🎵 Thank you. Det er en af de fleste børn, der har været i Danmark. Thank you. Thank you. Thank you. Thank you. Thank you. Thank you. Musik Musik Einen schönen guten Abend, geschätzte Damen und Herren. Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung. Artikel 6 der Menschenrechtskonvention. An diesem gedenkwürdigen Abend des 9. November, 85 Jahre nach der sogenannten Reichspogromnacht hat nicht nur dieser Artikel 6 der Menschenrechtskonvention, sondern hat die ganze Menschenrechtskonvention eine geradezu unheimlich dringliche Bedeutsamkeit. Freudsamkeit. Dieses Symposium ist der Beginn, dieser Abend ist der Beginn des Symposiums und ist ein Anlass, sich intensiv damit zu beschäftigen, wo wir mit den Menschenrechten, speziell mit diesem Artikel 6, heute halten. Ich darf Sie alle begrüßen, ich freue mich, dass Sie hier sind. Es erwartet Sie, so denke ich, eine abwechslungsreiche Eröffnung. Ich bedanke mich bei Pascal Gamper und seiner Kollegin Manuela Gusenleitner, die uns als Gebärdendolmetsch begleiten werden und bei Ursula Fischer, die dort hinten in ihrem Karbäuschen sitzt und alle, die eine englische Übersetzung brauchen, bedienen wird. Ich freue mich sehr über unsere beiden Musiker, die Sie schon ganz schwungvoll in diesem Abend begleitet haben, Digno Schneeberger und Alexander Sieber. Ich glaube, Sie haben gleich einmal einen Auftrittsausflug verdient. Ich persönlich bin ja ein großer Fan von Digno Schneeberger und ich freue mich sehr, ihn heute einmal live zu erleben. Es ist höchste Zeit. Vielen Dank. Dass dieses Symposium zustande kommt, ist der Bewusstseinsregion zu verdanken und die Geschäftsführerin der Bewusstseinsregion ist Mag. Andrea Wahl und ihr obliegt es jetzt, die offizielle Begrüßung zu machen. Applaus Diese Eröffnung wird auch als Livestream heute abgehalten. Herzlich willkommen zu unserer Eröffnung. Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden. Leider haben nicht alle Menschen dieses Recht. Kriege, Unwetter und Naturkatastrophen führen dazu, dass Menschen auf der Flucht sind, in keinem bestimmten Staat leben und ihre Rechte in der Arbeit, Familie und in der Gesellschaft leben können. Mit dem nun schon siebten internationalen Menschenrechte-Symposium treffen wir wieder voll in die Mitte der Themen, die uns heute beschäftigen und wir werden uns die nächsten Tage ganz intensiv damit beschäftigen. Ich begrüße Sie ganz herzlich zur Eröffnung vom heurigen Symposium. Ich werde nun die Menschen, die im Laufe des Abends zu Wort kommen oder begrüßt werden, nicht namentlich erwähnen. Ich möchte aber einige besondere Menschen und Initiativen begrüßen, vor allem hier in unserer Region, alle Vertreterinnen der Gedenkinitiativen der Region, der Mauthausen-Perspektive, des Gedenkdienstkomitees Gusen, der Plattform Johann Gruber, des Papa-Gruber-Kreises und Vertreterinnen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Danke, dass ihr ein ganzes Jahr für die Sache arbeitet und euch engagiert. Ich begrüße alle Gemeinderäte und Gemeinderätinnen der Region, Vizebürgermeisterinnen, Bürgermeister, die nachher auch zu Wort kommen. Ganz herzlich dürfen wir die Vertreterinnen der Bildungseinrichtungen der Region begrüßen, die Direktoren der Volksschulen und Mittelschulen und höheren Schulen, denn ihr seid es diejenigen, die unseren Kindern und Jugendlichen die Werte in die Zukunft mitgeben. Schön, dass ihr da seid. Ganz herzlich begrüßen möchte ich auch die Lebenshilfe St. Georgen, die uns schon ein wunderschönes Come Together begleitet hat und immer wieder zeigt, dass Zusammensein, Zusammenleben wirklich gut gelingt in unserer Region. Symposium erst möglich machen, möchte ich heute Manfred Hinterdorfer von der LIDA-Region Bergstrudengau ganz herzlich bei uns begrüßen und bedanken, dass du uns auch immer wieder unterstützt. Stellvertretend für die Künstler und Künstlerinnen, die zu den Menschenrechten und dass wir sie leben ganz viel beitragen, möchte ich heute den Filmemacher Andreas Gruber und die Künstlerin Renate Morand ganz herzlich bei uns begrüßen. Danke an die Vertreter und Vertreterinnen der Presse und der Medien, die heute da sind. Danke für eure Berichterstattung im Sinne der Menschenrechte. Danke, dass ihr immer wieder die Themen aufgreift und damit etwas macht. Und zu guter Letzt möchte ich mich beim Hausherrn hier im Johann Grober Pfarrheim ganz herzlich, möchte ich den neuen Herrn Pfarrer, für mich ist es der Moses, begrüßen und ihn auf die Bühne bitten zu mir und auch die neue Pfarradministratorin Estelle Höllhummer. Herzlichen Dank, dass ihr da seid. Herr Pfarrer, ganz kurz, meine Schwiegermutter geht jeden Sonntag zu Ihnen in die Kirche und Sie kommt immer sehr fröhlich nach Hause. Sehr geehrte Damen und Herren, ich darf Ihnen als der neue Fahrradadministrator von St. Georgian an die Gussen recht herzlich willkommen heißen zum siebten internationalen Menschenrechtssymposium. Ich begrüße besonders alle Ehrengäste und Organisatorinnen und Organisatoren. Ich begrüße auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die vom Nahumfang gekommen sind. Es ist uns als Pfarrer eine große Ehre, dass die Eröffnung des diesjährigen Symposiums in unserem beliebten Johann Gruber Pfarrheim stattfindet. Sowohl von der Vergangenheit unseres Landes, unserer Region, unserer Gemeinde, als auch von den jüngsten Geschehnissen rund um die Welt, selbst in Europa, ist uns klar, dass der Friede keine Selbstverständlichkeit ist. Es ist also wichtig, eben erforderlich, sich ständig mit dem Thema des Friedens und der Menschenrechte zu befassen und auseinanderzusetzen. Ziel des diesjährigen internationalen Symposiums, schon gesagt, ist es, Augen und Sinne auf die Anerkennung jedes Einzelnen als Rechtsperson gemäß Artikel 6 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinigten Nationen zu richten. Ich wünsche von meiner Seite also rege und fruchtbare Diskussionen und Auseinandersetzungen. Nochmals herzlich willkommen bei uns. Vielen Dank, Frau Wall. Vielen Dank, Herr Pfarrer. Sie haben ja auch selbst gleich eine internationale Note hereingebracht, das freut uns natürlich auch sehr. Die Bewusstseinsregion Mauthausen-St. Georgen-Gusen heißt ja deswegen Bewusstseinsregion, weil sie sich einem Thema widmet, das wir im Bewusstsein halten wollen, einem Thema unserer Vergangenheit, das aber, wie wir gerade wieder sehr stark merken, auch in unserer Gegenwart sehr präsent ist. Ich freue mich, dass die Bürgermeister der Region heute hier sind und ich darf Sie bitten, auf die Bühne für Ihre Grußworte. Es ist, dass der Vorsitzende der Bewusstseinsregion, Bürgermeister Christian Aufreiter aus Langenstein, Bürgermeister Thomas Punkenhofer aus Mauthausen und Bürgermeister Andreas Deantl aus St. Georgen an der Gusen. Ich darf Sie bitten, ich bleibe hier oben, dann habe ich ein bisschen einen besseren Überblick, wenn ich eingreifen müsste, sagen wir. Bitte, Sie können sich da gerne. Wir haben ein Geschäft, wir haben ein Geschäft, für ein ich habe eh alles geschaut, dass alles im Rahmen bleibt. Als Vorsitzender der Bewusstseinsregion, mit tausend Grüßen und Sankt-Georg, darf ich Sie alle hier recht herzlich zum siebten Menschenrechtssymposium begrüßen. Neben den Ehrengästen will ich auch besonders, liebe Damen und Herren, Sie begrüßen. Denn Sie sind heute da, aber auch die nächsten Tage bei den vielen Programmen, die wir dementsprechend ausarbeiten, wo wir zusammen sind. In diesen Zeiten ist es umso mehr wichtiger, auf die Menschenrechte Aufmerksam zu machen und mir ist es wichtig, dass wir jedes Jahr einen Artikel als Hauptthema und Schwerpunkt haben. Artikel als Hauptthema und Schwerpunkt haben. Besonders möchte ich mich aber in diesem Rahmen auch bei dem ganzen Team unter der Andrea bedanken. Wir sind die drei Bürgermeister, ohne Geschäftsführung geht es nicht. Und die freiwilligen Helfer, die was so ein super Symposium jedes Jahr auf die Beine stellt und wer sich dieses Programm angeschaut hat, also wirklich eine Hochachtung. Und wir wissen, was wir hier, Andrea, und dein Team haben. Dankeschön. Zum Schluss, wie gesagt, danke, dass Sie alle gekommen sind und dass wir dementsprechend etwas ausarbeiten. Weil ich glaube fast, wenn wir miteinander so helfen oder zusammenarbeiten, weiß man schon, wenn die übliche Welt das genauso darstellt, dann schaut es ganz anders aus. Danke. Ja, wir sind angehalten worden, uns kurz zu fassen. Werde ich natürlich auch gerne machen. In Anbetracht unseres heurigen Schwerpunkts, nämlich der Rechtspersönlichkeit eines jeden Individuums, habe ich mir ein bisschen angeschaut, woher kommen die Menschen, beziehungsweise welche Konflikte stehen oder Motivationen stehen dahinter, wo diese Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Und selbst wenn wir das siebte internationale Menschenrechtssymposium nur diese sieben Jahre Revue passieren lassen, dann sind natürlich jetzt einmal im Vordergrund die aktuellen Konflikte zwischen Israel, Gaza, natürlich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Aber vergessen wir nicht, immer noch Konflikt in Syrien, immer noch Konflikt im Südsudan, immer noch Katastrophen, die die Welt eigentlich fast tagtäglich erschüttern und Menschen nicht nur motivieren, sondern dazu zwingen, ihre Heimat in unsere Richtung zu verlassen oder verlassen zu müssen. Heimat in unsere Richtung zu verlassen oder verlassen zu müssen. Und genau darum geht es. Die Menschen sind in der Regel nicht freiwillig auf der Wanderung oder Reise, sondern gezwungen. Und wenn sie dann bei uns in einem sicheren Hafen ankommen und wir verwehren ihnen alle ihre Menschen oder ganz viele ihrer Menschenrechte und gestehen ihnen dass sie rechte haben dann haben wir noch viel zu tun und darum absolute berechtigung und mein großer wunsch dass dieses menschenrechte symposium genauso wie die vorgänger auch einen großen erfolg bringt lade alle ein daran mitzuarbeiten bedanken mich natürlich auch beim organisieren bei bei der Andrea und ihrem Team. Dankeschön. Obwohl die Anerkennung als Rechtsperson ein grundlegendes Menschenrecht ist, gibt es immer noch viele Herausforderungen und Hindernisse, die einer umfassenden Umsetzung im Wege stehen. Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Rasse, Religion, sexueller Orientierung oder sozialem Status ist leider weit verbreitet und verhindert die volle Anerkennung der Rechtspersönlichkeit für viele Menschen. In Teilen der Welt werden bestimmte Gruppen von Menschen nach wie vor von diesem grundlegenden Recht ausgeschlossen und sogar Kriege dadurch ausgelöst, wie wir leider aktuell miterleben müssen. Es ist daher von großer Bedeutung, dass internationale Gemeinschaften, Regierungen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Einzelpersonen sich weiterhin dafür einsetzen, die Anerkennung als Rechtsperson zu fördern und sicherzustellen, dass sie für jeden Einzelnen unabhängig von seinen persönlichen Merkmalen gewährleistet ist. Dieser fordert Bildung, Sensibilisierung und die Schaffung von Gesetzen und Richtlinien, die Diskriminierung bekämpfen. Fazit, die Anerkennung als Rechtsperson ist ein Grundrecht, das die Grundlage für die Wahrung und den Schutz aller anderen Menschenrechte bildet. Sie ermöglicht den Zugang zu Gerechtigkeit, die Teilhabe an der Gesellschaft und die Förderung der Demokratie. Es ist unerlässlich, dass dieses Recht weltweit geachtet und geschützt wird, um eine inklusive und gerechte Gesellschaft für alle zu schaffen. und gerechte Gesellschaft für alle zu schaffen. Genau wie heute hier beim Menschenrechten Symposium müssen wir uns für die Förderung und Umsetzung der Anerkennung als Rechtspersonen einsetzen, um sicherzustellen, dass dieses grundlegende Recht jedem Individuum zuteil wird. Danke. Danke, die Herren Bürgermeister, Frau Wall. Also Sie müssen schon ziemliche Respektspersonen in der Region sein, wenn die Bürgermeister sich alles so knapp halten und an die Vorgabe. Ich darf nun die Ehrengäste des heutigen Abends begrüßen, die Ehrengäste des heutigen Abends begrüßen, die diesen Abend mit ihrer Anwesenheit wertschätzen und auch zum Ausdruck bringen, dass dieses Symposium eine über die Bewusstseinsregion hinausgehende Bedeutung hat und wahrgenommen wird. Ich begrüße sehr herzlich die zweite Präsidentin des Oberösterreichischen Landtags, Sabine Binder, die in Vertretung von Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Heimbuchner gekommen ist. Herzlich willkommen. In Vertretung von Bischof Dr. Manfred Scheuer darf ich begrüßen Bischofsvikar-Konzistorialrat Dr. Slavoj Mirdadas. der Realrat Dr. Slavoj Mirtadas. In Vertretung des Herrn Landeshauptmanns Mag. Thomas Stelzer begrüße ich den Bürgermeister Anton Froschauer. In Vertretung des Superintendenten der Evangelischen Kirche Dr. Gld Lehner, Magister Pfarrer Andreas Hochmeier. Dann freuen wir uns über zwei Nationalratsabgeordnete, Magistra Johanna Jax und Nationalrätin Sabine Schatz. Herzlich willkommen. Und zwei Landtagsabgeordnete Ines Vukajowitsch und Erich Wall, herzlich willkommen. Wir freuen uns auch, dass die Präsidentin der israelischen Kultusgemeinde hier in Linz, Frau Doktorin Charlotte Herrmann, uns eine Grußbotschaft geschickt hat und diese Grußbotschaft darf ich Ihnen nun verlesen. Habe ich einen Fehler gemacht? Nein. Okay, man weiß es ja nicht, plötzlich hat man irgendwas. Also die Grußbotschaft von Frau Doktorin Charlotte Herrmann. Dass die Eröffnung des Menschenrechtssymposiums auf den 9. November fällt, könnte nicht passender sein. nicht passender sein. An diesem Tag vor 85 Jahren begann mit der Reichspogromnacht eine förmliche Jagd auf Juden, von der wir glaubten, das könnte und dürfe sich nie mehr wieder wiederholen. Leider müssen wir in den letzten Wochen sehen, dass wieder Menschenrechte hier in Europa mit Füßen getreten werden, Juden nur, weil sie Juden sind, bedroht werden und das in einem Maße, wie wir es uns niemals hätten vorstellen können. Mehr denn je ist nun Zivilcourage gefordert, um diese Ausschreitungen zu stoppen. Das Thema der Zivilcourage wird auch beim diesjährigen Symposium thematisiert und das ist ein sehr wichtiger Punkt. Viel Erfolg und danke für das so ansprechende Programm. Vom ersten Präsidenten des Europäischen Parlaments, Herrn Dr. Ottmar Karas, hat uns eine Videobotschaft erreicht und deswegen gab es jetzt schon das leichte Rumoren mit dem Bildschirm, denn er wird demnächst auf diesem Bildschirm erscheinen. Sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer des siebten Menschenrechtssymposiums, leider ist es mir nicht möglich, heute persönlich bei Ihnen zu sein. Ich komme aber sehr gerne der Einladung nach, auf diesem Wege bei Ihnen und mit Ihnen sein zu können. Zuerst möchte ich Ihnen danken, dass Sie sich hier zusammenfinden, um gerade hier in Oberösterreich, an Orten mit einem schweren historischen Erbe, ein Symposium, dem und ich sage unseren Menschenrechten zu widmen. Wadhausen, Gusen und St. Georgen stehen historisch für Tod und Vernichtung. und St. Georgen stehen historisch für Tod und Vernichtung. Genau diese Orte verschreiben sich heute als Bewusstseinsregion. Einmal mehr der Aufgabe, das Bewusstsein zu vertiefen, wie es dazu kommen konnte und warum es nie wieder dazu kommen darf. Das kann gerade in diesen Tagen nicht deutlich genug betont werden. Es ist wichtiger denn je, in Erinnerung zu rufen, die Erklärung der Menschenrechte durch die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen 1948 war eine direkte Reaktion auf die schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges. Es war eine politische Antwort auf die unvorstellbare Barbarei. Sie haben den Artikel 6 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als Themenschwerpunkt gewählt. Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden. Dieser Artikel 6 ist von zentraler Bedeutung, denn er verkörpert das Prinzip, die Würde und die Rechte eines jeden Menschen sind unabhängig von Nationalität, Herkunft oder Glauben zu achten und zu garantieren. Es ist heuer ein Dreivierteljahrhverständlich, dass dieser Satz immer und überall gilt. Es ist und bleibt daher unsere Verantwortung, diesen Artikel 6 mit Leben zu erfüllen. Das heißt, Vorurteile, Diskriminierung und Barrieren zu überwinden und sicherzustellen, dass niemand aufgrund seiner Identität oder seines Status in der Gesellschaft benachteiligt wird. Das beginnt damit, die Herzen und Köpfe der Menschen für die Bedeutung dieses grundlegenden Menschenrechts zu öffnen. Das bedeutet, in der politischen Praxis auf allen Ebenen bestehende Barrieren zu beseitigen, sowie zugleich soziale Akzeptanz und Solidarität zu fördern. In der Europäischen Union haben wir uns zuvorderst der Aufgabe verschrieben, diese Werte zu leben, die wir auch in der Charter der Grundrechte verankert haben. Auch diese sind einklagbar. Wir setzen uns für eine inklusive Gesellschaft ein, in der die Rechte eines jeden Einzelnen geachtet werden. Wir sind uns dabei bewusst, dass Menschenrechte keine Grenzen kennen. In diesem Sinne darf ich Ihnen ein erfolgreiches Symposium wünschen und hoffe sehr, bald wieder die Gelegenheit zu haben, bei und mit Ihnen zu sein. Von der schriftlichen Botschaft über die Videobotschaft kommen wir jetzt noch zur Live-Botschaft. Hannes Heide, EU-Abgeordneter, Mitglied des Europäischen Parlaments, ist live anwesend und ich bitte Sie jetzt um Ihre Grußworte. Herzlichen Dank, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Menschenrechtssymposium. Von dort, wo Ottmar Karas seine Videobotschaft gesandt hat, bin ich direkt hergekommen. Um 11 Uhr gab es heute noch Abstimmungen und um 15 Uhr war ich noch in Brüssel und bin wirklich auf direktem Weg hierher gekommen. Und es ist heute ein Tag des Gedenkens und des Erinnerns. Und im Sinne einer Bewusstseinsregion soll uns bewusst machen, dass Demokratie erkämpft wurde und erkämpft werden muss. Und dass sie auch schnell in Gefahr kommt. Und wir selbst alle sind aufgerufen, auch demokratisch, demokratisch-demokratiepolitisch tätig zu werden, indem wir uns zu engagieren, indem wir uns einsetzen, indem wir an der Zivilgesellschaft, an der Gestaltung mitwirken. Und das ist ein großer Auftrag. Und das Anliegen an mich im Vorfeld war, über das Wahlrecht zu sprechen. Und führen wir uns vor Augen, wie die Demokratie auch in unserem Land von außen, aber auch von innen gefährdet ist. Und wie sie sich durchsetzen muss und wir einen Beitrag dazu leisten mussten. Und einer der Beiträge, der wichtig einen Beitrag dazu leisten mussten. Und einer der Beiträge, der wichtigste Beitrag ist, zur Wahl zu gehen. Und ich vertrete Österreich in einer demokratischen Einrichtung. Wenn es Wahlen gibt, ist die Wahlbeteiligung, außer das letzte Mal, weil da gab es verschiedene Effekte zur Mobilisierung, aber ist die Wahlbeteiligung nur um 50 Prozent. Nur um 50 Prozent in einem Land wie Österreich. Und ich halte es für notwendig, dass wir Menschen, unsere Mitmenschen überzeugen, auch dieses erkämpfte Wahlrecht wahrzunehmen. dieses erkämpfte Wahlrecht wahrzunehmen, immer aufs Neue wahrzunehmen. Und Veranstaltungen wie diese leisten einen ganz wichtigen Beitrag dazu. Und ich verbinde das mit einem Appell, dass politische Bildung in Österreich, in der Schule, aber auf allen Ebenen im Sinne des lebenslangen Lernens eine Bedeutung bekommen und auch in den Medien die politische Bildung, historisches Wissen vermittelt wird und deutlich gemacht wird. Und ich freue mich, wenn ich hier in diesen Saal komme und ich sehe ein Transparent von Erasmus+, weil ich bin der Überzeugung, dass dies eines der erfolgreichsten Projekte der Europäischen Union ist und sich die Europäische Union nicht immer dessen bewusst ist, dass es eine Erfolgsgeschichte ist. Und als Mitglied des Ausschusses für Kultur und Bildung bin ich damit konfrontiert, dass es immer wieder Versuche gibt, gerade im Bereich der Bildung Kürzungen umzusetzen. Und hier zeigt sich aber auch, wie bedeutend der Parlamentarismus ist, weil es ist das Parlament, es ist der Ausschuss für Kultur, wo ich Mitglied sein darf, der sich einsetzt dafür, dass das Budget für Bildung erhöht wird. Und es ist uns gelungen, uns zu widersetzen und dafür zu sorgen, dass das Budget für Erasmus Plus im Zeitraum 2021 bis 2027 so gut wie verdoppelt wurde. Und denselben Einsatz brauchen wir auch in Österreich, dass Bildung oder Investitionen in Bildung nicht nur Schlagwörter sind, sondern dass das auch wirklich umgesetzt wird. Und ich halte Bildung, besonders politische Bildung, als die wichtigste Voraussetzung, dass unsere Gesellschaft funktioniert und dass unsere Demokratie funktioniert. Und dieses Menschenrechte-Symbosium ist auch ein Beitrag zur Bildung und zur Weiterbildung. Und in diesem Sinne wünsche ich dieser Veranstaltung einen großen Erfolg und dass sie auch nachhaltige Effekte haben wird in der Bewusstseinsschaffung. Herzlichen Dank. Vielen Dank Herr Heide und zum Wählen werden wir ja nächstes Jahr einige Gelegenheit haben. Wir beginnen ja mit der Europawahl im nächsten Jahr, wenn nicht irgendetwas anderes noch dazwischen kommt, nach jetzigem Stand der Dinge. Und wir freuen uns natürlich auch, wenn es Menschen gibt, die politische Mandate wahrnehmen. Auch das gehört dazu, nicht nur Menschen, die wählen gehen. Wir haben ein internationales Symposium und wie Sie schon gehört haben von der Geschäftsführerin, wird auch der heutige Abend ja übertragen, ist international wahrnehmbar. Dieses Menschenrechtssymposium, die Bewusstseinsregion hat auch Partnerregionen, Partnerstädte, die wir jetzt auf diesem Weg praktisch über digitale Medien sehr herzlich grüßen. Das sind alle Freunde und Freundinnen in Brachadize in der Tschechischen Republik und alle Freundinnen und Freunde in Empoli in Italien, die nicht anreisen konnten, aber die trotzdem heute bei diesem Abend dabei sind. Wir freuen uns, dass wir zwei junge Gäste aus unserem internationalen Netzwerk jetzt noch begrüßen können. Dominik Scheer und Lina Kuchlbauer aus Bamberg und ich darf Sie ganz kurz auf die Bühne bitten. Es ist ja auch wichtig, dass diese Gedenkarbeit, und es wird uns dann ja im Laufe des Abends noch begegnen, nicht nur etwas ist, wo ältere Menschen drauf bestehen, sondern wo auch jüngere Menschen sich damit beschäftigen. Und Sie haben ein Projekt, das heißt Demokratie leben. Und sagen Sie uns mit ein paar Worten, was machen Sie da? Vielen Dank, auch von unserer Seite herzlich willkommen und auch vielen Dank, dass wir da sein dürfen. Genau, wir sind aus Bamberg angereist, also aus Bayern, Oberfranken und wir sind quasi für das Projekt Demokratie leben mit zuständig. Das ist ein Bundesprogramm, was in ganz Deutschland in Landkreisen und Städten vertreten ist und quasi politische Bildung für Kinder und Jugendliche ermöglicht. Da ganz, ganz wichtige Präventionsarbeit im Hinblick auf Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus in diversen Projekttagen, Aktionen und so weiter legt. Und eine schöne Möglichkeit war für uns jetzt, heute schon zwei Workshops in der Mittelschule hier in St. Georgen durchführen zu können zum Thema Kinderrechte. Und wir werden auch morgen noch einen Workshop haben, um eben auch hier möglichst frühzeitig, wie auch gerade schon angedeutet, die politische Bildung und vor allem auch die Rechte, die jeder Mensch, aber vor allem auch jedes Kind und jeder Jugendliche hat, frühzeitig ganz bewusst zu machen, um demokratisches Handeln auch früh einzuüben und dann im besten Fall auch über die Jugend hinaus natürlich verdeutlichen zu können. Und Sie werden jetzt noch während des Symposiums da sein? natürlich verdeutlichen zu können. Und Sie werden jetzt noch während des Symposiums da sein? Genau, also wir sind wie gesagt heute noch mit hier anwesend, wir werden morgen noch den Workshop durchführen und so ist die Zeit erlaubt, werden wir auf jeden Fall auch noch die Gedenkstätte Mauthausen mit besichtigen, das interessiert uns doch sehr und wir müssen leider morgen dann trotzdem wieder nach Bamberg. Wir haben ein paar Stunden Autofahrt noch vor uns, aber wir versuchen, so viel es geht mitzunehmen, weil es natürlich auch für uns sehr interessante Einblicke gibt in die Arbeit der Bewusstseinsregion und wir natürlich auch in Bamberg bzw. in Deutschland allgemein ja auch mit den gleichen Themen konfrontiert sind und hier genauso auch gerne lernen und auch sehen, was woanders passiert, um diese Impulse mitzunehmen. Herr Scher, Sie haben jetzt so aufmerksam zugehört. Stimmen Sie der Frau Kugelbauer vollinhaltlich zu oder möchten Sie noch etwas ergänzen? Nein, also es war definitiv jetzt heute die zwei Workshops auch eine wertvolle Erfahrung auch für uns in einem ähnlichen, aber anderen Bildungssystem. Wie gesagt, es ist wichtig, frühzeitig anzusetzen, da auch für Themen, die jetzt vielleicht in Österreich oder Deutschland nicht so relevant sind, ihnen bewusst zu werden, welche Privilegien man auch hier im mitteleuropäischen Raum hat. Genau, deswegen kann ich auch der Lena nur zustimmen. Vielen Dank, wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Arbeit und danke, dass Sie gekommen sind. Danke schön. An dieser Stelle hätten wir jetzt auch gerne Gigi Dockendorf begrüßt. Viele von Ihnen kennen ihn, denn er ist ein gern gesehener Gast dieses Symposiums. Er ist Präsident des internationalen Mauthausen-Komitees, ist aber leider heute verhindert. Aber ich darf Ihnen Silvia Dinhof-Cueto vorstellen. Sie ist Obfrau des Gedenkvereins der Republikanischen Spanier in Österreich und diese Organisation ist auch Teil des Mauthausen-Komitees Österreich. Das klingt ein bisschen geheimnisvoll, ist der falsche Ausdruck, aber es erschließt sich nicht gleich aufs erste Mal, aber es erschließt sich, wenn man ihre persönliche Geschichte kennt. Ihr Vater war Spanienkämpfer, er war Spanier, aber er hat in Spanien gekämpft gegen das Franco-Russ, das stimmt schon. Insofern war er Spanien-Kämpfer. Und ist im Zuge der ganzen Geschichte des Zweiten Weltkrieges und der Verfolgung dieser Menschen, die nicht systemkonform waren, um das einmal so zu sagen, unter anderem auch im Konzentrationslager Mauthausen gewesen, wurde dann in Österreich am Ende befreit, ist hier geblieben. Sie sind als displaced person selbst noch geboren, weil ihr Vater noch nicht die österreichische Staatsbürgerschaft hatte und im Andenken auch an diese Gruppe von Menschen, die sich politisch engagiert hat und dafür auch viel riskiert hat, in und mit ihrem eigenen Leben, gibt es auch diesen Gedenkverein der republikanischen Spanier in Österreich. Und Sie werden uns jetzt ein paar Worte aus Ihrer Perspektive sagen. Danke. Ich möchte aber zuerst die Worte von Guy Dockendorf vorlesen, wenn ich darf, weil er hat gebeten, ob ich das vorlesen kann. Er hat geschrieben, liebe Freunde, und ich laube mir zu ergänzen, und Freundinnen, um die Reichweite des Artikels 6 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 zu ergründen, habe ich mich auf die Webseite des Hohen Kommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen auf der Seite schlau gemacht. Artikel 6, jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden. Es ist der kürzeste Artikel der Menschenrechtskonvention. Sehr eng verbunden mit den fünf darauf folgenden. Gleichheit vor dem Gesetz, Zugang zur Justiz, Schutz vor arbiträrer Verhaftung, Haft und Exilierung, Recht auf einen fairen Prozess, Prinzip der Unschuldsvermutung. Artikel selbst gilt für das gesamte Spektrum der Rechte. Wenn eine Person nicht als Person vor dem Gesetz anerkannt wird, können zahlreiche Rechte auch im sozialen und wirtschaftlichen Bereich gefährdet sein. Den Verfassern der Erklärung waren die Missbräuche des Naziregimes noch frisch im Gedächtnis. Und sie dachten, dass diese Bestimmungen den stärksten Schutz gegen künftige Menschenrechtsverletzungen nach Art der Nazis bieten würden. Artikel 6 ist im Zusammenhang mit dem Phänomen des erzwungenen oder unfreiwilligen Verschwindens in den Blickpunkt gerückt, der Praxis bestimmter Regime Menschen zu entführen, zu inhaftieren und häufig zu töten, wobei ihre Familien nur selten in der Lage sind, ihr Schicksal in Erfahrung zu bringen. Der erste Fall, in dem das gewaltsame Verschwindenlassen ausdrücklich und schamlos gesetzlich gebilligt wurde, war, als Hitler im Dezember 1941 den Befehl Nacht und Nebel erließ, um tausende Menschen aus den besetzten Teilen Europas heimlich nach Deutschland zu überführen, von denen viele vermutlich später getötet wurden. Die Maßnahme richtete sich gegen die Zivilbevölkerung, um jede Form des Widerstands zu unterbinden. Die Ungewissheit über das Schicksal der Verschwundenen, die allen normalen rechtlichen Schutzmaßnahmen und Verfahren entzogen waren, die sie hätten genießen sollen, nachdem sie mitten in der Nacht aufgegriffen worden waren, sollte die Gesellschaft als Ganzes terrorisieren und lähmen. Sie wurden, um einen von den Nazis verwendenden Begriff zu verwenden, in Nebel verwandelt. Ein anderes Beispiel aus den 70er, 80er Jahren, die Mütter der Plaza de Mayo, die jahrelang gegen das gewaltsame Verschwinden ihrer Kinder während desieren sollten, trotzten die Frauen der Militärdiktatur und demonstrierten vor dem Präsidentenpalast, um Informationen über ihre verschwundenen Kinder zu erhalten. Allerdings ist das Verschwindenlassen ein globales Problem, das nicht auf eine bestimmte Region beschränkt ist. Die UN-Arbeitsgruppe für Erzwungenes oder Unfreiwilliges Verschwinden Lassen hat seit 1980 60.703 Fälle aus zwölf Ländern überprüft, 47.774 Fälle in 97 Staaten stehen immer noch offen. Die Nichtanerkennung vor dem Gesetz, wie es im Artikel 6 gefordert wird, ist natürlich viel weitreichender als das Problem des Verschwindenlassens. In einigen Ländern haben Frauen vor dem Gesetz immer noch nicht die gleichen Rechte wie Männer. So gibt es beispielsweise 32 Länder, in denen Frauen die Erlaubnis ihres Mannes benötigen, um einen Reisepass zu beantragen. Und 30, in denen Frauen ihren Wohnsitz nicht frei wählen können. Und das vielleicht größte Problem für die 10 Millionen bekannten staatenlosen Menschen ist, dass sie von einigen oder sogar allen Gesetzen und Systemen ausgeschlossen sind, die die Bürger eines Landes schützen sollen. Gesetzen und Systemen ausgeschlossen sind, die die Bürger eines Landes schützen sollen. Diese rechtlichen Auswirkungen haben, Entschuldigung, dieser rechtliche Schwebezustand kann nicht nur für die staatenlosen selbst verheerende Auswirkungen haben. Ihre Kinder und Enkelkinder können ihre Staatenlosigkeit wie eine abstrakte genetische Krankheit erben, da ihre Geburt nicht registriert werden können, weil ihre Eltern in den Augen des Gesetzes nicht existieren. Diese 10 Millionen sind nur ein Teil der weltweit 117 Millionen vertriebenen Menschen. Auch diese Zahl ist höher als je zuvor. Viele teilen noch immer den Traum des Physikers Albert Einstein, der 1933 sagte, als sein Heimatland Deutschland im Faschismus zu versinken begann. Solange ich die Wahl habe, werde ich nur in einem Land leben, in einem Land bleiben, in dem politische Freiheit, Toleranz und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz die Regel sind. Freiheit, Toleranz und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz die Regel sind. Doch in einer Zeit, in der Flüchtlingen immer mehr Hindernisse in den Weg gelegt werden, um ihr Recht auf Asyl vor Verfolgung wahrzunehmen, ist Einsteins Traum und der in der Menschenrechtserklärung festgelegte Weg dorthin für viele immer noch unerreichbar. Das war jetzt Guy Dockendorffs Text. Und ich habe ein paar kurze Sätze noch anzufügen zu mir. Ich möchte Bezug nehmen auf diese Stelle, wo Guy Dockendorff diese Aktion Nacht und Nebel aus dem Jahre 1941 anspricht, wo Menschen nach Deutschland verschleppt wurden. Mein Vater, der Spanier Victor Coito, hatte von 1936 bis 1939 nach dem faschistischen Putsch in Frankreich im Spanischen Bürgerkrieg für den Erhalt der Republik gekämpft. Nach der Niederlage, und ich glaube, das wissen wenig Menschen, sind 500.000 Menschen über die Grenze nach Frankreich geflüchtet, wurden zuerst in Lagern in Südfrankreich inhaftiert und dann sozusagen an die erste Stelle, wo Deutschland und Frankreich aufeinandertrafen, nämlich an die Maschinoline geschickt. Und mein Vater hatte das Glück, schon ganz zu Beginn, mit den Kirchen, 1940 den Deutschen in die Hände zu fallen, als Antifaschist. In einem, ja, ist jetzt ein Treffen, Übereinkunft, was auch immer, des spanischen und deutschen Außenministers, wurden diese Leute irgendwie zu freiwillig erklärt. Es gibt keine einzige klare Sache, ob das schon eine Aberkennung der Staatsbürgerschaft war oder nicht. Auf jeden Fall haben diese beiden Herren Ribbentrop und Serrano-Sounier beschlossen, Deutschland könne mit diesen Menschen machen, was sie wollen. Für meinen Vater hat das geheißen, er wurde über zwei Straflager schon Anfang, also im Sommer, Anfang, glaube ich, August 40 ins KZ Mauthausen gebracht. Von da an war er eine Nummer 3438 und musste den blauen Winkel tragen, der sozusagen Emigration bedeutete in der deutschen Emigration. Nach der Befreiung blieb er in Österreich, bekam aber erst 1955, da war ich schon geboren, die österreichische Staatsbürgerschaft. Also bin ich nach Gietokkendorf sozusagen auch eine Erbin dieser Staatenlosigkeit. Aber ich glaube, er hat mir noch was vererbt und darauf bin ich sehr stolz. Ich habe auch geerbt, dass diese Leute als Grundaufgabe ihres Lebens sein, dass sie gegen dieses Vergessen und Verdrängen dieser Zeit kämpfen und ich bin sozusagen auch Erbin des Auftrags, in seinem Sinne gegen das Vergessen weiterzuarbeiten. Danke. Danke, Silvia Dinhof-Cueto. Und die Gebärdendolmetscherin kann sich jetzt auch wieder entspannen, außer man kann die wunderbare Musik der beiden Gitarristen auch in Gebärden übertragen. I'm sorry. acoustic guitar plays softly Arrann ar c'hortoù ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù Arrann ar c'hortoù guitar solo guitar solo guitar solo Arrann ar c'hortoù ar c'hortoù Ar c'hortoù ar c'hortoù Ar c'hortoù ar c'hortoù Ar c'hortoù ar c'hortoù Ar c'hortoù ar c'hortoù Ar c'hortoù ar c'hortoù Ar c'hortoù ar c'hortoù guitar solo acoustic guitar plays softly guitar solo guitar solo Thank you. Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Und Alexander Sieber, herzlichen Dank. Wir kommen jetzt zum jungen Talk. Das heißt, ich bitte jetzt vier junge, engagierte Menschen zu mir auf die Bühne. Nadine Benz, Sarah Peterseil, Philipp Mascherbauer und Manuel Hofstetter. Wir wollen uns gerne mit Ihnen unterhalten. Sie sind vier engagierte junge Menschen. Bevor Sie sich nach hinten verdrücken, gehen wir gleich ganz ins Freie. Das ist immer die Gefahr auf den Bühnen, alle wollen verschwimmen. Frau Benz, Sie sind Vorsitzende der Roten Falken Müllviertel und Oberösterreich. Sie sind Gemeinderätin in Luftenberg an der Donau und sehr engagiert in der Antifa-Arbeit mit Kindergruppen und sind auch Betreuerin bei Antifa-Seminaren. Sie sind in Ihrer Familie schon mit diesem Thema Gedenken aufgewachsen, einerseits geschuldet der Region, wo Sie leben, aber ich vermute, da gibt es auch ein Bewusstsein in der Familie. Wir haben schon gesagt, dieses Thema der Menschenrechte ist gerade wieder recht virulent. Was beschäftigt Sie denn momentan da gerade stark? Ich habe ein bisschen über das Thema nachgedacht und ganz ehrlich, das meiste ist, dass meines Erachtens immer mehr Menschenrechte Verletzungen einfach gibt und das einfach immer, ich weiß nicht, ob es verschuldet ist wegen den ganzen Social Media, dass man das vielleicht mehr mitkriegt, aber man kriegt tagtäglich einfach mit, wo und wie Menschenrechte auf der ganzen Welt, aber auch in Österreich, in unserer Region einfach verletzt werden. Wie kann man denn damit umgehen? Schwierig. Ich finde es schwierig. In mir persönlich löst es eine innerliche Wut aus und Unverständnis. Und in mich hat am liebsten eigentlich jeden Höfen. Das löst es in mir persönlich aus. Frau Peterseil, Sie sind hier in St. Georgen in der katholischen Jugendarbeit sehr engagiert. Sie sind im Pfarrgemeinderat, Sie machen Angebote auch für junge Menschen hier in der Region in Luftenberg, St. Georgen, Langenstein. Also Ihre Bürgermeister haben Sie heute sozusagen schon hier gesehen. In welcher Form engagiert sich denn die katholische Jugend in dieser ganzen Gedenkarbeit? Also uns als Jugendgruppe gibt es leider noch nicht so lange, erst seit einem Jahr in diesem Pfarrgebiet. Deswegen haben wir persönlich noch nicht so viel da erkennen. Aber die Pfarre an sich ist da sehr engagiert. Wie wir heute schon öfters gehört haben, wir befinden uns hier im Johann-Kruber-Pfeilheim. Johann-Kruber war in der Region eine wichtige Person gegen Widerstand und sehr bekannt. Spiegelsteg geben, wo man dann auch die Stollen gesehen hat. Also in der Pfarre wird man konfrontiert damit und vielleicht ist das dann auch für uns einmal in der Zukunft für ein Projekt wichtig. Also es ist auch ein Thema, wie geht es Ihnen jetzt einmal gerade über das Thema der Menschenrechte? Sie sind auch eine junge Frau, wie geht es Ihnen da momentan damit? Ja, es ist schabeldrückend. Ich studiere was mit Recht, also ich bin da auch ein bisschen in der Materie drinnen, also beunruhigend, dass das heutzutage noch immer so ein großes Thema ist. Wirtschaftsrecht ist Ihr Thema. Herr Mascherbauer, Philipp Mascherbauer, so jung und schon Vizebürgermeister, gratuliere. Sie sind auch für die junge ÖVP im Bezirk Berg zuständig. Sie sagen, die Geschichte unserer Heimat soll auch nicht in Vergessenheit geraten. Die Gedenkstätten sind etwas sehr Wichtiges, auch die Vernetzungen sind etwas sehr Wichtiges. Jetzt haben wir zuerst schon von den Bambergern gehört, welche Projekte die machen. Was denken Sie denn, wie kann man denn der nächsten Generation, zu der Sie ja auch selbst gehören, diese Gedenkarbeiten nahe bringen? Worauf reagieren Sie denn? Was interessiert Sie an dem Thema? Also das Wichtigste aus meiner Warte ist einmal das Wort Aufklärung. Es ist ganz wichtig, dass auch die ganzen Schulklassen die Orte besuchen und auch wirklich live miterleben, was da passiert ist. lassen und darum fand ich das super auch so Angebote wie virtuelle Rundgänge oder auch eben wie es auch jetzt schon Dokumentationen über dieses Gedenken auch gibt und ja. Das heißt… Und das sollte unbedingt auch in der Schule verankert werden. Also auch mit den Mitteln Ihrer Generation, mit den Visualisierungsmöglichkeiten Ihrer Generation zu arbeiten, würden Sie empfehlen? Genau, weil das holt trotzdem die meisten ab und da würden trotzdem die meisten auch damit arbeiten und lernen. Ich habe gerade beim Herfahren eine Sendung gehört im Journal, im Radiojournal, wo es darum gegangen ist, dass die Generation der Zeitzeugen langsam natürlich immer weniger wird und das möglicherweise auch schwierig sein könnte, jetzt dann noch die Anliegen nahezubringen. Wie sehen Sie das denn? Ja, darum ist, glaube ich, sehr wichtig, auch die Zeitzeugenaussagen, dass man die wirklich aufbereitet und auch den Jugendlichen und Jungen ans Herz legt, beziehungsweise auch zeigt, dass man das nicht außer Acht lässt, was auch wirklich die eigenen Perspektiven von den Häftlingen oder Gefallenen gibt es. Also von denen, die das selbst erlebt haben. Auch, dass man es authentisch hört und die Geschichten dann hört. Herr Hofstetter, Manuel Hofstetter, Sie sind bei der Sozialistischen Jugend in Mauthausen, Sie sind im Landesvorstand, sind für Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsarbeit für junge Leute, für Erinnerungskultur zuständig und Gedenken spielt auch in Ihrer Familie eine große Rolle. Sie haben Ihren Zivildienst in der Gedenkstätte Mauthausen absolviert, setzen sich sehr intensiv mit dem Thema Faschismus, Rechtsextremismus auseinander, halten auch selbst Seminare gegen Antifaschismus. Die Befreiungsfeier ist Ihnen ein großes Anliegen. Sie selbst sind in der Softwareentwicklung tätig, also ganz etwas anderes an der Fachschule für Automotive Computing. Sie machen, ähnlich wie die Frau Benz, ja auch sehr viel konkrete Arbeit mit jungen Leuten. Was ist denn Ihre Erfahrung, wie offen ist denn diese Generation? Bei den Mittelalterlichen oder Älteren kann man immer wieder hören, jetzt ist aber dann irgendwann einmal Reichszeit, reden wir von was anderem, ist ja auch kein angenehmes Thema. Wie offen sind denn junge Menschen für dieses Thema? Ich würde sagen, sehr offen. Das hat natürlich auch sicher ein wenig damit zu tun, in die Kreise, in denen ich aktiv bin, habe ich sehr viele junge Menschen kennengelernt, die sich da sehr aktiv engagieren und denen das ein großes Anliegen ist, dass man sie im Bereich der Gedenkarbeit betätigt und diese Dinge, die im Nationalsozialismus basiert sind, dass die niemals in Vergessenheit geraten. Und ich glaube, es zeigt sich ja immer wieder bei verschiedenen Projekten in der Region, die umgesetzt werden mit Schulen, mit SchülerInnen, dass es da ganz viele junge Menschen gibt, die da wirklich interessiert sind und sich auch freuen, wenn sie mit einbunden werden, Gedenkarbeit zu leisten und Erinnerungskultur mitzugestalten. Das heißt, Sie einzubinden, wir haben schon gehört, in den Medien der Generation auch arbeiten und das so aufbereiten, dass das auch tatsächlich eine Chance hat, wahrgenommen zu werden. Und Sie sagen auch, Sie einzubinden, also konkret zu involvieren und das Gedenken auch erarbeiten zu lassen, kann man das so sagen? Ja, ich glaube, das Interesse ist bei vielen da, aber es fehlt sicher teilweise an der Eigeninitiative. Und wenn dann wer da ist, der anbietet, Sie mit einzubinden, ist das sicher ein wichtiger Schritt, bitte, sie mit einzubinden, ist das sicher ein wichtiger Schritt, junge Menschen dazu zu helfen, sich einzubringen. Jetzt machen wir die Runde mal noch in die andere Richtung. Herr Hofstetter, dann mache ich gleich bei Ihnen noch weiter. Wir haben heute schon ein paar Mal angesprochen, wir leben gerade wieder in rechtbewegten Zeiten. Das Thema der Menschenrechte, das haben wir praktisch momentan ständig wirklich auf krasseste Art eigentlich wieder präsent. Welche aktuellen Fragen beschäftigt denn so junge AktivistInnen wie Sie sind? Was scheint Ihnen besonders dringlich? wie Sie sind, was scheint Ihnen besonders dringlich? Da gibt es leider sehr viel, was mir gerade sehr dringlich erscheint. Auf der einen Seite wird eben in mehreren Teilen der Welt aktuell Krieg geführt. Da finde ich es wichtig, dagegen aufzustehen. Gleichzeitig hat natürlich dieser Krieg auch zur Folge, dass Menschen flüchten, sich in Sicherheit bringen wollen und auf der anderen Seite, also diese Menschen kommen hilfesuchend zu uns, nehmen teils wirklich gefährliche Wege auf sich, um in Sicherheit zu kommen und gleichzeitig beobachtet man aber, wie bei uns gegen diese Menschen immer wieder gehetzt wird und Menschen gegeneinander ausgespült werden. Und ich glaube, da braucht es auch ganz viel Aktivismus, dass man da dagegen aufsteht. Herr Mascherbauer, Sie sind auch ein Aktivist in Ihrem politischen Feld. Wo sehen Sie denn einen Bedarf, dass man sich gerade jetzt für Menschenrechte engagiert? Man kann ja sagen, bei uns in Österreich ist es sozusagen gut, verhältnismäßig gut. Wo sehen Sie einen Bedarf, wo drängt es Sie auch? Also es ist natürlich, wie meine Vorredner auch schon gesagt haben, die Flüchtlings- und die Migrationshintergründe mit den Ausbeutungen sehr schlimm. Aber natürlich auch in Österreich die gesellschaftliche Gleichbehandlung im Zuge auch von Sexismus, auch von Sexismus im Zuge von Gleichbehandlung von Frau und Mann, ist auch noch nicht da auf dem Level, wo es sein sollte, wirklich die Gleichberechtigung. Und daher gibt es da auch viel Handlungsbedarf. Aber auch im Thema Digitalisierung ist es sehr wichtig, durch die Entwicklung der unterschiedlichsten KIs, dass man da auch den Datenschutz und wirklich die Rechtsperson selber auch schützt. Also eigentlich diese Medien, wo Sie gesagt haben, die brauchen wir, damit wir auch die Gedenkarbeit machen können bei jungen Menschen, die sind auch die, wo man gleichzeitig wieder genauer hinschauen muss, wie das tatsächlich ausschaut. Genau, dass das nicht überhandnimmt und dass wir da auch dadurch nicht eingeschränkt werden in unserem Handeln, in unserer Arbeit. Frau Beterseil, wir reden jetzt sehr viel von Israel, für Glaubensgemeinschaften heißt das auch das Heilige Land, weil zumindest drei große Religionen das für sich auch als wichtige heilige Städten sehen. Was glauben Sie, können Glaubensgemeinschaften in dieser Situation einen Beitrag leisten, um da langfristig zu irgendeiner Form von Problemlösung zu kommen? Eine große Frage für jemanden. Aber vielleicht haben Sie eine Meinung dazu. Also ich würde da sehr allgemein sagen, aufklären, drüber reden, respektvoll miteinander umgehen, offen sein für andere Religionen, für andere Sachen. Und Gewalt ist nie die Lösung. Also man gibt immer andere Möglichkeiten. Diese religionsübergreifende Gespräche kann man ja natürlich auch in Österreich trainieren, oder? Das könnte man auch mit muslimischen, jüdischen, andersgläubigen, jungen Menschen hier machen. Auf jeden Fall. Österreich ist ein neutrales Land, hat die perfekten Voraussetzungen dafür. Vertreter von sehr vielen Religionen sind ja heute schon da, also möglich wäre sicher viel. Sie können sich mal in St. Georgen vielleicht einmal mit einem kleinen Projekt beginnen. Frau Benz, zum Schluss noch an Sie die Frage, wir haben jetzt schon ein paar Mal darüber geredet, was kann man denn, was ist denn für junge Menschen wichtig, damit sie sich involvieren lassen? Ich möchte Sie zum Schluss noch einmal fragen, aus Ihrer Erfahrung auch, damit man dieses große Thema aufnehmen kann, braucht es ja meistens so etwas wie einen Punkt der Berührung, wo man sich auch berührt und mitgenommen fühlt. Womit lassen sich den jungen Menschen berühren, wenn es um dieses Thema geht? Ich glaube ganz ehrlich, dass das erstes Mal ein Angebot geschaffen gehört für das Ganze, weil sonst kann man einfach die Leute nicht berühren bzw. nicht erreichen. Ich bin jetzt vielleicht aus einer Situation, ich komme von da, ich bin mit dem ganzen aufgewachsen, aber ich kenne ganz arg viele Leute aus ganz Österreich, die was nicht in Bezug zu uns da haben, zu Mauthausen, zu Gusen, zu St. Georgen, einen Bezug dazu schaffen, das mal alles sehen, das ganze mal erleben, mit Menschen vielleicht auch reden, die was dort waren, Zeitsorge in den Gesprächen, das ist für so viele Kinder und Jugendliche so etwas Beeindruckendes und so etwas, das bleibt einem das ganze Leben und das bildet, aber das macht ganz viel mit einer persönlichen einfach und ganz viel Bewusstsein, das ist glaube ich ganz wichtig. Und einfach, wie ich schon gesagt habe, ganz viel Angebot schaffen. Wir machen zum beispiel jedes jahr wie sie schon winter antifa seminar da kommen kinder und jugendliche ganz ober ganz österreich und teilweise letztes jahr war die delegation aus deutschland zum beispiel dabei die waren das erste mal in der gedenkstätte immer 1000 oben das war tief berührend für die das zu sägen was vielleicht für menschen die da aufgewachsen sind, die wohnen, fast schon teilweise Normalität einfach ist. Okay, also Gelegenheiten schaffen und einfach dranbleiben. Ich danke Ihnen, dass Sie das tun und ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre weitere Arbeit. Vielen Dank. Ja und jetzt freue ich mich auf Dr. Fritz Titelbacher. Viele von Ihnen kennen ihn sozusagen aus dem Fernsehen, aus der Zeit, als noch alle Fernsehen gesehen haben, Herr Dr. Titelbacher. Jetzt streamt man ja. sehen haben, Herr Dr. Tittelbacher, jetzt streamt man ja, aber Dr. Fritz Tittelbacher ist, glaube ich, vielen aus verschiedenen Rollen im ORF bekannt. Jetzt ist er aktuell Chefreporter der ZIB. Herr Dr. Tittelbacher ist ein Oberösterreicher aus Kirchtau von der Krems, wenn ich richtig informiert bin. Er hat Geschichte und Publizistik studiert und eine interessante Dissertation geschrieben über die Bauernräte der Ersten Republik. Ich wusste gar nicht, dass es das gegeben hat, Bauernräte. Hat es gegeben und auch Arbeiter- und Soldatenräte und sogar in Steyr und in Kirchdorf und in Wales, worüber ich gearbeitet habe. Das ist Wikipedia-Wissen und ist daher wie häufig nicht ganz richtig. Also ich habe nicht nur über die Bauernräte, sondern über die gesamte Rätebewegung so zwischen 1918 und 1919 geschrieben. Sie wissen aber, dass Sie Ihren Wikipedia-Eintrag auch selbst bearbeiten können. Das weiß ich, aber das kommt mir immer ein bisschen peinlich vor, oder? Ich lebe mit dem gut. vor, oder? Ich lebe mit dem gut. Dr. Titelbacher hat sich aber nach dem Studium im Journalismus zugewandt, hat bei der Arbeiterzeitung begonnen und ist seit 1992 bereits beim ORF. Hat verschiedene Bücher geschrieben. Kurzzeitig hat Ihnen Ihre Frau ein bisschen den öffentlichen Rang abgelaufen, muss man sagen. Langzeitig und vollkommen zu Recht, muss ich sagen. Ich hoffe, Sie waren nicht daran beteiligt, dass man Sie jetzt weniger oft sieht im Fernsehen. Nein, aber es macht ja Spaß. Also sie ist jetzt Chefredakteurin von ORF3. Schauen Sie und verbreiten Sie ORF3, es ist ein guter Sender. breiten Sie auf, drei ist ein guter Sender. Jetzt weise ich noch auf Ihr jüngstes Buch hin, denn das gibt es auch unter anderem draußen beim Büchertisch. Warum in Wien das Römische Reich unterging und vor Aalberg nicht hinter dem Aalberg liegt. Also man sieht, Herr Dr. Titelbacher ist ein Freund, kurzer Buchtitel, kurz und knackiger Buchtitel. Sein heutiger Vortrag hat einen knapperen Titel, was ist das Gute? Ja, Dankeschön, der ist uns gerade erst eben eingefallen, also wie Sie gesagt haben, wie kann man ihn nennen? So kann man ihn nennen. Wenn Sie sich wundern, warum da ein Fernsehwastl herobensteht, dann kann ich Sie beruhigen. Das ist eine Frage, die mich auch beschäftigt hat. Also ich kann den Grund dafür nennen, der Walter Hofstetter hat mich kennengelernt, wie ich vor dreieinhalb Jahren eine Dokumentation über Mauthausen gemacht habe. Und er hat mich vor einem halben Jahr angerufen und hat gesagt, du Fritz, willst du nicht kommen, wir machen dieses Menschenrechte-Symposium, willst du nicht ein bisschen was sagen? Und ich habe unvorsichtig zugesagt und habe dann vor ein paar Tagen erst mitgekriegt, dass bei meinem Namen Festrede dabei steht. Und da habe ich mich ein bisschen geschreckt. Also nicht, dass ich nicht festreden kann, aber Festrede, das ist dann schon irgendwie ein Anspruch, der einiges einem abverlangt. Aber der Walter hat auch dazu gesagt, bitte nicht länger als eine Viertelstunde. Das hat es wieder leichter gemacht. Also auch das Versprechen kann ich Ihnen geben, es wird nicht länger als eine Viertelstunde gehen. Und ich werde mich mit etwas beschäftigen, von dem ich dann doch hoffe, ein bisschen Ahnung zu haben, nämlich mit der Rolle der Medien. Also was Medien können, was sie nicht können und wenn wir bei einem Menschenrechtssymposium sind, was ihre Rolle ist sozusagen, damit Menschenrechte auch eine Wirkungsmacht bekommen und nicht nur niedergeschriebener Text sind, juristischer. Mit dem werde ich mich beschäftigen und jetzt sage ich daher im Vorfeld noch mein Lieblingszitat aus der österreichischen Politik. Das kommt von Fred Sinovac, es ist alles sehr kompliziert, aber ich versuche es relativ einfach aufzulösen. Wir leben in einer Zeit, in der man das Gefühl hat, die Welt brennt an allen Ecken und Enden. Klimawandel, Pandemien, Kriege, wo ist das Gute? Das ist die Frage. Und auch, was ist das Gute? Vor allem seit dem neuen Krieg, der neuen Krise im Nahen Osten. Wie reagiert man auch für sich selbst auf das, was dieser Terrorüberfall der Hamas ausgelöst hat? Wo wird hingesehen? Auf die Massenmorde an den jungen Konzertbesucher, auf die ermordeten Babys, auf die israelischen Geiseln oder auf die Bevölkerung im Gazastreifen, ebenfalls Geiseln der Hamas, denen Strom, Wasser, Lebensmittel abgesperrt wurden. Menschen, die Kollateralscheiden sind in einem Bombenkrieg, die nach kurzer Vorwarnung ihre Wohnungen verlassen mussten, ein weiteres Mal vertrieben. Wer ist der Böse? Wer ist der Gute? Wer ist Opfer? Wer Aggressor? Und wie stehen wir dazu? Ich bin eingeladen worden, hier über Menschenrechte zu sprechen, eine zugegebenermaßen ungewöhnliche Wahl, denn wenn es um Recht geht, dann sind wohl Richter am Wort und nicht Berichterstatter. Aber und das habe ich mir dann gesagt, vielleicht habe ich doch etwas zu sagen und zwar darüber, warum uns das Recht und auch die Menschenrechte nicht bei allen gleich berühren. Warum wir in Konfliktsituationen dazu neigen, Partei zu ergreifen. Und ich versuche eben etwas dazu zu sagen, welche Rolle die Medien dabei spielen. Meine These in Bezug auf die Menschenrechte lautet, sie wirken nur dann, wenn es einen breiten gesellschaftlichen Konsens dazu gibt, wenn sich eine große Mehrheit dazu bekennt und sie nicht als sentimentalen Ballast für guten Menschen abtut. Und das wiederum gelingt nur, wenn es so etwas wie Empathie für jene gibt, die diese Rechte benötigen. Denn auch wenn es im ersten Satz der Menschenrechtskonvention heißt, es sind für uns nicht alle Menschen gleich an Rechten und Würde, zumindest viele von uns unterscheiden insgeheim zwischen mehr Berechtigten und weniger Berechtigten auf unsere Unterstützung, auf unsere Hilfe, auf unser Mitgefühl. Und um jetzt nicht gleich in die Viren des Nahostkonflikts zu geraten, nehme ich ein weniger emotional aufgeheiztes Beispiel dafür, was und wer uns eigentlich nahe geht. Es ist ein halbes Jahr her, da hat uns alle oder zumindest viele von uns ein Drama am Meer in Atem gehalten. Ich weiß nicht, ob Sie sich noch daran erinnern, ich erinnere mich noch gut. Ende Juni war ein Tauchboot verschwunden, das zur Titanic abtauchen wollte. An Bord fünf Personen, als Kapitän so der Typus skrupellose Erfinder und sonst eher so Hedgefondsmanager vom Typus Multimilliardär. Einer hat seinen 18-jährigen Sohn mitgenommen. Nach knapp zwei Stunden ist die Verbindung abgerissen. Die Luftvorräte an Bord, das haben wir alle gewusst, haben nur für knapp vier Tage gereicht. Sie erinnern sich wahrscheinlich schon an diese Geschichte, weil die Geschichte war damals wirklich Headline-News. Das war überall riesengroß. weil die Geschichte war damals wirklich Headline-News. Das war überall riesengroß. Allein die österreichischen Medien haben in der einen Woche, wo das gespielt hat, rund 200 Berichte über dieses Unglück gebracht. Sehr viele sozusagen als Headlines, ganz groß. Mittlerweile wissen wir, alle fünf Menschen an Bord sind gestorben. Gott sei Dank wenigstens relativ schnell, dass es implodiert und nicht in einem tagelangen Erstitten. Ein paar Tage vor dem Untergang der Titan, so hat das Boot geheißen, gab es ebenfalls ein Bootstrauma. Sie erinnern sich möglicherweise auch an das. Südwestlich von Griechenland ist ein Fischerboot untergegangen mit bis zu 700 Flüchtlingen an Bord. Etwas über 100 sind von der griechischen Küstenwache gerettet worden. Das heißt aber auch 400, 500, vielleicht noch mehr Menschen sind ertrunken. Auch das war eine Geschichte bei uns in den Medien. Dieses Bootstrauma hat aber, ich habe mir das dann nachher genau angeschaut, nur knapp ein Drittel von den Berichten der Titan verzeichnet. Und glauben Sie mir, sie waren alle deutlich kleiner als die Geschichte mit dem Tauchboot, auch bei uns im ORF. Und es ging in den Berichten vor allem um die Verantwortung der griechischen Küstenwache, nicht um die Frauen und Kinder und Menschen dort an Bord, sondern um, wie ist die EU damit umgegangen. Und als ein paar Tage nach der Titan ein weiteres Flüchtlingsboot gesunken ist, und zwar auf die Kanaren war das unterwegs, mit knapp 40 Toten, da war das bei uns gar keine Geschichte mehr. Also kurz notiert, man hat eigentlich nicht mehr darüber berichtet. Und da stellt sich mir schon die Frage, warum bewegt uns der Tod von fünf reichen Abenteuerurlaubern so viel mehr, medial zumindest, als der Tod von 500 Flüchtlingen? Wenn Aufmerksamkeit die entscheidende Währung im Kommunikationszeitalter ist, warum wiegt ein reicher Luxusreisender so viel mehr als hundert arme Teufel auf einem Schlauchboot? Warum wünschen sich manche, auch Politiker, sogar jene sprichwörtlichen hässlichen Bilder herbei, die bei solchen Katastrophen entstehen. Ist uns nicht jeder Mensch gleich viel wert? In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es im ersten Satz, ich habe es schon erwähnt, alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Das war 1948, als man diesen Satz formuliert hat, in einer Zeit, in der der Schock über Krieg und KZs noch nachgewirkt hat. Im deutschen Grundgesetz, ein Jahr später beschlossen, lautet der erste Satz, die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Das sind schöne und wichtige Sätze, aber gelten sie heute noch? In Deutschland, wichtige Sätze, aber gelten sie heute noch. In Deutschland, indem diese Sätze das Grundgesetz, die Verfassung sozusagen eröffnen, sagen laut neuen Studien in Ostdeutschland rund 40 Prozent der Befragten ja oder eher ja zu folgendem Satz. Es gibt wertvolles und unwertes Leben. 40 Prozent sagen, ja, stimmt. Das ist erschreckend. Da hat sich etwas wirklich geändert. Es hat den Anschein, das grundsätzliche Bekenntnis zu den Menschenrechten, zur Gleichheit und Freiheit ist in einer immer stärker polarisierten Welt kleiner geworden. Ich habe schon gesagt, meine These ist, Menschenrechte wirken dann, wenn sie in der jeweiligen Gesellschaft breit akzeptiert werden. Für diese Akzeptanz sorgen die Medien. Denn jedes Wissen, jedes Meinen, jedes Urteil und auch jedes Vorteil, das über das eigene unmittelbare Erleben hinausgeht, ist natürlich medial vermittelt. Medien erschaffen die Welt in unseren Köpfen. Ein Beispiel, mir letzte Woche aufgefallen. Letzte Woche ist mir auf Social Media, auf Twitter war es, ein kleiner Film hereingespült worden, wie die berühmten Steinköpfe auf den Osterinseln oder auf der Osterinsel bewegt werden konnten. konnten. Kennen Sie die Osterinsel? Schon. War jemand von Ihnen schon einmal dort auf der Osterinsel? Nein. Kennt irgendjemand von Ihnen irgendjemanden, der schon auf der Osterinsel war? Einer. Sie kennen jemanden, der schon, zwei. Zwei kennen jemanden, der schon auf der Osterinsel war. Die Frage an alle anderen, zweifeln Sie an der Existenz der Osterinsel? Nein, ich auch nicht. Also ich kenne jetzt jemanden, der jemanden kennt, der auf der Osterinsel war, kenne aber selber nicht jemanden, der auf der Osterinsel war, gehe aber fix davon aus, dass es die Osterinsel gibt. Ich habe sogar ein Bild davon, nämlich von diesen Steinköpfen. Irgendwie das kenne ich von irgendwoher. Aber sozusagen dieses Bild von der Osterinsel ist nur medial vermittelt worden, logischerweise. Und so nehmen wir die Welt wahr. Die Welt in uns entsteht zuerst natürlich im eigenen Erfahren. Alles, was wir selber schon gesehen haben, wo wir selber schon waren, ist die Welt, die wir als existent wahrnehmen. Der zweite Kreis sozusagen, der uns eine Welt schafft, sind unsere Bezugspersonen. Also die Menschen, die wir kennen, die schon auf der Osterinsel waren oder nicht, wenn uns die sagen, pass auf, so und so ist es, dort und da, oder der hat dieses oder jenes gesagt, dann glauben wir das. Allerdings Bezugspersonen, das ist psychologisch ermittelt, das ist sehr überschaubar. 2.000, 3.000 Leute. Sie haben gesagt, ich komme aus Kirchdorf an der Krems, theoretisch könnte ich mittlerweile schon nicht mehr jeden Kirchdorfer kennen, aber wie ich dort noch gewohnt habe, ja. Aber schon bei den Micheldorfern hätte ich mir auch schwer getan. Es ist zu viel als Bezugsperson. Das heißt, das Wissen, das Unmittelbare und das Mittelbare über Leute, die man kennt und denen man vertraut, ist begrenzt. Alles, was man sonst sozusagen über die Welt weiß, wissen wir durch Medien. Und jetzt kommt ein Satz, der für mich als Journalist besonders wichtig ist, was wir durch Medien erfahren, wird zunächst einmal als wahr und richtig angesehen. Anders könnten komplexere Gesellschaften gar nicht überleben. Also wenn wir an allem zweifeln würden, was wir nicht aus eigenem Erfahren wissen, dann hätten wir ein Problem. Dann würde es nicht funktionieren mit unserer Gesellschaft. Wir Medien nehmen diese Wahrheit und Richtigkeit auch für uns in Anspruch. Sie ist sozusagen unser Geschäftsmodell. Zumindest bei den professionellen Medien, die man heute ein wenig abschätzig als Mainstream-Medien bezeichnet. Wer für so ein Medium arbeitet, gibt das Versprechen ab, das stimmt, was er dort zu sagen hat. Und die meisten von uns halten sich auch an diese Vorgabe. Weil ich von der Osterinsel gesprochen habe, mein erster Kontakt damit war in den 70er Jahren durch ein Buch eines Schweizer Bestsellerautors Erich von Däniken. Sagt da nur irgendjemand etwas? Okay, danke. Also meine Beer Group kann sich noch an Erich von Däniken erinnern. Der hat in den 70er-Jahren so die Bibel hat auch Recht oder solche Bücher herausgegeben und seine zentrale These war, die Steinköpfe, von denen ich erzählt habe, auf der Osterinsel, die gehen zurück auf die Besuche von Außerirdischen. Hat viel Geld damit gemacht, aber ich sage es Ihnen ehrlich, das hat mich damals als 10-Jähriger, 12-Jähriger durchaus begeistert. In der Zeit im Bild würde ich das nicht erzählen, dass Außerirdische gekommen sind und dort Steinköpfe hingegeben haben. In der Zeit im Bild würde ich auch nicht groß daran zweifeln, dass die Amerikaner am Mond gewesen sind. Also es gibt so bestimmte Geschichten, wo man sagt, wenn man ernst genommen werden will, dann glaubt man das besser, was man in den Medien erzählt bekommen hat. Wir bekennen uns eigentlich bei uns in den Medien dafür, dass Fakten heilig sind. Und zwar wurscht, ob es die Zeit im Bild ist oder die Presse, der Standard, die Kronenzeitung, also da fehlen sie nicht. OE24, machen Sie sich mal den Spaß und googeln Sie, wie oft Österreich in den letzten fünf Jahren einen Einschlag eines Killer-Asteroiden auf der Welt irgendwie angekündigt hat, das waren etwa 50 Mal. Das ist Clickbait, das ist nicht Journalismus, das ist ein Zeitzustand, aber sonst ist Journalismus etwas, was, wie gesagt, sagt, Fakten sind heilig, über ihre Interpretation kann man streiten. Wie gesagt, Mainstream-Medien, eine bedrohte Gattung. Noch einmal zurück zur Frage, wie wir die Welt rund um uns wahrnehmen. Der Blick auf die Nachbarschaft ist selbsterlebt, der Blick auf die Welt über die Grenzen der Nachbarschaft hinaus ist aber, wie ich gesagt habe, medial geprägt und diese beiden Blickwinkel unterscheiden sich oft gewaltig. In der Nachbarschaft sind wir alle ziemlich nette Menschen. Sie alle kennen auch den Typus des Antisemiten, der auf die vielen jüdischen Freunde verweist, die er angeblich hat, weil im persönlichen Umfeld ist man ja gerne verständnisvoll und tolerant. Wenn man das Gegenüber aber nicht kennt, dann wird man radikal. Dann gehört abgeschottet und durchgegriffen, streng verfolgt und abgeschoben. Dann sollen die Schlauchboote doch untergehen auf hoher See um des Exempelwillens. Die berühmten hässlichen Bilder werden dann bereitwillig akzeptiert. Betroffen ist ja eh nur eine anonyme Masse, anders aussehender, andersartiger. Dieses Wir hier und die anderen, die bitte weit weg, hat einen modernen Namen, Identitätspolitik. Den Begriff gibt es schon lange, von links Black Power bis rechtsextrem zu den Identitären. Man kann auch Partikularismus dazu sagen. Und diese Benennung zeigt, wogegen sich diese Art des Denkens richtet, gegen den Universalismus der Aufklärung, die den Menschen als Ziel gesehen hat, nicht den Volksgenossen, nicht den Gleichartigen. Allgemeine Menschenrechte kann es aber nur geben, wenn es diesen universalen Menschenbegriff gibt, keine partikulären, keine identitären. Identitätspolitik dagegen sagt, entscheidend ist die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Die Gesellschaft bindet nicht mehr alle ein, sie wird zu einem Mosaik fragmentierter Teile, die nicht mehr miteinander leben, sondern nebeneinander, im besten Fall, im schlimmsten Fall gegeneinander. In seiner Gesellschaft gilt dann auch nicht mehr, dass alle frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. Das Recht auf freie Meinungsäußerung soll dann natürlich auch nur dem gewährt werden, der der eigenen Meinung ist. Und die Meinung über die Welt, nicht über die Nachbarschaft, kommt dann aus jenen Medien, die ebenfalls der eigenen Meinung sind. Man will sich ja nicht verunsichern lassen in seinen Ansichten oder gar in Frage stellen. Der Mensch will sich wohlfühlen in seiner partikularistischen Weltsicht. einer partikularistischen Weltsicht. Darum liest er den Express oder zack zack oder noch einfacher, er liest, was Facebook hereinspielt oder Twitter, schaut Videos auf TikTok an oder Bilder auf Instagram. Dort kann er dann auch den Allmächtigen spielen und auslöschen, wen und was ihm nicht passt, blockieren, aus der eigenen Welt verbannen. Und ärgern einen andere Meinungen oder Widersprüche zu sehr, abonniert man gleich einen einschlägigen Telegram-Kanal. Da sind dann die einseitig Erleuchteten ganz unter sich. 7,4 Millionen Menschen in Österreich nutzen gegenwärtig Social Media. Und zwar im Durchschnitt 73 Minuten am Tag, eineinviertel Stunden, nur Social Media, nicht Internet, Social Media. Im Vergleich dazu, elf Minuten, elf Minuten werden täglich für die Nutzung von Zeitungen und Zeitschriften aufgewendet. Das ist ein Siebtel der Social Media Zeit, ein Siebtel. Klassische Medien wie Printmedien fallen also zurück. Man kann es auch in Zahlen messen. Anfang des Jahres gab es noch 14 österreichische Tageszeitungen. Momentan sind es noch zwölf. Zwei sind heuer verschwunden oder verschwinden gerade, die Wiener Zeitung und das Linzer Volksblatt. Ein Grund für das Zeitungssterben könnte sein, Zeitungen können dir nie so sehr das wohlige Gefühl von immer in allem Recht haben vermitteln, wie die Echokammern im Internet. Mainstream-Medium ist zum Schimpfwort geworden, wie Lügenpresse. Wer auf sich hält, hält sich von der Masse fern, ist Individualist, ist Selberdenker, denkt gerne auch mal quer. Viel Platz für die anderen und ihre Sichtweisen bleibt da nicht. Und wenn wir ehrlich zu uns sind, trifft es uns alle. Gerade dann, wenn die Welt noch ein Stück unübersichtlicher wird, steigt unsere Sehnsucht nach klarem Schwarz und Weiß, nach klaren Fronten, nach einer Unterscheidung in Gut und Böse. Und dieser eine Blick auf die Welt soll dann bitteschön für alle so gelten wie für mich. Und dann teilt sich's. Dann sind Menschen, die sich gegen Corona impfen lassen, Schlafschafe. Oder Impfgegner sind Höhlenmenschen. Wer die Ukraine unterstützt, ist ein Kriegstreiber. Wer den Frieden dort das Wort redet, ist Putins nützlicher Idiot. Ganz schlimm jetzt beim Hamas-Überfall auf Israel. Wer den Zorn der Israeli angesichts der Massaker versteht, ist blind für das Unrecht, das den Palästinensern angetan wurde. Wer die Situation in Gaza als unerträglich bezeichnet, ist zumindest Antizionist, wahrscheinlich Antisemit. Die friedfertigsten Menschen fordern mittlerweile auf Twitter die umgehende Ausweisung von jenen Migranten, die eine Palästinenser-Fahne schwenken. fordern mittlerweile auf Twitter die umgehende Ausweisung von jenen Migranten, die eine Palästinenser-Fahne schwenken. Wer sonst für das Recht auf freie Meinungsäußerung auf die Barrikaden geht, sieht bei diesen Demos ein für alle Mal die Integration der Muslime gescheitert. Wie gesagt, es trifft viele von uns, mich auch, diese Sehnsucht nach dem Parteiergreifen für die Guten gegen die Bösen. Der Universalist in mir sagt, kein Mensch soll eines gewaltsamen Todes sterben. Der Partikularist in mir meint, größere russische Verluste sind aber vielleicht trotzdem keine ganz schlechte Nachricht angesichts des Überfalls. Der Universalist in mir sagt, Zivilisten sind im Krieg unbedingt zu schützen und zu verschonen. Wenn ich an die 250, 260 jungen Menschen denke, die von den Hamas-Terroristen bei diesem Friedenskonzert an der Grenze zu Gaza umgebracht worden sind, versteht der Partikularist in mir aber den israelischen Wunsch nach Rache. Noch einmal, alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten, doch heute scheint der Satz blasser als früher. Wir gehen leichtfertiger mit Grund- und Menschenrechten um. Ich kann mich noch erinnern, wie Flüchtlinge als mutige Menschen gesehen wurden. Sie hatten den eisernen Vorhang überwunden und waren oft die Helden, zumindest von ein paar Tagen. Die Ungarn-Krise war vor meiner Zeit, aber an den Flüchtlingsstrom aus Polen kann ich mich erinnern und es war vor allem Gastfreundschaft, die ich in Erinnerung hatte. Auch beim Jugoslawienkrieg. Der ORF hat damals Nachbar in Not gegründet und es war ein breites gesellschaftliches Einverständnis, dass man helfen sollte, wo man konnte. Heute wäre eine solche Aktion schwer denkbar. Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der jetzt eine Hilfsaktion für Flüchtlinge neu gründet, die Idee wirkt herausfordernd angesichts der Stimmung im Land. Wir Journalisten gehen in solchen Situationen wie auf glattem Eis vor. im Land. Wir Journalisten gehen in solchen Situationen wie auf glattem Eis vor. Immer den Zorn des Wutbürgers und des durch ökonomische Bedrängnis besonders wild gewordenen Boulevards im Nacken. Wir versuchen, diese Wut zu verstehen. Wir gründen Sendungen, die sie abzubilden versuchen. Die heißen dann Streitzeit oder wir laden Politiker in Praterwirtshäuser, um sie mit den Wütenden dort zu konfrontieren. Es gibt Sender, die den Wutbürger gleich zum Programmdirektor erheben und sie sind durchaus erfolgreich, muss man sagen. Eine sich polarisierende Gesellschaft geht mit einer sich radikalisierenden Medienlandschaft einher. Und nein, es scheint keine Anstandsgrenzen zu geben, ab der politische Übertreibungskünstler in die Schranken gewiesen werden. Viktor Orban schaltet in Ungarn die demokratischen Kontrollen aus und gewinnt jede Wahl. Erdogan macht es in der Türkei mit demselben Ergebnis. Putin führt Russland in einen Krieg mit hunderttausenden russischen Toten und alles, was man vom russischen Volk hört, ist staatstreuer Patriotismus. Was all diese Länder eint, ist eine starke Kontrolle der Regierenden über die Presse. Kritik ist weitgehend ausgelöscht, Propaganda allgegenwärtig. Die Frage nach den Menschenrechten der Ukrainer oder der Oppositionellen erübrigt sich in Russland, wie die Frage nach den Grundrechten der Roma und Sinti in Ungarn, die der Kurden in der Türkei. Ist die Lage also aussichtslos? Nein. Die Viertelstunde ist fast vorbei, aber das Nein muss jetzt noch begründet werden. Wir befinden uns hier an einem der Orte des schrecklichsten Verbrechens der Menschheitsgeschichte, neben zwei Nazi-Vernichtungslagern Mauthausen und Gusen, eingerichtet in einer Zeit, in der das alles größte Wirkmacht hatte. Andersdenkender, Andersartiger, Andersrassiger. Was auch immer anders war, es sollte vernichtet werden. Nur die Volksgemeinschaft bestehen bleiben, das Identitäre. Aber die Nazis haben nicht gewonnen. Die Diktaturen wurden gestürzt. Die Welt ist vielleicht noch kein guter Ort, aber es ist ein besserer Ort geworden. Vielleicht nicht in den letzten Wochen und Monaten, aber in den letzten Jahrzehnten. On the long run hat sich bisher die Rationalität durchgesetzt. Trump wurde nicht wiedergewählt, der Euro ist nicht untergegangen, eine überwiegende Mehrheit hat sich Corona impfen lassen, der letzte Winter hat uns nicht an Lagerfeuern erlebt, weil uns Putin das Gas abgedreht hat. Eure Gewürz hoffentlich auch so bringen. Und in Polen wurde das BIS-Regime abgewählt. Die Bilder auf Social Media verstellen uns manchmal den Blick auf die Welt, wie sie ist. Aber es ist nicht so schlecht. Ein paar hundert skandieren alle paar Tage in Wien am Stephansplatz, from the river to the Sea, einen Spruch zur Vernichtung Israels. Aber ein paar hunderttausend, auch Muslime, auch in Wien, tun das nicht. Die sehen wir halt nicht, weil uns sie der Algorithmus nicht zeigt. Aber es gibt die Mehrheit der Vernunft, die nicht-radikale Mehrheit, den Mainstream. Es gibt uns, die Mainstream-Medien, wie es heute manchmal abfällig heißt. Ich persönlich halte es für eine noble Aufgabe der Rationalität, dem Universalismus eine Bühne zu verschaffen. Auch dem Universalismus der Menschenrechte durch einen vielfältigen, empathischen Blick auf die Welt, durch das Verständnis füreinander. Anständige Medien mit ethisch fundierten Journalismus schaffen das und müssen das schaffen, weil was sonst? Denken Sie bitte daran, wenn Sie das nächste Mal vor der Entscheidung stehen, Ihr Zeitungsabo zu verlängern oder wenn Sie im Jänner Ihren Erlagschein für die Haushaltsabgabe in den Händen halten. Dankeschön. Applaus Thank you. Thank you. bass solo guitar solo Thank you. Thank you. Thank you. So, vielen Dank unseren hervorragenden Musikern. Jetzt waren alle schon ein bisschen erschöpft und haben gedratscht neben der guten Musik. Also ich hoffe, Sie nehmen das nicht als Affront. Das zeigt, wie wir Sie integrieren in diese Veranstaltung. Danke, Dr. Fritz Titelbacher. Ihre Ausführungen, glaube ich, sind auf großes Echo gestoßen, so habe ich das jetzt wahrgenommen. Für Ihren engagierten Journalismus und den Ihrer Kollegen und allen, die darauf vertrauen, dass recherchierte Fakten in einer offenen Gesellschaft notwendig sind für die Entscheidungsfindung, die es dann am Ende braucht, um auch über unsere Form des Zusammenlebens zu entscheiden. Vielen Dank für diese Worte. Sie haben ja jetzt schon Ihrem Bedürfnis nach ein bisschen Miteinanderreden nachgegeben und wir möchten das jetzt auch noch fördern. Ich würde Sie einladen an den Tischen, wo Sie sind. Wir haben vorgesehen, so ungefähr zehn Minuten, dass Sie sich auf Ihren Plätzen mit Ihren Sitznachbarinnen und Sitznachbarn so für zehn Minuten auch austauschen über das, was Sie schon gehört haben, über das Thema des heutigen Abends. über das Thema des heutigen Abends. Sie könnten sich vielleicht Fragen stellen, ob Sie in Ihrem Umfeld Situationen, Menschen wahrnehmen, wo Unterschiede gemacht werden in Bezug auf Herkunft, Glaube, Hautfarbe, Beruf. Begegnet Ihnen das auch noch vielleicht auch anschließend an Dr. Dietlbacher, was berührt uns denn und warum berührt uns manches auch nicht. Wenn Sie an solche Situationen denken, was merken Sie, wie wirken sich diese Unterschiede bei den Betroffenen aus und kann man solchen gesellschaftlichen Mustern, die möglicherweise auf eine Ausgrenzung hinauslaufen, auch begegnen. Große Fragen für einen vorgeschrittenen Abend. Ich würde Sie einladen, tauschen Sie sich so zehn Minuten aus und dann machen wir weiter. Grazie. Vielen Dank. Thank you. Obrigada. Grazie. Vielen Dank. Thank you. Obrigada. Yeah, from here. Thank you. Vielen Dank. Thank you. Obrigada. Thank you. Thank you. Vielen Dank.... Musik... 20 Sekunden. 20 Sekunden. Hör mal. Jetzt 2 Stimmen noch. Den schaffst du. Den machst du. Den schaffst du. 1, 2, 1, 2, three. Thank you. Musik Musik Испугал его. A CIDADE NO BRASIL Thank you. Thank you. Die Kno Schneeberger und Alexander Sieber, Sie sind großartige Musiker, Sie sind wirklich uneitel, wie man merkt. Sie spielen für Sie, auch wenn man dabei die Qualität Ihrer wunderbaren Musik vielleicht nicht so aufs Erste wahrnimmt. Aber vielen Dank, dass Sie da sind für uns. Ja, ich hoffe, Sie hatten gute Gespräche an den Tischen. Wir kommen jetzt in das Finale des heutigen Abends. Und ich darf zu mir noch einmal bitten, die Geschäftsführerin der Bewusstseinsregion Mag. Andrea Wahl und den Herrn Bürgermeister Andreas Derntl. Wo ist er? Ah, da. Er muss sich noch justieren. Ich denke, wir haben heute schon einen voll interessanten, abwechslungsreichen Abend gehabt mit ganz vielen Menschen, die heute mitgewirkt haben. Junge, ältere Journalisten, Künstler, viele Menschen, die dazu beitragen, dass die Menschenrechte gelebt werden können. Das hat auch einen Einblick gegeben, wie das Programm in den nächsten Tagen sein wird. Also morgen Freitag, Samstag, Sonntag gibt es den ganzen Tag über und am Abend Programme, Rundgänge. Morgen Vormittag kommen die vierten Klassen der Volksschule Mauthausen und St. Jürgen Langenstein zusammen und präsentieren, was sie schon erarbeitet haben. Es gibt tolle Kulturveranstaltungen, der Poetrislam und der Rap, morgen am Abend das Podiumsgespräch, morgen am Abend die Schmetterlinge, am Samstagabend zahlreiche Workshops erwarten uns am Samstag und am Sonntag das Literaturfrühstück im Haus der Erinnerung mit der Maria Hofstetter und am Sonntagnachmittag das Zeitzeugengespräch mit der Anna Hackl und der Film mit Andreas Gruber, vor lauter Freiheit gibt es keine Barmen. Und zusätzlich wird der Film Nelly und Nadine am Sonntag um 18 Uhr noch einmal im Kino Katzdorf gespielt. Wählen Sie aus, sagen Sie es weiter, nutzen Sie dieses tolle Programm und überlegen Sie schon wieder Ideen, was es nächstes Jahr geben soll. Viel Spaß bei den Veranstaltungen in den nächsten Tagen. in den nächsten Tagen. Ja, ich möchte Danke sagen. Danke an Sie, danke an Euch, dass Ihr bei der Eröffnung des Menschenrechte-Symposiums Anwesens habt. Ich möchte Danke sagen an alle Teilnehmerinnen, die das Angebot nutzen werden, an alle Menschen, die die Menschenrechte stärken und sich für den Frieden einsetzen, an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen, die Werbung gemacht haben, die sich bei den Veranstaltungen mit einbringen und bei den Workshops, natürlich auch vorab schon mal den Workshopleiterinnen und Rundgangsleiterinnen, Künstlerinnen, alle Technikerinnen, ohne denen würde es natürlich auch nicht funktionieren, und Dolmetscherinnen, allen Förderern und Sponsoren, die bei der Finanzierung mithelfen, allen Vertreterinnen der Presse, die höchstwahrscheinlich eine sehr gute Berichterstattung machen werden, natürlich dem engagierten Vorbereitungsteam für die Diskussionen in der Inhalte, Ideen für Referentinnen und Veranstaltungen, Gerhard Beck, Gudrun Bloberger, Christoph Freudenthaler, Monika Greindl, Ernst Gusenbauer, Walter Hofstetter, Robert Klausberger, Klaus Bachner und Beteiligten, die einfach Ideen und Vorschläge eingebracht haben. Allen Kooperationspartnern herzlichen Dank für die Zusammenarbeit und natürlich ganz großen Dank an die Andrea, dir und deinem Team, das sind die Claudia Honschmidt, Maria Dorfer, Janosa, Abdullah Soda, Farah Maskarimi, vielen Dank. Ohne die, ich würde dieses Menschenrechtshyposumme Begleitung des Wortes. Und Sie darf ich jetzt im Namen der Veranstalter noch einladen zu einer Grubersuppe, so ist das Tradition hier. In Erinnerung an Papa Gruber, dem auch dieses Pfarrheim gewidmet ist, gibt es eine Grubersuppe. Die Grubersuppe wird im Foyer draußen serviert. Sie ist zur Abholung bereit. Wir haben uns gedacht, bitte? Hat sich das wieder geändert? Jetzt haben wir zuerst darüber gesprochen, dass die Leute sich das abholen, dann können sie sich ein bisschen die Beine vertreten. Und dann kann man sich überlegen, ob man gleich eine Suppe möchte oder vielleicht später eine Suppe möchte. Also Frau Haunschmidt, kleine Regieänderung, die Suppe gibt es draußen im Foyer. Aber so soll das sein, Improvisation macht das Leben fein. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit, vergessen Sie nicht, wenn Sie rausgehen und ein bisschen was Überflüssiges im Geldbörsel haben, das auch noch dazulassen als kleine Spende für die Grubersuppe und für das Symposium. Ich wünsche Ihnen alles Gute, einen guten Verlauf dem Symposium und kommen Sie gut nach Hause heute. Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Læs merks! Thank you.