Ich habe hier Sternenbärchen auch mitgebracht. Die sind besonders wichtig als Symbol für die Sternenkinder. Viele Sterneneltern bekommen so etwas ähnliches, ein Engel oder eben auch ein Bärchen oder irgendetwas in der Art vom Krankenhaus. Das kann einerseits so ein Symbol sein, ja, das ist das Kuscheltier vom Sternenkind, so kann man es zum Beispiel sehen. Viele Sterneneltern kuscheln auch gerne damit in diesem Symbol. Ich gebe es hier in der Beratungsstelle aus an Menschen, die das nicht bekommen haben. Primär sind das Eltern oder Frauen, die im ersten Trimester ihr Kind verloren haben. Die bekommen das oft noch nicht vom Krankenhaus mit, aber auch die brauchen ein Symbol und die sind dann sehr dankbar, wenn sie so etwas mitbekommen. Es hat eben kein Gesicht, weil man dann einfach selber darauf projizieren kann, was man drauf projizieren möchte. Und solche Symboliken können einfach sehr hilfreich sein auch in der Trauerzeit. Es ist auch eine Empfehlung zum Beispiel, dass man sich ein Kuscheltier kauft oder man kann das auch bestellen. Manche nähen auch so Säckchen in der Größe von dem Sternenkind. Um diesen Prozess von, okay, in mir ist ein Kind herangewachsen, das ist jetzt gestorben und draußen, aber ich kann sie nicht halten. Und wenn ich dann ein Symbol habe, das ungefähr die Größe meines Kindes hat, dann kann ich meinem Körper auch verständlich machen, okay, das ist jetzt draußen aus meinem Körper. Und das kann auch diese Erfahrung integrieren, aus meinem Körper. Und das kann auch diese Erfahrung integrieren, dass eben das Kind gestorben ist und dass es aber real ist. Und dafür sind auch diese Sternenbärchen sehr gut, dass ich das in einem Gedenkort hinlegen kann, dass ich damit kuscheln kann, was die Eltern eben gerne damit machen möchten. Mein Name ist Hanna Bayer. Ich bin Sozialarbeiterin und psychosoziale Beraterin hier bei der Beratungsstelle ZUE. Wir sind eine geförderte Familienberatungsstelle, die den Schwerpunkt hat Schwangerschaft, Familie, Trauer. Es geht um viele Themen rund um Geburt, davor, währenddessen und danach. Ich biete hier psychosoziale Beratungen an für Frauen, Paare, Familien. Einer meiner Schwerpunkte hier bei der Beratungsstelle ist die Trauerbegleitung von Sterneneltern. hier bei der Beratungsstelle ist die Trauerbegleitung von Sterneneltern. Ich bin dazu gekommen eigentlich durch eine Kollegin, die das schon sehr lange hier bei Zoe gemacht hat und die das dann gerne weitergeben wollte und mich da eingeschult und eingelernt hat auch. Und seit einigen Jahren führe, leite ich diese Trauergruppen für Sterneneltern und zusätzlich natürlich auch einzelne Paarberatung, kurz nach einem Todesfall des Kindes, des Babys. Und ja, es geht darum, dass eben in den Trauergruppen speziell die Eltern Austausch finden können mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen und sich dadurch weniger alleine fühlen. Fehlgeburten und stille Geburten sind leider häufiger, wie man glaubt. Vor allem Fehlgeburten im ersten Trimester. Das ist noch viel tabuisierter, dass ich auch heute noch sehr viel Handlungsbedarf habe. Viele wollen ja erst ab der zwölften Woche erzählen, dass sie schwanger sind, um das zu vermeiden. Und das ist natürlich noch eine größere Herausforderung, weil wenn ich dann mein Kind verliere im ersten Trimester und ich habe gar niemandem erzählt, dass ich schwanger bin, dann muss ich das die ganze Zeit verstecken überall, bin unfassbar traurig und erzähle dann vielleicht auch niemandem, warum ich traurig bin. Oder wenn ich es dann doch erzähle, ist es dann schwierig, die ganze Geschichte zu erzählen. Also da würde ich auch manchmal hinterfragen, ob es nicht auch sinnvoll sein kann, seine Ängsten Vertrauten von Anfang an einzuweihen, die dann auch für einen da sein können, sollte man es verlieren und da vielleicht auch Halt braucht. Und da werden schon auch manchmal noch Frauen sehr alleine gelassen mit der Trauer und mit dem Wissen, dass auch sie trauern dürfen, auch wenn das Baby noch so, so klein war. Das ändert ja nichts an der Trauer der Frauen oder Eltern. Später, im zweiten und dritten Trimester, da hat sich schon einiges verändert, da ist schon mehr Bewusstsein da, aber auch das ist noch ausbaufähig und auch da verschweigen noch viele ihre Trauer, vor allem, wenn es noch nicht bemerkbar war, dass man schwanger war oder wenn man es noch eher verstecken konnte. Dann versuchen auch da manche sich zu schützen, weil man bekommt leider oft noch sehr unsensible Kommentare und das macht auch Sinn, sich davor zu schützen oder in Menschen, die gar nicht darauf reagieren und einen ignorieren, das ist auch sehr, sehr schmerzhaft. Und da wählen halt manche den Weg, das eher weniger zu erzählen. Und darum führt das eben dazu, wenn ich dann selber das erlebe, dass dann auf einmal Geschichten ausgepackt werden, von denen ich keine Ahnung hatte. Und das wäre auf jeden Fall sinnvoll, da vielleicht mehr das zu enttabuisieren. Und genauso wie ich von meinen Kindern erzähle, die ich habe oder nicht habe, darf ich auch darüber erzählen, wenn Kinder von mir gestorben sind. Und dass da einfach auch das Teil von Gesprächsthemen sein darf, ohne dass das dann so abhackt und stockt und man dann ein unangenehmes Gefühl hat. Das ist noch weniger häufig, dass ich eben dann im zweiten und dritten Trimester, mein Kind stirbt vor allem im dritten Trimester, aber trotzdem passiert es und lässt eben die Eltern mit einem großen Schmerz zurück. Und wie gesagt, die Häufigkeit hat ja auch nichts mit dem Schmerz zu tun. Der Schmerz bleibt für immer da. Es gibt viele Themen, die sich da auch wiederholen oder die viele Eltern, Sterneneltern belasten, betreffen, beschäftigen. Einerseits ist es zum Beispiel diese Schwierigkeit, sich zurechtzufinden nach dem Tod, in der Trauerzeit den Halt zu finden. Das ist ein ultimativer Kontrollverlust, dieser Schicksalsschlag. Und eine große Belastung ist dann eben auch, dass oft noch zu wenig Wissen darüber in der Gesellschaft auch da ist, was das für Eltern bedeutet, das Kind zu verlieren. Dass man das nicht einfach ersetzen kann durch ein weiteres Kind, dass man nicht einfach wieder schwanger werden kann und ein Happy End dann hat und dass es einfach nicht nach ein paar Wochen wieder gut ist, sondern dass es wirklich ein massiver Einschnitt ist für Eltern, sowohl physisch als auch psychisch. Und dass das ganz schön lange dauert und auch lange dauern darf, weil Trauer ein gesunder psychischer Prozess ist. Und je mehr Eltern diesen Raum bekommen, diese Trauer auch zu leben, um mit dieser Situation zurechtzukommen, um einen Umgang damit zu finden und und zeigt, dass so die Frage ist, wie lange darf ich trauern, wie lange darf ich dann im Krankenstand sein, wie lange darf ich mich zurückziehen, wie lange darf ich weinen, wenn es um Babys geht, wenn ich ein Baby sehe, also wie lange steht mir das alles zu. Das ist so eine schwierige Frage, die viele belastet, weil immer der Wunsch nach Zugehörigkeit auch da ist. Man möchte ja auch wieder ins Leben zurückfinden irgendwann, aber es ist einfach nicht möglich in diesem Zeitraum. Ich denke, dass Menschen, die sich dann vielleicht in ihrem Alltag, in ihrem Umfeld einsam fühlen und alleine fühlen und das Gefühl haben, okay, niemand versteht mich oder weniger verstehen mich. Und das passiert ja nicht jedem, was ja auch gut ist, dass das nicht jedem passiert, aber macht natürlich die Betroffenen noch einsamer, suchen dann ganz zwanghaft, manchmal auch krampfhaft nach Verständnis und Austausch. Und das kann eben auch durch Social Media passieren und durch irgendwelche Foren und Podcasts. Und das ist auch enorm wichtig. Also ich finde das auch gut, dass es das gibt. Und dann kommt man, glaube ich, mit dem Algorithmus halt in so eine Bubble rein, wo einem nur mehr das angezeigt wird. Und das kann dann gut sein, weil man sich vielleicht mehr verstanden fühlt. Es kann aber auch dazu führen, dass ich in so einer Bubble halt drinnen bin und dann das Gefühl habe, okay, da kann ich das dann auch mehr teilen. Es ist offensichtlich auch ein größerer Bereich der Menschen, die das betrifft. Und dann verliert man vielleicht auch die Hemmung und die Scheu, darüber zu reden, kann ich mir vorstellen. Und das ist ja in unserem realen Alltag ganz anders. Da sind wir doch wenig mehr durchmischt. Zumindest von unseren Geschichten her und unseren Schicksalsschlägen. Und da kommt mir vielleicht seltener jemand unter, der dann Ähnliches erlebt hat. Und ich glaube, da gerade so ein Internet kann ja Barrieren auch senken, dass ich mich mehr traue, Dinge zu schreiben oder auszusprechen oder zu posten. Welche Hilfestellungen helfen dann den betroffenen Eltern? Gibt es da etwas, das immer gut funktioniert oder ist das ganz unterschiedlich? Ich glaube, am hilfreichsten ist, ihnen zuzuhören und für sie da zu sein. Und das ist eben bei jedem anders. Also jeder Mensch trauert ja unterschiedlich und auch jeden Tag trauert jeder Mensch unterschiedlich. Das heißt, ich kann an einem Tag was sagen und da ist es richtig und am nächsten Tag fühlt es sich wieder falsch an. Und da auch eher mitzugehen und vielleicht weniger diesen Anspruch zu haben, ich muss jetzt die Welt erklären oder ich muss dir jetzt sagen, wie du richtig trauern sollst oder was du brauchst, sondern mehr sich zurückzuhalten, da zu sein. Wenn die Person schweigen möchte, schweigen. Wenn sie weinen möchte, mitweinen oder zumindest dabei sein, da bleiben beim Weinen und das Zulassen, beim Lachen, wenn man über das Lachen möchte, auch das Zulassen und da zu sein, den Raum zu halten. Das ist, glaube ich, einer der wichtigsten Faktoren, wo sie das Gefühl haben, ich bin nicht alleine und ich werde auch nicht alleine gelassen und unabhängig davon, wie es mir geht. Ich bin nicht alleine und ich werde auch nicht alleine gelassen, unabhängig davon, wie es mir geht. Für Familie, Freundinnen, Angehörige ist es, glaube ich, wichtig zu wissen, wenn sie in ihrem Umfeld Sterneneltern haben oder eben jemand ein Kind verliert, ein Kind stirbt, dann ist es am wichtigsten, da zu sein auch. Und das kann unterschiedlich aussehen. Und vor allem auch diesen Raum zu geben. Ich kann konkrete Angebote setzen. Ich kann sagen, nächste Woche komme ich vorbei und bringe dir ein Care-Paket oder bringe dir was zu essen vorbei. Oder morgen gehe ich dort und dort spazieren, du kannst gerne dazukommen. Also diese Angebote setzen, aber auch den Raum zu geben, dass die Eltern selber entscheiden dürfen, ob sie das jetzt annehmen möchten. Alleine das Angebot ist schon unfassbar näherend und unterstützend für die Eltern, auch wenn sie es nicht schaffen, es anzunehmen. Und da dann nicht aufzuhören und nicht aufzugeben, sondern die Angebote weiterzugeben. Irgendwann werden sie es dann vielleicht auch annehmen und auch für alle Gefühle den Raum zu lassen. Es ist eben weniger mit diesem eigenen Anspruch zu kommen. Ich muss dich das rausholen aus dieser Trauer und schauen, dass es bald wieder gut wird. Sondern ich gehe mit dir da jetzt durch und ich kann mir gar nicht vorstellen, wenn ich das nicht selber erlebt habe, wie um unfassbar groß dieser Schmerz ist. Aber ich höre mir das gerne an. Ich höre mir deine Geschichte an, so oft wie du sie erzählen möchtest. Ich bin da in deiner Trauer, in deinem Schmerz und muss da gar nicht viel dazu sagen. Vor allem auch diese Floskeln zu vermeiden, wie du wirst schon noch schwanger werden oder jeder findet sein Glück. Das ist sehr, sehr schwierig, weil das in dem Moment einfach so nicht stimmt und auch keinen Unterschied macht. Auch wenn ich wieder schwanger werde, habe ich trotzdem dieses Kind verloren und das wird immer eine Lücke in meinem Leben bleiben. Ich glaube, der Unterschied ist eben der einzig biologische, dass als schwangere Person ich eben das Kind in mir getragen habe, da vielleicht auch schon andere hormonelle Prozesse da waren. Je nachdem, in welcher Schwangerschaftswoche das Kind dann auch stirbt, ich es schon gespürt habe und mein Partner, Partnerin dann vielleicht noch nicht. Also da gibt es einfach biologisch schon diesen Unterschied, der auch wichtig ist mitzudenken, dass man da vielleicht auch Austausch in diesen unterschiedlichen Erfahrungen braucht. Aber von der Trauer selber ist das eigentlich sehr ähnlich und gleichzeitig unterschiedlich wie bei allen Menschen. Also auch Väter trauern und auch jeder Vater trauert unterschiedlich. Und auch jedes zweite Elternteil trauert einfach unterschiedlich, so wie es auch bei den schwangeren Personen und Frauen ist. Und da versuchen nicht nur diese klassische Rolle, ihren Vätern zuzuschreiben, dass sie stark sein müssen und für die Frau da sein, sondern auch ihnen zugestehen, dass sie schwach sein sollen, schwach unter Anführungszeichen. Es ist ja etwas sehr Anstrengendes zu trauern, also dass sie das auch zulassen dürfen, diese Hilflosigkeit und dieses ich bin jetzt auch mal von etwas abhängig von einer Unterstützung und genau nicht diese starke Schulter, die immer stark sein kann. Geschwister, Kinder, die vielleicht schon da sind, also die bereits das mitbekommen, dass Eltern schwanger sind, ein Baby folgen wird, sich da vielleicht auch schon darauf freuen, erleben auch diese Trauer und diesen Schmerz und den Verlust. Kinder gehen da sehr anders damit um. Also es kann auch sehr lehrreich sein für Eltern und für viele Eltern ist es auch ein Halt. Die Kinder, die schon da sind, weil sie einen sehr natürlichen Zugang zum Thema Tod und Trauer haben. Sie haben gar keine Scheu oder Probleme, dann das Kind auch anzugreifen, das Geschwisterkind, das gestorben ist, das Sterningkind und vielleicht auch zu spielen. Also es gibt ganz schöne Geschichten, wo sie dann Verstecken spielen mit dem Baby, das ja schon gestorben ist und da gar nicht weiter darüber nachdenken, sondern da auch eine Geschwisterbeziehung aufbauen möchten und dann auch traurig sind und weinen und dann aber auch wieder lachen können und das erlebt er so nehmen, wie es ist. Und da ist es aber schon auch wichtig, dass man das kindgerecht erklärt, was da passiert ist und ihnen aber auch wirklich erzählt, also keine Lügen erzählt, sondern wirklich ehrlich sagt, was da passiert ist und auch für sie da ist, wenn sie trauern und auch ihr Fotos wichtig sind, die man aufhängen kann und über das Geschwisterkind, das gestorben ist, auch regelmäßig reden darf. Und vielleicht auch eine Trauerbegleitung für Kinder, wenn man das Gefühl hat, okay, die Kinder haben da mehr Bedarf. Es gibt auch ganz tolle Vereine, die sich auf Trauerbegleitung von Kindern spezialisieren. Kann man da auch etwas natürlich, ein Angebot für Kinder suchen. Also dass man die da nicht vergisst. Die bekommen das ja auch mit und sie bekommen vor allem auch die unfassbar große Trauer der Eltern mit. Und das kann verunsichern. Aber es ist auch wichtig, das nicht zu verstecken. Sondern das darf auch sein und dass man es erklärt und mit den Kindern thematisiert. Wenn dann Regenbogenkinder kommen, Regenbogenkinder sind Kinder, die nach einem Sternenkind kommen, auch die spüren unbewusst, dass da etwas vorgefallen ist davor. Weil meistens haben Eltern mehr Angst um das folgende Kind. Wenn man schon so etwas Furchtbares erlebt hat, dass ein Kind sterben kann, dann hat man automatisch mehr Angst, dass es wieder passiert. Und das ist natürlich, man muss sich da jetzt nicht als Eltern den Druck machen, dass ich meine Angst wegzaubern muss. Das ist einfach Realität, dass ich dann mehr Angst habe. Die Frage ist nur, wie gehe ich damit um? Lasse ich die auch zu? Und bespricht das dann mit dem Kind, wenn es alt genug ist und sagt dann, okay, da ist ein Kind gestorben, bevor du auf die Welt gekommen bist. Du hast ein Geschwisterchenkind, ein Geschwisterchen, das eben nicht da ist. Und ja, das hat mit uns Eltern natürlich auch etwas gemacht. Und das wirkt sich auf das gesamte Familiensystem aus. Und da ist es, glaube ich, auch am hilfreichsten, das als Familienmitglied anzusehen, wie es auch ist. Indem immer Fotos in der Wohnung hängen, das auch immer besprochen wird. Ja, das ist so und so. Also Namen einfügen, dass es eben auch einen Namen hat und ja das ist im Himmel oder wie man es als Eltern halt benennen möchte, wo es ist. Genau und dass es irgendwie natürlich ein Teil der Familie auch sein darf. In den letzten 10 bis 15 Jahren hat sich da sehr, sehr viel verändert im Umgang mit stillen Geburten und Fehlgeburten. Es ist einfach mehr Bewusstsein darüber entstanden, wie einschneidend das ist für Eltern und wie wichtig es ist, das auch Teil des Familiensystems zu sehen und eben nicht einfach wegzubringen und zu sagen, okay, ist gestorben und weiter geht's, sondern da auch wirklich den Eltern zu vermitteln, ihr dürft da jetzt trauern, das ist ein reales Kind und da darf jetzt einfach auch Raum gegeben werden für alles, was ihr braucht. Das hat schon einiges an Sensibilisierung auch gebraucht, aber das hat sich eben in den letzten Jahren sehr, sehr stark ins Positive gewandelt und das erzählen auch Eltern, wie wichtig das für sie ist, dass sie da durchgeführt werden. dann wie wichtig das für sie ist, dass sie da durchgeführt werden. Sie sind ja in einem totalen Schock und haben keine Ahnung und viele würden von sich aus gar nicht das Baby sehen wollen, weil sie Angst haben, wie das Baby ausschaut. Es wissen ganz wenig Menschen, dass das schon so früh angelegt ist, wie ein Baby ausschaut und dass man eigentlich schon sehr früh einfach ein Mini-Baby dann gebärt. Und dann sieht man schon die Finger und die Zehen und oft kann man schon die Nase erkennen und von welchem Elternteil die Nase ist und so weiter. Das ist sehr, sehr süß. Und dass die meisten Babys eben wie Mini-Babys ausschauen und nicht wie irgendwelche erschreckenden Figuren, wie man sich das vielleicht vorstellt. Und da diese Angst zu nehmen, diese Unsicherheit. Und das ist wichtig, dass das Krankenhauspersonal darüber aufklärt und sagt, okay, ihr möchtet jetzt vielleicht das Baby nicht sehen als Schutz oder weil ihr Angst habt, aber es ist für den Trauerprozess unfassbar wichtig und wir empfehlen euch, das schon zu machen. Und dann lassen sich die Eltern meistens darauf ein und sind danach unfassbar dankbar darüber, dass sie eben da durchgeführt werden. Und dann finden sie es auch oft irritierend, dass ein Sternenfotograf kommen soll. Aber wenn das dann passiert, sind sie auch extrem dankbar. Also man kann sich da oft nicht vorstellen, was das eben mit einem macht. Und da braucht es diese klare Führung. Genau und das war früher eben anders und viele Eltern erzählen auch, sie haben selber Eltern, die Sternenkinder haben und haben das jetzt zum Beispiel erfahren, wo sie selbst ein Sternenkind haben und da ist es dann auch schwierig, weil damals musste anders damit umgegangen werden. Da wurde das eben verschwiegen, nicht wirklich erzählt und da waren Frauen und Eltern noch viel einsamer mit ihrer Trauer. Da mussten dann manchmal Frauen am nächsten Tag wieder arbeiten gehen. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. In Österreich ist es so, dass man am Gewicht vom Baby dann festlegt, ob es rechtlich ein Kind ist, das gestorben ist, somit eine stille Geburt oder eine Totgeburt, oder ob es eben eine Fehlgeburt ist. In Österreich liegt das bei 500 Gramm. Alles über 500 Gramm bedeutet, man bekommt spezielle Urkunden und man bekommt einen Mutterschutz. Man ist rechtlich gesehen eine Mutter. Und bei 499 Gramm und darunter ist man das rechtlich gesehen nicht. Da heißt es Fehlgeburt. Und alleine das Wort Fehlgeburt ist schon für viele Eltern eine Herausforderung. Und dann eben, okay, also 500 Gramm ist schon sehr viel. Das ist bei vielen in der 20. oder über der 20. Woche erst. Also manche sind in der 26. Woche und haben noch keine 500 Gramm erreicht. Also es ist schon sehr, sehr spät, wo ich die 500 Gramm erreiche und habe da auch schon wirklich einen Bauch und muss die ganze Geburt durchmachen und die Rückbildung und Milcheinschuss und ganz viele Dinge. Also ich erlebe körperlich, dass ich Mutter bin, aber rechtlich bin ich es nicht. Das bedeutet auch, ich habe keinen Schutz. Ich habe keinen Mutterschutz. Ich muss in den Krankenstand gehen. Das bedeutet, ich muss bei Arzt oder Ärztin immer wieder im Krankenstand ansuchen, da regelmäßig hingehen, erklären, warum ich weiter Krankenstand brauche. Bin auch abhängig von der jeweiligen Person, die das auch so sieht. Ich habe keinen Kündigungsschutz. Es werden regelmäßig Sternenmamas während dem Krankenstand gekündigt. Und dann verlieren sie noch mehr Halt. Und da wäre es sehr, sehr sinnvoll aus meiner Sicht, einen gestaffelten Mutterschutz auch wie in Deutschland einzuführen, um Mütter, Frauen in dieser sehr sensiblen Phase, wo sie eh schon keinen Halt haben, zu schützen und zu unterstützen und ihnen auch das Gefühl zu geben, okay, das was du erlebt hast ist real und wird auch anerkannt von uns, dass du da etwas furchtbares erlebt hast und auch diesen Schutz brauchst. Ich habe das Gefühl, dass vor allem Frauen, die im ersten Trimester eine Fehlgeburt erleben, sehr alleine gelassen werden, da ja auch manchmal Ärzte, Ärztinnen nicht mal ein paar Tage oder eine Woche Krankenstand geben, manche dann schon, aber wo dann schon nach ein, zwei Wochen thematisiert wird, warum wollen sie noch immer in den Krankenstand gehen, das heißt im ersten Trimester passiert halt und da noch viel weniger Verständnis auch da ist, dass Frauen auch hier einen Hormonabfall erleben und da alleine körperlich schon einiges passiert, starke Blutungen, Krämpfe haben und dann erst der psychische Prozess einsetzt, der auch sehr schmerzhaft ist. Und da ist es natürlich eine Herausforderung, wenn man da auch nur einen Krankenstand in Anspruch nehmen kann. Sinnvoll, denke ich, wäre es, wenn man eine Lösung ausarbeiten kann, die auch alle Frauen, die schwanger sind, irgendwie schützen und die dann das Kind verlieren, auch danach gut aufgefangen werden und unterstützt werden, die auch klar, wo es auch genug Trauerbegleitung gibt, die auch finanziert wird, wo Eltern einfach diese klaren Anlaufstellen haben und wissen, okay, da bekomme ich Halt, das ist das finanzielle, rechtliche und dann hier das psychosoziale, wo ich gestärkt werde und wo ich eben auch wichtig bin als Mensch dieser Gesellschaft. Ich weiß nicht, ob es andere Länder anders machen, muss ich ehrlich sagen. Da habe ich keine, also ich hätte noch nichts gehört darüber. Ich weiß eben nur, dass in Deutschland dieser gestaffelte Mutterschutz eingeführt wurde, aber auch erst ab der 13. Woche. Und ich weiß, dass es politisch ein schwieriges Thema ist, das heiß diskutiert wird. Und da ja dann oft die Fristenlösung entgegengestellt wird gegen diesen Mutterschutz im ersten Trimester und dass es da oft zu einem Kampf kommt. Ich fände es schön, wenn es da eine gute Lösung gäbe, weil ich denke, jede Frau sollte mit ihrer Erfahrung existieren können. Die eine Frau möchte kein Kind und bricht die Schwangerschaft ab und die andere Frau wollte das Kind unbedingt und verliert es und ist unfassbar traurig darüber. Es geht ja viel weniger darum, in welcher Woche es mir etwas passiert und hat deswegen meine Trauerberechtigung, sondern es geht darum, wie erlebe ich das als Frau. Ist es für mich ein, okay, zum Glück, Gott sei Dank, kann ich die Schwangerschaft abbrechen, weil das möchte ich nicht oder ist es für mich ein so unfassbar großer Wunsch, der in Erfüllung gegangen ist und dann so unfassbar traurig, dass mir das genommen wurde. Ich würde mir wünschen, dass Eltern in Notsituationen nicht alleine gelassen werden. Das gilt für alle Notsituationen, die Eltern betreffen können. Aber auch spezifisch für diese Situation braucht es eben, wir alle wünschen uns, dass die Gesellschaft wächst, es wird auch politisch sehr stark diskutiert, dass mehr Kinder geboren werden sollten, dann brauchen diese Familien auch die Unterstützung. Und dann brauchen Eltern Unterstützung, wenn es nicht alles positiv läuft, sondern eben sie ein Kind verlieren und da aufgefangen werden. Das braucht aus meiner Sicht auch für Väter Unterstützung, weil Väter können auch nur in den Krankenstand gehen, selbst wenn das Kind in der 38. Woche kurz vor der Geburt ganz plötzlich verstirbt, ohne Vorwarnung und ich als Vater eigentlich mich schon darauf vorbereitet habe, jetzt in den Papamonat zu gehen. Und dann kann ich nur in den Krankenstand gehen, um zu trauern. Also das ist schon sehr heftig. jetzt an den Papamoder zu gehen und dann kann ich nur in den Krankenstand gehen, um zu trauern. Also das ist schon sehr heftig. Also auch da brauchen Väter eine Lösung, dass sie da auch geschützt werden und auch Kündigungsschutz haben und den Krankenstand so lange trauern können, wie sie es brauchen. Und eben auch Mütter, dass das einfach allgemein mehr klar ist, so wie es klar ist, dass es Mutterschutz gibt, dass es klar ist, dass es einen Papamord gibt, das sind ganz wichtige Entwicklungen. Da gibt es eben auch diesen Kündigungsschutz. So sollte es auch klar sein, wenn das Kind dann stirbt, brauchen die Eltern auch dieses Auffangen.