Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Die Sendung wurde live vom hr untertitelt. Auch jene, die uns online im Stream begleiten. Im Jahre 1626 wohnte in diesen Räumen der Mathematiker, Physiker und Astronom, der kaiserliche Mathematiker Johannes Kepler. Das Jahr 1626 markiert aber auch das Jahr der Bauernkriege. Und den heutigen Abend nehmen wir als Auftakt einer großen gemeinsamen Veranstaltungsreihe, wo der Kepfler Salon hinausgeht aus der historischen Städte, aus dem Raum hier in Linz, in der Rathausgasse, hinaus in die Region in einer Kooperation mit der kommunale Oberösterreich. Mut zur Veränderung. Die Themen sind die Geschichte, ihre Deutung und die aktuelle Relevanz für unsere Gegenwart. Am Start, eingebettet in die Kommunale, ist aber auch eine Ausstellung am Schlossmuseum in Linz unter dem Titel Bauernkrieg 1626 zwischen Geschichte und Fiktion. Ich darf an dieser Stelle sehr herzlich begrüßen die Kulturdirektorin des Landes Oberösterreich, Margot Nassal, den Kurator der Ausstellung im Schlossmuseum, Konstantin Ferihumer und den Projektleiter Martin Honzig. Ein herzliches Willkommen hier im Kettler-Saal. Noch vorweg ein bisschen etwas Biografisches zu den Personen. Margot Nassal ist Absolventin des United World College of the Atlantic in Wales, hat dann zunächst das Studium der Rechtswissenschaften mit Fokus Völker- und Europarecht in Linz und Straßburg absolviert, war beruflich dann an der Universität Linz im Energie- und Verwaltungsrecht tätig und leitet nun seit 2020 die Direktion Kultur und Gesellschaft sowie die Abteilung Kultur im Amt der oberösterreichischen Landesregierung. Ein Applaus noch einmal für Margot. Ein Applaus nochmal für Margot. Konstantin Ferryhumer studierte Politikwissenschaft an der Universität Wien, war Mitarbeiter am Institut Kunstsammlung und Archiv der Universität für angewandte Kunst in Wien, Provenienzforscher und Redakteur für das Lexikon der österreichischen Provenienzforschung. 2024 dann Promotion an der Universität Wien mit der Dissertation, und da möchte ich den Titel nennen, Erinnerungsmacht zur vergangenheitspolitischen Analyse der Arisierung der Wiener Uhren- und Juwelenbranche, mit der auch mit dem Herbert-Steiner-Preis 2024 ausgezeichnet wurde. 2024 ausgezeichnet wurde. Seit 2025 ist Konstantin Ferryhumer Kurator der Oberösterreichischen Landeskultur GmbH. Herzlich willkommen Konstantin. Und an meiner Seite begrüße ich Martin Honzig, Künstler, Kurator und Kulturmanager. Martin Honzig studierte experimentelle visuelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz und Kulturmanagement in Salzburg. Viele Jahre war Co-Managing Director des Ars Electronica Festivals sowie des Prix Ars Electronica und zuletzt Chief Curator der Ars Electronica, danach CEO von Festival X in Dubai und ist nun Leiter der Kommunale Oberösterreich 26 sowie Kurator für künstlerische Projekte in der Abteilung Kultur des Landes Oberösterreich. Lieber Martin, herzlich willkommen und ich möchte eigentlich mit dir, Margot, beginnen. Liebe Margot, ich bitte dich uns uns einen kurzen Überblick zu geben, was die kommunale ist, beziehungsweise die Genese noch einmal zu schildern, wie diese Entwicklung war, von der Landesausstellung hin zu zwei sehr innovativen Formaten, die ganz maßgeblich auch von dir geprägt wurden und dass du uns da einen kurzen Intro gibst, bitte. Liebe Cornelia, vielen herzlichen Dank für die Einladung in diesen auch bemerkenswerten Raum, in den Kepler-Salon. Geschätzte Damen und Herren, einen schönen guten Abend. Wir freuen uns, dass wir auch mit diesem Format, mit der Kommunale, jetzt hier zu Gast sein dürfen. Ein relativ junges Format, wenn wir an Kepler denken und 400 Jahre zurückreisen. Relativ junges Format, was bedeutet das? Wir haben als Land Oberösterreich 2020 ein neues Kulturleitbild beschlossen, also die Gremien haben ein neues Kulturleitbild beschlossen, es wurde bei uns im Haus erarbeitet und darin ist der Auftrag an uns als Kulturabteilung gestanden, dass wir das Format der Landesausstellungen weiterentwickeln sollen. Ich nehme an, die meisten von Ihnen hier im Raum kennen das Format der Landesausstellungen, waren vermutlich auch bei vielen zu Gast und haben dieses Format kennen und schätzen gelernt. Und es war dann an der Zeit, dass man es weiterentwickelt, weil die Formate irgendwann einmal in die Jahre gekommen waren und sozusagen diese jahrzehntelange teilweise Zusage von Themen, von Formaten war dann nicht mehr ganz zeitgemäß und sozusagen die Gremien haben uns beauftragt, dieses Format neu zu denken. Herausgekommen sind dann zwei Formate, einerseits die kommunale, andererseits die Kulturexpo und jetzt im Jahr 2026 findet schon die dritte Kommunale in der dritten Auflage statt. Die ersten beiden waren durchaus zu etwas schwierigeren Zeiten. Wir alle erinnern uns an die beginnenden 2020er Jahre, also 2022 ebenfalls zu einem Jubiläum. Damals der Stadt Everting hat die erste Kommunale stattgef gefunden. 2023 dann Peuerbach, Georg von Peuerbach, ein Gefährte von Keppler, möchte man meinen. Also da waren wir in der Stadt Peuerbach zu Gast mit der zweiten Auflage. Jetzt, wie gesagt, die dritte Auflage zu einem ebenfalls landesgeschichtlich bedeutenden Thema. Wir stellen aber nicht immer ausschließlich Landesgeschichte in den Fokus. Es sind auch Persönlichkeiten bei diesen Formaten, deren wir uns widmen. Anton Bruckner war im Fokus der ersten Kulturexpo 2024, das große Jubiläumsjahr, das Sie sicherlich auch mitverfolgt haben. Und jetzt eben das Thema Bauernkrieg 1626. Und wir werden heute Abend sicher noch viel Gelegenheit haben, warum gerade ein großes Thema aus 1626, was macht es mit uns, warum widmen wir uns da dieser Geschichte, was hat es mit dem Hier und wir insofern in die Gegenwart und in die Zukunft, als wir natürlich auch Ausstellungsanteile daran haben. Deswegen auch das Projekt im Linzer Schloss, in der Landeskultur GmbH, die uns dankenswerterweise immer die Expertise zur Verfügung stellen, aber auch in vielen anderen Formaten, die jetzt ganz stark in den Fokus rücken. Wir denken die Zeitkultur dazu, wir wollen die Gemeinden stark einbinden, wir wollen die Künstlerinnen und Künstler ganz stark mitbeteiligen und viele weitere engagierte Persönlichkeiten, die wir in diese neuen Formate integrieren wollen, das werden wir heute auch noch sehen, was wir da bei der Kommunale 2026 ins Programm mit aufnehmen. Das ist der wesentliche Unterschied zum bisherigen Format der Landesausstellung. Ganz kurz noch ein Satz zum Unterschied der Kommunale und der Kulturexpo. Manche meinen sozusagen, das ist das kleine und das große Format. Wir wollen das jetzt nicht so differenzieren zwischen klein und groß. Die ersten beiden Kommunalen haben bekanntlich an einem Standort stattgefunden. Die jetzige Kommunale ist halt aufgrund der Geschichte bedingt an den Schauplätzen des Bauernkriegs 1626. Deswegen zieht es sich durchaus breiter durchs Land Oberösterreich. Die Kulturexpo im Unterschied dazu ist etwas vielschichtiger gedacht. Wir haben viele Projektpartnerinnen bei der Kulturexpo 2024 gehabt, hat aber auch einen starken internationalen Fokus. Sie haben es vielleicht mitbekommen, wir waren über die Kulturforen im Ausland präsent. Wir haben auch internationale Partnerinnen und Partner gewinnen können. Und auch die nächste Kulturexpo 2027, die schon in Vorbereitung ist zum Thema Kulturerbe, Welterbe der UNESCO-Kommission, mit der wir hier in Beziehung stehen, widmet sich einfach auch dieser internationalen Perspektive, weil Sie wissen ja alle, Kultur endet nicht an den Landesgrenzen, sondern hat natürlich immer ganz stark auch den Blick in das Internationale. Und deswegen haben wir einfach auch dieses Format geschaffen, dass wir hier ganz stark auch in die Welt hinein blicken und mit der Welt in Beziehung stehen können und deswegen auch dieses internationale Format der Kulturexpo. Kommunale, daher auch der Titel, eher regional, eher in der Region beheimatet, Kulturexpo ein großer, starker, auch internationaler Fokus. Vielen Dank, dann möchte ich dich Martin bitten, dass du uns da gleich tiefer eintauchen lässt in die kommunale 2026. uns da gleich tiefer eintauchen lässt in die Kommunale 2026? Ja, sehr gerne. Ich habe eine kleine Präsentation mitgenommen. Also die Kommunale, also auch mal von meiner Seite einen wunderbaren schönen Abend. Danke, dass Sie sich durch das Inferno da draußen zu uns begeben haben. Ich hoffe, es hat sich ausgezahlt am Ende dieses Abends und dieses Tages. Die Kommunale wird oder hat bereits begonnen, nämlich eigentlich Mitte April schon, mit einer Abendveranstaltung im Ursulinen-Saal. In Wirklichkeit hat die Kommunale ja schon letzten Dezember in Ottenseheim begonnen und zwar jetzt gar nicht initiiert von uns, von der Abteilung Kultur, sondern eigentlich initiiert von diesem natürlich generierten Interesse, das auf so interessante Art und Weise diesem geschichtlichen Ereignis vor 400 Jahren in der heutigen Gegenwart noch immer entgegengebracht wird. Und sie wird laufen dann bis November 2026. Vorweg, wir stehen jetzt eigentlich ein paar Tage davor, dass es dann in Lemberg losgeht, beziehungsweise in Lemberg draußen in der Region losgeht. Dementsprechend sind die Nerven bei uns schon relativ angespannt und die Vorbereitungen laufen ganz intensiv. Wir sind aber sehr zuversichtlich vorweg. Bitte, nächstes Slide. Können wir jetzt überspringen, das hat die Margot Nassal schon erwähnt. Ein paar Facts und Figures, bevor wir ins Inhaltliche gehen. Wir sind jetzt bei 27 Tendenz Plus Spielorte und Spielstätten. 27 Tendenz Plus Spielorte und Spielstätten. Der aktuelle Stand aktiver TeilnehmerInnen, die Programm machen, liegt bei den 240 Personen jetzt. Es gab einen Projektcall, eine öffentliche Ausschreibung, das ist eh üblich, wenn es um Landesprojekte geht. Da gab es eine Jury, die hat acht Siegerprojekte ausgewählt und dann aber später in der Betrachtung des Themas und in der Reflexion dessen, was eingereicht worden ist, hauptsächlich aus Oberösterreich, sind wir jetzt auf einer Rate von 40 Projekten, die sozusagen mit dem Thema auseinandersetzen und jetzt bei uns 40 Prozent umgesetzt werden. Wir haben, das steht da jetzt nicht drauf, circa 130 Projekte vor der Nase, die wir umsetzen. Und 130 Projekte, die in sich ganz grundverschieden sind, weil unser Auftrag dieser Kommunale nicht ist, jetzt Geschichte für Geschichtsinteressierte zu machen, sondern eigentlich diese Geschichte einerseits so aufzubereiten und zu übersetzen, dass sie, ob der interessanten Relevanz bis ins Jetzt eigentlich die ganze Gesellschaft adressiert. Das ist ein bisschen die Kunst dabei und auch die Krux dabei. Und wir haben natürlich ein sehr ambitioniertes Schulvermittlungsprogramm, wo wir in die Schulen gehen. Da werden wir dann später noch mehr hören. wo wir in die Schulen gehen, da werden wir dann später noch mehr hören. Aber bis zum Beginn der Kommunale waren unsere Kolleginnen und Kollegen schon in 60 Schulen Oberösterreichs, was bemerkenswert ist. Und jetzt geht das Ganze nur ein halbes Jahr. Das hier kurz zur Karte. Wir sprechen von Mutorten, da unterscheiden wir zwischen Themenorten und Impulsorten. Mutorte sind alle Orte, die auf der einen Seite geschichtliche Relevanz haben und da sieht man einfach auch, dass dieses Phänomen 1626 fast keinen Ort in Oberösterreich auslassen hat. Also man sieht es ja einfach auch dann daran, dass es ja eine unzählige Menge von Flurdenkmälern überall durchs Land ist. Ich glaube auch über 40 gibt es da. melden, überall durchs Land. Ich glaube auch über 40 gibt es da. Wir hätten gar nicht alle Gemeinden mit reinnehmen können, haben uns dann entschlossen, dass wir mit Gemeinden kollaborieren und Kollaboration ist eine ganz, ganz wichtige Attitüde, die ohnehin wegen dem Anlass und nicht wegen der Motivation von uns Programme gemacht hätten. Und mit denen haben uns wir sozusagen kollaborativ in Beziehung gesetzt und miteinander dann versucht, ein Programm zu entwickeln. Wenn Sie da auf der Seite an den Grenzen von Oberösterreich schauen, Pinzdorf, Wolfseg, Mut zur Zukunft, Mut zum Lautsein, das ist alles eigentlich ein Ergebnis von einer Frage, einer Aufgabe, einer Hausübung, die wir bei unseren Besuchen da draußen in den Gemeinden eigentlich gestellt haben. Wir haben gesagt, okay, Mut ist sozusagen der Header, die Überschrift unserer Kampagne. Aber sucht euch ihr für eure Community, für eure Gemeinde, für eure Kommune eigentlich einen eigenen Titel aus? für eure Gemeinde, für eure Kommune eigentlich einen eigenen Titel aus? Also was ist eure Antwort auf das Thema Bauern und Krieg, wo Krieg uns ohnehin gerade um die Ohren fliegt? Das wird plötzlich en vogue, dieses Wort zu verwenden. Und mit Bauern am Ende des Tages eigentlich keine Gruppe, sondern eigentlich eher an Konflikt adressiert, weil man einfach nur den Querschnitt der Bauern- und Bäuerinnenschaft in Oberösterreich betrachtet, vom Everdinger Becken, wo Industrialisierung und Hightech sozusagen unterwegs ist, bis ins Müllviertel oder ins Hausrückviertel, wo Nebenerwerbsbauern eigentlich die paar Hektar, die sie geerbt haben, einfach nur bewirtschaften. Das ist keine Gruppe mehr. Das ist keine Gruppe mehr. Mut ist dann am Ende des Tages das verbindende Glied oder beziehungsweise diese Attitüde, wo wir uns gedacht haben, okay, das ist eine schöne Brücke, wie wir 400 Jahre in Verbindung, also 400 Jahre sozusagen, also 1626 mit 2026 in Verbindung bringen können. Nächstes bitte. Weiter. in Verbindung bringen können. Nächstes bitte. Weiter. Sie haben es hoffentlich oder sicher schon gesehen, man kann dem Ganzen eh nicht mehr ausweichen. Ich kriege jedes Mal einen leichten Herzinfarkt, wenn ich durch die Stadt durchfahre. Da denkt man, oh Gott, jetzt müssen wir es wirklich machen. Wir spielen einfach auch wirklich sehr mit diesen zwei Zeiten. Versuchen 2026 mit 1626 in Verbindung bringen und was am Anfang fast der Ding der Unmöglichkeit gewesen ist, hat sich dann aber später bei genauer Betrachtung eigentlich als fantastischen Zugang entwickelt, nämlich vergleichen wir bitte weiter, diese zwei Zeiten 1626 und 2026 kann man sagen, egal ob man jetzt das eine oder das andere ausblendet, wir befinden uns in Zeiten ziemlich überdimensionaler Transformationen. Es gibt soziale Spannungen, es gibt wirtschaftliche Spannungen auf globaler, europäischer, nationaler Sicht. Es gibt politische Spannungen. Wir haben überall um uns herum, glücklicherweise nur um uns herum, kriegerische Konflikte. Es gibt religiöse Spannungen und wir sind natürlich in einer riesengroßen klimatischen Transformation, die am Ende des Tages in ihrer Omnipräsenz alles andere einfach beeinflusst. Das sind Dinge, die 1626 und da wirst du uns dann vielleicht auch noch ein bisschen mehr sagen, frappante, gleiche Aspekte gewesen sind, warum eine Gesellschaft, wie man auf Oberösterreichisch sagt, geert worden ist. Warum eine Gesellschaft, damals eben die über 90 Prozent Bauern und Bürgerinnen dieses Leid nicht mehr ausgeholt haben und eher ein Leben riskiert haben und am Ende des Tages sozusagen verloren haben. Bitte weiter. Wie ich zuerst schon gesagt habe, also die Komplexität dieses Titels hat uns dann am Ende des Tages zu dem gebracht, dass wir eigentlich eine beidseitige Übersetzung machen wollten, nämlich auf der einen Seite dieses Phänomen 1626 so zu übersetzen, dass es eine ganze Generation versteht oder dass es sozusagen interessant wird für alle Generationen, für die gesamte Gesellschaft. Und auf der anderen Seite aber auch diese Plattitüde eigentlich, mittlerweile schon, wenn man sich die menschliche Geschichte betrachtet, den Versuch abermals zu starten aus den Fehlern, aus den Bedingungen der Vorzeit, der Vergangenheit, als aufgeklärte, moderne Gesellschaft im 21. Jahrhundert lebend unter Anführungszeichen, aus den Fehlern des damals einfach zu lernen. Es geht also um Geschichte lesen, es geht um die Geschichte und Geschichten zu erzählen, es geht darum, Geschichte zu erleben und es von konsumierenden Menschen zu Akteurinnen zu machen. Und mit Mut haben wir uns die Frage gestellt, was ist denn Mut im 21. Jahrhundert? Was brauchen wir denn als Gesellschaft an Mut? Eben nicht die heroischen Einzelaktionen und schon gar keine kriegerischen Akte, sondern, bitte, wir brauchen Mut zur kollektiven Kraft, Mut zum gemeinsamen, Mut uns gegenseitig als Gesellschaft, in einer demokratischen, offenen Gesellschaft uns besser aushalten zu können, uns nicht provozalten zu können, uns nicht provoziert zu fühlen von dem, dass andere andere Meinungen haben, sondern uns bereichert zu fühlen. Das ist eigentlich so, wenn man sich ein bisschen daran erinnert, die Attitude von demokratischem Zusammenleben, was gerade so fahrlässig aufs Spiel gesetzt wird. Die Kunst des Zusammenlebens in unserem konkreten Kulturauftrag ist aber auch, den Beweis anzutreten, Volkskultur und Tradition mit Innovation, Zeitgeist und moderner künstlerischer Interpretation in Verbindung bringen. Wir sind da natürlich nicht die Ersten in Oberösterreich, da gibt es fantastische Formate wie das Festival der Regionen, aber es ist trotzdem so, dass es halt sozusagen einfach eine Lanze dafür bricht, für eine Kulturdefinition in diesem Land Oberösterreich, die sich halt einfach nicht im Ansatz definieren lässt. Es bleibt dabei, dass, und das habe ich auch erlebt jetzt beim Bereisen dieses Landes, dass einfach das wirklich Fantastische an dem Land das ist, dass wir von Dorf zu Dorf, von Mordgemeinde zu Mordgemeinde in sich irrsinnig verschieden sind, obwohl wir eigentlich gleich sind. Also die Kulturbegrifflichkeit lässt sich jetzt nicht auf einen Punkt, auf eine Spitze definieren, sondern die Vielfalt, die Diversität, das ist das, was wir sind. Das mögen manche nicht gern hören, aber am Ende des Tages ist das sozusagen der große Vorteil, den wir in diesem Land auf jeden Fall damit haben. Bitte. Es geht also um Gedenken, denn man darf jetzt nicht vergessen, ein Festival oder Festival ist es oder ist es nicht, so einen großen Kulturevent zu machen und eine riesengroße Sausei irgendwie zu veranstalten, das wäre vor dem Hintergrund dieses tragischen Vorfalls eigentlich absolut vermessen. Trotz alledem geht es schon auch darum, weil man jetzt im Jetzt ist, dass man den Menschen, die sich in ihre Blasen seit Corona schon angesprochen, immer mehr zurückgezogen haben und mittlerweile auch glauben, dass diese Blasen die große weite Welt ist, einfach auch zeigt, dass über gemeinschaftliches Erleben eigentlich der gemeinsame Horizont gestaltet werden kann und die Dinge sich einfach auch wieder relativieren und nicht nur über unsere Vermittlung, Mut hoch 3, sondern unser Schulprogramm, sondern halt einfach auch, um dieses Paradigma zu brechen, dass man einfach im dunklen Auditorium sitzt und sich besäuseln lässt und dann beim Rausgehen irgendwie bei einer Zigarette und beim Achtal Wein kritisch oder nicht kritisch ist, sondern die Menschen einfach zu Gestalterinnen zu machen, zu kollaborativen Gestalterinnen zu machen, etwas zu tun miteinander, ist sozusagen in der DNA sämtlicher Programme von uns drinnen. Weil man da dann einfach wieder erlebt, was für fantastisches Potenzial die menschliche Natur eigentlich hat, wenn wir uns zuwenden, wenn wir uns öffnen und wenn wir uns an dem Verschiedenen, an dem Anderen eigentlich bereichern und nicht provoziert sehen. Und so entstand dann ein ganz interessantes Profil. Die Methode der Kommunale ist eben nicht, wenn ich es jetzt wieder mit dem Festival der Regionen vergleiche, sie singulär hinzustellen, eine Veranstaltung zu machen und die dann durchzuführen, sondern unsere Attitüde war das, dass wir in diese Gemeinden rausgegangen sind und gefragt haben, was ist eigentlich, wo sind die Automatismen, die kulturellen bei euch? Wo gehen eure Leute automatisch auf den Marktplatz, sitzen sie nieder, trinken die halbe Bier oder das Seiterlbier, das Händl oder das Kotelett, schmeißen sie in die Tracht oder auch nicht, marscheln sie auf und gehen dann wieder heim. Und das waren dann diese Festivitäten, diese Events, diese Veranstaltungen, wo uns wir zum immanenten Faktor gemacht haben, versucht haben, um dann gemeinsam mit den Gemeinden, also mit entwickelnden Programmen von gemeinnützigen Kulturarbeiterinnen, die teilweise zwei, drei Berufe haben, die sich am Abend zusammensitzen, in den Gemeinden total verschieden sind und da ein Kultur- und Kunstprogramm machen. Das haben wir kombiniert mit Künstler und Künstlerinnen, eben hauptsächlich aus dem Call. Und wir meinen, dass die eine oder andere sehr originelle, sehr sinnige, sehr nachhaltige Paarung entstanden ist, die im Sinne der Erinnerungskultur einfach auch belegt, was ich jetzt gerade gesagt habe, dass scheinbar Verschiedenes, wenn es zusammenkommt, zu fantastischem Neuen einfach imstande ist. Danke, Entschuldigung. In Lemberg wird es nächstes Wochenende, also am Sonntag, ein Frühschoppen sein. Ich werde, glaube ich, in meinem ganzen Leben nachher nicht mehr so eine Dichte von Frühschoppen erleben, wie im nächsten halben Jahr. Da wird es ein Trachtenfest sein, wo sich ganz Lemberg tatsächlich eine Otto- und Bürgermeisterin aufbrezelt, aufmarschelt und da auf den Marktplatz geht. Dann nebenbei eröffnen wir da nur ein Kunsthaus. In Weibern, wo auch sehr denkwürdiges, eher dem Gedenken zugewandtes passiert ist, also da ist die Weiberau, das war dieses Sammellager, da wird es eine ökumenische Veranstaltung geben, ein Höhenfeuer, sehr stimmiges, Baumpflanzungen geben. In Gmunden, sehr progressiv, wird es im zweiten Teil der Kommunale um diese Frage der Absenz der Frau geben. Denn, wir werden es auch später dann noch hören, scheinbar gab es 1626 ja die Spezies Frau noch überhaupt nicht, weil niemand geschrieben hat drüber. Was natürlich jetzt eine zynische Ironie ist. Aber natürlich, wenn Männer Geschichte schreiben oder Sieger Geschichte schreiben und die dann nur männlich sind, dann flirgt das eine oder andere in den Kurven sozusagen den Wagen hinunter und wird halt einfach ignoriert. Also wir fokussieren uns in Gmunden auf die Frage von Feminismus, machen nicht den Fehler zu versuchen, irgendwas zu projizieren, was nicht belegt ist, sondern versuchen einfach aus einer feministischen, starken Position in der Gegenwart mit starken Protagonistinnen da einfach auch über die Gegenwart eine Simulation der Vergangenheit zu machen. In Brahm wird es auch rausgehen, ein riesengroßes Preisschnapsen zwischen drei benachbarten Gemeinden. In Pinzdorf wird es wieder um Tradition gehen. In St. Agatha, das ist so der Ort, wo Fadinger herkommt. Da wird es natürlich um Fadinger und Tradition gehen. In Ottenseim sind wir mit dem Ohrheim-Festival in kollaborativen Austausch. Da geht es um ein Musikfestival. In Beuerbach wird es ein Sommerfest geben. In Haag ein traditionelles Marktfest mit Bobbycar-Rennen. Ein ganz traditioneller Pferdemarkt. Sommerfest geben, in Haag ein traditionelles Marktfest mit Bobbycar-Rennen, einen ganz traditionellen Pferdemarkt, also wenn Sie da vorbeikommen und ein bisschen was in Portemonnaie haben, können Sie mit einem Pferd heimfahren, wenn Sie das wollen. Und im Wolfsäcker wird es dann am Ende des Tages zum Abschluss gehen, den Abschluss haben, da wird es um die Frage nach der Zukunft gehen, aber mit einem Fokus auf die Zukunft von Bauern in der Kulturlandschaft Oberösterreich. Dann gibt es noch einen Haufen Impulsgemeinden, das sind Orte, wo nicht mehrtägige Feiern stattfinden, sondern qualitative Impulsveranstaltungen, wie in dem fantastischen Schloss Burg Neuhaus mit einem Orgelkonzert und einem Heimatforschungsformat in Linz am Tag des Denkmals, natürlich in Eigenschlägel, in Haibach, in Enz, Everding und etc. Bitte. So schaut es aus, wenn wir los sind, wenn wir vor Ort sind. Eine nachhaltig geplante und in der Ausführung und in den Materialien konzipierte Konstruktion, die jetzt nicht kommt und die Welt muss sich danach richten, sondern wir kommen, sind so flexibel, passen uns immer der Kubatur der Landschaft, der kulturellen Landschaft an und versuchen zum immanenten Teil da werden. Gelb ist das, was ziemlich dominant sein wird, würde ich jetzt einmal sagen. Die Kommunale nimmt sich sehr viel vor und ich habe einmal so versucht, einmal sagen. Die Kommunale nimmt sich sehr viel vor und ich habe einmal so versucht, so Gegenüberstellungen, also man könnte es jetzt salopp sagen, wenn wir es aller Recht machen wollen, aufzulisten und ich habe dann eigentlich in der Vorbereitung dann einfach aufhören müssen. Aber wir machen schon einige Spagate, beziehungsweise versuchen einige Brücken zu bauen und man kann sagen, eigentlich die Kommunale ist als Programmformat und auch in der Dichte und in der Ambition durchaus ein Experiment. Wir werden das sehen dann am Ende dieses Jahres, wo was aufgegangen ist und wo was nicht aufgegangen ist. Gehen wir bitte weiter. Ganz schnell und abschließend zu den Genres. Aus den besagten 100 Einreichungen hat sich eigentlich ein repräsentanter Querschnitt des Interesses da draußen in Oberösterreich ergeben. Das waren die Gruppen Religion, das waren Gruppen aus, also natürlich es ist um Rekatalisierung gegangen und Reformation gegangen und es gibt da ganz eine starke Ambition von beiden Konfessionen in Oberösterreich, hier in einem ökumenischen Kontext einen gemeinsamen Dialog zu finden, der teilweise auch auf wirklich philosophischem, hohem Niveau stattfindet und sehr qualitative Veranstaltungen und Diskursformate einfach auf die Welt bringt. Dann natürlich die zeitgenössische Kunst, die Musik, die Literatur, die Geschichte, die ganz wichtig ist, auch hier zwei verschiedene Zugänge, die darstellende Kunst, die Vermittlung und assoziative Veranstaltung. Jetzt surfen wir nur ganz schnell durch, um ein bisschen ein Gefühl zu kriegen. Bei Religion habe ich es eh schon gesagt, natürlich in die Tradition heißt, dass ein Sonntag mit einem Gottesdienst beginnt, aber es gibt auch bemerkenswert viel ökumenische Zusammenkünfte, es gibt sehr viel Diskurs über das Denkmal, über die Bedeutung von Denkmäler und Bedeutung und Deutung von Denkmäler. Nächstes bitte. Dann die zeitgenössische Kunst, eh klar, aber auch hier sehr divers, von künstlerisch inszenierten Höhenfeuern bis zu einem Kunsthaus in Lemberg, wo regionale Künstlerinnen aus dem Bezirk Rohrbach, aus dem Mühlviertel ausstehen. Dann eben, wie gesagt, ein feministischer Fokus in Gmunden, wo einfach auch weibliche Künstlerinnen zum Thema Ausstellungen machen werden. Dann gibt es eine Baumpflanzung, 400 Eichen als lebendige Erinnerung werden im Raum Everding gepflanzt und vieles, vieles, vieles mehr. Nächstes bitte. Dann darstellende Kunst, auch hier kann man sagen, okay, das war eine Kunstform, die es auch damals schon gegeben hat. Wir kennen alle die Frankenburger Würfelspiele, die es natürlich damals nicht gegeben hat. Aber diese alle die Frankenburger Würfelspiele, die es natürlich damals nicht gegeben hat. Aber diese Form von Urtheater, also diesen Versuch, Realität darzustellen, solche Dinge gibt es auch, aber quer durch die Bank von einem Kasperltheater, wo der Seppi und der Kasperl auf Zeitreise ins Fürstentum fahren, wie ich jetzt gerade am Wochenende erfahren habe, für Kinder von 1 bis 4 Jahren. Dann eine Kammeroper, Kasperl-Theater, Impro-Theater, Volkstheater, modernes, experimentelles Theater. Auch hier wieder der Augenmerk darauf, dass wir uns sehr noch der Gesamtheit der Gesellschaft ausrichten und versuchen halt für alle, für jeden und jede Aspekte zu öffnen und Türen zu öffnen. Dann Literatur und Diskurs, naja, hier sind wir, der Kepler-Salon on Tour, was uns sehr freut, die besagte Rolle der Frau in Gmunden, fantastische Kooperation mit dem Literaturschiff, wo wir sozusagen eine stille Antwort auf die Abstinenz der Frau in der 1626er Geschichtsschreibung und zehn weibliche österreichische Literatinnen eingeladen haben, zum Thema Courage und Mut aus deren Oeuvre zu lesen. Dann wird es Wanderungen, Lesungen, Wanderungen geben und auch zahlreiche andere Formate. Musik von alter Musik, von volkstümlicher Musik über populäre Musik hin zu experimenteller Musik, können wir nachher sicher noch darüber reden, wenn ich nicht die ganze Zeit jetzt drauf verbrauche. Bitte weiter noch die Kulturvermittlung an. Und dann letztlich eben Geschichte erleben. Konstantin Ferry-Hummer wird uns jetzt dann gleich über seine kuratierte Ausstellung im Schlossmuseum erzählen. Aber das ist für uns sozusagen nur eine Seite der Perspektive. Es ist diese institutionelle Aufarbeitung und die jetzt da in sich einfach extrem innovativ und, finde ich, aufgeklärt passieren wird, mehr dann später. Wir müssen natürlich aber auch es schaffen, den geschichtsinteressierten Heimat zu geben oder beziehungsweise Zugänge zu geben. Und so ergibt sich einfach ein Bouquet aus einer institutionellen Geschichtsreflexion, aus Heimatforschung und die gibt es in Oberösterreich sehr verbreitet. Auch da recht interessant. Man glaubt immer, das ist so eine verschlafene Gilde von meistens Männern. Wir haben uns erkundigt, es gibt ja vom Land Oberösterreich auch so Kurse, wo man quasi methodische Wissensaneignung, wissenschaftliche Wissensaneignung lernen kann, um Heimatforscherin zu werden. Und es sind da über 50 Prozent Frauen, die sich für dieses Thema interessieren. Und auch interessanterweise beim letzten Kurs waren es, glaube ich, zwei oder drei Arbeiten, die sich mit diesem Bauernkrieg wieder auseinandergesetzt haben. Und das sind jetzt lauter ganz junge Menschen, das sind geschichtsstudierende Menschen, die sich halt sozusagen diese methodische Wissensaneignung eher bei diesen Kursen holen und nicht mehr in der Universität, was in sich interessant ist. Dann werden wir eine Lanze brechen für die Heimatforschung, aber auch nicht Heimatforschung für Heimatforscherinnen, sondern wir versuchen ein populäres Format daraus zu machen und diese empathische, ortsbezogene Form der Forschung zusammen mit der institutionellen zu bringen, weil eben bei der mannigfachen Erfindung dieses Bauernkriegs und Interpretation für uns halt einfach die Wahrheit unter Anführungszeichen in der Mitte liegt, zwischen der Gesamtbetrachtung und zwischen der empathischen regionalen Betrachtung. Das wollen wir in Diskurs bringen. Und dann gibt es noch vieles, vieles, vieles, vieles mehr. Dazu dann vielleicht später oder dann eben im letzten eben im nächsten halben Jahr, wenn wir uns hoffentlich treffen werden. Vielen Dank, lieber Martin. Ja, ich muss sagen, unglaublich vielfältig und beeindruckendes Programm und auch diese Übersicht, diesen Spannungsbögen, hat diese Folie geheißen, wo man so schön sieht, die ganzen Akteurinnen, wie sie verknüpft sind, in Verbindung stehen mit den Themen. Also wirklich großartig beeindruckend, sehr vielfältig. Und weil du die Lebensbedingungen erwähnt hattest, das war ja auch der Grund, warum Johannes Kepler hier wegging. Er war ja Protestant und wollte seine Kinder in diesem Glauben erziehen und war skeptisch, dass er, wenngleich er kaiserlicher Mathematiker war, dass ihm diese Nähe zu den Herrschenden doch nicht ausreichend schützen würde. Dadurch hat er Linz 1626 eben genau aus diesem kausalen Grund verlassen. Und nun werfen wir auf eine ganz großartige Ausstellung, die er am Wochenende eröffnet hat im Schlossmuseum. die am Wochenende eröffnet hat im Schlossmuseum, das Bauernkrieg 1626 zwischen Geschichte und Fiktion. Warum dieser Titel und alles zu dieser Ausstellung, darf ich nun Konstantin Fährihumer bitten. Danke, es freut mich sehr, heute hier sein zu dürfen. Es freut mich sehr, zur Ausstellung sprechen zu dürfen und es ist sehr wohl auch eine Ausstellung für geschichtsinteressierte Menschen. mittlerweile eine sehr lange Kollaboration. Also wir erleben das Thema, das wir auch da auf die Folien projizieren. Es ist großartig, wirklich da jetzt seit einem Jahr im Austausch zu stehen und ich finde, die Kommunale und die Ausstellung wachsen irgendwie in einen Gleichschritt, der irgendwie da sehr einfach ein guter Austausch ist und sich gegenseitig befruchtet. Also ich finde wirklich, das macht richtig Sinn und Spaß, da wirklich jetzt irgendwie diese Ausstellung oben am Schloss zu sein und von oben mit dem Finger runter zu zeigen, wie es geht, sondern einfach, genau, direkt auch auf lokaler Ebene mit reden, aber auch ich gleichzeitig im Diskurs zu stehen mit dem, wie wir das Thema gestalten. Das ist schon sehr großartig und das macht das Format heuer sehr besonders, finde ich. Und ja, durchaus auch ein bisschen experimentell, aber das ist eh, was wir wollen. Und es ist auch ein bisschen die Idee dessen, wie wir uns auch an die Ausstellung genähert haben, dass wir gesagt haben, wir wollen irgendwie jetzt die Geschichte aus dem 21. Jahrhundert betrachten und das einmal aus einer anderen Perspektive aufmachen, aus einer Fragestellung heraus vielleicht, die jetzt, ich sage jetzt mal, meine Generation betrifft, das hört sich jetzt zu jung an, bin da schon ein bisschen angezielt, aber trotzdem irgendwie einfach, wir haben einfach andere Fragestellungen, als das zum Beispiel bei der Jubiläumsausstellung 1976 war, die einfach auf wissenschaftlicher, deskriptiver Ebene Großartiges geleistet hat natürlich, aber wo sie einfach die Fragestellung und Perspektiven nur mehr gewandelt haben und da war es für uns einfach so, genau, daher auch der Untertitel zwischen Geschichte und Fiktion, wie erzählt man überhaupt Geschichte, wie wird Geschichte konstruiert und dazu war für uns irgendwie auch die Frage, mit welchem Medium können wir das am besten vermitteln. Und ein ganz großartiger AI-Producer, der Frank Just, der mit uns zusammengearbeitet hat, hat zur Ausstellung auch einen Film produziert, einen kurzen Trailer, den wir jetzt gerne kurz anschauen können. Musik Servus, Fadinger, Stefan, Bauer. Fadinger, Stephan, Bauer. Ein Grönlandhai kann länger leben als ein Reich. Er war schon da, als 1626 in Oberösterreich die Welt aus den Fugen geriet. Und er ist noch da. Nicht als Zeuge, der spricht, sondern als Maßstab für Zeit. Alles, was du gleich siehst, ist wahr. Außer dem Teil, der erfunden ist. Du wirst nicht immer wissen, welcher welcher ist. Das ist das Problem mit Geschichte. Das ist auch das Problem mit uns. 1517. Luthers Thesen. Eine Bewegung, die niemand mehr aufhält. Glaube wird Politik, Forderung wird Konflikt. Der Kontinent rutscht in eine Katastrophe, die bis 1648 dauern wird. München, 1619. Der Habsburger Kaiser Ferdinand II. verhandelt mit dem bayerischen Herzog Maximilian. Es geht um ein Heer, es geht um Kriegskosten. Es geht um die Frage, wer am Ende bezahlt. Anderthalb Jahre später wird Oberösterreich als Brand an Bayern übergeben. Als Bezahlung für Maximilians Hilfe. Kein Mensch, der dort lebt, wird gefragt. Maximilian schickt seinen Stadthalter Adam von Herberstorf. Die Menschen dort werden es anders nennen. Stadthalter Herberstorf setzt um, was der Vertrag impliziert hat. Rekatholisierung. Protestantische Geistliche werden ausgewiesen. Lutherische Gottesdienste verboten. Der Glaube der Menschen strafbar. Ich habe die Gesetze gefunden, nach denen sich die Welt bewegt. Warum bewegen sich die Menschen nach anderen? Ich berechne die Bahnen der Planeten. Der Rest ist außerhalb meiner Kontrolle. Der Rest ist außerhalb meiner Kontrolle. Die Bauern sind die meisten von uns. Sie arbeiten, ernten und zahlen Abgaben. Dann kommen die Menschen aus der Stadt. Handwerker, Händler, Bürger. Und ganz oben stehen nur wenige. Die entscheiden über Geld, Glauben und Krieg. Aber die meisten Menschen fragt niemand. Das Land wechselt den Besitzer. Soldaten ziehen ein. Der Glaube wird verboten. Die Ernten fallen aus. Die Steuern steigen. Jahrelang halten die Menschen still. Jahrelang halten die Menschen still. Die Bauern? Man muss ihnen die Richtung zeigen. Das haben wir getan. In Frankenburg. Wer verlor, wurde gehängt. Das war notwendig. Das war 1625. Ich weiß nicht wie viele wir sind, aber es sind eine Menge unzufrieden. So kann das doch nicht weitergehen, oder? Auf die kriegerischen Monate folgen 400 Jahre Erinnerung. Und diese Erinnerung produziert Artefakte. Dinge, die Echtheit behaupten, die Legitimität austrahlen, obwohl sie Produkte der Gedenkkultur sind. Geschichte ist Deutung. 1996 wird in Lambach ein Massengrab feigelegt. Sofort entstehen Gerüchte. Wehrmachtssoldaten, NS-Opfer, ein unbekanntes Massaker. Erst die anthropologische Untersuchung bringt Klarheit. 102 Gefallene des Bauernkriegs von 1626. Junge Männer, wenige Frauen, sogar ein Neugeborenes. Die Aufregung zeigt, wie Geschichte entsteht. Aus Bildern, Vermutungen, politischen Aufladungen und dass erst die wissenschaftliche Arbeit zu gesicherten Erkenntnissen unserer Vergangenheit führt. wie Geschichte gemacht wird. Aus Fakten und aus Fiktionen. Aus dem, was überliefert ist und aus dem, was fehlt. Und sie stellt die Frage, welche Erzählung tragen wir weiter? Danke. Dazu muss man sagen, der Film ist komplett KI-produziert. Das heißt, er hat nie einen Schauspieler gesehen, nie eine Schauspielerin, nie ein Grönlandhai. Aber eben genau, das ist auch der Zugang zu dem. Der Film endet quasi mit den Worten, diese Ausstellung erzählt nicht die Geschichte, sondern er fragt danach, wie Geschichte gemacht wird. Es fragt danach, welche Erzählung tragen wir weiter. Da müssen wir uns natürlich dessen bewusst sein, dass im Zentrum der Ausstellung steht natürlich der österreichische Bauernkrieg von 1626. Aber wir sind uns bewusst, wenn wir eine Ausstellung veranstalten, ist es so, dass wir nicht die Geschichte erzählen und schon gar nicht irgendwie die Geschichte dann zu Ende erzählt ist mit dieser Ausstellung, weil es einfach kein Ende der Geschichte gibt. Und umso wichtiger ist einfach die Frage, auf welcher Grundlage wir auch diese Erzählung fußen lassen, auf welche Erzählung die passiert und wie wir diese auch weiterhin gestalten wollen. Und das ist einfach auch umso und daher auch dieser Griff zur künstlichen Intelligenz umso tagesaktueller, wenn man sich einfach die Entwicklungen eben mit künstlicher Intelligenz anschaut, dieaktueller, wenn man sich einfach die Entwicklungen mit künstlicher Intelligenz anschaut, die es einfach ermöglicht, historische Realitäten, jetzt plakativ gesprochen, reeller darzustellen, als sie vielleicht jemals waren. Das heißt, wir haben hier plötzlich Bilder im Kopf, die so niemals existiert haben können. Wobei man sagen muss, das basiert teilweise auch auf wissenschaftlicher Arbeit, aber eben es werden ganz viele kreative Lücken gefüllt, die wir einfach mit Fakten nicht stopfen können. Und was es zeigt, wir haben einfach enorme Potenziale, sowohl zum Positiven wie auch zum Negativen, das heißt eben die KI kann uns helfen, sehr wohl eben Prozesse und historische Ereignisse besser zu verstehen und nachzuvollziehen, öffnet allerdings natürlich auf der anderen Seite Seite auch Manipulationen von historischen Wahrheiten, gerade auch in politischer Richtung natürlich Tür und Tor. Es wird so immer schwieriger einfach zu unterscheiden dazwischen, was ist Fakt und was ist Fiktion. Also das wird zusehends ein verschwimmender Graubereich und da ist es eben die wissenschaftliche Arbeit, die es ermöglicht, hier wirklich diesen schmalen, aber ganz entscheidenden Grad wirklich nur zu vermessen und konkret auszuweisen, was ist jetzt tatsächlich ein authentisches Produkt aus der Geschichte und was ist ein Produkt vielleicht politisch motivierter Manipulation, was ist Produkt einer Geschichtsdeutung und genau dort setzt eben auch diese Ausstellung an. Kann ich die erste Folie haben? Das, was ich einfach machen möchte, ich würde jetzt einfach mit Ihnen eine kurze Tour durch die Ausstellung gehen, was wir einfach da auch so ein bisschen uns dabei gedacht haben, was uns so die Zielsetzungen sind. Als erster Schwerpunkt, man sieht hier schon dieser Blick in die Vorbedingungen und Ursachen. Martin, wir sind uns da eh recht ähnlich mit dieser Frage danach, was ist eigentlich der Nährboden dazu, dass es überhaupt zu diesem Konflikt 1626 kommt, was sind die Vorbedingungen? Und da kommt man dann schnell darauf, dass vielleicht diese, obwohl jetzt 400 Jahre dazwischen liegen, uns diese Welten eigentlich viel näher sind, dass wir uns das vorstellen können, einfach aufgrund dessen, weil man einfach diese Lebenserfahrungen von diesen multiplen Krisen, die auch damals vor 400 Jahren in natürlich anderer Form, aber trotzdem auf ähnliche Weise erlebt worden sind, uns hier auch irgendwie näher bringen. Also das geht eben jetzt, wir haben es vorher schon bei dir kurz angeteasert gehört, einfach von diesen politischen Konflikten über diese verheerenden kriegerischen Ereignisse in Europa, über Begrifflichkeiten wie Epidemien, Inflation bis hin eben zur massiven klimatischen Verschlechterung. Soweit, dass man sagt, das sind alles Worte, die eigentlich aus dem alltäglichen Wortschatz von uns jetzt auch gebraucht werden und die einfach eine Brücke über diese 400 Jahre hinweg schlagen und uns einfach auch näher heranbringen an die Individuen, die damals gelebt haben, einfach auch irgendwie ein besseres Nachvollziehen ermöglichen. Da setzt eben auch die Ausstellung an und fragt dann aber gleichzeitig eben im nächsten Bereich der Lebenswelten danach, was waren dann die Mittel gegen die Ohnmacht? Was haben die Leute damals gemacht, um eben diesen Phänomenen zu begegnen, denen sie oftmals dann ohnmächtig gegenübergestanden sind? Und es zeigt sich eben so diese paradoxe Situation, die aber die Zeit dann gleichzeitig auch so spannend macht und auch wieder so eine Nähe zu der Jetztzeit bringt, nämlich diese Situation, dass in der Zeit, wo ganz Europa darum ringt, also zwischen der katholischen Liga und der evangelischen Union, darum ringt, was ist jetzt die wahre religiöse Lehre, dann plötzlich zur gleichen Zeit aber der Glauben an Magie und Zauberei wieder aufblüht und auch gleichzeitig natürlich dann die Suche nach Schuldigen ganz schnell in den Vordergrund rückt. Es gibt auf einmal wieder Hexen, es gibt Zauberer, es gibt die Teufelsbrüder. Das sind diese religiös aufgeladenen Zeiten. Und wo wir dann schließlich auch hingehen, ist dann eine ganz einfache Frage auch in diesem Bereich, ist, wie haben die Menschen damals überhaupt ausgeschaut? Also das heißt eben so, was uns so selbstverständlich vorgekommen ist, dass man eben weiß, wie schauen unsere Mitmenschen, unsere Leidensgenossinnen, würde ich fast sagen, aus. Ist gar nicht so einfach zu klären, weil man feststellt eben gerade dann eben auch die Zeugnisse, die beispielsweise vom Adel überliefert sind, sind überproportional viel vorhanden, während genau jene Zeugnisse, authentische Zeugnisse, spreche ich jetzt davon, von denen wir ständig sprechen, sind nur ganz wenige vorhanden. Die Bauern, unter Anführungszeichen, waren nicht schriftkundig. Das heißt, die Dokumente, Ego-Dokumente, Tagebücher, Briefe etc. fehlen uns weitgehend. Es fehlen uns außerdem Porträts, so wie sie im Adel vorhanden sind, die uns dann auch Namen geben, die uns Gesichter zuordnen, die uns auch Details vielleicht aus der Biografie oder zumindest irgendwelche Eherstands- Details verraten. Und wenn man dann genauer schaut, ist es eben so und deswegen auch eben so ein bisschen der Versuch hier jetzt nicht so dieser überbordende Objektfülle in der Ausstellung zu präsentieren, ist das, dass wir eigentlich ganz wenig authentische Zeugnisse haben und wenn wir dann tiefer graben, dann bleibt wirklich relativ wenig übrig und darunter sind eben die bereits mehrfach genannten fünf Knöpfe, die dann beim zufälligen Massengrab von den Lambach 1996 geborgen werden konnten und ich finde eben gerade diese fünf Knöpfe sind dann auch so eindrücklich, weil sie in ihrer Schlichtheit, getrexelt das Bein mit komplett asymmetrischen Knopflöchern, so viel Nähe suggerieren, die man einfach fühlbar hat, einfach die sind ganz nahe an den Menschen getragen worden, das hatern so viel Nähe suggerieren, die man einfach fühlbar hat. Die sind ganz nahe an den Menschen getragen worden. Das hat einfach viel mehr Nähe, als wenn man jetzt eben weiterhin diese Symbolik der Waffen bedient, die dann auch gleich wieder ganz anders hinführt, wo wir eigentlich gar nicht hinwollen. Und es ist auch recht spannend, weil wir haben diese fünf Knöpfe dann immer als eines, für mich immer noch der zentralen Objekte, dann auch zum Sujet der Ausstellung gemacht. Also man sieht es dann eben auch auf den Plakaten, das im Hintergrund ist einer dieser Knöpfe. Und er ist stellvertretend einfach für diese ganzen namenlosen, diese zahllosen, namenlosen aufständischen Frauen und Männer, die nie ein Gesicht verliehen bekommen haben. Und so ist es auch für den Knopf, der hier im Hintergrund, hinter diesen großen roten Lettern vom Bauernkrieg, völlig unkenntlich wird eigentlich. Erst wenn man weiß, was die Geschichte dahinter ist, lernt man auch kennen, wer das und was das eigentlich für ein Objekt ist. Nächste Folie bitte. Das, was uns auch zentral ist oder mir zentral war, ist aufzuschauen, wie schauen überhaupt die sozialen Bedingungen aus und was prägen die für eine Gesellschaft, die dann auch entsprechende Spannungen aus und was prägen die für eine Gesellschaft, die dann auch entsprechende Spannungen innerhalb einer Gesellschaft prägen, so eben gerade dann auch diese extreme Bevölkerungskonzentration, würde ich jetzt einmal sagen, wenn man sich das anschaut, also der Graph im Hintergrund, der jetzt einfach darauf verweist, dass eben rund 92 Prozent, also man muss immer diese Prozentzahlen mit Komma stellen und so, das ist schwierig, weil einfach, es hat keinen Zensus gegeben, es hat kein Mörderregister gegeben, sondern wir bewegen uns da im Bereich der Schätzungen. Aber der Kollege Fabian Müller aus dem Landesarchiv, wie wir da mit fremden Federn schmücken, war so großartig und hat eben versucht, hier wirklich einfach eine Bevölkerungsaufstellung hier zu machen, die jetzt einfach nur als Größendarstellung dient, um hier zu schauen, wie kann man das ein bisschen einordnen. Und wenn man sich das anschaut, wenn wir sagen, wir sind 100 Leute, dann sind 92 aus der ländlichen Bevölkerung, aus der 8,97 sind aus der städtischen Bevölkerung und der Rest ist dann Ritter, Adel und Prelaten. Das heißt eben, wir haben nicht einmal eine ganze Person unter 100, die wirklich auch in diesen hohen Ständen vertreten ist. Und man muss sagen, die 92, die in der ländlichen Bevölkerung sind, haben nicht einmal politische Vertretung. Dass in so einem Umfeld eine konfliktive Situation entsteht, muss naheliegen. Nächste Folie, bitte. Genau, im Zentrum steht dann natürlich der oberösterreichische Bauernkrieg, wo es hier einfach auch darum geht, zu zeigen, einerseits den Verlauf der historischen Ereignisse, aber auch darauf zu verweisen, dass der Osterisch-Bauengreif jetzt kein Einzelfenomen war, sondern einfach auch in dieser Region immer wieder zu Aufstandsbewegungen gekommen ist, gerade dann vor allem zwischen 14. und 19. Jahrhundert. Allerdings eben der 1626 dann natürlich einen gewissen Höhepunkt darstellt, einfach alleine schon aufgrund der traurigen Zahl der Hohen, der Tausenden Toten, die zu beklagen waren. Gleichzeitig ist es so, es war jetzt kurz im Film schon angeteasert worden, eben das Frankenburger Würfelspiel, das sogenannte, ist dann ein gewisses Vorspiel in diesem Kampf um religiöse Selbstbestimmung, beziehungsweise für ein besseres Leben. Das ist im Mai 1925 und dann ein Jahr später, also fast genau am Tag ein Jahr später, ist dann diese Rauferei in Lembach, die da die Initialzündung für den Bauernkrieg darstellt. Und es sind dann eben die Aufständischen, die sich erheben für Beibehaltung ihres evangelischen Glaubens gegen die bayerische Pfandherrschaft und gegen den Stadthalter Herbersdorf. Und sie greifen zu den Waffen in einem existenziellen Kampf für Überleben, für besseres Leben. Und was für mich ein Aha-Effekt war in der Ausstellungsgestaltung, ist einfach das, dass uns diese archäologischen Ausgrubungen in Lambach, die ja eigentlich zufällig passiert sind, uns eines zeigen, nämlich dass diese Bewegung wahnsinnig jung war. Das heißt eben von 90 untersuchten Individuen da in Lambach waren über die Hälfte zwischen 16 und 23 Jahre alt. Das heißt wahnsinnig jung und da jetzt, wenn man sich jetzt dann die späteren ikonografischen Darstellungen zum Bauernkriegen anschaut, sind das eher so alte Männer wie du und ich. Ja, ich, tschüss. Und dennoch ist es so, dass primär diese aufständische Bewegung im anfänglichen Fuhrrohr es einfach geschafft hat, tatsächlich erhebliche Erfolge zu erringen. Also man denkt jetzt an die Lederer Wiesen bei Bayerbach, wo sie durch den Truppen Herbersdorf eine große Niederlage bereitet haben, aber man sieht es dann eben, dass dann auch unter den Hauptmännern Fading und Zeller dann an der Belagerung Linz scheitern und es kommt dann tatsächlich im Herbst zu den blutigen Niederlagen, was auch letztlich zur Niederschlagung des Aufstandes führen sollte. Nächste Folie bitte. daran anknüpfend ist dann der Zugang der Ausstellung, dass man einfach mal reinschaut, was folgt denn auf diese sechs Monate der kriegerischen Auseinandersetzung und das sind einfach 400 Jahre der Geschichtsschreibung, der Geschichtsdeutung, der Erinnerungskultur und gerade am Mythos, der sich rankt um Fadiger, um historische Ereignisse. Und man sieht, dass sich gerade diese Ereignisse des Bauernkrieges anscheinend besonders eignen, um hier als Projektionsfläche von Geschichtsdeutung zu fungieren, um hier tatsächlich eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen, um hier ein bestimmtes Bild der Geschichte zu malen, breitet sich hier wirklich über fast vier Jahrhunderte aus. Dabei ist es eben wichtig zu betonen, dass eben diese städte Neudeutung der Geschichte dann wirklich auch ihren Höhepunkt im 20. Jahrhundert erlebt, wo es dann auch zu einer massiven politischen Vereinnahmung der Geschichte kommt. Und zwar ist es so, dass eben zwar am Anfang noch herausgefordert von Seiten der Sozialdemokratie, das dann vor allem das völkisch-nationale Lager ist, dass hier in den 1920er Jahren die Deutungshoheit über die Thematik erringt und diese auch für lange Zeit behauptet. Und das vor allem auch dadurch, dass sie dann ihren Anspruch, ihre Deutungshoheit, einfach symbolhaft in Stein meißelt. Das heißt eben, gerade in diesen Jahren 1925, 1926, 1925, 1926, setzen sie dann in ganz Oberösterreich teilweise recht imposante Denkmäler an den historischen Städten des Bauernkrieges. Und es ist genau diese Erzählung dieses völkisch-nationalen Lagers, das sich dann auch sehr nahtlos in die propagandistisch aufgeladene Erzählung im Nationalsozialismus einfügt. Und tatsächlich ist es dann auch so, dass gerade dieses Bauernkriegsgedenken nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich im Jahr 1938 neue Blüte erlebt und eben auch die politische Vereinnahmung eine neue Intensität erlebt. Und aus der Perspektive einer liberalen, einer demokratischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert wirft eben dann die Ausstellung, die Frage auf, inwiefern diese politische Vereinnahmung der Geschichte noch immer Teil unserer Erzählungen ist und inwiefern diese immer noch prägt, zu prägende Lage ist. Ich habe vergessen, die Folie weiter zu sagen. Aber um sich davon ein Bild zu machen, lade ich Sie dann einfach ein, wirklich die Ausstellung zu besuchen. Es gibt da Kuratorenführungen, öffentliche Führungen, unser Kulturvermittlungsteam ist ganz großartig und es freut mich, wenn ich den einen oder die andere dort auch sehe. Danke. Vielen Dank, lieber Konstantin. Eine meiner ersten Fragen wäre gewesen, an die ich eben diese Vereinnahmung historische Ereignisse im Heute, und ich denke, wir haben es schon gut gesehen, dass es ja auch einen ganz großen Ausstellungsbereich zu diesem Thema gibt, weil er sehr relevant ist. Ein bisschen den Blick auf die Uhr behaltend. Ich habe noch viele Fragen für meine Gäste mit. Einige Themen, über die ich noch sprechen möchte, aber nun auch der Blick ins Publikum, vielleicht auch in den virtuellen Raum. Gibt es Fragen, Statements, Kommentare Ihrerseits an meine Gäste heute Abend? Ich würde einfach ein kurzes Zeichen geben und Stefan bringt dann das Mikrofon. Danke, was bei mir hängen geblieben ist in den Schulen. Fangt man wirklich an bei den Volksschulen mit Rollen oder weil es ist wichtig, Was bei mir hängen geblieben ist in den Schulen, fängt man wirklich an bei den Volksschulen mit Rollen? Oder, weil es ist wichtig, dass die Kleinen da einen Bezug bekommen mit spielerisch, was ist hier aufteilend in der Klasse? Ihr seid jetzt so mengenmäßig dargestellt. Oder wie wird das gemacht, damit das auch nicht nur im Kopf hängen bleibt in der Razzia, sondern ein Gespür dafür bekommen, weil dann bleibt es hängen liegen. Danke. Ja, vielen Dank für die Frage. Wir haben ein fantastisches Vermittlungsteam, die haben sich wirklich vieles überlegt. Und wir beginnen schon in den Volksschulen, was nicht ganz so einfach ist, kann man sich vorstellen, bei diesem Thema, dass man da wirklich dort beginnt. Und es gibt das Programm Mut hoch 3, Martin Honzig hat es schon erwähnt. Warum Muthoch 3? Weil es in drei Stufen sozusagen gedacht ist, also Stufen, drei Module, die man besuchen kann, aber auch in den drei Stufen der Schule, sozusagen Volksschule, dann Unterstufe, Neumittelschule und dann Oberstufe. Und das Format ist seit den Semesterferien unterwegs. Und Sie können sich vielleicht an die Zahl erinnern, also von den Semesterferien bis Ostern ungefähr, waren wir schon in 65 Schulen und seither sind sie weiter im Land unterwegs. Und das einzige Limit sind nicht die Anfragen, sondern unsere Kapazitäten, weil sie wirklich permanent ausgebucht sind und unsere Dienstautos auch schon limitiert sind. Und die Garage sagt, bitte bucht uns nicht ständig die Autos, weil es einfach so eine große Nachfrage gibt, was uns wahnsinnig freut, dass einfach alles Interesse von den Schulen so groß ist. Das Vermittlungsteam hat ein Konzept von Museum in a Box. Also das eine ist sozusagen der Ausstellungsbesuch selbst, dass man dann ins Schlossmuseum kommt, aber auch Museum in a Box heißt, dass es eine Kiste ist von 90 x 90 x 90 Zentimeter, oder circa ein Meter ist es groß, und dass man das in die Schulen bekommt, dass man da schon einmal einen Einstieg ins Thema hat, dass sich dann die Schulen in der Klasse damit beschäftigen, wie gesagt, für alle Schulstufen altersgerecht, dass es dann dort vor Ort schon einmal passiert, um dann später einmal für den Ausstellungsbesuch schon entsprechend vorbereitet zu sein. Ich hätte noch eine Frage, wird auch die Nahrung den Kindern beigebracht, was damals gab es ja nicht wirklich Erdäpfel, sondern die mussten ja ganz andere Sachen essen, was sollte man dann sagen? Also, falls es Sie näher interessiert, auf www.kommunale.at sind die Programme auch für alle Interessierten nachlesbar. Also es wird ein viel multisensorisches Erlebnis sein für die Kinder und Jugendlichen und auch interessierte Erwachsene natürlich. Man kann da reinschauen, es ist vom Buchdruck über Zahlungsmittel, Mathematik, über das Essen damals, also alles, was die Lebensrealität in der damaligen Zeit sozusagen ausgemacht hat, wird erfahren. Bis hin zu den Sprichwörtern, was wir uns noch immer aus der damaligen Zeit behalten haben. Also bitte gerne reinschauen. Es sind die Unterrichtsmaterialien abrufbar auf unserer Seite www.kommunale.at. Gerne einmal reinschauen, falls es interessiert. Und darüber hinaus wird es auch noch Crashkurs-Formate unserer Kulturvermittlerinnen geben. Also da bitte gerne auf die Website schauen. Wir versuchen wirklich nicht nur in die Breite zu gehen, wie schon geografisch angesprochen worden ist, sondern auch in die Tiefe. Und nur mal eine Kennzahl aus der letzten Kulturexpo, warum uns da dieses Vermittlungsthema so wichtig ist. Im Durchschnitt waren die Klassen 3,5 Stunden im Vermittlungsprogramm anwesend. Und 3,5 Stunden ist schon weitaus mehr als nur schnell einmal bei einem Thema vorbeihuschen. Und das in Zeiten, wo die Aufmerksamkeit ohnehin immer kürzer wird. Also da sind wir schon wirklich stolz darauf, dass uns das beim Thema Anton Bruckner gelungen ist. Und das war auch der Ansporn, noch mehr in die Vermittlung zu investieren und das setzen wir jetzt da bei der Kommunale 2026 entsprechend fort. Nettere Fragen? Bitte. Ich wollte nur sagen, ich bin quasi direkt neben dem Hausammerdenkmal aufgewachsen und für mich als Kind war das ein magischer Ort. Da hat es ganz viele Geschichten gegeben, wie wahnsinnig viele Menschen dort gestorben sind und das stimmt ja so nicht. Ich glaube jetzt direkt bei dem Würfelspiel, das damals passiert ist, das waren zwölf. Aber für uns Kinder war das einfach eine Riesengeschichte und ist in der Volksgeschichte genauso vermittelt worden. Das ist ein sehr guter Übergang zu einer Frage, die ich an dich habe, Konstantin. Welche Bilder vom Bauernkrieg werden über die Jahrhunderte konstruiert und auch transportiert? Das ist ja ein schönes Beispiel eigentlich dafür, oder? Ich finde es eben recht spannend, weil ich kann das nur bestätigen. Ich bin halt auch in der Nähe Emlinger Holz, Ledererwiesen und so aufgewachsen und meine Volksschule hat daraus bestanden, dass wir von einem Denkmal zum anderen gewandert sind und dann irgendwann halt immer irgendwie im Baerbacher Bauernkriegsmuseum aufgeschlagen sind. Und das war wahnsinnig beeindruckend für mich, diese ganzen Waffen und so. Aber jetzt zu ernsthaft zur Frage. Es ist eben recht spannend, weil halt dieser... Es ist eigentlich die Frage, wie langfristig man diesen Diskurs hier anschaut. Und man kann den natürlich spannen über 400 Jahre und man sieht, dass das natürlich bereits in dieser Zeit, in diesen Jahrhunderten nach dem Bauernkrieg, natürlich schon ein gewisses Framing von den Bauern stattfindet, eine gewisse Deutung der Bauern, weil natürlich ihr Kampf ist verloren gegangen. Das heißt, was wir jetzt sehen, ist die katholische Perspektive, die halt natürlich dann die Bauern als Rebellen diffamiert, die sich gegen eine gottgegebene Ordnung erhoben haben. Es gibt dann natürlich auch gerade dann so im 19. Jahrhundert herauf, diese Strömung, wo man dann auch zum Teil die Rebellen sehr wohl klarifiziert, aber trotzdem noch immer dieses Erheben gegen eine gegebenen Ordnung, über das Ding kann man nicht drüber springen. Und man muss natürlich auch immer sagen, die politische Diversifizierung in dieser Zeit war jetzt nicht die größte. Das passiert halt dann eben gerade mit 19. und 20. Jahrhundert, wo einfach dann auch eine politische Meinungsäußerung zusehends möglich ist und sie in verschiedene Lager dann natürlich ausdifferenziert und eben dann eben gerade diese Stärke mit dem mit dem völkischen nationalen Lager, das ist dann natürlich eine andere Intensität und da ist dann auch immer was ich recht spannend finde, immer diese Frage nach dem Freiheitskampf. Also von Bildern, die generiert werden und natürlich Heldenmythen, die dargestellt werden. Und es sind ja dann Widerstandskämpfer, es sind Freiheitskämpfer. Sowohl jetzt in der völkischen Nationaldeutung als auch während des Nationalsozialismus. Und man muss sich dann immer fragen, ja genau, wessen Freiheit? Für wessen Freiheit kämpfen sie? Und wenn man sich gerade diese Freiheitsdiktion und Freiheitskampfdiktion anschaut, wird es gerade während der Zeit des Nationalsozialismus in eine lange Erzählung gelegt, wo man eben damals von 300 Jahren ausgeht und man gesagt hat, die haben vor 300 Jahren schon die nationalsozialistische Revolution begonnen, die haben vor 300 Jahren schon die Nationalsozialistische Revolution begonnen, die jetzt dank der Gigantentat des Führers endlich zur Wahrheit wird. Mittlerweile ist das Gott sei Dank größtenteils geändert, also wo halt einfach trotzdem auch in der Zweiten Republik natürlich der Freiheitsgedanke anderer ist. Aber halt die Frage ist, was bleibt noch immer in dieser Erzählung, wenn man sich jetzt gerade die Denkmäler anschaut, die einfach eine sehr problematische Vergangenheit haben zum Teil, die einfach noch immer dieses Hausammerdenkmal zum Beispiel noch immer auf der Inschrifttafel im Gedenken der völkischen Nachwelt draufstehen. Und wir gedenken jedes Jahr davor. Also das ist durchaus eine problematische, kontaminierte Erinnerung, die dieser Ort einfach noch immer ausstrahlt. Martin, du riechst das scheiß Mikrofon. Ja, ich finde, dass der Zeitpunkt einfach auch total wichtiger ist und einfach auch das Ganze sozusagen zu analysieren und zu evaluieren, wenn es um die jüngsten 100 oder 250 Jahre geht. Aber dieses Unsichtbare, also diese Mythen, die bis heute wirken, das ist das, was uns wir jetzt auf der künstlerischen Seite annehmen. Also unser Arbeitstitel war mal Ghost Stories, das ist jetzt diffundiert in anderen Formaten, aber wir befassen uns zum Beispiel mit Cornelius Obonio und Professor Leidinger als Paar mit einer dritten musikalischen Stimme, mit dieser unsichtbaren Wirkungskraft bis ins Jetzt. Also was hat dieser Bauernkrieg damit zu tun, wenn es um unsere Selbstverständlichkeit, unseres Kulturbegriffs, unserer Mentalität geht. Und da ist es auch, da brauche ich gar nicht so weit noch vorgehen, sondern einfach nur diese Methoden der Rekatholisierung, weit noch vorgehen, sondern einfach nur diese Methoden der Rekatholisierung, dass wir, also katholische, auch fast alle sozialisiert sind, bei Prozessionen, mitgegangen sind zu Feiertagen, dass diese Prozessionen eigentlich damals eine Methode, ein Werkzeug gewesen sind, um in der Form der Rekatalisierung die Menschen auf die Straßen zu kriegen und zu analysieren und zu zählen, wie viele Menschen denn wirklich sozusagen jetzt den Glauben wechseln. Dass es teilweise sogar so gewesen ist, dass so eine Osterprozession zwei oder drei Mal durchgeführt werden müssen, weil die Obrigkeit einfach zu wenig Menschen gesehen hat dabei. werden müssen, weil die Obrigkeit einfach zu wenig Menschen gesehen hat dabei. Dass wir das aber dann als völlig natürlich, als Teil, als immanenten Teil unseres kulturellen Daseins, unserer Wurzeln sozusagen auch sehen und das relativ unreflektiert. Also das ist jetzt so in der Annäherung zu dem Thema als Mensch, wo ich da jetzt reingegangen bin, extrem interessant eigentlich. Und das interessiert uns auch und das versuchen wir einfach auch in verschiedenen Formaten zu beleuchten. Jetzt nicht zu beantworten, weil es einfach ganz, es ist selbst schwierig in Worte zu fassen, aber es ist schon interessant, dass immer alle sagen, es hat geschichtlich überhaupt keine Bedeutung, überhaupt keine und trotzdem triggert es über die Generationen hinweg in Oberösterreich so viel Interesse. Ja genau, ich finde das eben so, das Spannende, wir haben für die Ausstellung ein Künstlerpaar, den Paul Kranzler und Andrew Phelps beauftragt, dass sie einfach durch Oberösterreich reisen und eben diese Erinnerungsstätten an den Bauernkrieg dokumentieren. Und ich finde, das ist eine wahnsinnig eindrückliche Arbeit geworden, die auch so meine eigene Perspektivität mir so vor den Nasen gehalten hat, weil sie einfach das so sensibel dokumentiert haben und gezeigt haben, wie tief dieser Bauernkrieg auch in Oberösterreich einfach in die Landschaft eingeschrieben ist, in die Menschen eingeschrieben ist. in Oberösterreich einfach in die Landschaft eingeschrieben ist, in die Menschen eingeschrieben ist und trotzdem einfach gleichzeitig diese politische Strahlkraft von diesen Erinnerungsorten noch immer ausgeht und für mich dann einfach auch trotzdem das Sorgen öffnen war, dass das einfach auch trotzdem auch ein bisschen der Zugang ist, wo in diesen, dass man sich das selbstkritisch anschaut, wie wir mit der Geschichte vom Bauernkrieg umgehen, ist es auch eine Möglichkeit, diesen wieder aus dieser politischen Vereinnahmung herauszunehmen und die Freiheit wieder zu haben, eigentlich wieder individuellen Zugang zu dem zu finden, ohne diese historischen Belastungen. Wir haben eine Frage aus dem Internet und dann dort eine im Saal. Ja, eine Frage per Mail. Mit welcher KI wurde der Film generiert? Warum nutzt eine regionale Ausstellung solch eine Technologie? Es wäre schöner gewesen, wenn regionale Künstler und Schauspielerinnen dabei gefördert werden. Welche KI-Tool jetzt zum Einsatz gekommen ist, kann ich leider nicht sagen, weil es unendlich viele war, die parallel laufen gehabt haben und immer jenes genommen haben, das die besten Ergebnisse erzielt hat. von dem Film erst frühestens zwei Wochen vor dem Ausstellungsstart wirklich auch in eine finale Phase bringen, weil einfach, genau, technisch, ich bin da leider nicht so up-to-date, dass ich es wüsste. Aber das andere kann ich ganz klar beantworten, den Film mit SchauspielerInnen zu drehen, wäre einfach nicht leistbar. Also das muss man einfach auch ganz kurz dazu sagen, also der Bruchteil der Kosten ist ja einfach in der KI-Produktion. Und es ist sehr wohl auch eine kuratorisch-inhöltliche Entscheidung gewesen, weil es einfach hier ganz klar darum geht, dass wir hier einfach auch aufzeigen wollen, welche Möglichkeiten es mittlerweile auf technischer Ebene gibt und welche Potenziale, was ich schon erwähnt habe, aber eben auch, welche Potenziale ins Negative das bietet, gerade in der Geschichtsbetrachtung. Und es ist ja kein schnöder technischer Übung, wie man es leider Gottes sehr oft sieht, überall sieht. In dem Fall ist es ja eine Künstleragentur, eine künstlerische, die quasi beauftragt wurde, um mit, das ist ein Werkzeug, die KI in dem Zusammenhang. Und das ist ein riesengroßer Unterschied, ob es jetzt auf einem kommerzialisierten Zweck ist oder ob es jetzt sozusagen ein Werkzeug zum Ausdruck künstlerisches Schaffens und künstlerischer Intelligenz sozusagen ist. Und in dem Fall, wie du es am Anfang schon gesagt hast, macht es immer einen riesen Unterschied, wenn man versucht kuratorisch eine Brücke ins Jetzt zu generieren, wo eigentlich damals sozusagen die Obrigkeit, die Deutungshoheit über Wahrheit, über Unrecht, über Freiheit erkorbt hat. Und wir uns eigentlich jetzt in einer ähnlichen Situation, nur in einer ganz anderen Dimension befinden. Es ist jetzt nicht mehr die Obrigkeit, sondern es ist die vertechnologisierte, autonome Oktieren, finde ich jetzt sehr virtuos. So sehr aber auch sagen muss, dass ihre Frage total berechtigt ist, weil nämlich 90 Prozent aller KI-Anwendungen halt eben nicht das Ziel haben, künstlerisch sich auszudrücken oder ein verlängerter Arm eines Künstlers, einer Künstlerin zu sein, sondern halt einfach politische oder halt kommerzielle Ziele hat. Ja, und nur ganz kurz dazu ergänzen ist natürlich auch der neue Bezug zur Gegenwart. Also die Kulturvermittlung von uns war ja mit einem Schulprojekt in den Schulen und gerade eben diese Thematik der KI und der Generierung von Wissen ist einfach eine wahnsinnig große Fragestellung, die denen unter den Fingernägeln brennt. Und ich finde, wenn wir jetzt eine Ausstellung machen wollen und das auch zu einem Ereignis, das 400 Jahre zurückliegt, dann müssen wir uns einfach auch dem irgendwie widmen. Und wir haben mit der Kulturvermittlung eben auch das Konzept des Geschichtslabors, also einen Kulturvermittlungsraum, der eben zu Teil der Ausstellung ist eigentlich, wo man sich eben auch gerade eben auch Junge oder Ältere einfach mit KI auseinandersetzen können, weil es einfach so ein immanenter Bestandteil von unserem Leben ist mittlerweile schon. Und insofern müssen wir das einfach auch in diese Perspektive mit reinnehmen. Also wir können es nicht außen vor lassen. Meiner Meinung nach. Genau, also ich habe jetzt eine Frage zu, also es geht ja zum Oberösterreich, aber das war ja europaweit, oder? Also wie groß dieses Gebiet ist, wo diese Bauernkriege stattgefunden haben. Ich war glaube ich letztes Jahr oder vorletztes Jahr, weiß ich nicht mehr, in Konstanz im Museum und da ist auch das sehr anschaulich dargestellt, diese Bauernkriege. Und die haben eben dann an vielen Orten stattgefunden, noch ohne Internet oder wie. Also was immer, welche Verbindungen. Bitte? Okay, ja, genau. Ja. Grundsätzlich, also Kommunikationsmittel in der Zeit ist noch immer für mich ein wahnsinniges Faszinosum, wie Kommunikation und Koordination in der Zeit stattfinden und können, wo alles irgendwie mit Booten, mit maximal Leuchtfeuer als schnellstes Medium irgendwie kommuniziert hat werden müssen. Gleichzeitig muss man sagen, der oberösterreichische Bauernkrieg war schon, also jetzt als die kriegerischen Ereignisse war begrenzt auf das Land Obdachenz, das heißt eben jetzt grob die Grenzen vom heutigen Oberösterreich ohne Innenviertel mit ein bisschen raus Richtung Tschechien, etc. mit ein paar Unschärfen, aber eben, und da haben sie ganz recht, er hat natürlich eine europäische Dimension gehabt und die ist ganz wichtig, dass man mit ins Bild nimmt, dass der Dreißigjährige Krieg, also das Geschehen des Oberösterreichischen Bauernkrieges wäre ohne jenem des Dreißigjährigen Krieges nicht denkbar. Also alleine diese Verpfändung von Oberösterreich an Maximilian I. findet deshalb statt, weil sie für Edelwein II. die Kriegskosten finanzieren muss, damit er gegen die evangelischen Stände, die revoltieren in Böhmen, vorgehen kann. Und für das verpfändete er dann das Land Obdains und daher kommt es dann, dass Graf Adam Herbersdorf eingesetzt wird als Stadthalter und der hier dann natürlich die Rekatalysierungsmaßnahmen Ferdinands in Wahrheit durchsetzen muss. Genau. Diese große Bauernkriegsrevolte, die so nur mehr großflächiger war, die war eben 1525. Genau. Die war dann interessanterweise propagandistisch von Ostdeutschland hergenommen worden. Also der Bauernkrieg ist ja jetzt nicht nur rechts sozusagen von dieser Seite instrumentalisiert worden, sondern es ist sozusagen in allen Richtungen eine stetige Neuerfindung gewesen, oder? Ja, wobei, ich finde das immer, das ist ein bisschen etwas mit Birnen vergleichen, weil ja, beim großen deutschen Bauernkrieg war es so, dass er sehr wohl eben sowohl von rechts wie von links dann nachträglich vereinnahmt worden ist, während es beim oberösterreichischen Bauernkrieg, der ist nicht jetzt da per se kein rechtes oder linkes Thema, bei Gott nicht, also das ist einfach, das sind historische Ereignisse, die in ihrer Existenz so sind, wie sie sind. Aber eben die Auslegung folgt und da war einfach das wirklich, also soweit ich bis jetzt mit meinen Forschungen vorgedrungen bin, es hat in den 20er Jahren sehr wohl den Versuch gegeben, das Thema des Bauernkriegs sehr wohl auch von links zu kapern. Allerdings ist das einfach schiefgegangen. Und ab dem Zeitpunkt war es eine völkisch-nationale und später nationalsozialistische Vereinnahmung. Ich möchte jetzt noch einmal gehen von der Vereinnahmung hin zum Forschungsvorgehen. Also so wie ich es verstanden habe, gibt es relativ wenige Fakten, die belegt sind und dadurch vielleicht auch der Titel Geschichte und Fiktion, dass man da nicht so diese Fülle hat, aber da interessiert es mich, gibt es da einen Unterschied zwischen wissenschaftlicher Forschung, Volksüberlieferung, Laienforschung, natürlich gibt es einen Unterschied, aber inwieweit habt ihr auch Forschende mit ins Boot geholt? Ich denke mir, das ist ja ein sehr großes, sehr etabliertes Feld, wo auch sehr profunde Erkenntnisse da vorliegen. Das spielt jetzt gerade so viel, also danke für die Frage, die ist so großartig, aber wie viel Zeit haben Sie heute noch? 21, aber ich habe noch zwei, drei Fragen. Nein, ich finde, das ist einfach so diese großartige Frage nach Bottom-Down oder Bottom-Up-History. Also die Frage eben, von wo kommt jetzt das Wissen her? die Frage eben, von wo kommt jetzt das Wissen her? Ich habe angefangen mit der Recherche zu dem Ganzen, so wie ich es mir dann vorgestellt habe und bin einfach dann irgendwann bei dem Punkt gewesen, dass ich gesagt habe, passt, ich muss einfach mal rausgehen. Ich war bei der Frankfurter, ich war in Vöcklermarkt, ich war in Binzdorf und so weiter. Und ich finde das so großartig, weil einfach die, also nur weil was bei uns im Landesmuseum liegt, das war meiniges Landesmuseum, muss das nicht wahrer sein, als wenn es woanders liegt, in einem Heimatmuseum zum Beispiel. Und das ist eben genau das Spannende an der Geschichtsschreibung, dass einfach diese historischen Artefakte, dieser Wohlarteil an Erinnerungskultur, wenn es von Seiten des Museums ist, also der offiziellen Geschichtsschreibung, genauso konstruiert sein können. Während das natürlich auch von anderen Seiten passieren kann, von bottom up, aber ich habe mir mal die Erfahrung gemacht, gerade bei diesen kleinen regionalen Museen, bei diesen regionalen Forscher, Forscherinnen, es sind einfach ganz großartige Artefakte vorhanden, die ganz authentische Zugänge zu verschiedenen Teilbereichen ermöglichen, die wir so nicht gehabt hätten und die sind auch in der Ausstellung. Also Hans Gritzinger von den Frankenbürgern oder der Jörgen Hofbauer, der Johann Kimberger in Pinzdorf, das sind einfach Roland Forster und Everding, großartig. Wandel das Lexikon. Der kennt jeden Doch-Zirkel um 1600 in Linz. Und der war super für die KI-Generierung von Linz. Und deswegen, das ist einfach, ich finde, das ist symbolhaft für die Kommunale, dass einfach da ein Austausch stattfindet. Also wir sind nicht irgendwie losgelöst und schweben da irgendwo im Schloss oben und machen da irgendwelche Sachen im Elfenbeinturm, sondern mir ist sehr wichtig, dass wir einfach irgendwie da wirklich einen Fuß am Boden haben und einfach mit den Leuten reden, rausgehen, die Leute auch reinholen und einfach auch auf Augenhöhe mit ihnen reden, weil einfach der Wissensgewinn ganz anderer ist, also wenn ich nur dort bin und vor mich hin studiere, sozusagen. Also es ist einfach die ganze Regionalgeschichte, die Lokalgeschichte. Ich sage immer, ich kann die erstens nicht abbilden in der Ausstellung und zweitens so genau wie die einzelnen ForscherInnen vor Ort, kann ich die gar nicht wissen. Danke. Bitte. Bitte. So, mir gefällt es. Dann haben wir da vorne. Ganz kurz zurück zum Film. Gibt es da mehr davon? Oder gibt es nur den einen? Weil das wäre ideal, sage ich einmal, Impuls für Schulen zum Beispiel. Also gibt es da Links, kann man sich da bedienen? Wie schaut es aus? Es ist ein Medium in der Entwicklung. Nein, es wird noch Auskopplungen geben, auf jeden Fall. Ich darf noch nicht zu viel verraten, aber es wird noch mehr davon geben. Und wie man es dann wirklich in ein Kulturvermittlungsprogramm einbauen kann, soll, das kann man dann auch noch weiter entscheiden, würde ich mal sagen. Dramaturgisch ist es ja in der Ausstellung das Entree. Also du hast völlig recht. Es gibt den Menschen, die die erste Landesschule in der Ausstellung bekommen, einfach gleich diese Richtung, was die Erwartungsleistung betrifft. Wir haben es erlebt, wir sind da drinnen gesessen und es funktioniert fantastisch. Du schaust dir den Film an und bist sozusagen dann im nächsten Schritt physisch in dieser Ausstellung und die Perspektive ist geschärft und die Rezeption geht in die richtige Richtung. Also psychologisch funktioniert das wirklich. Gratuliere übrigens. Danke. Und bei der Kulturvermittlung, die Boxen, dieses Museum in der Box hat andere visuelle und auditive Erlebnisse, weil da gibt es jeweils in den einzelnen Punkten sozusagen QR-Codes, wo man dann jeweils jeder, der das nutzt, mit dem Handy draufgehen kann und dann hört man, sieht man etwas anderes. Dieser Film bis jetzt noch nicht, aber es sind andere Erlebnisse, die dort abrufbar sind. Die Frage ist wieder zurückgekommen. Die Frage ist wieder zurückgekommen. Gibt es in den Gemeinden noch die Bücher der Pfarre, wo die Geburten und die Toten eingetragen wurden mit was sie waren und so? Die Pfarren haben ja früher die Bücher gehabt. Oder sind die alle verschwunden, verbrannt aus irgendwelchen Gründen? Das sind schon immer Quellen. Man sagt auf der einen Seite, dass sehr viel Zerstörung eben über den 30-jährigen Krieg und dann später auch über dieses Land hinweggefahren ist. Auf der anderen Seite bin ich gerade vor kurzem in Kremsmünster gewesen, wo beide Archivare von Stift Schlegl und von Kremsmünster in diesen wirtschaftlichen Büchern, in den Aufzeichnungen von Buchhaltung, von Ein- und Ausgabenrechnung, Ein- und Ausgangsrechnungen einfacher quasi zwischen den Zeilen zu lesen begonnen haben und plötzlich wären die da fündig. Das ist ja eine Frage, die ich eigentlich an dich habe. Verglichen jetzt zu deiner Einschätzung, verglichen jetzt zu dem, was nur ungehoben ist. Ist der Bauernkrieg eigentlich ein Phänomen einer sehr rudimentären, schlechten Recherche, nicht schlecht, aber sehr geringen Recherche, sodass er dann eigentlich so schön modelliert und zu etwas anderem stilisiert werden kann? Es ist immer so eine schwierige Wahrscheinlichkeitsrechnung zu umgehobene Sachen aber ich weiß, wo du hin willst und ja, auf jeden Fall es ist nicht schlecht recherchiert, aber es ist einfach wie ich vorher gesagt habe der Fokus, den wir jetzt haben, ist einfach anderer als der vor 50 Jahren und wenn damals eben stärker eben die Quellen der Herrschaftsarchive angeschaut worden sind, dann gäbe die ein anderes Bild vom Bauernkrieg. Während eben was jetzt einfach zusehends, wo ich merke, dass das brennt unter den Nägeln und es ist halt leider noch immer Forschungsdesiderat, das wir in dem einen Jahr nicht haben irgendwie lösen können, weil man da wirklich in die Grundlagenforschung gehen muss, aber einfach so, es sind de facto viele Quellen und ich glaube, es sind wirklich ziemlich viele Quellen einfach umgehoben, weil man halt diesen Fokus auf die einfachen Leute einfach noch nicht so gehabt hat und dem müsste man einfach schärfen. Also wir haben jetzt da in der Ausstellung eben versucht, das war im Gespräch mit Kolleginnen vom Landesarchiv, wo wir drauf gekommen sind, also jetzt auch zur Frage der Frau in der Zeit, so nein, es stimmt nicht, dass keine Quellen dazu da sind. Es sind Quellen da, aber man müsste sie zuerst einmal anschauen, man muss sie zuerst einmal finden, man muss sie erst heben. Also das sind ja wahnsinnige Mengen, die man da durchschauen muss, jetzt auch, wenn man die Stiftsarchive anschaut. Und bei uns war dann eben die Idee, dass wir sagen, wir machen einfach mal eine Station mit ungehörten Stimmen, wo man einfach exemplarisch auf sowas eingeht. Wir haben einfach zwei Briefe zum Beispiel oder drei eigentlich von Frauen dann eben auch vertont, also man kann es sowohl anschauen, als auch dann, wenn man davor steht, kann man es einfach anhören, Passagen daraus, und die sind wahnsinnig eindrücklich, also gerade das von der Jakobine von Zelkin, die da im Schloss sitzt und berichtet, wie die Bauern zu einer ins Schloss kommen und halt Forderungen stellen und sich dann irgendwie, genau, und auch ihre Weltsicht präsentiert in dem Brief. Und das ist schon spannend, wenn man plötzlich sieht, oder die Margarete Effinger, die eben in die Emigration gehen muss, oder eine andere Frau, die sich darüber beschwert, dass eben, genau, ihr Haus zerstört werden ist während der Kriegsereignisse und sich halt irgendwie schauen muss, dass mit den fünf Kindern über die Runden kommt. Es gibt die Stimmen, aber man muss sie hören und es ist eine Frage der Geschichtsschreibung und eine Frage dessen, wie wir uns als Gesellschaft auch der Geschichte zuwenden und was uns wichtig ist. Danke, dass du das noch näher ausgeführt hast, wie diese Frage wäre von mir noch gekommen, inwieweit es ein Bauern- oder auch ein Bäuerinnenkrieg war und was die Rolle der Frauen war in jener Zeit. Also einerseits von der Kommunale weiß ich es ja, gibt es auch Schwerpunkte auch in der Ausstellung. Wir haben jetzt noch eine letzte Frage aus dem Publikum, bitte. Ja, ich glaube die Frage passt vielleicht eh ganz gut zum vorigen Thema und zwar ihr habt es ja immer wieder auch erwähnt, dass das Thema hochaktuell ist zur derzeitigen Krisenlage und was die Krisenlage vor 400 Jahren war. Andere Zeitperiode, aber ich finde den Ansatz ganz spannend. Ich habe vor zwei, drei Jahren mal ein Buch gelesen von der Mittelalter-Historikerin Annette Kehnel. Das hat geheißen, wir konnten auch anders. Und da ist eigentlich darum gegangen, um Praxisen aus dem Mittelalter, die Menschen wie Menschen gelebt haben und was inspirierend für die jetzige Zeit sein kann. Habt ihr in euren Recherchen oder von den Dingen, die aufkommen sind, irgendwas gesehen, was total spannend für euch war, wie Menschen früher gelebt haben oder Krisen gemeistert haben oder sie zusammengeschlossen haben, was ihr jetzt auch für die jetzige Zeit spannend finden würdet. Ja, tatsächlich. Der Vortrag über die Weiberau, das war im Jänner, und eben wieder besagte Heimatforscher, lokale Menschen. Und im Zuge dieser, da gab es eine, also die Weiberau war eine Gemeinnut, Gemeinwiese, oder? Das heißt, es gab Bauern, die trotzdem eine gewisse Form von Freiheit gehabt haben und die Viech gehabt haben und die konnten dort ihr Viech weiden lassen. Das ist interessanterweise bis heute noch immer eine Wiese zur allgemeinen Nutzung. Und was die da drinnen erklärt haben, war, wie Forstwirtschaft funktioniert hat, dass die damals Schneisen in den Mischwald reingegeben haben, von circa zwei bis drei Metern, drei Furchen gemacht haben, in der Mitte eine Furche und es war kein Korn, weil das hat es noch nicht gegeben, kann das leider Gottes jetzt nicht mehr so bringen, aber was sehr resilient und schnell gewachsen ist und wo die Bauern dann eigentlich eine Transformation zu Nahrungsmitteln machen konnten. Die haben das da temporär reingegeben, haben eine Ernte abgewartet. Die linke und die rechte Furche ist dann sozusagen zum Humus geworden, also ein sehr, sehr, sehr angereicherter Boden, wo dann wiederum die Samen, die von den Bäumen runtergekommen sind, extrem schnell und tief angewachsen worden sind. Und somit haben die nie Kahlschlag gemacht, sondern haben sie immer über diese Schneisen, natürlich jetzt vor dem Hintergrund einer überschaubaren Population, also der Bedarf war natürlich anders. Aber da habe ich mir dann auch gedacht, Potzblitz, also du fährst da jetzt eigentlich mit dem Bauernkrieg herum und dann bist du völlig inspiriert von Dingen, die da diese zwei, also es waren zwei lokale Männer aus Weibern, die das da recherchiert haben und da gibt es schon einen Haufen interessante Aspekte. Ob es jetzt so viel Innovation gibt, ich kenne das Buch nämlich auch, bezweifle ich, aber es ist ein total schöner Denkraum, den man da reingeht, weil man sich sozusagen einfach betrachtet in dem, was man glaubt, was innovativ ist. Ja, und wie so oft wird uns die Zeit zu knapp. Es ist schon 21 Uhr. Lieber Martin, danke, dass du auch jetzt zum Schluss noch so eine kurze Anekdote erzählst, oder auch ein Erlebnis, weil wir treffen uns seit einigen Monaten, um über diesen Abend und auch über die gemeinsame Reihe zu sprechen. Und ich fand das immer sehr, ja, auch meine Neugierde befeuernd, wie du erzählt hast, wie du wieder aus der Region, aus einem Ort zurückgekommen bist. Und diese Mutorte, die haben ja alle eine eigene Persönlichkeit. Und ich finde, das ist sehr gut, in dieser individuellen Programmzusammenstellung gelungen, das auch zu zeigen. Meine letzte Frage an meine Gäste ist eine Schlussfrage, eine Mutfrage ganz kurz. Liebe Margot, lieber Konstantin und lieber Martin, was bedeutet für euch Mut in dieser Zeit, beziehungsweise inwieweit braucht oder wofür braucht unsere Gesellschaft heute Mut? Vielleicht ein ganz kurzes Schlussstatement von euch jeweils, bitte. Ich bleibe bei diesem Projekt, weil dieses Projekt, und da bin ich ganz am Anfang des Projekts, wenn man eine Idee zu einem Thema hat, stoße es nicht überall auf Euphorie und Offenheit. Und deswegen braucht es schon auch gewissen Mut bei allen Beteiligten, die jetzt das losstarten, um an das Thema heranzugehen. Es ist heute mehrmals das Wort Experiment gefallen. Auch ein Experiment braucht Mut, um es zu wagen. Und in dem Fall bedanke ich mich bei allen, die sich beteiligen jetzt in der Vielfalt für den Mut, für das Mutprojekt und ich freue mich schon auf den weiteren Verlauf, weil so wie es jetzt losstartet, wird es eine gute Ernte, um bei der Bauernschaft zu bleiben und ich freue mich darauf und das ist mein Mutbeitrag an diesem mutigen Abend. Es ist lustig, ich bin, dieselbe Frage hat mir Radio Frech einmal gestellt und ich bin von ihnen interviewt worden, also an der Fahlinger Schule und ich habe das ganz großartig gefunden, weil ich einfach, ich habe diese Schüler und Schülerinnen schon so mutig gefunden, also ich finde, Mut kann einfach so leise sein und so einfach daherkommen, indem einfach da diese 16-jährigen Schüler, Schülerinnen mir gegenüber sitzen und Fragen stellen und du siehst ihnen zu, wie sie gerade über sich selbst hinauswachsen, einfach aufgrund dessen, dass sie jetzt genau das machen, was sie da machen, einfach dieses Empowerment, vor dem Mikro zu sein und Fragen zu stellen und halt mich als Kurator, also ich finde diese Rollenzuschreibung noch immer ein bisschen, dass ich drüber schmunzeln muss, aber genau, da jetzt interviewen und das finde ich sehr beeindruckend und nur ein kurz, für mich persönlich ist dann auch immer, wenn man einen Weg dorthin nimmt, genau das überlegt, was ist für mich Mut eigentlich in diesen Zeiten und ich glaube, das schlägt ein bisschen in die gleiche Kerbe und das ist einfach, finde ich, ein Gut, was einfach zu wenig Wertschätzung erfordert, einfach das, dass man einfach sagt, der Mut einfach zu den eigenen Entscheidungen stehen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Ich finde, das ist ein großes Gut, das in diesen Zeiten immer weniger wird. Bei mir ist es auch quasi aus der Aneignungsphase als Mensch, wie ich in dieses Projekt reingegangen bin, dass ich wieder Mut gefasst habe, in das fantastische Potenzial der menschlichen Natur glauben zu können. Das ist das, was ich persönlich jetzt jetzt aus dem projekt rausgekommen habe und ich glaube das ist das was in der dna von dem projekt da und dort bei dem ein oder anderen projekt mitschwingt wo wir über die kollaborative eigenschaft die wir in der natur des menschseins haben einfach zu sehr positiven, fantastischen Dingen im Stande sein und das ist, den Mut sollten wir haben, an uns mehr zu glauben. Sehr schönes Schlusswort. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und für Ihr Dasein. Schönen Abend. Applaus für Ihre Aufmerksamkeit und für Ihr Dasein. Schönen Abend.