Was ist das, was Sie als Menschen erleben? Gegensätze ziehen sich an, sagt ein altes Sprichwort. Zwei Menschen lernen sich kennen, verlieben sich ineinander, sind fasziniert von der Andersartigkeit der jeweils anderen Person. Es kommt die Phase des Verliebtseins, die ist irgendwann vorbei, es kommt der Alltag. Es treten unterschiedliche Bedürfnisse auf, unterschiedliche Prioritäten, Erwartungen. Und plötzlich ist das, was zu Beginn so faszinierend an der anderen Person war, eine ganz große Herausforderung. Eine Herausforderung, die auch zur Falle werden kann, zur Beziehungsfalle. Herzlich willkommen beim dritten Vortragsabend aus der Reihe Beziehungsabend, Beziehungsfall. Schön, dass Sie wieder alle gekommen sind hier im Saal. Schön auch, dass Sie uns heute wieder online zu Hause von den Bildfirmen zusehen. Das Thema heute, wenn die Würde, die Liebe und die Wertschätzung verloren gehen, Unterschiede und ihre verletzende Macht in Paarbeziehungen ist das Thema, das wir heute haben und ich freue mich sehr, dass wir heute bei uns Stephan Geierhofer begrüßen dürfen. Herzlich willkommen im Wissensturm. Mein Name ist Katja Fischer. Ich konzipiere und organisiere gemeinsam mit meiner Kollegin Claudia Palauro die Beziehungsfallen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle nochmals an Claudia und ein herzliches Dankeschön auch an unsere Technik, die uns immer wieder unterstützt und auch an meine Kollegin Siglinde Hartl, die uns immer wieder beim Chat unterstützt. Bevor ich Ihnen unseren heutigen Gast näher vorstelle, wie immer noch ein paar organisatorische Hinweise. Alle, die uns online zusehen, Sie können Ihre Fragen gerne in den Chat schreiben. Wir werden sie im Rahmen der Diskussion dann aufgreifen und vorlesen. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle nochmals an DorfTV. DorfTV zeichnet auf und ohne DorfTV wäre es nicht möglich, dass wir die Vorträge online zu Ihnen nach Hause streamen. Dankeschön auch an Buchplus, das wie immer mit einem Büchertisch heute mit dabei ist. Und letztes Mal habe ich schon gesagt, der Hinweis auf die Audioaufzeichnung. Wir werden auch heute Audio aufzeichnen. Und der heutige Abend kann dann unter www.vhs.linz.at nachhörbar sein. Die ersten beiden Vorträge sind schon online. Alle, die ein Abo bei uns haben, haben heute auch ein Mail bekommen, Die ersten beiden Vorträge sind schon online. Alle, die ein Abo bei uns haben, haben heute auch ein Mail bekommen, wo wir den geladenen Link zugeschickt haben. Nun darf ich Ihnen unseren heutigen Gast noch näher vorstellen. Unser heutiger Vortragender, Mag. Stefan Geierhofer, ist klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe und systemischer Psychotherapeut. Er arbeitet als Lehrtherapeut und Lehrsupervisor in der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien. Und er hat das Institut für systemische Therapie in Wien mitbegründet. Darüber hinaus ist er an zahlreichen Ausbildungsstätten im In- und Ausland tätig und war fast 20 Jahre lang Adjunct Professor an der Webster University. Stefan Geierhofer ist zudem Mitbegründer des European Network for Brief Strategic and Systemic Therapy sowie der Systemischen Tage im Salzkammergut. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der systemischen Therapie mit Familien, Paaren sowie Kindern und Jugendlichen. Ich freue mich, dass er heute bei den Beziehungsfallen zu Gast ist. Die Bühne gehört Ihnen. Ja, schönen guten Abend auch von meiner Seite. Es hat sich ein bisschen herausgehört, dass ich einen Faible habe, Dinge zu gründen in meinem Lebenslauf. Was die Frau Fischer, was ich verschwiegen habe, ist ich habe noch was mitbegründet Herzklopfen. Kennen wir Herzklopfen? Nicht schon lange her. Herzklopfen war damals eine anonyme Telefonberatungsstelle für Jugendliche zum Thema Partnerschaft und Sexualität. Es gibt es immer noch. Herzklopfen gibt es immer noch, ist jetzt keine Telefonberatung mehr, ist ein Chat, weil die jungen Menschen halt lieber chatten als telefonieren. Aus Herzklopfen ist First Love entstanden. First Love kennen mehr Menschen als Herzklopfen. Das sind diese gynäkologischen Ambulanzen, die es Gott sei Dank jetzt österreichweit in fast allen Bezirkshauptstädten schon gibt. Und das Herzklopfen-Team war zwei Jahre lang für das Österreich Bravo Dr. Sommer. Also ich war Dr. Sommer. Ja, echt. Ja, genau. Also ich habe mich im Saal schon umgeschaut. Bei ein paar, könnte es ausgegangen sein, dass ich eure Fragen beantwortet habe. Die Mails, die Sie heute zugeschickt kriegen von den Pharmafirmen, haben nichts mit uns zu tun. Wir haben Verschwiegenheit. Ich darf aus meiner Arbeit mit Pan ein bisschen was erzählen heute. Ich darf aus meiner Arbeit mit Paaren ein bisschen was erzählen heute. Zu mir damals als Institut und jetzt in die Praxis nach Salzburg kommen halt nicht irgendwelche Paare, sondern so Last Chance Couples, heißen sie im Amerikanischen. Das ist so, wo der Tee noch eher ist. Bevor wir uns trennen, schauen wir noch, ob Paartherapie noch was bringt. Es sind auch oft Paare, die nicht den ersten Versuch einer Paarberatung oder Paartherapie machen, sondern schon mehrere Versuche hinter sich haben. Und das, was am Anfang, Frau Fischer hat es schön eingeführt, was am Anfang spannend war, weil es Unterschiede sind, in die man sich verliebt, die einem am Anfang sehr spannend erscheinen, sind zu dem Zeitpunkt, wo ich Paare kennenlerne, eher das, was man sich gegenseitig an den Schädel wirft. Wo die Wertschätzung verloren geht, wo der Respekt verloren geht und wo man dann nicht mehr sagt, du bist so anders, sondern du bist nicht normal. So wie du bist, das ist falsch. Bis hin zu Diagnosen. Also jetzt, ich habe viele Paare, die kommen schon mit den passenden Diagnosen füreinander. Sehr modern jetzt. Er ist ein Narzisst, Herr Geierhofer. Auf jeden Fall toxisch. Toxisch ist jetzt total in. Es hat früher nur toxische Männlichkeit gegeben. Jetzt ist vor einem Jahr das Buch rausgekommen, toxische Weiblichkeit. Und jetzt kommt neu, toxische Beziehungen. Also jetzt ist es dann voll giftig mittlerweile. Gegenseitige Pathologisierungen. Autist ist auch eine super Diagnose momentan. Haben Sie auch schon überlegt? Letztes Mal habe ich eine Klientin gehabt, die ist als Paar gekommen und sie hat auch gesagt, Herr Geierhofer, das Problem ist, mein Mann ist Autist. Habe ich gleich gefragt, ausgetestet oder ist das nur Ihre Einschätzung? Sie hat gesagt, nein, nein, da brauchen wir keinen Test. Das ist lustig für uns jetzt da. Er hat nicht gelacht. Er hat durchaus auch schon sehr leidvoll diese Diagnose entgegengenommen. Sie war eher emotional. Er hat auch dievoll diese Diagnose entgegengenommen. Sie war eher emotional. Er hat auch die passende Diagnose schon gehabt. Was hat er gesagt, glaube ich? Hysterisch, genau. Habe ich auch gefragt, ausgetestet oder ist das nur ihr? Nein, nein, das brauchen wir nicht. War dann lustig gleich im Erstgespräch, weil sie beide eingestanden haben, beidseitig nicht ausgetestet. Das ist eine Fremdeinschätzung, Autismus, hysterisch. Das ist nur für die Beziehung nicht lustig. Wenn man sich gegenseitig Diagnosen an den Kopf wirft, dann ist das nicht mehr, er ist anders, dann ist es nicht einmal mehr, du bist nicht richtig, so wie du bist, bist du falsch, sondern krank. Und das ist verletzend. Da sind wir beim Titel des Vortrages. Das ist das, was wir dann nennen, diese verletzende Macht von Unterschieden, die am Anfang spannend waren, die vielleicht sogar fasziniert haben oder über die man auch begonnen hat hinwegzusehen in der Phase des Verliebtseins. Frau Fischer hat das schön ausgeführt. Und später dann, wenn das Verliebtsein in den Alltag übergeht. Ein Freund von mir ist jetzt 74 und hat jetzt mit 74 noch eine neue Beziehung angefangen. Und dann waren sie das erste Mal auf Urlaub miteinander in Venedig. Und dann habe ich ihn angerufen und gesagt, Geppert, wie geht's? Und dann hat er gesagt, nein, ist eh total schön, ja. Nein, spannend auch. Sag ich, was ist spannend? Naja, sagt er, wir sind gerade dabei, das Kleingedruckte im Vertrag kennenzulernen. Schöne Formulierung, oder? Mir hat das total gefallen. So diese Phase, wo man beginnt, drauf zu gucken, wie ist er und sie? Das ist das Kleingedruckte im Vertrag. Da hast du aber vorher schon unterschrieben. Also in seinem Fall. Die haben schon gesagt, das passt. Wir bleiben zusammen. Dann sind sie nach Venedig gefahren und haben das Kleingedruckte begonnen, kennenzulernen. Und das ist so die Phase, wo man dann schon bemerkt, das Gegenüber ist anders. Anders geht noch. Später einmal ist das anders dann oft sehr verletzend. Ich will Ihnen aber zum Einstieg gleich die Möglichkeit geben, sich in das Thema auch einzufühlen. Und da machen wir auch zu Hause an den Bildschirmen, da machen wir eine kleine Einstiegsübung. Für diejenigen von Ihnen, die einen Kuli und einen Zettel vor sich haben, da ist es super, weil dann bietet es sich an, die kurze Übung schriftlich zu machen. Die ist schriftlich nämlich viel besser als nur mündlich. Sie dürfen jetzt auch das Handy herausnehmen, wenn Sie nichts zum Schreiben haben und dürfen es eintippen. Zu Hause vor den Bildschirmen, wenn Sie als Paar vor einem Bildschirm sitzen, für die Übung ist es gar nicht schlecht, wenn Sie ein bisschen auseinanderrücken. Das ist im Saal schwieriger. Also im Saal ist die Regel, nicht umschauen. Das ist jetzt eine Individualübung. Jede, jeder für sich. Drei Fragen, die ich Ihnen gerne zur Verfügung stellen will, um sich einzufühlen in das Thema des Abends. Und Sie beantworten die drei Fragen spontan, kurz. Das ist jetzt nicht ausführlich. Sie dürfen dann nach dem Vortrag erstens, wenn es paarweise jetzt da sind, einige sind ja als Paar da oder zu Hause auch am Schirm, nach der Vorstellung, also nach dem Vortrag. Es ist da so eine Kabarett-Atmosphäre. Ja, stimmt. Ja, schon, gell. Nach dem Vortrag dürfen Sie es dann zu Hause austauschen. Aber nicht jetzt gleich da im Saal. Das geht nicht. Jetzt nur jeder für sich. Drei Fragen. Sie brauchen allerdings, wenn Sie alleine da sind, brauchen Sie jetzt die Vorstellung Ihrer Paarbeziehung. Wenn Sie aktuell gerade keine haben, dürfen Sie die letzte hernehmen. Also wenn aktuell Single sind, dürfen Sie die letzte Paarbeziehung hernehmen. Wenn Sie noch nie eine hatten, Paarbeziehung, dann dürfen Sie die Beziehung Ihrer Eltern hernehmen für die Übung. Das hat einen Selbsterfahrungscharakter, ein bisschen einen anderen. Sonst bitte eine eigene, am besten die aktuelle. Aufgabe ist klar, drei Fragen, Sie schreiben die Antworten auf. Frage Nummer eins, was sind die Unterschiede zwischen uns beiden, Abständen zu Missverständnissen oder auch zu Kränkungen, Verletzungen oder Konflikten. Denken Sie wirklich an Unterschiede. Einfach so in Stichworten kurz. Nicht abschreiben. welche Unterschiede führen in regelmäßigen Abständen zu Missverständnissen, Tränkungen, Verletzungen oder auch Konflikten. Frage oder brauchen Sie noch ein bisschen? Geht schon? Frage 2. Welche Gemeinsamkeiten stellen sicher, dass Zuneigung nicht verloren geht, dass die Liebe nicht abhanden kommt? Was sind die Gemeinsamkeiten, die zwischen ihnen beiden, die verbindend sind, die Nähe wiederherstellen können, Zuneigung und Liebe füreinander absichern. Vielen Dank. Die Antworten auf die dritte Frage bringen uns noch einmal zu den Unterschieden. Die dritte Frage wäre, gibt es einen Unterschied zwischen Ihnen beiden, wo sie sagen können, durch das Anderssein meines Partners, meiner Partnerin bin ich selber ein Stück gewachsen oder gereift. Gibt es? Das gibt es nicht immer. Also da dürfen wir es jetzt nicht, Paarbeziehung kann schwer okay sein, wenn es das nicht gibt. Wenn es das gibt, wäre es jetzt schön, dass sie darüber noch kurz einmal nachdenken. Gibt es einen Unterschied zwischen Ihnen beiden, wo Sie sagen würden, durch das Anderssein meiner Partnerin, meines Partners, bin ich selber ein Stück gewachsen oder ein Stück gereift? Ist die Frage verständlich? Schon? Sehr gut. Wenn es das gibt, notieren Sie auch da kurz, welcher Unterschied es ist oder was Sie daraus für sich als Wachstumsreifungsprozess mitgenommen haben. Vielen Dank. Im Workshop würde ich Sie jetzt einladen, mir ein paar von diesen Unterschieden, vielleicht sogar die Antworten auf die letzte Frage zu erzählen. Das geht sich aber heute nicht aus. Nehmen Sie es mit nach Hause. Wenn Sie es interessant finden, die Antworten auf die drei Fragen, dürfen Sie sich zu Hause mit dem Partner, mit der Partnerin gerne austauschen. Letztes Mal beim Vortrag war eine, da war ein längerer Workshop, da haben wir eine Pause gemacht und die hat es vor der Pause schon ihrem Mann geschickt, per WhatsApp, die Zeige eben gleich geschickt und hat dazu geschrieben, was sagst du dazu? Nach der Pause hat sie schon die Antworten gehabt und im Workshop haben wir schon die Antworten auch bearbeiten können, war total nett. Das ist das Schöne heute an der digitalen Kommunikation. Nehmen Sie es mit, tauschen Sie es vielleicht aus, kann sehr interessant sein. Ich möchte Ihnen die dritte Frage in Erinnerung rufen, das wäre der positive Ausgang. Das ist ein sehr hoher Anspruch an Paarbeziehung, dass es einen Unterschied gibt, wo man dann nach ein paar Jahren sagen kann, durch das Anderssein meines Gegenübers bin ich selber in meinem Sein ein Stückchen gereift. Wir müssen es jetzt nicht als Anspruch mitnehmen, aber das kann etwas sehr Schönes sein. jetzt nicht als Anspruch mitnehmen, aber das kann was sehr Schönes sein. Es ist eine Art von Wertschätzung, die wirklich in der Beziehung eine sehr vertraute Tiefe bringen kann. Wenn man sagen kann, stimmt, da waren wir anders, da sind wir immer noch anders, aber da habe ich mir von deinem Anderssein etwas für mich selber mitgenommen. Schön, oder? Die Paare, die ich kennenlerne in der Paartherapie, die tun sich mit dem letzten Punkt manchmal sehr schwer. Die haben den zwar auch, aber die kommen hauptsächlich wegen den Unterschieden, wo das nicht möglich ist, nicht einmal vorstellbar ist, sondern die Unterschiede, die sie sich gegenseitig an den Kopf werfen. Ich möchte Ihnen eine Fallgeschichte erzählen, um zu veranschaulichen, wie wir dann versuchen, wieder zu Wertschätzung zu kommen, wenn diese Abwertungen und Pathologisierungen überhand nehmen. Es war ein Paar, beide hatten schon mehrere längere Beziehungen, waren schon im mittleren Alter und hatten eine erfolgreiche Karriere. Er ist aus Norddeutschland und ist IT, Software-Designer und sie ist mittlerweile Oberärztin in einem Spital. Sie haben sich kennengelernt, haben sich ineinander verliebt und einer der Unterschiede, der sich dann relativ bald als problematisch herausgestellt ist, dass sie, und das war lustig, weil mir hat das ein paar Vorurteile gleich einmal widerlegt, sie war die Planerin, er war sehr spontan. Ich habe mir gedacht, IT, Software-Designer, der war ziemlich spontan. Sie hat gern geplant, das war im Zusammenleben, im Alltag relativ unproblematisch, aber bei Urlauben war es schwierig. Sie hat Urlaube gern durchgeplant. Können Sie sich das vorstellen? Also da ist Urlaub, man hat irgendwie zwei Wochen und sie hat vorher alle Hotels gebucht und die ganzen Transportmittel hat sie gebucht und er war gern hin und wieder einfach einmal wo gesessen und hätte nur geschaut. Kann das wer nachvollziehen? Schon auch, ja. Das Planen auch? Schon auch? Ja, naja, sehr schön. Er hätte gerne so Italien, Italien, Mittagessen, drei Stunden einfach nur sitzen und essen und dann für einen Kaffee noch einmal ins Café raus und noch einmal nur schauen. Das hätte er gerne gemacht. Das war schwierig mit ihr, weil sie hat schon gewusst, wann der Bus geht, damit sie zu den nächsten Sehenswürdigkeiten kommen. Und da hat es dann geracht. Da hat es dann Konflikte gegeben. So sind sie dann auch zu mir gekommen. Und zwar war das nach einem Urlaub in Südamerika. Da haben sie eine Rundreise gemacht, zu Kolumbien, Chile und so. Und da war irgendwie für sie, war klar, Südamerika, das muss man durchorganisieren. Das kannst du nicht, dann kannst du nicht hinfliegen und schauen, es geht nicht. Südamerika hat sich gewusst, das muss durchgeplant sein und hat wirklich drei Wochen durchgeplant. Er war recht glücklich, hat sich da nicht viel eingemischt. Er hat ja schon gewusst, dass sie das sehr gut macht. Das Problem war, dass er nach zwei Wochen nicht mehr kennen hat. Es war genug. Da waren sie irgendwo in Peru, sind auf einem wunderschönen Dorfplatz gesessen und er hat gesagt, ich bleibe da jetzt sitzen. Und ich stehe nicht mehr auf. Sie hat gesagt, du stehst sehr wohl auf, weil der Zug geht in zwölf. Zwölf Uhr dreißig, der Zug. Wir wollen nach Machu Picchu. Er hat gesagt, ich nicht. Zwei Wochen waren genug. Und er hat sich schon gespürt, dass das jetzt ernst ist. Und es ist dort am Platz kurz eskaliert, kurz deshalb, weil der Zug gegangen ist. Und sie ist allein mit dem Zug nach Machu Picchu gefahren. Die restliche Woche hat sie alleine das Programm abgearbeitet und er ist irgendwo sitzen geblieben, glaube ich. Sie haben sich am Flughafen wieder getroffen, haben im Flieger zurück nach Wien kein Wort miteinander gesprochen und haben nur ausgemacht, dass sie in Bartherapie gehen zum Geierhofer. So habe ich sie dann kennengelernt, nach Peru. Jetzt haben sie mir dort ausführlich erzählt, dass das nicht das erste Mal war, wo dieses Muster aufgetreten ist, sondern dass dieses Muster eigentlich bei fast jeder längeren Urlaubsreise und das Problem war aber, dass Urlaub und Reisen eine Gemeinsamkeit war, die viel eigentlich gemeinsames Interesse, das sie sehr verbunden hat. Also eigentlich haben sie gespürt, da wird uns was kaputt gemacht oder wir machen uns selber was kaputt, was eigentlich sehr verbindend ist und sehr viel Nähe und Gemeinsamkeit darstellt. Das hat sie beide sehr bedrückt und verunsichert. Jetzt sind wir relativ schnell übereingekommen, dass dieses Muster etwas ist, was sie gemeinsam in den Griff kriegen wollen und ändern wollen. Und es hat einen Punkt gegeben, wo sie sich wirklich schon die Diagnosen an den Kopf geworfen haben. Sie hat zu ihm gesagt, du bist chaot, du kannst überhaupt nichts planen, es ist ja kein Wunder, wenn ich alles machen muss, du kümmerst dich um nichts, du lässt mich alles machen, ich fühle mich alleingelassen. Er hat gesagt, du hast eine Zwangsstörung. Du holst das nicht aus, dass man einfach einmal nur wo ist. Du musst immer wohin. Immer ist alles vorgeplant. Kannst du nicht einmal nur sitzen und schauen? Sie hat gesagt, wieso? Ich habe schon alles gesehen, gehen wir weiter. Es gibt ja mehr, ich will ja noch wohin. Er hat gesagt, ich will sitzen, einfach nur schauen. Ich habe beides verstanden. Und dann habe ich ihn gefragt, hat es eine Zeit gegeben in Ihrem Leben bisher, wo Sie das Gefühl gehabt hätten, da war es gut gewesen, wenn Sie ein bisschen mehr von dem gehabt hätten, was Ihre Frau ausmacht. Dieses Planerische, dieses Vorausblickende. Hat es irgendwann in Ihrem Leben eine Zeit gegeben, wo Ihnen das vielleicht geholfen hätte, wenn sie mehr davon gehabt hätten? Und dann hat er nachgedacht und hat erzählt, dass er in einer großen IT-Firma war in Norddeutschland und dort war er sehr unglücklich und hat sich dann kündigt und hat sich selbstständig gemacht und ist mit der Selbstständigkeit gescheitert. Und er hat eingestanden, dass einer der Gründe war, warum er damit gescheitert ist, dass er zu wenig voraus geplant hat. Einige von Ihnen kennen das vielleicht. Man freut sich, wenn etwas ins Laufen kommt, schreibt Honorarnoten, kassiert das Geld und vergisst, dass in zwei, drei Jahren sowohl die Finanz- als auch die Sozialversicherung einen größeren Teil davon dann kassieren will. Es braucht Vorausplanung, das muss man wissen, wenn man planen muss man auf Zeiten legen. Das hat er vergessen und dann hat er eingestanden, er hat es ein zweites Mal probiert und es ist ein zweites Mal gescheitert. Da hätte er wirklich mehr von dieser Eigenschaft gebraucht, die sie gehabt hat. Jetzt habe ich sie gefragt, ob es in ihrem Leben etwas gegeben hat, wo sie das Gefühl gehabt hat, da war es schön gewesen, mehr von dem zu haben, was er hat. Mehr Spontanität, weniger Planen, mehr einfach entscheiden, schnell, spontan. Und dann hat sie zum Heulen angefangen und hat gesagt, hat es gegeben. Und sie hat erzählt, dass sie einen Kinderwunsch aufgeschoben hat, wegen der Karriere, weil sie der Oberärztin war im Spital. Und später dann in ihrem Leben ist dieser Kinderwunsch aber gekommen. Und dann war es aber relativ spät, sie hat gerade keine Paarbeziehung gehabt. Es ist eine Paarbeziehung gerade in die Brüche gegangen. Sie war mit dem Kinderwunsch allein und hat die Idee entwickelt, ein Kind zu adoptieren und wollte aber ein Kind aus Nepal adoptieren, weil Nepal das Land ihrer Träume und ihr Herzensland ist. Sie ist nach Nepal gefahren und ist dort in Kinderheime gefahren und hat sich erkundigt, wie das funktioniert mit einer Adoption eines Kindes aus Nepal. Ist dann wieder zurück, hat begonnen, die Dinge zu organisieren, ist ein zweites Mal nach Nepal, hat sich ein anderes Kinderheim angeschaut, hat das Land bereist und ist wieder zurück und hat geschaut, wie kann man das gescheit hinkriegen und hat sich begonnen zu kümmern um eine Auslandsadoption. Und in dem Moment hat Nepal die Gesetze geändert und Auslandsadoptionen waren nicht mehr erlaubt. Und dann ist alles weg gewesen. Und dann war der Traum von einem Kind aus Nepal weg und es war nur mehr traurig. Sie war auch nicht mehr in der Lage umzusteigen auf irgendein anderes Land, weil sie sich so auf dieses eine konzentriert hat. Und da hat sie gesagt, da habe ich es lang geplant, da habe ich es lang gewartet, da habe ich es lang vorausgedacht, wenn ich da schneller gewesen wäre und spontaner gewesen wäre, hätte ich jetzt vielleicht ein Kind. Aber es ist etwas passiert, was weggegangen ist von dieser Respektlosigkeit, von diesen Abwertungen und von diesen gegenseitigen Pathologisierungen für das Anderssein hin zu einer größeren Wertschätzung. Vorstellbar? Wenn ich sage, da ist das, was du hast, war für mich hilfreich gewesen, dann bin ich in der Wertschätzung und nicht mehr in der Abwertung. Ich würde Ihnen gerne ein paar Unterschiede, wir haben dann bei unserem Institut in Wien, haben wir dann so ein bisschen ein Forschungsprojekt gemacht und ich habe die Kolleginnen gebeten, dass sie schauen, ob sie mit dieser Idee der Unterschiede und Gemeinsamkeiten in ihren Paartherapien was anfangen können, ob das irgendwie hilfreich ist und habe sie auch gebeten, dass wir sammeln, welche Unterschiedlichkeiten da häufig vorkommen. Ich würde Ihnen die gerne gesammelt vorstellen. Vielleicht finden Sie sich da auch wieder. Wir haben Unterschiede gefunden in Persönlichkeiten und Charaktereigenschaften. Es gibt Menschen, die sind mehr introvertiert, andere mehr extrovertiert. Das kann ein Problem sein. Es gibt Menschen, die sind sehr sozial, andere haben es lieber mit weniger Leuten. Oder mit gar keinen Leuten. Als ich meine Frau kennengelernt habe, hat sie zu mir gesagt, Menschen sind nicht meine Lieblingsspezies. Da war ich schon ein bisschen vor den Kopf gestoßen, muss ich sagen. Ich habe damals immer gedacht, ich kehre dazu. Konfliktverhalten und Konfliktmuster ist ein Unterschied, der uns sehr häufig begegnet. Es gibt Menschen, die freuen sich an Konflikten, die freuen sich auch an Streit. Die mögen das, wenn es ein bisschen hitzig und emotional wird. Andere nicht. Die kriegen Angst, wenn geschrien wird. Was wir da gerne machen ist, wir fragen gerne, welche Herkunftsmuster Partnerinnen mitnehmen aus der eigenen Herkunftsgeschichte. Ich frage dann gerne, erzählen Sie mal, wie ist denn bei Ihnen zu Hause gestriden worden? Und dann hat er letztes Mal gesagt, bei uns ist nicht gestriden worden. Einmal ist gestriden worden, aber bei uns ist sonst total harmonisch gewesen. Wir haben nicht gestriden in der Familie. Einmal ist gestriden worden. Dann haben sich meine Eltern getrennt. Dann hat sie erzählt, bei einer ist nur gestritten worden. Sie sind am Samstag zusammengesessen beim Mittagessen und wenn es keine Beziehungskrisen und Beziehungskonflikte gegeben hat, haben sie über Politik gestritten. Und am Sonntagsmittag noch einmal. Das Muster zwischen den beiden war, dass sie das Gefühl gehabt hat, man kann mit ihm nicht streiten kaum wird es für sie interessant, geht er raus er hat gesagt, Herr Geierhofer, mit der kann man nicht streiten die wird so emotional, sie hat gesagt, na klar aber das gehört so beim Streiten, aber können Sie sich vorstellen die Geschichte der Konfliktmuster erklärt ein bisschen, warum er ab einem bestimmten Punkt schon Angst gekriegt hat. Weil für ihn war es so, wenn geschrien wird und wenn man sich böse Dinge an den Kopf wirft, das nächste, was passiert, ist Trennung. Er hat Angst gekriegt um die Beziehung. Sie hat aber das Problem gehabt, dass sie eigentlich, für sie hat es gerade erst angefangen, es ist gerade erst interessant geworden. Da ist er gegangen. Schwierig. Was nett war, ist, dass wie sie sich das gegenseitig erzählt haben, habe ich natürlich auch genutzt, dass sie die Familie von ihm natürlich kannte und er ihre Familie kannte. Und da ist auf einmal dieses Verständnis füreinander entstanden. Dann habe ich gesagt, erzählen Sie einmal, wie war denn das, wie Sie Ihre Familie kennengelernt haben. Dann hat er mir erzählt, es war eine Familie aus Süditalien. Sie hatte süditalienische Wurzeln. Und er hat gesagt, am Anfang habe ich nicht so gut Italienisch kennengelernt. Das habe ich erst später gelernt. Wie die Familie das erste Mal eingeladen war, unten in Süditalien. Und ich habe mir gedacht, die streiten dauernd. Dann hat mir meine spätere Frau erzählt, wir haben Kochrezepte austauscht. Da konnte ich mir nicht vorstellen, dass man so emotional Kochrezepte austauschen kann, wenn man kann, oder? Weil die Mama hat gesagt, pass auf, du musst es so machen. Ich habe gesagt, wieso mache ich das nicht? So kannst du es aber nicht machen, da muss ein Deckel schon drauf, nein, einen Deckel muss man nicht drauf tun. Da kann man schon streiten, oder? Bei jedem Kochrezept. Ich habe ein paar gehabt, die haben wirklich, das ist ein Anlass, warum sie zu mir gekommen sind, war ob man, kann man, sie hat gesagt, das kann nicht sein, ein Geiofer, der macht einen Topfenstrudel ohne Ei. Oben, bestreichen. Und sie hat gesagt, und er lässt sich nicht erklären, dass das ein Blödsinn ist. Und er hat gesagt, er hat dann später da eingestanden, das Fleisch nicht. Ich habe einen Topfenstrudel mein Leben lang ohne Ei gemacht. Sie hat gesagt, aber das ist falsch. Das macht man nicht. Er gehört mit Ei. Das fleiß nicht. Dann haben wir natürlich eine Intervention daraus gemacht. Ich habe dann gesagt, naja, vielleicht kann man, manchmal geht es in der Paartherapie darum, dass man in etwas Leidvolles ein bisschen was Lustiges reinbringt, damit es ein bisschen lockerer wird. Da habe ich gesagt, vielleicht können wir einen Vorschlag. Ich habe gesagt, wenn Sie einen Topfenstrudel machen, dann dürfen Sie, die haben im Vorzimmer so ein Blackboard gehabt, so ein, wie heißt das auf Deutsch? So eine Tafel, so eine Schiefertafel oder wie das heißt, mit Kreide. Da war er drauf, da hat man draufschreiben können, wann das Globapier aus ist und so. Haben die als Tafel gehabt. Schöne Idee. Und dann habe ich gesagt, folgende Regel, wenn Sie einen Topfenstrudel machen, habe ich zu ihr gesagt, dann gehen Sie vorhin, löschen Sie das und schreiben drauf heute richtiger Topfenstrudel. Und dann habe ich zu ihr gesagt, wenn Sie einen machen, gehen Sie vorhin, löschen Sie das und schreiben drauf, heute richtiger Topfenstrudel. Und dann habe ich zu Ehren gesagt, wenn Sie einen machen, gehen Sie vor und löschen Sie, schreiben Sie drauf, heute falscher Topfenstrudel. Und jetzt ist es aber etwas Lustiges geworden. Es war auf einmal falsch und richtig, was man ankündigen kann. Heute gibt es übrigens einen falschen Topfenstrudel. Konfliktverhalten, häufiges Thema, Emotionalität und Rationalität. Es gibt Menschen, die haben einfach mehr Zugang zu ihren Emotionen. Es gibt auch unterschiedliche Ausprägungen an Emotionalität. Nicht jeder, der sich schwadet, seine Gefühle in Worte zu fassen, ist autistisch. Manchmal hat er nur Probleme, es auszuformulieren. Da tun wir in der Bartherapie ein bisschen Coachen. Da setze ich mich dann hinter Sie und versuche, Ihre Worte umzuformulieren. In seine Sprache. Kennen Sie das? Eigentlich bin ich dann nicht Therapeut, bin ich mehr Übersetzer. Ich formuliere das dann für ihn aus und dann mache ich das selbe umgekehrt. Formuliere ich seine Worte noch einmal ein bisschen um, so dass es für ihn noch passt, aber dass es für sie ein bisschen greifbarer und verständlicher wird. Das sind dann die Paartherapiestunden, wo dann manchmal die Frauen sagen, wenn es heterosexuelle Paare sind, sagen die dann, das habe ich bei einem homosexuellen Paar schon erlebt, wieso kannst du nicht so sein wie der Geierhofer? Dann muss ich sagen, ich bin vergeben, außerdem sie wissen nicht, wie ich zu Hause bin. Lebensphasen, häufiger Unterschied, da sind wir jetzt natürlich mit zunehmenden Trennungs- und Wiedervereinigung und Patchwork, gibt es natürlich auch ein paar Beziehungen, wo die Altersunterschiede manchmal dann schon groß sind. Wir haben herausgefunden, es ist jetzt nicht so, wobei das Alter auch eine Rolle spielt, es gibt so eine Phase Phase dazwischen. Also bei ganz Jungen fallen die Altersunterschiede auf. Also stellen Sie sich 15 Jahre Altersunterschied vor. Das geht bei ganz Jungen schwierig. Dann dazwischen fällt es weniger auf. 15 Jahre, kein Problem. Später mal wird es oft wieder schwieriger. Ich habe jetzt ein paar, da ist er 15 Jahre älter, das war lange kein Problem und die sind jetzt schon wirklich langsam, aber jetzt wird es ein Thema, weil jetzt wird er, ich sage jetzt nicht Pflege, aber jetzt spürt sie was noch auf sie zukommen kann und das war jetzt nicht so im Kopf. Und jetzt gibt es ein paar Themen, die durchaus schwierig sind und die unterstütze ich gerade sehr. Und das ist ein total schönes Arbeiten mit denen, weil die sich wirklich lieben. Und das macht natürlich auch die Paartherapie leichter, wenn man an Unterschieden auch arbeitet und den Konsequenzen. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, es geht weniger um Alter als um Lebensphase, die oft unterschiedlich ist. Das sind die Situationen, wo ein Paar zusammenkommt und wo er vielleicht schon zwei Kinder hat, die schon irgendwie gerade drüber sind, die Pubertät erledigt haben. Er hat irgendwie diesen hier, sagen wir, durch. Und jetzt ist sie aber jünger und hat noch keine Kinder. Das kann ein Unterschied sein in der Lebensphase, der wirklich schwierig ist, weil wenn da jetzt bei ihr der Kinderwunsch kommt, er ist froh, dass er es erledigt hat, jetzt wird es ganz schön schwierig. Und Kinderwunsch, ja, nein, wenn es da Unterschiede gibt, das ist oft ein sehr schweres Thema, weil es keine Kompromisse gibt. Bei Holberts haben sie es noch nicht erfunden. Also das ist so etwas, wo es manchmal wirklich gar nicht leicht ist, die Sehnsüchte dahinter ein bisschen besser zu verstehen und zumindest zu einem besseren Verständnis zu kommen. Bedeutung der Kinder und der Kindererziehung sind häufige unterschiedliche Streitthemen. Wir haben jetzt so Schwierigkeiten mit dieser bedürfnisorientierten Erziehung. So wie gestern gehört, es wird eh schon wieder unmodern. Aber es war schon modern. es war schon modern. Schwierig, wenn wer anderer meint, es geht nicht nur um die Bedürfnisse der Kinder, meine sind auch wichtig. Kann auch ganz schön krachen. Unterschiede auch wie man mit bestimmten Besonderheiten umgeht und Besonderheiten bei Kindern. Weißt du, wer was gemeint hat? Fangt, wenn sie klein sind, schon an und in der Pubertät sind sie besonders, besonders. Aber da muss man auch irgendwie umgehen als Eltern. Und gerade in der Pubertät, wenn du da uneinig bist und nicht ein Backel bist, ist es für die Kinder ganz blöd. Jugendliche brauchen oft genau das, doppelte Leitplanken. Vor allem diejenigen, die ein bisschen schnell unterwegs sind in den Kurven des Lebens. Der Umgang mit den Kindern, sind wir bei der Erziehung, Kinderwunsch oft schwierig. Sexuelles Begehren oder sexuelle Vorlieben ist mein Lieblingsthema, weil ich ja Dr. Sommer war. Ich habe ein Paar gehabt, das war lieb. Die sind zu mir gekommen und haben gesagt, Herr Geirhofer, wir haben Sie ausgesucht, weil wir haben gehört, Sie sind Sexualtherapeut. Da habe ich mir gedacht, super, gehen wir es an. Und dann haben wir die ganze Zeit schon über Sex geredet und irgendwie haben wir das Gefühl gehabt, wir reden und reden, aber so wirklich weiter sind wir nicht gekommen. Da habe ich mir gedacht, komisch, irgendwas stimmt da nicht. Was ist los mit mir? Ich bin doch sonst, kenne ich mich doch da aus. Ich habe schon begonnen, an mir zu zweifeln. Dann sind sie gekommen und haben mir folgendes erzählt. Sie haben gesagt, wir haben jetzt auf der Suche, weil sie letztes Mal gesagt haben, wir brauchen mehr Gemeinsamkeiten, haben wir jetzt einen Tanzkurs angefangen. Das war ein Horror. Das machen wir nie wieder, haben sie gesagt. Wir haben nur gestritten. Das Einzige, was uns verbunden hat, dort auf der Tanzfläche, war, wir haben uns beide dann geniert. Füreinander. Ein schnelles Reframing vom Therapeuten, ja, ist auch etwas, was verbinden kann, war auch nicht hilfreich. Jetzt habe ich aber dann nachgefragt und jetzt hat sich herausgestellt, dass der Konfliktpunkt war, wer führt. Ist eh logisch, beim Tanzen. Jetzt bin ich draufgekommen, es geht überhaupt nicht um Sex, es geht um Macht. Wer bestimmt? Es geht um Macht. Wer bestimmt? Dann habe ich zu einer gesagt, vielleicht geht es gar nicht um Sex, vielleicht geht es um Kontrolle und um Macht. Dann haben sich beide so ausgeschaut und gesagt, das stimmt. Es geht überhaupt nicht um Sex, wer mehr gaudet. Es geht nur darum, wann und wie. Und da ist es darum gegangen, wer führt, wer bestimmt, wie es zu sein hat. Also in Wirklichkeit ist man manchmal auch am falschen Dampfer, wenn es um Sex geht. Ich bin da manchmal so schnell, weil ich Dr. Sommer war. Das war eine liebe Geschichte, kann ich auch noch erzählen. Letztes Mal habe ich eine Paartherapie und dann war ein sehr katholisches Paartherapie und dann war ein sehr katholisch Paar und waren auch sehr gläubig und auch Erziehung in die Richtung und dann haben wir so begonnen über Sex zu reden, war aber eh schon in der vierten Stunde und dann habe ich gefragt, wie ist denn das bei der Selbstbefriedigung? Und dann haben sie gesagt, Herr Geierhofer. Ich habe gesagt, bitte? Herr Geierhofer. Das habe gesagt, bitte? Herr Geierhofer. Das können Sie auch nicht fragen. Ich sage, Entschuldigung. Nein, ich habe mir nur gedacht, weil manchmal hast du ein Problem miteinander, aber wenn du das selber machst, hast du das nicht. Darum wollte ich nur fragen. Herr Geierhofer, hat sie gesagt. Wir kennen uns noch nicht so gut. Dann habe ich so instinktiv gleich gemerkt, das war jetzt schnell. Dr. Sommer, nur weil es für mich normal ist, über Sex zu reden und Fragen zu stellen, heißt nicht, dass es für andere Leute auch schon so weit ist. Die haben noch ein bisschen gebraucht. Dann habe ich es aufgeschoben. In der nächsten Stunde waren wir wieder an so einem Punkt. Dann habe ich gesagt, das ist jetzt ein bisschen blöd, weil jetzt würde ich eigentlich gerne wieder fragen, aber jetzt weiß ich nicht, darf ich schon fragen? Was meinen Sie? Naja, deswegen, wegen selber und so, darf ich schon? Und dann hat sie gesagt, bitte. Wissen Sie, was das Herrlichste war? Zwei Stunden später hat es mir gereicht und ich habe einfach gesagt, das wäre jetzt wieder, was da würde ich gerne über Selbstbefriedigung reden. Machen Sie das jetzt schon oder nicht? Und dann hat sie mich auch schon gesagt, das ist jetzt ärgerlich, weil es hat mir meine Mutter jetzt auch schon gesagt. Aber dann kannst du nur mehr sagen als Therapeut. Habe ich gesagt, Entschuldigung, wenn es die Mama und ihr Therapeut sagt, dann dürfen sie schon, oder? Nein, ist nicht einfach. Sexuelles Begehren, Unterschiede heißt meistens, dass sie öfter will, er nicht so oft. Das habe ich jetzt falsch gegendert, oder? Ja, aber es kommt auch vor. Oder dass sie sagt, gern öfter, aber bitte anders. Jetzt sind wir nicht bei der Frequenz, sondern anders. Mehr Zärtlichkeit. Bernhard Ludwig, leider viel zu früh verstorben. Waren Sie bei ihm im Kabarett? Anleitung. Orgasmus, können Sie sich erinnern? Toll, ihr Beine reden. Gibt es einen direkten neuronalen Kanal zwischen Ohr und weiblichen Geschlechtsorganen, hat der Bernhard gesagt. Wenn man toll ihr Beine rät. Martina Schwarzmann hat es auch in einem Lied formuliert, wer bumsen will, muss freundlich sein. Kommt dann nach Oberösterreich und spielt Kabarett. Also kann ich dringend empfehlen, kaufen Sie zwei Karten, man lernt was. Häufigkeit, Qualität und das Ausmaß an Zärtlichkeit, das sind meine Lieblingsstunden. Kulturelle Unterschiede spielen eine Rolle, religiöse Unterschiede spielen eine Rolle. Und wenn ich von kulturellen Unterschieden rede, dann dürfen sie jetzt nicht nur an Syrien und Österreich. Also kulturelle Unterschiede kann auch sein, Wien vor Adelberg. Das ist auch, oder Wien und Mistelbach. Ich weiß nicht, wie es zwischen Linz und Wels ist, aber müsst ihr entscheiden. Ich wohne ja jetzt im Mondsee. Ich habe das Gefühl, sogar innerhalb vom Salzkammerguts ist nicht alles anders. Ich bin nach Mondsee übersiedelt, vor vier Jahren. Und es hat mir total getaugt. Ich bin da gleich angekommen und alle haben Du zu mir gesagt. Ich habe mir gedacht, ist das schön, ein bisschen wie beim Ikea. Wir sind alle bei du, man kennt sie. Gibt es kein Newe, ist immer Sonne. Du schaust so runter Richtung St. Georgen, immer Newe. Bei uns Sonne. Die Leute sind freundlich. Beim Spar plaudert man bei der Kasse. Das ist total schön. Und es regt sich keiner auf. Probier das in Wien. Bei der Kasse plaudern. Bist du fertig. In Munze geht das. Und dann waren wir alle bei du, dann habe ich die Praxis in Salzburg aufgemacht, kulturelle Unterschiede, habe ich auch zu allen du gesagt, die gekommen sind. Es ist mir fast peinlich, wenn ich es dazu höre, haben sie mir gleich erklärt, nein, in der Stadt bei uns, nein, nein, wir sind bei sie. Dann ist es aber komplizierter geworden, weil dann habe ich zum Beispiel aus Halleien Klienten gehabt, die haben schon am Telefon zu mir du gesagt. Das habe ich mir überhaupt nicht mehr ausgenannt. Da bin ich draufgekommen, dass in Salzburg, in der Stadt, in den Außenbezirken mischt es sich schon. Je weiter du aufkommst und auskommst, Süden, ist es wieder du. Es ist nicht einfach, finde ich. Kulturelle Unterschiede, religiöse Unterschiede, aber auch politische Einstellungen. Ich möchte Ihnen noch ein Fallbeispiel erzählen. Es war ein Paar, da war sie aus den USA und er aus Albanien. Die haben sich in Österreich kennengelernt, waren beide schon lange in Wien, haben sich kennengelernt, haben sich verliebt und haben dann auch ein Kind bekommen und geheiratet. Und dann hat es Schwierigkeiten gegeben und Konflikte bis zu ganz massiven Abwertungen. Es hat so ausgeschaut, dass sie bei den Democrats Abroad engagiert war und hat sie damals eingesetzt. Das war damals Barack Obama, der erste schwarze Präsident, der ist auf die Straßen gegangen, die hat Flyer ausgeteilt, die hat alle Amerikanerinnen in Wien und Umgebung kontaktiert, dass die ja für den Barack Obama wollen, haben auf den Straßen Demonstrationen und Veranstaltungen organisiert. Er ist ausgezuckt. Er hat das überhaupt nicht ausgeholt und hat auf einmal in Macho ausgehört und hat ihr verboten, zu diesen Demonstrationen zu gehen. Jetzt hat sie gesagt, Entschuldigung, ich kämpfe da gerade für die Freiheit in unserem Land und du willst mir was verbieten? Das geht gar nicht. Und er hat gesagt, das darf nicht sein und du weißt nicht, was da passieren kann. Jetzt bin ich gesessen und habe mir gedacht, das hat eine Emotionalität auf beiden Seiten, die ich gern verstehen würde. Und ich habe ihn gefragt, was da dahinter steckt, was ist da los, was ist da, was passiert da? Und jetzt hat er mit Mühe und Not dann ausformulieren können, dass hinter der Aggression eigentlich Angst steht. Männer und Aggression, manchmal ist es Angst, die dahinter steckt. Es ist nur für uns schwieriger, Angst auszudrücken. Mit Aggressionen tun sich Männer oft leichter. Jetzt habe ich ihn gefragt, was ist das für Angst? Und dann hat er mir erzählt, dass in seiner Familie, damals in Albanien, die sind zum Teil verfolgt worden, wenn sie sich politisch engagiert haben. Und die sind nicht nur verfolgt worden, sondern sein Onkel, der war von einem Tag auf den anderen weg und wurde nie mehr gesehen. Man vermutet, dass er nicht nur verhaftet, sondern dann umgebracht worden ist. Vorstellbar, politisches Engagement ist mit Todesangst verbunden. Das hat sie nicht gewusst. Wie sie die Geschichte gehört hat, hat sie ein bisschen begonnen zu verstehen was hinter seinem Macho-Gehabe und seiner Aggression ist jetzt wollte ich aber auch noch wissen was bei ihr los ist warum sie da so emotional ist und dann hat sie mir erzählt sie ist in ganz ärmlichen Verhältnissen in einer Arbeiterstadt in den USA aufgewachsen der Vater hat sie schnell geschlichen und die Mama hat mit Mühe und Not versucht, diese zwei Kinder, die sind in Armut aufgewachsen. Für sie war das Engagement für die Demokraten und für den Barack Obama, das war nicht nur politisch, das war ein persönliches Herzensanliegen. Eine Chance für Menschen, die nicht so leicht und nicht so viel Geld zur Verfügung haben. Das hat er so nicht gewusst, die Geschichte. Und das war eine Situation, wo wir nicht gleich bei Wertschätzung waren, sondern wo wir zuerst einmal bei gegenseitigem Verständnis für die Sehnsucht oder für die Angst hinter den unterschiedlichen Haltungen waren. Werte und Einstellungen zu Geld, Beruf, Karriere und Familie ist ein häufiger Unterschied. Spontanität und Planung, habe ich schon ein Beispiel erzählt, kommt relativ häufig vor. Problemlöse-Strategien, auch ein schöner Unterschied manchmal. Ich habe einen Partner, der war aus Griechenland und er aus dem Waldviertel. Waldviertel, kulturell auch interessant, Griechenland sowieso. Die haben sich so darüber gestritten, wie man mit Problemen in der Familie umgeht. Die haben zwei Kinder gehabt und es gab Probleme. Sie hat mir erzählt, in ihrer Herkunft, wenn man ein Problem gehabt hat, das hat man mal allen erzählt. Allen. Also jetzt in der Familie sowieso, aber auch den Nachbarn. Und dann sind alle, haben sich dann mit dem Problem beschäftigt und haben dann Tipps gegeben. Also du hast irgendwie, du hast als erstes, hast das der Mama und dem Papa erzählt, die haben das dann besprochen und Vorschläge gemacht. Dann hast du deine Schwester und deinen Bruder angerufen und gesagt, du hast folgendes Problem. Die haben dann miteinander auch telefoniert und haben dann Vorschläge gemacht. Und dann hat man es auch noch den Nachbarn erzählt. Das hast du nicht selber machen müssen, das haben dann schon die Geschwister und die Eltern gemacht. Und es war auch so, dass dann, wenn du rausgegangen bist aus dem Haus, haben die schon Leute auf das Problem angeredet. Und haben schon Vorschläge gemacht, haben gesagt, das kenne ich auch, bei uns war das so. Vorstellbar? Ja. Im Waldviertel? Nicht. Er hat gesagt, bei uns war die Regel, wenn es ein Problem gibt, das darfst du niemandem erzählen. Das machen wir unter uns aus. Das darf niemand erzählen. Das machen wir unter uns aus. In Therapie wäre bei uns nie wer gegangen, weil da muss man einem Fremden ein Problem erzählen. Sie haben gesagt, wir haben keine Therapie gebraucht. Jetzt haben alle gewusst, was das Problem ist. Und haben Vorschläge gemacht. Das ist eigentlich jetzt Gesundheits... Also jetzt wegen dem Geld in unserem Gesundheitssystem. Vielleicht kann man da überlegen, ein bisschen einen offenen Zugang. Im Wirtshaus ist es dann quasi so ein bisschen Intervision, Supervision, Intervision kann man dann mit Freundinnen und Freunden im Café ausmachen. Positivität und Negativität. Es gibt Menschen, die haben eine sehr positive Grundeinstellung, andere kommen aus Wien. Ah nein, das war jetzt gemein. Nein, ich darf das sagen, weil ich bin Niederösterreicher, aber das Institut habe ich ja 30 Jahre lang in Wien gehabt. Ich liebe Wien und die Wiener, ganz ehrlich, ich mag die, aber so positiv sind die nicht, oder? Weiß wer, was ich meine? Hat wer einmal dort gewohnt, also gelebt? Schon? Hand hoch. Schon, gell? Sie wissen, was ich meine. Ein Klient von mir aus Kaisermühlen hat in einer Therapiestunde folgenden Satz zu mir gesagt, das kann ich Ihnen nicht vorenthalten, der hat gesagt, schauen Sie Herr Geierhofer, nur weil es Arsch ist, heißt es noch lange nicht, dass es nicht ärger werden kann. Und ich habe mir gedacht, das ist wie in einem Satz, besser kann man es eigentlich nicht zusammenfassen, oder? Es war genial, ich habe mir gedacht, das ist es, besser kriegst du das nicht. Schön. Nur weil es Arsch ist, hast du noch lange nicht das nicht. Schön. Aber es ist natürlich, sagen wir, als Grundeinstellung in einer Paarbeziehung, wenn da jetzt, sagen wir, er, also als Kaiser Müller, und jetzt kommt so, du kommst irgendwie als freundliche und fröhliche und positive Oberösterreicherin dann nach Wien und lernst, also es ist schon nicht einfach, oder? Es heißt schon was. In Wien, wenn Sie in Wien zwar treffen, und man fragt so sehr, wie geht es da, das Optimum, das Sie hören werden, das können Sie einmal testen, wenn Sie auf Besuch kommen, das Optimum, das man hören wird, ist, joe, man lebt. Oder so wie die anderen wollen, kommt da. Besser wird es nicht. Das ist, besser wird es nicht. Wenn Sie in Wien auf die Frage, wie geht es da, sagen würden, mir geht es eigentlich sehr gut, bin sehr zufrieden und glücklich, auch die Arbeit macht mir gerade sehr viel Spaß. Sind schnell isoliert. Das Einzige, was Sie noch hören könnten, ist, was nimmst du? Das können wir. Es verbessert sich aber, haben Sie es schon gehört? Wien war jahrzehntelang die unfreundlichste Stadt der Welt. Wir sind es nicht mehr. Also wird, also die, also wir sind es nicht mehr. Wir sind jetzt nur mehr Nummer drei. Haben Sie es gehört? Zwei deutsche Städte haben uns überholt. Ich meine, nicht irgendwelche deutsche Städte haben uns überholt. München und Berlin. Das lassen wir uns nicht gefallen. Ich meine, sie waren halt München und Berlin. Das lassen wir uns nicht gefallen. Ich war jetzt gerade wieder in Wien am Wochenende und dann war ich im Kaffeehaus und dann habe ich mir wirklich gedacht, die arbeiten schon dran, die holen sich das zurück. Das war wirklich super. Da war in dem Kaffeehaus folgende Szene, das ist, glauben Sie mir jetzt, das ist wirklich wahr. Sie kennen das, wenn man im Kaffeehaus von der Kellnerin oder vom Kellner noch gern was hat und sie üben sich im Blickkontakt vermeiden. Kennen Sie das? Das ist in Oberösterreich und in Salzburg auch. Ich habe voll gern das erlebt in diesem Kaffeehaus. Ich habe so aufgesagt und gesagt, ich hätte noch gern einen Kaffee Latte. Der hat mich angeschaut und ist nicht gekommen. Das ist cool. Der hat mich angeschaut und ist nicht gekommen. Ich habe mir gedacht, die holen sich das zurück. Die wollen wieder. Es ist bereits, ich glaube, es wird. Wenn du da positiv bist, ist es natürlich nicht so leicht. Lebenspläne und wie man sie erreichen kann, gemeinsame oder individuelle Ziele. Was oft ein Thema ist, ist unterschiedliche Vorstellungen über wie viel Zeit man, das kennen Sie auch, das ist ganz oft ein Thema, wie viel Zeit man für Familie, wie viel Zeit man für Paar, wie viel Zeit man für sich. Das können Unterschiede sein, die zu häufigen Konflikten führen, weil ja die Zeit begrenzt ist und da gibt es oft unterschiedliche Prioritäten, manchmal unterschiedliche Sehnsüchte dahinter, über die es wert sein kann, mehr zu reden, die Sehnsucht, als über die Anzahl von Stunden und Minuten. Morgen- und Abendmenschen kennen Sie vielleicht auch, kann auch ein Konflikt sein, sind Paare, die sich manchmal gar nicht sehen. Geschwindigkeit, Rhythmus ist oft ein Unterschied und Zeitwahrnehmung ist auch etwas, was ich entdeckt habe. Zeitwahrnehmung ist ein Konzept von Philipp Zimbardo. Es gibt Menschen, die haben eine sehr starke Vergangenheitsorientierung, Es gibt Menschen, die haben eine sehr starke Vergangenheitsorientierung, eine andere Gegenwartsorientierung und eine andere Zukunftsorientierung. Zukunftsorientierung sind so Menschen, die in die Zukunft denken, viel Zeit, die schreiben gern so Listen, planen Dinge. Das ist Zukunftsorientierung. Gegenwartsorientierung ist ein bisschen hier und jetzt. Ein bisschen so das mit Spontan und Planen auch. Es ist nicht eins besser als das andere. Man braucht alles drei. Auch Vergangenheitsorientierung ist, was du brauchst, damit du weißt, wo du herkommst. Das hilft uns zu verstehen, wer wir sind, unsere Wurzeln zu kennen und auch damit sich auseinanderzusetzen und zu beschäftigen, stärkt unser Sein. Also wenn die Wurzeln sehr grindig sind, schwierig, aber da sind viele positive Wurzeln sehr grindig sind, schwierig, aber da sind viel positive Wurzeln meistens auch dabei. Und die definieren auch, wer wir sind. Gegenwartsorientierung braucht man aber, wenn man in Italien auf Urlaub ist und drei Stunden Mittag isst. Da darfst du nicht daran denken, dass jetzt gerade nichts weiter geht. Es geht nichts weiter. Wir essen Mittag. Und für einen Kaffee gehen wir dann da oben ins Café aus und da geht auch noch nichts weiter. Das ist Gegenwartsorientierung. Und Sie dürfen mir glauben, Sex ist gegenwartsorientiert viel mehr Gaude als zukunftsorientiert. Schon, gell? Zukunftsorientierter Sex, wenn man was weitergeben muss, Leistungs-, zielorientiert, nein, keine Gaude. Gegenwartsorientierung ist auch beim Sex viel mehr Gaude. Unsere Idee in der Paarberatung und Paartherapie ist, von diesen Abwertungen, wo der Respekt, die Achtung voreinander verloren geht und wo die Unterschiede, diese Macht entwickeln, dass sie an der Liebe knabbern, an der Zuneigung knabbern und Nähe verkomplizieren oder unmöglich machen bis hin zu Pathologisierungen und Abwertungen, dass man da wieder zu ein bisschen mehr Verständnis ist oft der erste Schritt. Woher kommt es? Wie bist du so geworden? Was hast du da mitgenommen aus früheren Beziehungen oder aus der Herkunftsfamilie, bis hin zu einer neuen Wertschätzung des Andersseins zu kommen? Erst das ermöglicht das, was sie vielleicht, wenn sie bei denen dabei waren, heute bei der Einstiegsübung, wo sie sich bei der dritten Frage auch noch was gefunden haben, wo sie sagen können, da bin ich durch das Anderssein meines Partners, meiner Partnerin selber ein Stück gewachsen und gereift. Das geht nur, wenn das da möglich ist. Dem Anderssein mit Wertschätzung gegenüber zu treten und nicht mit Abwertungen. Herzlichen Dank. Vielen Dank. Jetzt setzen wir uns daher. Wir können auch stippeln. Ich schaue mal in die Runde. Wir wissen sehr viel, welche verschiedenen Unterschiede es gibt. Und wir wissen vielleicht auch, dass der eine oder andere in der ersten Phase bei sich selbst nachgeforscht und geschaut hat. Jetzt schauen wir in die Runde, ob Fragen schon da sind. Ich frage einmal online. Noch nicht? Ja. Können Sie bitte warten ganz kurz? Wir kommen gleich mal, damit die Online-Aufnahme... Danke. Manchmal sagt man ja, Gegensätze ziehen sich an und auf der anderen haben können. Und es ist immer so die Frage, wie gibt es das, dass aus dem, was da die Faszination für das andere verloren geht und das Konfliktaktor ausführt. Das kann aber auch manchmal recht schnell gehen. Das kommt jetzt ein bisschen darauf an, von was für Unterschieden wir reden. Was ich toll finde, ist, dass es, wir nennen das, der Arnold Retzer und die Angelika Eck, Kolleginnen von mir aus Deutschland, die wir jetzt in St. Gilden auch auf der Paartherapie-Tagung gehabt haben, die nennen das den Liebesmythos. Und zu diesem Liebesmythos in der Paarberatung oder in der Paartherapie auch einmal hinzukommen, kann was sehr Spannendes sein, weil es da die Emotionalität auf einmal verändert. Man geht zurück zu der Zeit, wo diese Faszination noch da war. Das geht aber nur mit Paaren, wo noch Zuneigung und Liebe vorhanden ist. Wenn das so Last-Chance-Couples, wo eine eigentlich schon, wenn es durch ein Ikea geht, nicht die gemeinsame, sondern die spätere eigene Wohnung einrichtet. Weißt du, was ich meine? Da ist es oft schwierig, dort noch einmal hinzukommen, weil eine oder einer nicht bereit ist, emotional dort hinzugehen, weil das ist Geschichte. Dort will ich auch nicht mehr hin und da will ich nicht hin. Und das ist natürlich jetzt eher ein Problem, das wir haben dann in der Paarberatung, dass das ein bisschen traurig dann ist, weil das sind so Paare, denen ich dann schon auch manchmal sagen muss, es ist schade, dass sie jetzt kommen. Weil das ist jetzt schon, jetzt sind wir in einer Phase, wo man nicht einmal mehr bereit ist zu schauen, wie war das am Anfang und wo hat es diese Faszination nämlich gegeben und wo ist sie dann verloren gegangen. Aber wenn man dort gar nicht mehr hinschauen kann, dann ist meistens schon ein Graben vorhanden, wo man dann über Konflikt hinaus und dann sind wir manchmal schon auch bei der Trennungsbegleitung auch eine Aufgabe, die ich gerne übernehme, weil vor allem, wenn Kinder im Spiel sind, ist das ein wichtiger Punkt, finde ich, dass man sie auch noch so voneinander trennt, dass möglichst kein Schaden für die Kinder entsteht. Aber es gibt beides. Die Faszination und dann die Zerstörungsmacht. Ich freue mich. Darf ich ganz kurz vorher noch was fragen? Wieso ist es eigentlich so? Wieso sucht man sich einen Partner, der so anders ist als man selber? Sucht man da irgendeinen Teil von sich? Passiert das einfach so? Oder gibt es da eine tiefere Erklärung? Sucht man da einen Teil von sich selber, den man nie gelebt hat oder den man nicht hat? Ja, da gibt es ein paar interessante Modelle, so Kollisionsmodelle, Jörg Willi und so, also da gibt es spannende Ideen dazu. Ich habe ja das Gefühl, dass das eher so ist, dass man, wie soll ich das jetzt formulieren, dass man ein bisschen was ausblendet am Anfang oder über Dinge hinweg sieht. Darum gefällt mir diese Metapher mit dem Kleingedruckten so gut. Das ist so, da hast du so und dann hast du und da gibt es schon die ersten H. Aber das H überwiegt. Ich kann es jetzt nicht besser beschreiben. Ist das anschlussfähig? Schon. Und jetzt kommt das Kleingedruckte. Das Kleingedruckte ist dann so. Aber es gibt ja immer noch. Und das ist, glaube ich, eher so die Tatsache, dass man selektive Aufmerksamkeit hat, das heißt das in der Psychologie. Hat man auch mit den eigenen Kindern, oder? Ist ja auch eine Liebesbeziehung. Also jetzt selber ärgerst du dich irrsinnig über die Gefraßte. Hat man auch mit den eigenen Kindern, oder? Ist ja auch eine Liebesbeziehung. Selber ärgert es die irrsinnig über die Gefrasste. Aber sobald mir andere etwas Negatives über sie sagt, geht das gar nicht, oder? Man sieht es irgendwie, aber die Auseinandersetzung damit ist eine andere, wenn es dann kommuniziert wird. Und das, glaube ich, gibt es auch in Paarbeziehungen, dass man schon, man sieht es zuerst und jetzt beginnt man irgendwann drüber zu kommunizieren. Die Auswahl der Partnerin oder des Partners, da bin ich mir jetzt nicht sicher, ob das Unbewusste spielt sicher eine Rolle. Ich glaube, dass da schon viel Nein, es ist nicht immer Zufall. Aber schon auch. Ich weiß es nicht. Ich habe ein paar gehabt, die waren beide so ein bisschen depressiv und die haben sich auf einer Party kennengelernt. Das hat mich mal gleich interessiert. Wie ist das gegangen? Das hat ich gleich nicht verstanden. Und dann haben sie mir beide erzählt, sie waren ja noch nicht freiwillig auf der Party, sie haben jeweils Freunde gehabt, die sie dort hingeschleppt haben. Die haben gesagt, jetzt komm, jetzt sitz nicht zu Hause, jetzt komm, du gehst mit. Folgende Szene, wie die sich kennengelernt haben, das war so schön, wie sie mir das beschrieben haben. Sie sind gesessen auf der Party, die anderen haben so Spiele gespielt, ein paar haben so Musik gehört und getanzt, sind rausgegangen rauchen und sie sind gesessen und haben geschaut. Und jetzt hat sie gesagt, ich bin so gesessen und habe mir die Leute angeschaut und da war überhaupt niemand interessanter dabei. Und auf einmal ist mir er aufgefallen, er ist ganz hinten, ganz allein gesessen und da habe ich mir gedacht, interessant. Und das ist jetzt sicher kein Zufall, weil da waren viele potenzielle Männer, Frauen da, die eine gewisse Angst oder Überforderung oder was weiß ich nicht, aber da hinten, so der Schüchterne, Das war nett. Ich glaube, dass es gar nicht selten ist, dass manchmal Menschen, die eher zu Depressionen neigen, lernen sie schon auch kennen. Aber wenn es wer mitnimmt auf die Party. Ganz vorhin haben wir eine Frage. Ganz kurz, bitte. Hallo, mich würde gerne interessieren, gibt es da Statistik, zum Beispiel, zehn Leute gehen zur Eheberatung, wie viele gehen zufrieden oder lassen sich nicht scheiden? Ja, also wir haben ja unsere Paartherapie nachbeforscht und nicht scheiden heißt jetzt noch nicht Zufriedenheit. Wir haben in der Paartherapie die schlechtersten Ergebnisse. Der Grund ist relativ einfach zu verstehen. Wir haben relativ viel Paartherapie begonnen, wo schon unterschiedliche Zielvorstellungen sind. Das ist echt eine schwierige Aufgabe als Therapeutin und Therapeut, wenn einer die Beziehung retten will und eine zum Beispiel... Nein, ist völlig wurscht. Gibt es beides. Es gibt keinen Unterschied. Aber das sind schwierige Voraussetzungen. Jetzt haben wir dann unsere Zufriedenheitsbefragungen gemacht und es ist jetzt wurscht, wie die Paartherapie ausgegangen ist, als einer jetzt unzufrieden. Ja, das ist der Grund, warum die Statistiken in den Paartherapie ausgegangen ist, da ist einer jetzt unzufrieden. Das ist der Grund, warum die Statistiken in den Paartherapien viel schlechter sind als in den Familien- und Einzeltherapien, wenn man Zufriedenheitsbefragungen macht, weil sich die Zielvorstellungen sehr wohl ändern können im Prozess einer Paarberatung, aber sie können auch gleich bleiben. Und das ist jetzt gar nicht so, das ist der Grund, warum man Paartherapie sehr gut auf Co. macht. Co. heißt, dass man zwei Therapeutinnen als Gegenüber hat, wenn es um Sex geht oder wenn es unterschiedliche Ziele gibt, dann Mann, Frau muss jetzt nicht als Gegenüber zur Verfügung stehen, aber da haben wir schon auch die Erfahrung gemacht, dass das auch hilfreich sein kann, dass man zwei Therapeutinnen und einen Therapeuten hat. Und das ist schon hilfreich, wenn es unterschied man zwei Therapeutinnen und einen Therapeuten hat. Und das ist schon hilfreich, wenn es unterschiedliche Zielvorstellungen gibt, weil man kann sich dann ein bisschen gegenseitig unterstützen. Und da hast du jetzt dann natürlich nur mehr das Statistikproblem. Es ist aber auch so, dass es Paartherapien gibt, wo man zuerst gemeinsam an der Verbesserung der Paarbeziehung gearbeitet hat und es ist trotzdem eine Trennungsbegleitung geworden. Und da kann es trotzdem sein, dass beide sehr zufrieden sind mit der Beratung, weil die Trennung auf eine Art und Weise dann abgelaufen ist, dass man sich noch anschauen kann, dass man noch gut Eltern sein kann für die gemeinsamen Kinder und dass man noch ohne Hass, ohne Kränkung, das geht, ich sage jetzt nicht, dass das einfach ist, aber das geht, dass man nachher noch auf der Elternebene gut miteinander tut, obwohl man kein Paar mehr ist. Und das finde ich eine sehr wichtige Aufgabe, vor allem auch, weil mir die Jugendlichen und die Kinder, die da beteiligt sind, sehr am Herzen liegen und ich wüsste jetzt nicht, dass die mit Schuldgefühlen da rausgegangen sind. Da vorne ist eine Frage. Ich schließe nochmal an die Frage an, gleich und gleich, Herr Geierhofer, haben Sie Erfahrungen oder haben Sie von Forschung oder Studien, ob es auch etwas mit der Lebensphase zu tun hat oder haben kann. Man hat das Selbstverständnis um Kinderkrankheit, Hausbau und Karriere und so und so und so und da ist halt die Persönlichkeit nicht vielleicht so entwickelt und die Werte verändern sich im Laufe dieser eigenen Entwicklung. Genau, also das heißt, die Lebensphase ist fortgeschritten oder jetzt ganz persönlich, kann ich mir auch nicht sagen, das ist mir wie ganz andere Werte wichtiger geworden. Nämlich auch diese Vision, die Sie angedeutet haben in der Frage 3. Ja, super, super. Wunderschöne Frage. Wir haben ja, wenn man sich die Trennungs- und Scheidungsstatistik anschaut in unserem Land und sie unterscheidet sich nicht von anderen Ländern, haben wir zwei Spitzen. Also es ist jetzt nicht so, dass die Häufigkeit von Trennung und Scheidung über das Alter so gleich verteilt ist, sondern es gibt zwei Spitzen. Erste Spitze? Ziemlich bald. Ja, ziemlich bald und zwar nach der Geburt vom ersten Kind. Also wenn das erste Kind drei ist, haben wir so eine Spitze. Die zweite Spitze? Wenn die Kinder ausziehen. Wenn das jüngste 13 ist. Beide Phasen sind eine extreme Herausforderung für eine Paarbeziehung. Die erste Phase, könnt ihr euch noch erinnern? Man wird vom Paar zu Eltern. Bist du deppert? Was sich da alles ändert? Die Paarbeziehung ist einmal auf Pause-Taste gestellt. Weil der Fokus ist einmal auf einem Baby, dann auf ein Kleinkind, dann kommt ein zweites Baby. Da hast du oft eine lange Phase, wo die Paarbeziehung nicht die Priorität Nummer eins ist. Das war es aber vorher. Das führt zu einem Haufen Enttäuschungen, nicht nur bei ihm, bei beiden. Dann irgendwann einmal kommt man darauf, uns gibt es ja einen, aber wir müssen auch auf uns schauen. Da bist du jetzt dann aber beschäftigt und musst irgendwie mit Babysitter, du musst deinen Eltern die eigenen Kinder anvertrauen. Das ist manchmal schwieriger als mit Babysitter. Aber das ist schon mal eine Herausforderung. Die zweite Phase ist die, wo man die Geschichte mit der Kindererziehung erledigt hat. Und das ist oft das Einzige, was dann noch verbindet, weil dazwischen ein bisschen was verloren gegangen ist. dazwischen ein bisschen was verloren gegangen ist. Die Zuneigung und die Liebe sind nicht mehr die vom Anfang. Man hat vergessen, darauf zu schauen. Es sind so Paare, wo ich dann frage, wann hat es den letzten Paar Urlaub gegeben? Naja, gar nicht. Irgendwann einmal ist es verloren gegangen. Man hat gesagt, das geht noch nicht wegen den Kindern. Und dann auf einmal mit der Bequemlichkeit hat es sich eingespült. Zweitens, so wie sie schon gesagt hat, man hat sich weiterentwickelt. Und manchmal hat man sich nicht so weiterentwickelt, sondern so. Ich finde das immer so schön. Es ist jetzt gender muss man immer aufpassen, aber es sind mehr Männer als Frauen in heterosexuellen Beziehungen, die ich gehabt habe in der Therapie, die total entrüstet gesagt haben, also Herr Geierhofer, ich möchte es nur sagen, ich habe mich nicht verändert. Und es ist so schön, weil die sagen das so mit Stolz. Also ich bin nicht schuld, weil ich habe mich nicht verändert. So war das super, dass man sich nicht verändert. Also ich bin nicht schuld, weil ich habe mich nicht verändert. So war das super, dass man sich nicht verändert. Das gefällt mir total. Da ist aber dann der Vorwurf dahinter, du bist nicht mehr die, die es warst. Und sie sagt, ja, aber das war es gewesen, dass du dich auch ein bisschen weiterentwickelst. Ja, aber das kann auch, man entwickelt sich nicht unbedingt so. Sie macht auf einmal, weiß ich nicht, sie kündigt und macht auf einmal eine Psychotherapieausbildung, jetzt wird es Psychotherapeutin. Das war nicht geplant. Das hast du mir nicht gesagt, wie wir geheiratet haben. Das heißt ja was. Wissen Sie, was ich meine? Okay. Und jetzt hast du eine Situation, das Gemeinsame, das ist erledigt die Kinder haben wir halbwegs gut hingekriegt das Letzte ist am Weg hinaus die Schulden fürs Haus sind angezahlt und jetzt hast du die Problematik, was haben wir noch? was verbindet uns noch? und da gibt es Paare, die sich dann in die Augen schauen und dann schon feststellen, nichts oder nicht mehr viel. Und das ist diese zweite Phase, wo dann die Trennungs- und Scheidungsstatistik aufgeht. Das sind dann die Paare, die haben es meistens gut miteinander hingekriegt, aber es ist etwas auf der Strecke geblieben und das heißt Paarbeziehung. Und auch die Emotionalität dahinter, die Zuneigung und Liebe ist nicht mehr da. Und Sex, das sind dann die Paare, wenn du uns da noch Sex fragst, wird es dann oft sehr traurig. Und wenn jetzt gar nichts mehr da ist von diesen drei Ebenen, die gemeinsamen Interessen weg sind, keine Liebe mehr da ist und Sex gibt es auch kein mehr, puh, also dann bist du, das ist dann nicht mehr so einfach. Wenn zwei von diesen drei Ebenen noch da sind, dann glaube ich, ist das kein Problem. Man kann vieles auch wiederbeleben, sowohl Sex als auch gemeinsame Interessen. Auch Liebe kann was sein, was wieder entflammen kann, so wie wir auch erleben dürfen. Das sind sehr berührende Begleitungen. Aber das ist schon ein bisschen Arbeit. Und wenn man sich auseinanderentwickelt hat, und das ist so, dann hat man vielleicht auch neue Ideen, Werte, Haltungen, so wie Sie gesagt haben, neue Interessen. Das macht jetzt das Wiederentdecken von gemeinsamen Interessen nicht leichter, sondern erschwert es ein bisschen. Und wir müssen da immer sehr wertneutral sein. Wertneutral heißt, dass wir uns in der Beratung und Therapie auch immer wieder daran erinnern müssen, es ist auch okay, wenn die sich trennen. Da gibt es auch Trennungen, wo ich wirklich dann manchmal sehr traurig bin, weil das sind Trennungen, wo ich das Gefühl habe, die lieben sich noch, aber sie wollen nicht mehr zusammen sein, weil es gibt keine Interessen mehr und Sex gibt es auch kein mehr. Und da reicht dann manchmal Liebe auch nicht aus. Es gibt auch welche, die haben nur gemeinsame Interessen, aber Liebe und Sex sind nicht mehr da. Das musst du auch wollen. Es gibt schon welche, die haben noch gemeinsame Interessen, aber Liebe und Sex sind nicht mehr da. Das musst du auch wollen. Es gibt schon Paare, die haben nichts mehr und bleiben trotzdem zusammen. Das sind so die, wo ich mich dann wirklich mit der Neutralität, wo ich mich so daran erinnere, das mich halt ich nicht. Aber es ist nicht meine Paarbeziehung, wenn die sich entscheiden zusammen zu bleiben. Und es gibt viele Dinge, die binden. Schulden binden, ein Haus bindet, Kinder binden. Ich habe letztes Mal eine Klientin gehabt, die habe ich gefragt, was verbindet sie eigentlich noch? Hat die gesagt, eigentlich nur mehr der Handyvertrag. Gewohnheit, Bequemlichkeit. Sie hat sich selber dann schon erklärt, dass man das auch kündigen kann, dann eigenen machen kann. Und aus Schuld, Schuld bindet auch, das finde ich besonders traurig. Die bleiben zusammen, weil keiner schuld sein will. An der Trennung. Das ist so schier. Also das ist auch für die Kinder, die da involviert sind, keine gute Idee. Wenn man nur mehr zusammenbleibt, weil keiner die Schuld auf sich nehmen will. Trennung ist nur möglich, wenn irgendwer einmal geht. Es muss, wer das Haus verlassen, sonst passiert Trennung ja nicht. Und jetzt hast du das Problem, der oder die, die rausgeht, die ist dann schuld. Weil der andere oder die andere kann sagen, ich wollte nicht, du bist gegangen. Und jetzt findet Trennung nicht statt, obwohl die Beziehung für keinen mehr schön ist, nur weil keiner Schuld auf sich laden will. Also das ist auch nicht statt, obwohl die Beziehung für keinen mehr schön ist, nur weil keiner Schuld auf sich laden will. Also das ist auch herzzerreißend und das sind so Sachen, da bin ich mit meiner Neutralität dann schon oft, wenn ich da merke, dass die Kinder das nicht gut, es ist jetzt auch nicht so, dass man Kinder schädigt, auch wenn man zusammenbleibt. Also das muss man sich auch in Erinnerung rufen und da sage ich dann schon manchmal was. Vor allem, wenn ich dann nach Hause komme, sage ich dann sofort zu meiner Frau, ich liebe dich, du bist die Beste auf der Welt. Sie schaut mir dann meistens auch an und sagt, du hast Paartherapie gehabt am Nachmittag. Schon, ja. Punkt, das Konklusio ist für mich, also ab 50 oder 60 plus, kann ich mir vorstellen, dass gleich und gleich besser passt. Am Anfang ist ein Reiz und ein Kontrast und so. Auch wenn man der Typ gewesen war oder war, Gegensätze ziehen sich an. Das war so mein Punkt. Wenn man dann wirklich älter ist, dass dann die gemeinsamen Werte von einer Vision und von Charakterhaltungen noch viel wichtiger sind. Ja, aber das kann man wieder finden, wenn man es verloren hat. Also auch wenn man sich auseinanderentwickelt, ich habe Paare begleiten dürfen, die waren an diesem Scheideweg und die haben sich beide entwickelt, die Interessen, die Gemeinsamen sind verloren, sie haben ihre eigenen Interessen entwickelt, dann waren an diesem Scheideweg. Und die haben sich beide entwickelt, die Interessen, die gemeinsamen sind verloren, sie haben ihre eigenen Interessen entwickelt, dann waren die Kinder aus dem Haus und dann haben sie sich angeschaut, was machen wir jetzt. Und da waren aber Paare dabei, ich kann mich an einen erinnern, die haben sich dann erinnert, dass sie früher, bevor es Kinder gab, sind sie Motorrad gefahren. Und dann haben sie gesagt, ja, aber das machen wir nicht mehr. Und dann haben sie sich aber angeschaut und gesagt, das könnte man ja wieder machen. Dann haben sie es halt anders gemacht als früher. Früher sind sie halt mit einer Enduro und mit dem Z gefahren. Dann haben sie sich ein Goldwing gekauft und haben im Wellness Hotel übernachtet. Ich finde die WOMOS total cool, wo hinten ein Pickel draufsteht, wir verprassen gerade das Erbe unserer Kinder. Da denke ich mir jedes Mal, das ist eine Paarbeziehung. Herr Geierhofer, ich hätte noch eine Frage, wie Sie mit Distanz und Nähe beraten, nach dem Motto, es fehlt mir, dass du mir fehlst. Der letzte Satz. Nach dem Motto, es fehlt mir, dass du mir fehlst. Manche wünschen sich mehr Distanz, um wieder nach Hause zu kommen. Ich habe das Paar, wie ich es zuerst schon kurz erwähnt habe, die sind 15 Jahre alt, das ist ein Unterschied und jetzt ist sie auch in Pension gegangen. Und die haben dann etwas Liebes erzählt, nämlich wie er in Pension gegangen ist, ist auf einmal Nähe und Distanz ein Thema gewesen. Da waren sie das erste Mal in Paartherapie wegen Nähe und Distanzproblemen und das haben sie mir dann nur retrospektiv erzählt, weil jetzt andere Themen ein Problem sind. Und das haben sie mir dann nur retrospektiv erzählt, weil jetzt andere Themen ein Problem sind. Aber damals haben sie erzählt, wir konnten das dann als Ressourcen nutzen, haben sie erzählt, sie hat das überhaupt nicht ausgehalten, weil er war dann da und da. Und sie hat dann gesagt, das war unerträglich, weil er so unattraktiv war, weil er da und da ist. Ich habe gesagt, Herr Geierhofer, ich bin da und heimgekommen von der Arbeit und er war da. Früher war er oft weg. Jetzt ist er immer da. Und dann hat er aber auch gesagt, dass er das recht schnell gespürt hat, dass er an Attraktivität verliert durch diese große Nähe. Und er hat aber auch andere Hoffnungen gehabt. Seine Hoffnung war, dass da jetzt mehr Zeit, weil jetzt muss ja nicht mehr so viel reisen. Jetzt ist mehr Nähe und das Gegenteil ist passiert. Also er war damals sehr enttäuscht und das war super, weil das haben wir dann nutzen können. In der Phase, in der sie jetzt waren, weil jetzt ist sieben, wenn sie umgegangen. Und er hat auf jeden Fall damals auch so gelöst, dass er dann geschaut hat, welche Hobbys kann er machen? Dann hat er so nebenbei hat er dann weiter gearbeitet noch ein bisschen. Und dann ist er wieder attraktiv und sexy geworden. Er hat unter anderem Bienen gezüchtet und ist Imker geworden. Und das hat ihr total getaugt. Sie hat mir dann gesagt, das war so sexy, dass er Honig macht. Schön, oder? Also, falls jemand von Ihnen das Gefühl hat, Sie verlieren an sexueller Attraktivität, überlegen Sie das mit dem Honig. Es kann aber auch etwas anderes sein. Das Beste ist, Sie fragen nach. Würde ich für dich attraktiv werden, wenn ich Bienen züchte? Vielleicht hat sie eine andere Idee. Also das kann man schon fragen. Aber genau das war es. Zu viel Nähe war dann schlecht und schwierig für die Paarbeziehung, wo sie gesagt hat, ich will ja, wenn du geangert bist, ich habe dich vermisst. Sehnsucht ist etwas, was eine wichtige Funktion hatte in unserem Begehren. Habe ich gleich verstanden. Versteht es noch wer? Wenn man sie immer sieht. Es zahlt sich aus, dass man sich nicht immer sieht, weil dann Sehnsucht und Sehnsucht führt auch ein bisschen zu Begehren. Schön, oder? Ich frage mal in den Chat. Der Chat will nichts wissen. Die diskutieren schon alle. Da vorne haben noch eine Frage. Wenn man zum Beispiel selber glaubt, man braucht dringend eine Paartherapie, beim Ersten ist es einfach, Sie geben einfach die Nummer jetzt laut bekannt. Wenn Sie kurz aufstehen. So ist es eh da. Danke, aber ich habe einen sehr lieben Partner. Wunderbar. Ich wollte, wenn man selber merkt, man braucht eine Paartherapie. Ich glaube das jetzt nicht, aber ich denke, nicht jetzt falsch schaffen. Nein, nein, nein. Also, nein, falsch schaffen. Nein, nein, nein. Nein, ich frage, ehrlich gesagt, ich frage aus der Vergangenheit heraus. Und man merkt selber, ein paar Therapien warten jetzt nur die letzte oder einzige Chance. Und man bringt den Mann in dem Fall einfach auf Biegen und Brechen nicht dazu, das in Anspruch zu nehmen. Dann kann ich alleine hingehen, das weiß ich eh. Aber wie bringt man einen Mann oder vielleicht eine Frau dazu, sich da hin zu bewegen? Okay, also das kann ich jetzt so keine generelle Antwort, aber ich kann eine Geschichte erzählen, die mir letztes Jahr passiert ist. Da war eine Frau bei mir und sie hat gesagt Ich habe so viele Themen, wo sie mir helfen müssen. Also es geht erstens geht es um Nähe und Distanz. Zweitens geht es um Sex und drittens es geht auch um Ich habe mich weiterentwickelt und mein Mann nicht und wir haben gemeinsame Interessen und so. Und sie hat das alles aufzählen und ich habe gesagt, das klingt so ein bisschen mehr nach Bartherapie. Und dann hat sie auch gesagt, ja, aber ich will nicht. Und kann man das allein auch machen? Da habe ich gesagt, naja, wir können einmal anfangen und dann schauen wir, wie weit wir kommen. Und dann war es recht interessant, weil dann habe ich gefragt, wo soll man anfangen? Und dann hat sie gleich gesagt, von mir aus beim Sex. Dann haben wir gleich beim Sex angefangen. Und dann habe ich ihr so eine Hausübung mitgegeben und die Hausübung war, sie soll bis zur nächsten Stunde einfach nur aufschreiben, was an ihrer derzeitigen Sexualität mit ihrem Mann möchte sie auf keinen Fall verlieren, sondern auf jeden Fall behalten. Was soll auf keinen Fall verloren gehen? Und die zweite Frage, was hätte ich gern noch dazu, was momentan nicht so stattfindet, wie ich es mir wünschen würde? Zwei Fragen, einfach nur aufschreiben und beantworten. Und jetzt ist Folgendes passiert. Sie ist dann heimgegangen und ihr Mann hat gewusst, dass sie bei mir ist, weil sie haben ja geredet drüber und er hat sich geweigert mitzugehen. Und dann war er aber so neugierig, dass er gefragt hat Na und wie war denn das da bei diesem Geierhofer? Und sie hat gesagt Ja, der ist eh recht sympathisch. Der war früher übrigens Dr. Sommer. Und wir haben eigentlich die ganze Stunde nur über Sex geredet. Ich habe eine Hausübung gekriegt, auch zu dem Thema. Die muss ich sogar schriftlich machen. Haben Sie eine Idee? Er war nur neugierig. Er wollte aber nicht mit. Aber jetzt ist Folgendes passiert. Sie sind dann gesessen und dann hat er gefragt, was ist das leicht für eine Hausübung? Und dann hat sie ihm die Hausübung erklärt und hat gesagt, magst du das auch machen? Dann hat er gesagt, naja, aber was soll das bringen? Dann hat sie gesagt, nein, es bringt wahrscheinlich eh nur was, wenn wir die Zellen noch austauschen. Jetzt sind wir aber in der Paartherapie, oder? Das ist die Idee hinter den Zellen, dass man es für sich einmal überlegt und dass man es dann auch kommuniziert. Und kommunizieren kann in schwierigen Verhältnissen sein, dass man zwei Zellen einfach austauscht. Dann kann man es in Ruhe einmal lesen. Und dann ist halt was passiert, was bei der Übung auch relativ häufig passiert, wenn man die Übung macht, wenn beide da sind, ist genau das gleiche, ist bei denen passiert, ich habe ihn nie kennengelernt. Da waren Sachen drauf, wo halt, können Sie auch gerne mal ausprobieren, die Übung ist recht lustig. Also bei Ihnen war es auch so, wie es oft ist, die haben dann gesagt, das ist ja nichts Args, wieso hat man das nicht gesagt? Wissen Sie, wie oft das passiert? Ich meine, ich war Dr. Sommer und ich bin jetzt auch schon alt und mache schon wirklich viele Jahre, über 30 Jahre mache ich jetzt Pansexualtherapie und ich bin immer noch entsetzt, wie viele Menschen in diesem Land miteinander Sex haben, aber nicht reden darüber. Das sind Leute, die haben seit 20 Jahren miteinander Sex und sie haben so nicht drüber geredet, was sie gerne hätten. Anders, mehr. Schon arg. Und das ist nichts anderes als die Hausübung. Man sagt, was ist leidend, was soll nicht verloren gehen? Und da gibt es noch was, was ich gerne hätte. Und es ist ganz oft, dass da keine argen Sachen dabei sind, für die man sich geniert oder die pervers sind. Nein, es ist ganz oft so, dass der oder die andere sagt, wieso hast du mir das nicht früher gesagt? Das könnte man machen. Du hast mir das nicht früher gesagt. Das könnte man machen. Kleine Hausübung vielleicht, wenn Sie wollen, zum Ausprobieren. Und das ist jetzt nicht immer notwendig. Als Systemiker glauben wir, dass es nicht immer notwendig ist, dass alle da sind. Wir machen auch Familientherapien und es sind nicht alle da. Familien ändern sich, wenn man mit einer Person arbeitet, weil wenn eine Person sich verändert, ändert sich das System. Und wenn in einer Paarbeziehung jemand beginnt, ein paar Dinge anders zu machen oder ein paar Fragen zu stellen oder anders zu kommunizieren, hat das eine Auswirkung auf die Beziehung. Vorstellbar? Schon, gell? Da muss man nicht unbedingt beide da haben. Das heißt, es macht auch Sinn, in Paarberatung zu gehen, wenn eine Person auf keinen Fall will. Wir haben sogar eher die Erfahrung gemacht, dass wenn wer zwangsweise kommt, ist gar nicht so hilfreich. Das ist manchmal sogar für den Prozess schlecht. Nicht immer. Manchmal kommen die Leute drauf, die nicht wollten, kommen drauf, der ist eh nicht so arg, der ist eh nicht. Manche Männer tun sich mit einem Mann auch leichter. Hilft ein bisschen, muss aber auch nicht. Aber es ist auch nicht immer notwendig, dass beide da sind, ist die Antwort. Man kann auch, Veränderungen sind auch möglich, wenn die da sind, die den größten Leidensdruck haben. Die können auch was machen. Es ist hinten eine Frage aufgetaucht? Meine Frage wäre, ob Sie auch Familienaufstellungen machen, weil Sie jetzt davon gesprochen haben, dass nicht jeder immer da sein möchte. Und dass man da einfach Stellvertreter dafür dann für ein gewisses Problem benennen kann. Genau, also was wir machen bei uns in der Praxis, die Aufstellungen sind halt sehr kompliziert, weil da braucht man so viel Leid. Familienbrett ist eine gute Möglichkeit. Also man kann Familienkonstellationen und Beziehungen und Beziehungsmuster auch mit Emotionen verbunden am sogenannten Familienbrett aufstellen. Das ist einfach praktikabler, weil das hat man in der Praxis und kann man jederzeit machen. Hilft auch in die Emotion zu kommen und die Beziehungsmuster zu erkennen und dann vielleicht an Lösungen am Brett zu arbeiten. Es muss jetzt nicht immer eine Aufstellung mit Repräsentanten sein, weil das einfach die muss man ja haben. Das haben wir bei uns im Ausbildungskontext haben wir das zur Verfügung. Aber sonst ist das halt schwer organisierbar. Familienaufstellungen sind ein bisschen in Mode gekommen eine Zeit lang. Bei uns muss man durchaus kritisch hinterfragen. Da ist ein bisschen so ein Hype entstanden mit dem Aufstellen. Wo ist es aufgestellt worden. Muss man aufpassen. Glaubt, dass das eine gute Methode ist, wenn die im Rahmen eines Prozesses kompetent angeleitet wird. Das ist nicht immer der Fall gewesen. In der Vergangenheit muss man sagen, ist auch viel Unfug passiert. Aber es ist eine sehr gute Methode um Beziehungs Konstellationen. Ist aber das Familienbrett genauso. Da braucht man nicht so viel Leute. Eine haben wir noch. Ein Herr noch und dann die Abschlussfrage. Sie haben im Zuge des Vortrags erwähnt, dass Kinder auch eine Rolle spielen. Wie weit gehen Sie darauf ein, das Befinden der Kinder zu analysieren, ob nicht eine Trennung zwei Jahre später besser ist als momentan? Kinder leiden gerade im Mittelalter von 8 bis 12 relativ stark unter so einer Situation. Also Neutralität ist ja eine wichtige Haltung für Beraterinnen und Therapeuten in der Paararbeit. Sowohl Lösungsneutralität als auch Personenneutralität, wo ich nicht neutral bin, ist, aber das hat wahrscheinlich auch viel mit meiner, ich komme aus der Kinder-Jugend-psychiatrischen Arbeit, also ich habe mit Jugendlichen gearbeitet früher, weil meine Magersucht war mein Spezialgebiet und ich habe einfach ein riesengroßes Herz für Kinder und Jugendliche und da bin ich dann bei manchen Situationen nichts neutral, sondern werde zum Anwalt von Kindern. Verstehe dazu. Und es sind auch so Situationen, wenn ich merke, dass Kinder zerrissen werden in einem Paar Konflikt oder auch in einem Trennungskonflikt, dann bin ich nicht neutral. Also da habe ich eine Meinung dazu und die sage ich dann auch und erinnere Paare an ihre Verantwortung als Eltern und muss schon fragen, kriegt es das noch hin? Mit einer Anzutatung oder macht es die Kinder hin? das noch hin, miteinander oder macht es ja die Kinder hin. Und das heißt in diesen strittigen Trennungssituationen, wo man manchmal, wo ich das Gefühl habe, denen ist jetzt wurscht, wie es den Kindern geht, da geht es nur mehr darum, wer gewinnt oder wer wen vernichtet. Und da bin ich nicht neutral. Also das geht sich nicht aus bei mir. Was aber auch ist, ist, dass ich weiß, dass Kinder auch Trennung so miterleben können, dass sie ohne großen Schaden durch diese Trennung kommen. Es gibt ein paar Dinge, die Kinder brauchen und zwar fast in jedem Alter. Ich bin manchmal überrascht, wie sehr 18-Jährige, 22-Jährige auch noch leiden unter der Trennung ihrer Eltern. Es braucht eine Erklärung. Warum trennt sie euch? Am besten ist eine gemeinsame. Also gemeinsam heißt nicht zwei verschiedene. Wenn einer sagt wegen der Mama und wegen dem Papa, dann zerreißt es mich schon. Eine gemeinsame. Zweitens eine, die klar macht, dass zwar die Liebe zwischen den beiden Eltern nicht mehr vorhanden ist, und das ist mit ein Grund für die Trennung, aber dass die Liebe zu den Kindern bleibt. Weil wenn Kinder, das ist bei kleinen Kindern oft schwieriger als bei den großen, Kinder erleben, dass Liebe vergänglich ist. Und dann kriegen sie Angst. Heißt das auch, die Liebe zu uns? Nein, das hast du nicht. Wir zwei. Die Liebe zu euch ist ewig. Und das brauchen Kinder, weil die brauchen in der Situation, wo Sicherheiten wegbrechen, Sicherheit. Und das ist das Dritte, was sie brauchen, dass sie Paare, die dann Eltern noch sind, daran erinnern, jetzt braucht es Klarheit und Sicherheit für ihre Kinder. Das ist dann das, was darum geht, wann ausgemacht ist, du holst das am Donnerstag um zwei vom Hort ab, dann bist du um zwei vom Hort. Chaos, ey. Weil das ist das, was Kinder brauchen, weil da bricht gerade einiges an Sicherheit weg und die brauchen jetzt für Sicherheit und sie brauchen Eltern, die auch auf der Elternebene noch gut miteinander kennen und das ist das Schwierige, wenn noch die Kränkungen der Paarbeziehung oder der Trennung da sind. Das ist dann das, was wir in der Trennungsbegleitung versuchen zu machen. Ich bin aber auch nicht neutral, wenn Paare, die sie nur mehr hassen, wegen den Kindern zusammenbleiben. Das sind Kinder, die dann später mit hassen, wegen den Kindern zusammenbleiben. Das sind Kinder, die dann später mit 16 sagen, danke, super, wegen mir habt ihr euch das gegeben, danke, jetzt habe ich Schuldgefühle. Schuldgefühle ist aber genau das, was die Eltern verhindern wollten. Darum haben sie sich nicht getrennt oder darum haben sie Trennung aufgeschoben. Ich finde es immer so lieb, wenn dann kommt, naja, jetzt wäre Trennung so schwierig für die Kinder, wir warten, bis sie größer sind. Das ist eine liebe Idee, dahinter steckt, wir wollen ihnen keinen Schaden. Ja, aber das kann Schaden zufügen und Schuldgefühle machen, weil die Kinder, die erleben ja eine Paarbeziehung und du bist jetzt auch noch Modell in der Zeit für Paarbeziehung. Die haben ja selber dann Paarbeziehungen und kriegen ein Modell vorgelebt, das vielleicht auch nicht gerade das Beste ist für spätere Paarbeziehungen. Und das sind so Sachen, die ich dann schon manchmal ein bisschen Psycho-Edukation, bin ich dann nicht ganz neutral, sondern erzähle schon, wie aus Sicht der Kindertrennung ausschauen kann, so dass man ohne Schaden rauskommt. Dass es, wenn man zusammenbleibt, auch nicht nur gut ist für die Kinder, sondern da auch Schaden und Schuldgefühle erzeugt werden können, das rufe ich in Erinnerung. Und dass es manche Jugendliche gibt, die sich dann später nicht dafür bedanken, sondern das den Eltern um den Schädel hauen, berechtigterweise. man Schädel hauen. Berechtigterweise. Also es ist jetzt mehr so nicht wann und warten, sondern die Frage ist mehr wie, wenn wir nimmer wollen oder nimmer können, wie machen wir das, dass wir auf der Elternebene noch gut zusammenkommen, wenn wir kein Paar mehr sind? Und wie kommunizieren wir das den Kindern? Und das ist in jeder Altersstufe. Das ist, ich bin manchmal überrascht, wie wichtig das auch noch ist, wenn die Kinder 23 und 26 sind. Die wollen auch eine Erklärung und wollen auch hören, dass es nicht weniger ist. Und dass die Liebe zu ihnen nicht verloren gehen kann. Das ist manchmal lustig. Nein, das kann passieren. Aber in Wirklichkeit ist das das Schönste, was man machen kann, ist Eltern zu coachen, dass sie das gut hinkriegen. Eltern, sage ich jetzt schon absichtlich. Weil, wenn man was schafft, miteinander schafft, und das ist Trennung, wo viel Emotion da ist auf der Paar-Ebene, Kränkungen, Verletzungen da sind, und wir kriegen das trotzdem als Eltern gut hin, dann hast du was geschafft. Dann hast du was geschafft, was später mal sehr hilfreich sein kann, wenn die Kinder wieder Krisen entwickeln und du musst das wieder auffangen und das kann ja auch bis ins Erwachsenenalter gehen und du hast aber Eltern, die ein Backel sind, obwohl es kein Paar mehr sind. Schön. Schön für Kinder. Also, kleine Kinder, pubertierende Kinder sowieso und sogar erwachsene Kinder erleben das als sehr hilfreich, wenn die Eltern es geschafft haben, Eltern zu bleiben, ohne Paar zu sein. Ich weiß jetzt nicht, welche Kabarettistin das war, aber irgendwer hat einmal gesagt, die Frage, wenn man sich kennenlernt, sollte man da eigentlich nicht die Frage stellen, kann ich mir mit dem vorstellen, langsam zu bleiben, sondern realistischerweise kann ich mir vorstellen, dass der 14-tägig auf meine Kinder aufpasst. Ich gestehe, das ist kein sehr optimistisches Weltbild zu Paarbeziehungen, aber es hat was. Also, das will ich Ihnen jetzt nicht als Abschluss mitgeben, zu ein paar Beziehungen. Aber es hat was. Also das will ich Ihnen jetzt nicht als Abschluss mitgeben, das war jetzt ein bisschen blöd. Aber es ist, also ich glaube schon, dass es gibt ein paar sehr schöne Rituale, die ich in der Trennung mache. Zum Beispiel ein wirklich schönes Ritual ist eine Danksagung. Wir trennen uns jetzt, aber ich möchte dir, bevor wir uns trennen, noch danken für das, was du mir mitgegeben hast in diesen Jahren. Paare, die diese Übung bei mir in der Stunde oder auch alleine ohne mich hinkriegen, da bin ich mir total sicher, dass die auf der Elternebene recht gut funktionieren werden. Ist das vorstellbar? Ja, wenn man das, was gerade auf der Elternebene recht gut funktionieren werden. Ist das vorstellbar? Ja, wenn man das, was gerade aufgelöst wird, noch wertschätzen kann und dankbar ist für das, was da war, dann ist das eine ziemlich gute Voraussetzung für das, dass man auf der Elternebene bei Eltern bleibt, wenn man kein Paar mehr hat, wenn man Kinder hat. Bleibt man ziemlich lang sogar. Und das ist etwas, was schon so mit einer Wertschätzung zurückzublicken, wenn das gelingt, das ist für mich sehr, sehr ein Indikator, auf der eltern Ebene kann das gut werden. Das war jetzt ein positiver Abschluss. Vielen Dank für die Hausaufgabe, die wir am Anfang schon gekriegt haben. Danke fürs Kommen, auch für den lustigen Abend, muss ich sagen. Ernstes Thema, aber einfach sehr lebendig präsentiert. Wir haben ein kleines Geschenk von Oberösterreich nach Salzburg. Ich hoffe, du nimmst mir gerne. sehr lebendig präsentiert. Wir haben ein kleines Geschenk von Oberösterreich nach Salzburg. Ich hoffe, der nascht mir gern. Oh, ja. Als kleines Mitbringsel. Danke. Ein Linzer Torte. Nein, kein Honig. Obwohl bei uns im Haus kann man Honig schleudern. Ein Honig. An Sie, also es war natürlich auch ein Honig. Ja, an Sie, liebes Publikum, großes Dankeschön fürs Dabeisein wieder und fürs Mitdiskutieren. Ein kurzer Blick noch in die nächste Woche, schon der letzte Vortrag dieses Jahr. Es kommt aus der Schweiz, die Ursina Donatsch, sie ist Paartherapeutin, Psychologin und Sexologin. Sie hat ein kleines Büchlein geschrieben, das es draußen am Büchertisch auch gibt. Das heißt, Wie geht Beziehung? Das ist ein Buch, das werbet ein, sehr viele Themen behandelt, die ihr in ihrer Praxis begegnen und um das wird es auch nächste Woche gehen. Also, was ist ihr in ihrer 20-jährigen Praxiserfahrung begegnet, welche Themen tauchen da auf, welche Dynamiken können Paare entwickeln. Ich lade Sie alle recht herzlich ein zu uns zu kommen und freue mich, wenn Sie da sind und wünsche Ihnen nun eine gute Heimreise. Kommen Sie gut heim. Danke. Gracias.