jetzt nicht alle rezitieren. Kann man auch gerne in der Studie nachlesen, wo wir uns eben angeschaut haben, was sind die Besonderheiten und was ist das, was die Leute uns erzählt haben und von dem, was wir aus den Interviews eben so gehört haben, wo finden wir hier Gemeinsamkeiten über alle Fallbeispiele hinweg und wo finden wir diese Besonderheiten, die eben halt auch in der Charta des nicht kommerziellen Rundfunks festgeschrieben sind? Wo finden wir eben die Nichtkommerzialität? Wo finden wir die Sichtbarmachung? Wo finden wir diese Fragen der Meinungsbildung, der Öffentlichkeitswirksamkeit? Also wo findet sich das alles? Wie lässt sich das systematisch auch zeigen, welche Rolle spielt die Medienkompetenz hier. Und darauf aufbauend haben wir gesagt, wir möchten jetzt schauen, was kann jetzt die spezifische Reichweite sein, die explizit für den nicht kommerziellen Rundfunk gilt. Und das haben wir aktivierende Reichweite genannt. in der Struktur des nicht kommerziellen Rundfunks ist eben, dass genau diese Logik, ich habe wo einen Produzenten, einen Journalisten, einen Kommunikator und ich habe wo ein Publikum und der eine sendet was an das Publikum, was das Publikum zu wissen hat, dass genau das eben aufgebrochen wird. Also auch diese kuratorische Leistung aufgebrochen wird und gesagt wird, das verschwimmt gewissermaßen. Das kann ein Stück weit volatil sein. Das kann tatsächlich aufgebrochen sein. Ich kann zu beiden Bereichen gehören und das ist halt das Besondere. Deswegen war unser Argument, die aktivierende Reichweite setzt den Reichweitenbegriff schon viel früher an. Nämlich schon bevor die Programmgestaltung, die Programmproduktion überhaupt angeht. Und das darf man eben, wenn man sich die Reichweite oder wenn man sich auch die Zielgruppen des nicht kommerziellen Rundfunks anschaut, einfach nicht vergessen, sondern das ist einfach die demokratische Basisleistung und das ist die Basis, auf der eben halt der nicht kommerzielle Rundfunk fußt. Und das haben wir uns dann in den verschiedenen Wirkungsebenen angeschaut. verschiedenen Wirkungsebenen angeschaut. Wo realisiert sich hier eben so eine aktivierende Reichweite und wo kann man das eben auch als Ausgangspunkt für weitere Studien nehmen, wo man schaut, welches Programm, welche Sender, welche Sendungsmacherinnen realisieren das auf eine bestimmte Art und Weise und gehen eben da in die Tiefe, was diese aktivierende Reichweite anbelangt. Danke soweit jetzt dafür. Ich möchte jetzt die Herren in die Diskussion hereinnehmen. Wichtig ist ja die titelgebende Brücke, die Brücke zwischen der basisdemokratischen Leistung und Community-Darstellung, Öffnung, Partizipation. Und lieber Martin, du hast jetzt, ich muss nur schauen, ich habe so viel aufgeschrieben. Martin, jetzt sind wir bei dir. Du hast im Standard ein Interview gegeben. Es geht um das übergroße Konsensbedürfnis, also wie gesagt, die Brücke zwischen Partizipation, Communities, Medienbildung und das Zitat ist, der Standort fragt, gibt es einen Kulturclash zwischen journalistischer Professionalität und der Spielwiesenmentalität eines freien Kanals? Das ist jetzt leicht polemisch gefragt, aber damit sind wir, glaube ich, durchaus auch schon beim Point, beim Pain-Point. Es hat ja der nicht-kommerzielle Rundfunk gesetzlich den Auftrag, eben diese Partizipation zu fördern, auch Kunst- und Kulturberichterstattung. Ich muss mal wirklich sagen, ich bin ganz kurzer Einschub als Autorin sehr froh, dass es DorfTV und auch die freien Radios gibt, weil wenn man nur auf die kommerziellen oder den öffentlich-rechtlichen angewiesen wäre, hätte man echt eine Wüste abseits von Wien. Und dir war es ein großes Anliegen, du hast es zehn Jahre gemacht, eine Politikredaktion zu etablieren. Die wird es jetzt in dieser Form nicht mehr geben. Und du hast auch, das kann man so weit jetzt sagen, was sagst du mit deinen eigenen Worten, du hast ein zu großes Konsensbedürfnis festgestellt, dass man Journalismus in dieser Form jetzt bei DorfTV nicht mehr erwünscht. Ja, danke. Meines Erachtens machst du das augenblicklich viel zu stark an dieser Vorstellung eines Konsensbedürfnisses fest. Das alleine ist es keineswegs. aus deiner Einführung aufzugreifen im historischen Rückblick, der mir wichtig erscheint, weil er signifikant ist für die doch sehr eindrückliche Mythen- und Legendenbildung, die auch der nicht kommerzielle Rundfunk in den vergangenen Jahrzehnten so hervorgebracht hat. Du hast vom Vernichtungsschlag der ersten schwarz-blauen Regierung gesprochen im Jahr 2000. Das ist sehr unsauber. Tatsache ist, dass die freien Radios, und das waren vielleicht im Jahr 1999 eine Handvoll, Radio Orange, Radio Froh, ich weiß nicht wer sonst noch, tatsächlich von der Gunst der Stunde profitieren durften, dass es einen Kunststaatsrekteur unter dem SPÖ-Bundeskanzler Viktor Klima gegeben hat, namens Peter Wittmann, der gesagt hat, freie Radios sind uns wichtig, freie Radios sind im Grunde wie Kulturbühnen, wir fördern das jetzt mit kunstförderungspolitischen Mitteln. Das Ganze hat sich dann formal zugetragen in der Kunstsektion in der Abteilung für Kulturinitiativen, wo der Beirat am Vorsitz besetzt war von Franz Briller, den alle hier in Österreich kennen, auch ein Mitgründer des Festivals der Regionen. Und Peter Wittmann hat das ausgegeben als Losung, die müssen finanziert werden und Franz Briller hat getobt. Die haben eine offizielle, also Leute von uns, aus unserem Milieu, aus unseren Szenen haben getobt, dass das eine Frechheit ist, einfach hier Formalstrukturen zu übergehen, von oben herab eine Weisung zu erteilen, dass die freien Radios hier kunstpolitische Förderungsmittel erhalten. Wenige Monate später war es nicht die FPÖ, sondern dann Franz Morag, der quasi Peter Wittmann im Kunststaatssekretariat abgelöst hat. Der hat dann die Förderung gestrichen. Im Grunde genommen hat er vollzogen, was der Beirat mit Vorsitz Franz Briller gefordert hat. Das ist einmal der erste sozusagen. Zu sagen, die Geburt des nicht kommerziellen Rundfunks sei eine Totgeburt geworden, weil sie von Schwarz-Blau totgeschlagen worden wäre, das ist so nicht richtig. Das Zweite ist... Wobei es ja nicht gut ist. Naja, ich sei jetzt mal so dahingestellt. An dem Akt selbst, der Kürzung, nichts Gutes draus macht. Selbstverständlich, selbstverständlich. Aber es ist natürlich auch so, dass dann andere Gebietskörperschaften eingestiegen sind und die freien Radios haben letztendlich mit großer Not, aber so doch, überlebt. Da gab es übrigens auch EU-Gelder, die hier die Situation in Österreich als durchaus schwierig anerkannt haben. Ich habe selber damals für eine Netzkulturinitiative gearbeitet, Public Net, bei diesem Museumsquadri, wir sind dort rausgeflogen, haben auch Fördergelder gestrichen bekommen von Schwarz-Blau und die EU ist eingesprungen und es waren die besten Jahre unseres Lebens. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist diese Frage nach dem Publikum. Du hast selber, ich nenne das ganz, wenn ich so viel Zeit habe, nenne ich einfach jetzt mal Beispiele, um mich selber heranzutasten an das Thema von heute. Du hast gesagt, du bist Autorin und bist wirklich froh, dass es DorfTV gibt. Du hast völlig recht. Was viele nicht wissen, und ich habe das sogar schon an den Bundesverband des Nichtkommunizierenden Rundfunks herangetragen, habe dort keine offenen Ohren gefunden, ist die Tatsache, dass es für uns als DorfTV oder auch als Sendungsmacherinnen und Sendungsmacher natürlich interessant ist, wenn wir Studiogäste einladen, so wie du heute, und es Anreize gibt für die Studiogäste, beispielsweise, du bist Tantiemenbezugsberechtigt bei der Literamechaner, dass du das vergütet bekommst, die eine Stunde, wo du hier sitzt. Du bekommst das vergütet beim ORF. Das sagst du mir jetzt. Nein, hör mal zu. Die eine Stunde, wo du hier sitzt, bekommst du vergütet bei Puls 4, beim ORF, bei LT1, wo auch immer. Nicht beim Nicht-Kommerziellen-Rundfunk. Ich habe dort schon einmal angerufen. Die Antwort ist ganz einfach. Ihr seid zu klein, ihr seid zu unbedeutend. Ihr reicht ja nicht einmal 1% Quote. Und das ist ja bei der Reichweitenfrage, die meines Erachtens an diesem simplen Beispiel, von dem kaum jemand was weiß, sozusagen geradezu paradigmatisch wird, wie wir selbst auch in nicht kommerziellen Rundfunk, ich zähle mich jetzt noch einen Augenblick kurz dazu, das letztendlich auch immer beiseite gewischt haben, dem viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, so als hätten wir fast ein gestörtes Verhältnis zum Publikum. Das ist etwas, was meines Erachtens in meiner langjährigen Beobachtung im nicht kommerziellen Rundfunk lange inne wohnt. Es ist so, dass es sehr wohl problematisiert wird, wie wir mit Reichweite umgehen. Ich habe Reichweite sehr stark in Zusammenhang gebracht in meinen Jahren hier bei DorfTV mit Wirkmächtigkeit. Wie willst du wirkmächtig sein, wenn dich niemand sieht? Aktivierende Reichweite? Bei weitem nicht. Da treten wir schon was ein, aber mit mal aus. Über diese aktivierende Reichweite könnte man natürlich auch sehr viel an Polemik anbringen. Das ist ja quasi für den nicht kommerziellen Rundfunk, den ich ja in einer Krise erkenne, kommt ja die Studie gerade recht, weil es jetzt sozusagen ein Argumentationshandwerkszeug in die Hände legt. Sozusagen jetzt haben wir eine Rechtfertigung dafür, dass wir uns eigentlich eh im Publikum nicht bemühen müssen. Wir müssen nur schauen, dass es ausreichend Leute gibt, die zu uns kommen, so als wären wir ein soziokulturelles Zentrum, hier mitmachen. Damit haben wir zur Reichweite aktiviert. Ist für mich unbefriedigend, aber ich habe noch mehr Kritik an der Studie. Das ist aber für den ganzen Sektor unbefriedigend, Martin, was du da in den Raum stellst. Das ist ein Mythos. Also der Mythos der Todgeburt, diese Begrifflichkeit höre ich zum ersten Mal. Es war eine schwierige Zeit, ich bin selber 2001 zur Radio Froh gestoßen, das war in der Zeit der Kürzung durch Franz Morack. Wir haben uns damals selbst nicht als Todgeburt gesehen, sondern wir haben in einer schwierigen Zeit versucht, den Sektor am Leben zu halten und es ist uns gelungen. Die andere Geschichte ist, wenn du jetzt wirklich so massiv den Sektor kritisierst, was das Thema der Reichweiten betrifft. Da hat sich die Diskussion in den letzten fünf, zehn Jahren massiv verändert. Man kann das nicht so pauschal aburteilen, wie du das jetzt gerade gemacht hast. Also die Frage, welches Publikum hat da nicht kommerzielle Rundfunk? Welche Rolle spielt das Publikum für uns? Das spielt eine ganz wichtige Rolle bei uns. Und da gibt es unterschiedliche Formen, wie man sich dem Publikum nähert. Und die aktivierende Reichweite aus eurer Studie ist jetzt sozusagen kein qualitativer Zugang, der das Thema Publikum, der die Communities, der die beteiligten Personen per se ausschließt. Wir hatten letztes Jahr für die RTR erhoben, wie hoch eigentlich die Beteiligung am Sender in der Produktion ist. Und alle Sender gemeinsam haben 50.000 beteiligte, unterschiedliche Personen am Sender gehabt. Da warst du nur einmal dabei in dieser Zählung. Und allein in Oberösterreich war es etwa ein Drittel. Also 15.000 Personen waren in irgendeiner Form aktiv im Studio, in einem Gespräch, in einer Produktion beteiligt im nicht kommerziellen Sektor. Aus dieser Form der Beteiligung kann man schon auch eine Relevanz und am Ende des Tages ein Publikum ableiten. Aber das klassische Reichweitenthema, da gebe ich da recht, das ist eine sensible Sache im nicht kommerziellen Rundfunk. Da ist schon oft darüber diskutiert worden und da gibt es sicher die eine oder andere fundamentalistische Position dazu. Aber ich habe persönlich selbst einige Studien, die sich mit Reichweite beschäftigen, durchgeführt und konzipiert. Und wir hatten Ende des Jahres eine durchführen lassen in Oberösterreich. Und da kann ich dann später auch was dazu sagen. Mit dem Ergebnis beispielsweise, dass es täglich etwa 25.000 Personen sind, die Dorfteverein schalten, online oder auf Livest oder digital. Also täglich 25.000 Personen sind, die durfte vereinschalten, online oder auf Levest oder digital, also täglich 25.000 Personen. Und wenn ich mir anschaue, was man sozusagen zahlen würde bei der AKM, wenn man Veranstaltungen macht mit 25.000 Personen, also der Grund, warum die Zentimen nicht individuell ausbezahlt werden, ist ein heikles Thema und da gibt es auch Überlegungen dazu und auch technologische Überlegungen dazu, wie man das in den Griff bekommt. Was natürlich spannend ist, wie kann man sozusagen alle diese beteiligten Communities, Autorinnen, Künstlerinnen, Kunstschaffenden in irgendeiner Weise an den, ich weiß nicht, sind es 100, sind es 150.000, also auch ein relativ großer Betrag an Themen, die da jährlich abgeleistet werden, beteiligen. Das ist ein Thema, aber das kann man auch nicht so einfach vom Tisch wischen. Wir beschäftigen uns damit und gerade die Sensibilität, wie man am Ende sozusagen den produzierenden künstlerischen Kräften das zugutekommen lässt, die ist auf jeden Fall da. Und wenn ich da einhaken darf, kurz aus der Moderatorinnenrolle. Ja, das ahne ich jetzt noch im Nachhinein mit einer gelben Karte. Du mich nicht unterbrechen, sonst vergiss ich, was ich sagen will, dann stehe ich blöd da. Das war schon, also du hast mich mehrfach eingeladen und ich habe dann ab und zu zugesagt, aber es ist grundsätzlich schon auch ein Problem für uns, die wir jetzt, ich sage es ein bisschen kühl, Content produzieren und dann extra einfallen und es vorbereiten und es auch total zum Narren machen können, weil es ja live aufgezeichnet wird und dann kriegst du einfach nichts davon als Honorar. Ich möchte mich, wirf das jetzt auch so auf diesen Gabentisch der Problematiken, die wir besprechen können, wo wir vielleicht dann am Ende noch uns zusammenreden, wie wir das ändern können. So, jetzt haben wir vieles offen genommen. Ich hätte auch noch gerne eine gelbe Karte. Kriege ich noch eine? Eine darf ich mir leisten. Du kriegst jetzt das Wort. Wirklich? Ich hätte die aktivierende Reichweite tatsächlich nie als Ersatz für eine klassische Reichweite gesehen, sondern eigentlich als Ergänzung. Also für mich ist diese Idee, wer schaut den Sender, wer hört den Sender, einfach nicht völlig abschließend, sondern vorher vorgelagert muss ich eben wissen, wen erreicht der Sender mit seinen Medienkompetenzprojekten. Einfach, und man kann natürlich sagen, Medienkompetenz wäre was, was mir als Kommunikationswissenschaftlerin sehr wichtig ist, was ich aus einer demokratischen Perspektive sehr wichtig finde, aber was halt schon tatsächlich ein Steckenpferd, eine Basisfunktion vom nicht kommerziellen Rundfunk ist. Ansonsten hätte der nicht kommerzielle Rundfunk das nicht, dann müsste ich mich ja fragen, ja, ja, dann ist er ja eigentlich ähnlich wie öffentlicher oder privater Rundfunk, nur halt nicht irgendwie marktfähig oder sonst was. Und dann, glaube ich, wird es mit der Legitimation schon schwieriger, wenn ich sage, na ja, ist er klein, regional, ist halt, weiß ich nicht, nicht auf dem Markt unterwegs, dann kann ich mir ja wirklich fragen, ja, vielleicht brauche ich ihn nicht, vielleicht können die anderen beiden das ersetzen, weil die haben ja größere Reichweiten. Die machen das ja ökonomisch besser als der nicht kommerzielle Rundfunk. Darum muss ich halt tatsächlich sagen, für mich ist diese Spielwiese einfach die Basis. Und das Basisverständnis braucht es eben, dass beim Publikum überhaupt etwas ankommt. Und ich habe ganz viele Interviews geführt. Ich habe vor zehn Jahren schon einmal auf einer internationalen Ebene Interviews geführt. Ich habe vor zehn Jahren schon einmal auf einer internationalen Ebene Interviews geführt mit Community-Fernsehveranstaltern in Australien, in Brasilien, in Dänemark. Jeder von denen hat über das Publikum nachgedacht. Wirklich. Jeder hat von denen über das Publikum nachgedacht und darüber nachgedacht, wen erreiche ich und wie kann ich es messen, wen ich erreiche und wie kann ich bestimmte Gruppen, wie kann ich bestimmte Personengruppen erreichen und wen möchte ich versorgen? Ich habe im Rahmen von anderen Studien als Forscherin auch Interviews geführt mit Journalisten von klassischen Nachrichtenmedien. Die haben oft ganz weniger, viel weniger über ihr Publikum nachgedacht. Das heißt, ich würde das tatsächlich dem nicht kommerziellen Rundfunk nicht unterstellen, dass er eben sagt, na ja, solange jemand meine Workshops besucht, ist mir eigentlich egal, wenn das niemand anschaut. Aber es wirklich tatsächlich nur daran zu messen, wie viele Leute das erreicht, das finde ich heute tatsächlich verkürzt für das, was es ist. Das habe ich tatsächlich so nie behauptet. Ich möchte mich auch keineswegs an der Reichweite festbeißen. Ich bin bei vielem einverstanden, was du jetzt ausgeführt hast. Ich habe mir heute wieder einmal kurz rausgesucht, die Charter des Nicht-Kommunizierenden Rundfunks. Es gibt sowas seit dem Jahr, das ist abgedatet im Jahr 2020. Eine Charter, die sechs Punkte umfasst, zu der sich auch die Mitglieder des Nicht-Kommunizierenden Rundfunkverbandes 17 an der Zahl oder 18 mit KommIT, tatsächlich auch verpflichtet haben. Ich möchte wirklich noch einmal kurz einhaken. Es sind drei Community-Based-TV-Sendestationen. Und mittlerweile 15 Radios. Wenn man freies Innenviertel hat. Ah, radiofrei. Genau, es sind 15 plus COMIT als das Ausbildungsinstitut des Nicht-Kommissionären Rundfunks. Ist eigentlich für so ein kleines Land ganz beachtlich. Also das ist sehr begrüßenswert. Da steht unter Punkt 6, unter Unabhängigkeit, journalistische Qualität. Sie fördern, also die Rundfunkveranstalterinnen des Nicht-Kommissionären Rundfunks, sie fördern eine sorgfältige, unabhängige und unbequeme Berichterstattung und verpflichten sich freiwillig dem Ehrenkodex für die österreichische Presse. Siebter Punkt, der letzte Punkt ist für mich noch viel spannender, antidiskriminatorischer plus politischer Anspruch. Sie treten für freie Meinungsäußerung, Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung, Menschenwürde und Demokratie ein. Sie arbeiten aktiv gegen Diskriminierung von Geschlecht, Gender, Sexualität, sozialer, ethnischer Herkunft und so weiter und so fort. Sie fördern den Gedanken eines starken, einigen und solidarischen Europas. Wunderbar, kann ich mich ganz und gar dafür begeistern. Ich stelle mir die Frage, wie das der nicht kommerzielle Rundfunk, der Charter, zu der er sich verpflichtet hat, tatsächlich einlöst. Und da komme ich gerne auch auf Ungarn zu sprechen, weil Ungarn ist für uns das Menetekel, das wir auch immer in Österreich vor Augen haben sollten. Wir haben hier in Österreich mit der FPÖ eine politische Kraft, die weit an der Spitze liegt, in den Umfragen mehr als noch beim letzten Wahlergebnis. Die FPÖ, jetzt wieder Christian Hafenecker als Generalsekretär, hat ganz klar zum Ausdruck gebracht, Orbán und die ungarische Fidesz-Partei ist Vorbild für die FPÖ. Wir wissen, was das für Österreich heißt und natürlich auch, was das für den Nicht-Kommunizierenden Rundfunk heißt. Jetzt schaue ich mir an, wie es um den Nicht-Kommunizierenden Rundfunk steht in Österreich. Und da hat mir diese Studie tatsächlich geholfen, ein bisschen mehr zu lernen. Wie schaut die Realität aus, in der wir leben? Sie ist zutiefst rassistisch, undemokratisch. Man hat wirklich Probleme, sozusagen die Meinung frei zu äußern, immer öfter. Es gibt Slapklagen gegen kritische Journalistinnen und Journalisten, also das Leben wird immer schwieriger. Das ist abhängig von all der Rückmeldung. Und so weiter, das Leben ist abhängig. Wir erleben Krieg, wir erleben Hass und vieles andere mehr. Gut, jetzt weiß ich nicht, wie diese Studie im Wechselverhältnis zum Sektor des nicht kommerziellen Rundfunks steht. Ist sozusagen der nicht kommerzielle Rundfunk Spiegelbild der Studie oder ist die Studie Spiegelbild des Sektors? Ich habe mir das angeschaut anhand von Kriterien und Items, die mir wichtig sind, weil das war auch in meinem Politikprogramm immer sozusagen ausschlaggebend. Der Begriff Journalismus kommt in der ganzen Studie einmal vor, aber auch nicht eigenständig, sondern nur im Zusammenhang mit Musikjournalismus. Der Begriff Rassismus kommt in der Studie kein einziges Mal vor. Der Begriff Frieden kommt in der ganzen Studie nullmal vor. Der Begriff Klima kommt in der ganzen Studie nullmal vor. Der Begriff Klima kommt in der ganzen Studie nullmal vor. Der Begriff Antisemitismus kommt in der Studie nullmal vor. Dann frage ich mich, welches Bild hat der nicht kommerzielle Sektor als Forschungsgegenstand dieser Studie, die 24.000 Euro kostet? Du brauchst nicht nur dich, Frank, sondern du kannst die Begriffe fragen. Ich stelle jetzt mal einfach nur diese Erkenntnis, diese Analyse in den Raum. Ich stehe da tatsächlich persönlich vor einer kognitiven Dissonanz. Weil die Realität, die ich erlebe, sieht furchterbar aus. Und ich habe immer versucht, das auch kritisch, unabhängig, in mein Programm, in mein Sprechen, in meine Artikulation, in meiner Widerborstigkeit, in meiner Stachelichkeit einfließen zu lassen und hier finde ich das gar nicht. Also ich gebe die Frage wirklich gleich direkt weiter, ich möchte aber nur kurz sagen, geht es dir auch so in meiner wirklich gelebten alltäglichen Realität schaut es nicht so aus. Da erlebe ich eigentlich sehr viel Angenehmes. In der medialen, sozialen, medialen,gehetzten. Ja, Pseudorealität schon. Aber jetzt gebe ich die Frage gleich. Also diese Begriffe kommen tatsächlich alle vor in der Studie? Nicht im Text, doch, Moment. Die kommen in den Interviews vor. Die werden in den Interviews schon angesprochen. Sie sind aber halt natürlich für die Studie dann in einer gewissen Art und Weise systematisiert. Das heißt, es geht halt schon darum, dass man eben quasi die journalistische Praxis halt als Medienkompetenzpraxis sieht. Dass man halt schon sieht, wie kann ich zum Beispiel Produktionserfahrung sammeln. Solche Sachen stehen schon drinnen, wenn du nach diesen suchst. Dass man zum Beispiel sagt, dass marginalisierte Gruppen Sichtbarkeit bekommen, Beispiel Produktionserfahrung sammeln. Solche Sachen stehen schon drinnen, wenn du nach diesen suchst. Dass man zum Beispiel sagt, dass marginalisierte Gruppen Sichtbarkeit bekommen, dass die sich eben ausdrucken können. So etwas kommt in den Interviews schon vor. Die Studie ist halt kein Abbild von Fallbeispielen, wo man halt nur Fallbeispiele beschreibt, sondern die Frage und die Idee dahinter ist halt, kann ich aus diesen Fallbeispielen etwas abstrahieren und systematisieren? Und wie stark findet dies in bestimmten Ebenen? Und da findet sich in einigen dieser Beispielen, die wir dann eben heute auch in den Factsheets präsentiert haben, durchaus einiges drinnen. Ich habe es nicht gefunden, sehe aber gleichzeitig eine hohe Politisierungsbedürftigkeit des gesamten Sektors. Und zur Politisierung ist diese Studie nicht geeignet. Otto, ist der Sektor in der Krise? Braucht er mehr Politisierung? Oder macht man sie dann zum Teil der alarmistischen, also ich frage jetzt, angespitzt, macht man sie Teil einer alarmistischen, ja, ich weiß jetzt da gar nicht, global bleibe ich ja zum Pessimismus. Ich möchte, ich weiß jetzt da gar nicht. Global bleibe ich ja zum Pessimismus. Ich möchte auch nicht so pessimistisch sein. Also ich sehe den Sektor nicht in der Krise. Sondern, und da haben wir oft schon diskutiert, Martin, uns ist und mir ist es genauso ein Anliegen, den Sektor zu verbessern, weiterzuentwickeln. Und die katastrophale Situation, die man in Ungarn nämlich hatte, ist wirklich tatsächlich ein Worst-Case-Szenario, weil ja Ungarn einmal ein Best-Case-Szenario war mit über 100 Community-Radios in ganz Ungarn, Case-Szenario war mit über 100 Community-Radios in ganz Ungarn, die sozusagen aus diesem Gedanken heraus entstanden sind, und gerade in einer Gesellschaft, die in der Krise ist, braucht es solche lokalen Community-basierten Medienangebote. Und wahrscheinlich genau mit demselben Argument sind die dann sukzessive zerstört worden. nicht genau mit dem selben Argument sind, die dann sukzessive zerstört werden. Das ist natürlich ein Horizont, den man im nicht kommerziellen Sektor auch immer mitdenken muss. Aber das Thema Journalismus, man kann jetzt nichts so tun, als würde das Journalismus im nicht kommerziellen Rundfunk keine Rolle spielen. Deine Formate waren nicht die einzigen journalistischen Formate. Es gibt vielleicht keine tagesaktuellen journalistischen Formate wie ein Abendsjournal, aber es gibt sehr wohl Projekte und Initiativen, genau an solchen Formaten zu arbeiten. Was den Journalismus im nicht kommerziellen Rundfunk betrifft, da möchte ich ganz an die Anfänge des Sektors zurückdenken und ein bisschen auch an diesen Widerspruch, den du ansprichst. Es hat unterschiedliche Radios und unterschiedliche TV-Initiativen immer gegeben. Da sind welche aus dem künstlerischen Zusammenhang gekommen. Wir möchten Kunstradio machen, wir möchten Kunstfernsehen machen. Dann hat es welche gegeben, wir möchten Open Access Radio, Open Access TV machen, Plattform. Macht's, ihr macht's, die Spielwiese. Und dann waren welche, die gesagt haben, wir brauchen einen Journalismus, wir brauchen einen seriösen, ernsthaften Journalismus. Und das sind sozusagen im Wesentlichen die drei Zugänge und die drei Perspektiven. Es gibt nicht nur die zwei mit der Spielwiese und dem Journalismus, sondern es gibt eigentlich diese drei Zugänge zum nicht kommerziellen Rundfunk, die bei unterschiedlichen Projekten mehr oder weniger sich sozusagen durchgesetzt haben oder mehr oder weniger vielfältig dann am Ende passiert sind. oder mehr oder weniger vielfältig dann am Ende passiert sind. Was ich schon in den letzten Jahren erlebt habe, und das ist ein Ergebnis der Politikredaktion von DorfTV, so sehe ich das, ist ein vermehrter Diskurs über journalistische Formate im engeren Sinn. Sozusagen dieser Anspruch, diese ganzen Ungerechtigkeiten, die du angesprochen hast, nicht einfach nur, nicht darauf zu warten, dass sie sich automatisch im offenen Zugang abbilden, sondern tatsächlich komplementär darüber nachzudenken, was können wir mit unseren eigenen Ressourcen, unseren eigenen journalistischen Kapazitäten dazu beitragen, das abzudecken, das zu reflektieren, das zu kritisieren. Da hat sich in den letzten 15 Jahren auch einiges getan und da sind auch einige Formate dazu entstanden. Was ich aber nicht möchte, ist, dass man sich den Rest als etwas vorstellen würde, das nichts mit Journalismus zu tun hat. Es gibt ja auch Journalismus- Definitionen, die all das, was, oder fast alles, sagen wir mal so, das, was in den nicht kommerziellen Radios passiert, ja auch mit einbezieht. Das sind musikjournalistische Sendungen, das sind irrsinnig viele Sendungen von Communities, von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die so wie wir hier sitzen oder im Studio sitzen und aktuelle gesellschaftliche Themen in die Tiefe gehend relevant diskutieren aus unterschiedlichen Sichtweisen und die genau diese Ansprüche mit uns allen teilen, die in der Charta drinnen stehen. Die Frage, wie sichtbar das am Ende sein kann aufgrund der Rahmenbedingungen und der Ressourcen, wie wirksam das am Ende ist, das ist eine ganz berechtigte Frage und damit beschäftigen wir uns auch. Das ist uns wichtig, weil niemand von uns möchte... Wer ist wir, Otto? Wer ist wir? Wir im Sektor, und da schließe ich auch den Verband der Freien Radios absolut ein, wir alle denken darüber nach. Ich bin gestern, am Freitag bin ich mit der stellvertretenden Programmzuständigen von DorfTV im Bus gesessen und wir haben eine halbe Stunde darüber diskutiert, welche journalistischen Formate, Ideen können wir entwickeln, um eines zu erreichen, was uns nämlich absolut noch immer fehlt, das ist Tagesaktualität. Wir haben zwar tagesaktuelle Diskussionen, aber zu tagesaktuellen Ereignissen in unmittelbarer Nähe gibt es bei uns sehr wenig. Woran liegt das? Das liegt an Ressourcen, das liegt an Formaten. Es liegt nicht an den Überlegungen und an den Ideen und an den Kompetenzen, die da wären. Es liegt vor allen Dingen an den Ressourcen. Da wird sicher etwas geben und etwas geben müssen. Weil wir können sozusagen diese tagesaktuellen Ereignisse nicht ausblenden. Und das sehe ich zum Beispiel aus der Perspektive politikredaktioneller Arbeit, sich da etwas zu überlegen und Formate zu entwickeln, wie man das einbringen kann. Über diese Dinge wird sehr wohl diskutiert. das einbringen kann. Über diese Dinge wird sehr wohl diskutiert, das findet statt und dass einige Radios mittlerweile Mitglied sind im sozusagen diesen journalistischen Ethos auch tatsächlich unterschrieben haben und im Presserat Mitglied sind, das ist auch ein Ergebnis der journalistischen Diskussion, die wir geführt haben, die vielleicht vor 20 Jahren ganz anders ausgeschaut hat. Da waren sozusagen die journalistischen Ansprüche noch anders gewichtet. Meine Frage wäre, was meinst du, wenn du sagst Politisierung? Also was verstehst du unter Politik? Ich nehme das da eher so mit der Frauenbewegung, das Private ist politisch oder alles ist politisch. Was ist so dein... Ich nehme das da eher so mit der Frauenbewegung, das Private ist politisch oder alles ist politisch. Das ist natürlich sehr weit gefasst. Also ich möchte es tatsächlich anwendbar machen und verstehbar machen für die Situation des nicht kommerziellen Rundfunks in Österreich und nenne dafür zwei Beispiele. Am 1. Januar dieses Jahres wurde im Bundesland Berlin-Brandenburg allen freien Radios die Sendelizenz entzogen. Das ist ein rot-rot geführtes Bundesland. Da ist die AfD, die rechtsextreme AfD, nicht an der Macht und trotzdem ist es so geschehen. Im Grunde genommen wird dem freien Radios damit das Lichtlein ausgeblasen. Was ein bisschen unter der großen Aufmerksamkeitsverdichtung zu Ungarn und Viktor Orban untergegangen ist, ist, dass die AfD im Bundesland Sachsen-Anhalt gerade vor wenigen Tagen ihr Parteiprogramm vorgestellt hat, das als Wahlkampfgrundlage dienen soll zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September 2026. Und man muss sich vor Augen führen, die AfD liegt aktuell in den Umfragen bei 40 Prozent und ist drauf und dran, die absolute Mehrheit zu erringen. Im Parteiprogramm steht übrigens an ganz prominenter Stelle, dass das eines der renommiertesten Radios in Europa, Radio Korax, mit Sitz in Halle, an der Saale, das Licht ausgeblasen werden soll. Steht ganz klar da drinnen. Jetzt kann ich eigentlich den nicht kommerziellen Rundfunk in Österreich nur wirklich dringlichst das darum ersuchen, die Situation auch im eigenen Lande mal ernst zu nehmen. Wir wissen ganz genau, was in den Regierungsverhandlungspapieren der FPÖ mit der ÖVP letztes Jahr gestanden hat. Wir wissen ganz genau, welche Vorschläge dafür den nicht kommerziellen Rundfunk vorgesehen waren, nämlich sozusagen dem Ganzen der Marktwirtschaft zu überlassen und das wäre das Ende gewesen. Das heißt, bei allen wichtigen und notwendigen Diskussionen zur Wirksamkeit von Journalismus und journalistischen Formaten mit BIS und Rückbindung an Communities und alles, ich glaube, dass es jetzt ganz entscheidend darauf ankommt. Und in Oberösterreich wird nächstes Jahr im September 2027 erneut der Landtag gewählt und in den Kommunen, also auch hier in Linz, Gemeinderatswahl, wo die FPÖ in den Umfragen ganz klar vorne liegt. Manfred Heimbuchen als FPÖ-Parteivorsitzender der oberösterreichischen FPÖ wird momentan in den Umfragen bei 40 Prozent gesehen. Es wird spannend, wie das Land sich verändern wird, wenn er tatsächlich eines Tages Landeshauptmann wird. Ich wäre da nicht so cool und würde sozusagen jeden Tag ruhig schlafen, wenn ich nicht den ganzen Tag in meinen nicht kommerziellen Infrastrukturen gründlich darüber nachgedacht habe, wie wir uns darauf wappnen. Und das ist das Entscheidende. Für mich ist entscheidend aktuell in den Debatten innerhalb des Nicht-Kommazien-Rundfunks die Frage nach der Zukunft und der Zukunftsfähigkeit. Übrigens auch ein Terminus, der in der Studie, ich habe das ebenfalls recherchiert, der Begriff Zukunft kommt genau nullmal vor. Aber darf ich da einhaken? Das erscheint mir als ein ganz wichtiger Punkt zu sein. Ich bin ja nicht fertig. Ja, aber lass uns, ich möchte, dass wir uns vornehmen. Ich möchte wirklich über diesen Punkt sprechen, dass wir die Chance nutzen. Wie wappnen wir uns? Da frage ich euch nämlich dann aus der Kunst und Kultur. Das ist gerade unsere Frage. Wir schauen gerade, was in der Steiermark passiert. Sprich noch weiter, aber ich möchte auf jeden Fall darauf zurückkommen. Für mich ist die Formel einfach. Mehr denn je ist die Zukunftsfähigkeit an unsere Widerstandsfähigkeit zu knüpfen. Und ich war wirklich jahrelang ganz intim im Inneren von DorfTV. Ich kann versichern, so ich hier sitze, wir haben kaum Zeit dafür aufgewendet, wie DorfTV selber ausreichend Resilienz entwickeln kann. Und das meine ich mit Politisierung. Es gab keine Räume dafür, es gab keine Zeit dafür. Ich habe selber noch zu Ohren bekommen von der neuen Geschäftsführung von DorfTV, Martin, in unseren Mail-Inklisten, in unseren Team-Mail-In-Listen wird nicht diskutiert. Die dienen ausschließlich der Information. So die neuen Töne auch hier. Also das sind für mich die völlig falschen Voraussetzungen, um genau das zu leisten, worauf es in Zukunft ankommt. Und das ist ja auch der Titel dieser Studie. Was tun Sie und was leisten Sie? Ja eben, was tun sie und was leisten sie. Ja eben, was tun sie und was leisten sie. Aber diese Leistung, diese Leistung, diese Leistung eines eigenen Verständigungsprozesses, diese Leistung fehlt mir. Dann machen wir doch genau das. Jetzt haben wir eine Viertelstunde noch. Vielleicht schaffen wir es mit dir als Expertin und ihr zwei, sag ich einmal, Schlachtrössern der freien Medien. Wie kriegen wir den DorfTV stellvertretend für alle anderen freien Medien resilient? Du musst den Otto fragen, weil ich bin nicht mehr dabei. Ich habe da nicht mehr dabei. Du sitzt noch, du hast gesagt, du bist noch nicht dabei. Die Viertelstunde gehörst du jetzt noch dazu. Das müsste man ein bisschen verlängern. Du sitzt noch, du hast Zeit gesagt, du bist noch kurz dabei. Die Viertelstunde herrscht jetzt noch dazu. Schaust du noch aus, das müsste man ein bisschen verlängern. Ich bleibe sitzen. Für hartgesottene Division dann. Aber jetzt wirklich ganz ohne persönliche Gefühle. Es wird total schwierig, weil ich bei die ganze Zeit gefühle. Aber die Frage interessiert mich ja auch wirklich, als nicht bei DorfTV irgendwie Angestellte. Die große Frage ist, hat bis jetzt noch nichts geholfen? Meine ganze Kunst und Kultur, meine kritische Literatur hat den Rechtsruck nicht angehalten. Man wird schon ein bisschen böse und grantig. Es ist den freien Medien noch nicht gelungen. Wie kriegen wir es jetzt wirklich resilient? Otto, sag doch mal. Resilienz von DorfTV. Wie stoppen wir den Rechtsruck im Idealfall? Nein, das ist zu groß. Aber momentan herrscht ja wirklich eine ganz große Panik bei allem, die jetzt, und ich bin sehr viel in Wörs, ich weiß ja, wie entsprechend bürokratische Missgunst sich auf Kunst und Kultur auswirken kann. Das geht einmal nur über Verträge und mangelnde Betriebsgenehmigungen für Gastheißl, wofür linke Bier trinken. Wie gelingt es, dass wir resilient werden? Ich meine, mir ist schon ein Anliegen, zu sagen, dass es nicht so katastrophal ist, wie du das ein bisschen in den Raum stellst. Und nicht so naiv und nicht so unreflektiert, wie es aus deiner Sicht aussehen mag. Naiv musst du jetzt nicht verzichtigen. Nein, dass du eher naiv nennst. Sprich weiter. Also so katastrophal sehe ich das nicht. Ich bin seit 2019, glaube ich, nicht mehr operativ im Dorf TV tätig, sondern nur mehr im Hintergrund als Mitglied des Verwaltungsausschusses. Und in diesen sechs, sieben Jahren hat sich doch schon einiges getan. Die Förderung für den nicht kommerziellen Rundfunk hat sich in dieser Zeit verdoppelt. Das Radio Free ist dazu gekommen. Das ist ein Sender, der ein bisschen länger dauert mit der Hertha Gurtner, aber die haben einen Anspruch, die sind engagiert, die machen etwas vor Ort. Wir haben alle unsere Programme weiterentwickelt. Wir haben journalistische Formate entwickelt und ermöglicht, so wie deine journalistischen Formate. Wir haben über Optionen, Möglichkeiten auf der technologischen Ebene diskutiert. Das ist vielleicht eine Möglichkeit, um aus dieser Ressourcenknappheit ein bisschen herauszukommen und die Schätze, die bei uns im Programm liegen, vielleicht es ist schwierig, es sichtbar zu machen, es transparent zu machen und es irgendwie so weit zu dynamisieren, dass es dann auch unmittelbar in der Meinungsbildung, in einer regionalen Meinungsbildung sich abbildet. Wir haben bei dieser Reichweitenstudie Ende des letzten Jahres, haben uns auch damit beschäftigt, mit der Frage beschäftigt, ob unsere Programme aus Sicht derjenigen, die uns kennen, vertrauenswürdig sind. Und ein Beispiel, von denen, die uns kennen, sind es etwa 15 Prozent, die uns für nicht vertrauenswürdig halten. Ich glaube, daran kann man ableiten, dass der Vertrauensvorschuss uns und unserer redaktionellen, journalistischen Arbeit gegenüber sehr hoch ist im Vergleich zu denen, die andere Sender kennen und beurteilen. Die Frage der Meinungsbildung. Wir haben diejenigen, die uns kennen, gefragt, ob sie der Meinung sind, dass wir zur kulturellen, politischen Meinungsbildung in Oberösterreich etwas beitragen. Das sind so zwischen 35 und 40 Prozent, die dem zustimmen würden, dass wir zu dieser Meinungsbildung etwas beitragen. Das kann man nicht so in Reichweiten denken, sondern da geht es ja, und das hast du ja selber erlebt in deinen ganzen Formaten, unsere Wahlberichterstattungen, da geht es ja oft nur auch um physische Präsenz, um Sichtbarkeit, um eine physische Auseinandersetzung mit der Politik, mit der Zivilgesellschaft. Also diese Frage, wie bildet sich Relevanz ab, die kann man auf unterschiedlichsten Ebenen verhandeln und diskutieren. Und Sichtbarkeit, Präsenz ist ein Faktor. Tatsächliche technische Reichweite, Anzahl der täglichen Hörerinnen oder Zuschauer ist auch eine Form, ist auch ein Zugang. Aber das ist sozusagen ein ganzer Mix an Maßnahmen und Ideen. Und da kommt noch die technologische Ebene, wo wir, glaube ich, in den letzten Jahren extrem viel gemacht haben. Und jetzt zeigt sich, wie wichtig das ist, dass man unabhängige technologische Infrastrukturen hat und nicht zu 100 Prozent von Amazon oder Google abhängig ist. Das ist ja auch bei deiner Studie ein ganz wichtiger Punkt, dass es das gibt. Und quasi das andere Extrem der ganzen Kritik an dem ist, dass es das alles nicht gibt. Und auch wenn es nicht 100 Prozent unserer Erwartungen entsprechen kann oder entsprechen wird. Es ist unglaublich wichtig, dass es diese Strukturen, diese Infrastrukturen gibt. Und diese aktivierende Reichweite, ich finde das Bild aus eurer Studie total spannend, weil es ja ein bisschen auch sozusagen versinnbildlich, wie unser Zugang zur Relevanz auch in der Praxis funktioniert, weil wir Möglichkeiten schaffen, die es sonst nicht gibt. Und die Politikredaktion auf DorfTV ist ein klassisches Beispiel für aktivierende Reichweite. Wenn ich mir deine Sendungen anschaue, die letzten Jahre, hunderte Leute aus der Zivilgesellschaft, im Hintergrund deren Communities, deren Organisationen, deren Diskurse, die bei dir zu Gast waren, die ganzen Politikerinnen und Politiker, die Meinungsbildnerinnen, die ganzen Stakeholder des kulturellen, politikmedialen Kontextes. Da geht es nicht nur um die Frage, wie viele Leute hören dazu, sondern da geht es auch um die Frage der Auseinandersetzung. Und wir werden an der Auseinandersetzung auch nach deinem Ausscheiden bei DorfTV weiter dranbleiben. Und ich glaube, da wird es spannende Formate und Ideen geben. Und bei DorfTV ist die Anna Meyerhauser Redakteurin seit einigen Monaten beschäftigt. Also ich bin da total optimistisch, dass es uns gelingt, Resilienz zu erarbeiten. Und ich sehe auch die Diskussion. Und wenn du das Thema Schlachtross, das Wort Schlachtross verwendet hast, aber das spielt auch ein bisschen rein in die Diskussion. Wir sind Schlachtrösser des Sektors und uns geht es um die Sache, uns geht es um die Weiterentwicklung des Sektors und um neue Ideen. Aber wir müssen uns natürlich auch ein bisschen den Kopf zerbrechen, wie diese neuen Ideen und wie wir diese Weiterentwicklung vermitteln, in die Gänge bringen. Und da sehe ich einfach eine andere Generation, andere Formate, andere Ideen, über die wir nicht nachdenken oder nicht nachgedacht haben. Und ich glaube, da kommt sozusagen, bin überzeugt, da kommt noch einiges, was wir nicht am Radar hätten. Das wäre eher eine Frage, die ich mir stellen wollte. Wie schaut es mit der Struktur aus? Strukturkrise vielleicht? Ich habe keine Ahnung, wie jetzt da, um bei DorfTV zu bleiben, wie da der Männer-Frauen-Diversanteil ist. Aber ganz wichtig, die Generationenfrage. Also darf ich mich als Zuseherin und manchmal Gastmoderatorin darauf verlassen, dass da die Jungen schon wieder dran sind oder gibt es da auch Probleme? Du hast es selbst gesagt, bei Literatur im Dorf, definitiv mit der Literatur haben wir ein bisschen ein Generationenproblem. Ist das wenigstens im nicht kommerziellen Rundfunk besser? Das ist jetzt nur eine Nebenfrage. Ich möchte schon grundsätzlich bei der Resilienzbildung bleiben. Aber nur so eine kurze Frage in die Praxis. Ich kann diese Frage nicht beantworten, wie es um die Altersstruktur in der Literatur bei DorfTV bestellt ist. Nein, Literatur nicht, das kann ich eh leider beantworten. Aber Otto, du bist Sprecher für den Verwaltungatur nicht, das kann ich Ihnen gleich beantworten. Aber Otto, du bist Sprecher für den Verwaltungsausschuss, du müsstest das beantworten können. Gibt es da einen Personalplan? Gibt es Generationenablöse? Wie schaut es aus mit den Geschlechterverhältnissen? Ich kann das nicht beantworten. Meine Wahrnehmung, das Team von DorfTV hat sich, glaube ich, verdoppelt in den letzten Jahren. Das Budget hat sich verdoppelt. Da sind total viele neue Leute dazugekommen. Es ist ein unglaublich junges, engagiertes Team. Die Gabi Käpplinger, die mit mir circa zehn Jahre und dann noch sechs, sieben Jahre weiter Geschäftsführerin war, ist seit 1. April in Pension. Esben Jahre weiter Geschäftsführerin war. Ist seit 1. April in Pension. Es gibt eine neue Geschäftsführerin mit der Katharina Becker. Also es gibt sozusagen eine neue Generation, die am operativen und auch am inhaltlichen Ruder, am programmlichen Ruder steht. Und ich bin da sehr zuversichtlich, dass das gut funktioniert. da steht und ich bin da sehr zuversichtlich, dass das gut funktioniert. Und uns ältere Generation, also wir müssen uns da auch ein bisschen am Ohrwaschel nehmen und sozusagen auch Formen der Auseinandersetzungen, der Diskussion finden, unter denen Veränderung begleitet werden kann und stattfinden kann. In irgendeinem deiner Interviews hast du sozusagen das Beispiel der freien Szene von früher mal angesprochen, wo man bis die Nächte lang durchstreitet und sozusagen dann irgendwann einmal eine Meinung sich durchsetzt in den 80er Jahren und 90er Jahren. Diese Konfliktkultur, diese Diskussionskultur in der Form schaut wahrscheinlich heute ganz anders aus mit der Generation. Und ja, da sehe ich mich selbst als altes Schlachtrost, das sich hin und wieder reflektieren muss, wie man quasi diesen drängenden Veränderungsanspruch, den man mit sich selbst ständig herumträgt, irgendwie in die richtigen Bahnen bringt. Otto, du musst wieder mehr als Autor arbeiten, weil du bist automatisch bei den Jüngeren und so schnell ist es gegangen. In der Medienbranche sind wir bei den Älteren. Manuel, aus Sicht der Studie, beziehungsweise die Frage natürlich an dich als Expertin, ich bleibe jetzt wirklich dran bei der Bildung von Resilienz gegen autoritäre Tendenzen, um es so zu sagen, denen wir vielleicht zu lange zugeschaut haben oder auch nicht. Also Schuldfrage sitzt da mal. Aber was braucht es auch aus der Studie heraus? Ich hätte eine sehr einfache, aber sehr gewichtige und banale Antwort für mich auf die Frage, wie können wir die Demokratie resilienter machen? Wie können wir die Medien resilienter machen? Wie können wir den Journalismus resilienter machen? Weil der ist ja auch in einer Krise. Und meine Antwort wäre Medienkompetenz. Und meine Antwort in der Hinsicht ist immer Medienkompetenz und Kompetenzförderung. Einfach vor dem Hintergrund, ich meine, du wirst mir ja wahrscheinlich zustimmen, dass der Journalismus auch eine gewisse Krise durchlebt. Das ist ja vollständig. Und warum ist es eine schwierige Zeit für den Journalismus? Doch aus ähnlichen Gründen, wie sie ja auch gesagt hat, im Hinblick auf den Kunstsektor. Ich versuche, etwas zu ändern, ich versuche, etwas zu bewegen, aber ich komme nicht weiter oder ich schaffe es nicht. Beim Journalismus ist es eben genauso. Man versucht, Sachen aufzuarbeiten, man versucht, kritisch zu sein, man versucht, kritische Berichterstattung zu machen, aber das tägliche Leben, die Ressourcen werden immer knapper, das Publikum nimmt das vielleicht auch nicht mehr an und wir haben ein junges Publikum, das nachkommt und sagt, ach auf YouTube habe ich das anders gesehen und da gibt es halt einen und das bedienen halt extremistische Strömungen viel besser, als der Journalismus das bedient. Das bedient halt die Medienumgebung der Tech-Giganten viel besser, das bedient der Algorithmus viel besser. Jemand, der sich hinsetzt und einfach laut schreit, das ist doof, das ist blöd, das finde ich deppert, funktioniert halt in dieser Medienumgebung viel besser, als wenn ein Journalist sich hinsetzt und halt sagt, ich muss da jetzt kritisch dagegen protestieren. Und die Antwort ist und bleibt immer Medienkompetenz. Und das ist eben halt auch die Basiskompetenz, die wir im nicht kommerziellen Rundfunk haben. Und da würde ich gerne noch eine ganz kleine Geschichte erzählen aus meiner ersten Studie zum nicht kommerziellen Rundfunk. Da hatte ich mit einem Programmmacher aus Dänemark gesprochen. Der hatte eine geistige Behinderung und hat eben Programm gemacht bei einem Sendungsmacherverband, die eben Personen mit geistiger und körperlicher Behinderung eben Medienkompetenz vermittelt haben und Programm machen ermöglicht haben. Und der hat mir erzählt, dass ich ihn gefragt habe, was er denn inhaltlich thematisch so macht, hat er mir erzählt, ich mache politisches Programm. Also ich gehe halt tatsächlich auch zu den Abgeordneten und zu den Vertretern auf lokaler Ebene und spreche mit denen darüber, welche politischen Probleme ich sehe in der Gesellschaft, in meinem Umfeld. Und für mich als Interviewerin war völlig klar, na, der wird mit denen über Behindertenpolitik sprechen. Oder? Das war für mich völlig logisch. Und dann lacht er und sagt, nein, also ganz generell über alle Formen von Politik, über alles, was ich halt problematisch finde und was ich denke, das angesprochen wird. Aktuell ist es sehr stark im Kunst- und Kulturbetrieb, wo ich mich eben aufhalte und wo ich mit den Leuten eben halt auch spreche und halt auch anspreche, wie problematisch es da ist, wenn Förderungen wegbrechen. Und ich habe mir gedacht, aha, okay, daran hätte ich nie gedacht. Und er hat gelacht und hat gesagt, früher hätte ich auch nicht daran gedacht. Früher hätte ich gedacht, ich darf nur über Sachen sprechen, die mich betreffen. Dann habe ich aber festgestellt, durch meine Arbeit beim Nicht-Kommerziellen Rundfunk, durch das, was ich hier gelernt habe, dass das Politische mich immer betrifft, dass ich immer Teil der Demokratie ist. Und deswegen zitieren wir beispielsweise in der Studie auch John Dewey, der sagt, Demokratie ist eine Lebensform und muss als Lebensform erfahrbar sein. Demokratie ist keine reine Herrschaftsform, wo ich alle fünf Jahre mal sage, das soll der Herrscher sein, sondern ich muss das kennenlernen und wenn ich möchte, dass die Leute Meinungsäußerung schätzen, dass die Leute Meinungsäußerung und Öffentlichkeit und die Herstellung von Öffentlichkeit verstehen, dann muss ich sie das erleben lassen. Das heißt, wenn die Leute den Journalismus schätzen sollen, dann müssen sie ihn erleben. Dann muss ich den jungen Menschen zeigen, was es bedeutet, ein journalistisches Programm, ein politisches Programm zu machen und ihnen auch zeigen, was der Unterschied ist zu dem YouTube-Video. Das ist doch Latein. Ich sage nur, dass die Menschen im Lehrkörper unter den Zuseherinnen aufwachen. Jetzt haben wir eine andere Studie Ende Mai, wo wir uns mit Desinformation auseinandergesetzt haben und mit Medienkompetenz und mit digitaler Kompetenz. Und da ist das tatsächlich auch unser Schlüsselfaktor, dass wir so eine kritische Reflexion, die Art und Weise, wie mit Informationen umgegangen wird, das ist ein zentraler Schlüsselfaktor, wie Leute halt auch mit der heutigen Zeit und mit der Informationsflut und mit den technologischen Herausforderungen umgehen. Also das klingt alles ganz wunderbar und ich kann dem allen nur zustimmen. Es klingt halt alles sehr nach Lehrbuch und ich versuche das jetzt nochmal kurz runterzubrechen auf reale Gegebenheiten und möchte dazu kurz erwähnen, Seit 8. August vergangenen Jahres das sogenannte Europäische Medienfreiheitsgesetz, eine Kraftanstrengung der Europäischen Union, vor allem auch mit Fernziel, dass wir für Europa sicherstellen, dass der Urbanisierung der Medienentwicklung in ganz Europa sozusagen Einhalt geboten wird. Ein Gesetz, das jetzt auch in Österreich zur Implementierung ansteht. Vor zwei Wochen hat das Parlament und der Bundesrat hat es am Freitag beschlossen, auch die entsprechenden Begleitgesetze verabschiedet. Da geht es ja auch darum, Grundlagen sicherzustellen innerhalb der Medienunternehmungen, die innere Pressefreiheit sicherstellen können. Da werden Redakteursstatute gefordert, die ein Regelwerk darstellen, wie eigentlich mit Information und Informationsaufbereitung und allfällig mit investigativen Recherchen, den Ergebnissen usw., wie eigentlich damit umgegangen wird, wie wird umgegangen, wenn es zu Konflikten mit Herausgeber- und Eigentümerinteressen kommt. Und ich habe immer den Eindruck, ich glaube, im nicht kommerziellen Rundfunk hat man davon kaum Notiz genommen, Ich bin auch niemandem böse, aber ich habe das Gefühl, dass sich da niemand in der Relevanz dafür sieht. Das hat ja eigentlich gar nicht so sehr mit uns zu tun. Meines Erachtens hat es sehr mit dem nicht kommerziellen Rundfunk zu tun. Ich möchte dafür auch ein Beispiel nennen. Ich habe das immer wieder vorgebracht, auch gegenüber den Verantwortlichen von DorfTV. Ich spreche das hier ganz offen aus. Es gibt im Programm von DorfTV nachweislich antisemitische Inhalte. Die sind bis heute zu sehen. Ich habe das mehrmals problematisiert. Was passiert damit? Nichts passiert damit. Nichts passiert damit. Es gibt aber auch keinen Verständigungsprozess. Es gibt auch keinen Clearing-Prozess. Jetzt muss ich gerade einmal eine Frage an die Regie stellen, wie weit wir überziehen dürfen. Weil jetzt ist ein großes Fass aufgemacht am Ende. Es gibt auch keinen Clearing-Prozess. Jetzt muss ich gerade einmal eine Frage an die Regie stellen, wie weit wir überziehen dürfen, weil jetzt ist ein großes Fass aufgemacht am Ende. Es passt schon. Wir reden so lange, wie wir reden. Ich kann nicht so lange reden, wie wir reden, weil es gibt für mich gewisse Sachzwänge wie Kinderbetreuung, aber ja. Ich kann da jetzt nichts konkret dazu sagen. Ich kenne den Sachverhalt nicht, aber was du ansprichst, ist die Frage, wie geht man um mit solchen Konflikten? Oder wenn man wie funktioniert der Beschwerdeablauf in einer Organisation? Was passiert, wenn Machtmissbrauchsfälle stattfinden? Meine Frage ist, ist DorfTV auch so organisiert, dass es so eine Redaktion gibt? Natürlich gibt es sozusagen formelle Grundlagen, die jedes Medium, das eine Zulassung hat, in Österreich benötigt. Und es gibt natürlich eine Organisationsstruktur und ein Redaktionsstatut, aber das gehört sicherlich im Hinblick auf die journalistischen Formate der letzten Jahre, ich habe das sicherlich immer überarbeitet. Und ich kann nur sagen, ich habe in den letzten Wochen, weil es im Kulturbereich quasi verpflichtend ist für Organisationen einer bestimmten Größe, ein Machtmissbrauchskonzept für das Festival der Regionen sozusagen betreut. Und das ist eine total wichtige Diskussion. Wie funktionieren Beschwerdeprozesse, wenn Interventionen, das können ja sozusagen kritische, positive Rückmeldungen sein oder einfach Interventionen, negative. Wie wird das sozusagen abgefangen? Wo landet das? Gibt es eine anonyme Meldestelle beispielsweise? Also ich finde das eine spannende Geschichte, über die wir im nicht kommerziellen Sektor auch nachdenken müssen. Wo kann sich jemand über irgendwas beschweren und wie wird das dann abgearbeitet? Das gibt es in der Form noch nicht, aber jetzt laufen gewissermaßen ja schon die EU-Regelungen existieren im Kunst- und Kulturbereich. Steht das schon, ist in den Förderrichtlinien sogar verankert. Über kurz oder lang wird uns das aus Medien genauso betreffen. Bin ich absolut dafür, dass wir uns da etwas einfallen lassen müssen. Dass ich noch frage, als Teil des Presserats oder des Presseclubs, kann ja da der Presserat kommen und DorfTV jetzt drügen für antisemitische Inhalte in den Videos. Presserat, Komma und Dorf TV jetzt drügen für antisemitische Inhalte in den Videos. Müsste jemand eine Beschwerde an den Presserat richten, aber ich rede jetzt von einer internen Struktur. Ich würde mir eine Staatsanwaltschaft eher wünschen, aber gut. Wie wird ein Thema intern abgearbeitet und da braucht es natürlich eine Struktur und da braucht es natürlich eine Systematik und einen Prozess und den müssen wir entwickeln. Das ist nicht rückwirkend zu besprechen, sondern im Vorhinein schon zu verhindern oder nach Richtlinien auszuschließen, derlei Inhalte. Das finde ich schon sehr relevant. Oder wie man sich einigt auf Inhalte und was man dann, ich weiß auch gar nicht, es würde mich auch sehr interessieren, ob Dorf TV schon mal Teil eines Shitstorms war. Jetzt würde mich auch sehr interessieren, ob Dorf TV schon mal Teil eines Shitstorms war. Also mich hat in mehr als zehn Jahren keiner erreicht. Du bist Shitstorm-frei durchgekommen? Ja, was eigentlich sehr erstaunlich ist. Natürlich werde ich auch gelegentlich beschimpft, aber das ist alles. Aber das führe ich auf andere Ursachen zurück. Also wer sind denn so die Kandidaten, Kandidatinnen für Schiedsdorf? Man muss hier sehr ehrlich sein, es sind in erster Linie Frauen, weibliche Journalistinnen, die oft auch sehr mutig an die Öffentlichkeit treten, Themen problematisieren wie Femizide, Gewalt an Frauen und so weiter. Die unglaublichen Kampagnen von Hetze, Diffamierung, Verunglimpfung bis hin zu privaten Wohnadressen veröffentlicht werden. Wir wissen genau, wo deine Kinder wohnen. Da wird dermaßen viel Druck aufgebaut. Das ist sozusagen eine eigene, große, sehr problematische strafrechtliche Kiste. Andere wiederum, wenn ich da jetzt einfach den Florian Klenk herausgreifen darf, der ja in einer liberal-kritischen Medienszene noch immer so ein bisschen als Ikone gilt, der hat ja sehr, sehr viel Ärger im Alltag, weil er einfach, es gibt kein einziges Thema, dass er auf Social-Media-Kanälen vor einem hunderttausenden Publikum nicht angreift und wenn die EU verordnet, dass die Kappen der Trinkflaschen befestigt sein müssen, ich kann mich noch erinnern, es ist eine unglaubliche Erregung darüber und das ist natürlich in der Logik der Algorithmen und in der Logik von Social Media, wenn du Aufgeregtheit produzierst, dann entsteht eine Eskalation, die du nicht mehr einfangen kannst. Und das passiert aber hier nicht. Ich weiß es von mir, ich kann es von mir bestätigen, ich habe nirgendwo, irgendwo kommentiert, gar nicht und andere tun es auch nicht, beziehungsweise andere sind jetzt auch nicht so sehr politisch exponiert oder sind jetzt nicht so enttämend dran, dass sie dort so große Aufregung finden, beziehungsweise sind sie tatsächlich auch vielfach unterhalb des Radars der öffentlichen Wahrnehmung. tatsächlich auch vielfach unterhalb des Radars der öffentlichen Wahrnehmung. Das wäre nochmal eine ganz große Schlussrunde, die Probleme von Social Media. Das wäre nochmal ein ganz großes Fass, das wir aufmachen. Vielleicht schaffen wir es wirklich nochmal so ein bisschen ein Fazit oder so eine Schlussrunde zu machen. Wie gelingt es? Wie gelingt die Brücke zwischen Spielwiese und Biss? Otto? Das war die vorletzte Sendung mit der Stammler und mit der Barbara Eppensteiner. Letzte Sendung. Da war das Thema. Und ich glaube, die Barbara Eppensteiner hat gesagt, es braucht irgendwie beides. Und ich bin auch der Meinung, es braucht beides. Oder es braucht dann das Dritte, das ich am Anfang erwähnt habe, nämlich den künstlerischen Impuls. Also nicht nur den offenen Zugang und die journalistische Redaktion, sondern auch sozusagen das explizit künstlerische Experimentierfeld. explizit künstlerische Experimentierfeld. Ich glaube, es braucht alles davon. Aber es ist natürlich eine strategische Entscheidung. Die haben wir ja 2015 getroffen, wo wir gesagt haben, wenn zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen, dann investieren wir diese Mittel in die Politredaktion auf DorfTV, am Anfang noch gemeinsam mit Radio 4. Es ist eine bewusste Entscheidung. Und die Diskussion über diese Art von bewussten Entscheidungen, diese strategischen Richtlinien, mit denen müssen wir uns beschäftigen. Welche journalistischen Formate braucht es in Zeiten wie diesen? Wie können die ausschauen? Und da geht es jetzt nicht nur um diese bierernsten Diskussionen, die man eh schon kennt und um Gesprächsformate, aber genauso politische Relevanz im Journalismus, sondern auch diese Comedy-Formate. Und man kann ja aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Ich finde es auch spannend, über das nachzudenken. Aber ich glaube, um das Ganze zu bewerkstelligen, braucht es nicht nur die strategische Entscheidung, es zu tun. Und ich bin mir sicher, solche Entscheidungen werden notwendig sein in den nächsten Monaten und werden auch kommen. Sondern es braucht auch Kollaboration. Das Dreieck ist ein Beispiel für eine total wichtige und seit vielen Jahren eigentlich schon notwendige Zusammenarbeit von Salzburg, Wien und Linz mit einem gemeinsamen journalistischen Format. Es gibt in Oberösterreich fünf Radiosender. Also wenn man mit Kollaboration und vielleicht das unterstützt mit technologischer Innovation mehr aus dem rausholen können, was es an politredaktionellen Schätzen bei uns schon gibt, das würde ich mir sehr wünschen. Und das würde auch dazu beitragen, dass man nicht nur als Sektor resilienter werden, relevanter werden, sondern dass das, was eigentlich schon längst da ist, aber irgendwie übersehen wird und nicht wirklich wahrgenommen und nicht wertgeschätzt genug wird, dass man das irgendwie mehr in die Öffentlichkeit bringt und deshalb mehr Wirksamkeit damit hat. Ich hoffe sehr und ich glaube, er verstärkt auch in Kollaboration. Manuela Grünangel. Das finde ich einen sehr guten Punkt, auch dass du gesagt hast, dass die Barbara genauso wie du eben gesagt haben, es braucht beides, das würde ich wirklich unterschreiben. Und mir gefällt das Bild der Brücke nicht so ganz. Das kann jetzt aber tatsächlich einfach sein, dass die Analogie bei mir etwas anderes auslöst. Für mich klingt einfach Brücke, auf der einen Seite ist das, auf der anderen Seite ist das. Und vielleicht geht man dann von der Spielwiese rüber zur politischen Arena und dann lässt man das eine hinter sich und geht nicht mehr zurück. Vielleicht ist ein Fluss dahinter, das heißt, man kommt gar nicht so leicht drüber. Die Brücke gefällt mir nicht. Für mich ist die Spielwiese irrsinnig wichtig. Und ich glaube, die Spielwiese ist einfach das Zentrum, die Basis des Ganzen. Und auf dieser Spielwiese kann ganz viel passieren. Eine australische Interviewpartnerin hat mir vor zehn Jahren einmal gesagt, das Wichtigste bei unserem Sender ist die Couch. Das ist das Allerwichtigste. Wir haben da eine Couch, die ist grün. Und auf dieser grünen Couch, da setze ich mich manchmal einfach hin, wenn mir nichts einfällt. Und du kannst ja sicher sein, es kommt irgendjemand und mit dem kann ich dann diskutieren. Mit dem kann ich mich austauschen. Das heißt, ich würde mir einfach wünschen, dass in der Mitte der Spielwiese hier einfach so ein paar Couch-Sofamöbel stehen und da kommen die Leute zusammen und da tauschen sie sich aus. Und der eine sagt, das geht aber gar nicht. Der andere sagt, das haben wir immer so gemacht, wie man das in Österreich halt so sagt. Das haben wir immer so gemacht, oder? Das ist immer so gelaufen und da kommt es zu Austausch. Und ich glaube, das kann dann eben halt auch die politische Arena sein, wo man sagt, da kommt man dann auf Neues. Und ist man vielleicht mit dem jetzigen politischen Format gescheitert, dann wäre das der Punkt zu schauen, weil das fand ich schon auch eines der wichtigsten Punkte in unserer Studie, dass die Leute gesagt haben, ich weiß, ich kann das ausprobieren und ich darf damit auch scheitern. Das darf ich weder im öffentlichen Rundfunk, das darf ich nicht auf YouTube, das darf ich in keinem sozialen Medienkanal, da bin ich sofort weg vom Fenster, das darf ich auch nicht im Privatfernsehen oder im Privatradio. Hier darf ich scheitern und dann darf ich von Neuem beginnen und darauf aufbauen, was ich gelernt habe. Und dann kommt vielleicht ein neues, ein moderneres und aktuelleres, ein anderes politisches Format dabei raus. Anderes politisches Format ist vielleicht schon ein Übergang zu dir, lieber Martin. Das sind jetzt die letzten Minuten von dir im nicht-kommerziellen Rundfunk. Was ist denn... Vielleicht sollte DorfTV mal den Papst einladen zum Thema Brücke. Er als Pontifex Maximus weiß vielleicht, wie man das tatsächlich auch im nicht-kommerziellen Rundfunk bewerkstelligt. Scherz beiseite, ein paar salbungsvolle Worte auch noch von mir zum Abschluss. Du, Manuela, hast sofort auch ganz nach vorne gerückt und ins Zentrum einfach diesen Anspruch der Demokratie und der Demokratie-Einlösung. Und ich habe schon vor vielen Jahren auch für mich selber so ein Grundverständnis ausgegeben. Die Demokratie war ja in der Menschheitsgeschichte eigentlich ein zutiefst erfolgreiches Projekt. Warum? Weil es den Menschen zwei Versprechungen gegeben hat. Das erste Versprechen ist das der Gleichheit, alle Menschen sind gleich, und das zweite Versprechen ist das der Teilhabe. Und genau dieses Versprechen oder diese Schablone dieser Attraktivität von Demokratie lege ich gerne auch über die Medienentwicklung, damit komme ich auch zur Konkurrenz des nicht kommerziellen Rundfunks und zu Social Media. Weil Social Media war auch anfangs erfolgreich, weil es vermeintlich Versprechungen der Demokratie vorgegeben hat, nämlich du kannst teilhaben, alle Menschen sind bei uns auf Facebook gleich oder sonst wo. Tatsächlich haben alle ihre Seelen algorithmisch gesteuerten Filterblasen verkauft und sind mittlerweile nur noch Objekte eines gigantischen Profits. DorfTV, andere nicht kommerzielle Medien sind herausgefordert, diese Versprechungen sehr, sehr ernst zu nehmen, sich auch daran messen zu lassen, wie sie dieses Versprechen, diese zwei Versprechen einlösen. Ich habe selber für meine Zeit bei DorfTV immer auch ausgegeben, mein Verständnis, die Menschen müssen sich auf mich verlassen können, sie müssen sich auf meine Formate verlassen können. Ich bin ihre Stimme. Von wegen Reichweite, ich wurde bis heute teilweise, noch jetzt nicht mehr so oft, aber wirklich ein- bis zweimal pro Woche angesprochen. Ich habe sie auf DorfTV gesehen. Konnten nicht genau wissen, wie ich heiße oder wie das Format gehissen hat. Aber es war so, sie haben mich wahrgenommen und haben immer wieder mutig, machen Sie weiter, das ist so wichtig und so weiter. Man muss sich darauf verlassen können, man muss sich auch auf den nicht kommerziellen Rundfunk verlassen können, in seiner Resilienz, in seiner Widerstandsfähigkeit, in seiner Zukunftsfähigkeit. Wenn der nicht kommerzielle Rundfunk auch nicht glaubwürdig vermittelt, dass wir ganz ernsthaft an die Frage unserer eigenen Zukunftsfähigkeit herangehen, verlieren auch die Menschen draußen das Vertrauen in den nicht kommerziellen Rundfunk. Das Vertrauen in die Medien ist auch ohnehin schon so erschüttert. Und das ist eigentlich auch so eine Botschaft, das ist jetzt mein offizieller Abschied hier, mein letztes Mal in diesem Studio, dass ich wirklich hoffe, dass es DorfTV gelingt, dass es hier kritische Stimmen auch innerhalb des Senders gibt, die lästig sind, die bissig sind, die stachelig sind, die auch weiterhin unerschütterlich den Finger auf wichtige Punkte legen, auch wenn sie immer wieder auf Widerstand von oben stoßen oder teilweise, weil es ja genauso schwer wiegt, auf Ignoranz. Das sind schöne Schlussworte in diesem Sinne. Fordere ich die Welt auf, lästig, aber auch verspielt zu bleiben? Das ist einmal ein Vorgab. Uns fordere ich selbst dazu auf, mich selbst am meisten. Ich bedanke mich ganz herzlich für die wirklich sehr spannende Diskussion. Ich habe mir jetzt vorgestellt, dass darunter so ein Insert läuft, wie früher die folgenden Sendungen verschieben sich wegen Überlänge von Wetten, dass... Wir haben aber Content stattdessen geliefert. Martin Wassermeyer, farewell, aber du kannst glaube ich schon wieder da reinkommen als Gast heute dann, als lästiger Gast. Wenn ich eingeladen werde. Ja. Wird wohl passieren. Manuela Grünangel, vielen Dank für die Expertise und den Medienpionier Otto Tremetsberger auch. Vielen herzlichen Dank und ans Publikum, vielen Dank für die Aufmerksamkeit.