Was ist geschehen? Wann wird man je verstehen? Wann wird man je verstehen? Sag mir, wo die Mädchen sind? Wo sind sie geblieben? Sag mir, wo die Mädchen sind? Was ist geschehen? Sag mir, wo die Mädchen sind? Musik verstehen. Sag mir, wo die Männer sind, wo sind sie geblieben? Sag mir, wo die Männer sind, was ist geschehen? Sag mir, wo die Männer sind, zogen fort, der Krieg beginnt. Wann wird man je verstehen? Wann wird man je verstehen? Sag, wo die Soldaten sind, wo sind sie geblieben? Sag, wo die Soldaten sind, was ist geschehen? Sag, wo die Soldaten sind, über Gräber weht der Wind. Wann wird man je verstehen? Wann wird man je verstehen? Sag mir, wo die Gräber sind Wo sind sie geblieben? Sag mir, wo die Gräber sind Was ist geschehen? Ich bin so glücklich, dass ich hier bin. Wann wird man je bestehen? Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben? Sag mir, wo die Blumen sind, was ist geschehen? Sag mir, wo die Blumen sind. Mädchen pflückten sie geschmiert. Wann wird man die verstehen? Wann wird man die verstehen? Wann wird man die verstehen? Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, ich darf Sie an dieser Stätte der Erinnerung zu diesem Tag des gemeinsamen Gedenkens begrüßen. Mein Name ist Katrin Quartemba und ich begleite Sie durch die heutige Veranstaltung. Es ist mir ein Ehrenmerk, Sie an diesem Ort der Erinnerung an einen Tag zu begrüßen, an dem wir zusammenkommen, um zu reflektieren und zu erinnern. on a day when we come together to reflect and remember. My name is Catherine Quatember and I have the privilege of accompanying you through this meaningful occasion. It is an honour for me to welcome you to this place of memory on this day when we gather to reflect and remember. a questo giorno in cui ci rassembliamo per riflessare e ricordarci. Mi chiamo Catherine Quatemba e ho il privilegio di accompagnarvi tutta questa occasione. Gentili signore e signore, cari presenti, mi propongo di darvi il benvenuto in questo luogo di memoria a questa giornata di commemorazione condivisa. Ich möchte Ihnen die Gelegenheit geben, in diesem Ort der Erinnerung an diese Tagesschau mit der Visa zu feiern. Ich heiße Katrin Quatember und ich werde Sie heute an der Zeremonie beitragen. Vor 81 Jahren wurde das Konzentrationslager Ebensee von der US-Armee befreit, für jene, die geschwächt, fast verhungert und gefoltert die Öffnung der Tore zum KZ Ebensee durch die US-Alliierten erlebten, war es ein Tag der Befreiung. Für die Täter und Täterinnen, für all jene, die Teil von NS-Ideologie und Terror waren und diese aktiv unterstützten und vertraten, war es eine Niederlage. Wir, die wir heute und 81 Jahre später stehen, übernehmen Verantwortung dafür, dass es ein Tag der Befreiung ist und bleibt. Wir setzen dem Vergessen die Erinnerung in Gemeinschaft entgegen, gedenken all jener, deren Leben, deren Biografien durch die Hand der NS-TäterInnen und derer, die ihnen folgten, für immer ausgelöscht werden und bleiben sollten. Schmerzlich ist der Gedanke, von wie vielen ZeitzeugInnen, von wie vielen Überlebenden wir in den vergangenen Jahren schon Abschied nehmen mussten. Stellvertretend für die Überlebenden möchte ich die Nachkommen von den ebenso befreiten begrüßen. Amos Jäger, Silvia Dinhuf-Kueto, Shimon Schahar und Michael de Lanchere, es ist eine Ehre, Sie hier und heute in unserer Mitte zu wissen. Ich heiße außerdem die VertreterInnen der Opferorganisationen und aller Delegationen aus dem In- und Ausland willkommen. Aus Polen, Italien, Belgien, Frankreich, Deutschland, der Tschechoslowakei, Entschuldigung, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Serbien, Spanien und so vielen Ländern mehr. Namentlich begrüße ich Guy Dockendorf, Präsident des Komitee International Döhmauthausen und Sohn des KZ-Überlebenden Metti Dockendorf. Und Flora Leone für die Arnet Brato, herzlich willkommen. Menschen unterschiedlichsten Alters, unterschiedlichster Herkunft und mit vielfältigem persönlichen Background haben zum Teil sehr weite Wege auf sich genommen, um heute hier sein zu können. Danke, dass ihr alle da seid. Begrüßen möchte ich auch die VertreterInnen der Politik und alle Engagierten aus der Zivilgesellschaft, die jeden Tag durch Wort und Handeln die Fundamente unserer Demokratie stärken und verteidigen. Die Vermittlungs- und Gedenkstättenarbeit, das Erzählen der Geschichte und Geschichten von Verfolgung und industrialisierte Massenmord, aber ebenso vom Kämpfen und Überleben an nachfolgende Generationen ist gleichsam Arbeit an der Demokratie, am Lernen über die nicht selbstverständlichen Freiheiten. Eine Arbeit, die aus dem modernen Erinnern nicht mehr wegzudenken ist und die nicht nur hier in Ebensee durch das Leben des Memorial, durch das Team des Memorial und das Zeitgeschichte-Museum geleistet wird, sondern auch im Mauthausen-Memorial. In Vertretung der Direktorin Barbara Glück darf ich Stephan Matthius in unserer Mitte begrüßen. Orte der Erinnerung können nicht existieren ohne jene, die diese Erinnerung aktiv ermöglichen. An dieser Stelle möchte ich den ersten Redenblock ankündigen. Sich politisch mit Haltung gegen Rassismus, Rechtsextremismus und antidemokratische Strömungen zu stellen, braucht es nicht nur auf internationaler und nicht nur auf bundespolitischer Ebene. Gerade in den Regionen und Gemeinden, also dort, wo Politik und ihre AkteurInnen unmittelbar und nah sind, ist es wichtig und wertvoll, mit einer klaren Haltung voranzugehen. Ich darf im Folgenden zuerst die Bürgermeisterin von Ebensee, Sabine Bromberger, heraufbitten. Danach folgen BürgermeisterInnen aus Gemeinden der ganzen Region. Jede und jeder von ihnen erzählt die Geschichte eines Opfers des NS-Terrors aus der jeweiligen Gemeinde. Im Anschluss darf ich Stefan Matthius aufs Podium bitten, aber zuerst Sabine Bromberger. Sehr geehrte Damen und Herren, vor 81 Jahren wurde das Konzentrationslager Ebensee vom unmenschlichen Terror der NS-Diktatoren befreit. Zum 81. Mal gedenken wir alle Opfer, die an diesem Ort erniedrigt, gefoltert und ermordet wurden. Zu diesem Gedenken darf ich Sie im Namen der Ebenseer Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich begrüßen. Es ist mir heute eine besondere Ehre, dass meine Kolleginnen aus den anderen Gemeinden dieses Gedenken mit uns gemeinsam begehen. Dem Leiden der Toten, der Bürde der Überlebenden und damit ein Zeichen setzen, dass Rassismus, Ausgrenzung und Hass bei uns keinen Platz haben. Wir stehen gemeinsam hier, um jenen, die der Meinung sind, den Mythos der Alpenfestung reaktivieren zu müssen, klar und deutlich zu sagen, dass wir ihre Parolen, ihre spalterischen Hassreden, ihr Weltbild, das geprägt ist von Menschenverachtung, nicht wollen haben. Nie wieder. Diese Absenz von Menschlichkeit hat vor mehr als 80 Jahren viele Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihrer Existenz bedroht. Sie wurden wegen ihrer politischen Überzeugung, ihres Widerstandes, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Glaubens oder ihrer Herkunft wegen verfolgt. Diesen Menschen hat der allgegenwärtige Terror den Glauben an ihre Mitmenschen, ihre Existenz, ihre Heimat und millionenfach ihr Leben gekostet. Stellvertretend für sie alle wollen wir heute der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Orten im Salzkammergut namentlich gedenken, die ihrer Rechte beraubt wurden, unter Druck gesetzt wurden, bedroht, denunziert, enteignet, vertrieben und deportiert wurden. Ihre Namen sollen uns Mahnung zur Menschlichkeit sein und ihr Schicksal in Erinnerung bleiben. Rudolf Raffelsberger, Bürgermeister der Gemeinde Scharnstein und wir erinnern uns heute im Besonderen an Gottfried Travöger, der am 16. Mai 1928 als Sohn von Klara Travöger, geborene Schlesinger, geboren wurde. Gestorben am 14. Jänner 2006 vom Beruf Zimmerer. Er wurde als sogenannter Mischling verfolgt. Er bekam keine Zulassung als Schüler in der Volksschule, in der Forstschule und musste Zwangsarbeit in der Organisation dort in Thüringen leisten. Von dort kam die Flucht in unsere Gemeinde Scharnstein, wo er sich bis Kriegsende versteckte. Hannes Heide, Abgeordneter zum Europäischen Parlament und ehemaliger Bürgermeister von Bad Ischl. Im Gedenken an Amalie Böhm, wohnhaft Nestreuweg 3 in Bad Ischl. Geboren am 6. November 1866, Sterbedatum unbekannt. Die Witwe wurde nach Wien zwangsübersiedelt, am 11. November 1942 nach Riga deportiert. Von 20.000 nach Riga deportierten Menschen überlebten 800. Amalie Böhm war nicht unter den Überlebenden. Nie wieder beginnt jetzt. Alexander Scholz, Bürgermeister der Marktgemeinde Hallstatt. In Memoriam Else Bergmann, geborene Graf, geboren am 7. August 1896 in Berlin, gestorben am 5. Dezember 1974 in den USA, In den USA war die Ehefrau eines evangelischen Pfarrers, Helmut Bergmann, der von 1935 bis 1955 evangelischer Pfarrer in Hallstatt war. Sie war Krankenschwester, sie litt unter dauernden Repressionen und drohender Verhaftung. 1945 hat sie einen Selbstmord vorgetäuscht und ist nach Passau geflüchtet, wo sie als Krankenschwester mit der Identität ihrer schon früher verstorbenen Schwester gearbeitet hat. 1945 wurde sie mit einem Jeep der US-Army nach Hallstatt zurückgebracht. Sie folgte ihren fünf Kindern und emigrierte in die USA. Wir werden ihr immer gedenken und haben in Hallstatt auch eine Gedenktafel an der Evangelischen Kirche angebracht. Elisabeth Feichtinger, Vizebürgermeisterin und Nationalrätin der Marktgemeinde Oeltmünster. Betty Kohn, geboren am 11. Mai 1873, Sterbedatum unbekannt. Geschäftsfrau und Vermieterin. Sie musste erleben, wie ihr Geschäft aufgelöst wurde und auch die Enteignung ihres Hauses. Es kam zur Zwangsumsiedelung nach Wien. Später wurde sie überstellt nach Theresienstadt. Am 21. September 1942 Deportation nach Treblinka, wo sie ermordet wurde. Ines Mierlacher, ich bin in Ebensee aufgewachsen und heute Bürgermeisterin in Ohlsdorf. In Memoriam Arnold Stuckart aus Ebensee. Geboren am 16. Mai 1875. Das Sterbedatum ist unbekannt. Er war Direktor der Spinnerei und Weberei Ebensee. Er wurde als Direktor abgesetzt und übersiedelte, natürlich nicht freiwillig, nach Datschitze. Am 22. Mai 1942 wurde er nach Theresienstadt überstellt. Am 26. Oktober 1942 erfolgte die Deportation in das KZ Auschwitz, wo er und seine Frau Bertha ermordet wurden. Nie wieder Faschismus. Frau, Bertha, ermordet wurden. Nie wieder Faschismus. Christoph Schragl, Bürgermeister der Gemeinde Trankirchen. In Memoriam Leopold Smetana aus Trankirchen. Geboren am 9. Jänner 1897. Das Sterbedatum ist unbekannt. Er war Holzwahnerzeuger. Es erfolgte der Zwangsverkauf seines Betriebsanteils, die Flucht in die damalige Tschechoslowakei. Am 31. März 1942 die Überstellung nach Theresienstadt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Walli und den beiden Töchtern Eva, sie war 19 Jahre alt und Grete, sie war 15 Jahre alt. Am 18. April 1942 Deportation der Familie in ein Transit-Ghetto. Niemand aus der Familie hat überlebt. Leopold Schilcher, Bürgermeister von Bad Gäusern. Ich darf heute an Anselm Horowitz erinnern, geboren am 11. Juni 1895, verstorben am 14. Juni 1950. Er war Doktor der Medizin, verheiratet mit Eva Horowitz und hatte zwei Kinder. Seine Frau war ebenfalls Doktorin. Er war Inhaber des Parksanatoriums, heute Hanuschhof in Bad Gösern, Schutzhaft in Bad Ischl, Flucht und Emigration schon 1938 nach Großbritannien, Enteignung seines sämtlichen Besitzes. in Obertraun. Obertraun hatte Gott sei Dank keine Opfer in Konzentrationslagern oder in der Deportation zu beklagen. Deshalb möchte ich erinnern an einen Ebenseerbürger, an Ludwig Schwarz. Geboren am 21. Dezember 1873, gestorben am 15. Jänner 1950. Er war Schneider und Kaufmann, er war aber auch Politiker in Ebensee. Sein Betrieb wurde geschlossen, er wurde aus Ebensee vertrieben. Er ging ins Exil nach Bolivien, gemeinsam mit seiner Frau und mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn. Uli Feichtinger, Vizebürgermeisterin von Gmunden. In Memoriam Erich Halpern aus Gmunden. In Memoriam Erich Halpern aus Gmunden. Geboren am 18. April 1925, ermordet am 15. Dezember 1942. Flucht nach Belgien. Am 31. Oktober 1942 Deportation vom SS-Sammellager Mechelen in das KZ Auschwitz. Seine Eltern Norbert Nechemje und Chana Anja wurden am 26. September 1942 in das KZ Auschwitz deportiert. Stefan Krapf, Bürgermeister der Stadtgemeinde Gmunden. In Memoriam Arion Dachinger, geboren in Gmunden am 3. Juni 1902. Das Sterbedatum ist unbekannt. Er war Landwirt und Handelsvertreter. Nach der Flucht nach Antwerpen wurde er am 4. August 1942 vom SS-Sammellager Mechelen nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er schließlich ermordet. Seine Frau Jocheved und seine Tochter Judith überlebten dank couragierter Mitmenschen. Gmunden gegen Faschismus, Rechtsextremismus, antidemokratische Tendenzen und jede Form von Gewalt. Thomas Obeli, Bürgermeister der Gemeinde Reutermann-Traunfall, in Memoriam Georg Fried aus Gmunden. Geboren am 9. September 1896, Sterbedatum unbekannt. Er war kaufmännischer Angestellter. Er flüchtete nach Belgien, wo er zur Zwangsarbeit in Frankreich verpflichtet wurde. Am 9. September 1942 wurde er in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Nur seine Frau Alice und sein kleiner Sohn Robert überlebten versteckt in Belgien und emigrierten 1947 in die USA. Fritz Feichtinger, Bürgermeister von La Kirchen. In Memoriam Wilhelmine Valenta, geborene Flach. Geboren am 5. Januar 1884, gestorben am 14. Oktober 1965, Fabriksbeamtengattin. Sie überlebte in einer sogenannten privilegierten Mischehe-DNS-Zeit. Ihr Sohn Josef musste auch als sogenannter Mischling ersten Grades Dienst in der Wehrmacht verrichten und kehrte nicht aus dem Krieg zurück. Grades Dienst in der Wehrmacht verrichten und kehrte nicht aus dem Krieg zurück. Die Geschichte dieses Ortes mahnt uns, wo die Demokratie stirbt, sind die Menschenrechte niemals sicher. Gemeinsam haben wir heute für morgen ein zeichen für menschlichkeit demokratie und gegenseitigen respekt gesetzt nie wieder krieg nie wieder faschismus herzlichen dank Ich darf nun Stephan Matthäus zu mir aufs Podium bitten. Sehr geehrte Damen und Herren, werte Anwesende, Cher Amii Kari Amici. An einem schönen Frühlingstag wie heute mag es mitunter schwerfallen, sich vorzustellen, welche Szenen sich hier am 6. Mai 1945 abspielten, als sich die Pforten des Lagertors des KZ Ebensee öffneten. Ganz sicher jedoch stößt man sehr rasch an die Grenzen seiner Vorstellungskraft, wenn man versucht, eingebettet in das Landschaftsidyll aus Bergen, Wäldern und See sich zu vergegenwärtigen, welches Leid hier Menschen erdulden mussten, welche Verbrechen vor über 80 Jahren an eben diesem Ort geschahen. Tausende Menschen, die unter unfassbaren Qualen und Angst ihre Arbeit im Steinbruch verrichten mussten, tausende Menschen, die zu Tode kamen, die, um es klarer auszudrücken, ermordet wurden. Und selbst für die befreiten Häftlinge war der Schrecken, war das Leid nach der Befreiung nicht einfach zu Ende. Der mühevolle Weg, die Traumata des Erlebten, des Überlebten zu verarbeiten, stand ihnen noch bevor. Manchen mag es gelungen sein, sehr vielen jedoch nicht. Die Ambivalenz der Schönheit der Natur und der furchtbaren Geschichte dieses Ortes ist erdrückend. Ebensee als Teil des Mauthausen-Systems hinterließ Spuren. Knapp eineinhalb Jahre bestand das KZ Ebensee. Dieser kurze Zeitraum reichte aus, um den Ort Ebensee auf Dauer zu punzieren. Die Stollenanlage, der Lager-Dorbogen, die Dorflügel, die wir letztes Jahr aufstellen konnten, hier am Eingang des Opferfriedhofs, der Opferfriedhof selbst, sind unverrückbare und wichtige Zeugnisse über die Verbrechen, die hier begangen wurden. Der Erhalt dieser Zeugnisse ist wichtig. Es braucht aber auch Menschen, die das Wissen um Ebensee und die Erinnerungen der Zeitzeugen am Leben erhalten und diese weitererzählen, die in der Vermittlung tätig sind und unermüdlich Aufklärungsarbeit leisten, die Veranstaltungen wie diese gegen das Vergessen organisieren und durchführen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders beim Verein Zeitgeschichte Museum in den Personen von Wolfgang Quademba und Nina Höllinger bedanken und bei der Stadtgemeinde Ebensee, die die Aufgabe des Erinnerns stetig weiterführen. Mein Dank gilt aber letztlich auch Ihnen, die Sie heute durch Ihre Anwesenheit ein eindrucksvolles Zeichen gegen das Vergessen gesetzt haben. Erzählen Sie Ihren Verwandten, Ihren Bekannten, Ihren Freundinnen und Freunden von Ebensee und kommen Sie wieder. Musik andere lieben so geht Ich dachte, es wäre mit meinem Besser, meine Wurzeln aus der Erde zu trinken. Keine Nacht habe ich seit ihr geschlafen und es ist mehr als die Sonne. Denn mehr als geht's um uns. Viele Wochen sind seit der Verstrichen, alle Kraft ist längst als viel gewichen und ich spür, dass ich daran verblühe. Musik Und doch muss ich mich vom Hintern heben, es sei doch nur zu bleiben, was ich war. Immer kann ich ruhig dem Geweiden, draußen braucht es schmalig mich zu schreien, und mein leises Wunder immer war. Und mein Leiser ist wohl da in Bad Rahn. Seiner war ich wie in alten Tagen, Sicher schluchzend wieder mich gewandt. Endlich Tag und Nacht mich nur zu heißen, Nichts an meinem Gott rauszureißißen und zu setzen in ein anderes Land. Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Musik Applaus Der Vater von Shimon Shahar, Zvi Schmidmeier, wurde 1944 über Auschwitz und Mauthausen nach Ebensee verschleppt und erlebte hier die Befreiung im Gegensatz zu seinen Eltern und acht Geschwistern, die in Zwangsarbeits- und Vernichtungslagern ermordet wurden. und Vernichtungslagern ermordet wurden. Zvi Schmidmeiers Sohn Shimon Schahar ist die Reise von Israel nach Ebensee angetreten, um heute zu ihnen zu sprechen. distinguished survivors, families and friends from all over the world. I standing here today in the name of my father Tzvi Shmidmael, he was imprisoned here until the liberation. My father arrived here with his brother Bersi. They were young. They had dreams. They had a future. His brother was murdered a month before the liberation. My father survived. He lives with us and now he is 101 years old. Since 1945, the world has heard testimonies from places like this, stories of hunger, cruelty, humanization, and death. But beyond the stories, there were human beings. Each one had a name. Each one has a face. Each one had someone who loved them. Each one had someone who loved them. Today, we are reminding how fragile civilization can be. Hetero does not begin with violence. It began with words, with prejudice, with the slow erosion of human dignity. And when dignity is denied denied everything becomes possible. Even in our time we witness how hatred can grow from extreme ideology, from religions and from political leadership that increased against other people. For more than four decades, the leadership of Iran has expressed deep hostility toward the State of Israel and the United States while advancing military and nuclear capabilities that raise real concern for the future. Most of Iran's military capability was destroyed, but the aspiration itself has not disappeared. This is a stark reminder of how dangerous the world can be when regimes repeatedly dehumanize again another nation, portraying it as unworthy and less human. The path from rhetoric to violence becomes fragmentedly short. History teaches us what happens when hatred gains power, weapons and legitimacy. Ladies and gentlemen, here, standing on this ground, memory becomes responsibility. We do not gather here only to mourn. We gather to remember and to commit. To commit that no human being should ever be dehumanized. To commit that indifference is not an option. To commit that dignity belongs to every person, everywhere. We carry their memory, not as a sepire but as moral comps. Now in this open sky in this place where so much suffering once occurred let us pause let us remember and let us pray. Let us pray for peace in our terrible world. Let us pray for peace and security for Israel and for the whole world. May the memory of all who suffered and preside here be a blessing. And may humanity chose life always. Ladies and gentlemen, I will now say a prayer and together we all say Amen. Oseh shalom imromav, hui yaseh shalom al Yisrael wa ala olam kulo, ve nomar Amen. And thank you. Applaus Schilde Lanzer überlebte mehrere Konzentrationslager und wurde 1945 in Ebensee befreit. Sein Sohn Michael Lanzer ist heute hier. Ich darf ihn bei mir am Podium begrüßen. Applaus Mesdames, Messieurs les ambassadeurs, Mesdames, Messieurs en vos titres et qualités, chers amis, pour commémorer, faire mémoire, rappeler le fait des camps d'extermination et leurs morts, ainsi que les crimes horribles qui ont été commis. Nous sommes réunis pour nous recueillir dans le souvenir d'êtres chers qui ont perdu la vie ici. d'êtres chers qui ont perdu la vie ici. Est-ce important de faire mémoire? Oui, évidemment. Mais faire mémoire sans travail de mémoire ne nous protège pas des mêmes drames. Dans certains pays, les crimes de l'Allemagne nazie sont continuellement rappelés, on en fait beaucoup mémoire. Le danger de cette mémoire, c'est de se victimiser, de se convaincre que l'on appartient éternellement au camp du bien et que l'on ne peut donc commettre de tels crimes. Et ainsi, éventuellement, de ne plus voir les crimes que l'on a commis et peut-être que l'on commet. Alors qu'il est fondamental de comprendre que le mal est commun à notre humanité et que l'on peut tous en devenir acteur si on n'y prend pas garde, si l'on s'écarte des principes, des lois de la morale universelle de l'humanité. Il y a quelques années, il n'était pas facile d'expliquer aux jeunes générations ce qu'étaient les fascismes, qui amèneront à des crimes odieux. Il fallait un cours d'histoire. odieux. Il fallait un cours d'histoire. Aujourd'hui, les choses sont plus faciles à expliquer et à comprendre. Il suffit d'observer les présidents des grands empires et leurs vassaux. La recette des fascismes est simple. Il suffit de prendre la tête de l'État, de préférence par des élections démocratiquement gagnées, grâce à une bonne dose de populisme. Comprendre les frustrations de la société, promettre la résolution de tous les problèmes et cela facilement. Couvrir violemment d'injures tout concurrent ou critique. Polariser la société. Promouvoir le masculinisme. Désigner, en manipulant l'histoire et la réalité, plus c'est gros et plus ce sera vraisemblable, des boucs émissaires responsables de tous les maux. Il faut combattre, car il s'agit d'une menace existentielle, il faut donc écraser l'ennemi. Une fois au pouvoir, on nommera au poste de responsabilité des personnes dévouées, non pas à l'intérêt général, mais des personnes totalement soumises, aux chefs, par intérêt, éventuellement par conviction, mais surtout par la peur. En même temps, on nommera des juges non respectueux de la loi mais de la volonté du chef. On peut alors installer un climat de peur et éliminer toute opposition et maintenir ainsi la dévotion au chef. N'oublions pas le soutien des grands groupes d'entreprises qui financent et s'autofinancent, émettent les médias, les réseaux sociaux, Internet et ses algorithmes, favorisant les idées extrémistes et polariser la société. Ajoutons, bien entendu, qu'il faut absolument proscrire la justice indépendante, la séparation des pouvoirs, la liberté d'information, la solidarité, le respect des droits de l'homme, l'humanité et la douceur. Voilà la recette des fascismes. Elle est très simple. cette défascisme. Elle est très simple. N'importe qui peut l'appliquer, n'importe qui de nous peut y être soumis. Le résultat, ce sont le recul de la liberté, des poursuites judiciaires arbitraires, des emprisonnements sans justification valable et des bombardements qui vont tout régler. On a cru que plus jamais cela n'était possible. Ce fut une grave erreur. Arrêter le mouvement du fascisme demande beaucoup de courage et de souffrance. La question est, voulons-nous être capables de résister? Sera-t-on solidaire dans la résistance? Je vous remercie. Applaus nachfolgende Generationen zusammengeschlossen mit dem Ziel, die Erinnerung an die Opfer und den Beitrag der Deportierten zum Widerstand wachzuhalten. Für die Annette Prato begrüße ich Flora Leoni und darf sie um ihren Beitrag bitten. Signore e signori, autorità, cari amici e in particolare sindaca di Ebensee, Sabine Promberger, oggi ci ritroviamo in questo luogo di memoria per commemorare la liberazione del campo di concentramento di Ebensee, avvenuto il 6 maggio del 1945. Un luogo che porta impresso il segno della sofferenza, ma anche della dignità umana, che non si è mai spenta, nemmeno nelle condizioni più disumane. Ebensee non è soltanto un simbolo dell'orrore del sistema concentrazionario nazista, parte integrante della tragedia dell'Olocausto, ma è anche un luogo da cui si leva ancora oggi una voce potente, quella degli ex deportati che hanno trasformato in testimonianza il dolore e la memoria in impegno. e la memoria in impegno. Il loro messaggio è chiaro, semplice e universale. Paceionali, conflitti, divisioni e paure, quel messaggio risuona con una forza ancora maggiore. astratto, ma una responsabilità concreta. Non è soltanto assenza di guerra, ma presenza di giustizia città di Prato e Ebensee. Un gemellaggio voluto fortemente proprio dagli ex deportati politici pratesi. Un legame che non è soltanto istituzionale, ma profondamente umano e morale. fondamente umano e morale. Un ponte costruito sulla memoria condivisa, sul dolore vissuto e sulla volontà di trasformarlo in un impegno comune di pace. Quel gemellaggio rappresenta un esempio concreto di ciò che la memoria può diventare quando è vissuta responsabilmente, di ciò che la memoria può diventare quando è vissuta responsabilmente. Non chiusura nel passio, di discriminazione, di indifferenza. Agire per difendere la dignità di ogni essere umano. Agire per difendere la dignità di ogni essere umano. La memoria di Ebensee ci mette di fronte a una scelta. Essere spettatori o essere custodi attivi di quei valori che sono nati anche tra quelle baracche, tra il dolore e la speranza. Oggi, più che mai, abbiamo bisogno di raccogliere quel testimone, di far vivere il messaggio di pace non solo nelle commemorazioni, ma nella nostra quotidianità, nelle nostre istituzioni europee, nelle nostre comunità. Perché la pace, come ci insegnano coloro che sono sopravvissuti nell'orrore, non è mai garantita una volta per tutte. Va costruita, difesa, coltivata ogni giorno. E allora, nel ricordare la liberazione di Ebensee, non limitiamoci a guardare al passato. Facciamo in modo che quella memoria diventi una guida per il presente e una promessa per il futuro. Una promessa di pace, una promessa di umanità, una promessa di responsabilità. Grazie. Die Verfolgung der polnischen Bevölkerung unter dem Nationalsozialismus hatte politische wie rassistische Gründe. Neben der systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung wurden alle Polen gnadenlos verfolgt, die verdächtigt wurden, mit der polnischen Widerstandsbewegung in Verbindung zu stehen. In Ebensee war die Gruppe der polnischen Häftlinge die größte. Das Institut für Nationales Gedenken Warschau widmet sich der Archivierung und Verwaltung von Dokumenten über Verbrechen, die im Zweiten Weltkrieg an polnischen StaatsbürgerInnen begangen wurden. Ich darf den Institutspräsidenten Karol Polejowski bitten, ans Podium zu treten. Chciałbym zacząć z jednego dodatkowego punktu. W pamięci 5 800 000 Polaków, zniszczonych przez Niemiec, III Rok i Unię Sowiecką. by the German Third Reich and Soviet Union. Lest we forget. Szanowni Państwo, wyzwolenie KL Ebensee, którego 81. rocznicę dzisiaj obchodzimy, pierwszą rocznicę dzisiaj obchodzimy jest bardzo ważną datą dla mojego narodu. Otwarcie bramy tego obozu 6 maja 1945 roku symbolicznie zakończyło pięcioletnią gehennę dziesiątek tysięcy naszych rodaków osadzonych we wszystkich obozach koncentracyjnych systemu Mauthausen-Gusen. Dla tych, co je przeżyli, najgorszą sławą okrył się jednak KL Ebensee. I ta dolina, nazywana symbolicznie przez ocalałych więźniów Doliną Głodu. całych więźniów Doliną Głodu. Od listopada 1943 roku do 6 maja 1945 roku ten piękny górski krajobraz korespondował z przerażającym okrucieństwem człowieka wobec człowieka. Był też symbolem niewolniczej pracy tysięcy tu uwięzionych, którzy nieludzkim wysiłkiem w pobliskich górach drążyli kilometry tuneli i pracowali w tajnych fabrykach zbrojeniowych na rzecz gospodarki III Rzeszy Niemieckiej. Pochodzili z wielu krajów, reprezentując ponad 20 różnych narodowości. Największa grupa z nich pochodziła jednak z Polski. W tych nieludzkich warunkach zginęło tutaj prawie 2500 naszych rodaków. Większości byli to więźniowie polityczni, przedstawiciele polskiej inteligencji, działacze niepodległościowi i lokalni liderzy. Zostali osadzeni w tym obozie za działalność na rzecz wolnej i niepodległej Polski i dlatego, że byli Polakami. Był nie tylko jednym z najdłużej funkcjonujących obozów koncentracyjnych w Europie, ale także miejscem nieustającej walki o godność ludzką i zmaganiem z przerażającym głodem. Szczególnie w ostatnim okresie funkcjonowania obozu. W opinii więźniów z tego obozu nie wracało się żywym. Potwierdzali to także żołnierze amerykańscy, którzy go wyzwolili. Zobaczyli to piekło na własne oczy. Osadzony w KLMZ Czesław Cegielski wspominał, że ten obóz był tak straszny, że trudno sobie w ogóle wyobrazić. Inny polski więzień, Włodzimierz Frankowski, Inny polski więzień, Włodzimierz Frankowski, już po wyzwoleniu zanotował. Głód, dziki, nieposkromiony. Ludzkie szkielety, ludzie pół zwierzęta. Zimno, od dwóch tygodni pada uporczywie deszcz ze śniegiem. Prawie wszyscy chorują. Głód dokucza nieludzko. Trzy razy dziennie woda, obierki od kartofli, brudne niemyte bez odrobiny tłuszczu. Za kotłami z jedzeniem, które niosą z kuchni snują się ludzie z łyżkami w rękach. Podbierają krople zupy uronionej z nieszczelnych kotłów. zbierają krople zupy uronionej z nieszczelnych kotłów. To zobowiązuje nas jako Polaków do szczególnego traktowania tego miejsca. Przyjeżdżam tu także przypomnieć o roli moich rodaków w dbaniu o pamięć o Kaele Benzy. To Polacy dbali o pamięć pomordowanych i także dzięki nim pamięć przetrwała. Jednym z nich był zmarły w 2016 roku Władysław Żuk, polski więzień K.L. Ebensee, który po wyzwoleniu obozu w maju 45' roku pozostał w tutejszym miasteczku dzięki pomocy jednej z rodzin austriackich. Przeżył trudny czas dzięki pomocy jednej z rodzin austriackich, przeżył trudny czas rekonwalescencji. Założył tu rodzinę i stał się częścią tej wspólnoty. Był on przez całe swoje życie niestrudzonym strażnikiem pamięci o tym, co tu się wydarzyło. Przy wejściu na ten cmentarz znajduje się tablica jemu poświęcona. My dzisiaj kontynuujemy dzieło Władysława Żuka, podążając w zapoczątkowanej przez niego wiele lat temu sztafecie pamięci. Przybywamy tu z rodzinami ofiar, polską młodzieżą, naszymi rodakami. Pogrążeni w zadumie modlimy się na tym cmentarzu, wspominając bliskich i wołając o prawdę, pamięć i prawdziwe pojednanie. Dzisiaj przyjeżdżam także do tego miejsca nie tylko jako reprezentant narodu polskiego, który tyle wycierpiał w okresie II wojny światowej, ale także jako prezes Instytutu Pamięci Narodowej, Centralnej Instytucji Archiwalnej, naukowej i edukacyjnej, zajmującej się historią XX wieku. W Polsce, by złożyć wszystkim tu zamęczonym, pomordowanym i zmarłym hołd pamięci. Pamięć o tym miejscu wciąż trwa, bo żyje w sercach rodzin pomordowanych. Jest częścią naszej narodowej sztafety pokoleń, dzięki której jesteśmy tutaj z państwem wołając o pamięć i prawdę. Bardzo dziękuję. Dziękuję bardzo. Keiner weiß, woher ich komm, wer ich bin, wohin ich geh, niemand dreht sich um. Die Leute schauen mich gar nicht an, ich bin allein in diesem Dorf und seh erst jetzt Traum. Nur mehr Kinder, Frau, Kreis, mit stoppen Blick voll Traurigkeit Schwarze Ränder im Gesicht, von vielen Weinen, all dem Leid Angst um Ehemann und Sohn, der vielleicht niemals wiederkehrt Das Zeug vom stolzen Krieg, der Wüste nun verheert. Kaum ein Häuserblock ist ganz, alle Straßen sind zerfetzt. Dort in dem Trümmerfeld ein Kind von ein paar Splittern leicht verletzt. Das schräg genug fürs ganze Leben, das wurde zerstört. Das ganze Leben, das wurde zerstört, wenn es nach Jahren plötzlich Bomben wieder hört. Ich klage an, vor allen Lichtern dieser Welt und auch vor dem, den man für uns anverteilt. Ich klage an die ganzen Kriege erlaubweit, die man nicht umgeschehen macht, die man nicht umgeschehen macht durch Geld und Zeit. All das träum ich vor mich hin, die ganzen Gräuel ohne Sinn, ich bin selber nicht dabei. Doch es ist Realität, es passiert von früh bis spät, irgendwo eine Schießerei. Kindergärten leer gebombt, Häuserwände voller Blut, Krankenhäuser überfüllt, Kirchenziel von kalter Wut, Zivilisten eingepfercht, in ihren Bunkern, ihren Sarg, Todesangst, denn alle warten auf den nächsten Kriegenschlag. Ich klage an vor allen Rechten dieser Welt und auch vor dem, den man für unseren Vater hält. Ich klage an die ganzen Kriegen auf weit, gar nicht ungeschehen Macht, gar nicht ungeschehen Macht, doch Glück und Zeit. Ich klage an vor den Richtern dieser Welt und auch vor dem, den man für unseren Vater hält. Ich trage an die ganzen Kriege laufeit, die man nicht ungeschirmacht, die man nicht ungeschirmacht durch Geld und Zeit. Musik Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Bevor ich den nächsten Redner zu mir bitten darf, möchte ich dem Ensemble Sonderschicht unter der Leitung von Hans-Peter Höller für die Gestaltung des musikalischen Rahmens danken. Ihr seid als Begleitung der jährlichen Befreiungsfeiern ein Fixpunkt und ihr zeigt, dass Empathie nicht nur durch das gesprochene Wort vermittelt werden kann. Danke. Es folgt jetzt ein Zitat, das manche von euch kennen könnten. Das war eine furchtbare Zeit damals, so unruhig. Die Menschen waren zornig, verhetzt, Fanatiker und die Deutschen sind einmarschiert, die Polizei ist gestanden mit den Hockenkreuzbinden. Es war furchtbar, furchtbar, das Verbrechen, wie man diese gutgläubigen Menschen in die Irre geführt hat. Menschen in die Irre geführt hat. Vor 65 Jahren hat Helmut Gwaltinger diese Zeilen als Herr Kohl gesprochen. Er sprach, wie viele dachten und manche auch heute wieder denken. Er persiflierte die österreichische Opferthese und den Opportunismus ebenso wie die kollektive Vergesslichkeit und Verharmlosung nach 1945. Satire und politisches Kabarett legen Finger in Wunden, artikulieren, was so manche ZeitgenossInnen weder sehen noch hören wollen und holen Verdrängtes an die Oberfläche. Florian Schäuber ist vielfach ausgezeichneter Autor, Kabarettist, Schauspieler und Kolumnist. Investigativ-Satirisch schaut er nicht nur auf die offensichtlichen Skandale Österreichs, sondern ist unverbrüchlich in der Deutlichkeit seiner Kritik an jenen, die die Demokratie nicht mehr nur zwischen den Zeilen, sondern ganz offen bedrohen. Ich freue mich, ihn heute hier begrüßen zu dürfen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn man vor ein paar Jahren als Künstler, Publizierender oder Person des öffentlichen Lebens ein Bekenntnis zur Demokratie und zur Ablehnung von Faschismus und Nationalsozialismus abgegeben hat, wurde das mitunter als Fleißaufgabe belächelt. Eine Pflichtübung zur Affirmation des Selbstverständlichen. Das hat sich in unseren Tagen geändert. In unseren Tagen, in denen sich Politiker und Journalisten auf den Demokratieverächter und Naziphilosophen Karl Schmitt berufen und offene Demokratiegegner und Neofaschisten wie der amerikanische Blogger Curtis Jarwin zu Vorträgen und Podiumsdiskussionen nach Österreich und Deutschland eingeladen werden. In Wien beispielsweise wurde Yavin von der sogenannten Identitären Bewegung eingeladen, eine rechtsextreme Gruppierung, deren bekanntester Aktivist in Baden bei Wien Hakenkreuze auf eine Synagoge geklebt hat, sowie Aufkleber mit der Abkürzung AJ, die laut einem geständigen Komplizen für arische Jugend gestanden sei. Der Parteiobmann der Freiheitlichen Partei Österreichs, Herbert Kickl, erklärte, dass es sich bei der Identitären Bewegung um ein interessantes und unterstützenswertes Projekt handle, denn sie sei eine echte NGO, die diesen Namen auch verdient, weil sie nämlich kein Geld vom Staat bekommt. Kein Geld vom Staat bekommt auch Curtis Yavin, aber dafür üppige finanzielle Unterstützung von Tech-Milliardären aus dem Silicon Valley. Ganz besonders von Peter Thiel, der sich mit Yavins Forderung nach Abschaffung der Demokratie zugunsten eines Monarchen, der den Staat ungehindert von demokratischen Rücksichten und Gewaltenteilung per Notverordnung regieren soll, identifizieren kann. Über seine ideologische Ausrichtung lässt Jawin keine Zweifel aufkommen, indem er beispielsweise die Tat des norwegischen Massenmörders Anders Breivik, 77-facher Mord, zwar als unzureichend für die Befreiung Norwegens vom Eurokommunismus kritisierte, aber doch anerkannte, dass Breivik Kommunisten und nicht Moslems erschoss und dadurch den Matador aufgespießt hätte und nicht das rote Tuch. Als Vorstufe zur von Thiel und Jarwin ersehnten Oligarchendiktatur galt bis vor kurzem die illiberale Demokratie. Ein vom ungarischen Kleptokraten Viktor Orbán verwendeter Begriff, dessen Sinngehalt an Wortschöpfungen erinnert wie anti-autoritäre Militärführung oder vegetarischer Schlachthof. Vor einem Monat wurde die illiberale Demokratie in Ungarn überzeugend abgewählt. Doch ihre selber in der Politik weltweit tätigen Anhänger lassen sich davon nicht irritieren und halten an ihrem Ziel einer Urbanisierung ihres jeweiligen Landes fest. Zwischenzeitliche Wahlerfolge und Umfrageergebnisse scheinen ihnen recht zu geben. Zur Erklärung ihrer Erfolge werden diese Politiker und Politikerinnen immer wieder als begnadete Populisten bezeichnet. Ich bin mir jedoch nicht mehr sicher, ob man deren Politik überhaupt noch als Populismus im klassischen Sinn bezeichnen kann. Der amerikanische Historiker Timothy Snyder plädiert dafür, stattdessen von Sadopopulismus zu sprechen. Anders als der klassische Populismus verspricht Sadopopulismus nicht das Blaue vom Himmel, sondern die Bestrafung von Sündenböcken. Bildlich gesprochen, der Populismus fordert Freibier für alle, der Sadopopulismus fordert kein Bier für die anderen. Den Erfolg des Sadopopulismus erklärt Snyder so, Menschen fühlen sich wie Gewinner, weil sie glauben, dass andere verlieren. Dass diese Menschen dann meistens selbst zu verlieren werden, sind sie bereit zu verdrängen, solange sie daran glauben, dass es sich im Ganzen um eine Lose-More-Lose-Situation handelt. Ein vorsichtig formuliert eher unterkomplexer Gedankengang. Es scheint mir unvorstellbar, mit solchen Überlegungen auch im Alltag zu reüssieren. So halte ich beispielsweise die berufliche Erfolgsaussichten von sadopopulistischen Köchen für überschaubar. Kann sein, dass euch das banierte Gammelfleisch vom Antibiotika-Renten nicht so super schmecken wird, aber dafür habe ich den Veganern am Nebentisch Grammeln ins Tofu gemischt. Ein anderer Erklärungsversuch für die Wahlerfolge von Sadopopulisten besagt, dass heutzutage immer mehr Menschen nicht mehr an ein kollektives Fortschrittsversprechen glauben. Mein Vorschlag an Regierende wäre daher, lasst es gut sein mit dem Fortschrittsversprechen. Wir wären ja schon heilfroh, wenn es weniger Rückschritte gäbe. Doch sobald man diesen bescheidenen Wunsch äußert, erschallt zumeist das Antwort, naja, das muss man aushalten. Das ist halt jetzt gerade eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, eine Pendelbewegung. Und das Pendel wird schon wieder in die andere Richtung ausschlagen. Da bin ich mir nicht so sicher. Und ich bin gespannt, ob man beispielsweise Kindern, die an Kinderlähmung erkranken werden, weil die Regierung Trump die Impfung verbieten will, oder Kindern, deren Eltern in Österreich auf einer FPÖ-Parteiveranstaltung erzählt wurde, dass die Impforben seid, denn eure Kinder werden eh wieder geimpft worden. Eine Abrissbirne macht auch eine Pendelbewegung. Und nach dem Zurückschwingen der Abrissbirne wird sich das Haus nicht von selber wieder aufrichten, sondern es ist zerstört. Ein Beispiel dafür. Als zumindest schwer beschädigt, wenn nicht gar schon zerstört, müssen in unserer Zeit moralische Mindeststandards um den Begriff der Wahrheit angesehen werden. Spätestens mit dem Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit erleben wir eine Art Zeitenwende in der Geschichte menschlicher Moralvorstellungen. Die seit jeher geltende Vereinbarung, wonach Lügen zu echten seien, weil sie etwas Schlechtes und Falsches sind, scheint für ihre Aufkündigung zu stehen. Konkret ausgesprochen beispielsweise vom US-Vizepräsidenten J.D. Wanz, der völlig ungeniert erklärt, wenn er Geschichten kreieren muss, um die Aufmerksamkeit der Medien zu bekommen, dann tue er das. Was der von Trumps ehemalige Sprecherin Kellyanne Conway geprägte Begriff alternative Fakten ein Synonym für das Hauptwort Lügen, so ist Geschichten kreieren das Pendant für das Zeitwort. Als Ergänzungen zu diesen an die misslungensten Sprachverrenkungen der Political Correctness gemahnten Wortschöpfungen schlage ich vor, realitätsdivers oder evidenznarrativ anders begabt. Trump und seine Unterstützer haben nicht nur Geschichten, sondern auch eine neue Qualität des Schwindels kreiert. Lügen, die nicht mehr darum bemüht sind, wie Wahrheiten zu wirken. Seien sie über von Einwanderern verspeiste Haustüre, von Unterstützern der Demokraten nach der Geburt hingerichtete Babys oder Wirbelstürme, die von Deep State gesteuert sind. Hier wird auf jegliche Tarnung, um wenigstens den Anschein von Faktizität zu wahren, verzichtet. Dies geschieht zum einen, weil man, wie man von komplexer gebauten Verschwörungstheorien weiß, Tarnung einen gewissen intellektuellen Aufwand mit sich bringt, der aber in den Augen der Lügner die Mühe nicht wert ist, da es den zum Glauben entschlossenen Empfängern der Lüge ohnehin egal ist. Zum anderen aus der Überzeugungung dass lügen zum nutzen trumps nichts schlechtes oder falsches sein können natürlich halten die lügner ihre eigenen lügen nicht für wahr aber sie zählen sehr wohl darauf dass es andere tun zum beispiel jene leute die in den usa mehrere meteorologen mit mord bedrohten, weil diese Hurricanes nicht als vom Deep State gesteuert erkannt hatten. Die TV-Wetterexpertin Katie Nicolaou sah sich deshalb zu einer öffentlichen Erklärung genötigt. Meteorologen umzubringen wird Hurricanes nicht stoppen. Verteidiger eines Rechts auf Lügen weisen jede Schuld solchen Auswüchsen zurück, mit dem Argument, dass jeder für den Wahnsinn, den er für wahrzuhalten bereit ist, selbst verantwortlich sei. Darüber hinaus sei Wahrheit nur eine gesellschaftliche Konstruktion, die von Eliten nach ausschließlich deren Machterhalt dienenden Kriterien gesteuert würde. nach ausschließlich deren Machterhalt dienenden Kriterien gesteuert würde. Ein Punkt, an dem rechtsextreme Trump-Apologeten und postmoderne Dekonstruktionslinke zusammenfinden. Sie alle haben dafür gesorgt, dass Lügenverbreiten in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Es geht ihnen darum, Lügen schön zu lügen. Wer das nicht hinnehmen will, ist in ihren Augen ein vom System gekaufter Scherge der Meinungsdiktatur. Um es mit einem Bild zu illustrieren, Leute, die wüssten, wie spät es gerade ist, versuchen nur anderen die Mainstream-Zeit eines von der System-Zeitnehmung gesteuerten Uhrenregimes zu oktruieren. So erlogen kann eine Behauptung gar nicht sein, dass sich nicht irgendwo wer findet, der sich mit dem Argument, das ist eben meine Wahrheit, verteidigt und deshalb mit Aussagen über die Realität gleich behandelt wissen will. Nur um es kurz klarzustellen. Wahrheit ist kein für Menschen erreichbares Ziel, sondern eine Richtung. Mit der Wahrheit ist es ein bisschen so wie mit dem Erdkern. Es ist menschentechnisch bislang nicht möglich, bis zum Erdkern vorzudrängen. Aber wir wissen, wenn wir es versuchen wollen, müssen wir nach unten graben und nicht nach oben. Und deshalb ist die Leugnung, Relativierung und Verharmlosung von Faschismus und Nationalsozialismus auch keine Meinung, sondern eine Lüge. Wenn wir aufhören, zwischen mehr und weniger wahren Aussagen zu unterscheiden, aufhören, zwischen mehr und weniger wahren Aussagen zu unterscheiden, geben wir nicht nur das Projekt der Demokratie und der Aufklärung auf, sondern auch jenes der Zivilisation, wie es hier an diesem Ort schon einmal geschehen ist. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Bevor ich zum letzten Programmpunkt komme, möchte ich noch einen Dank aussprechen an die Freiwillige Feuerwehr von Reutz und an das Rote Kreuz der Ortstelle Ebensee für die Unterstützung des reibungslosen Ablaufs. Danke euch. Das heutige Programm beschließen wir wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Schlusssegen von Alois Rockenschaub. Ich möchte mich an dieser Stelle bereits von Ihnen, von euch verabschieden. Redet über das Erfahrene und Gehörte, die Begegnungen und die erlebten Momente. Redet mit Euren Familien, mit Euren FreundInnen, mit Euren KollegInnen. So bleibt Erinnertes gegenwärtig und Gedenken lebendig. Geschätzte Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Gedenkfeier, in diesen Tagen der Befreiungsfeiern steht für mich die Pflicht des Erinnerns. Besonders dieser Platz ist für mich eine Erinnerungsstätte an Leid, Tod, Erniedrigung, Entmenschlichung, aber auch des Mutes zu gegenseitiger Hilfe und auch eine Stätte des Neuaufbruchs Überlebender zu Versöhnung und Friedensarbeit. Gewalt macht Angst. Täglich sehen, hören wir, wie Menschen verachten, politische Macht haben, agieren, wo verfolgt, gebombt und gemordet wird. Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung, schreibt Elie Wiesel, der den Holocaust überlebt hat. Diese Erinnerungsfeier berührt und bewegt mich immer wieder im Innersten, in den Reden, die ich gehört habe, in den Zeugnissen. Ihnen erhilft, um mitfühlend und empfindsam zu bleiben, auch in den Ungerechtigkeiten heute und wenigstens in meinem Umfeld gegen Gewalt und Ungerechtigkeit aufzutreten. So möchte ich beten. Gott, an diese Städte der Erinnerung an unseliges Leid bitten wir dich. Sei du unsere Kraft zur Versöhnung und Frieden, wo wir leben. Sei du die Hoffnung auf Frieden in den Kriegsgebieten und Vernichtungslagern heute. Senke deinen Frieden in die Herzen der Machthaber heute, dass Frieden und Freiheit und das Wohlergehen allen Menschen zuteil werden. Schenke allen Verstorbenen deinen Frieden. Schenke allen Verstorbenen deinen Frieden. Segne uns und unsere Welt, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen. ZANG EN MUZIEK Frauen und Männer brauchen den Frieden, Frauen und Männer, Friede sei mit euch. Frauen und Männer brauchen den Frieden, Frauen und Männer, Friede sei mit euch. Schalom, Schalom, Schalom, Schalom. Schalom, Schalom, Schalom, Schalom. Alte und Schwache brauchen Frieden, Alte und Schwache, brauchen den Frieden, Alte und Schlache, Friede sei mit euch. Alte und Schlache, brauchen den Frieden, Alte und Schlache, Schalom, Schalom. Schalom, Schalom, Schalom, Schalom. Kinder von morgen brauchen den Frieden, Kinder von morgen, Friede sei mit euch. Kinder von morgen, brauchenden Frieden. Kinder von morgen, Friede sei mit euch. Shalom, shalom, shalom, shalom. Schalom, Schalom, Schalom, Schalom, Schalom, Schalom. Lasst uns nach vorne stehen, den Weg gemeinsam gehen. Liebe und Vertrauen auf den Friedenbau. Lasst uns nach vorne sehen, den Weg gemeinsam gehen. Liebe und Vertrauen auf den Friedenbau. Shalom, shalom, shalom, shalom. Shalom, shalom, shalom, shalom. ¡Viva el pueblo! Stamattina mi sono alzato, bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao Stamattina mi sono alzato e ho trovato l'invasore Oh partigiano, portami via, bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao, partigiano, portami via che mi sento di morire. Ciao ciao ciao che sei buio da Bardiciano, torna a vivere sempre lì, mi seppellire la sua montagna, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao. E le genti che passeranno, indieranno che poi il fiume. Queste giure del partigiano, oh ciao bella ciao bella ciao ciao ciao questo è il fiore del partigiano molto per la libertà questo è il fiore del partigiano molto per la libertà Bravo!