Herzlich willkommen zu Das Dreieck, einem Studio-Gesprächsformat und vor allem auch einer Kooperation dreier nicht kommerzieller Rundfunksender. Das ist FS1 in Salzburg, DorfTV in Oberösterreich und OKTO TV in Wien. Und wir sind heute auch im OKTO Studio in Wien mit spannenden Gästen, unter anderem Ivana Vesnikova. Hallo. Du bist Moderatorin auch bei OKTO für die Senderei Perspektivenwechsel. Eine Sendung, die ja sehr, sehr viele Preise schon gewonnen hat, unter anderem den Fernsehpreis für Erwachsenenbildung und den Herbert-Pichler-Inklusionspreis. Und wir freuen uns sehr, dass du da bist. Ja, ich freue mich auch da zu sein. Und Matthias Friedrich vom ORF, er ist zuständig für die Sparte-Event und damit auch zuständig für das, worüber wir heute sprechen. Danke, dass ich da sein darf. Danke fürs Kommen. Im Mai ist es soweit, der ESC findet zum 70. Mal statt und zu diesem runden Geburtstag kommt er ausgerechnet nach Wien zu uns, nach Österreich. JJ hat letztes Jahr gewonnen und deshalb müssen dieses Jahr wir bzw. eigentlich der ORF dieses Groß-Event organisieren. Das Motto ist United by Music und wir sprechen heute über große Emotionen, über Barrieren und vor allem auch über die Frage, wie inklusiv der ESC tatsächlich ist. Mein Name ist Katharina Obermeier und ich darf recht herzlich unsere heutige Co-Moderatorin begrüßen, aus Salzburg angereist, Katja Elnitzki. Wir freuen uns, dass du da bist. Danke Katharina. Hallo auch von meiner Seite. Wer macht mit beim ESC? Wer kommt rein? Wer darf auf der Bühne stehen? Wer wirkt dahinter mit? All diese Fragen versuchen wir heute zu klären mit der übergeordneten Frage der ESC. Wirklich ein Event für alle. Ich würde gleich mal mit einer persönlichen Frage starten. Ivana, was ist denn dein persönlicher Zugang zum ESC? Bist du denn tatsächlich ein Fan oder bist du einfach nur Beobachterin? Wie stehst du zum ESC? Also ich würde sagen weder noch. In meiner Jugendzeit war es so, dass der ESC ein Fixpunkt war. Also ich habe lustige Abende mit Freunden verbracht, das musste sein. Wir haben auch sehr die Kommentatoren Sterben und Christmann genossen, das war Kultig. Also da war es sozusagen ein Regelfall. Mittlerweile hat sich mein Fokus ein bisschen verändert. Und ich schaue aber auf jeden Fall auf den ESC als großes Event und wie bei allen großen Events interessiert mich immer, sind Menschen mit Behinderung auch auf der Bühne, werden sie mitgedacht, wird die Chance, dass wir uns repräsentieren können, hier auch wahrgenommen und ich nehme entweder selber teil, um mich zu überzeugen, wie es um die Barrierefreiheit bestellt ist. Oder wenn ich nicht teilnehme, dann höre ich auch ganz gern, was die Community so erzählt und die Menschen, die teilgenommen haben, wie es ihnen gegangen ist und wie sie zurechtgekommen sind und wie es gestaltet war. Matthias, schauen wir auch ganz kurz auf die Veranstaltungsebene. Das Event ist ja schon im Mai. Was sind denn so die größten Herausforderungen des ORF? Ja, das beginnt schon einmal in der Kürze der Zeit der Organisationsmöglichkeiten. Im Mai findet der Songkontest statt. Dann dauert es ein bisschen, bis die Stadt ausgewählt wird, die ihn ausrichten darf. Und dann beginnt es ab Herbst eigentlich wirklich knackig zu werden. Du hast neun Monate Zeit, um eine Veranstaltung dieser Größenordnung zu organisieren. Dazu kommt, dass die Situation in der Welt es auch nicht viel einfacher macht im Moment. 35 Länder, die teilnehmen, zu koordinieren, ist eine Herausforderung. Und schlussendlich will man ja auch eine Fernsehproduktion produzieren, die schlussendlich 160 Millionen und mehr Menschen glücklich macht. Also eine Menge an Herausforderungen und wir sind gewappnet. Was ist denn in deiner Arbeit etwas Besonderes? Was macht den ORF vielleicht auch, oder was macht den ESC für den ORF auch zu einer spannenden Herausforderung? Ich glaube, es gibt keine Fernsehunterhaltungsshow im musikalischen Bereich, die diese Größe und diese Dimension erreicht. Also es betrifft nicht nur den ORF, das betrifft die Stadt Wien, aber natürlich auch das Land Österreich. 160 Millionen Menschen oder noch mehr werden dabei sein, wenn in Wien 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer um den Song Contest rittern. Matthias, wir haben ja gesagt, wir schauen uns vor allem das Thema Barrierefreiheit an. Und ich würde mal sagen, so die erste Assoziation zu Barrierefreiheit ist Rollstuhl, sind Rampen und so weiter. Was gehört aber zu Barrierefreiheit noch dazu auf der nächsten Ebene? Da gibt es ganz viel. Also beginnen muss man schon einmal bei der Auswahl des Personals. Da geht es darum, dass das Personal geschult wird. Da geht es darum, dass wir auch die richtige Ausdrucksweise lernen. Und das Ziel des ESCs, aber auch vor allem des ORFs ist, wir wollen nicht einen Programmpunkt Inklusion machen. Das ist für uns kein Schlagwort, sondern es ist für uns tatsächlich immanent gegeben. Und die Zielsetzung muss sein, dass man irgendwann nicht mehr darüber spricht, ob Menschen mit Behinderung sichtbar sind, sondern sie sind Teil der Gesellschaft und als solche gehören sie gezeigt. Das heißt jetzt aber auch, wenn ihr euch die Barrierefreiheit so groß auf die Fahnen schreibt, dass es dann nicht heißt vor Ort, ups, da müssen wir nochmal kurz nachbessern, sondern ihr geht von Anfang an in der Planung, in der ganzen Organisation mit diesem Gedanken rein und denkt das von Anfang an mit? Wir haben es von Anfang an in der Planung, in der ganzen Organisation mit diesem Gedanken rein und denkt das von Anfang an mit? Wir haben es von Anfang an mitgedacht. Die ersten Meetings und Treffen diesbezüglich haben bereits im Sommer stattgefunden. Wir haben uns dieses Thema nicht auf die Fahnen geschrieben, um irgendwie zu zeigen, dass wir inklusiv sein wollen. Wir sind inklusiv und setzen ganz, ganz viele Maßnahmen, die andere Events vielleicht noch nicht machen und wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass in Zukunft andere Veranstalterinnen und Veranstalter nachziehen. Und was sind ganz konkret diese Maßnahmen? Also wir haben, fangen wir mal damit an, dass wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einbauen, die eine Behinderung haben. Wir haben Infopoints, die wir einrichten. Wir haben ein Begleit- und ein Abholservice, das es geben wird. Wir werden Spinde und wir haben eine No-Back-Policy am Song Contest. Es wird Spinde geben, die barrierefrei sind. Es gibt eine ganz enge Zusammenarbeit im Bereich Sicherheitsmaßnahmen. Assistenzhunde sind bei uns gestattet. Es wird freien Eintritt selbstverständlich für die Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung geben. Wir haben zusätzliche rollstuhlgerechte Toiletten und, und, und, und Vibrationswesten. Es gibt Reizentlastungsräume. Also es sind ganz, ganz viele Maßnahmen, die wir setzen, um zu zeigen, dass uns das nicht ein Anliegen, sondern eine Grundvoraussetzung ist. Weil es mich gerade interessiert, was sind Reizentlastungsräume? Reizentlastungsräume sind sogenannte Ruheräume, wo Menschen mit Neurodivergenz sich entspannen können, wo sie zur Ruhe kommen können. Es ist doch eine große Show. Es ist viel Licht, es ist viel Lautstärke dabei und wir wollen auch diesen Menschen die Möglichkeit bieten, an dem Event teilzuhaben und zu partizipieren. Ivana, du sprichst ja tagtäglich mit Menschen mit Behinderung, im privaten, im beruflichen und auch in der Sendung Perspektivenwechsel und eine Folge war ja zum Beispiel mit der Veranstaltung Beat the Silence und die richtet sich ja an Gehörlose und der ESC ist ein Musik-Event. Das heißt, im ersten Moment würde das schon mal Gehörlose oder Menschen mit Hörbeeinträchtigung ausschließen. Findest du, dass der ORF in dem Bereich auch genug plant? Also was ich mitbekommen habe, ist ja, dass es dieses große Casting gegeben hat, um wirklich Deaf Performer und Performerinnen die Möglichkeit zu geben, sich hier zu bewerben und auch wirklich den Song Contest mit Gebärdensprachdolmetsch und Übersetzung zu untertiteln oder das bereitzustellen. Und insofern sieht man, das wurde sehr wohl mitbedacht und geht auch gegen die landläufige Meinung, dass man eben als gehörloser Mensch Musik nicht wahrnehmen kann oder mit Musik nichts anfangen kann. Also das ist auf jeden Fall gegeben. Also würdest du sagen, das was der ORF plant ist ist genug? Auf diese Frage kann ich aus Prinzip nicht Ja sagen. Weil wenn man sagen würde, irgendjemand, sei es der ORF oder eine andere Organisation, in was für einem Kontext auch immer, macht genug für Barrierefreiheit oder Inklusion, dann würde das ja heißen, dass man alle weiteren Bemühungen sofort stoppt. Und das kann und darf nicht passieren und wenn, dann erst, wenn wir Inklusion erreicht haben und davon sind wir noch sehr weit entfernt. Und insofern sage ich ja, der ORF tut viel und gerade im Rahmen dieses Events, aber es muss immer so sein, dass alles, was man tut, auch gleichzeitig ein Anstoß ist, wieder über Neues nachzudenken, weil es ja auch so ist, dass Barrierefreiheit selbst ist ja auch kein starres Konzept, sondern wir entdecken ja immer neue Dimensionen, die dazu kommen, die auch wichtig sind. Vor ein paar Jahren hätte man noch überhaupt nicht an reizarme Räume zum Beispiel gedacht und dass das ein Aspekt von Barrierefreiheit ist. Und jetzt ist es schon im Bewusstsein enthalten und insofern werde ich auf so eine Frage niemals sagen, es ist genug. Matthias, zwickt dich das, wenn die Ivana das sagt und siehst du das als Ansporn, da weiter dran zu bleiben und noch mehr zu tun? Es muss uns ein Ansporn sein. Wie ich vorher gesagt habe, Behinderung ist ein Teil der Gesellschaft und als solche müssen wir alles tun, um Events künftig inklusiv zu machen. Und eines muss man auch ganz ehrlich sagen, bei allem Willen von Barrierefreiheit sind wir schon noch ein Stück entfernt. Wir reden in dem Fall von Barrierearmut, wobei ich das Wort nicht so wahnsinnig gern mag. Aber die Zielsetzung muss sein, noch mehr zu tun, um wirklich allen Menschen ein Event zu bieten. Und ich muss ja auch noch anfügen, es ist ja auch nicht so, Menschen mit Behinderung werden ja ganz gerne als Randgruppe bezeichnet, sind sie aber meiner Meinung nach gar nicht, weil gerade neueste Statistiken auch zeigen, es haben rund 20 Prozent der Menschen in Österreich eine Behinderung und man darf nicht vergessen, dass das eine der Eigenschaften ist, die man im Laufe seines Lebens jeden Tag erwerben kann, anders als andere Eigenschaften, die auch stark diskriminiert sind, mit denen man entweder geboren wird oder die man einfach hat oder man hat sie nicht. Aber Behinderung ist etwas, das kann man jeden Tag erwerben und dazu gibt es sozusagen auch Untersuchungen, dass das auch einer der Gründe ist, warum die Diskriminierung so stark ist, weil dahinter die Angst steht, dass es einem selbst passieren könnte. Ich habe vorher schon angesprochen, Matthias, über 80.000 Menschen kommen, du hast dann gesagt, es sind noch mehr, wie viele sind es denn circa? 105.000 circa. Das ist ja ein wahnsinniger Aufwand, auch quasi infrastrukturell. Gibt es da gewisse Absprachen, die der ORF auch mit der Stadt Wien trifft, beziehungsweise wie eng seid ihr da in Absprache mit der Stadt? Das wäre ohne die Stadt gar nicht möglich, das muss man ganz offen sagen. Eine Veranstaltung in der Dimension braucht die Stadt und braucht den ORF, um das über die Bühne zu bringen. Wir sind seitdem die Entscheidung klar, dass der ESC in Wien stattfinden soll, in engster Abstimmung. Da gibt es zig Komitees, die miteinander zusammenarbeiten und interagieren und es beginnt bei der Behörde, Stichwort Verkehr, geht über die Sicherheit bis hin zur Gastronomie. Ich darf auch nicht vergessen, dass zahlreiche Menschen ja nicht nur für die Show zum Song Contest kommen. Das hat sich ein bisschen verändert zum Jahr 2015. Es kommen ganz, ganz viele Menschen, um das Feeling Song Contest tatsächlich zu erleben. Ihr habt es ja auch ausgeschrieben, quasi explizit ORF-Volonteers, also Menschen mit Behinderung, dass die euch quasi Helferlinge sind. Wie viele haben sich denn da dann im Endeffekt gemeldet? Kann man das schon sagen? Also wir sind im finalen Abschlussverfahren, aber wir sprechen von circa 30 Personen, die sich gemeldet haben und hoffen sehr, dass wir denen auch gerecht werden, weil es geht ja nicht nur darum, dass sie uns helfen, sondern wir wollen einfach auch zeigen, dass Menschen mit Behinderung gerne gesehen sind bei uns. Und wie werden die dann mit eingebunden? Wir arbeiten hier mit Full Access zusammen, einer Agentur, die sich auf dieses Thema spezialisiert hat, allen voran im Eventbereich. Und das Personal wird, das Full Access schult die Volunteers. Man darf eines nicht vergessen, wir sprechen hier von Volunteers, das heißt, es ist kein klassisches Arbeitsverhältnis, es ist jetzt nicht so, wie wenn man irgendwo hin und arbeitet acht Stunden, sondern es ist Teil der großen ganzen Gruppe. Und hast du da ein Stimmungsbild, also quasi Freunde sich, dass sie auch quasi mithelfen dürfen, wie ist da so die Stimmung? Wir durften das 2015 schon erleben und ich freue mich sehr, dass es 2025 nicht anders ist. Die Stimmung ist unglaublich gut, man merkt den Zusammenhalt und das ist wie eine Familie, das klingt immer so abgedroschen, aber Fakt ist, alle, die um den ISC oder mit dem ISC beschäftigt sind, haben eine Freude auf das, was kommt und ich kann die positive Stimmung verstehen, das ist schon etwas Einzigartiges. auf das was kommt und ich kann die positive Stimmung verstehen, das ist schon etwas einzigartiges. Ivana, wie wichtig ist es, dass man Menschen mit Behinderung nicht nur als Konsumentinnen und Konsumenten mitdenkt, sondern eben auch als Veranstalterinnen und Veranstalter? Es ist das Um und Auf eigentlich. Erstens ist das Motto der Selbstbestimmt Leben Bewegung und der Bewegung der Menschen mit Behinderung immer nichts über uns ohne uns. Und diesem Motto ist zu folgen und es hat viel mit der Erfahrung eben zu tun, dass Menschen mit Behinderung nie aktiv sein dürfen in Lebensbereichen. Sozusagen maximal eben ist es zugänglich, maximal dürfen sie dabei sein. Aber sie dürfen nicht in eine aktive Rolle schlüpfen. Und wann immer ich Inklusion versuche möglichst einfach zu erklären, sage ich immer, es heißt nichts anderes als leben wie andere auch und andere Menschen beteiligen sich auch an der Organisation von Veranstaltungen. Sie haben auch Jobs, sie gehen auch Freizeitaktivitäten nach, sie haben auch Beziehungen und genau das muss für Menschen mit Behinderung auch genauso selbstverständlich möglich sein. Denn warum nicht? Heißt das, dass wir da auch als Gesellschaft oft vielleicht dazu ausschließend einfach denken, dass wir so viele Barrieren im Kopf schon haben? Absolut, weil ich glaube, dass einfach der Einfluss von Barrieren in der Gesellschaft immer noch unterschätzt wird. Es wird immer noch ausgehend von der Person gedacht und die Behinderung sehr in der Gesellschaft immer noch unterschätzt wird. Es wird immer noch ausgehend von der Person gedacht und die Behinderung sehr in der Person gesehen und zu wenig gesehen, wie viel von der Behinderung und den Einschränkungen eigentlich durch die Umwelt und durch Bedingungen, die nicht passend sind, verursacht wird. Und ganz nebenbei bemerkt, stellt sich ja dann oft heraus, wenn man näher hinschaut, dass viele Barrieren, die existieren ja nicht nur für Menschen mit Behinderung Barrieren sind, sondern für ganz viele andere Gruppen auch. Das Problem ist wahrscheinlich auch, dass über Inklusion oft mit Menschen gesprochen wird, die nicht davon betroffen sind. Das heißt, für jemanden, der davon betroffen ist, ist die Situation nochmal eine andere. für jemanden, der davon betroffen ist, ist die Situation noch einmal eine andere. Ich denke jetzt beispielsweise an große Konzertsäle, wo so quasi Sonderinseln aufgestellt oder errichtet werden quasi, wo dann zum Beispiel Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sitzen können. Und das ist meistens am Rand, das heißt, es ist schon symbolisch irgendwie so an den Rand gedrängt. Wie siehst du das? Ist das inklusiv tatsächlich? so an den Rand gedrängt. Wie siehst du das? Also ist das inklusiv tatsächlich? Also Sie können zwar dann diese Veranstaltung besuchen oder ein Konzert, aber... Es ist eben dann wieder so, dass es in Wirklichkeit eine Sonderlösung ist. Und natürlich, man muss manchmal pragmatisch sein und es geht nicht alles überall, aber es ist trotzdem so, sozusagen so natürlich wie möglich und genauso wie alle anderen. Also ich kann mich auch gut erinnern, in den letzten Jahren hat sich das schon ein bisschen gebessert, aber lange Zeit war es einfach Usus, dass die Zugänge für Rollstuhlfahrer immer durch irgendwelche Keller verließen und was weiß ich gegangen sind und alle anderen gehen durch den Halbeingang. Und man muss sich auch vergegenwärtigen, was ist denn die implizite Message, die hinter sowas steht. Du gehst irgendwie durch den Keller durch, sodass du auch nicht gesehen wirst und alle anderen gehen durch den Haupteingang. Und das ist schon auch etwas, was ein Faktor ist. Hat sich da deines Erlebnisses nach schon etwas gebessert? Ja, auf jeden Fall. Also das bessert sich, aber das ist eben immer noch so, dass man hier noch bessere Lösungen finden muss und es viele kreative Köpfe und natürlich auch Geld braucht, das gut umzusetzen. Was wären denn da so Lösungsansätze zum Beispiel für dich, mit denen du dich wohlfühlen würdest? Was ich sehr schön finde, ist Ansätze, wo du nicht gleich siehst, dass es ein Ansatz ist für Barrierefreiheit. Also es gibt schon in vielen Museen, wo du Marmortreppen hast zum Beispiel und plötzlich verwandelt sich die Marmortreppe in ein Podest, das dich quasi raufführt. Aber niemand würde dem vorbeigehen, solange du nicht da oben stehst, sehen, dass es sich eigentlich um einen Hublift handelt. Also das ist natürlich schon ganz großes Kino, wie ich immer sage. Matthias, gibt es da seitens ORF konkrete Bestrebungen, diese, wir haben es jetzt genannt, Sonderinseln aufzubrechen für diesen ESC Mai? Das tun wir. Also zum einen, die Stadthalle verfügt ja bereits jetzt über einen Bereich, quasi der nicht mehr, also der gesamte Stadtteil ist so barrierearm wie möglich gebaut in diesem Zusammenhang, aber selbstverständlich sorgen wir dafür, dass die Menschen mit Behinderung oder die im Rollstuhl sitzen, nicht irgendwo hinten links sitzen und quasi sich nicht als Teil des Ganzen fühlen. Sie verwenden auch den selben Eingang selbstverständlich. Also all diese Dinge wird gedacht und darüber hinaus gibt es auch noch einen Sitzbereich für Menschen mit Bewegungseinschränkung, weil es geht ja nicht nur unter Anführungszeichen um Menschen im Rollstuhl, sondern es gibt ja genauso auch Menschen, die eine Gehbehinderung haben oder ähnliches und auch an die ist gedacht worden. 2015 hatte ja Österreich schon mal die Ehre, nach dem Sieg von Conchita Wurst den ESC nach Österreich zu holen und ich habe damals ganz, ganz große Komplimente als ORF bekommen für die Barrierefreiheit. Also eine Journalistin im Rollstuhl, das habe ich mir rausgesucht, sie hat gesagt, Wien war ein toller Gastgeber, 12 Points für Barrierefreiheit. Jetzt frage ich mich, das ist ja schon mal ein guter Vorbau. Wir haben seitdem neue Erkenntnisse gesammelt, die Ivana hat es auch gesagt. Also wie toppt ihr noch? Naja, es hat sich seit 2015 viel auch in diesem Bereich, im Inklusionsbereich, getan. Das Stichwort Sign Language ist etwas, das 2015 in dem Ausmaß noch nicht so präsent war, wie es jetzt der Fall ist. Also Sign Performance heißt, dass die Musikdarstellung in Gebärdensprache dargestellt wird und das ist etwas, auf das wir sehr stolz sind, dass wir das bei diesem Song Contest durchführen können, weil wir eben die Möglichkeit geben wollen, dass auch Menschen, die nicht hören, dabei sein können und das tatsächlich erleben können. Musik mit allen Fasern des Körpers zu spüren. Wir werden mit Vibrationswesten arbeiten. Vibrationswesten heißt in Wirklichkeit, dass es eine Weste gibt, die Vibrationen ausführt nach dem Takt, sodass man auch hier die Musik fühlt und spürt. Musik ist allgegenwärtig und es darf niemand davon ausgeschlossen werden. Und ich glaube, dass wir mit diesen Maßnahmen tatsächlich etwas setzen. Wir werden eigene Videoformate im Vorhinein bereits drehen. Auf OF2 Europe wird das sein. Also wir versuchen wirklich so viel wie möglich zu tun. nichts desto weniger und da bin ich ganz bei dir. Es gibt kein genug und solange wir noch darüber reden müssen, ist es nicht getan. Ist der ESC wirklich ein Event für alle? Darüber diskutieren wir heute bei das Dreieck und wir haben das Dreieck-Team nach Linz geschickt. Dort haben wir die Keyboarderin Liz Müller getroffen und sie spielt ihr Instrument auf ganz besondere Art und Weise. Wir schauen uns das jetzt an. Ich bin die Liz, komme aus Oberösterreich, bin Musikerin, mache musikalische Spielgruppen mit Kindern. Ich stehe seit 1997, glaube ich, auf der Bühne. Ich habe schon das Privileg, dass ich mit einigen großartigen Musikern gemeinsam auf der Bühne stehen durfte. Und ich glaube, der absolute Höhepunkt war letztes Jahr mit Pizzeria und Jaus auf der Burg Klamm. Song Contest ist für mich immer so Party, gute Laune und sich informieren und schauen, was andere Länder an Musik machen, weil ich finde es einfach total spannend, auch von der österreichischen Musik über die Grenzen ein bisschen zu schauen und offen zu sein für jede Musikrichtung. Ich persönlich habe mich nicht beworben, weil ich mich nicht gut genug finde und auch keinen eigenen Song gehabt habe bis dorthin. Vielleicht schaffe ich es ja dann nächstes Jahr. Aber ja, es ist wirklich nach wie vor zu wenig, wo man eben aber trotzdem nicht weiß, melden sich zu wenige, trauen sich zu wenige, gibt es zu wenige oder eben schaut jetzt in dem Fall der ORF einfach zu wenig, ob es Musikerinnen, Musiker mit Behinderung gibt. Musikerinnen und Musiker mit Behinderung gibt. Ich glaube der ORF macht schon richtig viel, aber es liegt an beiden Seiten. Ich glaube vor zwei Jahren war die Kampagne Mach dich sichtbar. Und ehrlich, ich sehe nicht wirklich viel davon, aber vielleicht schaue ich auch einfach zu wenig Fernsehen, ich habe keine Ahnung. Ja, und dass ich immer irgendwie so als Vorbild oder als Mutmacherin, dass ich sage, traut euch. Und es kostet auch oft wirklich viel Kraft, dass man überall anruft und sich bewirbt und sagt, hey, ich bin auch da und man muss auch wirklich selbstsicher sein und sagen, ich bin auch gut genug. Und das ist halt oft, wenn man von der Gesellschaft immer hört, du bist zu wenig, du bist nicht gut, du kannst das nicht, dann zweifelt man einfach immer selber und dass man das überwindet und sagt, ich bin gut genug für das und ich mache das jetzt einfach und scheiß drauf, ich glaube da gibt es einfach nur zu wenig davon. Für mich ist Inklusion dann, wenn es einfach passiert und nicht ständig darüber geredet wird und den Fokus irgendwie einfach auf den Menschen und auf das Gemeinsame setzt und nicht immer schaut, was ist Inklusion, sondern einfach macht und einfach miteinander tut. Ivana, wir haben gerade gehört, Liz hat erwähnt, dass oftmals Menschen mit Behinderung gesagt wird, du bist nicht gut genug dafür oder das schaffst du ja eh nicht oder das wird nichts. Ist das wirklich was, was tatsächlich Menschen mit Behinderung im Alltag immer noch hören? Tagtäglich, ja, auch heute, also auch 2026 noch, ist es so, dass Menschen mit Behinderung immer wieder in Frage gestellt werden. Oft ist es nicht so direkt wie hier beschrieben, aber es wird dann einfach sehr gerne die Frage gestellt, ja und wie soll das gehen? Und schon implizit hört man da sozusagen diesen Zweifel, dass es überhaupt gehen kann. Oder wie stellst du dir das vor? Also man wird definitiv nicht ermutigt in seinen Lebensplänen und gerade wenn es um künstlerische Aktivitäten geht, glaube ich, ist es nochmal so eine eigene Sparte, also vor allem Schauspiel oder auch Musik, glaube ich, ist es noch immer besonders hart, vor allem, weil es ja in vielen Disziplinen auch sehr darum geht, bestimmten Idealen zu entsprechen und das ist natürlich für Menschen mit Behinderung dann nochmal schwieriger, weil sie ja in gewisser Weise sowieso aus diesen Klischees auch ein Stück weit herausfallen, was meiner Meinung nach was Gutes ist. Aber die Gesamtgesellschaft sieht es vermutlich anders. Sie hat davon gesprochen, dass sie sich auch nicht traut oder viele sich auch nicht trauen. Hängt das dann für dich damit zusammen auch, dass man von einer Gesellschaft quasi auch nicht ermutigt wird? Natürlich, weil wenn ich mein ganzes Leben sozusagen höre, das wird für dich sowieso nichts oder wie soll denn das werden oder mach lieber was Leichteres, dann baue ich natürlich auch nicht so viel Selbstbewusstsein auf, Dinge wirklich ausprobieren zu können, wobei man sagen muss, es kommt natürlich bei jeder Person schon ein bisschen auch darauf an, wie ist denn ihr Umfeld, wenn ich ein sehr unterstützendes Umfeld habe, dass immer sagt, ja, es gibt Menschen da draußen, die zweifeln dich an und es gibt viele Barrieren da draußen, aber du kannst es trotzdem versuchen, weil wir glauben an dich und wir unterstützen dich, dann ist es schon wieder was anderes. Und die Barrierefreiheit, die bessert sich. Sie bessert sich viel zu langsam, aber sie bessert sich. Das Bewusstsein wird auch besser, auch wieder viel zu langsam, aber es wird. Was würdest du generell sagen, Ivana, wie viel Platz haben Menschen mit Behinderung generell in unserer Popkultur? Noch viel zu wenig, aber ich bin jetzt 44, also ich kann nur eine gewisse Zeit zurückschauen, sage ich jetzt mal, wenn ich 20, 25 Jahre zurückschaue, dann sehe ich wie viel sich getan hat. Vor 20, 25 Jahren hat man kaum Menschen mit Behinderung in den Medien gesehen und wenn, dann war das immer auf eine sehr klischeebehaftete Art und Weise, weil dann ging es sehr oft um den Rollstuhlfahrer, der seine ganze Bemühung, der weiß war, männlich und seine ganze Bemühung darauf gezielt war, wieder gehen zu lernen, was ihm wahrscheinlich am Ende dann auch noch gelungen ist. Oder im Charity-Kontext natürlich auch sehr beliebt. Aber Menschen mit Behinderung, die ein aktives Leben führen, wie andere auch, und wo es in der Handlung des Formats nicht dauernd um die Behinderung der Person geht, sondern um irgendetwas anderes, egal was es sei. Also das gab es damals noch überhaupt nicht. Und schön langsam sozusagen dreht sich das und ändert sich das. Und das ist auch gut so, aber wir haben noch einen langen Weg zu gehen. Matthias, was sagst du zu den Statements von Liz Müller? Ich kann ihr zu 100 Prozent recht geben. Ich darf an dieser Stelle anmerken, dass ich die letzten Jahre mich für das Donauinselfest verantwortlich gezeigt habe und dementsprechend weiß, wie schwierig es ist, mit alten Strukturen aufzubrechen, nichtsdestoweniger. lässt sich nicht ganz so schnell verändern, wie wir uns das alle wünschen würden. Nichtsdestoweniger, es ist ein Auftrag. Es ist ein Auftrag an uns, es ist ein Auftrag an den ORF, tatsächlich zu tun und zu machen und Menschen mit Behinderungen in den Vordergrund zu stellen und als das zu sehen, was sie sind, als Teil der Gesellschaft. Ich möchte jetzt noch eine weitere Dimension aufmachen. Und zwar Barrierefreiheit bedeutet ja nicht nur, kann ich auf die Bühne und wenn wie, sondern auch, bin ich überhaupt die Zielgruppe. Und der ORF sagt ja, er ist eine Medienmarke für dich, für mich und für alle. Wie denkt ihr da als Veranstalterinnen und Veranstalter über ältere Menschen in Bezug auf den ESC nach? Also ich habe ein paar Zahlen mitgebracht diesbezüglich. Jetzt kommen Zahlen, Daten und Fakten. Nein, man muss es nicht übertreiben, aber ich finde es zugesehen haben, waren Kinder, 17% Jugendliche und 76% Erwachsene. Die Quote ist 56% weiblich, 44% männlich. Wenn man das hernimmt, sieht man, dass der ESC ein gesamtheitlicher Event ist. Wir inkludieren alle Personen, egal welches Alter sie haben, egal welcher Herkunft, welcher Ethnie sie herkommen, egal welches Geschlecht. Das ist völlig nebensächlich. Das, was für uns zählt, ist, wir wollen allen etwas bieten und ich glaube, nach den ersten Bildern, die ich bereits gesehen habe, wird uns das dieses Mal sehr gut gelingen. Ivana, das ist eben ein Thema. Also gerade ältere Menschen haben dann oftmals beispielsweise ein schlechteres Gehör oder sie gehen schlechter, sie tun sich da schwerer. Wie siehst du das? Also wie ist quasi die Inklusion für ältere Menschen auch in Österreich oder bei Veranstaltungen in Österreich? Also ich glaube, dass ältere Menschen natürlich von allen Umsetzungen der Barrierefreiheit genauso profitieren, wie das Menschen tun, die halt schon früher in ihrem Leben eine Behinderung haben. Natürlich gibt es unabhängig davon einfach eine Altersdiskriminierung. Natürlich ist es immer noch nicht populär, älter zu werden. Natürlich wird immer noch sehr viel vermarktet, dass man besser, jung, schön und nicht behindert sein sollte. Aber es ist ein Faktum, dass wir alle älter werden. Und es ist auch bekannt, dass es so etwas wie Mehrfachdiskriminierung gibt. Das heißt, Frauen mit Behinderung werden stärker diskriminiert als Männer mit Behinderung. Wenn sie dann auch noch älter werden, dann kommt dieser Aspekt auch noch hinzu. Also das ist schon ein sehr komplexes Thema. Aber auf jeden Fall, Barrierefreiheit nützt eben allen Menschen was und auch älteren Menschen. Vielleicht darf ich da ganz kurz ergänzen, ich darf es noch nicht verraten, aber wir haben uns natürlich auch für die ältere Generation rund um den Eurovision Song Contest oder die Best Ages etwas einfallen lassen. Da kannst du gespannt sein. Ich glaube, Anfang April wird es bekannt gegeben. Ivana, du hast mir jetzt schon ein Thema aufgemacht und zwar mit Mehrfachdiskriminierung der ESC. Das ist ein Event für alle. Diese Frage stellen wir uns heute bei Das Dreieck. Und da gehören verschiedene Ebenen dazu. Und es heißt ja United by Music. Wir stehen für Weltoffenheit, für Vielfalt. Und der ESC ist auch ein Event, das in der Regenbogen-Community sehr, sehr gefeiert ist, sehr beliebt wird. Und jetzt sind wir bei der Mehrfachdiskriminierung. Wir haben gesagt, Frau, dann bist du vielleicht älter, hast du eine Behinderung. Jetzt könnte es sein, dass du auch noch eine queere Person bist. Inwiefern siehst du, Ivana, den ESC auch als eine Chance, marginalisierte Gruppen generell in die Sichtbarkeit zu bringen? Es ist auf jeden Fall eine Chance, weil es einfach ein großes Event mit sehr viel Beteiligung, mit sehr vielen Besuchern ist und hoffentlich auch mit vielen Betroffenen aktiv auf der Bühne, kann ich nur hoffen, ist ein Event, wo die Welt drauf schaut, wo Wien sich präsentieren kann, aber es kann natürlich sozusagen jetzt grundsätzliche systemische Probleme nicht von heute auf morgen verändern. Es ist ein gutes Signal, das glaube ich schonändern es ist ein gutes signal dass das glaube ich schon und es ist ein signal auf dem man aufbauen kann wenn man das möchte matthias die hassverbrechen in österreich nehmen zu ich habe hier den letzten hate crime bericht des innerministeriums aus dem vergangenen sommer dann insbesondere die delikte gegenüber der lgbtq ai plus community zommen, und zwar um sage und schreibe 20 Prozent. Also Homophobie, Transphobie ist weit verbreitet. Inwiefern wird der ESC im Mai in Wien ein Safe Space sein? Wir investieren unglaublich viel in das Thema Sicherheit. Und da geht es jetzt nicht ausschließlich oder nicht nur um die Queer-Community, sondern ganz generell die Situation in der Welt lässt gar nichts anderes zu. um die Queerie-Community, sondern ganz generell die Situation in der Welt lässt gar nichts anderes zu. Stichwort der Konflikt zwischen Israel und Palästina, ohne da eine politische Position zu beziehen, sorgt dafür, dass wir ein ganz starkes Augenmerk darauf legen, um allen Gästen, die kommen, ein sicheres Event zu bieten. Und das, glaube ich, ist das, was Wien auch auszeichnet. Wir waren immer eine sichere Stadt und wir sind da ganz, ganz stark in Zusammenarbeit mit den zuständigen Magistratsabteilungen, mit der Polizei, mit der Feuerwehr, mit den Rettungsorganisationen, aber auch mit den betroffenen Gruppen, um für Sicherheit zu sorgen. Hundertprozentige Sicherheit wird es bei Events nie geben. Das muss man so offen sagen und ich würde es für eine Lüge halten, wenn ich das propagieren würde. Das was wir garantieren können ist, dass wir alles in unserer Macht stehen, um diesen Event sicher zu machen. Wir sind bestens vorbereitet und ich möchte mich an dieser Stelle, das macht man nie, aber ich möchte mich schon auch bedanken bei all den Verantwortlichen, die da mit uns gemeinsam arbeiten an Sicherheitskonzepten, die durchaus eine Herausforderung sind, weil wir eben wollen, dass alle Menschen feiern und das nach Lust und Laune. Welche Sicherheitskonzepte gibt es da für so eine große Veranstaltung oder kann man das noch nicht so, oder darf man das nicht sagen? Ich darf es tatsächlich nicht sagen. Das ist nicht, weil ich nicht möchte oder nicht, weil ich nicht bereit bin, über alles zu sprechen, aber wir sind hier in den Endzügen eines Sicherheitskonzeptes, das über 250 Seiten stark ist. Wir sind gut. Gut, ich höre dir das mal. Ist ja nicht so, als hätten wir nichts damals zu tun. Nein. Dann anders gefragt, haben sich die Sicherheitsvorkehrungen im Vergleich zu 2015 verändert? Sind sie verstärkt worden? Wie sieht man, also wie siehst du das? Also im Vergleich zu 2015 definitiv verstärkt, das muss man ganz offen gestehen. Es gilt seit dem Jahr 2023 der Urbanstufe 3 von 4 in Österreich. Natürlich, darauf gehen wir ein, aber wir sind geschult und wir haben große Events in dieser Stadt gelernt. Egal ob es die Europameisterschaft 2008, der Song Contest 2015 oder eben auch so Festivitäten wie das Donauinselfest sind. Wir wissen, was zu tun ist, wir wissen, wie damit umzugehen ist. Und wie gesagt, es arbeiten alle an Hochdruck daran, für alle Menschen eine sichere ESC-Woche zu gestalten. Und ihr habt euch da auch speziell beraten lassen, auch extern und Unterstützung geholt? Wir haben einen eigenen Sicherheitskoordinator, der auf Groß-Events spezialisiert ist. Wir haben zahlreiche Organisationen befragt, wie man damit umgeht. Wir arbeiten auch ganz intensiv mit Basel aus dem vergangenen Jahr zusammen. Also man kann schon sagen, alles was machbar ist, wird getan, damit allen Menschen das Feiern, Tanzen, Lachen und Singen in dieser Woche zu Genüge getan wird. United by Music ist ja das Motto und jetzt hoffen wir auch, dass das funktioniert und uns da die Realität nicht einholt, negativ. Ivana, inwiefern würdest du sagen, ist der ESC in Wien auch eine Chance, sagen wir mal vielleicht auch in Richtung Politik, auch ein Learning mit gerade die Community darauf hingewiesen hat, welche Gesetze nachgebessert gehören, wo wir Probleme haben, was es alles braucht. Also was man auf jeden Fall mitnehmen und lernen kann, ist, wann immer man die Community einbezieht, kann man ganz viel daraus lernen, wenn man wirklich möchte, dass es besser wird und dass man was in Richtung Inklusion auch erreicht und verbessert. Also in einer Win-Win-Situation eigentlich. Matthias, ist der ESC für den ORF eine Chance, sich nochmal neu zu positionieren oder vielleicht sogar besser zu positionieren, wieder jüngere Zielgruppen zu erreichen und sichtbar zu machen? Ich glaube, das ist jede Veranstaltung, die im Öffentlich-Rechtlichen gezeigt wird, bietet diese Chance und wir werden sie auch nutzen. Natürlich geht es darum, einen Event wie den Song Contest, der diese Dimension weltweit erreicht, zu zeigen. Und für terrestrisches Fernsehen, muss man ganz offen sagen, gibt es eigentlich keine größere Chance. Wie soll denn dann im Endeffekt über den ORF in Bezug auf den ESC gedacht werden? Also was wäre dann das positivste Outcome? Was soll der ORF vermitteln? Die Offenheit für alle, ein Programm geschalten zu haben, das allen Menschen zum Vorteil dient, zu zeigen, dass es uns nicht um einen Abend der Show geht, sondern die Offenheit dieser Stadt, die Offenheit dieses Landes zu zeigen und im besten Fall auch ganz vielen Menschen zeigen, dass Österreich sehr viel zu bieten hat. Wir wissen, dass all diese Maßnahmen, die ihr als ORF jetzt plant, natürlich auch einen Rattenschwanz an Finanzierbarkeit nach sich zieht. Und seit dem vergangenen Jahr, seit dem Sieg von JJ, hat der ORF schon ein bisschen Bauchschmerzen und sagt, Mensch, wie finanzieren wir das alles? hat der ORF schon ein bisschen Bauchschmerzen und sagt, Mensch, wie finanzieren wir das alles? Ivana, auch du weißt natürlich, gerade wenn jetzt besondere Tools dazukommen, um das erlebbar zu machen, für auch Menschen mit Behinderung und zum Beispiel, dass das eine andere finanzielle Herausforderung ist. Wie siehst du das? Ist der ESC in dieser Hinsicht ein Event für alle? Matthias hat ja vorher schon mal so ein Zuckerl anklingen lassen, dass zum Beispiel Betreuungspersonen gratis rein dürfen. Also ich glaube, dass das ein ganz wichtiger Aspekt ist, natürlich der finanzielle, weil man weiß auch zum Beispiel, dass ein substanzieller Teil von Menschen mit Behinderung einfach nicht im Arbeitsmarkt ist und viel weniger Einkommen, viel weniger Mittel hat als die Gesamtbevölkerung. Da gibt es einen ganz, einen großen Gap und insofern, wenn man hier nicht für finanzielle Erleichterungen sorgt, dann ist es einfach wieder eine Barriere, die systematisch eine große Gruppe von Menschen mit Behinderungen ausschließt. Also das ist wirklich, wirklich ein ganz wesentlicher Aspekt. Und Matthias, die Ticketpreise sind ja auch teilweise, also die gehen schon in die Höhe. Sportlich, genau, das Wort habe ich gesucht. Also bis zu 360 Euro, glaube ich, kosten die Tickets. Inwiefern kann man denn da sagen, es ist ein Event für alle? Weil jeder kann sich das ja nicht leisten. Also dazu muss man sagen, es gibt insgesamt neun Shows und die 360 Euro beziehen sich auf die gefühlt erste Reihe beim Finale, das fünf Stunden dauert. Und da muss man dann schon noch ein bisschen unterscheiden. Wenn man mich fragt, ob ich finde, dass der Preis gerechtfertigt ist, dann muss ich gestehen, ja. Einfach für das, was an Kosten da ist. Und wir leben halt auch nicht in einer Situation, wo die Weltwirtschaftssituation uns als allzu gut mit uns meint, nichtsdestoweniger. Wir haben ganz, ganz viele Public Viewings, die gratis sein werden, die in Kooperation mit uns entstehen für die Menschen, die keine Tickets bekommen oder sich es nicht leisten können. Es wird meines Wissens auch noch eine Kooperation mit der Stadt in künftiger Weise geben, über die ich noch nichts Genaues sagen kann, um hier auch noch einmal nachzubessern. Aber grundsätzlich gilt, alle neuen Shows, die wir zeigen, bei denen man auch teilnehmen kann als Gast, kosten deutlich weniger als die 360 Euro, die erwähnt wurden. Das heißt, Vergünstigungen gibt es nicht, aber ihr schafft Infrastrukturen, wo man zum Beispiel durch Public Viewing die Shows dann auch anschauen kann. Ja. durch Public Viewing die Shows dann auch anschauen kann. Matthias, inwiefern findest du, wenn wir jetzt über Barrierefreiheit in sämtlichen Dimensionen reden, von wirklich der Zugänglichkeit bis zur Finanzierbarkeit, der Leistbarkeit, inwiefern siehst du den ORF auch als potenzielles Vorbild im Punkto Barrierefreiheit jetzt mit diesem Event? Das müssen wir sein. Also diese Frage, unter Anführungszeichen, verstehe ich gar nicht. Wenn wir das jetzt nicht sind, dann haben wir unseren Auftrag nicht verstanden. Als Öffentlich-Rechtlicher stehen wir in der Pflicht, alles zu tun, um Barrierefreiheit bzw. Barrierearmut zu zeigen und zu leben. Und inwiefern siehst du da, Ivana, eine Verantwortung beim ORF, ein Vorbild zu sein? Eine riesengroße, weil ich der Meinung bin, dass mediale Repräsentation der Schlüssel zur Inklusion ist. Weil du kannst einfach nicht so große Teile der Gesellschaft erreichen und aufklären, wie du das mit Medien kannst. Und insofern totale Verantwortung. Weil wie man Menschen mit Behinderung darstellt, welche Bilder man transportiert, wie man sie einbezieht und welche Bedingungen man schafft, eben um Teilhabe zu ermöglichen, aber auch, und da bin ich jetzt auch wirklich ganz direkt, Menschen mit Behinderung in den eigenen Reihen als Kollegen und Kolleginnen zu haben, ist einfach ein ganz ein wichtiger Punkt und das ist auch etwas, was ich beim ORF gerne sehen würde in Zukunft. Mehr Formate, in denen Menschen mit Behinderung inkludiert sind und in denen es bitte nicht nur um das Thema Behinderung geht, weil das ist auch etwas, was die Community gerne kritisiert. Wir werden nie über andere Sachen gefragt. Matthias, du tippst schon. Ich habe nicht geschrieben. Ich wollte auch schon fragen, ob du dazu noch etwas zu sagen hast, weil wir so fleißig Sachen gefragt. Die werden immer nur... Ich habe mich nicht geschrieben. Ich wollte auch schon dazu fragen, ob du dazu noch was zu sagen hast, weil du so fleißig notierst. Hast du dir neue Ideen aufgeschrieben oder wolltest du noch was dazu sagen? Nein, ich nehme es als Hausaufgabe mit. Ich glaube, dass das ein Weg ist, den wir zu gehen haben. Super, aber das ist ja der beste Output, wenn wir in so einer Runde zusammenkommen und das passieren kann. Wir hätten einen kleinen Wordrap mitgebracht für euch und würden euch auf ein paar Satzanfänge zuspielen. Ivana, ich würde ganz gerne mit dir anfangen und dich bitten, dass du vervollständigst. Und zwar, Menschen mit Hörbehinderung und Musik schließen sich gar nicht aus. Soziale Teilhabe beim ESC beginnt für mich? Ganz am Anfang, mit der Planung. Beim ESC im Mai freue ich mich am meisten? Auf alles, was bunt, schrill, laut oder auch nicht laut, beeindruckend, voll, mit guter Stimmung und mit allen Menschen, egal ob sie Behinderungen haben oder nicht. Das steht auf der Rezeptliste, Matthias. Ich habe es nicht notiert, aber ich habe es mir gemerkt. Das geht sich aus. Matthias, jetzt kommt dein World Rap. Der ESC ist wirklich ein Event für alle, wenn... Wir es schaffen, allen Menschen ein Event zu gestalten, der zum Vorteil gereicht. Der ESC ist für mich ein gelungenes Event, wenn? Wenn die Menschen, die aus Wien oder auch von woanders kommen, nachher sagen können, sie hatten eine geile Woche und wir haben es genossen. Und wenn der ESC vorbei ist, dann? Gehe ich davon aus, dass ich ganz, ganz viel Schlaf nutzen werde, aber dann hoffe ich, dass ich diesem Team, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit mir zusammenarbeiten, zeigen kann, dass sie etwas Einzigartiges auf die Beine gestellt haben. Gehen wir weg vom World Rap. Kurze Einschätzung deinerseits. Tantschein, Cosmo, wie siehst du da die Chancen für Österreich? Jetzt müsste ich sagen, ich freue mich natürlich, wenn er gewinnt. Gleichzeitig weiß ich, welche Kosten das wird. Nein, ich glaube, dass es eine großartige Nummer ist, die wunderbar zum ESC passt und wir hoffen das Beste. Ivana, wo wirst du den ESC schauen? Das habe ich noch nicht entschieden, aber Public Viewing ist auf jeden Fall, wenn das Wetter hält, was sehr reizvoll ist, finde ich immer. Hast du auch, als der Aufruf vom ORF war für die Volontiers mal überlegt, ob du dich da meldest? Hast du da kurz geliebäugelt, vielleicht auch mitzuarbeiten? Ich muss so ehrlich sein zu sagen, das lässt meine eigene Auslastung nicht zu. Ich bin schon sehr eingedeckt in meinem Alltag. Aber wenn ich nicht berufstätig wäre und nicht viele Projekte daneben hätte, dann wäre das natürlich was sehr Reizvolles gewesen. Matthias, und wenn man sich so das Stimmungsbild vorab anschaut, gibt es da schon irgendwie Favoritenstaaten oder irgendwie einen Künstler oder eine Künstlerin, die besonders heraussticht schon im Vorhinein? Also ihr kriegt es ja viel mehr mit. Ich beteilige mich nie an diesen Spekulationen, aber ja, da gibt es den ein oder anderen Favoriten. Also meines Wissens ist, glaube ich, Finnland sehr weit vorne. Australien hat eine sehr bekannte Sängerin. Wir werden es sehen. Das Schöne am Song Contest ist, dass es nicht ausschließlich eine Jury entscheidet, sondern das Publikum Teil der Show ist. Ich stelle mir das ja so bei euch im ESC-Team vor, im ORF, wie es sonst auch in vielen Arbeitssituationen ist, wenn da ein Fußball-WM ist, wo dann so ein Tippspiel ist. Habt ihr das auch intern? Noch nicht, aber ich gehe davon aus, dass es noch stattfinden wird. Wie viele Leute seid ihr im ESC-Team aktuell? Also im Kernteam sind wir jetzt knapp 100 Personen, ständig steigend. Das wird sich aber lohnen für eine Tippspielkasse. Wir sind ja öffentlich-rechtliche, bei uns gibt es keine Tippspielkasse, aber wir werden uns etwas anderes einfallen lassen. Ja, es wird sich lohnen. Okay, also du setzt auf Finnland oder Australien? Ich glaube, dass Australien. Katharina, hast du einen Favoriten? Österreich. Aber wir hoffen es natürlich nicht. Weil kostentechnisch. Ivana? Möge der Beste gewinnen. Und du? Ich muss sagen, dass ich wirklich gestehen muss, ich bin total ESC-Neuling. Ich schaue es nicht, noch nicht. Ich habe jetzt Lust darauf bekommen. Und ich muss dir sagen, ich habe es früher geschaut und jetzt ist es eher so, dass ich es nicht mehr schaue. Dieses Jahr werde ich es natürlich schauen. Und mir bleibt immer in Erinnerung Hard Rock Hallelujah. Lordi. Das war für mich so der einprägendste ESC-Moment, weil ich habe da auf der Couch geschlafen und bin aufgewacht als kleines Kind und sehe plötzlich diese Hühner von Nütti. Und ich fand es aber total faszinierend. Also das ist was, wir hoffen wieder auf solche Acts. Die haben sich gut gehalten. Ähnlich wie ja auch so, vergisst man ja auch immer, dass so Leute wie Udo Jürgens oder so ja eigentlich auch aus der Grand Prix Session kommen. Ich schaue dann immer so die Snippets danach an und dann immer diese markanten Kostüme. Also du hast auch gesagt, schrill und bunt und laut. Matthias, du wirst vor Ort ja im Orga-Team sein, aber seid ihr da auch ein bisschen motto-mäßig, dass ihr euch unter die Leute mischt? Oder bist du da wirklich piekfein mit Anzug und Krawatte zu finden? Vielleicht ist er gar nicht dort? Nein, wir werden uns selbstverständlich unter die Leute mischen, wobei man schon sagen muss, es ist genug Arbeitsaufwand für uns alle gegeben. Wir schauen, dass der Event funktioniert. Matthias, worauf freust du dich am meisten beim ESC im Mai? Ich freue mich ganz, ganz viele Menschen sehen zu dürfen, unterschiedliche Kulturen kennenzulernen, das Thema Inklusion leben zu dürfen und auch das Thema Nachhaltigkeit zu meinen Themen zählen zu lassen. Und wenn ich da noch kurz nachfragen darf, jetzt seid ihr so viele Monate damit beschäftigt und dann ist endlich Mai. Also wie geht es euch da? Dann zählt es ja. Eine gesunde Anspannung ist jetzt schon da, die steigert sich jeden Tag, aber in Wirklichkeit, wir sind wirklich gut vorbereitet und wenn man mit Profis arbeitet, bekommt man auch sowas hin. Das war es für heute bei das Dreieck. Wir verabschieden uns aus dem Studio in Wien von OCTO. Vielen Dank fürs Zuschauen. Und ist der ESC überhaupt ein Event für alle? Wir werden es spätestens im Mai sehen. Dementsprechend noch viel Erfolg bei der Planung, Matthias und danke fürs Kommen. Und auch danke dir, Ivana, fürs Kommen. Und die Sendung zum Nachansehen gibt es in den Mediatheken von OCTO, von FS1 und von DorfTV und auf www.dasdreieck.at. Bis zum nächsten Mal, danke fürs Zuschauen. Thank you.