Guten Abend, herzlich willkommen im Kunstraum an der Goethestraße Extended. Wir haben heute ein Künstlergespräch mit Moritz Matschke. Wir haben letzten Mittwoch die Ausstellung für Zweig der Assistenzen eröffnet und wir haben heute die Möglichkeit, mit dem Künstler in einen Austausch zu treten über seine Arbeit. Das wird ein sehr entspanntes Reden, haben wir uns vorgenommen. Moritz Matschke, ich mache drei Sätze zur kleinen Biografie. Ich habe mir gedacht, einfach nur damit man ein bisschen eine Idee hat davon. Das Studium in Linz, Jerusalem und Bogota, Bildende Kunst und Kunstvermittlung war das eine Teil. Die Arbeiten sind in einem allspezifischen Installationsbereich, Interventionen mit ganz oft Beteiligung und Teilhabe von Menschen. Es gibt diese Kunstvermittlung, die dann auch in der Frage nach dem, wie kann man den vermitteln in einem sehr experimentellen Methoden, also nicht diese klassischen Schulsysteme, sondern wie kann man speziell bei Kindern und Jugendlichen in, und ich bin der Meinung, dass es schon sehr ein künstlerischer Ansatz ist, wie du da arbeitest, dann gibt es ein Doktorat bei Karin Harrasser Und dann gibt es den Senior Artist in der Kunstuniversität für Kunst und Bildung. Zusammenfassend gibt es drei Perspektiven, den bildenden Künstler, den Pädagogen und den Wissenschaftler in einer Person. Jetzt haben wir die Gelegenheit, dass der Künstler selber sein Kunstwerk vorstellen darf. Das ist total super. Wir haben uns überlegt, dass wir vielleicht bei diesem einen Bild anfangen und ich würde dich bitten, einfach einmal zu sagen, was hier ist und was wir hier sehen in diesem Raum. Danke für die Worte, danke, dass ihr gekommen seid. Es freut mich sehr, euch zu sehen. Verzweigte Assistenzen. Es war schwer, einen Titel zu finden. Ich wollte unbedingt einen deutschen Titel haben. Aus keinem bestimmten Grund, aber einfach so ein Gefühl. Es gibt ganz viele Gefühle, die hier ausschlaggebend waren, dass es jetzt so aussieht, wie es aussieht. Ein Gefühl, was den Impuls gab für die ganze Auseinandersetzung auch jetzt mit Pflanzen, das war dieses Bild da drüben, wo man diese Jukapalme in einer alten Scheibturchen, ich würde Schubkarre sagen, findet. Das war in Kroatien auf Brioni, auf einer auch sehr geschichtsträchtigen Insel und dieses Objekt, finde ich, hat auch so eine ganz spezielle Geschichte, die ich natürlich nicht kenne. Ich habe jetzt niemanden gefragt, aber gerade das interessiert mich daran, dass dieses Objekt so offen bleibt, dass man eigentlich nicht genau weiß, warum ist es jetzt eine Scheibtruche, warum ist die Pflanze da reingekommen, warum hat die Scheibtruche keine Räder mehr, warum wurde da so ein Gestell dran geschweißt, and so on. Ganz viele Fragen, die mich da beschäftigt haben und mich dann auch bewegt haben, die Palme zu fotografieren. Das ist eine analoge Mittelformatfotografie und das ist immer was Besonderes, wenn man dann ein Motiv findet, wo man sich irgendwie sichert, ja cool, das ist mir wert, die Filme sind schon arschteuer geworden, das ist mir wert, dass ich da jetzt ein Foto mache. Diese Einladung zu dieser Ausstellung und zeitgleich zu dieser Einladung spazierte ich oft in Otterkring umher und passierte den Mistplatz Otterkring. Ein toller Ort für alle, die ihn kennen. Sehr viel Beton, außen Graffiti, innen die bekannten Container. außen Graffiti, innen die bekannten Container. Und eine Spezialität gibt es bei diesem Mistplatz, es ist eine Pflanzeninsel zu finden. Also ein Arrangement an Zimmerpflanzen, die da so im Kreis stehen und die irgendwie nicht ins Bild passen. Also sie sind nämlich ziemlich schier die Pflanzen. Das sind auch die Pflanzen, die hier stehen, die kommen genau aus dieser Pflanzeninsel, die sind da entliehen. Ich habe die Missplatzarbeiter, sind leider nur Männer, gefragt, ob ich sie mir für eine Ausstellung leihen kann. Genau. Diese Pflanzen haben mich einfach so interessiert, weil sie so nicht ins Bild passen, weil sie auch so in gewisser Maßen wie diese Schubkarre so irgendwas Offenes haben. Und das ist das, wo ich immer so, wo ich irgendwie einen Zugang habe halt auch. Also wo irgendwas einfach nicht so glatt daherkommt, sondern wo es porös wird, wo Öffnungen sind, wo man irgendwie so reinschlüpfen kann mit seiner Interpretation. kann mit seiner Interpretation. Und dieses Bild irgendwie im Hinterkopf und diese Pflanzeninsel dann und diese Ausstellungseinladung hat dann zu diesen Skulpturen geführt. Und genau, diese Skulpturen sind wie gesagt jetzt diese ausgeliehenen Pflanzen und diese Gestelle, das war dann mein Werk. Ich bin dann einfach so, habe mir gedacht, ich möchte eigentlich genau solche offenen Objekte schaffen, wie dieses Foto zeigt. Ich möchte euch jetzt auch hier in diesem Raum die Möglichkeit bieten, dass ihr so einen Wagerl anschaut und euch denkt, ja, eh nett, aber ich weiß eigentlich nicht, wo es herkommt, was macht diese Pflanze da oben, warum diese Farbe und so. Aber interessant. Also das sind irgendwie alles jetzt hier Einladungen an euch auch, sich eine Geschichte zu überlegen, wo die herkommen. Ihr wisst natürlich, das kommt jetzt von mir und so, aber ich finde, dass man sich bei jeder irgendwie so was Nettes dazu denken kann. Und das war der Versuch dieser Ausstellung. Genau, es war ab und zu so, dass die Pflanze, also die Pflanzen waren eigentlich alle da und ich habe dann auch die Wägelchen für diese pflanzen gesucht und gefunden also zum beispiel bei dieser heart of string pflanze war es für mich ganz wichtig dass man was findet wo man diese tollen fäden aufhängt und das war dann ein altes kfz reparatur wagerl wo der so seine schraubenzieher reinsortiert hat und das war perfekt für die Haare dieser Pflanze. Und dann sage ich jetzt noch was zu den Fotos. Bei der Recherche oder bei den Pflanzen, die ich dann vom Mistplatz bekommen habe, da hat da noch was gefehlt und ich habe auf Wilhaben vor allem nach den Wagern gesucht, aber auch nach Pflanzen und bin dann auf diese Abbildungen gekommen. Ihr kennt sie vielleicht auch, wenn ihr auf Wilhaben seid, da gibt es viele Menschen, die mit Setzlingen Geld machen. Es fängt an von 50 Cent für so kleine Joghurtbecher, Ableger bis hin zu 100, 200 Euro für irgendwelche besonderen Monsterras aus Asien, die keine Ahnung was für abgefahrene Namen haben. Die habe ich dann irgendwie gefunden und dachte mir, das ist ja aber jetzt super, das passt total gut rein, weil irgendwo geht es dann in dieser Arbeit vor allem vom Missplatz kommen, um den Begriff der Entsorgung und des Sorgetragens. Also Zimmerpflanzen und Mensch, diese Beziehung hat ganz viel mit Sorgetragen zu tun. Und ich fand es dann spannend, dass am Missplatz dieser Begriff auf einmal zur Entsorgung wird, dass sie weggeschmissen werden und dass dann die Missplatzarbeiter wieder kommen, die Pflanzen aus dem Müll zahlen und wieder Sorge tragen. Also dieses Spiel war irgendwie spannend. Auf Wilhaben ist es dann auch so, das ist eigentlich ein Moment der Entsorgung. Ich will nicht mehr mit dieser Pflanze leben oder ich gebe sie her, weil ich Geld brauche. Genau und dann habe ich mir ein Archiv angelegt an ganz vielen von diesen Motiven, die mich interessiert haben und habe dann aus, es waren wirklich sehr viele Fotos, aus denen dann die ausgewählt, die dann am spannendsten waren, die so ein bisschen genau das darstellen, was ich gerne hätte, nämlich so eine Offenheit zwischen dem, wo fängt der Mensch an, wo hört die Pflanze auf, was passiert da mit der Fortsetzung oder mit den Gliedmaßen einer Pflanze oder mit den Gliedmaßen einer Hand. Das wird so eins. Das wird so etwas Hybrides, das mich auch theoretisch interessiert. Und das Letzte sind dann diese Teppiche, die auch den Link irgendwie so bauen zwischen diesen Fotos, zwischen diesen komischen Pflanzenhänden. Und der Missplatz, das sind Hände von einem Mistplatzarbeiter aus Otterkring, wo sich diese Sorge tragen, aber auch diese Arbeit im Müll und auch mit den Pflanzen irgendwie einschreibt, in diese Hände. Deswegen schauen sie so aus, wie sie ausschauen. Die Ausstellung in fünf Sätzen. Und dass die Pflanzen so ausschauen, das ist halt, also die sind jetzt nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Sie haben eine Geschichte hinter sich, die sehr bewegt ist. Sich vorzustellen, mal im Müll gelegen zu sein und dann wieder rauszukommen, ist nicht so schön. Sie wurden auch jetzt nicht wirklich gefragt, ob sie nach Linz fahren wollen und in dieser Ausstellung sein wollen. Das gebe ich auch zu. Ich habe mich aber sehr bemüht, ihnen ein gutes Dasein zu schaffen. Ich habe Angst, dass dieser eine Blatt hinten beim Gummibaum abfällt. Aber es schaut gut aus. Es kommen auch schon kleine Knospen und auch hier Bergpalme. Also dieser Gummibaum hat auch ein ganz besonderes Vehikel bekommen. Das ist so von der Farbe her, da sind wir schon im Krankenhaus angekommen und es ist ein Stützteil. Er kriegt besondere Unterstützung. Das ist ein Blatt mit dem Stil. Das wäre nämlich meine Frage noch zu dem, du hast es ein bisschen schon angedeutet, du suchst diese Vehikel oder diese Hilfsobjekte nach den Pflanzen. Das ist das Erste. Zuerst ist die Pflanze und dann kommt dieses Teil. Und dann hast du gesagt, das sind Objekte. Und dann würde mich jetzt interessieren, wie der Künstler diese Objekte baut. Das sind deine Werke. Das ist mein Werk, hast du gesagt. Und das sind Objekte. Veränderst du die dann? Ja, also ich finde, eine Veränderung ist ja sofort gegeben, wenn ich dieses Wagerl auch hier herstelle und jetzt gar nicht wirklich physisch bearbeite. Aber es war bei jedem Wagerl die Überlegung, was ich damit mache. Bei diesen beiden, ich weiß nicht, ob sie das jetzt schon so erlebt haben, vielleicht bei den Angehörigen, das sind die Farben der Pflege. Aprikose, wir können uns alle darauf vorbereiten, in solchen Räumen zu sein irgendwann. Und hinten, das ist tolle frische Mindgrün, was so nach Frühling ausschaut. Das ist auch eine Farbe der Pflege. Das war mir dann ein bisschen zu viel, zu knallig. Und dann wurde es noch bandagiert mit Bandagen. Genau. Und das ist zum Beispiel ein Gasflaschenwagen. Aber wenn man eben mit so einem... Also das mag ich auch sehr gern. Oder wo ist das Werk oder wo ist man als Künstler tätig? Das ist natürlich auch schon bei der Willhabenssuche. Man ist total gefiltert oder total gebiased, kann man sagen. Man ist total fokussiert mit seinem Thema Pflanze, Sorge tragen, Behälter für eine bestimmte Pflanze. Und dann ist diese Umarmung natürlich für den Gummibaum perfekt. Da muss man dann sofort auf kaufen drücken. Und dann hoffen, dass man es kaufen kann. Genau. Versuchen wir diese, ich bin noch mal bei diesem, man sucht, also diese Arbeit, es gibt das eigene Werk natürlich, indem man entscheidet, was man sucht und indem man entscheidet, wie man das zusammenstellt. Ist es Suchen, das Sammeln, das Arrangieren, ist es die künstlerische Methode oder eine wichtige künstlerische Methode des Moritz Maschke? Ja, kann man so sagen. Also sammeln auf jeden Fall und sich mit vielen Dingen umgeben, die mich auch interessieren. Das auf jeden Fall, also ich finde es immer schwierig, diese Methode so fest zu nageln oder zu beschreiben. Ich finde, das ist, also wenn ich es jetzt versuchen würde, wäre es eher so ein Fortspinnen einer Erzählung, so ein Fortspinnen einer Erzählung, die mir irgendwie zugeworfen wurde oder die halt gefunden wurde und den Versuch dabei oder die Herausforderung anzunehmen, diese Erzählung interessant zu halten. Also wenn ich jetzt ein Objekt finde, was mir allein schon gefällt, weil ich nicht genau weiß, was es eigentlich war und wo es herkommt, dann ist es sowas. Eine Erzählung, die an sich spannend bleibt, die irgendwo vibriert oder irgendwas halt macht, das kennt sie wahrscheinlich. Und das dann zu kombinieren mit was anderem, genau, da ist die Herausforderung, finde ich, dass es dann halt eben spannend bleibt und dass es dann nicht zum Beispiel jetzt zu angestrichen ausschaut oder zu viel zu künstlich wird oder zu gewollt. kann, aber schwer Worte findet. Weil das sind alles so Entscheidungen, die man trifft und nicht wirklich rational begründen kann. Also wenn man Kunst studiert, hat man die meiste Zeit eigentlich genau damit zu tun, dass man diese Entscheidungen treffen muss und finden muss. Das ist das, was mich antreibt und mich total interessiert. Und da ist so eine Ausstellung einfach so eine Challenge, so eine Herausforderung. Und genau diese Methode habe ich mir jetzt für diese ausstellung genommen eigentlich und dann möchte ich aber wieder was anders machen das ist glaube ich dass aber es ist wie so man hat so ein seismographen der einfach genau nach solchen erzählungen sucht und bei mir sind sie einfach also ich finde es immer spannend mit mehr als menschlichen Entitäten zu denken und zu arbeiten. Und jetzt sind es die Pflanzen, die einfach so tun, als wären sie so statisch und so tun, als wären sie schon immer so da. Und wenn man dann einfach so ein bisschen hinschaut, dann merkt man, dass das einfach überhaupt nicht so ist. Und die, die auch total beweglich sind, die einfach eine ganz lange Geschichte der Mobilität auch hinter sich haben. Dass es Pflanzensammler und JägerInnen gab, die diese Pflanzen zu uns gebracht haben, die genauso gut, aber auch wieder zurückgehen könnten. Man könnte wahrscheinlich jede Pflanze nehmen und zu ihrem Ursprungsort zurückbringen und dort wieder aussetzen. Und man würde nach ein paar Jahren vielleicht nicht mehr merken, was die jetzt eigentlich für einen Umweg gemacht hat oder für eine Reise schon hinter sich hat. Das ist das Spezielle an deinen Zimmerpflanzen, dass sie nicht im Boden verwurzelt sind. Die Zimmerpflanzen, diese armen Wesen, die Müll waren und denen es nicht so gut geht, muss man schon dazu sagen, die müssen zurück, also die dürfen zurück. Die Menschen, die sich um sie kümmern, möchten sie zurück haben. Das muss man vielleicht auch noch dazu sagen. Das ist schon ein Wert. Es ist interessant. Ich weiß es auch nicht. Es war schon ein spezielles Verhältnis mit den Mistmännern, weil sie einerseits auch froh waren, dass sie wegkommen, also die Pflanzen. Und ich glaube aber, wie du sagst, sie sind auch froh, wenn sie wiederkehren. Aber sie sind auch ein bisschen in einem Dilemma, weil sie dürfen das ja eigentlich nicht. Sie dürfen nicht die Pflanzen aus dem Mist ziehen und bei sich aufstellen. Es ist eigentlich ihnen nicht erlaubt. Der Müll gehört der Stadt Wien und nicht ihnen. Und wenn dann auch noch einer kommt und danach fragt, ob er sich sie ausleihen kann, dann wird es ganz kompliziert. Sie waren froh, als ich weg war und so. Bitte lass uns in Ruhe. Und genau, deswegen ist es... ich schau mal, wie lange ich es mir ausleihen darf. Kann ich morgen dann nach der Ausstellung zurück? Ich doch, ich glaube schon. Also die meisten. Es lasst man offen. Ist auch gut, wenn es offen bleibt. Ihr könnt es ja dann selber. Ich würde jetzt gern einen Schwenk machen zum Kunstraum, Güterstraße, wir haben jedes Jahr ein Jahresthema oder einen Begriff, den wir uns genau anschauen. In diesem Jahr ist es der Begriff des Übens. Und da gibt's, in der Vorbereitung gab's eine Aussage von Donna Haraway, Responsibility is the ability to ist der Ability to response. Das ist ein Wortspiel. Und die Frage, du bist jetzt einer der Künstler, der in diesem Jahresthema, der seine Installation herzeigt, das Reagieren auf etwas ist so ganz wichtig, oder? In deiner Arbeit. Oder diese Verantwortung zu haben, diese Verantwortung zu haben, oder die Möglichkeit zu haben, auf etwas zu reagieren, Ihnen als Künstler? Auf jeden Fall. Also ich finde, die Verantwortung tragen alle Menschen und Künstler auch, genauso ein Künstler auch. Das heißt nicht, dass die, also das Zitat wörtlich heißt, Verantwortung heißt, die Fähigkeit zu haben, zu antworten. Diese Antwort muss aber nicht immer positiv sein, finde ich, oder muss nicht immer gut geheißen werden. Da, finde ich, muss man der Kunst diesen Freiraum lassen, dass diese Antwort genauso offen ist und jetzt nicht irgendwie irgendeiner Vorgabe oder irgendeiner Moral oder irgendeiner Ethik entsprechen muss, sondern das ist die Entscheidung jedes Einzelnen. Für mich persönlich ist es schon so, dass ich gerne diese Frage stelle auch nach dem, was ist meine Antwort, wie kann man meine Antwort einordnen. Ich übernehme diese Verantwortung auf jeden Fall, aber ich möchte diese Antwort eigentlich auch offen lassen, indem man mir auch vorwerfen kann, dass es ihnen nicht besser geht mit mir und dass ich ihr Schicksal eigentlich jetzt nicht, also ich möchte nicht, dass man meint, ich wäre jetzt der Dr. Greensump und würde die ganzen Pflanzen heilen. Das ist jetzt nicht meine Ansicht. Ich möchte eigentlich etwas sichtbar machen. Ich möchte einfach dieses Beziehungsgeflecht, das finde ich total wert, dass man da noch mal hinschaut und sich denkt, diese Zimmerpflanze ist viel beweglicher als sie scheint und diese Zimmerpflanze ist viel mehr verbunden mit zum Beispiel uns Menschen, aber auch mit Apparaten, mit Schiffsreisen, mit Online-Plattformen. Dieses ganze Beziehungsgeflecht, das ist das, was mich interessiert und das ist auch das, wo meine Antwort eigentlich hingeht. Ich finde eindimensionale Antworten eher langweilig und möchte mich da einfach so. Ich würde schon dieses Reagieren oder diese Möglichkeit oder die Fähigkeit des Reagierens würde ich schon allen Menschen übergeben. Das war nur irgendwie so, für mich war das dann so, wie ich das gelesen habe, ja, der Kunstraum hätte da eine Möglichkeit oder hätte da auch eine Verantwortung, zu sagen, wir Menschen, die sich mit künstlerisch-kreativen Methoden auseinandersetzen wollen, könnte man stärken in dem, dass sie reagieren lernen oder dass sie auf spezielle Art reagieren. Ist die Beziehung zu den Pflanzen vertieft worden? Also hast du zu diesen Pflanzen da eine nähere Beziehung zu den Pflanzen vertieft worden? Hast du zu diesen Pflanzen eine nähere Beziehung bekommen? Ja, durchaus, auf jeden Fall. Also ich freue mich jetzt so, also das ist ja auch was, das Atelier war wie eine Palliativstation für Pflanzen. Und ich wusste nicht, ob es die jetzt schafft. Ich wusste auch nicht, also der Ficus Benjamin hat auch wirklich sehr viele Blätter verloren. Das war schon alles ein bisschen ein Experiment auf der Kippe. Deswegen freue ich mich jetzt, einfach etwas Grünes zu sehen. Das ist ja wirklich etwas sehr Erhabenes, was ich jetzt auch noch nicht so oft hatte. Oder dass die Fichte jetzt wirklich grüne Sprosse hatte. Schön anzuschauen, weil sonst ist sie eigentlich eher traurig. Also durchaus habe ich da... Ich bin also auf jeden Fall empathisch dem Pflanzen gegenüber. Und ich glaube, also das ist auch was, wo man, ja, ich finde das ja auch interessant, dass man, viele von euch werden Zimmerpflanzen haben, ich meine, man baut da schon eine Beziehung auf, wenn man jetzt dann in Urlaub fährt und sich dann irgendwie die Frage stellt, wer kümmert sich um sich. Ich weiß nicht, ob jemand schon mal in Urlaub gefahren ist mit seiner Zimmerpflanze, das wäre auch spannend. Ob jemand sie mitnimmt. Das wäre schwierig, weil man wahrscheinlich dann unter Gesetzgebung schon Schwierigkeiten kriegt. Aber ich habe eine ganz brennende Frage. Sie kombinieren eine Materie mit etwas Lebendem. Immer. Also das ist überall. Und das ist die Vergänglichkeit von beiden, die sie da durchbrechen wollen. Oder was ist da der Grund, dass man versucht, das aufzuzeigen, wie achtlos man mit beiden, sowohl bei der Materie als auch bei der lebenden Pflanze, man geht menschenverachtend, man geht achtlos daran vorbei, man schmeißt das einfach weg, beides. Sowohl als auch, das kannst du ja in allen Dingen sehen, ob das jetzt der Mensch ist oder das kannst du in alle Phasen fortsetzen. Und ist das auch dann die Freude, dass man merkt, dass man da was Neues wieder daraus schaffen kann? Aus Materie genauso wie aus dem Lebenden, ob das jetzt eine Pflanze oder irgendein Ding, Hund, Mensch, Katze, wurscht was. Ist das da ein Versuch, das andershnte, umgeht mit beidem, mit der Materie genauso wie mit dem Leben, mit dem Lebewesen, ob das jetzt Pflanze oder, ja, es lebt ja alles. Also ich kann Ihnen da nur zustimmen, was Sie sagen. Das ist jetzt nicht mein erstes Ziel, dass ich darauf hinweise, wie achtlos die Menschen mit ihren Zimmerpflanzen umgehen. Da gibt es viele Gründe, warum man die wegschmeißt und das mag ich nicht zu beurteilen. Mich interessiert es, dass diese Pflanzen einfach, dass sich immer entschieden hat, sie wirklich zu entsorgen. Also dass da mal so dieser Moment kam, ich gebe sie weg und dass dieser Moment dann aber wieder rückgängig gemacht wird. Und dass dieses Wegschmeißen nicht etwas Endgültiges ist, sondern eigentlich so ein... Anders umgehen sollen damit, mit diesem Lebewesen oder mit dieser Sache, weil man ja immer wieder daraus was Neues entstehen lassen kann, auch wenn es ein uraltes Vagabys ist, was weiß ich. Also bei den Pfandes, das hat auch mit Ästhetik zu tun, oder? Ästhetik ist so wie... Wenn es ästhetisch ist es so, wie es ist. Wenn es ästhetisch ist, dann gibt man es leichter weg. Und eine kaputte Pflanze ist halt nicht ästhetisch. Und wenn es nicht mehr hinkommt mit Dünger oder irgendwas, dann wäre das wahrscheinlich ein Kompost. Dann kommt es wieder zur Erde. Aber bei dieser Brionne, das ist die Insel vom Tito. Ich vermute, dass das die Scheibdurre vom Tito ist. Und dass in dieser Erde wahrscheinlich die Asche vom Tito ist. So ungefähr. Das lasse ich mir die ganze Zeit keine Ruhe, wenn ich mir denke, warum? Also stimmt wahrscheinlich eh nicht, aber er ist es. Aber ja, demnächst hat es mit Ästhetik zu tun. Und das ist schon so, ich möchte die Pflanze gießen, weil die ist total trocken zum Beispiel jetzt. Die ganze Zeit, ich hole ja Wasser und gieße es. Aber das Aushalten, dass die Pflanze kein Wasser hat, das fällt mir aber riesengroß schwer. Also es gibt sicher sehr viele Beweggründe, warum die Pflanzen jetzt hier sind, warum sie im Mistplatz waren, warum die Mistmänner sie wieder rausgefischt haben. Das ist einfach eine Reise, die jede Pflanze so durchmacht. Und das ist ein wichtiger Punkt, der mich sehr interessiert. Dinge und Pflanzen und alles, was reist durch die Welt. Aber wie soll man das durchbrechen? Es gibt viele Gesetze, dass man aus dem Müll gar nichts nehmen darf. Ob das jetzt eine Sache ist oder eine Pflanze, ist egal. Es ist ja verboten. Wie haben wir Verschädigung? In den Heimen kann man alles verschädigen. Ja, aber warum braucht man es, dass man es dann wegschneist? Also es ist nicht verboten, glaube ich, jetzt eine Zimmerpflanze irgendwo auszusetzen. Das könnte man ja auch machen. Ich möchte nicht sagen, ich weiß es nicht, aber ich habe mal in Wien gelebt, da hat ein Grünliebling gemeint, er möchte zu diesem Baum was dazusetzen, und er ist bestraft worden. Das ist zwar schon 30, 40 Jahre aus, aber das ist startbar. Vielleicht kommen wir wieder zurück zu diesem, oder es hat vielleicht auch damit zu tun, es hat ein bisschen so, ah da gibt es jetzt eine Krankenstation für Pflanzen. Es hat ein bisschen so einen kleinen Witz dabei, oder Menschen reagieren so, ach das ist eine gute Idee, da gibt es jetzt diese Palliativstation. Und ich habe dir das erzählt und du hast gesagt, man muss CARE neu denken. Hast du schon danach gedacht? Ja, Care, also es ist ein, wo fängt Care an, wo hört sie auf? Es ist halt ein, ich glaube, wir brauchen einfach so eine grundlegende Neuorientierung, was unser Intervallsein angeht, unsere Beziehungen, die wir zu vor allem nicht menschlichen Dingen haben und Lebewesen. Da fehlt es einfach. Da ist einfach viel in eine Richtung gegangen, die heißt Kultur ist hier, Natur ist da. Und wir sind die Menschen, die natürlich aus der Natur hervorgegangen sind. Vielleicht gibt es dann solche Erklärungen, aber dass es einfach so ist, dass wir immer klar differenzieren zwischen dem Ganzen. Und ja, viele sagen, diese Trennung, diese Bifurkation, das war das Fundament der Moderne. Nur so konnte man einfach auch zum Beispiel sagen, endlose Ressourcen, unendliche Ressourcen, wir versuchen jetzt die Natur zu überlisten oder zu kontrollieren und daraus irgendwann frei zu sein von den Zwängen, die uns Erdlingen alle irgendwie so anhaftet. Dass das ein Irrglaube ist, hat man eigentlich schon recht früh erkannt. Aber ich glaube, dass nach wie vor das unglaublich starke ist, dass man wirklich in diese zwei Bereiche trennt. Und das wäre jetzt das, wo ich ansetzen würde und Kern neu denken möchte, dass man, glaube ich, einfach Gesundheit über den Einzelnen, über das Individuum hinaus denken muss. Ich meine, wir haben es alle erlebt, was eine Pandemie mit uns macht. Also dass es jetzt keine Entscheidung ist, die wir alleine treffen, sondern dass es mit ganz viel zusammenhängt. Und dass diese Viren und Bakterien auch zum Beispiel von Tieren kommen. Und dass das auch ein unglaublich wichtiger Teil, in welche Bereiche gehen wir hinein, welche Urwälder, welche unberührten Geschichten greifen wir an, wälzen wir um, bauen wir um. Was passiert damit? Das sind alles Sachen, die auch unsere Gesundheit beeinflussen und letztendlich dann auch, ja, also die Pflege, finde ich, ist, da muss man vielleicht auch nochmal differenzieren, das ist ja eigentlich,anken auch präventiv verstehen, dass man im Vorhinein interessiert ist daran, zu verstehen, wie jetzt zum Beispiel ein Zusammenleben zwischen Tier, Pflanze, Mensch, allen zusammen funktionieren könnte, um gar nicht so viel Krankheit entstehen zu lassen, wäre ein Ansatz. Und was ich spannend finde, ist diesen Begriff der kritischen Zone, den eben Bruno Latour auch erfunden hat, den Donna Haraway auch stark geprägt hat, ist, dass man eben weggeht von diesem Bild, dass wir auf einer Erde leben, die von außen betrachtet wie so eine blaue Murmel ausschaut, sondern dass man eher andere Bilder dafür findet, nämlich dass man in einer kritischen Zone lebt, die eben gar nicht so groß ist, sondern das reicht ein paar Meter unter die Erde und das ist unsere Atmosphäre und dass in dieser dünnen Schicht, die wirklich vor allem aus dem Weltall betrachtet hauchdünn ist, dass sich da alles abspielt, also dass da die Prozesse stattfinden, die uns am Leben halten und zu verstehen, wie eben die Bewohnbarkeit unseres Planeten eigentlich von diesen Prozessen abhängt. Und zu verstehen, wie man vielleicht sich auf der Welt so aufführt, dass diese Zone lang gesehen erhalten bleibt. Das wäre so ein Ansatz. Oder da plädiere ich dafür, man möge doch mehr dafür tun, das wäre so ein Ansatz. Da plädiere ich dafür, man möge doch mehr dafür tun, dass das so wird. Dass man das erhält. Und da, glaube ich, müssen wir anfangen, einfach das zu sehen. Diese Beziehungen zu sehen, die wir alle führen. Und einfach mit den Zimmerpflanzen kann man anfangen, dass man einen Schritt in dieses Bewusstsein geht. Zur Pflege, ich weiß nicht, ob das kann. Ich habe mir gerade die Frage gestellt, ob diese Pflanze nicht die Erde möchte. Also was würde passieren, wenn die ausgesetzt wird? Klingt so schier, aber die wird überleben. Ich würde es mir wünschen, ich gehe davon aus, es gibt sehr viele Pflanzen, die sich jetzt, also was soll sie, sie ist eine Zimmerpflanze, weil sie im Topf ist. Aber sobald der Topf weg ist und die richtige Umgebung da ist, warum sollte sie weiter in der Zimmerpflanze bleiben? Also bei der Fichte weiß ich es, dass man sie sofort aussetzen kann, weil sie halt einfach hier heimisch ist. Noch, es wird immer wärmer, der Borkenkäfer hat jetzt keine blühende Zukunft, aber sie wird es schaffen. Gibt es irgendwie einen, der eine Frage hat, der eine Idee zur Kehr hat oder der mehr über die künstlerische Position Moritz Matschkenau erfahren möchte? Dieses Netzwerk, Moritz, von dem du gesprochen hast, also diese Erweiterungen, die man so eigentlich nicht sieht, also diese ganzen Prozesse, also alles, also es ist ja da nicht so sichtbar, es ist halt da bei diesen Bildern, finde ich, da ist ja diese Leistung, sozusagen dieses Umfeld, dieses Willhaben als Plattform und diese Blätter, die so eigene Dinge sind und der Mensch, da ist das ja alles so vereint. Und der Mensch, da ist das ja alles so vereint. Das ist ja schon fertig, toll. Also das hast du sozusagen, diese Prozesse, die sind da schon so verbildlicht. Das ist so da. Und ich finde es total interessant, weil du bist ja, die sind ja erst nachher gekommen. Aber diese Arbeiten, die du da sozusagen so entstehen hast lassen, ich selber denke so irgendwie wow, ich hätte die fast vorher gehabt und hätte dann diese dazu entwickelt. Weil da sind diese Prozesse ja von dir sozusagen so zusammengestellt. Du hast dir die Farben überlegt, du hast diese Pflanzen gefunden, die Töpfe dazu und das ganze Setting sozusagen als Objekte gebaut. Und da ist das aber schon so ein Ding, die gehen ja super zusammen. Und die waren irgendwie nachher. Das hat mich so interessiert, wie, also es ist ja andersrum entstanden. Also du hast sozusagen das danach zusammengebracht. Da habe ich das schon richtig verstanden. Ja, es war irgendwann zeitgleich. Aber ich glaube, dass ich die jetzt nicht so gefunden hätte, wenn es diese Objekte nicht gäbe. Also es war schon einfach zu verstehen, dass Zimmerpflanzen in so einer Kette an Beziehungen und auch an Übersetzungen so drinhängen. Und das da irgendwie zu verstehen, im Machen von dem Pflanzen oder im Finden am Mistplatz, hat mich dann einfach aufwühlhabend auch so auf einmal auf diese Bilder gebracht oder auf diesen Filter, dass ich das so sehe. Und ja, also das wäre wirklich eine Arbeit für sich oder würde ich auch gern weiter schauen weil diese menschen die dahinter stehen natürlich auch super spannend sind die haben erstens die namen sind alles plant friend und ihre ihr profilbild ist so eine lunge aus monster blättern und es ist so eine super eingeschworene community die sich mag ich total gern. Es sind einfach Pflanzen-Nerds, die sich da selbst feiern mit dieser Tauschbörse und das finde ich großartig. Und auch diese Antworten. Ich habe eine Antwort, die wollte ich euch eh vorlesen, die ist wirklich wert. Also den Stefan hieß er. Da habe ich um seinen Ficus Benjamin gefragt, ob er ihn noch hat. Weil ich wollte sicher gehen, wenn der stirbt, dass ich noch eine habe. Und ich lese es kurz vor. Es ist wirklich toll. Es ist ein kurzes Zitat. Mein Handy ist da hinten. Bleiben Sie ruhig sitzen. Ja, geht gut. Der Stefan schreibt, also ich schreibe meine Antwort auch noch. Hallo, meine Frage. Hallo Stefan, ich bin für ein Kunstprojekt Schrägstrich Ausstellung auf der Suche nach Zimmerpflanzen. Es geht um die Beziehung Mensch-Pflanze und um das Sorge-Tragen. Würdest du mir für den Fikus ein gutes Angebot machen? Vielen Dank, liebe Grüße Moritz. Stefan schreibt, Servus, Beziehung war toxisch, Pflanze war permanent passiv-aggressiv, stumm und wurde folgerichtig bereits rausgeworfen. Punkt, Punkt, Punkt. So, es ging dann nicht weiter aber es ist so er hat mich einfach bestätigt das sind alles so Spitzen von Eisbergen die unglaublich viel Wurzel und Beziehungsgeflecht unten haben das ist einfach toll zur Frage Toll. Gute Frage. Wie geht es weiter? Am 22. Mai ist die Ausstellung vorbei. Kommen die Pflanzen wieder zurück, aber danach geht es weiter mit... Schauen wir mal. Also ich finde, ja, also was mich zum Beispiel gerade interessiert sind Wildbrücken. Das ist auch spannend, ich weiß nicht, ob ihr das kennt, dass über Autobahnen gehen Brücken drüber, wo nur Bäume stehen oben. Und es schaut aber von unten so aus, als wäre eine Straße drüber. Aber es gibt so kleine Schilder und so, wo dann die Natur irgendwie so eine Wildbrücke und so. Und das finde ich super spannend. Das ist genau das Gleiche, dass da so verschiedene Begriffe zusammenkommen und irgendwie so ein Highway, unsere Moderne unten durchzischt und oben drüber wird so eine bestimmte Idee von Natur gelegt, die unglaublich toll ist, weil dadurch sehr viel verbunden wird, aber da könnte man auch weitergehen. Das ist das, was ich wahrscheinlich mache. Also diese Frage des Verhältnisses zwischen Natur und Kultur oder Technik oder Kultur, ist nach wie vor ein wesentliches Thema, ein wesentliches Interesse. Ja, absolut. wird es auch bleiben wahrscheinlich. Und ein wesentliches Thema, ein wesentliches Interesse. Ja, absolut. Wird es auch bleiben wahrscheinlich jetzt noch für eine bestimmte Zeit. Das ist schon. Ich würde noch gerne abschließend diese, oder vielleicht nicht abschließend, vielleicht gibt es dann noch mehr Reden darüber. Dieses, schließt jetzt an, an dieses wir müssen klar neu denken und es schließt wieder an die Donna Haraway an, die sagt wir müssen denken lernen und das denken lernen bezieht sich jetzt nicht auf eine singuläre oder von oben herunter oder eine isolierte Möglichkeit oder Methode, sondern sie sagt, es müsste viel materialistischer werden, zu sagen, beim Schreiben, beim Lesen, beim Tanzen, beim Kino gehen, da passiert das Denken. Kannst du dich dem anschließen? Absolut, ja, total. Was heißt Denken halt?. Was heißt Denken? Was heißt das Denken? Aber wenn ich jetzt das von der Donna Haraway her höre, dann bin ich bei ihrem situierten Wissen, was ich ein ganz spannendes Konzept finde und was man hier genauso finden kann. Das situierte Wissen beschreibt sie einfach als verkörpertes Wissen auch. Es gibt nicht das Wissen, was ohne Körper ist. Es gibt nicht ein Bild, was nicht jemanden hat, der dieses Bild gemacht hat. Es gibt nicht dem blauen Planeten ein Bild von ihm ohne der Raumkapsel, ohne der Raketen, die die Raumkapsel dahin bringen, ohne der unglaublichen Technik, die dafür gebraucht wird, damit man dieses eine super-spacey losgelöste Poster macht von der Welt. Das ist einfach ein Irrglaube. Und ich glaube, dieses Denken, wir müssen das Denken lernen, das meint genau das, dass man anfängt, auch Google Maps zum Beispiel, nicht als etwas zu verstehen, was objektiv uns ein Bild auf einem Planeten gibt, sondern dass diese Kartensimulation unglaublich politisch ist, unglaublich problematisch ist, unglaublich viele Perspektiven auslässt, unglaublich viele Sachen so verdreht und uns zeigt, die auch einer bestimmten Ästhetik entsprechen, aber die überhaupt nichts mit, ich glaube, mit einer, ja einfach nichts ist, was uns irgendwie weiterbringt, sondern eher weiter weg. Also solche, diese ganzen Dinge, diese Alltagsdinge, diese, also auch Zimmerpflanze gießen, könnte man noch mal drüber nachdenken, was man gerade macht. Das kann man einmal machen und man muss es auch nicht ständig machen. Aber das ist auf jeden Fall, unterschreibe ich sofort. Ich würde jetzt an diesem Punkt einfach dieses offizielle Gespräch beenden und uns einen schönen Abend wünschen mit weiteren Überlegungen zum Denken, zu den Pflanzen, zu den Sorge tragen. Vielen, vielen Dank, Moritz. Es gibt noch am 12. Mai, das frage ich vielleicht jetzt noch dazu, einen Vormittag, wo Thomas Gluckner und du ihr euch mit Menschen, die das interessiert, über das Sorgetragen von Pflanzen diskutiert. Genau, aber es ist eher eine Einladung, also am 12. ist es eher so gedacht, dass ich jetzt nicht auch stehe und die ganze Zeit rede, sondern dass ich eigentlich zuhöre. Also mich interessieren die Geschichten, die jeder hat oder diese Details, wie man sich fühlt, wenn man der Pflanze das Blatt abschneidet oder whatever. Was man so für persönliche Geschichten hat. Oder auch super interessant sind natürlich Haushalte oder Menschen oder Wohnungen, wo überhaupt keine Pflanze drin ist. Also es ist eigentlich mindestens so spannend als die Urwaldmenschen, die in ihrem Monsterrad-Dschungel leben. die in ihrem Monsterrad-Dschungel leben. In diesem Sinne hat mir der Moritz getrunken, eine Inspiration für das nächste, in dem wir die Geschichte über die Sorge an der Lichtpflanzen erzählen. Danke. Danke.