Mein Name ist Luis Paulitsch, ich bin Mitarbeiter der Datumstiftung für Journalismus und Demokratie seit vergangenem Jahr und habe heute über die Propaganda gegen Menschenrechte, insbesondere durch alternative Medien gesprochen, sowohl welche Strategien und Methoden es da gibt, aber auch welche Gegenmaßnahmen man hier entwickeln kann. Dieser Begriff ist durchaus umstritten oder wird auch kritisch gesehen mittlerweile. Der entstammt ursprünglich eigentlich aus dem Umfeld sozialer Bewegungen, wie zum Beispiel in den 60er Jahren der Studentenbewegung oder dann später der Frauen- und der Umweltbewegung. Die haben damals eigene Publikationen genutzt, um eine Gegenöffentlichkeit zur bürgerlichen Medienlandschaft aufzubauen und haben eben für sich den Begriff alternatives Medium beansprucht. Und im Zuge der Digitalisierung wurde dieser Begriff dann aber auch von extremistischen und antidemokratischen Medienprojekten beansprucht und auch erfolgreich vereinnahmt. Deswegen sagt man heute, alternatives Medium ist etwas, was nicht ideologisch zu bewerten ist, sondern es geht eigentlich immer nur um die Abgrenzung zu den sogenannten Mainstream-Medien. Und das kann auf ganz verschiedene Ebenen passieren. Bei diesen Medien, finde ich, aber sollte man immer darauf hinweisen, dass das eine selbsternannte Definition ist. Definition ist. Zum einen muss man sagen, oft sind diese Projekte nicht sehr aufwendig heutzutage, weil eben oft sind sie nur digital unterwegs und bitten darum, dass man für sie spendet. Das heißt, es kann bei manchen Blogs tatsächlich ausreichen, dass die von Spenden oder auch von Werbegeldern leben, die sie auf YouTube erhalten. Sehr oft stehen aber diese Projekte auch im Einflussbereich von politischen Parteien. Das heißt, die erhalten Gelder über Werbeinserate zum Beispiel von Parteien. Das haben wir jetzt bei der FPÖ zum Beispiel schwarz auf weiß, dass auf eins dieser Verschwörungskanal alleine Ende 2025 bis Anfang 2026 rund 20.000 Euro erhalten hat für eine FPÖ-Kampagne. Dann gibt es natürlich auch noch Privatpersonen, die das finanzieren. Also wir haben auch einzelne Medienprojekte, das sehen wir. Da gibt es im Hintergrund eine einzelne wohlhabende Person, der das ein Anliegen ist, dieses Medienprojekt zu finanzieren. Also es gibt verschiedene Möglichkeiten und dementsprechend haben sie es aber dann auch einfacher, weil sie eben nicht angewiesen sind auf die Zahlung von Leserinnen und Lesern und ihre Inhalte dementsprechend dann auch gratis anbieten. Das, wo man immer skeptisch werden sollte, wenn mir dieser Artikel genau das sagt, was ich hören will und sämtliche Differenzierung und Ausgewogenheit fehlt, dann habe ich sehr oft mit einem Portal zu tun, das nicht objektive Berichterstattung betreibt, sondern in der Regel PR bis hin zur Propaganda. Und wenn ich dann in den Artikel selbst reinschaut dann gibt es schon gewisse hinweise einer ist zum beispiel kommt die person die in diesem artikel angegriffen wird oder die institution zu wort hatte die möglichkeit gab stellung zu beziehen wird deren perspektive berücksichtigt dann auch überwiegend subjektive werturteile wenn Wenn ich zum Beispiel solche Begriffe habe wie das ist absoluter Wahnsinn, Horrortat und so weiter, dann habe ich sehr oft mit einem hyperparteiischen Medienprojekt zu tun. Also das sind letztlich gewisse Indizien, aber die darauf hindeuten, dass eben bestimmte journalistische Standards missachtet werden. Also ich fand es sehr schön, wie unterschiedlich doch das Thema Menschenrechte aus einer medienethischen Perspektive beleuchtet werden kann. Und dass wir eben diese verschiedenen Ebenen haben, seriöse Berichterstattung, Propaganda, aber auch Social Media. Also ich finde, da wurden sehr unterschiedliche Perspektiven heute gut analysiert und beleuchtet und ich fand es im Anschluss auch sehr schön, dass das Publikum so leidenschaftlich dann danach mitdiskutiert hat. Also man hat irgendwie gemerkt in dem Saal, das betrifft jeden und alle haben Fragen, haben Anregungen. Also man sieht, das Thema ist nicht mehr nur ein akademisches, sondern bewegt die gesamte Bevölkerung. Musik