Sweet Heute geht es ganz klar um eine andere Sache, und zwar um die künstlerische Seite hier im Haus. Und es freut mich wirklich sehr, dass Sie alle hier so zahlreich erschienen sind. Und ich darf Sie nochmals allesamt recht herzlich in unserem Haus begrüßen. Denn wir sind überzeugt, dass eine Stadt nicht nur aus Leitungen oder Netzen oder Fahrplänen besteht, sondern auch aus Ideen, aus Haltung und vor allem aus Neugier. Und das ist das Kunstforum. Und genau für diesen Gedanken steht es. Es ist ein Ort, an dem man nicht alles sofort verstehen muss, an dem Fragen erlaubt sind und an diesem Ort, da darf man auch einmal stehen bleiben, ohne sofort eine Lösung zu erwarten. Musik Wir haben eine textile Welt und eine bildhafte Welt auf einem harten, festen, vorgegebenen Bildträger. So könnte man das schauen. Zuerst könnte man natürlich sagen, dass es zwischen Malachai und der Pizzerie bedeutet. Das ist so offensichtlich, kann man sagen. Malerei und Tapisserie bedeutet, das ist so offensichtlich, kann man sagen, aber könnte es auch sein zwischen den Welten, weil jeder Mensch seine eigene Welt hat und jeder Künstler auch. Und bei den Werken von mir und von die Margit kann man unterschiedliche Welten sehen. Welt ansehen. Und ich sage das Besondere oder was sich jetzt im Großen und Ganzen unterscheidet zu einer malerischen Arbeit auf Leinwand ist, dass der Bildträger zur gleichen Zeit entsteht wie der Bildinhalt. Also man baut das gesamte Werk gemeinsam von null bis zur Fertigstellung hinauf. Und das heißt, es geht dadurch über einen viel längeren Zeitraum, weil es einfach eine langsame Arbeit ist. Und ich sage, meine Arbeiten, wenn ich schnell und viel dabei sitze und schnell sozusagen vorankomme, dann bin ich in drei, vier Monaten mit einer Arbeit fertig. Also die Themen sind vor allem die Verbindung zwischen Menschen und der Welt herum. Ich finde es, dass kein Mensch separat aus der Welt steht. Also wir sind immer sehr, sehr stark mit der Welt verbunden. Wir sind eins mit der Welt. Und darum geht es in meiner Kunst. eins mit der Welt und darum geht es in meiner Kunst, also verbunden mit der Außenwelt zu sein und mit sich selbst auch damit verbunden zu sein. Planung eigentlich nur insofern, als ich mir eine Skizze oder eben einen Entwurf vorher mache, das schon. Aber ansonsten ist auch sehr viel spontan, was direkt dann während der Arbeit entsteht, vor allem auch die Vorabgebung. Ich weiß natürlich, warum es um die Arbeit geht und ich wähle den Titel davon, also vom Thema. Aber wie genau ich das Werk nenne, entscheide ich ganz zu Ende. nenne, entscheide ich ganz zu Ende und ja, ich probiere eine oder andere Variante und einfach nach dem Gefühl schaue ich, wie es wird. Die Künstlerin, Grafikerin und Illustratorin Xenia Gerasimenko erhielt ihre Ausbildung in Wladivostok und Moskau, einerseits in den bildenden Künsten, aber auch andererseits in Wirtschaftswissenschaften. Das finde ich auch sehr bemerkenswert. Vor wenigen Jahren kam sie nach Österreich, wo sie mit der Malerei ihren neuen Lebensraum erkundete und eine Möglichkeit fand, sich diesen Lebensraum auch ein bisschen anzueignen. Ich glaube, weil ich ein ruhiges Leben haben möchte und so dass ich meine Kunst frei üben kann und so dass ich mit anderen Leuten sehr ruhig unterhalten kann ohne irgendwelche Begrenzungen. Und mir gefällt der europäischer Raum und Österreich besonders gern. Nachdem ich meistens nur einen Bleistiftentwurf habe und die Farbigkeit erst während der Arbeit entsteht, heißt das für mich auch, ich muss immer reagieren auf das, was ich schon habe. Das heißt, ich kann mich nicht einfach fallen lassen und dahin arbeiten, sondern es braucht einfach Konzentration. Leb studierte Malerei und Grafik an der Kunstuniversität in Winz und absolvierte darüber hinaus unter anderem eine kunsttherapeutische Ausbildung. Von der Malerei aus fahren sie zur Tapisserie und gerade hier scheint mir ein Begriff aus dem Mittelalter besonders treffend, die Bildwirkerei. Liebe Margit, das haben wir jetzt nicht abgesprochen, ich hoffe es passt dieser Begriff, ich finde den einfach sehr schön. Also die Bildwirkerei, ein alter Begriff für Tapisserie, dieses Wirken des Bildes, aber auch im Bild. Da hinten sieht man hier diese Figur, die aus einer hockenden, in einer aufrichtenden und wirklich aufrecht stehenden Position sich in einer Arbeit bewegt. eigentlich auch tatsächlich, wie es heißt, dieses innere Aufrichten des Menschen. Also so und ist eben bildhaft dargestellt über eine Aufstehbewegung. Aber da geht man schon um diese Frage, wie erlangt man als Mensch eine innere Aufrichtung und also so ein Themenkomplex. Und im Bild versuche ich das dann auszudrücken, diese Bewegung, die da stattfindet. Jede Arbeit existiert hier zunächst als Zeichnung und im Fall von Margit Leb sogar als Vorlage 1 zu 1, wie sie erzählt hat, bevor sie sich dann im Gewebe materialisiert. Und damit steht Leb in einer sehr langen kunsthistorischen Tradition, die von den mittelalterlichen Wildteppichen über die Tapisserien der Renaissance bis hin zu den textilen Avantgarden des 20. Jahrhunderts reicht. Die Tapisserie war über Jahrhunderte hinweg nicht nur Träger repräsentativer Bilderzählungen, sondern auch ein Medium des Speicherns, Verdichtens und Übersetzens von Welt. Okay, ja, also das Bild heißt Auf die Suche nach dem Glück. Und es geht darum, dass oft bei so vielen Menschen es so im Leben geht, dass die Dinge hierherum wirklich schön sind und es geht so viele schöne magische Sachen im Leben. Und trotzdem, wenn man irgendetwas Persönliches, irgendwelche Schwierigkeiten hat, sieht man diese Dinge nicht. Schaut man ganz an sich selbst drin und man sieht die Schönheit der Welt nicht immer. In ihren Bildern begegnet uns, begegnet ihnen eine hybride Ikonografie. Figuratives, monströses, traumhaftes, organisches. Pflanzen, Blüten, Tiere, menschliche Gestalten und rätselhafte Details. Sie haben es bestimmt schon entdeckt, da hinten die Teekanne oder ein Hase und das erinnert natürlich an Alice in Wonderland, aber auch in surrealistische Traumräume, in denen das Alltägliche ins Unwahrscheinliche kippt. Diese Verwebung von Realität und Imagination knüpft an Traditionen des fantastischen Realismus und der europäischen Wunderkammerkultur, in denen das Sehen selbst zum Ort und zum Akt der Verwandlung wird. Also das ist Schwärmerei. Und da habe ich immer wieder mal einen Vogelschwarm beobachtet, diese Bewegung, die da entsteht. Und das ist Zufall, wo ich sage, da sehe ich etwas, was mich fesselt und wo ich mir dann überlege, wie kann ich das umarbeiten oder aufbereiten für mich. Ich finde, Ihre Arbeiten wirken oder sind geradezu transkron, also Sie durchschreiten Zeitebenen, Sie gehen zurück, Sie docken an das Gegenwärtige, aber auch an die Zukunft. Sie erzählen mühelos von den unterschiedlichen kulturellen, symbolischen und ästhetischen Einschreibungen, die sich über Jahrhunderte in der Tapisserie sedimentiert haben. Die Arbeiten oszillieren zwischen Bild und Objekt, zwischen Fläche und Körper, zwischen Auflösung und Präsenz. Dabei wohnt der Technik selbst ein kontinuierliches Werden inne, ein Prozess, der niemals vollkommen abgeschlossen ist. In diesem Bild über die Verbindung mit der Welt habe ich Blau gewählt, weil Blau eine sehr ruhige und tiefe Farbe für mich persönlich ist. Und wenn es um Blau geht, fühle ich immer Ruhe. Deshalb habe ich zu diesem Bild Blau ausgewählt. So ist es beispielsweise. Also ich beneide meinen Mann, der in der Vorhand Arbeit fährt und dann ist er dort und auf die Nacht kommt er wieder. Und wenn man seinen Arbeitsplatz daheim hat, dann mischen sich da ganz viele andere Dinge mit ein. Aber ich bin trotzdem, also ich habe ja Aufträge, die ich als Plan zu erfüllen habe. Und man muss dann einfach diese Konsequenz haben, dass man sagt, fünf Stunden am Tag gehen dem Atelier und Punkt. Also das geht sonst nicht. Warum male ich? Weil ich ohne Malen und Zeichnen überleben nicht kann. Es ist einfach so, also wenn ich nicht male und nicht zeichne, fühle ich mich selbst nicht, ich verliere mich total in der Welt. Das ist meine Essenz, kann man sagen, Fintessenz. Also generell wünsche ich mir, dass die Textilkunst wieder mehr Beachtung findet, ja, aber ich glaube, dass dieser Wunsch schon im Werden ist, weil man kann das außen rundherum beobachten, dass es immer mehr Ausstellungen gibt, wo man Textilkunst zu sehen bekommt. Und dass auch diese Aufmerksamkeit, die sich, finde ich, auch verdient, wieder gegeben wird.