Einen wunderschönen guten Morgen. Ich sehe noch ein paar Menschen herumgehen, aber ich glaube, die sind von der Technik. Mit dem Scheinwerfer im Gesicht ist es gar nicht so leicht, dass man das hintere des Raumes gut erkennt. Herzlich willkommen zum Gewaltschutzsymposium der Grünen Bildungswerkstatt und des Grünen Clubs im Oberösterreichischen Landtag. Ich darf mich vorstellen, ich bin Dagmar Engel, bin die Obfrau der Grünen Bildungswerkstatt Oberösterreich und stehe hier mit meinem Kollegen, mit unserem Clubobmann im Oberösterreichischen Landtag, Severin Mayer, und wir beide dürfen Sie erst einmal begrüßen als Gastgeber und Gastgeberin. Vielen Dank, dass Sie da sind. Was war unsere Motivation? Ganz kurz, ich glaube, lang brauche ich es in diesem Kreis der Besucherinnen und Besucher nicht erklären, warum wir die Motivation hatten, dem Thema Gewaltschutz, Männergewalt, Gewalt gegen Frauen einen ganzen Tag zu widmen und diesen mit Expertinnen und Experten, mit politischen Verantwortlichen etc. zu verbringen. Gereift ist diese Idee schon ganz lang, also seitdem ich frauenpolitisch sozialisiert worden bin im Mühlviertler Gemeinderat, sage ich immer, Gewalt hat ja viele Ursachen. Und seitdem eigentlich treibt mich das Thema an, dass wir sagen, was kann man denn präventiv machen und wie können wir denn dieses gesamtgesellschaftliche Problem lösen? Und die letzten Wochen eigentlich haben bestätigt, wie brandaktuell und wie notwendig solche Beschäftigungen miteinander sind und solche Thementage miteinander sind. Und darum freue ich mich sehr, dass wir sehr viele Anmeldungen haben. Es sind nur ein paar Plätze frei. Dadurch, dass das eine Tagesveranstaltung ist, wird das heute immer wieder ein Kommen und ein Gehen sein, wie uns angekündigt worden ist, weil natürlich ein Wochentag für nicht alle realisierbar ist, dass sie den ganzen Tag da sind. was können wir tun, ich will thematisch gar nicht so richtig vorgreifen, ich freue mich nur wahnsinnig, dass auch politische Vertreterinnen anderer Fraktionen da sind, das können sie nutzen zum Austausch, weil ja Gewaltschutz, Gewaltprävention und dieses Thema, das können wir ja nur gemeinsam irgendwie lösen und ich freue mich sehr, dass die Frauensprecherin des Oberösterreichischen Landtags von der SPÖ heute da ist. Das ist die Renate Heitz. Schön, dass du zu uns gekommen bist. Und meine Kollegin Ines Vukajlovic sitzt ganz da hinten. Das ist unsere Integration Sozialwohnbausprecherin der Grünen im Oberösterreichischen Landtag und auch mit dem Frauenthema Bestens betraut. Wir beide sind stellvertretende Klubobfrauen von diesem Herrn, an den ich jetzt das Wort einmal übergebe, um einmal die männliche Perspektive reinzubringen. Danke, lieber Dagmar. Wunderschönen guten Morgen auch von meiner Seite. Dagmar hat vor langer Zeit die Initiative ergriffen, dass dieses Symposium stattfinden wird, weil allen bewusst war, was das für ein unglaublich riesengroßes Thema ist. Was wir damals, und das war glaube ich vor über einem Jahr, haben diese Vorarbeiten begonnen, was uns nicht bewusst war, ist, unter was für einer Brisanz das aktuell diskutiert wird, wo unterschiedlichste Facetten von männlicher Gewalt auch sichtbar sind. Sie haben das alle mitbekommen letzte Woche, die Geschichte rund um Colin Fernandes. Wahrscheinlich sind sie alle auf irgendwelchen Smartphones gehängt, haben diese Postings angeschaut, gelesen, mit einem Gefühl der Übelkeit, vielleicht auch mit einem Gefühl der Machtlosigkeit. Aber letztendlich immer in dem Wissen, es werden dann neue Formen der Gewalt auch sichtbar. Die digitale Gewalt. Und ich weiß nicht, ob Sie zufällig den Newsletter von Ingrid Brodnig abonniert haben, heute in der Früh ist der gekommen. Sie schreibt über digitale Gewalt, über Deepfakes und ähnliches. Und man sagt, es war nie die Frage, ob die Katastrophe kommt. Die Frage ist nur, wann. Und ich glaube, dass man das jetzt auch nutzen muss, diese Diskussion, die da losgestoßen worden ist. Losgestoßen worden auch von einer unglaublich mutigen Frau, die an die Öffentlichkeit geht und dieses Thema mit ihrem Gesicht verbindet, dafür auch einsteht und dafür auch einiges durchmachen muss. Wenn es um das Thema Gewalt gegen Frauen geht, dann ist mir eine Seite besonders wichtig, und zwar das ist die Täterseite, weil Gewalt gegen Frauen heißt in der Regel auch, dass die Täter männlich sind. Wir behandeln das auch schon sehr, sehr lange im Landtag und ich habe ehrlicherweise keine Lust mehr darauf, dass das als Thema gesehen wird, das von ein paar Frauen bearbeitet werden muss. Mir ist unglaublich wichtig, dass die Männer in Verantwortung genommen werden auf unterschiedlichen Ebenen. Einerseits mit der Frage, wie reflektiere ich mein eigenes Verhalten? Ganz persönlich auch die Frage, ich habe einen fünfjährigen Sohn, was vermittle ich für ein Bild von Männlichkeit? Was mache ich, dass sich mein Sohn nicht zu einem Arschloch entwickelt? Entschuldigen Sie mich ausdrucksweise, aber mir ist es nicht anders eingefallen. Und auf der anderen Seite natürlich auch die Frage, welche Rolle nehmen Männer auch in politischen Debatten ein? In politischen Debatten, die jetzt folgen müssen, in Frage von Deepfakes, Frage von, wie zum Beispiel, wie lange werden wir es noch erlauben, dass digitale Plattformen ihr Geld damit verdienen, dass Gewalt gegen Frauen, dass digitale Gewalt gegen Frauen stattfindet. Facebook und ähnliche verdienen ihr Geld damit, dass die Menschen in diesen digitalen Netzwerken ihre Zeit verbringen und erlauben dann, oder auch Krog von Elon Musk, dass mit so einem Deepfakes, dass mit sexualisierter Gewalt, dass mit virtueller Vergewaltigungs, wie es Colin Fernandes auch genannt hat, Konzerne ihr Geld verdienen. Wir haben eine individuelle Verantwortung, wir haben eine politische Verantwortung und ich bin unglaublich gespannt auf das, was ich heute auch hören darf, was wir lernen können und was wir dann auch versuchen, bestmöglich in die politische Praxis umzusetzen. Ich bedanke mich nochmal sehr, sehr herzlich bei Dagmar Engel für die Initiative bei der Grünen Bildungswerkstatt, für die Organisation und wünsche uns allen einen sehr, sehr spannenden Tag. Dankeschön. Die Sandra Brommer ist unsere Geschäftsführerin in der Grünen Bildungswerkstatt. Ich werde mich heute noch öfter bedanken, weil die Leute kommen und gehen. Aber ich finde, am Anfang kann man sich ruhig einmal schon gleich vorhinein bedanken. Das ist unglaublich großartig,gästen aus unterschiedlichen Perspektiven, aus Gewaltschutzberatungen, Exekutive, Medien, haben wir heute auch noch eine Runde, möchte ich noch ein paar organisatorische Sachen sagen. Sie haben es gesehen, draußen gibt es den ganzen Tag Getränke. Da darf ich Sie bitten, zum Selbstkostenpreis zu erwerben. Es gibt dann Snacks und ein Mittagessen und wieder Snacks, glaube ich. Das ist alles dann in dem Nebenraum. Dazu laden wir Sie ein. Wir haben Sie auch zum Eintritt hier eingeladen und haben deshalb eine Spendenbox draußen hingestellt für freiwillige Spenden. Wem kommt das zugute? Wir haben das entschlossen, dass wir das Projekt Stopp! Stadtteile ohne Partnergewalt unterstützen wollen. Sie sehen da eine wunderbare Wanderausstellung, die gerade durchs Land tourt, falls Sie sich auch wieder in mehreren Berichten dargelegt. Die Zahlen belegen, Stopp wirkt. Dieses Projekt ist niederschwellig und das steht massiv unter Druck, gerade weil die Finanzierung ist nicht gesichert noch. Und darum gehen unsere Spenden an die oberösterreichischen Stopp-Beratungsstellen. Das möchte ich gleich einmal dazu sagen. Sagen Sie es auch gerne noch weiter, wenn Sie dann Sitznachbarinnen und Nachbarn haben, die jetzt noch nicht da waren. Ich darf Ihnen bedanken bei DorfTV. DorfTV wird heute den Tag über bei uns sein und mit aufnehmen. Wir haben dann eine ausgiebige Berichterstattung im Nachhinein auch auf unserer Website von der Grünen Bildungswerkstatt Oberösterreich. Es wird in Social Media was geben. Dieser Tag hat nicht nur den Sinn, heute gemeinsam am Thema zu arbeiten, sondern von heute an weiter mit Hochdruck an diesem Thema zu arbeiten. Und das soll natürlich auch mit der Nachlese gewährleistet sein. Danke an Severin Mayer, habe ich schon gesagt. Und dann würde ich jetzt schon weitergeben. Wir kommen jetzt zu unserer ersten Vortragenden. Ich freue mich tatsächlich sehr, dass Frau Doktorin Birgit Haller den Weg zu uns gefunden hat mit ihrem großartigen Expertenwissen. Birgit Haller ist Gewaltforscherin und hat sich 2016 bis 2020, also sie beschäftigt sich eigentlich schon sehr lange mit dem Thema Femizide in Österreich, aber sie hat dieses Thema sehr aktiv beforscht und es gibt eine Studie dazu zu den Femiziden in Österreich. Und sie wird uns jetzt das Thema Femizide näher bringen von der wissenschaftlichen Seite. Und ich darf Sie herzlich auf der Bühne begrüßen. Schön, dass Sie da sind, Birgit Haller. Bitte schön. Sind Sie ein? Ja, hallo, das merkt man gleich. Guten Morgen, ich möchte mich für die Einladung bedanken. Ich finde es sehr wichtig, dass das Thema sozusagen immer breit diskutiert wird, obwohl Femizide im Moment ja eh vor allem politisch auch relativ viel Aufmerksamkeit zukommt im Moment. Hier als einstiegendes Symposium möchte ich Ihnen einige zentrale Informationen vermitteln. Mir ist aber gleichzeitig auch wichtig, darauf hinzuweisen, bei aller Tragik der einzelnen Fälle, es gibt so wenig Femizide, auch wenn es manchmal medial oder politisch anders dargestellt wird, es gibt so wenig Femizide in Österreich, dass man nicht statistisch über Eine dieser Daten hat in Oberösterreich stattgefunden. Wäre das sozusagen ein Phänomen, das man statistisch erfassen kann, Oberösterreich ist das drittgrößte Bundesland in Österreich. Also eins von zwölf verweist schon mal darauf, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Also wie gesagt, jeder Fall ist furchtbar, aber ein statistischer Zugang, dafür sind es wirklich zu wenig Fälle. Okay, das ist mir immer wichtig dazu zu sagen. wenig Fälle. Das ist mir immer wichtig dazu zu sagen. Femizide sind nach der Definition von EIGE, der Europäischen Agentur für Gleichbehandlung, Femizide sind in erster Linie und zwar immer Beziehungsdaten, Morde durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner. Das ist sozusagen gesichert. Über weitere oder Erweiterungen dieser Definition wird immer noch diskutiert, wird auch zum Teil gestritten. Aber sozusagen der ganz harte Kern, das sind Partner und ehemalige Partner. Ich glaube, das ist allgemein bekannt. Geschlecht ist sozusagen ein wesentlicher oder der wesentliche Faktor. Beziehungsmorde und sie stehen häufig im Zusammenhang mit Eifersucht und Kontrolle. Und dazu gehört auch als weiterer Aspekt Besitzdenken in Zusammenhang mit Trennung und Scheidung, Gewalt gegen Frauen ausüben. Es sind fixe Männlichkeits- und Weiblichkeitsnormen. Es sind vor allem ungleiche Machtverhältnisse. wird es uns nicht gelingen, Partnergewalt, Männergewalt, Männergewalt nachhaltig zu bekämpfen. Also das ist sozusagen, an dem muss man grundsätzlich arbeiten, an den Grundfesten, damit sich irgendwann wirklich nachhaltig etwas ändert. Wir haben am Institut für Konfliktforschung, wo ich diese Studien gemacht habe, obwohl ich inzwischen in Pension bin, um das nicht zu vergessen. Wir haben am Institut für Konfliktforschung im Auftrag vom Innenfrauen- und Justizministerium eine Studie gemacht. Da haben wir uns im Zeitraum 16 bis 20, also über fünf Jahre hinweg, angeschaut, Frauenmorde in Österreich und dann die Femizide herausgearbeitet. Frauenmorde sind, ich sage es einmal ganz salopp, eigentlich uninteressant. Frauenmorde erfolgen nicht, weil die Frau eine Frau ist, also sozusagen die Basisdefinition von Femizid, sondern an der Stelle dieser Frau, die getötet wurde, könnte es auch ein Mann sein. Also es geht nicht um Frau sein. Es geht um die Bankangestellte, die heute statt ihrem Kollegendienst hat. In der Eskalation wird sie erschossen. Wäre es der männliche Kollege, wäre der erschossen worden. Also in diesen fünf Jahren gab es insgesamt 100 Frauen, die durch Femizide getötet wurden, Frauen und Mädchen und 93 Täter. Das heißt, manche Täter begehen Mehrfachtaten und zwar insbesondere dann, wenn sie nicht nur die Partnerin oder Ex-Partnerin töten, sondern auch Kinder. Auch Kinder. Also wir haben hier natürlich, weil es um Frauen geht bei dem Projekt, nur weibliche Kinder eingerechnet. Da sind wir auf die Zahl gekommen. Von diesen Femiziden in Österreich 100 waren dreiig, dass Beziehungen und dann in Folge auch Ex-Beziehungen, aber insbesondere aufrechte Beziehungen der häufigste Kontext sind, in dem Femizide stattfinden. Was Sie da als Verwandtschaft sehen, das sind vor allem diese Kinder, die ich angesprochen habe, weibliche Kinder. Auffällig ist, dass ungefähr in einem Drittel dieser Femizide war die Trennung, die angekündigte Trennung Anlass für ein Femizid. Also es war noch nicht einmal vollzogen, sondern es reicht sozusagen ein Thematisieren. Also es war noch nicht einmal vollzogen, sondern es reicht sozusagen ein Thematisieren. Und was ich für wichtig halte, nicht nur ich, was ich für sehr häufig der Fall ist, aber doch, dass Opfer von Gewalt,esetztes Thema ist und sich ja auch auf der Ebene niemand traut, sozusagen in Privates einzugreifen. Gewaltschutzgesetz hat das für die Polizei geregelt. Es ist aber offenkundig auch schwierig für die beste Freundin, irgendwie, wie soll ich sagen, mehr Druck zu machen. Du lebst gefährlich, du musst was tun. Es geht gar nicht, wenn die Freundin keine Strafanzeige will, eine an ihrer Stadt zu erstellen. Also dieser Scham über Gewalt, die Frauen erfahren, ist immer noch ein ganz wichtiges Thema und bestimmt Verhalten, nicht nur der Opfer, sondern auch der Umgebung. Es sind einige Männer, also ein Viertel angezeigt worden von der Partnerin, es sind einige Männer, also ein Viertel angezeigt worden von der Partnerin, es sind auch 10% der Täter wegen Gewalt gegen die Partnerin schon mal verurteilt worden, 20% haben ein, wo man, und damit meine ich zum Beispiel auch die Polizei, sehen kann, das könnte ein besonders gefährlicher Fall sein. Also es passiert nicht ganz im Dunkeln. Und Femizide ist strukturell was anderes weitgehend als Fällefer vorher nicht den Weg ins Gewaltschutzzentrum oder ins Frauenhaus. Die Daten hier von der Bundesstudie haben es auch bestätigt. Wir haben inzwischen auch Femizidstudien für Wien und für die Steiermark gemacht. Ich würde einmal weinen. Einer der Gründe dafür ist wieder diese Scham. Aber ein anderer Grund, und ich komme noch darauf zurück, ist das, dass ein Gutteil der Beziehungen, in denen Femizide erfolgen, Kontrollbeziehungen sind. Und das liegt sozusagen in der Natur der Kontrollbeziehung, dass ich nicht einfach zur Polizei gehen kann. Das unterstreicht ein Stück weit auch, dass Frauen, die die Polizei zur Hilfe rufen und es dann zu einem Betretungs- und Annäherungsverbot kommt, dass die wissen, dass sie sehr gefährdet sind in dieser Situation. Also das ist ein schwieriger Schritt in einer Kontrollbeziehung und das spiegelt sich wohl hier wieder. also ist zum größeren Teil aktenkundig bei der Polizei, bei Gericht, ist zum kleineren Teil bekannt aus Erzählungen von Zeugen und Zeuginnen. Wobei diese Zahlen hier, diese 25 Prozent Zeugen, Zeuginnen, das sind Informationen, die wir aus den untersuchten Akten im Nachhinein haben. Also da gab es dann Strafverfahren gegen den Täter, wo die Freundinnen des Opfers aussagen, ja, sie hat mir das erzählt. Also die Aktenkundigen sind, wie der Name sagt, bekannt. Die Erzählungen von Zeuginnen sind teilweise auch erst im Nachhinein bekannt gemacht. sind teilweise auch erst im Nachhinein bekannt gemacht. Ganz kurz, weil der Nachteil von Keynotes ist ja, dass man nicht so lange Zeit hat. Ganz kurz, ganz grundsätzlich ist so die Altersgruppe 30 bis 40 ungefähr die am meisten gefährdete. Also sowohl die Opfer als auch die Täter stammen aus dieser Altersgruppe weitgehend. Sowohl die Opfer als auch die Täter stammen aus dieser Altersgruppe weitgehend. Was wichtig ist, ist das, wir haben uns angeschaut, Auffälligkeiten. Das waren Süchte, Krankheiten, also unterschiedliche Features, die uns aufgefallen sind. Und ein wichtiger Hinweis ist das, bei 63 von 93 Männern gab es irgendwelche Auffälligkeiten, also vor allem Alkohol- und Suchtkrankheiten. Und im Unterschied dazu bei den Frauen, 100 Frauen, das waren dann halb so viele, sei es durch Medikamentenabusus, Drogenabusus, immerhin schon mal auf dem Bildschirm waren. Zu den Ausländern sage ich nur ganz kurz, die meisten Täter sind Österreicher, sozusagen echte Österreicher. Die meisten Opfer sind auch echte Österreicherinnen. Es sind eher dann, als aus weiterer Gruppe sind es zum Teil Migranten aus diesen früheren Gastarbeiterländern, in Anführungszeichen. Also Männer, die schon, oder Familien, die schon länger in Österreich leben, die eigentlich schon angekommen sind. Es sind nicht, auch wenn das manchmal insinuiert wird, es sind nicht die Afghanen und Syrer und sozusagen die auffälligen Gruppen der letzten Jahre, die einfach vermehrt nach Österreich gekommen sind. Und ein Drittel der Täter hat Suizid begangen, in unterschiedlichen Kontexten. Zu diesen gelungenen Suiziden gab es auch misslungene. Auf jeden zweiten Femizid fast kommt ein Suizid. Wichtig sind die Hochrisikoindikatoren, allem in der Beziehung sichtbar sind. Also wenn ich denke an eine psychische Erkrankung, daran, dass ich als Opfer von diesem Mann schon Gewalt erfahren habe, dass dieser Mann Waffen besitzt und so weiter, das weiß ich als Opfer. Das weiß aber zwingend niemand außerhalb von der Beziehung. Und das ist die ganz große Krux, dass Frauen, die Opfer sind, die zum Beispiel auch in Kontrollbeziehungen sind, dass es grundsätzlich an denen hängen würde, zu erkennen und zu kommunizieren Hochrisikosituationen. Natürlich poppt manches auf. Ich meine, manche sind in ärztlicher Behandlung oder der Waffenbesitz ist legal. Aber trotzdem, die Person, die das weiß, und deswegen ist es auch so wichtig, die Hochrisikoindikatoren zu ermstreichen, wie häufig es ist, wie große Rolle es einnimmt, dass Täter nach der Tat Selbstmord begehen. 60 Täter waren vor Gericht, davon fast alle wegen Mordes. Und, und das ist mal ein weiterer wichtiger Punkt, insgesamt sind von verurteilten Personen und von nicht verurteilten Personen wegen Unzurechnungsfähigkeit 24 von diesen 61 Angeklagten psychisch krank. von diesen 61 Angeklagten psychisch krank. Das ist ein wahnsinnig hoher Wert. Man kann davon ausgehen, dass er noch höher ist, weil bei den Männern, die Suizid begangen haben nach dem Femizid, sind sicher auch psychisch kranke Personen darunter. Das heißt, ein ganz wichtiger Auftrag, gesellschaftlich, politisch, ist es, mit psychischer Krankheit anders umzugehen. Und da sind wir auch wieder beim Thema Scham. Das ist ein ganz zentraler Punkt. Das lassen wir aus. diese tatauslösenden psychischen Krankheiten waren in erster Linie paranoide Schizophrenie das ist wirklich so wie man es sich vorstellt Stimmen die einen Auftrag erteilen ähnlich viele Fälle gab es kombinierte Persönlichkeitsstörungen mir hat mal jemand gesagt der Psychiater fast jeder von uns hat eine Persönlichkeitsstörungungen, die aber auch, also mir hat mal jemand gesagt, der Psychiater, fast jeder von uns hat eine Persönlichkeitsstörung, also das muss man jetzt sozusagen nicht aufblasen, aber es gibt eben Persönlichkeitsstörungen, bei denen es dann auch Psychosen gibt zum Beispiel, in denen die Personen dann eben auch nicht zurechnungsfähig sind und agieren und töten. Also das noch einmal, um zu unterstreichen, wie wichtig ein Punkt das ist. In Wien, also da haben wir 18 Monate untersucht, gab es vier Femizide und sechs Femizidversuche auf Ebene von Partner, Ex-Partner. Und da war sehr gut erkennbar, dass es bei den Femiziden zwei dominante Typen gibt. Das eine sind Kontrollbeziehungen, habe ich schon erwähnt, Kontrollbeziehungen, bei denen nicht zwingend körperliche Gewalt ausgeübt wird oder nicht mehr ausgeübt wird, weil das spätere Opfer, oder es werden ja nicht alle ermordet, die Opfer in diesen Kontrollbeziehungen sozusagen so funktionieren, wie ihr Partner es will. Also das ist ein Prozess über Zeit hinweg. Prozess über Zeit hinweg. Die wissen, Beispiel, auch wenn ich in einer Gesellschaft von meinem Mann heruntergemacht wäre und ich schaue gegen den Himmel, dann weiß ich, ich werde daheim dafür bestraft werden. Also sozusagen jede Äußerung ist unter Beobachtung und ist für das Opfer letztlich gefährlich. Wichtig ist aber auch bei Kontrollbeziehungen, das ist nicht die Gewalt aus dem heiteren Himmel. Es gibt dieses Acht-Stufen-Modell, wo man auch gut nachvollziehen kann, die Eskalation, wie sich über den Zeitraum, über die Beziehung hinweg Gewalt immer weiter entwickelt in verschiedenen Phasen. Und es geht um Kontrolle, es geht um Macht und es geht um die Angst, Macht zu verlieren. Macht zu verlieren. Und das andere ist ein Thema, das mir sehr wichtig ist. Das sind Femizide bei Opfern im hohen Alter, die im Regelfall mit einem Suizid verbunden sind und die im Regelfall in Beziehungen stattfinden, in denen der Mann Pflegeverantwortung hat. Das fällt Ihnen sicher immer wieder in der Zeitung auf, es war auch schon so ein Fall dabei, wo der Mann, wo die Kinder dann zum Beispiel sagen, komisch, es hat nie Gewalt gegeben, oder wo die Kinder sagen, ja, ich weiß schon, die wollten immer miteinander sterben, wo es aber gleichzeitig keine Abschiedsbriefe gibt oder wenn, hat die nur der Mann unterschrieben. Es sind jedenfalls Femizide, weil sie in einer Beziehung stattfinden, wie ich am Anfang gesagt habe. Das ist die basale Definition. Es sind Femizide, aber sie sind so ganz anders als die anderen. Und deswegen brauchen sie sozusagen eine ganz andere Prävention. Es geht hier um Menschen, die verzweifelt sind. Viele von ihnen, die meisten von ihnen haben in prekären finanziellen Verhältnissen gelebt. haben in prekären finanziellen Verhältnissen gelebt, sie haben gar nicht oder kaum externe Hilfe in Anspruch genommen. Also das hat sozusagen ganz offenkundig in diesen Beziehungen den Druck so verdichtet, dass es dann letztlich zum Femizid und Suizid kommt. Thema Prävention, wir werden eh gleich darüber weiterreden. Es ist ganz offenkundig, dass das Gewaltschutzsystem immer noch nicht genug bekannt ist. Also man kann sich das kaum vorstellen, nach fast 30 Jahren Gewaltschutzgesetz, aber es ist so. Wir haben bei der Studie in der Steiermark auch eine Repräsentativbefragung in der Bevölkerung gemacht. Frauenhäuser sind gut bekannt, ich meine, die sind einfach auch schon alt. Gewaltschutzzentren unter diesem Namen sind schlecht bekannt. Wenn man dann sagt Wegweisung, dann dämmert manchen was. Aber sozusagen, dass wir in Österreich ein ganz toll ausgebautes Gewaltschutzsystem haben, ist viel zu wenig bekannt. Das ist eigentlich ein Wahnsinn. Männer, die dann ihre Partnerin, ihre Ex-Partnerin ermorden, die waren zum Teil in ärztlicher Behandlung, aber irgendwann brechen sie die Behandlung ab, niemand weiß davon. Also es ist so, es ist schwierig, es ist krankheitsbedingt zum Beispiel, wenn die Medikamentation abgebrochen wird, aber es ist ein Bereich, der so eine große Rolle spielt bei den Femiziden, dass man da unbedingt was tun muss. Und als letzte Zeile, Sie sehen, ich habe da wieder Maßnahmen gegen Rollenstereotype und ungleiche Machtverhältnisse, ganz zentral oder eigentlich basal. Und das betrifft nicht nur diese Femizide, sondern das betrifft natürlich insgesamt Gewalt von Männern gegen Frauen. Und mir persönlich geht es so, mir hat wesentlich mehr als die Femizide, wesentlich mehr hat mich erschüttert die Befragung von Statistik Austria oder jetzt die Befragung von der FRA, dass jede dritte Frau in Österreich einmal in ihrem Leben von Männergewalt betroffen ist. Also da reden wir von einem statistischen Phänomen. Das ist eine Größenordnung, die ist erfassbar. Ja, und um es nochmal zu unterstreichen, es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, eine Herausforderung und es ist unbedingt notwendig, dass alle Gruppen, also zum Beispiel alle politischen Akteure, alle Ressorts auf der Bundesebene, gut, dass Gesundheit sozusagen jetzt fix etabliert ist, alle zusammenwirken müssen, damit sich irgendwann irgendwas ändert. Danke.