Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie bei den Hörstartgesprächen. Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie bei den Hörstattgesprächen. Die Janäher Zawetz und ich haben heute einen besonderen Gast und auch ein ganz besonderes Thema, an das wahrscheinlich niemand denkt oder ganz wenige Leute denken. Also unser Gast ist nämlich der Florian Sedmak. Ich hoffe aber schon, dass da jeder Gast besonders oder immer ist. Naja, das ist natürlich egal. Aber es wird sich nur herausstellen, warum du ganz besonders bist, weil du natürlich sehr eng mit der Hörstadtgeschichte verbunden bist. Und die Janäa macht jetzt mit mir das zweite Hörstückgespräch. Danke, Janäa, dass du diese große Aufgabe mit mir übernimmst. Vielleicht magst du anfangen, mit dem Tablet etwas über den Florian zu sagen, wenn du möchtest. Ja, schon. Also, Florian, du bist Texer. Also, ich habe ein bisschen recherchiert auf der Webseite, natürlich. Und du bist in unterschiedlichen künstlichen und kulturellen Zusammenhängen tätig und du warst auch Mitbegründer von der Hörstadt, was ist besonders wichtig in diesem Kontext heute und auch du hast ein besonderes Interesse für Klang, Wahrnehmung und die Frage, wie wir unsere Umwelt hören und gestalten. Und nämlich der Motto der heutigen Ausgabe ist Klimawandel und Lärm. Und ich würde gleich starten. Welcher Lärm hat dich heute an deinem Weg hier begleitet? Vielleicht kannst du ein bisschen reflektieren. Ja, also in der Tat, ich lebe in Forchtdorf, also dort, wo man früher mal gesagt hat, das ist Land, aber das ist eigentlich schon nicht mehr Land, das ist so finde ich so ein Mittelding geworden, aber das ist eigentlich schon nicht mehr Land. Das ist so, finde ich, so ein Mittelding geworden, was urban ist und doch noch auch ländlichen Charakter hat. Bin ich mit dem Zug hergekommen, mit einmal umsteigen in Lambach und habe dann schon in der Regionalbahn von Forchdorf nach Lambach hinter mir eine junge Frau bemerkt, die ihr Handy dazu verwendet hat, sich zu schminken. Was? Oh. Und dann dazu übergegangen ist, ich glaube, sie alle möglichen Dinge am Handy anzuhorchen. Das erste waren Textnachrichten in einer Sprache, die ich nicht identifizieren konnte. Und dann, glaube ich, hat sie angefangen, am Handy zu spielen. Und mir ist dann aufgefallen, wie selten das eigentlich geworden ist und wie schnell wir mit der ja eigentlich noch immer jungen Technologie, Smartphone vorher auch das Tastenhandy gelernt haben umzugehen, weil ich weiß, dass das zu der Zeit wie Hörstadt noch ganz jung war, auch ein großes Thema war, dass das zu der Zeit, wie Hörstadt noch ganz jung war, auch ein großes Thema war, dass so die Klingeltöne auf den Handys ein ganz großes Thema waren und seinerzeit auch, man kann es sich fast nicht mehr vorstellen, ein Geschäftsmodell waren. Also Teenager haben eigentlich wirklich große Beträge zum Teil ausgegeben für Klingeltöne, die man sich aus dem Netz herunterladen konnte. Das waren dann oft die Hooklines oder die Anfangsriffs von Popsongs. Und ich kann mich wirklich noch lebhaft daran erinnern, dass eine Fahrt in einer Straßenbahn in Linz oder in einem Nahverkehrszug oft wie das war so wie der Turmbau zu Babel. Also man ist beschossen worden mit Sounds aus allen Ecken, die total widersprüchlich waren. Es war manchmal interessant, manchmal war es anstrengend gefunden und ich habe das Gefühl, das ist so selten geworden, weil wir so schnell gelernt haben, also diese Technologie in unser Leben zu integrieren und die meisten begriffen haben, dass das irgendwie unangemessen ist oder dass es trotzdem sowas gibt wie einen gemeinsamen sozialen akustischen Raum oder einen akustischen Raum, den wir alle miteinander teilen und den wir irgendwie ein bisschen schützen. Ich sage jetzt einmal, das ist vielleicht das falsche Wort, aber sauber halten muss oder benutzbar halten muss, haben natürlich die sehr praktischen kabellosen Kopfhörer, die jetzt via Bluetooth sich mit dem Handy verbinden, glaube ich einen großen Beitrag geleistet. Aber das ist etwas, was mir, es war nur so ein Moment, in dem ich mal vergegenwärtigt habe, dass sozusagen ja nicht immer, wir neigen ja dazu, immer den Untergang des Abendlandes und der ganzen Welt herauf zu beschwören, aber es gibt dann trotzdem immer wieder, finde ich, in ganz kurzem Tempo so erstaunliche Entwicklungsschritte, die vielleicht auch Grund sind, warum man die Hoffnung nicht gleich so entsorgen sollte. Du und wie läuten heute die Handys? Ich habe das Gefühl, es wird nur mehr ganz wenig telefoniert. Mein Eindruck ist, dass das meist über Chats läuft, also über Textnachrichten und dass wirklich das Gefühl, dass gerade so die Digital Natives, die mit dem aufwachsen, so einen ganz selbstverständlichen Umgang damit haben. Und für die scheint mir der überwiegende Teil für ein No-Go zu halten, dass man irgendwie sehr lautstark telefoniert oder so telefoniert, dass es alle zwangsläufig mitbekommen müssen. Da habe ich ja den Eindruck, dass es oft die ganz Alten sind, die sich ins Telefon schreien. Ja, genau. Ich glaube wahrscheinlich, dass sie mit einer Entfernung des Gesprächspartners zu tun haben. Ich glaube, dass man sich ja, wenn man die eigene Hörfähigkeit abnimmt, glaube ich, spricht man automatisch lauter, weil man sich ja selber nicht mehr so gut einpegeln kann. Und dann ist es sicher auch die technologische Unbedarftheit derer, die halt sehr spät ins digitale Geschehen einsteigen. Aber mir fällt das auch so auf wie dir, dass oft die älteren Semester, also die noch älteren Semester, als wir Mühen haben, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten. Ist aber auch kein Wunder. Ist ja auch eigentlich eine Klimafrage, oder? Es ist auf jeden Fall, glaube ich, eine Frage des sozialen Klimas, wobei man natürlich, also ich finde ja nach wie vor diesen Punkt sehr spannend, wann sich wer mit seinem Mobiltelefon offenkundig störend für andere verhält. Also bis zu wann ist der Punkt, wo man irgendwie sagt, also mein Beispiel war, oder woran ich gelernt habe, war eine Frau in einem Zug in Deutschland, die dann einen Teenager mal eigentlich recht erschöpft gefragt hat, ob er nicht Kopfhörer dabei hat. Und die hat ihn eigentlich auf eine sehr freundliche Art und Weise aufmerksam gemacht, dass sie das, was aus seinem Handy laut sprechen kommt, gerade eigentlich nicht hören möchte. Das finde ich total nachvollziehbar. Andererseits stellen wir dann ja immer die Frage, also ich glaube, es ist schon was dran an dieser alten, urdemokratischen Auffassung des gemeinsamen Raums, auch als Polis, dass man sich bis zu einem gewissen Grad auch in der Widersprüchlichkeit und Gegensätzlichkeit einer Gesellschaft gegenseitig aushalten muss. ab anderen Dingen vielleicht stören, dass man sich am meisten einen Schubser geben kann und sie überwinden kann und sagen kann, okay, es taugt mir zwar jetzt nicht, aber ich halte es jetzt einfach aus und ich finde es jetzt nicht notwendig, einen Konflikt vom Zaun zu brechen oder mich da irgendwie zu artikulieren. Ich glaube, das ist schon immer ein ganz, ganz feiner Grad und was natürlich auch, also es ist nicht mein Gedanke, aber einer, der mich aus diesen frühen Hörstartzeiten noch begleitet und der natürlich jetzt da immer wieder auftaucht bei mir ist, gerade wenn du in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, dass du halt kaum jemanden siegst, der nicht irgendwie wired ist, also der mit seinem Handy beschäftigt ist und die meisten sind halt dann auch noch zugestöppelt und da finde ich aus total nachvollziehbaren und begreifbaren Gründen Handy beschäftigt ist und die meisten sind dann auch noch zugestöpelt. Und da finde ich aus total nachvollziehbaren und begreifbaren Gründen in einer ganz eigenen Klangwelt, in der man selber Regie führt und wo man selber die Auswahl trifft, was höre ich jetzt? Und wenn es vielleicht nur die aktive Noise Cancellation ist, das heißt, dass man die Mitwelt akustisch bewusst total ausblendet, finde ich, dass man die Mitwelt akustisch bewusst total ausblendet. Ich finde, es ist das gute Recht eines und einer jeden Einzelnen. Auf der anderen Seite verlieren wir halt auch einen gemeinsamen öffentlichen Raum miteinander, wo man wahrscheinlich jetzt noch ganz schlecht sagen kann, was das für Folgen hat. Also dass es keine Folgen hat, heute irgendwie für ausgeschlossen. Aber welches genau sind, würde ich nicht wagen, irgendwie zu beurteilen. Aber ich denke, vor kurzem haben Wiener Linien oder so Initiativen angeführt, wo sie Leute, also BenutzerInnen adressieren, dass sie nicht so laut in U-Bahn telefonieren, sondern öffentlich. Entschuldige, ich meine nicht, dass ich ins Wort fahre, aber das Sonderbare ist ja daran, dass man den Gesprächspartner nicht sieht. Es war ja früher auch nicht leiser im Zug, so was mir erinnert, weil dann haben die Leute miteinander geredet. Im Gegenteil, ich glaube, es war früher eigentlich lauter. Ja, oder vielleicht ist es eh laut. Wie wir wissen, ist nicht das richtige Wort. Störender vielleicht. Man könnte sagen, dass wahrscheinlich früher der gemeinsame geteilte öffentliche Raum akustisch ein bisschen diverser war oder dass er ereignisreicher war. Und jetzt durch diesen Rückzug, den die meisten von uns pflegen, also in die eigene akustische Sphäre mit Musik vom Handy oder was auch immer vom Handy und eben, wie gesagt, wenn es nur im Noise Cancellation ist, dass man bewusst einen akustischen Vorhang runterlässt. Es führt halt dann zu einer Verarmung des gemeinsamen Ganzen. Und umgekehrt, und da wollte ich glaube ich vorher hin, hat ja ein kluger Mensch die Frage aufgeworfen oder die Beobachtung gemacht, dass es ja eigentlich traurig ist, wenn der gemeinsame akustische Raum so reizlos ist und so trostlos ist, dass man gar kein Interesse mehr hat, an dem teilzuhaben oder den mitzugestalten, sondern dass man irgendwie mehr oder weniger automatisch auch die Flucht daraus antritt. Ich bin da recht zwiegespalten, muss ich sagen. Es heißt ja immer, es ist heute so laut, es ist so furchtbar, früher war es so viel besser. Also das ist einmal eine Erzählung, die ein bisschen problematisch ist, finde ich. Ja, sehr fragwürdig. Aber trotzdem, du hast gesagt, es wird ärmer. Sind wir ja wieder in dem Vorwasser. Also es war ja früher offensichtlich reichhaltiger. Ich bin da, ich weiß selbst noch nicht, wo ich da bin, also meine Position, oder vielleicht gibt es das gar nicht, oder wir meandern ja jetzt da in diesen technischen Umbrüchen herum, wahrscheinlich meine Kinder überlegen sich das gar nicht, wie du gesagt hast, das sind die, die damit aufgewachsen sind. Aber wir sehen schon diesen, ich bringe jetzt nicht mehr das Wort Klimawandel ins Spiel, weil das ja auch ein gesellschaftliches Klima ist. Es ist das und es ist dann, glaube ich, also dieser Effekt hat ja einen Namen, der mir jetzt nicht geläufig ist, aber es ist ja, dass, so wie du sagst, also unsere Kinder einen ganz selbstverständlichen Umgang damit haben, denen fällt aber sozusagen dieser Vorher-Nachher-Vergleich, den wir ja noch haben und der Effekt, dessen Namen mir jetzt nicht bewusst ist, beschreibt ja das, dass das, in das ich hineingeboren bin, ist für mich sozusagen der Standard, der selbstverständlich ist und die Veränderungen oder Entwicklungen, die während meiner Lebenszeit stattfinden, die bezirke auf diesen Punkt. Genau wie, da gibt es ja einen ganz großartigen Schweizer Denker, ich glaube Burkhardt war der Nachname. Ich freue mich sehr, dass dir auch die Namen nicht einfallen. Lucius Burkhardt war der Nachname? Ich freue mich sehr, dass dir auch die Namen nicht einfallen. Lucius Burkhardt, glaube ich, der Erfinder der sogenannten Spaziergangswissenschaft. Ja, genau. Und der hat ja so schön festgehalten, also in Bezug auf Stadtentwicklung, dass wenn du in der Nähe eines Güterbahnhofs auf die Welt kommst, dann siehst du den Güterbahnhof und wenn er dann später abgerissen worden ist und durch ein Wohnquartier ersetzt worden ist, dann hast du noch die Erinnerung an den Güterbahnhof gespeichert und du kannst den visuell noch hervorrufen in dir, du hast den noch abgelegt als Bild und deine Kinder kennen aber den Güterbahnhof maximal noch von alten Fotografien und für die ist das Wohnquartier selbstverständlich, während für deine Großeltern Und deine Kinder kennen aber den Güterbahnhof maximal noch von alten Fotografien. Und für die ist das Wohnquartier selbstverständlich. Während für deine Großeltern, die haben vielleicht das Gelände noch gesehen als grüne Wiese, die dann mit dem Güterbahnhof verbaut worden ist. Aber ich finde, an dem kann man so eine Entwicklung sehr schön, wie soll ich sagen, sich vergegenwärtigen. Und das betrifft ja genauso die ökologischen und akustischen Qualitäten von einem Raum, ob das jetzt ein urbaner Raum ist oder ein ländlicher Raum. Logischerweise habe ich diesen lebhaften Vergleich zu etwas, was vielleicht 20, 30, 40, 50 Jahre vor meiner Geburt war. Das kann ich vielleicht nur anhand von Daten oder Erzählungen oder von Dokumenten oder was auch immer rekonstruieren. Aber ich habe das nicht selber erlebt. Und darum glaube ich, läuten vielleicht oft die Alarmglocken so spät. Weil ich, du weißt, worauf ich hinaus will, oder? Ich hoffe, ja. Weil ich dann, wie soll ich sagen, also wenn ich in ein, also es gibt ja ein sehr großartiges Hörstadtpapier, das im Kern besagt, dass Städte ja gefordert sind, sich an den Klimawandel anzupassen, beziehungsweise Städte gefordert sind, sich so zu verändern, dass die Menschen, die in den Städten leben, den Klimawandel auch aushalten. Und das ist ja mit verschiedenen Maßnahmen verbunden, die fast zwingend sind. Das heißt, anders zu bauen, Böden zu entsiegeln, mehr Grün in die Stadt zu bringen, wieder mehr Wasser in die Stadt zu holen, vielleicht zugeschüttete Kanäle und Flussläufe von früher zu renaturieren und so weiter und so fort. Und dass alles, was für das Klima gut ist, gleichzeitig auch für die Biodiversität in einer Stadt gut ist, für die Artenvielfalt. Und Artenvielfalt heißt ja immer automatisch, vor allem wenn es tierischer Natur ist, dass die, also in meinem Verständnis und in meiner Definition, dass ein akustisches Ambiente reizvoller und reicher wird. Und wenn ich aber, also wenn ich das schon gar nicht mehr erleben kann oder gar nicht kenne, dann fällt es mir halt schwer wahrzunehmen, dass es sich auf weniger regelmäßig vorkommende Geräusche und akustische Signale im gemeinsamen öffentlichen Raum sozusagen beschränkt hat, als das früher der Fall war. Wie soll ich es wissen? Da kommt etwas rein, was glaube ich so ein Richtschnur ist der Hörstädterarbeit, nämlich dass wir keine Körper haben, sondern Körper sind. Und damit auch das Hören so ein körperlicher Vorgang ist. Und damit auch das Hören so ein körperlicher Vorgang ist. Darum stößt die Frage, du nimmst natürlich Bezug auf das Papier, das gemeinsam mit der Stadt Wien entstanden ist, wo die Spatzen als Öko-Indikator für die akustische Qualität in einer Stadt dienen. Könnte man vielleicht noch kurz genauer darauf eingehen. Aber was ich nie verstanden habe, warum Akustik und Klima bis heute eigentlich nicht zusammen gedacht wird. Wenn wir jetzt auf diese Idee zurückkommen, also hören, was körperliches ist, dann kommt man darauf, dass eigentlich alles, was wir hören, bewegte Luft ist. Und was ist Klima? Eigentlich auch nichts anderes als Luft. Also man könnte sagen, das ist die Summe des Wetters und blablabla, aber natürlich ist im Grunde die Veränderung der Luftverhältnisse sind die Veränderung des Klimas und damit die Veränderung des Hörens. Ja, und ich finde es sehr spannend, es ist mir auch durch dieses Papier, auf das wir uns jetzt beide bezogen haben, nochmal so bewusst geworden, dass praktisch alles, was unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten städtebaulich und architektonisch und in Sachen Infrastruktur hervorgebracht hat, ja eigentlich extrem klimaschädlich war oder mehr oder weniger, also in unterschiedlicher Ausprägung klimaschädlich war und gleichzeitig aber auch akustisch so verheerende Folgen mit sich gebracht hat. Also sprich übermäßige Schallreflexionen in Städten, dadurch halt übermäßige Schallbegel, die man leicht vermeiden könnte, die dann sozusagen nur verstärkt werden durch die Kombination von extrem viel versiegelten Boden mit extrem schallreflektierenden, schallharten Fassadenmaterial wie Stahl und Glas und so weiter und so fort. Und dass da jetzt aus klimatischen Gründen notwendige Rückbau oder Umbau, ob man es will oder nicht oder ob man darauf abzielt oder nicht, reizvollerweise mit einer guten Chance auf eine Verbesserung der akustischen Diversität unserer gemeinsamen, unseres Hörstarts, also unserer Hörstadt oder unseres Hörraums einhergeht. Das finde ich super. Eines habe ich noch. Ja, ja. Wir haben ja die Erfahrung, dass Leute, die in Institutionen arbeiten und sich mit Akustik und Lärm beschäftigen, off-records die besten Gesprächspartner sind. Und kaum ist eine Kamera dabei oder ein Mikrofon, wird es problematisch. Das kann ja jeder nachvollziehen. Ob das für die politisch Entscheidenden das Richtige gesagt wird, blablabla. Aber man kommt sonst nie zum Beispiel auf einen ganz irren Zusammenhang, dass die Schulen immer an den beschissensten Stellen in der Stadt gebaut werden. Warum? Weil dort der Grund am billigsten ist. Also wir wissen ja, Lärm ist der größte Enteigner, könnte man sagen, oder drückt die Preise. Genau, Lärm entwertet. Genau. Und ja, also wenn man die Stadt jetzt sparen muss, oder halt politisch muss man halt schauen, dass das Geld beisammen gehalten wird, dann kauft man natürlich den Grund, der billig ist und der ist normalerweise verlernt. Das heißt, man setzt die Kinder dorthin, wo es am blödesten ist. Und erstaunlicherweise scheint es mir so zu sein, ich habe durch meine Frau, die ins Bildungssystem quer eingestiegen ist, ein bisschen Einblick auch gewonnen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass die Gestaltung oder eine bewusste aktive Gestaltung der akustischen Verhältnisse in Schul- und Unterrichtsräumen eine Rolle spielen würde. Das ist nach wie vor nicht so und es ist, finde ich, ganz schwer zu begreifen, wo ja vor allem Lärmschwerhörigkeit eine Krankheit ist, die unter Elementarpädagogen und Pädagoginnen total verbreitet ist. Total viele Lehrerinnen und Lehrer haben Stimmprobleme, weil sie halt immer gegen einen hohen Geräuschpegel anreden müssen. Und der Leidensdruck, sollte man meinen, wäre groß genug. Aber es passiert nach wie vor eigentlich wenig bis nichts, obwohl man sehr genau weiß, wie es gehen würde und dass ja weder erhebliche Mehrkosten damit verbunden wären, noch ein großer baulicher oder planerischer Mehraufwand. Ja. Ich wollte, also ich habe gestern einen Beitrag gesehen, wo eine Bürgerinitiative in Deutschland, irgendwo an der Donau, sie haben einen Protest gegen Lärmschutz veranstaltet oder so. Aber es war interessant, wie diese visuelle wichtiger als diese akustische ist. Also sie wollten jetzt diesen Blick auf den Donau oder so nicht verlieren und deswegen war besser, also diese alle Geräusche so zu bahnen oder so zu behalten. Also ich weiß jetzt nicht, wieso ist dieser Bewusstsein vielleicht nicht, dass der Lärm so schädlich ist, weil da war Statistik 12.000 Menschen, also 12.000 Todesfälle verursacht Lärm pro Jahr in der EU. So vielleicht in diese Richtung. Wieso jetzt nicht? Ich hoffe nicht durch Musik. Ich glaube, das sind die Folgen von chronischem Lärmstress, oder? Der ja dann meistens in Herz-Kreislauf-Erkrankungen mündet. Ja, ich glaube, also wenn du wählen kannst zwischen einem Ausblick, der zu deiner Lebensqualität gehört, und der Aussicht, diesen Ausblick zu verlieren und stattdessen eine, wie soll ich sagen, trotzdem glaube ich, ist es für die meisten, auch wenn sie betroffen sind, irgendwo, glaube ich, bleibt es eine abstrakte Geschichte, Lärm. Aber wenn man vielleicht unterschwellig ständig oder den größten Teil des Tages betroffen ist, ich glaube, es ist sowieso eine ganz schwierige Wahl zwischen Best und Cholera. Wofür entscheidest du dich? ja, ich würde mir jetzt nicht anmaßen die Wahl irgendwie zu bewerten also ich glaube, man kann das auch nachvollziehen es ist sicher keine leichte Entscheidung und Tatsache ist, dass die sogenannten Lärmschutzwände halt visuell nicht sehr viel hergeben, es ist kein schöner Anblick oft auch akustisch nicht aber ich habe mit Freude jetzt beobachtet bei dir, dass du sozusagen ein bisschen in die klassische Musik, wie man das so nennen darf, hineinrutscht. Da, wo ich eigentlich herkomme. Und da, ich komme gleich zu dem Thema zurück, also sehen und hören. Auch da ist glaube ich so wichtig, dass man die verschiedenen Sinne nicht gegeneinander ausspielt. Also man kann ja nicht nur hören. Auch da ist, glaube ich, so wichtig, dass man die verschiedenen Sinne nicht gegeneinander ausspielt. Man kann ja nicht nur hören. Niemand von uns kann nur hören. Es gibt ja diese berühmten Untersuchungen von der die große Lärmprofessorin an der TU in Berlin, die ich werde es nachliefern, wenn es mir einfällt, die hat untersucht den Einfluss auf das Wohlbefinden, besonders mit einer Konzentration auf das Hören, von bunten Lärmschutzwänden. Und da kommt eindeutig raus, dass bunte Lärmschutzwände akustisch als angenehm empfunden werden. Da kann man natürlich den Kopf schütteln und was weiß ich was tun. Aber es ist gar nicht so blöd, weil eher niemand von uns nur hören kann. Also wenn es irgendein anderer Sinn, der gleichzeitig wahrgenommen wird, die Gesamtsituation verbessert, hat man den Eindruck, dass auch das Akustische besser ist. Naja, oder wenn dir eine unappetitlich aussehende, aber wohlschmeckende Speise serviert wird, hast du auch Schwierigkeiten, das wirklich zu genießen. Du musst deinen visuellen Eindruck ständig überwinden, auch wenn der Gaumen ganz was anderes sagt. Und dass das in die andere Richtung auch funktioniert, finde ich wenig erstaunlich. Oder es ergibt Sinn. Ja, aber das Tolle daran ist, dass du alleine schon daran erkennst, wie wenig hilfreich oft dieser naive Glauben an das Messen von gewissen Parametern beim Schall ist. Und wahrscheinlich nicht nur beim Schall. Also, weil 80 Dezibel ist so vielfältig interpretierbar, wird vielleicht in jeder Situation für die Menschen, die das wahrnehmen müssen, was anderes bedeuten. Das sind ganz alte Hörstadtbeispiele, mit denen wir an den Beginn unserer gemeinsamen Arbeit zurückkehren. Aber das ist ja ein sehr lebhafter städtischer Springbrunnen, wo wirklich große Wassermassen bewegt werden oder ein Wasserfall in der Natur oft eigentlich eine fast kriminelle Lautstärke hat, weil man das nur in Dezibel bemisst. Aber weil wir, ich würde sagen, die allermeisten von uns bewerten das ja als total positiv. Also für uns ist das ja ein angenehmes Geräusch und dementsprechend, also ich glaube, dass die Wirkung von dem, womit wir zu tun haben, ganz massiv oder am allermeisten mit unserer Einstellung dazu zu tun hat, wie wir das bewerten, ob wir das als angenehm bewerten oder als unangenehm. Und das Gegenbeispiel war ja immer, also ist ja ein ganz alter Hut und jetzt sicher in über 40 Hörstartsgesprächen schon, also wahrscheinlich jedes zweite Mal besprochen worden, aber dass ja Lärm per Definition ein störendes oder als unangenehm empfundenes Geräusch definiert wird und keine Sache der Lautstärke ist, weil die, also wenn du mit einer Gels im Zimmer übernachten musst oder einem Moskito, der ist ja wirklich nicht laut, aber dieses leise Suren, wo du weißt, du läufst jetzt Gefahr, wieder gestochen zu werden und Schmerzen zu erleiden, das kann dir ganze Nacht lang wach halten oder der berühmte tropfende Wasserhahn, das ist überhaupt nicht laut, aber es kann dir den letzten Nerv ziehen. Und umgekehrt eben kann was, ein lauter Wind in den Bäumen, wenn du zudem eine positive Einstellung hast, wenn das Laub raschelt, das kann dich in den Schlaf wiegen. Aber es liegt dann eben ganz bei dir und bei deinen Vorlieben und Prägungen. Für mich bist du einer der begnadetsten Schreiber, die es gibt. Wenn du schreibst, hörst du das in dir? Ja, ich glaube schon. Und es ist für mich definitiv, wenn ich mal bei irgendwas unsicher bin, was jetzt so die Satzstellung betrifft oder Wortreihen folgen, dann teste ich die eigentlich immer so, dass es mir nur halb bewusst ist, aber eigentlich auf die Musikalität oder auf die, sozusagen, also würde ich es singen oder würde ich es vorlesen, was flutscht besser? Also was ist melodischer? Was ist geschmeidiger? Auf jeden Fall. Flutschen gefällt mir deswegen, weil das ja so eine Materialität in sich tragt. Also nicht unbedingt spucken, aber man merkt, dass die Luft was Körperliches ist, was da ist. Genau. Da gibt es ja, vor kurzem ist mir das runtergekommen, es muss ein Gestalt Philosophen, Therapeuten geben mit dem Namen Köhler. Der hat untersucht, welche Klänge wir welchen visuellen Phänomenen zuordnen. Da muss es ein ganz berühmtes Experiment geben, wo er eine zackige Figur hat und dann kannst du aussuchen, heißt das Kiki oder Momo? Und ungefähr 99,9% der Menschen sagen, das heißt Kiki. Ja, das wäre jetzt auch mein Tipp gewesen. So ein wolkiges Ding. Momo. Und das Schöne ist, dass ich das erste Mal gesehen habe, dass das ein wissenschaftliches Thema ist, wie sich Worte zu dreidimensionalen Gebilden formen. Eigentlich kann man sich das Reden so vorstellen, dass wir jetzt da ein Luftgebilde bilden, also irgendeinen Raum bauen. Und eine Sache, die mich irgendwie sehr geprägt hat, wie viele Menschen in meiner Generation oder in meinem Alter habe ich als Jugendlicher noch relativ viel Heinrich Böll gelesen. Der hat mich auch durchaus geprägt, also die Ansichten eines Clowns habe ich sicher drei, vier, fünf Mal gelesen. Und ich glaube, in den Ansichten eines Clowns, da geht es ja um eine unbotmäßige Beziehung, die dann von den konservativen Eltern so torpediert wird, dass die dann auseinander geht und weil die eben nicht verheiratet sind, aber zusammenleben und sie findet halt dann jemand anderen und der Ich-Erzähler, dem das wieder fährt, bezieht sich irgendwie so auf die Sprechweise seiner Mutter, die die Vokale I und E so häufig verwendet und Worte mit Vokalen O, U, Ä, Ü halt so meidet. Und der Böll muss den Verdacht gehabt haben, dass diese E- und I-lastigen Worte halt so der Bürokratie und den Gesetzestexten tendenziell zuzurechnen sind und dass du mit anderen Vokalen automatisch mehr Farbe ins Spiel bringst. Und auf jeden Fall, ob das jetzt ein Aberglaube ist oder nicht, hänge ich dem bis heute noch so an, dass ich im Zweifelsfall dann auf, also wenn ich mich frage, nehme ich dieses Wort oder ein Synonym, nehme ich den einen Weg oder den anderen, dann entscheide ich mich im Zweifelsfall für A, O, U oder für Umlaute. Weil das wärmer ist vielleicht. Ja, ich glaube fest daran. weil das wärmer ist vielleicht. Ja, ich glaube fest daran. Und ich habe dann, also ich bin jetzt, ich habe nicht wirklich viel von ihm gelesen, vom Josef Winkler, Autor aus Kärnten. Und ich glaube, den Kärntnern kann man also jetzt grob verallgemeinert, vielleicht fahrlässig verallgemeinert schon attestieren, dass die eigentlich ein sehr musikalischer Ort haben, Deutsch zu sprechen. Ich finde das sehr weich und sehr, also es flutscht auch so, es klingt sehr lieblich, also es hat zum Beispiel nicht so diese Härte, die das Tirolerische für mich hat, in meinen Ohren, sondern es ist viel sanfter, es ist viel, wie soll ich sagen, also wenn das Tirolerische mehr an zerklüftete Felsen erinnert, akustisch, dann ist das Gärtnerische mehr so. Das sind so flach und rund geschliffene Bachkiesel irgendwie für mich. Spricht schon wieder beim nächsten Buch, glaube ich. Aber es hat mich dann gar nicht erstaunt, dass der Josef Winkler in einem Interview gesagt hat, dass er alle seine Texte und jeden Satz auf Musikalität überprüft. Also ob der Satz musikalisch überzeugend ist. Also wenn man sich den Satz vielleicht als eine kleine Notenfolge vorstellt, ob die rund ist, ob die sympathisch ist, ob die so einen Sinn ergibt oder nicht. Das wäre sehr, also, ich hätte mit dem was anfangen können, auf einen Hieb. Ich kann das auch anfangen. Ja, naja, darf ich noch was sagen? Ja, ich meine, es rutscht mir heraus, ich muss das fast sagen. Ich habe 1999 meine dritte Oper geschrieben. Schreber für das Stadttheater Klagenfurt. Und der alte Schreber hat seine Kinder mehr durch Folter erzogen. Und eines seiner wichtigsten Sätze war Das genügt. Also die haben irgendwelche Übungen gemacht. Das genügt. Es war für den Chor, wie ich die Debatte durchgeschrieben habe, dieser Satz immer ganz wichtig. Der Chor hat dann schon aufgestellt und das genügt, das genügt und so weiter und so fort. Und dann komme ich halt schon zu den Proben hier und dann höre ich aber immer, das genügt, das genügt. Dann gehe ich zu dem Probenmeister hin, zum Chormeister und sage, das sind alle Slowenen. Ich sage Ihnen immer, dass es heißt, das genickt. So eine Spitze. Ich habe es dann völlig aussichtslos beiseitegelegt. Ich finde, es ist ein extrem tröstlicher Satz. Ich glaube, wenn ich das so als Befund in den Raum stellen darf, ist es eine der größten Belastungen, die wir uns selber auferlegt haben, als Gesellschaft oder als Menschheit, ist diese Auffassung, es ist nie genügt, es ist nie genug. Und ich glaube, dass auch diese Auffassung uns massiv in die Klimaprobleme hineingetrieben hat, weil es nie genug war, es hat nie genickt. Und wenn man sagt, es genickt, dann ist einmal genug und dann kann man entspannen. Und vielleicht ist es mit ihr auch wirkungsvoller. Auf jeden Fall, ich bin überzeugt davon. spannend. Und vielleicht ist es mit ihr auch wirkungsvoller. Auf jeden Fall. Ich bin überzeugt davon. Übrigens mein Nachname kommt aus einer slawischen Sprache. Ich weiß, dass es auf Slowenisch Sinn ergibt. Soweit ich weiß, sind Vorfahren, von denen ich weiß, aus dem heutigen Tschechien nach Wien und nach Graz gegangen. In meiner Familie bilden uns Mordswurst ein, dass wir die einzigen in Österreich sind, die Sedmark heißen. Also alle Sedmarks, die ich kenne, sind mit mir persönlich verbannt. Aber dass anscheinend im Telefonbuch von Maribor drei Seiten voller Sedmark sind, finde ich total cool. Wirklich? Du kommst ja aus der Gegend, oder? Genau. Also ich wurde dies Sedmark als Pronunciation gesagt. Und was heißt Sedmak? Es ist der Siebener, oder? Nein, es heißt so viel wie der Siebener, oder? Genau, Sedam ist Siebener. Du bist der Siebte. Ja, genau. War eine kleine Abrechnung, aber eine Liebeserklärung aus Slowenien. Ja, wir zwei haben schon einiges in Slowenien gemacht. Sehr schöne Zeit und das Land tagt mir voll. Mir auch, ja. Ein großartiges Land. Aber ich bin immer pass erstaunt, wie... Also ich habe eine Zeit lang auch beim Crossing Europe Film Festival in Linz gearbeitet und hatte da zwei oder drei Jahre einen großartigen Kollegen aus Slowenien, den Juri Meden, von der Kinemathek in Ljubljana. Kinotheka. Kinotheka, genau. Dem ich ganz viel zu verdanken habe und der hat uns dann auch meine Einladung zum Ljubljana Film Festival verschafft, dem Kollegen Anatole Bogendorf von mir, auch ein Hörstadt- Urgestein der Anatole. Und im Gespräch war er dann so, wirklich so, also wie ein Kind, das sich gewundert hat, wie weit die Aussprache, die slowenische, von dem weg ist, wie ich diese Buchstaben ablesen würde. Das sind Welten dazwischen. Du kannst das alles vermitteln, an sich, das Slowenische. Slowenisch. Ja, dann gehe ich vielleicht einen Schritt weiter. Oder zurück. Oder zur Seite. Ja, zur Seite hat vielleicht eine Bedeutung, die wir jetzt nicht haben wollen. Ich gehe zur Seite. Das, zur Seite hat vielleicht eine Bedeutung, die wir jetzt nicht haben wollen. Ich gehe zur Seite. Das ist aber auch interessant. War von wer immer ihm das aufgeschrieben hat, war von Altbundeskanzler Kurz rhetorisch auch eine Meisterleistung, dass er nicht gesagt hat, er tritt zurück, sondern er tritt zur Seite. Da hat sich schon wieder etwas gründlich überlegt gehabt. Ist aber eher kurzfristig gewesen, glaube ich, weil sonst hätte jemand nur einen Kommentar dazu abgegeben, was das wirklich bedeutet. Du meinst im Sinn von Austreten. Genau. Ich komme zurück zum Thema Orchester. Du hast dir erst ein Buch rausgebracht, wo du, ich habe es noch nicht, aber ich habe darüber schon gelesen, du hast ja eine schöne E-Mail-Aussendung gemacht, die mich auch gereicht hat, wo du das Bruckner-Orchester begleitet hast. Und das ist ja schon das zweite Buch, mit dem du in die Klassik eindringst, weil vorher hast du ein Bruckner-Buch geschrieben. Genau. Hat das irgendwie deinen Zugang zum Hören wieder weiterentwickelt oder verändert? Also was für mich, ja, also durchaus, auf jeden Fall. Vor allem, also es ist, ich habe das auch, also ich bin auch gebeten worden vom Verlag, so eine Art Einleitung zu schreiben, warum, also ich habe mir das ja wirklich selber in den Kopf gesetzt, das Buch über Brucken in Oberösterreich war ja eigentlich, ist wie eine Auftragsarbeit zu mir gekommen, also ich habe es dann schon eben versucht, so gut wie möglich zu machen, wobei man neulich nochmal so ein kleiner Schlenker, weil wir vorher bei das genickt waren, ich lese jetzt gerade wieder ein Buch von Wayne Dyer, das war so ein amerikanischer Ratgeber, Autor, der zum Schluss dann zum Taoismus gekommen ist und der in einem frühen Werk, das nur irgendwie sehr, also ich würde sagen, so klassisch-human-psychologisch ist, ist halt die Empfehlung drinnen, dass man nicht immer sein Bestes geben muss, sondern manchmal genügt es einfach, wenn man so viel macht, wie ausreichend ist. Was ich sagen kann, es genügt. In dem Fall war ich schon bemüht, mein Bestes zu geben. Es war dann trotzdem was, da wir einfach eine Gelegenheit beim Shop vergriffen, weil man dachte, die bietet sich vielleicht nur einmal im Leben und ich mache das jetzt einfach. Und es war sehr großartig, Orte in Oberösterreich zu lesen und zu besuchen und aus einem Blickwinkel zu betrachten. Da war Bruckner vor eben 150 Jahren, 180 Jahren, 130 Jahren und was finden sich heute noch vielleicht für Anknüpfungspunkte? Und ein Orchester von innen kennenlernen zu wollen, war etwas, was ich mir wirklich selber in den Kopf gesetzt habe. Also ich wollte eigentlich einen Dokumentarfilm mit rein verbalen Mitteln gestalten, weil ich nicht Filme herstellen kann. Also das ist leider nicht mein Metier, das kann ich leider nicht. Ich finde aber Filme ganz großartig. Und ich wollte aber sowas halt unter Verzicht auf die Kamera mit Worten als Beobachter einfach tun und auch meine Beobachtungen sozusagen irgendwo schneiden. Und auch meine Beobachtungen sozusagen irgendwo schneiden. Und ich wollte eben das Innenleben von so einer Kunstmaschine oder von so einem Kulturöltanker halt verstehen lernen und sehen, wie das funktioniert. Und was für mich bei der ersten Probe, also es hat einer gewissen Vorbereitungszeit auch bedurft, also bis ich vom Orchester das okay hatte, es ist dann, was ich total großartig finde, es ist der Betriebsrat auch mit diesem Ansinnen befasst worden, dass jemand ein Jahr lang das Orchester begleiten möchte und dabei sein möchte. Ich weiß nicht, ob es intensiv diskutiert worden ist, aber auf jeden Fall ist es besprochen worden und es hat ein Okay vom Betriebsrat gegeben. ist aber auf jeden Fall besprochen worden und es hat ein Okay vom Betriebsrat gegeben. Und dann bin ich, das war bei den Proben fürs Neujahrskonzert 2024, kurz davor habe ich eine Probe besuchen dürfen, das erste Mal, und bin dann den Musikern und Musikerinnen, die Dienst gehabt haben, kurz persönlich vorgestellt worden. kurz persönlich vorgestellt worden und was für mich dann also wirklich ich habe ja lange in einer in kleinen Bands selber Musik gemacht und da bin ich also war meine ganz naive Vorstellung, wie ich das halt von Musik machen in diesen kleinen Kreisen gekannt habe, du stellst dich da hin und du hörst jeden anderen und dann sitzt du am Rand eines Orchesters und es ist einmal, also in den Dutty-Passagen ist es unfassbar laut, wenn du da direkt daneben sitzt, also wo man sagen kann, je nach Einstellung, aber ich habe es dann teilweise richtig geil gefunden. Also das ist Metallica-mäßig. Ist wirklich der Hammer. Ich habe dann auch schon befürchtet, was tatsächlich passiert ist. Es hat dann begonnen, mir auch Sachen von Bruckner zu gefallen, obwohl Bruckner für mich ganz schwierig ist, aber diese Monstrosität und dieser Wall of Sound und diese, wie soll ich sagen, das ist ja teilweise, finde ich, richtige Riffmusik, die so dahin marschiert und sich so aufbaut. Also das hat schon was und kann schon was, vor allem in dieser immensen Lautstärke. Und ich war dann eben basserstaunt, dass die Menschen, ich bin da bei den Violinistinnen und Violinisten gesessen, dass die eigentlich nur ein ganz kleines Spektrum vom Orchester selber bewusst wahrnehmen können und tatsächlich auf die Steuerung durch den Menschen am Dirigentenpult angewiesen sind. Also die Herren natürlich schon die Schlagwerker, aber wie weit, was werden das sein? Das sind, glaube ich, von der einen Seite vom Orchester zum anderen 10 Meter, 12 Meter, so Meter? Ja, es könnte mehr sein, ja. Ich war einmal bei dem Salinenkonzert in Ebensee dabei, da waren wirklich vom Pult, wo der Poschner gestanden ist, bis zu den Schlagwerken, das waren sicher 20 Meter, und die haben hinten, da ist noch geprobt worden, und die haben kein, also ich bin hinten bei den Schlagwerkern gesessen, du hast kein Wort von dem verstanden, was der Dirigent gesagt hat, weil er einfach zu weit weg war. Und es war also keine Stimmverstärkung. Und da ist mir erst bewusst geworden, dass es ein Lärmarbeitsplatz ist, habe ich vorher schon gewusst, also durch die Lautstärke. Aber wie schwierig es ist, sich in diesem Schall mehr zu orientieren, das war mir überhaupt nicht klar und das hat mich wirklich dazu gebracht, auch die Menschen im Orchester sehr zu bewundern für die Fähigkeit, in einer Selbstverständlichkeit unter diesen schwierigen Bedingungen zu arbeiten. Also das hat auch mein Hören schon sehr verändert, ja. Hat ja 500 Jahre gebraucht, bis er sich so entwickelt hat. Ja, genau. Der ja 500 Jahre gebraucht, bis sie sich so entwickelt hat. Der erste große Dirigent, ich hoffe, mir fällt jetzt der richtige Name, der Lully, war ja sozusagen der Übergang vom Taktstock. Genau. Und der hat sich ja noch selber umgebracht, kann man sagen. Er hat sich nämlich mit dem Taktstock in den Fuß gestochen. Blutvergiftung. Eine Blutvergiftung bekommen und ist dann gestorben. Dann ist offensichtlich den Leuten klar geworden, dass es mir leichter ist, wenn man so dirigiert. Also das Orchester ist so faszinierend für mich, also nicht ohne Grund schreibe ich so gern für Orchester. Und weil wir gerade bei der Figur des Dirigenten oder der Dirigentin waren, das habe ich auch erst dazugelernt, dass es ja eine sehr lange historische Entwicklung gebraucht hat, bis der Mensch am Pult sich dem Orchester zugewandt hat, weil die ersten Dirigenten haben ja mit dem Rücken zum Orchester und mit dem Gesicht zum Publikum dirigiert. Also für uns heute auch unvorstellbar, aber es muss funktioniert haben. Ja, wahrscheinlich war die Musik gar nicht so komplex, wie es heute ist. Dass Sie die Komplexitätssteigerung in der Musik mit der Notwendigkeit des Dirigierens co-entwickelt haben miteinander, Hand in Hand. Dass die Musik so schwierig geworden ist oder jemanden bedurft hat, der das organisiert hat, also von einer sozusagen zentralen Stelle aus. Ja, ich möchte da jetzt nicht hoffnungslos altmodisch klingen, aber es gibt natürlich nichts, was an Vielfältigkeit akustisch mit dem Orchester mithalten kann. Sowohl in der Lautstärkengestaltung, du hast ja davon ultra leise bis zu monströseste Lautstärkengestaltung, du hast ja davon ultra leise bis zu monströseste Lautstärken, zeitlich, ich meine, wer streibt sechsstündiges Zeug, also das gibt es nur in der Klassik, und natürlich auch die Tonhöhen, also die ganze Entwicklung des Orchesters begleitet ja dieses Bemühen, möglichst hoch und möglichst tief runter zu kommen. Ich glaube, das ist ein Grund, warum die Leute so gerne Mozart hören. Weil du hast die Mozart-Range, die frequenzmäßig ist ungefähr identisch mit der Sprache. Es geht nicht ganz rauf und ganz runter, weil da wird es dann unangenehm, könnte man sagen. Also ein endloses Gebiet. Das stimmt, ja. Und toll. Und hast du deine Hörgewohnheiten? Also jetzt, welche Musik du erst verendet? Ja, also ich bin ein ganz großer Verehrer von Bach. Das ist für mich, also zuerst kommt Bach, dann kommt ganz lang nichts. Dann kommt vielleicht gar nicht so sehr aus musikalischen Gründen, aber auch aus literarischen oder einfach aus menschlichen Gründen für mich Bob Dylan. Das ist für mich eine unglaubliche Größe und auch jemanden, den ich über die Maßen schätze. Ich mag Bill Friussell sehr, sehr gerne und habe jetzt vor vor einem guten Jahr, wie viele Männer in meinem Alter, in der vierten Pubertät, mit dem Rennradfahren begonnen. Ich lasse nichts aus. Ich habe mich eine Zeit lang sehr mit Kaffee beschäftigt. Ich habe natürlich angefangen, Sauerteigbrot zu backen, also lauter so Klassiker im Leben alternder Männer. Jetzt ist das Rennrad dran, es ist ganz großartig und über den Winter drinnen trainiert. Und habe dann wirklich, also das muss man aushalten, das ist wirklich, man kann die Fenster aufmachen, aber es wird trotzdem brutal heiß, also so heiß wie draußen nie, weil du hast keinen kühlenden Fahrtwind. total heiß, also so heiß wie draußen nie, weil du hast keinen kühlenden Fahrtwind. Und auch wenn du die Fenster aufmachst, also du kommst derartig ins Schwitzen, dass du in einer halben Stunde zwei Handtücher verschwitzt und relativ viel trinken musst. Ich bin natürlich zu Videos gefahren, weil nur so dahin pedalieren, ohne irgendeinen visuellen Reiz oder die Vorstellung, dass man sich durch eine Landschaft bewegt, ist es, ich glaube, an der Grenze des Erträglichen. Ich weiß, dass es früher so war. Also so ist trainiert worden auf Rollen, mit dem Blick zur Wand, ohne je stundenlang. Das war das Leben der Profis, was Amateuren wie mir eh immer spart geblieben wäre. Und ich habe das trotzdem nur ausgehalten mit Musik. Und ich habe mir eine Playlist zusammengestellt, wo wirklich ärgere Sachen drauf drinnen waren, als ich als junger Mensch gehört habe. Weil dann einfach auch dieses brutale, treibende beim Radfahren sehr gemacht habe. Was ist da drinnen? Es ist schon vonaja, es ist schon von bis, es geht von Miles Davis bis Fresh Metal, bis Creator und Slayer und Sepultura und Sachen, die man eigentlich früher selber immer zu hart fahren, aber beim Radfahren hat es ganz gut funktioniert. Und hast du Kopfhörer? Ja, weil ich habe ja Familie und die haben eh schon, also dadurch, dass das Hinterrad auf einer Walze schleift, die den Widerstand reguliert, also wenn du im Video, es ist gekoppelt, wenn du im Video bergauf fährst, dann macht die Walze mehr Widerstand, das heißt, du musst die mehr plagen, du musst in die leichtere Hänge schalten und das ist wahnsinnig laut. Also das ist, da möchtest du nicht im selben Zimmer sein. Dann habe ich mir gedacht, wenn ich das jetzt nur mit offen hörbarer Musik übertöne, dann werde ich von der Familie ins freie Verband. Und das wollte ich bei minus 10 Grad nicht haben. Hast du keinen Aufstand gegeben? Nein, gar nicht. Freundliches Verständnis. Ja, näher findet man den Weg zurück zum Klima. Ich glaube, heute niemand. Naja. Und das ist aber auch was, tatsächlich, als doch durchaus öko-bewegter Mensch, der auch versucht, schon möglichst vieles richtig zu machen oder halt so zu leben, dass es dem Klima möglichst wenig schadet. Also an das verschenke ich doch relativ viele Gedanken. Finde ich gerade im Zusammenhang mit Rennradfahren ist eine wirklich unüberbietbare Absurdität in meinem Leben, dass ich ja ein totaler Gegner von Bodenversiegelung bin, aber totale Freude mit frisch asphaltierten Straßen und Wegen habe, weil das für das Reimertatfahren super ist. Das ist eine dieser klassischen Ambivalenzen, in die man wahrscheinlich als Mensch immer schon hineingeworfen war, aber in meiner Vorstellung sind wir da schon irgendwie, wie soll ich sagen, besonders betroffen. Oder es prägt halt unser aller Leben noch viel, viel mehr, als vielleicht früher der Fall war. Meine Kinder sind auch sehr bewegt, öko und waren einige Zeit überzeugt, dass wir zum Weltuntergang treiben. Und dann hat mir ein Freund von mir ein wunderbares Argumentationsmaterial geschickt, nämlich, er ist auch wie ich 1963 geboren, die zehn Weltuntergänge, die wir schon überlebt haben seit wir auf der Welt sind. Untergänge, die wir schon überlebt haben, seit wir auf der Welt sind. Das fängt an mit dem prognostizierten Weltuntergang mit dem Club of Rome. Und dann hat es nur eine gegeben, ich möchte das nicht aufzählen. Also das hat dann eine leichte Entspannung gebracht. Ja, und außerdem glaube ich, es ist ja ein grundlegendes Missverständnis. Also es ist ja nicht, die Welt wird nicht untergehen, der Planet Erde wird ja weiter bestehen, bis die Sonne einstürzt und dieser Teil der Milchstraße irgendwie kaputt geht. Da werden wir schon längst woanders sein und auch unsere Kindeskinder. Also ich glaube nicht, dass wir uns um das ernsthaft Sorgen machen müssen. Das Einzige, was möglicherweise vom Untergang bedroht wird, ist halt unsere Zivilisation und unsere Lebensweise. Und das ist ja schon mal ein großer Unterschied. Also die Welt als solche kann nicht untergehen. Aber unsere Lebensweise steht halt notwendigerweise am Prüfstand. Und ich mag das sehr, was Buckminster Fuller, ich glaube, war ja einer der ersten Gedanken und Impulsgeber für die Ökobewegung, die dann wenig später entstanden ist. Das ist dieser Visionärthema, diese großartigen, wie heißen die Kuppeln? Die geodätischen Kuppeln, also wo man, die haben minimale Oberfläche und maximalen Raum, also ich glaube Polarstationen werden so gebaut, Gewächshäuser, das sind so Dreieckskonstruktionen, also so Dreieckselemente, die so aneinander gefügt werden, dass du dann eben eine Kuppel hast, die halt eben bei minimaler Oberfläche maximalen Raum bietet. Das ist ein Parkmünster voller Entwicklung. Und der hat das, finde ich, so wunderschön gesagt, dass schon vor, eben rund um deine Geburt derzeit, vor gut 60 Jahren oder so, hat er gesagt, es ist jetzt einfach so die Frage, ob wir Menschen dazulernen oder ob wir wegen evolutionärer Unbrauchbarkeit aus dem Evolutionsprozess ausgeschieden werden. Ich glaube, es ist nicht lustig, wenn es passiert, aber ich glaube, man kann es in dieser Nüchternheit so sehen. Da fällt mir ein, dass ich glaube auch an Unbrauchbarkeit bezüglich Moderation leide, weil ich vergessen habe, dass ja heute der Tag gegen Lärm ist und wir eigentlich deswegen zusammen sitzen. Dann können wir wenigstens noch zum Finale vielleicht den einen oder anderen Satz dazu sagen. Ja, ich glaube, das geht vielleicht auch mit dem Altern einher, aber ich bin mittlerweile lieber für was als gegen was. Also ich bin mittlerweile viel lieber für Diversität, auch für akustische Diversität. Ich bin für einen reichhaltigen akustischen Raum, in dem ganz viel passieren darf, in dem man selber verantwortungsvoll mitgestalten kann und soll und ich bin weniger gegen Lärm, weil was heißt das? Was heißt gegen Lärm sein? Und wie, ich glaube, was heißt Kampf gegen Lärm? Wo führt der hin? Ich glaube, es gibt Situationen, wenn man eben neben der Autobahn wohnt und die Wahl hat zwischen der Lärmschutzwand und dem Blick auf die Donau, dass man in ganz schwierige Situationen kommen kann. Ich glaube, dass eine chronische Lärmbelastung oder eine akustische Belastung, die man als solche empfindet, Die kann einem das Leben kosten oder vorzeitig ins Grab bringen. Das auf alle Fälle, da ist glaube ich dann ein Kampf gegen Lärm auch wirklich geboten. Aber ich glaube, es ist ganz viel Kopf- und Einstellungssache. Was halten wir für Lärm? Und ich glaube, dass die eigentlich jetzt, und das finde ich, kehren wir vielleicht ein bisschen zum Ausgangspunkt unseres Gesprächs zurück, es ist ja doch sehr schön, wenn wir jetzt dieohnlichkeit oder Unwirtlichkeit unserer Städte, dass sich da was verändern wird müssen. Dann kann man sich überlegen, welche akustische Mitwelt oder Umgebung hätten wir gerne? Also in welchen Schallwellenmeer würden wir gerne schwimmen? Was soll das für Temperatur haben? Welche Lebewesen sollen außer uns vorkommen? Wie weit möchte ich dort sehen bzw. hören können. Und das vielleicht noch mein Schlusswort, der mir eben durchaus aus einer Mischung aus Klima und Radfahrinteresse eine Dokumentation angeschaut, die man auf YouTube sehen kann, das heißt Cycling Cities, kann, das heißt Cycling Cities, ist die Arbeit von einem jungen Fahrrad- und Klimaaktivisten, der auch irgendwas entsprechend Gescheites studiert hat und dann für sich draufgekommen ist, dass er einfach durch die Teilnahme an Konferenzen, wo er für fahrradgerechten Verkehr und fahrradgerechte Städte und fahrradgerechte Infrastruktur, wenn er da ständig in Theoriebeiträgen auftritt, nicht sehr viel bewirken wird, sondern dass der Weg zu einer Veränderung der ist, Beispiele zu präsentieren, die einem wirklich Lust auf diese Veränderung machen oder die einem wirklich zeigen, was für einen Unterschied bestehen kann zwischen der autogerechten Stadt, die ja wie wir jetzt mittlerweile wissen, ein Klimaproblem darstellt und mit allen negativen akustischen Folgen auch, zu einer Stadt, die man halt irgendwie auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichtet, die nicht mit dem Auto unterwegs sind oder nicht primär mit dem Auto unterwegs sind. Auto unterwegs sind oder eine Premiere mit dem Auto unterwegs sind. Der hat dann aus seiner Heimatstadt Freiburg eine Radreise angetreten und ist mit einem schwer bepackten Fahrer, der hat sich ja selber gekocht und hat ein Zelt mitgeführt, der ist zuerst nach Paris geradelt, von Paris weiter nach Ghent, von Ghent nach Utrecht, von Utrecht nach Amsterdam und von Amsterdam nach Hamburg und schließlich nach Kopenhagen, nona, und hat, was ich sehr toll gefunden habe, immer mit Menschen aus der Stadtverwaltung oder aus der Stadtpolitik gesprochen, wie sie diesen Wandel bewerkstelligt haben und welche Empfehlungen es geben könnte für, angesprochen war die deutsche Politik. Ich glaube, da unterscheidet sich die österreichische Nähe so massiv davon, dass auf die Eingriffe und Maßnahmen, die notwendig wären, oft verzichtet werden, aus Angst vor, an der Wahlurne abgestraft zu werden oder aus Angst vor Shitstorms oder aus Angst vor Medienschälte. Und mir hat wirklich unglaublich beeindruckt Paris. Da hat er gesprochen mit dem Bürgermeister des dritten Arrangements, Innere Stadt, junger Sozialdemokrat, der da sehr, finde ich, sehr schön erklärt hat, wie der Wandel gelungen ist und dass man eben mit einer, dass man mit dieser Ansage, wir wollen die Stadt in diese Richtung verändern, auch als Wahlangebot machen muss. Und wenn man ein Mandat dafür kriegt, dann darf man sich nicht mehr fürchten, sondern dann hat man zumindest eine relative Mehrheit. Und da muss man schauen, dass man zügig eine Veränderung herbeiführt, damit die Menschen sehen, das ist wirklich eine Verbesserung oder eine Veränderung, die gut tut. Veränderung, die gut tut. Und da waren so Zeitrafferaufnahmen von Straßen in Paris, kleiner, schmaler Gehsteig, geparkte Autos, eine Fahrspur für Autos oder zwei, nur mehr bei einer breiten Straße, nur mehr geparkte Autos, schmaler Gehsteig, man dann aus dem eine Fußgängerzone wird und statt der geparkten Autos riesige Beete entstehen, in die Bäume gepflanzt werden, wo du dann nach vier, fünf Jahren schon siehst, okay, die fangen schon an, Schatten zu spenden. Das war unglaublich schön und mutmachend oder lustmachend und einer der Höhepunkte war für mich, ich glaube, es war Utrecht, Utrecht oder Ghent, das kann ich jetzt nicht mehr beschwören. Da war das Bild einer Stadtautobahn, die wirklich die Stadt durchgeschnitten hat. Und einige Jahre später war die Stadtautobahn weg und es war wieder der Kanal dort, der jahrhundertelang dort geflossen ist, der trockengelegt worden ist für diese Verkehrsachse. gelegt worden ist für diese Verkehrsachse und wo nach wie vor am Ufer ganz moderat Autoverkehr war, aber halt nicht mehr vierspurig, sondern einspurig oder maximal zweispurig und du hast an beiden Ufern promenieren können und hast sogar, obwohl das nur ein YouTube-Video war, hast du die Vögel switchen gehört und hast den Eindruck gewonnen, dass das auch ein also nicht nur ein Ökotop für die Menschen ist, sondern auch für viele Lebewesen, die halt dann einem gemeinsamen akustischen Raum immer gut tun und natürlich muss man Geld in die Hand nehmen, aber das war damals auch möglich beim Zuschütten der Flüsse und beim Umwandeln in Autobahnen. Und jetzt glaube ich, sind wir die nächsten Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte gefragt, das heute wieder rückgängig zu machen. Das war ein schönes Schlusswort, würde ich sagen. Deshalb kann ich nur für alle sagen, herzlichen Dank fürs Zuschauen. Danke dir, Doreen. Danke für die Einladung. Und wir sind bald wieder auf Sendung mit dem nächsten Hörstartgespräch.