Ich habe zwei neue und einen sehr alten Text für heute mitgenommen. Der alte Text ist entstanden zu eröffnen wie des Musiktheaters. Da habe ich so eine Vision gehabt damals und das möchte ich wieder vorlesen, weil es noch immer passt, glaube ich. Das möchte ich wieder vorlesen, weil es noch immer passt, glaube ich. Achatz, Achatz, aufwachen, Achatz. So wachen Sie doch auf, Achatz. Wachen Sie endlich auf, Achatz. Keine Zeit zu verlieren, Achatz. So wachen Sie doch auf. Na endlich, Achatz. Also hören Sie, Achatz, hören Sie gut zu, Achatz. Ich habe nicht so lange Zeit, Sie verstehen? Also Achatz, Sie hören Sie, Achatz, hören Sie gut zu, Achatz. Ich habe nicht so lange Zeit, Sie verstehen? Also Achatz, Sie müssen sich bewegen, Sie und Ihre Leute. Sie wollen dieses Opernhaus endlich bauen, Achatz. Sie müssen aktiv werden, Achatz. Sie wollen mein Opernhaus endlich bauen, Achatz. Endlich, Achatz. Aber Sie haben den falschen Platz gewählt, Achatz. Hören Sie, Sie haben einen falschen Platz ausgewählt. Schrecklich. Sie wollen mein Opernhaus auf der anderen Seite bauen, Achatz. Das müssen Sie verhindern, Achatz. Meine Oper gehört auf meinem Platz. Wenn diese Oper gebaut wird, dann muss sie auf dem Platz stehen, den ich ausgewählt habe und nicht dort drüben auf diesem Krautacker. Auf meinem Platz, Achatz, auf meinem Platz muss sie stehen. Sie müssen aktiv werden, Achatz. Sie müssen diese Leute zur Raison zwingen, Achatz. Meine Oper gehört auf meinen Platz. Sie wissen, was ich meine, Achatz. Sie müssen aktiv werden, Achatz. Eine Oper in meiner Patenstadt muss auf dem Platz errichtet werden, denn ich für sie bestimmt habe, im Süden, nicht im Norden, als Bollwerk der Kultur gegen die aus dem Süden Anstürmenden. Meine Oper gehört an das südliche Ende dieser Prachtstraße, nicht in das Überschwemmungsgebiet da drüben. Sie müssen aktiv werden, Achatz. Sie und Ihre Leute, tun Sie was, Achatz. Inszenieren Sie einen Volksaufstand, Achatz. Lassen Sie die Leute aufmarschieren gegen diesen Platz für mein Opernhaus, Achatz. Hören Sie, Achatz, nicht in das Überschwemmungsgebiet da drüben und auch nicht in den Berg hinein. Meine Oper braucht sich nicht zu verstecken. Die Stimme. Das kann doch nicht sein, Achatz. Das darf doch nicht sein. Meine Oper gehört doch hin, wo ich sie haben will. Sie müssen alle Hebel in Bewegung setzen, Ach sein. Meine Opa gehört doch hin, wo ich sie haben will. Sie müssen alle Hebel in Bewegung setzen, Achatz. Meine Opa gehört auf meinem Platz. Wenn Sie sich da eine Zeitung als Partner suchen, da wird Ihnen doch kein Zacken aus Ihrer Krone fallen, Achatz. Ein Skandal wäre das, Achatz. Nicht links mit einer O Oper am falschen Platz eine Schande für meine Stadt? Volksaufstand, Achatz, Volksaufstand. Studieren Sie meine Pläne, Achatz, studieren Sie meine Pläne und tun Sie, was Sie tun müssen, Achatz. Tun Sie, was Ihre vaterländische Pflicht ist, Achatz. Stehen Sie endlich auf und werden Sie aktiv, Achatz. Lassen Sie meinen Linz nicht mehr schmutzen. Kämpfen Sie, wenn es sein muss, kämpfen Sie bis zum letzten Mann für meine Oper an meinem Platz in meinem Linz. Diese Oper muss alles überstrahlen, diese Oper muss wie ein Fels in der Brandung stehen, An dieser Oper darf kein Weg vorbeiführen. Achatz, wehren Sie sich gegen den Missbrauch meiner Oper. Sorgen Sie dafür, dass alles so wird, wie ich das will, Achatz. Und Achatz, sorgen Sie dafür, dass meine Oper mit Wagner eröffnet wird. Wagner, verstehen Sie? Wagner, mein Wagner. Kämpfen Sie, Achatz, für meine Ideen. Kämpfen Sie Achatz für meine Ideen. Kämpfen Sie Achatz für mich. Und es ist so geworden. Ein großer Sprung der Dorfstrand, Mittagszeit. Die Strandbetten unter den Sonnenschirmen, alle belegt. Ich setze mich auf die Betonstufen, die Strandbetten unter den Sonnenschirmen alle belegt. Ich setze mich auf die Betonstufen, die hinaufführen zum Restaurant in den Schatten der Tamarisken und schau. Eine Familie, Vater, Mutter, Tochter liegt wieder auf dem freien Platz des Strandes, auf ihren Tüchern, unter ihrem Wassermelonen-Sonnenschirm. Das Mädchen steht auf und läuft über den heißen Sand ins Meer, bleibt dort stehen, wo es gerade noch mit den Füßen Kontakt zum Boden hat und beginnt, was es schon die letzten Tage immer gemacht hat, springt hoch und taucht mit dem Kopf zuerst unter und taucht dann ein Stück hinaus, dreht unter Wasser um und schwimmt wieder so weit zurück, bis es wieder stehen kann. Dreht sich um, springt wieder hoch, taucht wieder, schwimmt wieder zurück, so geht es oft eine halbe Stunde weiter. Der Mann, der immer in der letzten Sonnenschirmrei vor der Stützmauer der Tavernenterrasse liegt, legt sein Buch zur Seite, setzt seine Brille auf und geht mit schnellen Schritten zum Wasser. Seine rote Haut wechselt schön langsam in helles Braun. Er geht bis zur Hüfte ins Wasser, dreht sich um und schaut auf den Strand. Er geht nie weiter hinein, manchmal höchstens so weit, dass nur mal sein Kopf über dem Wasser ist. Er dreht sich auf den Rücken und lässt sich von den Wellen Richtung Strand treiben. Dann geht er zurück zu seinem Sonnenschirm, trocknet sich ab, cremt sich ein, legt sich auf die eine Liege, die im Schatten steht und liest weiter in seinem Buch. Ein paar kommt die Stufen herunter, auf denen ich sitze. Die beiden breiten zwei Meter vor mir ihre Strandtücher aus. Die junge Frau zieht Hose und T-Shirt aus und läuft sofort ins Meer. Der Mann, etwas älter, bleibt angezogen auf seinem Tuch sitzen und tippt in sein Handy. Sie kommt zurück und legt sich neben ihn. Er beschäftigt sich weiter mit seinem Handy. Sie sagt etwas zu ihm, er antwortet nicht. Sie steht auf und läuft wieder ins Wasser. Er streckt das Handy in seine Hosentasche, zieht die Hose aus, legt sie auf sein Strandtuch, zieht das T-Shirt aus und legt es ebenfalls auf das tuch jetzt erst bemerke ich es sein körper ist komplett tätowiert er sieht zu mir her ich tue als würde ich ihn nicht anschauen aber was ich sehe macht mich stutzig auf seiner brust und auf seinem Bauch erkenne ich eine Kriegsszene wie aus einem alten Schwarz-Weiß-Film. Im Vordergrund ein Soldat, der ein Maschinengewehr bedient, links davon etwas kleiner ein Mann, der geradezu getroffen zu Boden stürzt. Erst erkenne ich einen Patronengurt, der unter der rechten Achsel beginnt und bis zur Badehose tätowiert ist. Der Mann dreht sich um und auf seinem Rücken, etwa 20 Zentimeter groß, die 8,8, eingerahmt von einem Kanz aus Eichenlaub. Er geht ganz langsam zum Meer und sagt etwas zu seiner Begleiterin. Er spricht Griechisch. Und dann noch, meine Frau sagt, ich muss einen positiven Abschluss finden. Ich habe einen gefunden. Lissabon-Fußgängerzone, Ruhr-Augusta-Baischer, die Tourismusflaniermeile schlechthin hier in der Stadt. Natürlich schlendere ich auch hiech sie entlang, vom Triumphbogen am großen Brassado Comercio kommend, an den internationalen Modeläden und den unzähligen Gastgärten der Restaurants vorbei. Bei einem Kiosk, an dem Stadtrundfahrten mit dem Hop-on-Hop-off-Bus angepriesen werden, so buchwillichnichtwerdenbleibeich trotz des leichten Regens stehen. Nicht unbedingt, weil ich so eine Tour buchen will, sondern weil mich der Mann, der die Tickets verkauft, interessiert. Er ist zwischen 60 und 70 Jahre alt, würde ich sagen, schaut sehr gelangweilt und dabei sehr gemütlich aus. Keine Kundschaft, kein Wunder bei dem doch etwas ungemütlichen Wetter. Er dreht sich zu mir herüber, betrachtet mich, deutet auf meine Brust. Zuerst weiß ich nicht, was er will, Aber dann ist mir klar, was er meint. Er meint den Button. Er hat den Button gesehen, den ich seit Jahren auf allen meinen Pullovern angeheftet habe. FCK-NZS. Er fragt mich. Fuck Nazis? Und ich bejahe seine Frage. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Ich fürchte, dass es zu einem Streitgespräch kommt, wie ich es schon oft führen habe müssen, wenn jemand nicht einverstanden war mit der Aussage des Buttons. Ich stelle mich schon darauf ein, aber dann steckt der Mann den Daumen in der linken Hand hoch, hebt seine rechte Hand, schließt sie zur Faust und sagt Very good, I'm communist, but no good English. Wir schütteln uns die Hand, klopfen uns gegenseitig auf die Schultern, dann franiere ich weiter Richtung Prasa de Figuera. Ein schöner Tag wird das heute, das weiß ich jetzt. Der Niesellegen hat auch aufgehört, sogar die Sonne prinzelt wieder durch die Wolken. Nicht rot zwar, aber immerhin. Danke.