Einen wunderschönen guten Morgen und herzlich willkommen zur heutigen Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des Rankings der Pressefreiheit für das Jahr 2026. Mein Name ist Martin Wassermeyer, ich bin Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen Österreich und ich freue mich, dass ich die kommende Stunde gemeinsam bestreiten darf mit zwei weiteren Persönlichkeiten unserer Organisation. Gleich neben mir sitzt ohnehin fast allen bekannt unser Präsident von Reporter ohne Grenzen in Österreich, Fritz Hausiel, sowie aus meiner Perspektive Rechtsaußen Maria Windhager, renommierte Medienrechtsanwältin und seit vergangenem Frühjahr 2025 auch im Vorstand von Reporter ohne Grenzen Österreich. Ja, das diesjährige Ranking bietet tatsächlich Licht und Schatten. Zunächst darf ich vielleicht in Erinnerung rufen, Sie werden das ohnehin wissen, im Jahr 2002 wurde zum ersten Mal dieser weltweite Index der Pressefreiheit vorgestellt, so auch in Österreich. Und mit der heutigen Präsentation begeht Reporter ohne Grenzen eigentlich das Jubiläum der 25-jährigen Ausgabe. Jetzt ist es allerdings so, dass es da jetzt gar nicht so viel zu feiern gibt. Über die Gründe werden wir noch sprechen. Es ist tatsächlich so, dass mit dem Ranking in diesem Vierteljahrhundert sich auch Weltgeschichte widerspiegelt. entwickelt, wie steht es eigentlich um jene Staaten, die noch vor vielen, vielen Jahren Vorbilder, Vorreiter waren, auch was Demokratie, Informations- und Medienvielfalt betroffen haben. Da müssen wir heute konstatieren, da gibt es tatsächlich dramatische Veränderungen, über die wir heute sprechen werden. Zu Beginn möchte ich allerdings unseren Präsidenten Fritz Hausjähl bitten, die Situation für Österreich darzustellen, denn auch für uns ist natürlich jedes Jahr wieder interessant, wo denn Österreich im Laufe eines Jahres im Ranking gelandet ist. Bitte Fritz. Martin, wir haben Grund für nicht Freude, aber doch Genugtuung, denn wir haben in den letzten Jahren sehr vehement unsere Stimme erhoben. Nicht alle in der Branche waren damit immer ganz glücklich und meinten, wir würden die Pressefreiheit runterschreiben. Nein, das haben wir ganz sicher in keiner Phase gemacht. Wir haben Grund zu einer gewissen Freude und Genugtuung, dass jetzt tatsächlich in den letzten beiden Jahren zunehmend von Seiten der Regierungspolitik, aber auch von Seiten des Medienmanagements der einzelnen journalistischen Medien, dem Ernst der Lage Rechnung getragen worden ist, wobei es noch ziemlich viel Luft nach oben gibt. noch ziemlich viel Luft nach oben gibt. Verschiedene Vorschläge, wie man diese Position in dem Ranking weiter kontinuierlich verbessern will. Ich bin ein Realist und sage, wir müssen Richtung der Top Ten kommen. Martin Wassermeyer ist viel strategischer unterwegs. Wir müssen Richtung Platz 1. Platz 1 ist, wie Sie alle wissen, Norwegen und das seit zehn Jahren. Aber niemand ist uneinholbar. Ich fahre wohlgemerkt privat nicht das erste Mal in zwei Wochen nach Norwegen für eine längere Reise und werde die Gelegenheit nutzen, aber habe das natürlich im Papierformat schon intensiv die letzten Jahre studiert und die Hinweise an die Regierungspolitik waren mehrfach über die Jahre, Die Regierungspolitik war mehrfach über die Jahre, doch diese Länder auch zu studieren und sich anzuschauen, die ziemlich kontinuierlich die noch wenigen grünen Plätze in diesem internationalen Ranking, das sind nur mehr sieben Plätze, das heißt nur mehr ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in einem Land, in dem die Pressefreiheit einen guten Zustand aufweist. Das reicht gehört zu den befriedigenden Zustandsländern. auf der verhältnismäßig guten Seite, aber jede Verschlechterung in diesem Bereich ist ein Verlust an Qualität in der Gesellschaft, weil gerade in einer Zeit, in der wir Kriege in unserer Nähe haben und wir wissen, was Kriege bedeuten. Das ist die systematische Versauung der Informationssphäre. Und das heißt für die journalistischen Medien, da sage ich Ihnen nichts Neues, es ist mehr Arbeit, wesentliche mehr Arbeit, um die Faktenprüfung zu machen. Und wir haben aber den Zustand auch der österreichischen Medien in diesen letzten Jahren, wo weiter kontinuierlich die Redaktionen verschlankt worden sind. Und zu viel Schlankheit tut dem Journalismus definitiv nicht gut. Wir brauchen kräftige, gut ausgestattete Redaktionen. Die haben wir so nicht mehr in aller Regel. Daher geht unser erster Appell auch, und das nicht das erste Mal, in Richtung Regierungspolitik, in Richtung Regierungspolitik, sich abzugewöhnen, das positiv zu verkaufen, dass ein schlanker ORF und andere Medien etwas Positives wären. Für die Bürgerinnen ist das nicht positiv. Das sei hier mal ein weiteres Mal sehr deutlich gesagt. Ein weiteres Mal sehr deutlich gesagt. Wieso sind wir diese drei Plätze nach oben gekommen? Es gibt mehrere Gründe. Insgesamt, auf diese Gründe geht dann der Martin Wassermeyer noch genauer ein, ist ja die weltweite Lage insgesamt sehr viel schlechter geworden. In diesem Umfeld ist ein Ranking auch immer etwas Relatives. Deswegen zählen wir das Ranking auch seit vielen Jahren immer in den Zahlen, nicht der Position, die man erreicht in diesem Ranking, sondern der Punkte, die man erreicht. Sie wissen, die Maximalzahl der Punkte, die erreicht werden können, ist 100. Österreich lag im Vorjahr bei 78,12 Punkten und wir liegen heuer bei 79,43 Punkten. Das heißt, wir haben 1,31 Punkte zugelegt, aber immerhin drei Plätze im Ranking. Wir haben aber, wenn wir uns das auf den fünf Ebenen, auf den fünf Säulen, auf denen dieses Ranking aufbaut und für diese fünf Bereiche wird systematisch Wissen abgerufen bei Expertinnen, demokratisch Wissen abgerufen bei Expertinnen. Wenn Sie das Verfahren genau interessiert, wir haben in den Unterlagen diesmal sehr ausführlich dieses methodische Verfahren dargestellt, weil die Politik sich mit der Unzufriedenheit, mit dem Ergebnis im Ranking versucht hat, das ein bisschen zu denunzieren und zu sagen, das Ranking schreibt der Hausjähl. Und der Fritz Hauser ist übrigens nicht jedes Jahr, aber einer von dutzenden Evaluatoren, die hier anonymisiert, die Bilanz ziehen am Jahresende über das, was im abgelaufenen Jahr positiv und negativ punkto Pressefreiheit, getan hat. Wir haben den politischen Kontext als eine der Säulen in diesem Bereich, haben wir etwas uns verbessert, in diesem Bereich um 1,76 Punkte. Das heißt, wir haben weniger Vorfälle auch gehabt, die ein problematisches Naheverhältnis beispielsweise zwischen Einzelnen im Journalismus- bzw. Medienmanagementbereich auf der einen Seite und der handelnden Politik auf der anderen Seite, wobei es nicht nur darum geht, Regierungspolitik sich anzuschauen, sondern ebenso auch Oppositionspolitik. Und wir liegen dort bei einem Wert derzeit von 74,35 Punkten. Das ist nicht wirklich überragend gut. Wir sind damit sozusagen im Ranking ein bisschen schlechter als im Gesamtranking, also nämlich auf Platz 23 und haben uns da auch rangmäßig nicht unbedingt sehr stark verbessert, gerade einmal um einen Platz zugelegt in diesem Teil-Ranking. zugelegt in diesem Teil-Ranking. Der ökonomische Kontext, der weltweit durch den enormen Strukturwandel in der Medienwelt, durch die riesige Abwanderung der Hauptfinanzierung der meisten Medien, nämlich nämlich Werbung, wenn wir jetzt die öffentlich-rechtlichen Medien einmal beiseite lassen. Das hat ganz viele Medien in sehr schwierige Situationen gebracht, weil die Werbung bei den Digitalgiganten mittlerweile ist, die mit den journalistischen Inhalten durchaus attraktive Angebote machen, aber die Monetarisierung passiert ganz woanders, nämlich in den USA und in China bei den großen Pechgiganten. Und hier ist uns in den verschiedenen Ländern und Kontinenten noch nicht wirklich die Lösung eingefallen, wie wir hier die Ertragslage journalistischer Medien wieder in eine Richtung bringen, die eine stärkere Finanzierung und damit auch wieder einen Ausbau der journalistischen Kraft dieser Medien leisten können. Wir liegen da gerade einmal bei 65,01 Punkten in diesem Teilbereich des Rankings und haben uns um 0,28 Punkte gegenüber dem Vorjahr verbessert. Das ist nichts, das ist nicht einmal ein Fliegenschiss, Entschuldigung. Obwohl tatsächlich die Regierung im Bereich der Fördermaßnahmen ordentlich viele Millionen hineingebuttert hat. Millionen hineingebuttert hat, aber das ist im Grunde wie sozusagen der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, das macht mal zisch und es ist weg und es hat auch tatsächlich den Abbau der Stellen im Journalismus nicht aufgehalten. Klar, ich kann mal sagen, wie viel mehr wäre noch gekündigt worden, wenn es diese Fördermaßnahmen nicht gegeben hätte. Die Regierung hat aktuell eine Studie in Auftrag gegeben, die wurde vor ein paar Tagen präsentiert. ein paar Tagen präsentiert. Wir begrüßen das von Report ohne Grenzen sehr, weil dort unter anderem auch unsere Anregung umgesetzt worden ist. Man hat sich dort auch unter anderem Norwegen angeschaut und andere Länder, um im Bereich der empfohlenen Maßnahmen der neuen Medienförderung hier von den Best-Practice-Modellen anderer Länder, die besser liegen als wir, sich entsprechende Anregungen zu holen. Über den rechtlichen Kontext rede ich jetzt nicht, weil hier sitzt die Berufendste in dieser Republik dazu. Ich leite nur über, und du wirst es dann präzisieren, dass es im letzten Jahr zumindest zwei Dinge gab, die auf der einen Seite uns gefreut und auf der anderen Seite uns Sorgen machen. Die Freude ist, wir haben endlich als letztes Land das Informationsfreiheitsgesetz seit 1. September. Das ist ein wichtiger Schritt, um Zugang zu Informationen, die öffentlich relevant sind, für Bürgerinnen und für den Journalismus von rechtlicher Seite zu ermöglichen. Aber wir haben auch Gerichtsurteile, zwei Höchstgerichtsurteile, die uns große Sorgen machen, weil wir den Eindruck haben, dass hier das Rechtsgut Pressefreiheit irgendwie unter die Räder gekommen ist, näher als dann durch deine Ausführungen. Bleibt noch die Frage des soziokulturellen Kontextes, da gibt es wenig Veränderung, also da geht es unter anderem um die Frage, wie steht denn die Bevölkerung zu den journalistischen Medien, wie viel Vertrauen ist da? In anderen Ländern geht es um die Frage, wie stark sind beispielsweise dogmatische Denkrichtungen, Religionen und so weiter, die den Journalismus hemmen, um Themen aufzugreifen und so weiter. greifen und so weiter. Hier liegen wir so ungefähr wie wir im Gesamtranking liegen. Da ließe sich ganz sicher auch durch eine viel deutlichere Stärkung der Medienkompetenz der Bevölkerung einiges zum Besseren richten. Medienkompetenz in dem Fall beispielsweise noch konkret, auch heißt das, mehr Bürgerinnen mit dem Wissen ausgestattet sind, dass sie die wesentlich verlässlicheren Informationen über journalistische Medienprodukte bekommen und nicht in die Falle der PR und der Propaganda und der sonstigen Fake News Produzenten hier dann so schnell geraten, wenn sie sich bei ihren Themen, die sie Informationen brauchen, ob das im privaten, im politischen, im wirtschaftlichen Bereich ist, hier entsprechend besser orientieren. Und das heißt auch die Bereitschaft für Journalismus Geld auszugeben. Letzter Punkt, der ist nicht absichtlich als letztes genannt, sondern weil ja für fast alle immer selbstverständlich ist, Reporter ohne Grenzen, das ist immer die Frage, wie viele Journalistinnen und Journalisten werden in zugehöriger Berufsausübung bedrängt, verfolgt, ermordet oder psychisch unter Druck gesetzt im Online-Bereich, sodass manche, und ich erwähne diesen Fall deswegen, weil er für Österreich und Deutschland gleichermaßen bedeutsam ist, dem, was einer sehr gestandenen, langjährigen Chefredakteurin in Österreich, nämlich der Standard und dann später der Süddeutschen Zeitung Alexandra Föderl-Schmidt widerfahren ist. Und wir sagen, da muss uns als Gesellschaft insgesamt einiges mehr einfallen, wie wir JournalistInnen vor solchen psychischen Drucksituationen und Desavouierungen besser schützen. Das muss eine Aufgabe sein, dass auch das Medienmanagement stärker wahrnimmt. Und selbstverständlich braucht es eine wesentlich bessere Regulierung der digitalen Kanäle, damit hier derartige Entwicklungen schneller in Griff bekommen werden und man auch mit rechtlichen Mitteln dagegen vorgehen kann. Wir haben einen leichten Aufwärtstrend in dem Bereich von ohne dies relativ guten Werten in Österreich, nämlich mit 92,55 Punkten im Vorjahr und jetzt schon 94,31 Punkten. Das ist aber vor allem geschuldet dem Umstand, dass wir weniger Demonstrationen hatten, bei denen früher waren das hauptsächlich die Demos gegen die Anti-Covid-Maßnahmen. Zuletzt waren es hauptsächlich Demonstrationen der rechtsextremen identitären Bewegungen. Sie kennen die Bilder mit dem Vorwand, sie möchten ihre Identität schützen mit aufgespannten Schirmen, die dann alle immer sehr lange Spitzen aufweisen, vorne Journalistinnen und Demonstrationsgegner gegen Demonstranten bedrängen. gehen, haben sie keinen Anspruch darauf, dass ihr Recht auf ihr privates Gesicht aus der Projektertattung rausgehalten wird. Das ist eine öffentliche, zentrale Form der politischen Willensbekundung und die hat den Charakter der Öffentlichkeit, das ist keine Privatveranstaltung der Identitär oder wer immer es macht. Hier appellieren wir einmal mehr an das Innenministerium, das zumeist vorbildlich die Demonstrationen gewährleistet und das Demonstrationsrecht, das zentrales demokratisches Grundrecht ist, hier auch Tag für Tag umgesetzt werden kann. Wir wollen, dass aber im gleichen Ausmaß die Freiheit der Berichterstattung gewährleistet wird und dass man hier effizienter und effektiver JournalistInnen in der Berichterstattung schützt vor solchen Maßnahmen. Dann werden wir auch dort noch mehr Punkte bekommen. Selbstverständlich sind wir weit entfernt zum Glück noch von Ländern, auch europäischen Ländern, in denen Journalisten ermordet werden. in den Journalisten ermordet werden. Und wie das ins Ranking einfließt, bitte noch einmal der Verweis auf die Unterlagen, die Sie von uns bekommen haben, wie das berechnet wird. Ich weiß die Formel selber noch nicht auswendig. Ich bin ja mal in eine HTL gegangen und habe dort über Jahre einen intensiven Diskurs mit einem Lehrer, der das Auswendiglernen zur höchsten Schülertugend erklärt hat, habe ich mich ein Leben lang darauf weigert, Formeln zu lernen. Und ich weiß, wo sie stehen und ich weiß, wo ich sie hinweise, wo sie sie finden. Und sie ist für mich auch schlüssig, aber kein Grund, um sie auswendig zu lernen. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und gebe gleich weiter. Vielen Dank. Liebe Maria, guten Tag. Gleich weiter. Liebe Maria, guten Tag. Schönen Vormittag an alle. Meine Rolle sehe ich darin, immer einen Beitrag zu leisten aus der praktischen Perspektive. Ich bin ja Medienanwältin, habe aber auch einen sehr starken Schwerpunkt auf den Schutz von Persönlichkeitsrechten und versuche da aus der Praxis heraus die Entwicklungen auch immer mit zu beobachten und mit nachzuvollziehen. Fritz Hausjähl hat es schon gesagt, es hat sich in Österreich schon einiges getan in der letzten Zeit, was eben einen gewissen Kulturwandel auch bewirkt hat. Wir haben auf der einen Seite das Informationsfreiheitsgesetz endlich bekommen, nicht ganz so, wie wir uns das gewünscht haben, aber das ist immer auch eine Kompromissangelegenheit. Und ich denke, es zeigt ja, wie lange es gedauert hat, das auf den Boden zu bringen, welche politischen Widerstände es da auch gegeben hat. Die politischen Widerstände, die spüren wir auch jetzt noch und wir wissen einfach aus der Praxis, bis sich eine gesetzliche Regelung wirklich durchsetzt und wirklich landet, dauert es Jahrzehnte. Also wir brauchen einen langen Atem. Wir werden viele Verfahren führen, viele strittige Fragen noch klären. Und ich wünsche mir sehr aus der Praxis heraus, dass viele JournalistInnen dieses Instrument nutzen. Und falls es sozusagen nicht den gewünschten Erfolg bringt, nicht die Informationen, die sie eigentlich bekommen wollen, ziehen sie das durch, ziehen sie das rauf. Wir brauchen Judikatur, es sind einige Fragen offen und bis sich das wirklich etabliert. Ich erlebe das ganz stark in der Praxis auch, dass die Justiz hier extrem gefordert ist, das überhaupt einmal aufzunehmen und zu verarbeiten und umzusetzen. Das ist auch immer ein sehr langer Prozess, der auch dadurch unterstützt wird, wenn solche Verfahren journalistisch aufmerksam begleitet werden. Es braucht einfach diesen öffentlichen Diskurs. Was ich gelernt habe in den letzten Jahren und was ich auch gern unbedingt weitergeben möchte, ist die Erkenntnis, dass diese Berufung auf Grund- und Freiheitsrechte eigentlich so etwas ist, was ein bisschen an Attraktivität verloren hat. Es ist so zu einem Stehsatz verkommen. Es ist aber umso wichtiger, auch aus sicherheitspolitischen Überlegungen. Ich glaube, das ist etwas, was zu wenig erkannt wird und zu wenig Thema ist, dass die Sicherstellung der Presse- und Informationsfreiheit eine sicherheitspolitische Notwendigkeit ist. Es geht um den Schutz der Demokratie und eben um die Sicherstellung dieser journalistischen Tätigkeit und letztendlich natürlich um einen effektiven Schutz auch von JournalistInnen. Und der ist derzeit nicht ausreichend gewährleistet. Das muss ich wirklich aus der Praxis sagen. Das macht mir große Sorgen. Ich sehe hier eine enorme politische Ideologisierung, die auch vor den Redaktionen nicht Halt macht und wo aus meiner Sicht zu wenig Bewusstsein dafür ist, wie notwendig es ist, hier wirklich tagtäglich die Pressefreiheit und Informationsfreiheit zu verteidigen. Wir haben zwei große Themen auch noch am Tisch liegen. Es ist die Umsetzung der SLEP-Richtlinie. Wir haben da eine Richtlinie und zwei Empfehlungen, die es umzusetzen gilt. und zwei Empfehlungen, die es umzusetzen gilt. Wir warten sehnsüchtig auf einen entsprechenden Gesetzesvorschlag dazu. Wir befürchten, dass er wieder so wie sehr oft nur in der Minimalvariante umgesetzt wird. Auch da bin ich der Meinung, dass man hier wirklich Druck machen muss, dass hier wirklich ein weitreichender Schutz gewährleistet wird. Wir haben ein großes Thema, nicht nur in Österreich, aber auch in Österreich zu dieser Problematik. Positiv vielleicht ist in dem Zusammenhang zu sagen, dass ich schon den Eindruck habe, in den letzten Jahren ist das Bewusstsein ein bisschen dafür gestiegen, auch in der journalistischen Praxis, was überhaupt so eine Slap-Klage ist und welche Bedrohungslage sie darstellt. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass eines aus meiner Sicht der gemeinsten Mittel gegen Journalistinnen vorzugehen ist, eine Privatanklage wegen übler Nachrede anzustrengen. Und diese Privatanklage ist von vornherein nicht von der Slepp-Richtlinie umfasst, weil es eine strafrechtliche Maßnahme ist. Und es würde aber die Möglichkeit geben, auch in Österreich eine Regelung zu treffen, wo man sagt, diese Bestimmungen sind nicht nur im Zivilrecht zu berücksichtigen, sondern auch im Strafrecht. Wir haben das gefordert. Ich war auch in diesem Kreis im Justizministerium eingeladen, wo eben Praktikerinnen eingeladen worden sind, um das zu diskutieren, was hier ansteht. Ich fürchte, das wird nicht umgesetzt. Das wird nicht umgesetzt. Das ist aber aus meiner Sicht einer der Mittel, die eben eingesetzt werden, um JournalistInnen einzuschüchtern. Also meine Erfahrung sagt mir einfach, niemand will eine strafrechtliche Verurteilung. Ich glaube, Alfred Warren war der Letzte, der mit großem Stolz seine strafrechtlichen Verurteilungen vor sich her getragen hat. Ansonsten ist das wirklich ein Problem und behindert einfach die journalistische Arbeit, wenn man sich da davor fürchten muss. Also das ist ein großer Missstand und meines Erachtens eben noch immer zu wenig hier auch wirklich eine entsprechende Gegenwehr. Wir haben jetzt, Sie wissen es sicher, nach wie vor ein Verfahren anhängig, das rechtskräftig schon erledigt worden ist und zwar von Andreas Holzer gegen Florian Schäuber und den Standard, wo es eben zu einer strafrechtlichen Verurteilung gekommen ist bzw. zu einer Verurteilung, zu einer Entschädigungszahlung. Wir bemühen derzeit den obersten Gerichtshofmitglied zur Fragestellung über ein außerordentliches Rechtsmittel und wir hoffen sehr, dass dieses Problem innerstaatlich aufgegriffen wird und wir gar nicht erst den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bemühen müssen. Auch dort sehen wir nämlich, dass es schwieriger geworden ist, die Einflugschneise überhaupt Beschwerden hier vorbringen zu können, ist noch schwieriger geworden, weil der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte schlichtweg komplett überlastet ist. Und auch hier sieht man ein demokratisches Strukturproblem, wenn wir sozusagen bei der Rechtsaufsicht, bei der Kontrolle sparen. Und das tut ganz Europa, der Gerichtshof ist auch komplett unterbesetzt eigentlich für das, was hier eigentlich an europäischen Themen, gerade auch im Zusammenhang mit Meinungsfreiheit, am Tisch liegt und dann auch aus Effizienzgründen gar nicht erst behandelt wird. Also da haben wir ein Riesenproblem. Wir haben auch ganz kurz noch den European Media Freedom Act, der auch sich auswirkt und natürlich ein Riesenthema ist, gerade in diesen Tagen denken wir an den ORF, da geht es einfach um die parteipolitische Einflussnahme, um die Sicherstellung der Unabhängigkeit des öffentlichen Rundfunks, des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ja, wir wissen alle, der ORF ist eine ganz, ganz wichtige zentrale Versorgung für die Demokratie, die hier sichergestellt werden muss. Und auch da gibt es ganz viel Luft nach oben. Und wir hoffen sehr, dass es hier noch eine intensive Diskussion gibt, wie auch eine Reform ausschauen kann. Wir brauchen die unbedingt. Es zeigt sich tagtäglich, was hier eigentlich alles im Argen liegt. was hier eigentlich alles im Magen liegt. Und natürlich geht es auch um die Reform der Medienförderung. Wir haben erst vor kurzem jetzt einen ganz tollen Entwurf vorgelegt bekommen, wie die ausschauen könnte. Und die Politik hinkt da sehr hinterher, ist nach wie vor sehr zögerlich. Es gibt enormes Lobbying bereits jetzt gegen vernünftige Lösungen, wo eigentlich jeder in der Praxis sagt, dass wir wissen, wo die Probleme sind. Wir wissen auch, wie wir sie lösen können. Man muss es nur wollen. Und das Problem ist auf der Rechtsebene, wir sind noch langsamer als die Politik. Also immer hinterher. Aber umso wichtiger, dass dann, wenn Entscheidungen kommen, die auch wirklich sorgfältig getroffen werden. Und dafür muss einfach tagtäglich gekämpft werden. Danke. Ganz herzlichen Dank. Ja, vielen Dank. Bevor ich auf die internationalen Perspektiven eingehe, erlaube ich mir noch kurz zwei knappe Anmerkungen, Stichwort Selbstleitlage. Tatsächlich ist es so, dass die EU mit der Richtlinie vorsieht, dass die Mittelstaaten der Europäischen Union ihre Gesetzesentwürfe bis zum 7. Mai vorlegen. Das ist genau heute in einer Woche. Wir wissen nicht, wie weit das Justizministerium aktuell ist. Wir werden uns als Reporteur an die Grenzen hier in Österreich auch Anfang der Woche dazu zu Wort melden. Und die zweite Ergänzung, ebenfalls knapp. Wir freuen uns über Verbesserungen im Ranking für unser Land. Tatsächlich ist es auch so, dass wir als Organisation regelmäßig besser werden wollen. Es ist schon kurz durchgeklungen. Wir haben in den vergangenen Monaten großes Augenmerk darauf gelegt, auch transparenter zu werden, was eben diese Methodik dieses Rankings betrifft. Und haben das jetzt auch in deutscher Sprache veröffentlicht. Es umfasst insgesamt sieben Seiten. Ich gebe zu, es ist nicht ganz einfach zu lesen, aber es ist zumindest mal eine klare Offenlegung, weil das immer wieder auch als Frage uns herangetragen wurde, wie berechnet sich das eigentlich und ist das eigentlich sauber und valide genug? Ich kann Ihnen versichern, Sie können sich das jetzt anschauen, es ist transparent und valide genug. Jetzt zur internationalen Perspektive. Ich muss gestehen, um die gesamte Komplexität dieses Jahres auf den Punkt zu bringen, bräuchte ich mehrere Tage, um das Ihnen zu präsentieren. Ich fokussiere mich jetzt auf das Wesentliche. Sie erinnern sich, zu Jahreswechsel hat Reporten ohne Grenzen weltweit von einem Rekordwert gesprochen. Noch nie war Journalismus weltweit so tödlich wie 2025. Reporter ohne Grenzen hat diese Bewertung schon abgeschlossen. Noch vor Weihnachten kommt auf insgesamt 67 getötete Journalistinnen und Journalisten im Einsatz in Kriegs- und Konfliktgebieten, wobei auch da zu unterstreichen ist, es handelt sich dabei nicht bloß um Journalistinnen und Journalisten, sondern um alle Beteiligten an einer Medienproduktion, also auch Kameraleute, das ist immer wieder wichtig zu betonen, denn auch diese sind davon betroffen und ich kann immer nur wieder unterstreichen, die Journalistinnen und Journalisten fallen nicht einfach tot um bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten, nein, sie werden gezielt getötet, sie sind im Visier feindlicher Handlungen, werden quasi als Feinde, Feindinnen auch in der kriegerischen Handlung identifiziert und dann einfach unnachgiebig ausgeschaltet. Es ist zu befürchten, dass der Trend weiter nach oben geht. Es ist zu befürchten, dass der Trend weiter nach oben geht. Fritz Hausel hat es kurz angemerkt, das Jahr 2026 verbucht Negativwerte, ein historischer Tiefstand, just zum 25-Jahr-Jubiläum. Zum ersten Mal befindet sich mehr als die Hälfte der Länder weltweit, und da sprechen wir von 52,2 Prozent, in einer schwierigen oder sehr ernsten Lage. Das heißt, auf der Weltkarte ist das Rot und Dunkelrot. Während 2002, also genau 25 Jahren, diese ernsten und schwierigen Länder gerade mal eine Minderheit von 13,7 Prozent ausmachten. Also wir haben hier wirklich innerhalb von einem Vierteljahrhundert unglaubliche Verschlechterungen. Wir haben hier wirklich innerhalb von einem Vierteljahrhundert unglaubliche Verschlechterungen. Gleichzeitig lebten im Jahr 2002, also zu Beginn des Rankings, 20 Prozent der Weltbevölkerung in einem Land, in dem die Lage der Presse als gut empfunden wurde. Also das, was man heute als grüne Länder auf der Weltkarte ausmachen kann. 25 Jahre später, und Fritz Häusel hat es ja schon kurz gesagt, sind das gerade mal weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung, die tatsächlich sich glücklich schätzen darf, in einer guten Situation der Pressefreiheit zu leben. Ich fokussiere mich jetzt auf drei Aspekte dabei. Sie werden wenig überrascht sein. Das eine ist natürlich, das ist auch schon an den Todeszahlen auszumachen, dass Kriege und militärische Konflikte, die ja weltweit zunehmen, den Zugang zu Information massiv einschränken, die kriegerische Handlungen und wir haben natürlich gerade auch im vergangenen Jahr natürlich diese sehr, sehr schwierige Situation in Gaza vor Augen, führt zu einem unglaublichen Anstieg auch getöterter Reporterinnen und Reporter. Seit Oktober 2023 wurden in Gaza 220 Journalistinnen und Journalisten, Medienschaffende, ganz allgemein durch die kriegerischen Handlungen Israels getötet. Das gleiche können Sie beobachten natürlich auch in anderen Kriegsgebieten, etwa im Sudan, auch natürlich im Zuge des russischen Aggressionskrieges gegen die Ukraine. Das ist ja nochmal ein eigenes Kapitel, aber insgesamt natürlich ein wesentlicher Faktor zur Verschlechterung der weltweiten Gesamtsituation der Pressefreiheit. Das andere ist, und das ist ja auch schon bei Maria Windhager durchgeklungen, dass diese allgemeine Kriminalisierung auch von Journalismus einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Hier ist ja ganz erstaunlich, dass wir mit Österreich im Vergleich zur internationalen Entwicklung Gegenläufiges Beobachten, deren sich in den rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich signifikant Positives getan hat, ist genau an diesem Indikator, nämlich dem rechtlichen Kontext weltweit die vielleicht größte Verschlechterung zu beobachten. Insgesamt 60 Prozent der Länder, die bei diesem Ranking vorkommen, hat sich die Situation dramatisch verschlechtert. Es sind es immerhin von 110, von 180 Staaten. Fast immer hat es zu tun, dass in autoritären Staaten sowieso, aber natürlich auch in demokratischen Staaten, wir kennen das ja auch teilweise aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit illiberalen Tendenzen, wir wissen jetzt nicht, wie es mit Ungarn weitergeht, aber so doch, dass auch da Ausnahmeregelungen gefunden werden, um den Journalismus unabhängige Medien, kritische Medien schleichend mundtot zu machen. Das gilt als weltweites Phänomen. Natürlich auch, da sind dann die USA und viele andere auch wieder beispielgebend, die etwa unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung, der Extremismusbekämpfung auch massiv gegen Medien vorgehen, gegen die freie Berichterstattung vorgehen, Journalistinnen und Journalisten kriminalisieren und in gar nicht so wenigen Fällen dann auch sozusagen ihrer persönlichen Freiheit berauben. Russland hat sich natürlich da ganz besonders hervorgetan. Nur das Beispiel, weil ich glaube, gerade diese Situation auch in Russland, die wir uns immer wieder vor Augen führen müssen. Russland liegt aktuell im neuen Ranking auf Platz 171. Das ist also wirklich ganz, ganz am anderen Ende des Rankings von 180 Staaten. Es sind 48 Journalistinnen und Journalisten aktuell in Russland inhaftiert, wobei man auch hier ins Bewusstsein rufen muss, dass etwa durch die Kriegshandlung gegen die Ukraine unglaublich viele ukrainische Journalisten und Journalisten verschleppt wurden. Vielfach wissen wir von deren Schicksal nichts. Sie halten sich offensichtlich auch in Russland auf und deren Zahl übersteigt sogar jene der russischen Journalistinnen selbst. Abschließend noch das Augenmerk auf einen Kontinent, mit dem es ganz rasant bergab geht, der amerikanische Kontinent. Ich muss Ihnen nicht erzählen, dass natürlich auch sich die Situation in den Vereinigten Staaten jetzt zu Buche schlägt seit der zweiten Amtszeit, seit Beginn des Jahres 2025 unter Donald Trump. Die USA haben sieben Punkte verloren und sind jetzt aktuell auf Rang 64. Das hat natürlich zu tun mit dramatischem Abbau bei Auslandsmedien, etwa Voice of America, Radio Free Europe und so weiter, die tatsächlich in ihrer Existenz massiv beschnitten wurden. Die ökonomische Situation in den USA, das haben wir auch interessanterweise im letzten Jahr hervorgestrichen, ist dramatisch, weil alleine im Bereich des Lokaljournalismus kaum mehr lokale Medien zu identifizieren sind. Und last but not least müssen wir natürlich auch auf südamerikanische oder mittelamerikanische Staaten hinweisen, weil es hier sehr, sehr viele Nachahmungstäter gibt, vor allem auch in Argentinien und der Millet. Argentinien ist jetzt elf Punkte schlechter gerankt, El Salvador auch, minus 8. Und immer wieder sticht auch ins Auge, und damit mache ich auch schon Schluss, bin dann gerne offen für weitere Fragen, immer wieder auch natürlich die Situation in Mexiko, weil wir die Situation haben, dass etwa in der Bilanz der Tötungen gegen Journalistinnen und Journalisten in Mexiko an vorderster Stelle rangiert. Ich glaube aktuell auf Platz zwei. Das hat allerdings jetzt nicht mit staatlicher Repression zu tun, sondern hat vor allem auch mit organisierten Fanden und organisierten Kriminalität zu tun. Zahlreiche Journalistinnen, die wahnsinnig mutig, investigativ etwa zur Macht und zum Wirken der Drogenkartelle recherchieren und publizieren, sind also wirklich höchst gefährdet und viele verlieren auch tatsächlich dann in ihrem Job das Leben. Ja, vielen Dank. Das war es mal jetzt zur internationalen Perspektive und ich darf Sie jetzt herzlich ersuchen, falls es Fragen gibt, diese an uns zu richten und wir werden die gewissenhaft beantworten. diese Anruf zu richten und wir werden die gewissenhaft beantworten. Ich präzisiere noch, weil Journalismus die gute Tugend hat, dass wenn Fehler unterlaufen, also wenn minimaler Fehler unterlaufen, sieben Plätze hat die USA verloren gegenüber dem Vorjahr und insgesamt aber beachtliche 14 Punkte eingebüßt gegenüber 2022. Warum ich 2022 sage, brauche ich den hier Anwesenden nicht sagen. Wir wissen, dass das eine Zäsur in der Geschichte der USA ist. Sehr bitter, voriges Jahr haben wir 80 Jahre Pressefreiheit in Österreich gefeiert und wir haben uns gerne daran erinnert, dass die USA maßgeblich beim Neuaufbau der Pressefreiheit hier in Österreich eine sehr wichtige Rolle gespielt hat, neben Frankreich, den Briten, ja auch der Sowjetunion damals. Und heute hat man den Eindruck, die USA bräuchten eigentlich ein Lernen an zumindest Nordeuropa. Bitte, Ihre Fragen. Ja, Medienminister Bader hat ja unter anderem eine große neue Reform angekündigt. Wie sollte die, also was wäre besonders wichtig in diesem Moment? Wie klingt das? Also, ich werde nichts wahnsinnig Überraschendes sagen, wenn ich sage, wir brauchen eine zeitgemäße, aufsichtsratsähnliche Steuerung und Entscheidung, was dann die Führung anbelangt künftig. Denn hier einen 35-köpfigen Stiftungsrat zu haben, wo nicht alle 35 meines Erachtens die beruflichen Qualifikationen vorweisen, aber ein hohes Maß an Beziehungsqualifikationen aufweisen. Dort müssen wir eine Lösung finden in Richtung weniger und dem Primat der beruflichen Qualifikation, der beruflichen Qualifikation, weil der auch gleichzeitig ein Stück eine gewisse Sicherheit bietet gegenüber einer parteipolitischen Instrumentalisierung, weil diese Menschen, ja, diese Fachleute dann ja auch einen Ruf zu verlieren haben, wenn sie falsche Entscheidungen treffen. Entscheidungen treffen. Dass der Publikumsrat beispielsweise durchaus ausgeweitet und als ein Beratungs- und ein Konsensfindungsgremium, in dem alle aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft auch besser abgebildet sind, als jetzt der Fall ist, wäre gleichzeitig wünschenswert. Ich glaube, dass man vielleicht im ORF im Programmauftrag zwei Dinge mit auf den Weg geben müsste. Das eine ist, wegzugehen von dieser Antragsgenehmigung im digitalen Bereich, immer Schritt um Schritt und man ist damit automatisch immer der internationalen Entwicklung ein Stück hinterher. Gleichzeitig hemmt es die Qualitätsentwicklung durch positive Konkurrenz, weil jetzt da dürfen die privaten Mitbewerber immer Einsicht nehmen in alle Anträge des ORF. Das heißt, die meisten privaten Medien haben sich ihre Entwicklungsabteilungen erspart und begnügen sich weitgehend mit der Strategie, den ORF möglichst zu hemmen in diesem Bereich. Das tut dem Land nicht gut. Wir manövrieren uns mit so einer Medieninnovationspolitik in eine Sackgasse. Daher sage ich, in dem Gesetz sollte künftig beim Programmauftrag stehen, dass er die Verpflichtung hat, sich zeitgemäß im sich entwickelnden Medienumfeld zu entwickeln. Also eine Entwicklungsverpflichtung in diesem Bereich. Und alle fünf oder sieben Jahre gibt es dann eine Evaluation, in der man dann sagt, in der dann Fachleute darüber entscheiden, ob sich der ORF angemessen oder zu forsch, zu stark auf Kosten der Mitbewerber beispielsweise oder zu wenig entwickelt hat. Und da glaube ich, sollte die medienpolitische Reise hingehen in unseren Augen. Ja, ORF. Vielleicht darf ich noch kurz ergänzen, dritten Witz der Geschichte, dass just einen Tag nachdem in der Schweiz in einer sehr eindrucksvollen Volksabstimmung das Schweizer Volk sich ausgesprochen hat, zu zwei Drittel für die Beibehaltung der öffentlichen Finanzierung des Schweizer öffentlichen Fernsehens, dann mit dem Rücktritt von Roland Weismann eine Beschädigungswelle gegenüber dem ORF losgetreten wurde, deren Dimension oder deren Ende meines Erachtens aktuell noch gar nicht absehbar ist, umso mehr möchte ich heute und hier auch nochmal wirklich meine Anerkennung aussprechen für die vielen Redakteurinnen und Redakteure im ORF, die auch aktuell wieder mit einer Kampagne an die Öffentlichkeit getreten sind, die wirklich aufzeigen, dass es hier um sehr, sehr viel geht. Man mag zum ORF stehen, wie man will und man kann viel Kritik vorbringen, aber es geht hier um viel, vor allem weil sich der ORF zunehmend auch in einem feindlichen Umfeld befindet und das betrifft ja nicht den ORF als öffentliches Medium alleine, sondern viele andere auch, dass hier wirklich größte Vorsicht einzumahnen ist. Und Andreas Babler hat ja vergangene Woche angekündigt, dass es dann im Herbst auch einen ORF-Konvent geben soll. Mehr weiß ich zumindest nicht. Wenn man einen Konvent einberuft, man kann das rühmen und natürlich auch loben, aber es ist auch ein Zeichen, dass man selber noch nicht so sehr weiß, wohin die Reise denn gehen soll. Also umso wichtiger wird es dann auch sein, genau hinzuschauen, wer wird dann eigentlich die Möglichkeit haben, an einem solchen Konvent für die Zukunft des ORF teilzunehmen. Mich interessiert hier insbesondere auch aus Perspektiven von Reporter ohne Grenzen, inwieweit beispielsweise zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Berücksichtigung erfahren können, die selber auch an öffentlichen Werten für das gemeinsame Leben mitarbeiten, auch selber sehr viel leisten. Und ich bin jedenfalls schon neugierig und ich möchte nicht bis in den Herbst warten, sondern warte jeden Tag auf mehrere Hinweise, worum es sich dann bei diesem Konvent konkret handeln wird. Und wir als Reporter ohne Grenzen werden uns da sowieso ordentlich zuwarten. Danke. Eine Frage zu diesem ökonomischen Kontext. Falls ich es überhört habe, um Verzeihung, Sie sehen da ein ganz leichtes Plus von 0,28 Punkten. Das deckt sich, glaube ich, nicht mit dem subjektiven Eindruck vieler Kolleginnen und Kollegen in den Medien. Es steht vor Strafvergaben bei den Medienhäusern, die Arbeitslosenzahlen etc. Worauf ist das zurückzuführen in der Analyse, dass das quasi gleich geblieben ist? Subjektiv glaube ich, spricht die Familieungsergebnisse liegen so noch nicht vor. Was haben denn die verschiedenen Medienunternehmen mit dem deutlich höheren Ausschüttung, die jetzt auch gekommen ist, 24 und 25, angestellt. Was wir registrieren von außen ist, es sind weiter viele aus diesem Beruf rausgedrängt worden, gekündigt worden, Teilzeitlösungen gefunden worden. Teilzeitlösungen gefunden worden. Wir haben heute im Journalismus die höchste Quote an Teilzeit-Tätigen. Was heißt Teilzeit? Das heißt, dass man sich meistens noch mit einem anderen Job ein ausreichendes Einkommen verschaffen muss und das ist oft in nahe Bereichen wie Werbeaufträgen, PR-Aufträgen und das ist eigentlich ein riesiges Dilemma, wo wir in der Ausbildung immer sagen, bitte Hände weg, tut's das nicht. Der Auftraggeber aus dem PR-Bereich kommt dir garantiert in der journalistischen Laufbahn da irgendeinem Thema unter. Und was ist dann? Ist das Ergebnis dann die Schere im Kopf? Oder arbeitet man ganz normal als Journalist und sagt, ohne Rücksicht auf Verluste, ob ich dann diesen Auftraggeber je wieder haben werde mit einem PR-Auftrag, von dem ich aber, weil der Journalismus insgesamt nicht mehr in der Lage ist, eine ausreichende Zahl ausreichend zu finanzieren. Mir fehlen die Journalistinnen und Journalisten, die im letzten Jahr ihren Job verloren haben, deutlicher als das, was die Medienunternehmen bekommen haben. Aber evaluieren tut eine relativ große Gruppe. Und selbstverständlich sind da auch Menschen darunter, die aus der Perspektive eines Medienunternehmens sagen, das ist erfreulich, jetzt hat die Politik verstanden. Wir haben übrigens einen positiven Moment jetzt ganz vergessen, aber der fließt grundsätzlich ein im Bereich des politischen Kontextes. Da habe ich es vergessen zu sagen. Wir haben tatsächlich jetzt das erste Jahr, wo es deutlich weniger Regierungsinserate gibt, weil diese neue Regierung natürlich ein enormes Budgetloch auf der einen Seite hat, aber auch der Medienminister sich ein paar Mal geäußert hat, dass er dieses Instrumentarium der Regierungsinserate zur allfälligen Steuerung der journalistischen Inhalte überwinden will. Das Ergebnis können Sie in manchen Medien, die davon besonders betroffen sind, nachlesen. ich würde mal sagen, es ist eher etwas, was hoffentlich diesen Politiker, Politiker sind es gewohnt, dass sie auch entsprechend angegriffen werden, nicht von diesem Weg abbringen wird. Wir jedenfalls hoffen das und ich denke im Journalismus ist es vielleicht manchmal auch ganz gut, wenn man reagiert und sagt, wie geht, wie gehen denn die unterschiedlichen Medien tatsächlich um mit der Politik? Was ist unser Selbstverständnis? Es gibt manche Medien, die auch in der ersten Krise versucht haben zu erklären, was ist hier Selbstverständnis von Journalismus? Ich glaube, dass das insgesamt in mehrere Richtungen gut tut. Gibt es noch Fragen? Eine kurze vielleicht noch, weil man ja nach Norwegen schauen soll. Der Nummer eins ist, wie ist denn die Medienindustrie in Norwegen finanziert? Sie müssen ja eigentlich mit denselben Problemen zu kämpfen haben wie wir. Es gibt in Norwegen eine erheblich höhere Quote der Bereitschaft, Online-Medien zu bezahlen. Das hat etwas mit Bildung in der Bevölkerung zu tun. inklusive auch einer Medienkultur, die durch einen langjährigen Förderungsprozess gewohnt war, dass eine im Vergleich zu uns größere Vielzahl an voneinander unabhängigen Anbietern noch existiert. noch existiert. Und ein Punkt, der auch, glaube ich, nicht unwesentlich ist, wir haben tatsächlich in den skandinavischen Ländern insgesamt ein wesentlich höheres Transparenz-Selbstverständnis des Staates. Ja, ganz explizit etwa bei Schweden ausgeprägt, wenn sie dort von der Regierungschefin wissen wollen, was die heute arbeitet, welche E-Mails sie bekommen hat, kriegen sie die innerhalb von wenigen Stunden auf ihren Rechner. Das schafft natürlich ein Stück Vertrauen der Bürgerinnen in die Politik, der Bürgerinnen in den Journalismus, weil die Bürgerinnen auch wissen, die Journalistinnen haben die Möglichkeit, die Politik einigermaßen gut zu kontrollieren. einigermaßen gut zu kontrollieren. Selbstverständlich gibt es auch in skandinavischen Ländern politische Skandale, weil sich nicht immer alle an die Regeln halten. Das sind wir in diesem Land in Österreich ja auch gewöhnt. Aber es ist nicht gefördert, sondern es ist aber finanziert. Nein, es gibt auch Förderung. Es ist eine Kombination, aber es ist eine wesentlich stärkere Zahlungsbereitschaft. Schauen Sie mal rein in die Daten des Digital News Reports, dann sehen Sie die Unterschiede. Da liegen wir in Österreich so im hinteren Feld. hinteren Feld. Und das hat damit zu tun, dass natürlich die heimischen Medien, als sie dann den digitalen Transformationsprozess gemacht haben, am Anfang geglaubt haben, das würde alles mit Werbung finanzierbar werden und deswegen hat man den Content samt und sonders verschenkt. Und wenn man das über einen längeren Zeitraum macht, erzieht man natürlich auch die Bürgerinnen dorthin, dass sie sagen, ja, ich krieg die besten Informationen kostenlos. Und den Weg da wieder zurück zu machen, das ist ebenso ein mühsamer Bildungsprozess. Also ich habe da auch noch zwei Anmerkungen dazu. Ich glaube, es würde sich wirklich lohnen, sich das genauer anzuschauen, wie diese Modelle ausschauen. Zwei Aspekte möchte ich nur sozusagen einbringen. Der eine ist, dass die Förderungen auch anders vergeben werden. Also es gibt eine andere Kultur der Förderungsvergabe, eine transparentere Förderungsvergabe und eine Vergabe, wo eben genau das, was in Österreich schon ewig gefordert wird, nach Qualitätskriterien zu fördern, zu schauen, wem gehen wir überhaupt eine Förderung, ganz anders abgewickelt wird. Also es wird sozusagen nicht den Boulevard Medien hinten hineingeschoben, sondern es wird wirklich versucht, hier eben im klassischen Sinne Medienfreiheit, Medienvielfalt zu fördern. Es ist auch nicht alles perfekt. Und natürlich gibt es dort auch die politischen Einflussnahmen, aber einfach nicht in diesem Ausmaß wie in Österreich. Das finde ich sehr interessant zu beobachten an diesen skandinavischen Ländern. Und das Zweite, was mir auch persönlich ganz stark aufgefallen ist, es gibt eine vollkommen andere Kultur des öffentlichen Diskurses. Die Persönlichkeitsrechte zum Beispiel sind ganz anders auch im öffentlichen Bewusstsein verankert, viel selbstbewusster auch von der Bevölkerungsseite her. Also man merkt hier schon in Österreich nach wie vor diesen Mief der Hierarchie des Machtmissbrauchs. Also hier gibt es immer einfach noch einen guten Nährbogen, den es in dieser Form einfach in Skandinavien nicht gibt. Da gibt es einfach vom Selbstverständnis her, vom Selbstbewusstsein her eine ganz andere kritische Öffentlichkeit. Und natürlich haben die auch alle diese Probleme, aber sie gehen ein Stück weit anders damit um. Darf ich mir auch noch eine Anmerkung erlauben? Eine letzte. Nämlich zur Frage der Medienfinanzierung durchaus mit Aktualitätsbezug. Seit wenigen Tagen wissen wir, in welche Richtung das Doppelbudget der österreichischen Bundesregierung gehen wird. Und wir wissen aktuell auch, die Zahlen habe ich heute gelesen, dass in Österreich aktuell 1,7 Millionen Menschen armutsgefährdet sind. Das ist bei einer Bevölkerungszahl von 9 Millionen eine ganze Menge. Und wir wissen auch, wer alle abbeißen wird, sollte das Doppelbudget so kommen. Stichwort Notstandshilfebezieherinnen, die quasi wiederum abhängig gemacht werden, etwa vom Einkommen ihrer Ehemänner. Das heißt, die Armutsentwicklung wird nach oben gehen, nicht nach unten und das wird sich natürlich auch auf die Medienfinanzierung ausweiten oder auswirken, weil wir haben dann natürlich am Ende des Tages vor allem auch weniger Haushaltsabgabenzahlerinnen, weil mehr befreit werden müssen bis hin, das kann ich Ihnen versichern, werden viele Leute, die überlegen müssen, wo können sie jetzt noch irgendwas abzwicken, das auch bei den Abos der Medien tun. Und ich hoffe, dass Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler und alle anderen, die hier in diesen Verhandlungen sitzen, gerade auch aus einer medienpolitischen Verantwortung heraus, das sehr wohl auch im Kopf mitbehalten, weil für die Medien wird es dann in weiterer Zukunft weiter schlecht ausschauen. Gut, wenn es keine Fragen mehr gibt, wir haben eine Stunde voll. Ich sage vielen herzlichen Dank für die große Aufmerksamkeit, auch den Zuseherinnen und Zusehern, die jetzt via Livestream dabei waren. Wir sehen uns dann nächstes Jahr wieder und hoffen, dass wir dann im Frühjahr 2027, wenn es wieder mal so weit ist, zur Präsentation des Pressefreiheitsindex von Report ohne Grenzen dann weiterhin auch gute Nachrichten hier präsentieren können. Und aus gegebenem Anlass, nachdem die derzeit bei den Wählern am stärksten ankommende politische Partei einen Feldzug gegen die NGOs führt und deren zum Teil Finanzierung aus staatlichen Mitteln bei Bord ohne Grenzen bekommt, keine. Viele NGOs bekommen staatliche Mittel völlig zu Recht. Wenn sie die Pressefreiheit stärken wollen, unterstützen sie uns durch Mitgliedschaft. Wir versprechen ihnen dafür, wir schauen darauf, dass die Pressefreiheit sich in diesem Land und darüber hinaus möglichst gut entwickelt. Wir haben vor zwei Monaten eine sehr sinnhafte Veranstaltung gemacht, in der wir aus der Tschechischen Republik, aus der Slowakei und aus Ungarn jeweils eine Journalistin nach Wien geholt haben, mit viel Erfahrung in der Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen, um die Vermittlung hier auch an den österreichischen Journalismus und an die Betroffenen für den Fall, dass wir politisch in diese Richtung gehen. Sie erinnern sich, dass wir zu Beginn des Vorjahres knapp in diese Situation hineingekommen sind. Und wahrscheinlich sollten wir nicht vergessen, was da nach kurzen Verhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP dann bereits ausgemachte Sache war. Das war eine Staatsfinanzierung des ORF bei gleichzeitiger weiterer Reduktion um 20 Prozent und ein Zitierverbot aus Vorerhebungsakten auf Wunsch der ÖVP und noch einiges mehr. Ich glaube, das reicht aus, dass wir die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes herzlich einladen, rechtzeitig dafür zu sorgen, dieses Mediensystem auch resilient zu machen. Und resilient ist es auch, wenn die Organisationen, die in diesem Bereich als NGOs arbeiten, ob das der Presseclub Concordia oder andere sind, und uns eben mit den Ressourcen auszustatten, damit wir unseren Job machen können. Danke.