Schönen Abend. Ursprünglich habe ich geplant gehabt, unserem Regierungsresidenz einen dritten Besuch abzustatten. Aufgrund der grenzüberschreitenden Vorkommnisse und der einhergehenden Gewalt auf unserer ganzen Erde, habe ich eine Mission gespielt, weil mir gedacht hat, ich muss weitergehen. Ich möchte euch eine Geschichte erzählen, die ist angelehnt an einen Kinderbuch, Wo die wilden Kerle wohnen, von Maurice Sendek. Kurz erzählt, es geht um einen kleinen Buben, den die Mutter aufs Zimmer schickt, weil er unartig war und er muss ohne Essen ins Bett, aufs Zimmer gehen. Und er geht auf sein Zimmer und reist von dort auf eine Insel, wo die wilden Kerle wohnen und zähmt diese wilden Kerle und kommt dann schließlich wieder nach Hause, wo die Mutter auf ihn wartet. Wieder nach Hause, wo die Mutter auf ihn wartet. Wo die wilden Kerle wohnen. Eine Ballade nach dem Buch von Maurice Sendak. Es fliegen Granaten, es brennen die Häuser, Soldaten in Panzer und Gewehre im Anschlag, Frauen im Kerker, Kinder, die weinen. Wer sind sie, die befehlen, ich knöpf sie mir vor. Schreckensgesichter, was willst du bei denen? In sicheren Häfen weilen sie die Köpfe der Macht. Ich wage den Weg mit vielen Gefahren und stehe vor dem Tor des gesicherten Hafens. Sie lassen mich ein, weil ich Geschenke mitgebracht, Mannerschnitten und Linzer Torte, Kernöl und Wein von bester Sorte. Und was sehe ich hinter den Toren? Kerle, wilde Kerle, die spielen Risiko auf dem Spielbrett der Erde. Kaum sie mich sehen, wird ein Korb entreißen, ihre Mäuler sich in die Torte verbeißen. Drohen mit wilden Gebärden, lüstern ihre Augen sich weiten. Haltet ein, ihr Kerle! Hat man euch keinen Anstand gelehrt? Das hörst du nicht gern. Wladimir ist dein Name? Nein, ich sag nicht, was du hören willst. Bin nicht deine Reklame. Hast dir Freunde nur erzwungen, sie gekauft, ihnen deinen Willen aufgehalst, weil du meinst, dass man dich nicht mögen kann? Mit deinem Glauben bist du groß geworden? Nun ja, deine Größe musst du wohl ausgleichen mit Leichen von Menschen, die deine Träume längst vergangener Hegemonie nicht zu teilen gedenken. Wie verloren bist du ohne diese Vision und einsam in deinen Gemächern. Dass das größte Reich die Liebe ist, du kennst es nicht? Dieses Imperium hast du nie betreten? Was erzürnt dich so? Was soll die geballte Faust? Ich soll schweigen? So wie du alles zum Schweigen gebracht? Es schmerzt. Ich verstehe. Wenn die Wahrheit wie ein Dolch ins Auge dringt. Nimm den Schmerz und beweine, was du nie bekommst. Lass dich trösten, dir die Wunden pflegen. Donald, was schaust du wie begossen, als hätte ich auf dich Fühlst du mit dem Manne hier ein ähnliches Schicksal? Hast nur Lob erhalten als Gewinner, wurdest bestraft, weil du nicht der Beste warst? Oder war es dein Bruder, dessen Schicksal dir gesagt, dass Vaterliebe nur darin bestehe, seinen Wünschen zu entsprechen, um zu überleben, die Macht nicht aus der Hand zu geben. Wehe dem, der dich missachtet, dir keine Blumen streut, nicht gibt, was du begehrst, nur um zu haben. Es wäre das alles, was du bist, weil in Wahrheit spürst du nur die Leere. Wie schwer ist das zu ertragen. Keine warme Hand, die dich führt, nicht Vaters Schoß, die dich hält. Arme, die dich auffangen, wenn du fällst. Lass dich nieder, ruh dich aus, du musst müde sein von langen Kämpferjahren, in denen du siegreich bleiben wolltest und Abtreten nicht tragbar war. Hättest du verlieren zugelassen, wärst du gereift, zum Mann geworden. wirst du gereift, zum Mann geworden. So bist du Kind geblieben, über das man lieber lacht, als deinem Spiel der Mächte die Ehr zu geben. Und wein auch du, so wie Kinder eben heulen, wenn sie stürzen und aus den Wunden bluten, wird auch dich zu trösten wissen und deine Wunden pflegen. Halt, wer seid ihr dort am anderen Ufer? Rufer an den Minaretten? Sittenwächter seid ihr? Welche Sitte gilt es zu bewachen? Kontrolle wollt ihr haben? Frauen unter euch begraben, damit ihnen nicht komme in den Sinn, zu sagen, was sie wollen oder nicht. Die Hälfte der Menschheit zu bestrafen, weil sie Frauen sind. Was, wenn euch eine Frau sagt, sie könne dich nur lieben, wenn du ihr die Würde lässt und auch den Willen. Diese Liebe ist euch nicht ein Verlust der Macht, nur nicht wert. Warum diese ungeheure Begehr nach Macht, ihr Männer? Gern hätte ich darüber nur gelacht und euch als törichte Tyrannen abgetan. Doch in Anbetracht der Frauen, die gern die Freiheit hätten, so wie ihr sie habt, frag ich mich gleich wie bei Donald und Wladimir, wo ist der Mangel, den ihr stillt mit eurem Gebaren? Mangel, den ihr stillt mit eurem Gebaren. Etwas, das seit Ewigkeit so war, das lässt sich ändern, ohne dass ihr deshalb untergeht. Es könnte manches leichter, bunter werden. Eine Schande, wenn eine Frau euch widerspricht. Was nicht ausgesprochen, hätte für die Welt Gewicht. Der Preis ist hoch, den ihr bezahlt, die Frauen wegzustecken, ihnen alles abzusprechen, was Lebenslust erweckt. Euer Wert wird dadurch nicht größer, eure Ängste nur entblößter. Lasst die Schwerter hier und folgt ins Land, der erkennt es mehr, wo Menschen willkommen sind, die in den Spiegel blicken und sich darin erkennen, mit ihrem Schmerz und ihren Ängsten, mit ihrer Sehnsucht und Begehren. Wer sich selbst so betrachtet, hört zu den Menschen, wenn man achtet. Wenn euch Kerlen dann die Menschheit noch vertraut, dann tut, wofür ihr euch berufen. Wir Frauen auch. Danke.