Liebe Schülerinnen und Schüler, wir sind wieder zurück, haben alle eine Schokolade bekommen. Wer hat keine Schokolade bekommen? Das ist ja ein einstimmiges, erfreuliches Ergebnis. Manfred, du tust nicht, haben alle Schülerinnen einen Schokolade bekommen. Ja, um so eine Veranstaltung organisieren zu können, braucht es viele Menschen. Und diese Veranstaltung wurde im Wesentlichen vom Anti-Atom-Komitee Freistaat organisiert, gemeinsam mit Atomstopp Atomkraft Freileben. Von der Organisation komme ich und Anna Weinbauer, die gerade Fotos macht, für das Anti-Atomkomitee Freistaat haben im Wesentlichen das gemacht, habe ich am Anfang schon gesagt, Gerold und Sandra Wagner. Noch einmal ein kräftiger Applaus für die beiden. Und ihr habt heute schon gesehen, weil sie an Nikolaus Müller einen Preis überreicht hat, die Stellvertreterin des Obmannes Elisabeth Hackel-Winkler und jetzt werdet ihr kennenlernen, denn sofern ihr ihn nicht kennt als Freistädterin und Freistädter, den Obmann des Anti-Atom-Komitees Freistaat, ist ein alter Kämpfer in Sachen Anti-Atom und er hat die Krise von Tschernobyl schon ganz bewusst bei uns miterlebt und er wird uns etwas von seinen Erfahrungen erzählen. Bitte, Manfred. Ja, danke. Danke, das bitte ich besser. Ja, ich möchte mich auch ganz recht herzlich bedanken bei euch und auch bei euren Lehrern, dass wir es geschafft haben, dass wir diese große Halle vollkriegen. Das ist nicht nichts, sage ich einmal. Und ich bin wirklich froh, dass wir es schaffen in Freistaat. Auch aufgrund, vielleicht haben wir meine Vorträge in den Freistaater Schulen, aber auch in den Schulen ganz Oberösterreich, ein bisschen was dazu beigetragen, dass wir das heute geschafft haben. Nur einmal ein recht herzliches Dankeschön an euch und an alle Lehrer. an euch und an eure Lehrer. Ja, wie gesagt, mein Name ist Manfred Doppler, bin von der Ausbildung kein Landwirt. Ich habe Landwirtschaft studiert an der Universität für Bodenkultur. Ist eigentlich die Universität, wo auch unsere beiden Referenten heute herkommen. Allerdings, ich habe Landwirtschaft gemacht. Ich bin also, wie man hoffentlich scherzhaft bezeichnet, ein diplomierter Furchenschösser. Und bin nach dem Studium dann beim Umweltschutz gelandet und dort dahängen geblieben und so mache ich diese Aktivitäten, die sie arbeiten, eigentlich seit Ende der 70er Jahre. Ihr wisst, 1978 war die Volksabstimmung zum AKW Zwentendorf, das sehr knapp gegen die Inbetriebnahme ausgegangen ist. Aber Gott sei Dank haben wir es geschafft mit 50,4 Prozent der Österreicher, die damals klugerweise Nein gesagt haben. Es waren einige Fragen im Anschluss an den Vortrag von Herrn Müllner. Und ich kann sagen, und das traue ich mir ohne Gewissensbisse, wenn man sich die Klimadiskussion anschaut, die wir weltweit haben. Und da geht es jetzt um die Frage, kann Atomenergie etwas zum Klimaschutz beitragen? Und da gibt es ein K.O.-Argument, das die Frage eigentlich sehr klar beantwortet. Wir haben schon gehört, Atomenergie trägt etwa zu 2% an der globalen Energiekonsumation. Also ungefähr 2% der Energie, die wir weltweit brauchen, ist Strom aus Atomkraftwerken. Und nachdem der Klimawandel ja kein lokales Problem ist, es gibt keinen französischen Klimawandel, auch keinen österreichischen, es gibt nur einen globalen Klimawandel, so kann ich sagen, bei 2% Energieanteil kann ich heute alle Atomkraftwerke global sehen. Alle Atomkraftwerke abschalten und wir merken es nicht einmal. Und für diese 2% Energie, die holen wir uns quasi nicht nur uns, sondern euch und euren Nachfolgegenerationen diese Problematiken auf. Eine Energie, die eigentlich aus dem vergangenen Jahrtausendstamm eigentlich ein Dinosaurier der Energieproduktion ist. Aber jetzt zurück zu unserem Thema heute. Tschernobyl, ich muss euch ein bisschen was als Zeitzeuge sagen. Ich war zu der Zeit in Wien, ich habe studiert und ich kann mich nicht erinnern, wir waren Fußballspielen auf der Broderwiesen und wir sind nach Hause gekommen. Damals gab es noch diese urgroßen Fernseher, die TV-Fernseher, die haben glaube ich 40 Kilo oder so ein Ding. Und ich habe den eingeschaltet und da war die erste Meldung, ich glaube das war der 29. oder 30. April, wo die ersten Meldungen gekommen sind über das österreichische Fernsehen, dass es einen Zwischenfall in einem sowjetischen Atomkraftwerk gegeben hat. Die ersten, die Alarm gestoßen haben, das waren nicht die Russen und die Sowjets damals, sondern das waren die Skandinavier, weil die radioaktive Wolken sich so verhalten haben, dass ein Teil dieser radioaktiven Wolken Richtung Skandinavien gezogen ist und die haben erhöhte Radioaktivität gemacht. Ich glaube, es waren die Schweden oder die Norwegen, ich bin jetzt ganz sicher, die diese erhöhte Radioaktivität gemessen haben. Und die haben natürlich geglaubt, es ist irgendwas passiert, was gestimmt hat. Nur wo das war. Und nachdem in den eigenen Ländern nichts war, haben die schon gewusst, der Wind kommt aus Südosten und dort steht das Atomkraftwerk in der heutigen Ukraine. Schon langsam hat sich das immer wieder wiederholt, diese Meldungen, und schon langsam ist es ans Tageslicht gekommen, dass tatsächlich etwas Gravierendes passiert ist. Wir in Europa, in Mitteleuropa speziell, sind besonders stark betroffen worden von dieser Katastrophe, weil diese radioaktive Wolke sich erst Richtung Skandinavien bewegt hat. Über Skandinavien hat es quasi einen 180-Grad-Turn gemacht und ist dann quer über Mitteleuropa gezogen. Und wir in Österreich haben das Riesenglick gehabt, unter Anführungszeichen, das zu der Zeit geregnet hat. Wir leben in einer sogenannten Nordstau-Lage, das heißt, unsere Hauptwindelrichtung kommt aus Nord, Nordwest und darum ist das meiste Zeug, das sind diese Wolken, die über Europa gezogen sind und die sind an den Alpen hängen geblieben und hat sich durch diesen Regen ausregen können. Und darum ist Europa relativ, Mitteleuropa und im Speziellen Österreich sehr stark betroffen gewesen von dieser Katastrophe. Was war wirklich das Problem? Also ich war damals in Wien, ich habe das gar nicht so mitgekriegt, denn Wien hat die Situation ganz anders. Ich kann mich erinnern, am 1. Mai, das war ein schöner Tag, da sind Maiaufmärsche, 1. Mai war es ja jeder, hunderttausende Leute auf der Straße gewesen und zu dem Zeitpunkt haben die wenigsten Leute gewusst, was eigentlich passiert ist. Ich habe einen Kollegen, der ist Physiker, das ist der Dr. Aaron Wirtaler, der arbeitet für uns ein bisschen zusammen und der war zu der Zeit in seinem Institut an der Uni in Wien. Und der hat sich gewundert, warum die Geigerzähler, wie er aufs Institut gekommen ist, die Geigerzähler verrückt spielen. Und da hat dann sein Professor gesagt, was ist denn da alles los? Die gehen ja alle falsch. Und die sind dann rausgegangen ins Freie und sind draufgekommen, dass draußen die Radioaktivität noch höher war, als im Inneren des Gebäudes, was logisch ist. Und da hat sich dann wirklich herausgestellt, was tatsächlich passiert ist. Mit welchen Auswirkungen? Es ist schon angeklungen, man hat nicht rausgehen dürfen, die Sandkisteln hat man überall ausräumen müssen und hat die Sandkisteln nicht wieder ganz entfernt, dass die Kinder nicht spülen drinnen. Und zwar war das erste Problem, das war nach dem Unfall das radioaktive J131. Das radioaktive J131 hat eine relativ kurze Halbwertszeit, etwa vor acht Tagen. Aber das ist das große Problem. Es gibt andere, es gibt ein zweites Jodistop, zum Beispiel J129, das hat eine Halbwertszeit von über 12 Millionen Jahren. Das gerade in dem Zusammenhang nicht so sehr, weil es eine sehr lange Halbwertszeit hat. Man kann das auch vergleichen mit jemandem, der eine gewisse Munition eingesteckt hat. Wenn er viel schießt, dann streut er viel und schießt viel, aber die Munition ist bald gar. Also kurze Halbwertszeit. Anders ist es bei langlebigen Isotopen. Die sind zwar sehr langlebig und sehr lang da, aber dadurch, dass sie so langlebig sind, scheuen sie weniger. Und darum ist ein ganz wichtiger Aspekt, ist auch die Halbwertszeit von solchen Elementen und das Jod 131, das hat uns eben in den ersten Tagen wirklich zu schaffen gemacht. Und man geht davon aus, dass ein radioaktives Isotop ungefähr die 10-fache Halbwertszeit braucht, bis er von dem Level runtergeschoben ist und man es als unbedenklich einstuft. Und das bei Jod 131 Halbwertszeit 8 Tage mal 10 sind 80 Tage, also fast 3 Monate, wo dieses radioaktive Jod wirklich in erhöhtem Ausmaß und in gefährlichem Ausmaß in unserer Umwelt war. Und das Problem mit dem Jod ist das, dass, was ist wert? Das kann man wieder nicht offen. Weißt du, warum das Jod so ein Problem ist? Rot ist, wer es weiß, und blau ist, wer es nicht weiß. Ist, wie es weiß und blau ist, wie es nicht weiß. Halt sehr ungefähr die Waage. Ich werde es ganz kurz erklären. Da geht es um die Schüttdrüsen. Die Schüttdrüsen sitzen da links und rechts vom Kehlkopf und die produziert jodhältige Enzyme. Das ist das Thyramin und das Thyroxin. Und das braucht eben der Mensch für den Organismus. Und wenn der Organismus das Jod aufnimmt, dann nimmt die Schüttrüsen auch das Jod auf und die Schüttrüsen wird damit belastet. Ich habe gerade ein Time-out-Zeichen bekommen von Herbert. Jod auf und die Schilddrüsen wird damit belastet. Ich habe gerade ein Time-Out-Zeichen bekommen von Herbert. Es gab zu dem Thema Tschernobyl natürlich noch viel zu sagen. Ich möchte euch bitte eines ans Herz legen. Ich habe mit Hubert von Galsen vor ein paar Jahren geredet und gesagt, hat das etwas ausgemacht, diese Katastrophe in Tschernobyl oder in Fukushima? Er hat gesagt, nein. Er hat gesagt, es muss mitten in Österreich oder mitten in Europa was passieren, damit wir endlich munter werden, was diese Technologie alles anrechnen kann. In diesem Sinne finde ich es gut, dass es Leute gibt, die sich damit auseinandersetzen, aber man muss natürlich immer beide Seiten anschauen. Gut, das möchte ich sagen dazu. Ich freue mich schon auf unseren nächsten Vortrag. Er kommt auch von der BOKU, der Universität für Bodenkultur und übergibt das Wort wieder an den Moderator. Dankeschön. Dankeschön Manfred Doppler. Ich soll mich nicht zu sehr in die Nähe der Lautsprecher-GP geben, aber manchmal muss ich hierher kommen, um nachzuschauen, was ich als nächstes frage. Ich leite den nächsten Vortrag wieder mit ein paar Fragen ein. Und ihr richtet euch bitte wieder die Karten. Wie lange dauert es, um ein Atomkraftwerk abzuschalten? Wie lange dauert es, um ein Atomkraftwerk abzuschalten? Rot einige Sekunden, blau einen Tag, gelb fünf Jahre. Wie lange dauert es, ein Atomkraftwerk abzuschalten? Alle bitte, es ist keine Prüfung, außer den Professorinnen und Lehrerinnen, bekommt hier niemand eine Beurteilung. Also hier ist das überwiegende Bild, bleibt noch oben, ich muss das ja kurz durchschauen, das weit überwiegende Bild ist gelb, also die weit überwiegende, bitte, Aufzeigen müsst ihr ja von der Schule gewohnt sein, dann sind relativ viele blau, aber weit überwiegend gelb und nur wenige sind rot. Das ist eine diffizile Frage mit einer ebenso schwierigen Antwort, denn es gibt keine klare Antwort. Ein Scram, eine Schnellabschaltung dauert nur einige Sekunden. Dann liefert das System keine Energie mehr. Aber die Brennstäbe müssen noch einen Tag drinnen bleiben, wo sie sind und dann können sie in ein Abklingbecken und dort müssen sie dann fünf Jahre verharren. Falls ich das jetzt nicht ganz richtig gesagt habe, dann wird mich der nächste Vortrag ausbessern. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich nicht einen skeptischen Blick gesehen habe. Also alle drei Antworten waren im Prinzip richtig, weil man Brennstäbe noch sehr, sehr lange nachkühlen muss. Eine nächste Frage. Wie viele Windräder ersetzen ein Atomkraftwerk? Braucht man dafür 1000 Windräder, jetziger Bauart und Atomkraftwerk, jetziger Bauart? Braucht man 500 oder braucht man etwa 150? 1000 Windräder, jetziger Bauart und Atomkraftwerk, jetziger Bauart. Braucht man 500 oder braucht man etwa 150? Bitte alle Karten heben und ein bisschen oben lassen, dass ich ein Bild gewinne. Hauptsächlich ist hier 500 oben. Ich würde so sagen 70 Prozent 500 und der Rest verteilt sich relativ genau auf 1000 und 150 Jahre. Relativ genau auf 1.150 Jahre. Und die Mehrheit hat recht, etwa 500 Windräder ersetzen ein jetziges Atomkraftwerk. Noch eine Frage zum Preis eines Atomkraftwerks. In Europa wurde in den letzten Jahren, im ehemaligen Westeuropa, in den letzten Jahren wurden nur ganz wenige Atomkraftwerke geöffnet. Eines in Finnland und eines in Frankreich. Beide von den Franzosen gebaut. Wie viele Linzer Stadien, LASK-Stadien, das große Linzer Stadion, könnte man um den Preis eines AKWs, wie es in Frankreich gebaut wurde, Flammauville 3, bauen? 132 solche Stadien, das ist rot, 33, das ist blau oder 237, das ist gelb. Jetzt die Karten heben, kurz oben lassen. Ich mache mir ein Bild. Wenige sind für 33 und etwa die Hälfte der anderen, bisschen überwiegend 132 Stadien und fast so viele 237. Hier liegen die mit 237 richtig, denn tatsächlich hat dieses AKW-Inflammobil 23,7 Milliarden Euro gekostet, statt angekündigter 3,3 Milliarden. Also eine gewaltige Preissteigerung. Und dann noch eine letzte Frage, welchen Anteil des weltweit erzeugten Stromes, welcher Anteil stammt aus Atomkraftwerken? Sind das rot 9%, sind das 2% oder 18%, das ist vorher schon etwas vorgekommen, sind es 9%, 2% oder 18% des Stromanteils, weltweiten Stromanteils. Und beim Strom, hier ist weit überwiegend blau, also 2%, beim Stromanteil sind es tatsächlich 9%, wenn man die Gesamtenergie nimmt, also Kohleverfeuerung und so weiter, dann wären es 2%. Und Stromerzeugung aus Atomkraftwerken ist schon deutlich gesunken, denn am Höchststand waren das schon knapp 18%, das war 1996. Ja, das eine kleine Vorbereitung mit den Fragen auf den folgenden Vortrag. Jetzt wird Markus Drapalik, der ebenfalls vom Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften der Universität für Bodenkultur in Wien kommt, wird jetzt vortragen zum Thema Atomkraft versus Erneuerbare. Markus Drapalik beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Sicherheit der Energiesysteme und der Energiebereitstellungssysteme und er befasst sich insbesondere mit den Schwierigkeiten, die in komplexen Systemen, wie sie Atomkraftwerke darstellen, sind und da wieder mit dem Stichwort Blackout. Das wird euch etwas sagen, wenn plötzlich kein Strom mehr verfügbar ist. Dann sind ganz komplexe Operationen notwendig, um das wieder in Gang zu bringen. Er ist außerdem Experte für Fragen des Strahlenschutzes und passt also extrem gut für unseren nächsten Vortrag. Markus Trapalik, bitte einen kräftigen Applaus. Vielen Dank, ich freue mich sehr, dass ich hier sein kann. Ein paar Worte noch zum Institut, die ich so nachschießen wollte. Prinzipiell, wir haben ja gestartet als quasi das nuklearkritische Institut in Österreich, weil wir es halt auch gebraucht haben. Nach Zwentendorf haben wir quasi diese Kompetenzen mehr oder weniger verloren und irgendwer musste ja trotzdem dieses Wissen haben. Das waren dann halt wir. Und wir haben uns aber seither auch weiterentwickelt und beschäftigen uns generell mit, ich sage mal, dem Oberbegriff Technikfolgenforschung. Also die Frage, welche Folgen hat es, wenn ich eine gewisse Technologie auf eine gewisse Art einsetze, wie kann ich Technology Shaping heißt das im Englischen machen, also wie kann ich die Technologie so formen, dass ich möglichst wenig ungewünschte Folgen habe oder zumindest eine gute Idee habe, welche Folgen ich habe, weil das ist das, woran wir oft scheitern, also Stichwort komplexe Systeme, dass wir einfach auch gar nicht gut vorhersehen können, was bestimmte Dinge im Zusammenspiel entweder mit der Technik rundherum oder den Menschen rundherum eigentlich so tun. Genau. Und wir bemühen uns dabei sehr darum, dass wir alle unsere Argumente auf einer soliden wissenschaftlichen Basis führen und wenn es dann doch mal unklarer wird, das auch relativ klar versuchen zu machen. Das geht bei so einem Vortrag jetzt schlecht, weil ich muss sagen, fast jeder der Einzelnen am Folgen könnte so ein Viertelstunden-Vortrag für sich sein. Ja, darum eher schneller durch. Genau. Worüber möchte ich heute so reden? Ich habe so in grob vier Teile gegliedert. Das eine wäre das Problem mit den Kernkraftwerken, da haben wir eh schon was gehört dazu. Den kurzen Exkurs, warum wir sie gerne trotzdem hätten oder manche sie trotzdem gerne hätten, die Alternativen und die Probleme mit den Alternativen. Da so die Standardfolie, wie funktioniert ein Kernkraftwerk, mal alle kurz irgendwas hochheben, wenn sie das schon kennen. Nein, kurz rot hoch, wenn man es kennt und blau hoch, wenn man es nicht kennt. Das ist zwar fix. Das ist doch ein überwiegendes Kennen. Wunderbar. Für mich eigentlich der zentrale Punkt beim Kernkraftwerk. Ich habe die linke Seite hier mit dem Reaktordruckbehälter, wo die Brennstäbe drinnen sind und das Wasser jetzt wird bla bla bla. Und rechts, der ganze rechte Teil, der überwiegende, unterscheidet sich überhaupt nicht von irgendeinem anderen thermischen Kraftwerk. Also da könnte ich links Kohle verheizen und das Wasser heiß machen, rechts bliebe alles gleich. Also die Magie des Kernkraftwerks spielt sich da nur links ab und das rechts ist genauso wie bei jedem anderen thermischen Kraftwerk. Was auch heißt, es hat exakt dieselben Probleme wie jedes andere thermische Kraftwerk. Dass es zum Beispiel die Wärme hier am Rand irgendwie loswerden muss. Und damit hatten wir schon öfter Probleme, deswegen erwähne ich es mal. Kleiner Überblick, was so weltweit herumsteht, mehr schematisch. Übrigens auch sehr nett, auch wer diesem Link da mal folgen will, dem World Nuclear Report, eine wirklich super gestaltete interaktive Karte. Was ich bei dem immer so auffällig finde, ist einerseits natürlich die geografische Konzentration. Also im Prinzip Europa, USA, Ostland, China und natürlich Japan. Japan dürfen wir nicht vergessen. Aber Südhalbkugel hat so gut wie gar nichts. Also da gibt es auch so eine gewisse Prägung, wer halt Kernkraftwerke baut und wer nicht. Und was wir auch sehen, was man vielleicht nicht so gut lesen kann, weil die Bildqualität leider mies ist, die Orangenkreisel, von denen zum Beispiel in den USA so ein Haufen oben ist, sind Bauprojekte, die aufgegeben wurden. Da sieht man schon, wie viele das wirklich sind. Und die braunen sind die abgeschalteten und die blauen sind im Betrieb. Da muss man dazu sagen, gerade diese abgebrochenen Projekte, das sind halt überwiegend Kostenentscheidungen daran, dass man gesagt hat, wir haben einfach billigere Alternativen und warum soll man es das antun? die Probleme mit der Kernkraft. Ich habe mir vier rausgenommen. Das erste hat der Nikolaus eh schon erklärt, darum gehe ich da jetzt eher schneller drüber. Aber als Physiker mag ich es natürlich auch immer gerne, so ein bisschen die Physik dahinter zu erklären. Wir haben da diese sehr schnelle Folge der echten Kettenreaktion. Da sind wir im Bereich von tausendstel und zehntausendstel Sekunden. Wahnsinnig schwer zu kontrollieren. Und ich habe den winzigen Anteil der Neutronen, also winzig ein Prozent circa, die so eine Sekunde bis eine Minute brauchen, bis sie hineinkommen. Und die verwende ich eigentlich, damit ich mein Kernkraftwerk steuern kann. Also es kommt auf dieses ein Prozent, dieser Verzöger der Neutronen nennt sich das, egal, an, um mein Kernkraftwerk steuern zu können. Und was heißt das? Wenn ich mit meinem Kernkraftwerk ungefähr ein halbes Prozent zu viele Neutronen produziere, das heißt, wenn ich auf 1000 Neutronen 5 zu viel habe, steigt innerhalb von einer Sekunde meine Leistung von 1 Watt, also vermutlich so dieses Ansteckmikro oder so, oder ein Handy-Display, auf 500 Megawatt. Also ein moderat großes Kraftwerk an. Das ist unkontrollierbar. Kein technisches System der Welt kann das kontrollieren. Und deswegen ist es so wichtig, in diesem Bereich dieser verzögerten Neutronen zu bleiben. Und das ist natürlich trotzdem auch technisch herausfordernd, dass man das hinkriegt. Und das Problem haben im Prinzip so ziemlich alle Reaktoren, die heute stehen. Das zweite Problem, die Wärme. Ich habe schon gesagt, es kommen eben Neutronen aus diesen späteren Zerfällen. Und diese späteren Zerfälle, wenn ich zum Beispiel das Uran gespalten habe, ist eins der beiden Produkte dann hier dieses Barium-144. Das zerfällt so, immer weiter. Und bei jedem Zerfall wird wieder Energie freigesetzt. Und Energie freigesetzt heißt praktisch Wärme. Und energiefreigesetzt heißt praktisch Wärme. Und die Wärme muss ich jetzt eben auch, wenn ich jetzt meine Kettenreaktion gestoppt habe, diese Zerfälle finden weiter statt. Und je nachdem wie die Halbwertszeiten sind, halt schneller oder langsamer. Und da sind einige durchaus recht langsame Sachen dabei. Und das hat diesen hübschen exponentiellen Abfall hier zur Folge. Das ist aus irgendeinem Experiment, aber es ist eigentlich völlig egal, die Kurve zeigt halt das, was sie zeigen soll. Wir sehen da unten die Zeitskala als logarithmische Skala, also 10 Sekunden, 100 Sekunden, 1000, 10.000 und so weiter und so fort. Im ersten Moment des Abschaltens geht die Leistung wahnsinnig schnell runter. Im ersten Moment des Abschaltens geht die Leistung wahnsinnig schnell runter. Also ich bin innerhalb der ersten Sekunden oder so im Bereich von 7% oder irgendwo so herum, je nach Reaktor und so weiter. Und dann aber, dass ich auf 1% runterkomme, bin ich schon im Bereich von Stunden. Und dann beim Zehntelprozent bin ich dann schon Tagen, Wochen, Monate, Jahren irgendwann. Und das ist halt der Grund, warum wir zum Beispiel in Fukushima ja noch über fünf Jahre immer weiter Wasser in irgendeiner Weise reinkriegen mussten, um das zu kühlen. Weil dieser Prozess einfach durch die Physik vorgegeben ist und ich ihn nicht verändern kann, egal was ich tue. Und wenn ich es nicht kühle, schmilzt halt das Ganze Ganze zusammen, eventuell steigt dann die Reaktivität und alle möglichen schrecklichen Dinge passieren. Das wollen wir vermeiden. Und genau diese Abwärme ist natürlich auch ein Problem, das ich beim Abfall am Ende habe. Also eine der zwei Schwierigkeiten beim hochaktiven Abfall zumindest. Der produziert Wärme. Die Wärme muss irgendwie berücksichtigt werden, wenn ich mein Lager baue. Das ist nicht mehr super viel Wärme, aber es ist dafür super viel Abfall. Das muss irgendwie gemacht sein. Und was man sich jetzt so überlegt, wenn man ein Endlager errichten möchte, dann schaue ich mir an und sage, okay, da steht mein Lager irgendwo unter der Erde und aus dem Lager könnte jetzt irgendwie radioaktives Material rauskommen. Es geht nicht um die Strahlung selber. Die Strahlung selber, da ist die Erde drumherum, ist völlig egal. Es geht darum, dass ich dieses radioaktive Material habe und das auf irgendeine Weise geologische Aktivität, irgendein Fass geht kaputt, Wasser dringt ein, hatten wir alles schon, ins Grundwasser kommt, ins Erdreich kommt oder irgendwie an die Luft kommt und dann gibt es alle möglichen Modelle, wie ich mir halt durchrechnen kann, wie das zum Menschen kommt, über die Nahrung, übers Einatmen. Und dann macht man diese lustigen Radiotoxiditätsrechnungen, die man da rechts sehen und für uns ist im Wesentlichen die schwarze Kurve jetzt interessant, die halt die oberste auch ist die setzt sich aus verschiedenen Teilen da zusammen und die wird verglichen mit dem natürlichen Uran und dann sagt man, na gut, wenn das abgefallen ist aufs natürliche Uran, weil das ist natürlich, dann passt das schon und das ist irgendwas in der Größenordnung von 10 auf 5, 10 auf 6 Jahren in der Rechnung, also um die 100.000 da halt. Jetzt sagen natürlich genug auch, naja gut, aber natürliches Uran würde ich auch nicht essen, also vielleicht ist die Grenze auch nicht die vernünftigste. Also das muss man dabei auch bedenken. Und auch das geht halt nicht weg, obwohl es lustige Ideen dazu gibt, was man da machen könnte, aber die haben wieder andere Probleme. Das vierte Problem, auch mal kurz angerissen. Ich merke, ich liefere da jetzt immer noch zu den Sachen, die der Nikolaus kurz erklärt hat, die Langversion nach. Nikolaus hat schon gesagt, im Prinzip, wenn ich in der Lage bin, Kernkraftwerke langfristig zu betreiben, bin ich auch in der Lage, Kernwaffen zu bauen. Und zwar warum? Das Uran, das ich mir aus dem Boden hole, und momentan verwenden wir praktisch nur Uran, das wir in irgendeiner Weise aus dem Boden geholt haben, hat diese Isotopenzusammensetzung U235, U238, also spaltbar ist nur das Oran 235 und davon brauche ich eine gewisse Minimalmenge, damit mein Kernkraftwerk funktioniert im Brennstoff drinnen. Und das Anreichern, dass ich dieses Isotop U235, wie das genau funktioniert, ist jetzt gar nicht so wichtig, auf einen höheren Prozentanteil bringe, ist wahnsinnig aufwendig. Das ist, wer es vielleicht gehört hat, diese Zentrifugentechnologie zum Beispiel, wo es darum ging, hat der Iran Zentrifugen und wie viele und wo und überhaupt. Also klar haben sie welche, aber dieser erste Schritt von Natururan auf reaktorfähiges Uran ist wahnsinnig energieaufwendig, wahnsinnig technisch aufwendig. Ich kann aber dann dieselbe Technologie nehmen und komme mit viel weniger Aufwand zu waffenfähigem Uran. Und wenn ich sage waffenfähiges Uran, muss man sagen, das ist, wenn ich mal so hochkonzentriertes Uran da, also Uran 235, habe, bin ich auf dem Niveau, dass die Waffe, die wir da rechts oben sehen, die Little Boy, die auf Hiroshima abgeworfen wurde, das ist ein Waffentyp, der wurde nie getestet. Der war so einfach zu bauen, dass sich die Konstrukteure sicher waren, wir basteln das zusammen, werfen es ab und es wird funktionieren. Und es hat auch funktioniert. Das heißt, auch wenn ich mal genug von diesem hoch angereicherten Uran habe, ist die Waffe bauen tatsächlich sehr einfach. Ich kann es auch mit dem Plutonium machen, dass ich mir aus den Reaktoren rausholen muss. Das wäre quasi die effektivere Waffe, aber auch technisch wesentlich schwieriger. An der Stelle machen wir eine kleine Schätzfrage zwischendurch. Wie viele Kernwaffenexplosionen hat es schon gegeben? Machen wir Rot 2, Gelb 20 und Blau 2000. Ja. Also ich sehe relativ viel Blau und einige Gelbe. Dankeschön. Ja, also richtig ist Blau. Es hat insgesamt 2000 roundabout Kernwaffenexplosionen gegeben. Bis auf zwei alles Tests. Und zum Glück zum guten Teil unterirdisch, aber nicht nur. Und natürlich ist das auch ein gewisser radioaktiver Hintergrund, den wir überall auf der Welt jederzeit messen können. Den wir da als Altlast mit uns herumtragen. Na gut, jetzt wissen wir, was es alles für Probleme gibt. Und dann fragen wir uns, warum tun wir uns das eigentlich alles an? Und ich sehe so, also da kommt jetzt meine persönliche Meinung ehrlich gesagt mit rein. Das kann ich nicht alles mit Studien gut untermauern, oder zumindest nicht direkt. Aber ein Ding ist sicher, dieser Zugang von erst mal ja nichts ändern. Der Vorteil ist, ich kann hergehen und ein fossiles Kraftwerk, Kohle oder Öl, Gas, aus anderen Gründen nicht so sehr, durch ein Kernkraftwerk ersetzen und muss sonst an meinem System rundherum nichts ändern. Das ist natürlich super attraktiv, weil da muss ich nichts ändern, das fühlt sich nicht blöd an. Es gibt eine totale Faszination für die Technologie, vor allem für Staaten, die sie noch nicht haben. Staaten, die sie schon haben, sind nicht mehr so fasziniert meistens. Die einfach zeigen können, wir können das auch, das ist Hightech und wir beherrschen das. Ich meine, es ist 70 Jahre alte Hightech, aber ist egal, wir beherrschen das. Das CO2-Argument, glaube ich, haben wir durchexerziert, da müssen wir jetzt nicht mehr darauf eingehen. Ja, das spielt eine Rolle, das ist ein Argument, das man auch wirklich detaillierter anschauen muss, keine Frage. Es gibt neuerdings dieses Argument mit der Versorgungssicherheit, das mir ja besonders absurd vorkommt, weil der Uranabbau in Europa ist jetzt, sage ich mal, überschaubar, um nicht zu sagen, nicht vorhanden. Sprich, wir importieren das sowieso alles. Also warum dieser Gedanke kommt, wir würden uns damit unabhängiger machen, weiß ich nicht. Zumal auch ein erkläglicher Anteil unseres Kernbrennstoffes aus Russland kommt. Aber es ist ein Argument, das man hört und das scheinbar Leuten auch wichtig ist. Und natürlich, es gibt diesen Wunsch nach billigem Strom. Ja. Den ich grundsätzlich auch verstehe. Klar will man billigen strom haben frankreich schafft das in dem sie es massiv staatlich subventionieren und sonst muss man ehrlich sagen dass sehr viele staaten mittlerweile entschieden haben naja wir lassen es gut sein weil eigentlich die erneuerbaren bauen ist halt billiger also das immer mit Gestehungskosten drunter. Also die einzigen, die da noch argumentieren, sind die, die die bestehenden Kraftwerke weiter betreiben wollen, weil klar, die stehen halt schon da. Die meisten Kosten habe ich ja beim Bau. Nachher der Betrieb ist vergleichsweise billig. Außerdem, solange ich es betreibe, muss ich mich nicht so um den Rückbau bemühen. Das heißt, ich spare ja noch Geld, je länger ich es betreibe, weil ich es nicht abbauen muss. Sind neue Kraftwerke sicherer? Ja, definitiv. Neue Kraftwerke sind deutlich sicherer. Aber es bleiben die langen Bauzeiten, haben wir schon thematisiert. Den Abfall kriegen wir nicht weg. Das Problem mit den Waffen kriegen wir nicht weg. Falls das wer gehört hat, diese SMAs, kleine modulare Reaktoren. Ja, lustige Idee. Vermutlich ökonomisch nicht darstellbar. Also New Scale, das eine Ding, das wir hätte bauen können, wurde nicht gebaut, weil es viel zu teuer war. Und alle anderen moderneren Konzepte kommen meistens über lustige Zeichnungen und Papier einfach nicht hinaus bis jetzt. Also das schaut jetzt auch nicht so aus, als würde da bald was kommen. Und dann kommen wir noch zu dem mit den komplexen Systemen. Also was ich persönlich finde, dass wir vor allem aus Tschernobyl und Fukushima und jetzt auch dem Ukraine-Konflikt gelernt haben, ist, wir können einfach ganz schlecht vorhersehen, was schief geht und es geht immer irgendwas schief. Also jedes technische System geht irgendwann irgendwo kaputt. Der Vorteil ist, wenn ein Windkraftwerk kaputt geht, ist so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass das Ding umfällt. Ist blöd. Wenn das Kernkraftwerk mir um die Ohren fliegt, ist es halt deutlich blöder. Es ist eine reine Illusion, dass wir ein perfekt sicheres System schaffen können. Egal wie sehr wir uns darum bemühen, es hat noch keiner geschafft, es wird niemand schaffen. Das liegt in der Natur der Systeme an sich. Und das wäre für mich allein das, was haben wir gelernt daraus? Irgendwas passiert immer, wir rechnen nicht damit und das Neue ist jetzt eben, wir haben Kernkraftwerke in Kriegsgebieten und darauf sind die definitiv alle nicht ausgelegt. Die Alternativen, da hat die KI für mich gearbeitet und mir ein schönes Bild gemacht. Ja, das ist eh das Offensichtliche, Wasser wie in Sonne, dann gibt es noch ein paar Reste und natürlich reichlich Speicher dazu, weil klar, diese Variabilität ist ein gewisses Problem. Jetzt merke ich, ich bin eigentlich schon am Ende der Zeit. Das ist schlecht. Na gut. damit wir vielleicht kurz Österreichs Ausbaupläne sind, die wurden viel kommuniziert, das kennen wir schon. Also wir wollen ein bisschen mehr ausbauen. Man sieht, Wasser geht nicht mehr wirklich, aber Wind und Sonne halt schon. Da sehen wir auch, beim PV-Ausbau sind wir wahnsinnig erfolgreich. Beim Windausbau, was man da nicht so ganz sieht, weil das bei 24 aufhört, stagnieren wir gerade. Und da sieht man auch so am Verlauf, das ist immer das Problem, immer wenn die Politik gerade unentschlossen ist, wird nichts gebaut. Und wenn wir wieder einen Plan haben, wird eine Zeit viel gebaut. Und wir jetzt sagen, na gut, holen wir mal bei der PV auf, eh super, ist auch super. Aber wir haben da so ein kleines Szenario, sehr vereinfacht gerechnet, war eine nette Diplomarbeit. Und da sehen wir, also bilanziell produzieren wir allen Strom, den wir 2050 brauchen, mit Wasser, Wind und Sonne. Super. Aber wir haben diese berühmte Winterlücke hier, die wir mit Speicher decken müssen. Und die wird halt umso größer, je weniger Windenergie ich drin habe. Die Windenergie produziert halt im Winter am meisten und am wenigsten im Sommer, während PV und Wasser beide im Sommer am meisten produzieren und Wasser haben wir halt schon verdammt viel. Also deswegen selbst ambitionierte Windausprobleme sind meistens, wenn wir sagen, wir wollen wirkliche Unabhängigkeit erreichen, einfach immer noch zu wenig. Erstens, wenn wir sagen, wir wollen wirkliche Unabhängigkeit erreichen, einfach immer noch zu wenig. So, dann gibt es diese gefühlten Probleme mit Alternativen, die man wahrscheinlich hier auch kennt. Landnutzung, Wildtiere, Brandgefahr, Ressourcen, weiß ich was. Da muss man ehrlich sagen, keins dieser Argumente hält wirklich dann bei der genaueren Betrachtung. Manchmal im Einzelfall, klar, aber dann kommen die Projekte eh nicht zustande. Im großen Bild sind das nicht die Probleme. Ein größeres Problem ist die Variabilität. Wie gesagt, das ist das, wo wir den meisten Aufwand investieren müssen, um es in den Griff zu kriegen. Ist aber technisch möglich. Aber ist die Herausforderung, vor der wir sicher jetzt auch stehen, wurscht, ob wir jetzt ein paar Kernkraftwerke bauen oder nicht. Und da wird eben auch eine Herausforderung für alle sein, damit zu leben, dass wir dieses Demand-Side-Management irgendwo brauchen werden. Ich meine, große Industrien tun das eh schon, dass ich sozusagen meinen Verbrauch danach regle, wie viel Strom im Netz angeboten wird. Genau. Da haben wir das eben schon mit den großen geplanten Stromleitungen in Europa. Falls es Ihnen auffällt, da fehlt irgendwie was in der Mitte. Genau. Hier so mein Ding, was sind die echten Probleme mit den Alternativen? Die langen Bauzeiten im Verteilnetzen. Produktionsanlagen selber, Windräder, PV, können wir super schnell errichten. Aber wenn wir sie nicht sehr verteilt errichten, scheitern wir an den Verteilnetzen. Weil die bauen ist ungefähr wie Bahnen ausbauen, so Dekaden. Und wenn es dann keinen politischen Plan gibt, dem alle mitziehen, dauert es halt noch länger. Und das andere ist, diese Veränderung aushalten. Wenn wir jetzt umstellen auf ein dezentrales Stromnetz, das resilienter ist, das emissionsarm ist, heißt das aber auch, dass sich unser Leben verändert. Ich würde behaupten, in vielen Dingen zum Positiven verändert, aber es ist Veränderung und Veränderung aushalten, da sind wir als Menschen aus irgendeinem Grund super schlecht drin. Also ihr vermutlich nicht, weil das ist so die Altersgruppe, die eher die Veränderung möchte und sie gut aushält. Ich schon schlechter und dann weiter hinten raus wird es noch schlimmer. Rein statistisch. Anwesende ausgenommen. Genau. Und die Probleme, die noch im größeren Stil bleiben, auch wieder egal, ob mit oder ohne Kernkraft, wenn unser Energiebedarf immer weiter steigt, da rennen wir so und so nicht. Wurscht, was wir tun. Das können wir uns einfach nicht mehr leisten. So, dankeschön. Ja, danke Markus Trabalik auch für deine Bemerkung, dass man in höheren Alterveränderungen schlechter aushält, das trifft mich ganz besonders, denn wir hatten heute aufgrund verkehrstechnischer Probleme, sind wir erst ganz kurz vorher angekommen und Nikolaus Müllner wurde erst gestern, ist gestern eingesprungen für Helga Gromp-Kolb, das habe ich gesagt, damit wir die Veranstaltung machen können. Und das hat dazu geführt, dass es am Anfang etwas hektisch war und ich vergessen habe, dazu zu sagen, dass bei Fragen jede Person eine Frage stellen soll. Jetzt habe ich den Kollegen hinten dann etwas rüde unterbrechen müssen. Das müsst ihr entschuldigen. Das ist der Hektik geschuldet und einfach der mangelnden Flexibilität in hohem Alter. Jetzt kommen wir noch zur Fragerunde an Markus Drabalik. Bitte auch gerne wieder kritische Fragen. Wer hat eine Frage? Da ist schon ein Kollege. Da ist ein Kollege, der noch nicht gefragt hat. Ich nehme mir ein Mikrofon. Mikrofon Nummer eins. Bitte eine Frage. Also Sie haben gesagt, dass wenn wir nur mehr auf Alternativen sitzen müssen, müssen wir mit Veränderungen rechnen, aber genau gesagt haben, Sie haben leider nicht genau gesagt, was für Veränderungen das sein könnten, ob Sie da nochmal kurz drauf eingehen könnten. Ja, freilich. Also ich habe es ein bisschen angeschnitten. Das ist das, was sich jetzt auch schon entwickelt. Wir sehen, wir haben diese Variableproduktion und damit müssen wir halt irgendwie umgehen. Da gibt es verschiedene Varianten, wie man damit umgehen kann. Das Demand-Side-Management habe ich genannt, das wäre so das Typische. Ich habe zu Hause eine Wärmepumpe und ich steuere nicht selber, wann die einschaltet, sondern vom Netz kommt das Signal. Wir haben viel Strom, Strom ist super billig, jetzt schaltet sich meine Wärmepumpe ein. Heißt aber auch, dass meine Raumtemperatur halt nicht mehr präzise, keine Ahnung, 21 Grad ist, sondern halt zwischen 20 und 22 schwankt. Das ist halt eine Veränderung. Ist das schlimm, muss jeder für sich entscheiden, kann ich nicht sagen. Also Studien sagen, es ist nicht schlimm, da gibt es tatsächlich relativ viel dazu, aber es ist eine individuelle Geschichte. Anderes Beispiel wäre bidirektionales Laden. Wenn ich ein Elektroauto habe, schleppe ich einen gigantischen Akku mit mir herum. Meistens deutlich mehr, als ich nämlich in jedem Haus stehen habe. Oder zumindest in der Größenordnung. Das heißt, wenn ich den als Speicher verwende, ist das super. Noch besser ist es, wenn ich den Speicher dem Netz zur Verfügung stelle und sage, in mein Auto kann quasi Strom, solange es angesteckt ist, rein und raus gespeichert werden, je nachdem, wie es das Netz gerade braucht. Aber ich habe dann in der Früh halt vielleicht nur den halbvollen Akku, nachdem es angesteckt war. Wenn ich eh nur 30 Kilometer in die Arbeit fahren will damit oder so, ist es auch völlig wurscht. Aber das sind Veränderungen, das sind wir nicht mehr gewohnt. Das sind wir nicht gewohnt, das ist eine Veränderung unseres Lebensalltags plötzlich. Und das ist etwas, was Leuten zumindest unangenehm ist. Um nicht zu sagen, in manchen Dingen natürlich auch Angst macht, weil es ein Gefühl von Kontrollverlust erzeugt, auch wenn der de facto nicht da ist. Weil ich kann ja bis jetzt immer noch selber darüber entscheiden. Aber es fühlt sich schnell so an. Und das ist etwas, mit dem wir auch wirklich erst klarkommen müssen. Das sind nur Beispiele. Also das kann man sehr weit ausbreiten. Weitere Fragen? Dein Kollege in Rot, der hat noch nicht gefragt. Ich kann da ein bisschen rein. Und ihr gebt bitte das Mikrofon da weiter. Bitte, danke. Eine Frage. Wie viel verdient man mit so einem Atomkraftwerk, also die, die was gebaut haben? Das ist gar nicht so leicht zu sagen, weil es sehr, sehr unterschiedlich ist. Also es gibt, glaube ich, in Europa kein Kernkraftwerk, das am freien Markt funktioniert. Die sind alle entweder mit staatlicher Förderung gebaut worden oder haben Verträge, dass sie einen bestimmien hat einen Einspeisetarif auf 20 Jahre garantiert, der je nach Marktlage 50 bis 100 Prozent über dem Einspeisetarif von Erneuerbaren liegt zum Beispiel. Also die ganzen abbezahlten Kernkraftwerke sind wohl ein ganz gutes Geschäft. Abbezahlte Wasserkraftwerke auch. Also grundsätzlich alles, wo ich die Investkosten bei so Großprojekten drinnen habe, das zahlt sich eigentlich immer aus. Überhaupt, wenn der Staat noch einen Teil der Kosten übernommen hat. Also die sind ein gutes Geschäft, kommen ja auch aus einer Zeit, die meisten sind ja uralt, kommen aus einer Zeit, wo das eigentlich auch die Idee war, dass der Staat für solche Grundbedürfnisse verantwortlich ist wie Strom und deswegen da massiv reingesprungen ist. Der ganze Shift in Richtung Privatisierung, neoliberale Grundhaltung und so ist ja relativ jung. Darum hat das mit der Privatisierung da auch manchen Betreibern richtig viel Geld reingebracht. Aber konkrete Zahlen könnte ich jetzt nicht sagen. Ja, und wenn ich da kurz etwas dazu sagen darf, die beiden großen Atomstromnationen in Westeuropa, also Tschechien und Frankreich, verstaatlichen ihre Atomkraftwerkskonzerne gerade wieder. In Frankreich ist es schon verstaatlicht, in Tschechien glaube ich jetzt zu 80% in staatlicher Hand, denn wenn es darum geht, wieder die alten Atomkraftwerke abzuschalten, dass die vom Netz genommen werden müssen, dann entstehen riesige Kosten und die soll jetzt wieder die Öffentlichkeit tragen. Weitere Fragen bitte? Wer hat noch nicht? Habt ihr beide schon? Hat noch jemand keine Frage gestellt, der eine stellen möchte? Dann bitte. Bezogen auf die Präsentation als Kompliment, aber bezogen auf Ihr PowerPoint haben Sie das Landschaftsbild als nicht echtes Argument betitelt. Das ist aber eigentlich Bullshit, weil große Metalldinge einfach scheiße in der Landschaft ausschauen. Das ist halt so. Also ich glaube, da sind wir uns alle einig. Das ist einfach... Nein, ich glaube, das ist der Punkt. Wir sind uns nicht alle einig. Das ist der große Punkt, dass wir uns nicht alle einig sind. Ich rede auch schön. Mich stören Sie nicht. Das ist der große Punkt, dass wir uns nicht alle einig sind. Mich stören Sie nicht. Das ist der Punkt. Die Frage ist nicht, ob ich Sie schön finde. Die Frage ist, stören Sie mich so sehr, dass mir die Gefahr eines Kernkraftwerks oder die Umweltverschmutzung durch kalorische Kraftwerke das wert ist. Es ist ja eine Abwägung. Wir können ja nicht sagen, wir verbrauchen plötzlich keinen Strom mehr. Das wird hoffentlich nicht passieren, weil das fände ich nicht schön. Sondern die Frage ist, wie können wir mit minimalem Schaden den Strom bereitstellen, den wir brauchen? Und da muss ich sagen, kann ich mit der Landschaftsbildveränderung leben? Auch nicht überall. Das ist natürlich auch der Punkt. Ich muss mir schon überlegen, will ich das überall haben? Will ich Zonen haben, wo ich es nicht habe? Wie ist es mit der Sichtbarkeit? Das machen wir ja heute schon. Wenn wir heute irgendwo Windkraftwerke errichtet werden, wird ja vorher angeschaut, wo sind die sichtbar, wie verändert das das Bild? Aber mich persönlich stört es überhaupt nicht, muss ich ehrlich sagen. Und das ist aber der Punkt, das ist eine persönliche Geschichte. Da gibt es keine wissenschaftliche Basis dafür zu sagen, die sind schier. Wie denn? Das macht ja keinen Sinn. Und ich würde sagen, nein, wir sind uns da nicht, da sind wir uns eben nicht alle einig. Und was wir auch noch sehen, die Wahrnehmung verändert sich massiv, je mehr Windräder in der Nähe stehen. Also in Gegenden, wo viele Windräder stehen, werden sie viel weniger als Störung wahrgenommen, als Gegenden, wo keine stehen. Da gibt es Statistiken. Noch jemand Neuer eine Frage? Nein, dann bitte sitzen bleiben. Eine Frage. Vielleicht ist Atomenergie ein bisschen missverstanden. Wie Sie das in der Präsentation umgebracht haben, ist das nur eine weitere Stromerzeugungsmöglichkeit. Ein kleines bisschen im momentanen Strommix. Aber Sie sollten sich vorstellen, wenn wir 100% des Stromes ersetzen durch Atomstrom, dann hätte man kein Problem der modernen Welt. Die Straße von Hormuz war nur ein Pipe Dream von Donald Trump. Der Iran hätte kein... Ich habe es verstanden. Wir haben relativ wenig Zeit. Ich werde schnell darauf antworten. Kurze Frage, lange Antwort. Das eine ist, wir würden eine Abhängigkeit mit der anderen tauschen. Das ist das, was ich vorher schon gesagt habe. Die Anzahl der Uran-bereitstellenden Staaten ist sehr überschaubar. Die Technologie für eine nukleare Kreislaufwirtschaft gibt es einfach nicht. Also sie ist nicht technisch unmöglich, aber sie existiert nicht. Nichts von dem könnte man in Ansätzen in der notwendigen Zeit bewerkstelligen. Und da ist sich die gesamte Nuklearindustrie vollkommen einig. Also ich meine, sie ist unglücklich darüber, aber sie ist sich einig. Es ist nicht die Frage. Und also ich muss ehrlich sagen, die Welt, in dem jeder Staat auf der Welt Zugriff auf große Mengen Uran und Plutonium hat und damit Waffen bauen kann, das mag ich mir nicht vorstellen. Das ist wirklich kein schöner Gedanke. Und nein, es lässt sich nicht vermeiden. Das ist der Technologie eingeschrieben. Danke. Eine Frage, die Frage wurde beantwortet und wir sind am Ende der Zeit und spenden Markus Trapalik für diese interessanten Ausführungen. Ein kleines Gastgeschenk von uns. Für alle, die hier anwesend waren. Lokaltypische Freistädter Gastgeschenke. Für alle Anwesenden, die die Veranstaltung weiter empfehlen möchten, sie ist auf DorfTV nachzusehen. Also wird auf DorfTV übertragen, dort im Programm zu sehen. zu sehen. Ich danke zum Schluss euch allen, die sich eingebracht haben, die hier gut mitgemacht haben. Bleibt kritisch, stellt kritische Fragen, beschäftigt euch mit eurer Zukunft. Dankeschön, noch einmal ein gegenseitiger Applaus für alle.