Guten Abend im Stifterhaus, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich darf Sie ganz herzlich zu unserem Festival Vorsommer begrüßen. Drei Tage lang möchten wir den Fokus auf die zeitgenössische literarische Avantgarde im deutschsprachigen Raum legen. Zu diesem Zweck bietet das Stifthaus in den nächsten drei Tagen Autorinnen und Autoren, zwölf an der Zahl, eine Bühne, um sich in ihrer jeweils individuellen literarischen Form zu präsentieren. Die Bandbreite reicht dabei von performativen Vorträgen über experimentelle Sprachspiele bis hin zu schon fast prosaisch anmutender Literatur, die die Erwartungshaltung an herkömmliches Erzählen aber immer wieder bricht. Warum der Blick auf die literarische Avantgarde eigentlich immer lohnt, ist rasch beantwortet. Zum einen zählt es zum Wesen der Avantgarde, aus dem Gewohnten auszubrechen und neue Möglichkeitsräume zu eröffnen, künstlerisch genauso wie in weiterer Folge gesellschaftlich. Zum anderen vermag sie zu zeigen, was bislang unentdeckt geblieben ist, Wahrnehmungs- und Denkmuster über das Wesen der Kunst werden potenziell ebenso hinterfragt, erweitert, ja auch gestört oder sogar zertrümmert wie fest verankerte Topoi der Gegenwartskultur oder darüber hinausweisend gesellschaftliche Konventionen. wer was künstlerischem Wert besitzt, warum schreiben wir einem Text, einer Geste oder einer gesellschaftlichen Konvention Sinn zu, sprechen diesen andernorts, aber ohne groß nachzudenken, einfach ab. Die Avantgarde, insbesondere die literarische, ist immer suchend hinter den Vorhang blickend, sowohl inhaltlich als auch technisch, das heißt in der Wahl ihrer literarischen Mittel. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist also eine riesige, darum sind die Tage des Vorsommers auch keineswegs programmatisch zu verstehen. Sie sollen nicht werten, nicht erklären oder gar belehren, vielmehr soll eine möglichst breite Palette von Möglichkeiten ästhetischer, literarischer Ausdrucksform erlebbar gemacht werden. Als Kurator für Nämliches Unterfangen hat sich dankenswerterweise Florian Huber zur Verfügung gestellt, den ich ganz herzlich bei uns begrüßen darf. Herzlich willkommen, Florian. Danke für deine Arbeit. Florian Huber, wer ihn nicht kennt, wurde in Linz geboren, studierte Philosophie in Wien und verbrachte mehrere Forschungsaufenthalte an der renommierten Harvard University. In Lüneburg forschte er am Lehrstuhl für Kulturgeschichte des Wissens zum Verhältnis von Literatur und Naturwissenschaften. Seit einigen Jahren ist er wieder in Österreich und als Programmleiter für den Janine Verlag tätig. Er wird uns in Kürze ein paar Worte zu seinen generellen kuratorischen Überlegungen zum Vorsommer sowie zu dessen Ablauf näher bringen. Von mir gibt es zum Abschluss noch eine frohe Botschaft. Das Beste soll man sich bekanntlich bis zum Schluss aufheben. Die Sommerpause des Veranstaltungsbetriebs im Stifterhaus naht und unsere Biervorräte sind noch zu gut gefüllt. Deswegen können Sie Ihre Geldbörse beim Bestellen eines Bieres die nächsten drei Tage stecken lassen. Sie sind unsere Gäste, solange der Vorrat reicht. Ich darf nunmehr Florian Huber um seine Einleitung bitten. bitten. Schönen guten Abend. Ich freue mich sehr auf die kommenden drei Tage. Stefan Höglberger hat schon angesprochen, insgesamt warten zwölf Lesungen und Lesende auf uns. Heute können wir mit vier Autorinnen Bekanntschaft schließen und ihrem Werk, nämlich mit Christian Steinbach und Valerie Prinz in der ersten Hälfte und im Anschluss dann mit Erwin Einzinger und Lydia Haider. Stefan hat ja auch schon angesprochen, dass die Auswahl, die dieses Festival bestimmt hat, nicht von programmatischen Überlegungen getragen ist, soll heißen, dass es nicht ein bestimmter Begriff von Avantgarde zugrunde legt. Das hat auch damit zu tun, dass dieser Begriff der Avantgarde seit seiner Entstehung immer schon umstritten ist. Umstritten nicht zuletzt mit Blick auf die Wortherkunft, das ist ja ein Begriff, der ursprünglich aus dem militärischen Kontext stammt. Avantgarde, das bildet die Vorhut, diejenigen, die voranschreiten. Und dieses Voranschreiten kann man ja zunächst einmal auch als ein positives Moment beschreiben, als einen Aufbruch, auch im literarischen Zusammenhang. Man kann aber vielleicht auch daran denken, dass damit ja auch eine bestimmte Trennung, eine Distanznahme verbunden ist, dass es nämlich die einen gibt und die anderen, die, die vorausgehen und die, die gewissermaßen hinterherhinken. Oder vielleicht anders formuliert, auch diejenigen, die vielleicht nicht nur vorausgehen, sondern die auch am Rand stehen, die vielleicht nicht mit der Mehrheit mitmarschieren. Und dieses Nicht-mit-der-Mehrheit-mit-marschieren ist natürlich auch etwas, das man sich nicht unbedingt aussucht. Insofern ist dieses Festival auch der Versuch, Literatur in den Fokus zu rücken, die es vielleicht, wenn es nur nach Marktkriterien geht, manchmal schwer hat im Literaturbetrieb, die zu wenig vor den Vorhang geholt wird, zu wenig sichtbar wird, die wir durch das Festival sichtbar machen wollen. Die Distanznahme ist aber, glaube ich, auch ein Begriff, der sehr gut passt zur Literatur von Valerie Prinz und Christian Steinbacher. Distanz bedeutet nämlich auch Abstand von sich selbst nehmen können, Abstand vom autonomen schreibenden Ich, vielleicht auch abzurücken von der Vorstellung, dass alles, was man zu Papier bringt, alles, was man literarisch formuliert und spricht, wirklich nur dem eigenen Denken und Schreiben entspringt. Dass also das, was wir sagen, das, was wir schreiben, das, was wir mit Literatur tun, auch dort, wo Literatur mit Handeln verbunden ist, immer auch auf den Gedanken, auf den Überlegungen anderer basiert, auch auf der Literatur von anderen, auf anderen Gedanken und Geschriebenen. Dass uns die Sprache also nicht ganz alleine gehört, sondern dass sie immer auch mit anderen geteilt wird. Und dieses die Sprache mit anderen teilen bildet sich, glaube ich, auch ab durch das Lesungsformat in diesem Zusammenhang, dass nämlich immer zwei Autorinnen einander begegnen, dass sie aufeinander mit ihrem Schreiben reagieren, dass dieses Schreiben und dieses Aufeinanderreagieren dabei aber auch Differenzen sichtbar machen soll, dass es sich um Unterschiede, dass es also nicht nur darum geht, Gemeinsamkeiten zu finden. Vielmehr kann man vielleicht sagen, dass die Literatur selbst dazu auffordert, solche Gemeinsamkeiten auffindbar zu machen, formulierbar zu machen, für sich selbst produktiv und gestaltbar zu machen. Soll heißen, dass auch wir als Zuhörende, als Lesende dazu aufgefordert sind, solche Bezüge zu den Texten zu knüpfen, wie die Texte es selbst auch unternehmen, indem sie auf unterschiedliche literarische und theoretische Bezugspunkte und auch auf unterschiedliche Sprech- und Schreibhaltungen Bezug nehmen, so wie das auch bei Valerie Prinz und Christian Steinbacher der Fall ist, die ich jetzt um ihre Lesung bitten darf. Vielen Dank. Ich schicke etwas voran, weil Sie vielleicht irritiert sind. Ja, ich muss momentan ein Sauerstoffgerät zu mir nehmen, weil der Sättigungsgrad, wenn ich aktiv bin, schnell runterfallen kann. Ich bin gerade in Behandlung wegen ein paar Sachen, aber ich denke, das wird bald auch wieder anders werden, gehen wir davon aus. Ich möchte einiges voranschicken in meinem ersten Teil. In meinem ersten Teil, das heißt, es gibt drei Tranchen für jeden von uns und es wird alternierend bespielt, dieses Modell. In allen drei Tranchen werde ich lesen aus dem Buch an einen Spruchpiloten, Arbeiten zu und mit Hans Arp. Ich zeige das jetzt her und lege es dann auf den Büchertisch als Ansichtsakzemplar, weil leider die Bücher heute noch nicht da sind von der Buchhandlung. Und das hat einen Grund. Aus meinem aktuellen Jürich-Band bei Janin lese ich nicht, denn da habe ich schon im Herbst gelesen. Florian Huber, der das lektoriert hat, wird das entschuldigen, denke ich. Und aus diesem Buch gibt es doch eine Präsentation, auch im Herbst, aber nur mit Texten aus dem Appendix. Und heute eben ganz andere. Und in diesem Appendix sind nur Texte, die ich geschrieben habe zu Musikstücken. Und diese Präsentation im Herbst wird eben ein Konzert gemeinsam mit dem Bass-Klarinetten-Trio Stumpp-Linsheim. Das ist noch lange hin, bis dahin wird die Stimme wieder zur Gänze vorhanden sein. Nun zur Bespielung dieser ersten Tranche. In allen drei Tranchen gebe ich auch ganz kurz Texte aus früheren Zeiten dazu, in dem Fall am Schluss beim ersten Mal, einfach aus dem Grund, weil es ja heute nicht um Buchpräsentationen geht und weil ich gemeinsam mit einer ganz jungen Autorin lesen kann und da freut es mich auch, älteres Material vom Frühjahr mit einzubringen. In der ersten Tranche lese ich drei kurze Vierzeile am Schluss. Die sind aus dem Jahr 1997, sind damals erschienen in der Zeitschrift Kursiv, gemeinsam mit Bildbegaben von Otto Sachsinger, einem Fotografen. Und davor gibt es jetzt aus dem Band an einen Spruchpiloten einige Risse. Auch dazu muss ich noch drei, vier Punkte anführen. Das ist alles einberechnet, das wird nicht länger dadurch. Erstens, was ist Risse? Ein Riss ist für mich etwas, wo ich aus einem fremden Material etwas herausreiße und dann sammle, unter bestimmten formalen Bedingungen herausreiße und aus diesem Fundus etwas neu zusammenfüge. Soweit dies. Es geht immer um sapphische Oden. Was sind sapphische Oden? Sappho 600 von unserer Zeitrechnung, eine Sängerin, Poetin, hat eine Strophe unter anderem entwickelt. entwickelt. Das kommt dann dreimal und dann gibt es noch in der vierten Zeile den sogenannten Adonäus. Und ich habe nun Material gesammelt und zwar Fischeoden daraus gemacht gemacht und so Material aus insgesamt 53 Briefen von Sophie Täuber an Hans Arp aus Arosa, wo sie einen Aufenthalt in einem Sanatorium hatte. Hans Arp kennen die meisten, ein bekannter Dadaist und Plastiker und Dichter. Sophie Taeuber-Abb ist leider weniger bekannt, eine um nichts weniger bedeutende Künstlerin, vor allem für ihre Kostüme und Teppiche auch, die hat da große Arbeit geleistet. Hier schreibt sie Briefe. Gut, soviel zum Rundum. Und nochmals muss ich voranschicken, denn ich habe aus dem Buch, das ich am Anfang erwähnt habe, in der Alten Schmiede gelesen, aus dem neuen Lyrikbuch bei Janine, jetzt im April. Und dann sind wir draufgekommen, hoppla, das sieht ja lange aus. Ich habe in der Alten Schmiede immer schon gelesen und ich habe wirklich das erste Mal dort gelesen, 1986, noch ohne Buch, mit dem Text, Text no set, der ist dann nie als Buch erschienen, in der Rampe ist etwas erschienen und in der Zeitschrift Freiburg. Und ich habe mich dann erinnert, ich habe damals schon oft Musik verwendet, wie zuletzt habe ich manchmal Musik verwendet und habe mich auf die Reise begeben. Was war das für eine Musik? Das ist von Hasime Tajibana, ein Japaner. Ich habe es gefunden, was ich damals verwendet habe. Das wird eben jetzt den Hintergrund bilden bei diesen Rissen, die ich da drüber lese. Sonst hat das nichts miteinander zu tun. Bitte, die Musik. Kämpfende Käfer, dir zu schreiben, die mich beneiden sollen, mit dem kleinen Schlüsselchen machen sollst, mitgenommen habe, es steht auf einem Hühnergerippe. Aber noch lange aufstehen darf. Es ist aber sehr bequem ihm, dass sie mich beneidet. Ich habe einen. Ob sie die wohl auch übernehmen möchte? Wenn ich dann selbst nur bayerisch und sächsisch mich doch etwas Besseres gibt die Zeit, die zeit wie ein kluger lustiger fisch der hausarzt ist ein breiter türkei sie haben aber immer galoschen warmwasserleitung wenn ein teil gemacht ist damit du weiter nach dem essen lese ich ihn, erst soll noch Anzudrehen, jetzt ist es besonders schön Ich, kommt dein Paket, ich Marionetten Und dann wieder rosa und wieder hell Und dass ich gar kein Recht habe, dich zu halten Passte, intrigierten und zankten nie und spielte mit ihnen. Initiative. In der Seitenkästli. Ich freue mich so. Ich will fragen, direkt daneben liegen, auch dass manche andere wieder liegen. Lustige Dinge. Von den Kartoffeln. Und es brauchte nur unter uns zu sein, so machen. Und es brauchte nur unter uns zu, tagelang zu liegen und kaum die Augen bis zu den Wurzeln fotografieren. Nämlich sehr von oben bis unten und sehr. Lieber guter Plönel, ich habe mich so. Dann den Ring auch fotografieren. Lass dir passende Seide schmieren und drucken. Was ihr macht und jede mag denken, was er, habe mich schon immer geärgert, wenn man. Ich bin wütend und in die Finger. Indische Märchen. Eine rechte Kugelfuhr. Morgen fährt der Kugelkopf nach Lugano. Wigman tanzt am 15. in St. Gallen. Kann ich selbst tragen. Thuricum Schumcreme. Hat noch recht viel Sinn dafür. Er ist nämlich mit dem besten Willen nicht viel dran wach. Wiege viel und wiege schon 59. Auf die Gesundheit. Wandel an Grazie. Die dünnen Beine der Preußenfrauen. Solche Sachen kann man nur recht genießen. Heißt es eher, ein Taucher versuchte obenher. Morgen ist Zornfest. Wiegende Zähne. So ein Wurm wie ich, der schon so nur immer mit Mühe essen, zu verstehen, nur muss man sich über ihre Ledermodelle nicht und ich warte. Ich hoffe, dass heute Abend ein Brief an dir kommt, Nicht gut aufzuhalten. Ich hoffe, dass heute... Liebes, liebes Männle, es tut mich ja so sicher noch lange. Heute gekündigt. Wenn ich daran denke, es war schon eine... Schon kaputt. Jetzt habe ich viel von dir zu. Eine kleine Reise. Geld, wenn es mir gut geht. Lauter. Gespenster. Soweit die Risse. Bei der Safischen Strophe geht es eigentlich um Agentement, um Zeilensprung. Hier wird auch konterkariert. Anders. Drei Texte aus früher Zeit. Dreierlei Aussicht. Eins. Die, die die Gisten postieren, damit das, was hier weggespült wird, sich auch ausgezahlt haben wird, wischen aus den uns rettenden Schacht. Aber die, die dann scheuern, die schmieren auch uns. Zwei. Hat so manches am Stecken, der sich unentwickt zieht, mit dem eifrigen Zuzug bläst, er wird ihn doch bald meinem Balg beugen, so wie sein Grillhuhn, denn das dämmert vor sich hin, streckt heißer das Fett nach jedem Fleck wie im Schlaf. Und drei, galt es, Hosen zu halten, hatten aber immer schon die, mit den doppelten Böden nur recht, komme ich angekrochen und rücke wieder ab vom Gerüst. Wollte doch gar nicht so lautstark sein, so gespreizt. Ich freue mich, wir freuen uns auf die erste Tausche von Valerie Prinz. Ich habe die ganze Zeit nach einer smarten Überleitung gesucht und jetzt wurde sie mir ein bisschen geliefert, das ist schön. smarten Überleitung gesucht und jetzt wurde sie mir ein bisschen geliefert. Das ist schön. Genau, weil Christian jetzt so schön die sappischen Oden eingebracht hat und Florian über das avantgardistische Schreiben als etwas wie eine Nische auch gesprochen hat, so habe ich das zumindest verstanden. Und in meinen Texten geht es sehr viel um Leerstellen, queere und lesbische Lebensrealität und Sappho als die Urlesbe und die Avantgarde als die Ur-Nische oder so nehme ich jetzt mal an, passen ganz gut. Außerdem spreche ich über die Seite 100 Teletext, falls Sie das kennen. Die meisten Geschichten beginnen damit, dass jemand irgendwo hin will. Mich interessieren zunehmend jene, die beginnen, wenn abgebogen wird. Meist falsch und plötzlich findet man sich an einem Ort wieder, an dem man gar nicht geplant hatte zu sein. Das ist in meinem Fall hier heute nicht der Fall. Plötzlich gibt es keine lineare Dramaturgie mehr. Plötzlich nur noch eine Begegnung durch Fragmente und Abrisse. Man klickt sich durch Zeilen und Nebenprodukte, durch Off-Topics und By-the-Ways. Vielleicht schreibe ich deshalb. Vielleicht, weil Literatur für mich noch immer einer der wenigen Orte ist, an denen ich nicht das finde, wonach ich suche. Aber es geht mir hier nicht um eine Suchbewegung, wahrscheinlich aber um eine Bewegung auf irgendeine Art und Weise, in jedem Fall aber um Leerstellen. Konkreter zerbe ich mich heute durch den Teletext meines Schreibens und finde, denn ich suchte ja nicht danach Stellen, an denen ich abbog. Betrachten Sie mich heute also als Röhrengerät, als Unterhaltungsbox, als Projektionsfläche und ultimativ den Punkt, auf den Sie Ihre Augen richten, wenn Sie diese nicht geschlossen halten, um zu lauschen. Für jene, die nicht mit Teletext aufwuchsen, schreibt Wikipedia Folgendes. Unter Teletext versteht man eine Kommunikationsform zur Verbreitung von Nachrichtentexten und bildhaften Darstellungen, die bei analoger Übertragung in der Austastlücke des Fernsehsignals eines Fernsehsenders ausgestrahlt werden. analoges Fernsehbild hat 625 Bildzeilen. Davon werden nur 567 Zeilen für die Übertragung eines Bildinhaltes genutzt und der Rest ist diese Austastlücke, während der sich das Fernsehgerät auf den Empfang des nächsten Bildes vorbereitet. Während mein Hirn sich auf den nächsten Gedanken vorbereitet, auf so etwas wie Kohärenz oder gar Konklusion, rastert es, was vermeintlich nicht oder nicht mehr von Nutzen ist. Einkaufslisten und To-Do-Listen und Pro- und Kontralisten. Die letzte Silbe des vorangegangenen oder des anschließenden Wortes. Wort, Wort, Wort, Worrying much. Meine Augenbrauen machen dann immer diesen besorgten Bogen. Er lässt sich poetologisch begründen, heißt es, aber ich begradige ihn und sage Nein. Keine Sorgen, sorg, sorg, sorgfältig schreibt es sich nun mal nur in Falten, aber sorgen Sie sich nicht um mich. Sorgen mache ich mir nur dann, wann immer sich darauf berufen wird, dass alles Abweichende eine Gefahr für die menschliche Moral an sich sei und dies mit so etwas wie dem Wort der Unnatürlichkeit begründet wird. Drag, Gays, Transmänner, die schwanger werden, Hetero, Strap-ons in Hetero-Beziehungen, ein Sticker, auf dem geschrieben steht, wir sind keine Schwestern, unnatürlich. Wir sind keine Schwestern, unnatürlich. Eine körperliche Abweichung, Sie verstehen. Wussten Sie, dass Heidelbeeren selbstbefruchter sind? Dass Moospflanzen oft Zwitter, also Hermaphroditen sind? Oder ihre Sporen sich zu männlichen und weiblichen Ausprägungen entwickeln, die jedoch völlig unabhängig voneinander von festen biologischen Kategorien existieren? Dass, wenn sie versuchen, ihr Gegenüber zu berühren, also sie im Publikum ihr Gegenüber zu berühren, die Atome ihrer Haut und es eigentlich das ist, was Sie spüren? Klassisch. Eine körperliche Abweichung. Sie verstehen. Einmal abgebogen und, ups, Sie sehen an meiner Form vorbei, haben sich nur verklickt, ja, ja, kurz einmal die Augen in eine andere Position begeben, ja, ja, sie wollten doch gar nicht, sie bewegen sich sonst auch nicht auf solchen, ja, ja, und jetzt finden sie nicht mehr den Knopf zurück, wollten doch nur kurz, nur kurz mal sehen und jetzt ziehen sie vom Weg, ja, ja, das passiert, wenn die Finger so etwas Verwegenes wie Möglichkeit umschließen, Verzeihung, abstoßen. Das hat fast etwas von botanischer Exkursion. Finden Sie nicht auch? Das Angenehme daran ist, dass Sie von jetzt an frei entscheiden dürfen, ob Sie abbiegen oder nicht. Ob Sie in den Zwischenraum meiner Worch, Worch, Worch, aber was machen Sie denn für ein Gesicht, sorgen Sie sich nicht. Ob Sie in den Zwischenraum meiner Worch, Worch, Worch, aber was machen Sie denn für ein Gesicht? Sorgen Sie sich nicht. Ich werde es auch keinem verraten. Stellen Sie es sich so vor wie einen Spaziergang. Sie gehen die Landstraße entlang oder Richtung Dom. Sie sehen ein mit Schotter ausgestreutes Beet in einer Seitenstraße zu Ihrer Rechten und sie denken sich nichts dabei. Denken nur einmal kurz abbiegen, nur einmal kurz abbiegen und den Schotter ansehen, kurz abbiegen, den Schotter ansehen. Sie sind fasziniert von der Form der Steine und ehrlich, es denkt sich doch auch viel unbeschwerter, wenn man Abgerundetes betrachtet. viel unbeschwerter, wenn man Abgerundetes betrachtet. Sagt Ihnen der Begriff Pionierpflanze etwas? Pionierpflanzen sind jene, die als erste einen zuvor unbelebbaren Ort annahmen, also jenen, an dem zuvor nichts war und auch nichts wachsen kann. Schlechte Bedingungen herrschen, Hitze, schotter kaum nährstoffe leere zahlen im dazwischen flechten mose krautige pflanzen zum beispiel disteln oder natternköpfe der teletext bewegt die zeilen der austauschlücke meiner aufgeschriebenen ged. Die Textdaten sind seitenweise organisiert und bieten Platz für 25 Zeilen zu je 40 Zeichentext. Die Seiten können mit 69 verschiedenen Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen ganz frei gestaltet werden. Nicht als Gegenwelt, sondern als Nebensystem. Das Moos wächst auf dem Schotter nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern innerhalb ihrer Infrastruktur. An einen Spruch Piloten. Texte zu uns mit Hans Arp, es zählt verschiedene Arbeiten, aber alle poetischen Arbeiten fußen irgendwie auch auf Arp. Das betrifft die Risse, wir waren jetzt bei den Rissen, jetzt kommt es zu den Substituierungen, im dritten Teil zu magischen Worten. im dritten Teil zu magischen Worten. Der zweite Teil. Auch hier werde ich etwas Frühes am Schluss lesen. Diesmal gehen wir nicht ins Jahr 1997 und in die Zeitschrift Kursiv, sondern noch weiter zurück in das Jahr 1995 mit einem kurzen Text nur aus Adjektiven und Adverbien. Und dann in das Jahr 1994 mit einem Text, der sich nur am Lautmaterial der Worte orientiert, wo wir auch einige adjektive zentrale Stellen bekommen. Soweit der Vorausblick. Und jetzt ins aktuelle Buch, aus dem ich etwas mache. Und zwar Substituierung, habe ich gesagt. Das ist ein Zyklus, der meiner Mutter gewidmet ist. Etwas Seltenes. Das hat aber seinen Grund. Denn Hans Arp hat 1959 einen Zyklus geschrieben, einen Gedichtzyklus mit dem Wort betitelt Monsanz und ich habe daraus einen Zyklus gemacht mit dem Titel Schuhverstand. Meine Mutter war Verkäuferin in einem Schuhgeschäft ab meinem elften Lebensjahr, dann bis zu ihrer ab meinem 11. Lebensjahr, dann bis zu ihrer Pensionierung. Und ich dachte mir, das ist ein schöner Anlass. Und ich ersetze Mond durch Schuh und fast alle Substantive habe ich ersetzt, auch manche andere Wörter, auch Adjektive hin und wieder, ein Verb. Die kleinen Wörter lese ich gleich. Bei so einer Etüde geht es darum, dass man natürlich das Ganze im Auge behalten muss. Es ist schon eine Fülle von Gedichten, denn das Ersetzte muss auch an anderen Stellen dann passen, in dem neuen wie auch in dem alten Zusammenhang. Wie so eine Ersetzung für sich geht, dazu ein Beispiel zu Beginn, wo ich aus beiden etwas bringe. Aus Monsant von Hans Arp und aus Schuhverstand von Christian Steinbacher. In einer eckigen Nacht rollen ronde Monde. In einer anstrengenden Saison verlieren sich abrollende Schuhe. Zwei Monde würfeln um eine Rose. Zwei Schuhe wetteifern um eine Hose. Ein Mokassin-roter Schuh, ein Burgund-roter Mond, das war verkehrt, pardon, ein Burgund-roter Mond, ein Mokassin-roter Schuh und ein französischer weiblicher Mond, eine Madame Lalune. Und ein französischer weiblicher Schuh, eine Madame La Chausseur. Sie ist ganz besonders reizend, sie ist ganz besonders trittsicher. Ich will aber dem lieben deutschen Mond bei Leibe nicht zu nahe treten. Ich will aber dem lieben deutschen Schuh bei Leibe nicht zu nahe treten. Weinselige Trunkenbolde träumen, saumselige Pferdenleser entbinden. Von einem guten Tropfen, der die Größe unseres guten Mondes hat, vor einem berückenden Stapfen, der die Größe unseres berückenden Schuhes hat. Ein wurmstichiger Mond fällt aus den Zweigen der kosmischen Kulissen. Ein wurmstichiger Schuh quetscht sich in die Dielen rustikaler Tanzböden. Ein Mond verlässt einen kosmetischen Tempel. Ein Schuh verlässt einen rundkreisartigen Krempel. Frisiert, onduliert, dämonisiert und besonders beschirmt, gewichst, ausgestopft, imprägniert und besonders angelacht, von einem geschwungenen und gewichsten Überschnurrbart, von einem geschwungenen und frisierten Überknäuel. Eine Billiardkugel hält sich für einen Mond, eine Schnabeltasse hält sich für einen Schuh. Ein voller Mond möchte einschrumpfen, ein angefüllter Schuh möchte ausdampfen, ein Menschlein werden, eine Wade werden und mit müden Gebärden und mit neuen Gefährten ganz und gar menschlich versumpfen, ganz und gar wadengerecht weiter stampfen. Nun nur in meiner Version, es ist doch nicht so, dass Abstexte im Buch dabei sind, nur bei diesem einen Beispiel ganz hinten. Er hebt ab, er gibt nach. Nun ist er ein Schuh, nun ist er eine Hose. Nun spannt er Strecker. Oh, die süßen Erhebungen. Oh, wie dehnt er sich über dem Falten des Bondes. Ist er ein Bond? Ist er ein Bügel? Der Bügel trägt die Hose. Der Bügel trägt den Bond mit seinen schuhgerechten Füßen. trägt den Bund mit seinen schuhgerechten Füßen. Schuhbügel umhegen die große Hose. Ist die Hose ein Schuh, der sich unter allerlei Hosen zeigt? Und der Schuh zeigt sich mit dem Bügel. Und der Schuh zeigt sich mit der Hose. Und der Schuh zeigt sich mit dem Bund. Er gibt nach. Er hebt ab. Ein kurzes mit Varianten. Das Spiel im Schuh tritt mit dem Stand im Schuh in die Bastei und setzt sich dort mit ihm im Schuhschnurren auf eine Masche. Varianten. Der Stein im Brett steigt mit dem Loch im Brett auf die umrangte Bühne und setzt sich dort mit ihm vom Bretterschlag auf einen Ast. Den Dreck am Stecken nötigt noch vom Glanz am Stecken, dieser neue Bildersturm und wartet weiter wo mit ihm auf Stecklinge des Putzpatrons. Das Herz am Fleck reicht mit dem Recht am Fleck ins sinnigste Verquicken und pumpt sich dort mit ihm vor Fleckenteufeln bis in Rage. Der Ursprung, der Mann im Mond reist mit der Frau im Mond auf die Erde und setzt sich dort mit ihr im Mondschein auf eine Bank. auf eine Bank. Die Zicke an der Krone bringt der Zacke in der Krone einen aller, aller, allerbesten Verruf und verstellt somit ihr das Krönende zu Gegensein des Fleisches. Noch eins. Ein Schuh aus Gespreiztheit, ein Schuh aus Seelenreiz, ein Schuh, der so tut, als sei er unvergänglich, aber unversehens und im Fußversenken vor dem Flanken eines Schuhbündners auf schlotternde Stiefel wechseln lässt, um im gleichen Flankenzug aus den schlotternden Stiefeln hinter dem Schuhbündner wieder aufzubegehren. Stumm, wild, lederig, rutschfest. Das ist fast gleich, denn auch bei Ab heißt es am Schluss stumm, wild, dann aber silber. Da wurde lederig draus und lächelnd. Da wurde rutschfest draus. Nun diese Texte mit den Eigenschaftswörtern. Da gibt es sogar einen Bezug, Avantgarde hin oder her. Es gab hier eine Veranstaltung im Jahr 1995 und 1990, Binome, gemeinsam veranstaltet von der Künstlervereinigung Merz und dem Adalbert-Stifter-Institut. Hier in diesem Raum gab es drei der sieben Paarungen mit Franz-Obl-Josef Bauer, Fritz Lichtenauer, Waltraud Seidelhofer und Inge Dick und Bodo Hell. Ich war auf der anderen Seite, drüben in der Galerie, vertreten und habe einen Text gemacht zu einer Dierschau zu, es ging um die Koppelung von Bildung der Kunst und Literatur zu Charles Kaltenbacher. Der hat den Michael Jackson pro Dia immer mehr zu einer Mickey Mouse werden lassen und im Text habe ich auch den Text immer mehr in diese Art rübergleiten lassen und diesen Text vorangestellt, weil dieser Eigenschaftstext. Unbändig, abgelassen und eins. Zu Hauf, rund, unumschränkt. Griffig, frisch, eingenickt. Hell aufgeknickt, echt fast überhöht, fossatfrei, pigmentiert, synthetisch, quer, mehr, merkwürdig, hügelfrei, gerippt, x-fach verbeult, bunt, töricht, entleert, befangen, himmelblau, klar. Und nun diese Leine, von der ich gesprochen habe. Schwindend kurz, nackt, flüssig leichtes, an dem Schal bestallten Stellwerk, das da brandvoll schmal vertautem, das da innig schlicht gedicktes schichtet über prunkvoll saurem, dass der rastlos seicht wie schüssig weicht dem denkbar dichtgeschalten, dass der frisch und künftig gleich den schrill gerippten Krägen. Dieter, schnell und hörbar, kommen, Dieter, kommen, Dieter, kommen, Dieter, kommen, Dieter. Ich freue mich wieder auf Valerie Prinz. Applaus I declare war on an empty space. Die Schnürsenkel sind steif und lassen sich nicht binden. Sie brechen höchstens und dann ist es aus. Die Vögel singen keine Liebeslieder. Ich las letzte Woche, dass neben ihnen nur Mäuse und Wale singen. Ich las letzte Woche, dass neben ihnen nur Mäuse und Wale singen. Der Boden schreit, dass ein ungeschützter Fuß hier taub werden und nicht weiterkommen wird. Und weiter muss es gehen, sonst bleibt man zurück, mitten auf der Strecke. Ein paar bleiben bei einer, vielleicht zu den Seiten ein stampfender Korridor. Nimm das nicht persönlich. Sagen wir sanft und streicheln einander das Haar am Hinterkopf und ein Chor braucht schließlich Mitglieder. Das Kreuzworträtsel neben dem Absatz über singende Mäuse fragte in den leeren Feldern nach einem Lebewesen mit Rüstung als Haut. I declare war on an empty space beginnt René Pollisch 2015 eine Audioaufnahme für die Serpentine Galleries. Wir marschieren den Aufstieg entlang. Die Schienen gefüllt mit Talgsekreten der Stadt. Der Bordstein wirft keinen Schatten. Wer Augenkontakt am Fußgängerübergang sucht, bleibt zwischen den Streifen hängen. Der Asphalt eine Fratze. Die Ampeln sagen Stop und Go. Stop, Go, Stop, Go, Stop, Go, Stop, Go, Stop, Go, Stop, Go, Stop, Go und was man sonst noch so reinliest. Stücke vom Stuck der Fassade gibt es nicht. Die brüchernen Reliefs liegen rückstandslos an den Wänden. Sie warten auf das Gerüst, den Crash, die rauen Hände. Die Oberleitung belächelt uns, hebt und senkt sich im Takt unserer Füße, wie unsere Brustkörbe und Streifen Bauchdecken. Sogar die Kräne haben Klauen, in der Ferne performen sie das gute Leben, setzen Stein auf Stein, der Wind raunt, er trifft frontal auf uns, während die fortschrittliche Skyline sich am Laufband selbst produziert. Wenn man etwas oft genug hintereinander wiederholt, verfestigt es sich oder es verliert seine Bedeutung. Windschief gehen wir zwischen Schienen und Gehweg, knicken unterschiedlich, aber nie ein. Knöchel, Knie, Hüfte, Nacken. Man hört uns nicht. Was nicht heißt, man hört uns nicht. Die Hosentaschen sind ausgebeult. Die Spikes für den Anstieg immer dabei. In den Ohren pfeift es. Die Spitzen wetzen an den Schenkeln. Manchmal flüstern sie. Sagen, dass das Raunen kein Bekenntnis der Landschaft ist. Auch Metall sinkt. Wir marschieren mit geschlossenen Augen und träumen von dem Bauchdecken jener vor uns. Sagen, wir können nicht vom Weg abkommen. Der Schweiß, der uns die Augen zuklebt, ist der Beweis. Immer wieder wischen wir uns mit dem Arm aus dem Gesicht. Ein Rauschen nach links, ein Schnalzen der Hände nach unten. Every once in a while, remember that this body is also yours. Watch me flow and tumble across the boundaries between myself and your reality. Raunt es aus dem Fernseher. Im Vordergrund der Skyline hängen die Dächer der Wohnhäuser durch unter dem, was im Schornstein fest sitzt, was vom Wohnraum nach oben steigt, den Mündern nach oben auskommt. Und die Giebel geben nach, die Gipfelkreuze fallen, beim Aufschlag auf die Ziegel ein heller Ton. Noch einer, noch einer, noch einer. Jeden Tag werden neue aufgestellt, die Spieluhren wieder aufgezogen. In Sicherheit wiegen hat also einen Refrain, der unsere Lippen nie berührt. hat also einen Refrain, der unsere Lippen nie berührt. Die Wohnzimmer sind voll davon. Aus und neben das Fenster Synonyme. In der Mitte des Raumes steht es sich am ungemütlichsten. Wenn es tagelang regnet, muss ein Loch in die Decke gestoßen werden. Dann flutet die Wohnung kontrolliert und kann unbeschadet wieder trockengelegt werden. Balkone werden angebaut, die Glastüren beschleunigen den Prozess. Darauf mit Saugnäpfen ein Haus für Vögel. Sie knallen gegen die Scheiben, sitzen auf Holz, dealen, stopp, go, stopp, go, stopp, go, bis sie entweder wegfliegen oder sitzen bleiben und Tage später tot sind und entsorgt werden müssen. Die Abstände zwischen den wetterbeständigen Brettern sind immer gleich. Der Blick nach unten auch, mit Schaufel und Besen zum Mistkorb, Mistkübel auf, Vogel rein und so weiter. Die Outdoor-Teppiche sind aus Plastik, Naturfaseroptik, nudefarbene Schirmständer, unter dem Sockel wächst Moos. Den Schornstein fegt niemand, nur wenn die Erde zittert, rust es. Wir machen keine Pausen, haben keine Zeit zu fragen, was nach der Erschöpfung kommt, gehen weder auf etwas zu noch von etwas weg. Das heißt nicht, der Weg ist das Ziel, der Weg ist der Weg. Wenn wir Hunger bekommen, haben wir Snacks dabei, Riegel in den Rucksäcken. Durstig werden wir nicht und falls doch, stecken wir unsere Hälse in die hölzernen Viehtränke der Gassen. Die Riegel reißen wir mit unseren Backenzähnen auf. Dann stecken wir sie in die Hosentaschen. Die Riegel und die Spikes sind keine Antonyme. Sie passen ineinander wie Zecke und Fleisch. Die Bürsten des Reinigungsfahrzeuges, der Stadt, dreht sich wie die Erde um sich selbst. Aus unseren Sohlen bröckelt es. Es gibt keinen wütenderen Abrieb. Manchmal mischt sich in das Rauschen der Unterarme, nach links, nach unten, das Ausstoßen der Luft. Würden wir alle zugleich ausatmen, hätten wir klare Sicht bis weit über die Kräne. Wir sehen nur bis zu den Kränen, der Skyline, den Bauchdecken, der Haut, der Haut, der Haut. Immer wieder versichern wir uns an ihr, dass das temporär ist. Ziehen sie stellenweise ab, wie die von gekochter Milch. Ziehen sie stellenweise an, ziehen stellenweise neue über die alte, schlürfen, kurz nimmt es Gestalt an, manche ersticken aber auch in ihr. An ungeraden Tagen liest sie sich rückwärts. Wehe uns einander vor, stellenweise rissig, porös, die Haut platzt wie ein Kokon, das darunter ist aber nicht immer neu. Stop go, stop go, stop go, stop go, reiben bis Punkte bleiben, auch mit geöffneten Lidern. Wenn der Aufstieg zu steil ist, helfen auch die Spikes nichts mehr zuverlässig. Sie kratzen an der Oberfläche, sagen, man findet hier keinen Wal, Maus oder Vogelgesang. Aus den Schnebeln, Mäulern, Mäulchen dröhnt Maschinenlärm. Der Fuß rutscht nach unten hinweg, die Finger und Nägel sind haltlos. Wir krachen aneinander wie tektonische Platten, nur dass das Beben sich nicht an Ort und Stelle auswirkt, krachen aneinander wie Autos im Gegenverkehr, Böcke zur Brunftzeit, keiner von uns ist Geisterfahrerin, Schädel, Stirn, Nasenrücken, Kinn, hartgekochte Eier zu Ostern, Ritter mit Lanzen, aber ohne Pferd. Risking global sensitivities, schreibt Sarah Ahmed auf ihrem Substack. Wir warten auf den Crash, die rauen Hände, ein Gerüst. Unmittelbarkeit ist unsere einzige Konstante. Ihre Konsequenz zieht Tage später als kaum spürbares Beben in die Wohnräume. Wie ein falscher Takt im Wiegenlied, im Refrain. In der Brust ein Stolpern. Mit zwei Fingern werden die Bilder sorgsam wieder gerade gerückt. Der Ruß verblasen. The label of order in terms of living beings divides the map according to similarities and differences. Beendet René Pollos die Audioaufnahme 2015 für die Serpentine Galleries. Ich schrieb mit dem Kugelschreiber fünf Buchstaben in die leeren Rechtecke. L-E-S-B-E Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Ich mag Texte in Wirrform. Das hat mir gefallen. Und dass der Weg der Weg ist, das hat mir auch gefallen. Denn der Weg ist das Ziel, das ist ein bisschen zu viel. Weil es gibt ja auch was zu entscheiden. Da sind wir nicht daheim. So viel zur Vorgängerin. Das hat mir gefallen. Marulam katapult ilam ilam, schreibt Hans Arp in seinem Text die gestiefelten Sterne. Also auch sowas kommt vor bei Hans Arp. Nicht typisch für ihn, eher selten. Und ich habe es auch nicht so mit den magischen Worten. Aber ein bisschen was in diese Art habe ich dann doch versucht, mit meinen Bannsprüchen. Ich komme da eher von Schwitters und Hausmann, nicht von Hugo Ball. Obwohl so viel Täuber hat er bei Hugo Ball, also zu diesen Gedichten, von den ethischen Gedichten von Hugo Ball bei den Dadelsäuren getanzt, in ihren wunderbaren Kostümen und immer mit Maske. Weil sie hat auch unterrichtet an einer Gewerbeschule und da hätte man nie wissen dürfen, dass sie dort tanzt. Das ging nicht. Also es hat auch solche Gründe. Es gibt auch immer solche Gründe, warum was gemacht wird. Gut, das nebenbei. Ich drehe das jetzt um und lese diese Bannerrufe, zwei davon. Und das Titelgedicht, ein kurzer Vierzeiler, aus eben an einen Spruchpiloten, Texte zu und mit Hans Arp. Und ganz am Schluss aus diesem Gedicht noch ein ganz helles Gedicht. Das alles am Schluss und es ist zuvor älteres. Ich drehe es also um. Und da gehe ich jetzt ganz weit zurück in das Jahr 1984. Da entstand dieser Text Neuset, wo es dann Auszüge in der Rampen im Freiburg gab und daraus habe ich es 1986 eben in dieser erwähnten Lesung in der alten Schmiede gelesen und das ist noch vor meinem Formexperiment, möchte ich sagen, vor meiner dezidierten Beschäftigung mit Haus und mit Nebel oder weiter heroben mit Pastier, mit Mohn, was auch immer. Also das ist noch eine frühere Phase, vielleicht auch noch gar nicht, aber gar keine Ahnung. Ich habe es damals gemacht und habe damals gelesen und die Musik von damals, wie gesagt, die ich ausfindig gemacht habe, diesen Halsime Tashibana, den hören wir dann noch einmal erst, eine Minute nur. Und da lese ich jetzt wirklich drüber aus diesem alten Text aus dem Jahr 1984. Dann springe ich kurz in einen Text zwölf Jahre weiter aus dem Jahr 1996, der entstand damals im Rahmen eines Textes, der zu einem Film von Fritz Wilder entstanden ist, ein Gedichtssprengsel in dem Prosetext und dann, wie gesagt, diese Bannrufe, auf die wir dann noch zu Recht am Schluss kommen. Aber ich bitte jetzt das Musikbeispiel 2, Text 1984. Musikbeispiel 2, Text 1984. So also geht's dann aber auch nicht, ich rief. Und höher, so dachte ich, vielleicht geht es höher. Ich kletterte dann auf die Tischplatte rauf, versuchte mich da nun mit Rundblick. Er blickte so also aufs Zimmer hinunter. Nicht lange aber, ich roch dann zurück und tiefer. So dachte ich, vielleicht geht es tiefer. Dann klappte ich mich schnell da zusammen. Die Decke, der Polster, das machte mich klein. So, aber ging es dann wieder auch nicht. Wurden und daraufhin der Zornig, die sinnlose Gäste, verpasste der Luft einen Tritt. Z! Vier Jahre später. Als einzig große Exposition für Nichts und Wieder wird die, die sich verzieht wie in der Dauer einer Fliehkraft einer Tür und nicht wie dein verzogener Blick mit seinen auf Details erpichten Macken. Ganz ohne Ziehe wird die, scheint so dem Blick, das nichts mehr folgt. scheint so den Blick, dass nichts mehr folgt. Wo wir uns doch zurückgezogen in das Abgerückte, Zugeschnürte, den um nichts mehr auszuscheiden, das Blickwerk längst schon abgesprungen, das nichts mehr ausbricht aus der großen Schachtel. Drängt sich die Sicht im Dauerschachtel und sehr gefällig und mit stillgestellten Wachteln hin zu nichts als lauer Luft. Ganz draußen überziehen Bögen die geschmeidigen Wimpern. Verbinden wollten wir, was also fliegt. Wimpern verbinden wollten wir, was also fliegt. Der Wimpel winkt nach hinten oder wo wir weiter weilen werden, wie festgefahren klebt der Gub verschnürte Buschen an und wir am Boden weit und breit und lang und schleichend steht, in eins und längst bevor dies haften bleibe. Uns und um keinen Wechsel oder Ablauf da, jetzt hält es gar aus Steifungsträger, der heißt der Terminus, für dieses unablässig weite Feld. Bannrufe. Ich lese sitzend. Zurückhaltung, bitte. Angstabwehr. Ja. Sie sind einfach, ja gut. Zurückhaltung, bitte. Angstabwehr. Sie sind einfach, ja gut. Russner Harley, Russner Harley. Klettverschluss geht an die Wäsche. Brett und Körbe pressen Flechten. Duftstein, Spülgel, Hautcreme, Kleinkram. Russner Harley weiß die Schwellen einzudämmen. Kampf der Wade, die sich ziert, der Krampf zieht Leine. Russner Harley macht ihm Beine. Russner Harley, Russner Harley wirkt die Reinigungstablette, zeigt sich endlich Appetitstier. Schaukeln wir bald wieder alles, wo doch schon der kleinste Ausgang zu erfreuen weiß und Harley sitzt die Pfändung auch im Nacken. X, X, X, X, X, X, X, X, X, gibt das Leben wenig Sinn her. Russner Harley, Russner Harley, Hauptsache es ist kein Blut drin. Und ein zweiter Bannruf. Schnäppchen will dem Mond nicht weichen. Erscheinungsabwehr. Bixen, Doxen, Muxen, Raxen. Super. Zappalot und Zappar klappern. Bis im Schlepptausch scheppern, schlappen und dem Arm den Klappstorch pappend, dass das passt auch sonst wo, doch um keinen Pfropfen gießt die nach die Schnäpfe. Nein, nicht nehmen soll vor einem Punkt Reißauswehr, bis an Deckenhof und Nachbild konkurrieren. Nein, Reißaus nimmt nichts vor einem Wolkenhauer. Dadurch, diese hohle Wolke, wirst du kommen. Ein Gewölk, ja ist es, alle, alle, wie es auch fällt, auch überlisten. Raxen, Doxen, Boxen, Muxen. Natürlich wirken diese Worte nicht mehr als andere Worte. Ich kann doch einfach eine Zeile der Kronenzertnung nehmen, es ist egal. Da müssen wir aufpassen. Die Sprache, wie soll ich sagen, wenn heute prämiert werden Leute, die vor allem nur Erde und Rede gleichschalten und das ernst nehmen, so sind wir schon vor einer esoterischen Gefahr. Ich bin da schon Wittgensteinianer und der Kontext macht das Ganze erst zu dem, was es ist. Gut, trotzdem wird hier an einen Spruchpiloten das Titelgedicht jetzt gelesen. Das wollte ich eigentlich mehr schreiten. Das geht dann doch von der Kraft heute nicht. Ich lese aber das Gedicht dennoch noch. Zu, bei Gaunerei euch sprecht, trug ihn echt. Macht ihn, Gaunerei, euch stark, trug sucht Quark. Sprecht euch zu bei Garnerei, trug mal drei. Sprecht bei Garnerei euch zu, trug ihm nur zu. Bei Garnerei euch sprecht, trug ihn echt. Macht in Gaunerei euch stark, trug sucht Quark. Sprecht euch zu bei Gaunerei, trug mal drei. Sprecht bei Gaunerei euch zu zu trug ihm nur. Hier wird quasi Taddeus verbunden mit konkreter Poesie und vielleicht einer Kritik an dem Fake-Tum. Von heute zum Schluss ein helles Gedicht, wie gesagt. So soll es sein. Disziplinen sind nicht meine Sache. Da halte ich mich nicht gern auf. Irische Butter, ein helles Gedicht. Wer, wenn nicht die Wonne, so fragst du, es hat schon sein Gutes zu schlummern, sein Gutes. sein Gutes zu schlummern, sein Gutes die Aule machen zu können. Und die Ruhe hüllt ein und die Nacht ist ein Mantel, es mangelt. Auch ein Rauschen und Wind hier, eher Innengeräusche, ein Schleifen und alles. In Köchern, am Köcheln, sie dringen nach außen. Wie Hürduft, wie höhere oder auch niedrere Schwaden. Ein Grummeln, ein rumorendes Brummen, das sonst ja gar nicht wahrgenommen werden hätte können. Und zwar generell und von niemandem aber, was wird, das ein Hüftschwung, ein leichter und ist. Der Tanzschritt gefunden, so hält sich das Leben gut aufrecht für den einen oder anderen Tag. Da schon ruft wer, Butterseite, ja doch, ja doch. Danke. Und Valerie Prinz. Eins. Auf der Zunge gärt das nächste Wort nur, solange ich schweige. Ich möchte Ihnen beim Aufgehen zusehen. Ich egoistische Bitch. Seda, sage ich. Und Walli, sagt sie. Wir Männer beim Spielen zusehen, jede Sekunde benennen. Zwei. Ich habe aufgehört zuzudecken. 2. Dämonen ersticken. Bis ich sie aufschlage, sehe, erschlage, um keine Sekunde mehr mit einer Begegnung zu verschwenden, die nicht von Dauer ist. Drei. Ich schreibe das Feld, das Gras, dem Wind ein Geräusch, das ich noch nicht kenne. Es zieht. Es zieht, dass die Wimpern ausfallen. Sie nebeneinander aufzureihen, ein Dispositiv der Dringlichkeit, ein Widerdes entgegen. An der Haut zu Haut der Fensterzarge. Ich öffne sie also nie. Haut, Fenster. To. Ich öffne sie also nie. Hautfenster. To keep things distant, close. Das Feld auf der Haut geleert, das Feld auf der Haut geleert, das Feld auf der Haut pflügen. Ich schrieb, um die Haut zu pflügen, beschreiben, bekennen, bemerken, bemängeln, beweisen, schrieb den Schmutz. Vier. Und dabei habe ich doch beschlossen, gänzlich mit dem Träumen aufzuhören. Drei nasse Füße, um anzukommen. Im Bett. Eine leichte Irritation. Fünf. Übung. Die Arme vor dem Gesicht verkreuzen. Die Handflächen nach innen drehen, das Gesicht greifen, die Daumen auf der Höhe der Wangen platzieren. Am Tisch stehen Blumen für Marlene, Zinnien noch vor Fertigstellung der Blüte. Habe ich geschnitten und in Kohlblätter gewickelt. Habe ich geschnitten und in Kohlblätter gewickelt. 6. Im Liegen etwas gänzlich Gegensätzliches zu sagen, ist unmöglich. Liegen erfordert Wahrhaftigkeit, weil der Mund die Lüge verschluckt und an ihr erstickt. Kein Husten bekommt sie raus, auch nicht gekünstelt. Im Liegen sagt man einander, dass man sich hasst und meint es auch so. Sieben. Auf den Gräsern sitzend schreibe ich an einem Grund weiter, schreiben zu dürfen. Formuliere mir so etwas wie Wahrheit aus der Zunge, lecke die Tasten und verkläre sie wie eine offene Wunde. Spucke, spucke, spucke, kek, kek. Franz Brandt weint durch die Läpfzen. Wenn ich bitte schreibe, das Provisorium aufsetze, provisorisch zu leben. Ein einziger Baum mit runder Krone, Windschiefe, Zacken, Mundwinkel. Wer geht eigentlich mit der Gießkanne des Abends und deckt die Erde zu auf ab? Acht. Nach dem siebten Mal Luft anhalten, bremsen mich die Beine, gehen rückwärts nach vorne, wie der blaue Skoda meines Vaters im Leerlauf bergauf anfahren überfährt mich, wenn ich nicht stark genug gegenhalte, starre ich asphaltarisch, aber Erneuerungen pflegen das Gemüt. 9. Übung. An den Fingern riechen, bis Schlaf einen findet. Oder ein alternatives Vokabular. Oder a new set of longings. Träumen also als Provisorium Nummer 2. Nice to meet you. Let's part and never meet again. 10. Ich schrieb mal über das Streicheln der Pferdekadaver im Gras. Unweigerlich auch über das Suchen und Zählen der Finger, denn unweigerlich endet alles mit der Hand, in der ich mich lege. Danke. Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus APPLAUS