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Frauen wird in der maskulinen Erzählung kaum ein Platz zugewiesen. Umso größer erschienen die Söhne von einem Einzelnen, Belasteten, wir berichten möchten. Berichten deshalb ziert dieser doch namentlich in Oberösterreich manch kleinen und großen Straßenzug. Der in Zweifel zu ziehende Dr. Franz Dinkhofer scheint noch immer ein großer Sohn der Landeshauptstadt Linz zu sein. Da wurde in der Landeshauptstadt Linz eine große Hauptdurchzugstraße mit seinem großen Namen als Dinghoferstraße benannt. Um wem handelt es sich bei der Dinghoferstraße? Als Sohn eines Gastwirtes und ersten Postmeisters in der Marktgemeinde Ottensheim am 6. April 1873 geboren. 1873 geboren. Sein Vater war zwischen 1867 bis 1882 und 1885 bis 1888 gewählter Bürgermeister in Ottensheim. Die von deftig-verbalen Austausch geprägte Gaststube, das hochgeamtete Bürgermeisteramt, konnte seinen Sohn weltanschaulich nachhaltig geformt haben. Franz Dinghofer absolvierte eine für damalige Verhältnisse sehr hohe schulische Ausbildung am Gymnasium Freistaat und belegte hernach ein Rechtsstudium an der Universität Graz. an der Universität Graz. An dieser promovierte Dinghofer 1897. In seiner Studienzeit wurde er Mitglied der Völkischen Studentenverbindung Ostmark. Eine für die Weiterentwicklung seines deutschnationalen Weltbildes richtungsweisende Entscheidung. Seine Berufslaufbahn begann 1899 als Gerichtsadjunkt am Linzer Landesgericht und Bezirksgericht Urfa bis 1907. In dieser Zeit zog der stattliche, 1,83 Meter auch größenmäßig beeindruckende Dinghofer die Aufmerksamkeit der deutsch-völkischen Parteien auf sich. Seine schon in frühen Jahren radikale Gesinnung war genau jene Qualität, welche den deutschen nationalen Parteien zum politischen Aufstieg und Zerstörung der Ersten Österreichischen Republik verhalf. Republik verhalf. Der durch seine Herkunft reichlich wohlhabende Franz Dinkhofer verehelichte sich mit Cecilie Meindl und wurde damit Miteigentümer des anseligen Schöllergutes in Linz-Waldeck. Dieser Zugewinn an Vermögen machte ihn zum anseligen Gutsherrren. Deutsch-Nationale Linzer Stadtpolitiker nahmen sich dem noch unbekannten Dr. Franz Dinghofer an und boten einen Sitz im Linzer Gemeinderat an. Dinghofer nahm das Angebot freiwillig, um sich im Gegensatz seiner Mentoren jedoch sehr für die Belange der Vororte von Linz einzusetzen. Davon könnte die Marktgemeinde Ottensheim ebenso profitiert haben wie er selbst. Sein Aufstieg in der Deutschen Nationalen Partei manifestierte sich in der Dankesrede nach seiner Wahl zum ersten Vizebürgermeister im Mai 1905 mit den Worten, Zitat, Heil unserer Stadt, Heil der deutschen Wacht an der Donau. Wie überhaupt sein radikal-politisches Handeln innerhalb der Partei auf Kritik stößt, jedoch seinen Aufstieg beschleunigte. Zitat Dinghofer, in meinem jugendlichen Eifer und vielleicht auch im Bewusstsein meiner materiellen Unabhängigkeit vertrat ich radikale Anschauungen, die sich allerdings dann im Laufe der Zeit abschwächten. Meine Herren Gesinnungsgenossen griffen zu einem einfachen Mittel, mich zu bändigen. Sie wählten mich 1905 zum ersten Bürgermeister, Stellvertreter und am 15. Mai 1907 zum Bürgermeister der Stadt Linz. Somit stellten sie mich auf einen derart vorgeschobenen Posten, dass ich mir Gegenanträge im Gemeinderat natürlich nicht mehr leisten konnte. So Franz Dinghofer. Es gelang den Deutschen Nationalen mit Bürgermeister Franz Dinghofer bei folgenden Gemeinderatswahlen 1911 und 1913 gerade bei den einkommensschwächsten und bildungsfernen Schichten mit den Sozialdemokraten gleichzuziehen. bildungsfernen Schichten mit den Sozialdemokraten gleichzuziehen. Was der Linzer Historiker Michael John mit dem antisemitischen Antikapitalismus der Deutschnationalen in Zusammenhang bringt. Die Linzer fliegenden Blätter wiederum, denen es ausschließlich um Ausschluss und Ausgrenzung von Juden und Tschechen ging, empfanden es bereits als Provokation, wenn im öffentlichen Raum laut tschechisch gesprochen wurde. In vielen Linzer Vereinen wie dem Turnverein Linz, der Turngemeinde Jahn, dem Ruderverein Ister wurde der Aria-Paragraf eingeführt, der jüdische Mitglieder von der Vereinszugehörigkeit aufschloss. In diesen und den meisten anderen Linzer Vereinen gaben stadtbekannte Deutschnationale den Thron an. Dinkhofer war nachweislich Mitglied des Deutschen Turnvereines, des Rudervereines Ister und der Ortsgruppe Linz des Deutsch-Österreichischen Alpenvereines. Im Jänner 1918 wurde ein Verband der deutschen nationalen Parteien im österreichischen Abgeordnetenhaus gebildet. In einer dieser wurde der Linzer Bürgermeister Dr. Franz Dinghofer zum Obmann gewählt. Als Vorsitzender der größten Parteigruppe im damaligen Reichsrat fiel ihm dann auch im Oktober 1918 der Vorsitz in der Professorischen Österreichischen Nationalversammlung zu. Darauf nahm Dinghofer als Klubobmann eine Schlüsselrolle bei den Deutschnationalen bzw. Großdeutschen ein, die er bis 1926 inne hatte. Bei dieser Position handelt es sich um eine zentrale, als doch die Bundesregierung von der Nationalversammlung bzw. vom Nationalrat gewählt wurde, d.h. die wichtigsten Entscheidungen fielen im österreichischen Parlament. Im darauf folgenden Kabinett Ignaz Seipels des autoritären Ständestaates stieg Dr. Franz Dinghofer zum Vizekanzler, Justizminister sowie 1927 zum ersten Präsident des österreichischen Gerichtshofes auf. In der Zeit des Austrofaschismus blieb Frank Dinghofer seiner politischen Gesinnung des völkischen deutschen Nationalismus treu und konnte sich im März 1938 der Zerstörung der ersten Demokratischen Republik Österreichs durch den Anschluss an das faschistische Deutsche Dritte Reich als Ostmark erfreuen. An wirtschaftlichen Belangen sehr interessiert, privat als auch öffentlich, nahm Dr. Franz Dinghofer zwischen 1922 und 1939 den stellvertretenden Vorsitz der Kamik Aktiengesellschaft ein. Diese war im oberösterreichischen Müllviertel ein Bergbaubetrieb mit jüdischen Eigentümern. Im Verfahren um die Arisierung dieses jüdischen Besitzes spielte Dr. Franz Dinghofer eine bedeutende Schlüsselrolle. eine bedeutende Schlüsselrolle. Noch im Jahr 1938 wurde Dr. Franz Dinghofer von den Nationalsozialisten als Gerichtspräsident in Pension gestellt. Wurde es ruhig um den großen Sohn? Nach der Befreiung von Faschismus im Jahr 1945 war dieser Sohn tatsächlich sehr ruhig. Es stand die gefürchtete Entnazifizierung der Parteigänger und Täter im NS-Regime an. Im Jahr 1946 gab Dr. Franz Dinghofer in einem Schreiben an das Justizministerium an, dass er sich seit 1928, seit seinem Ausscheiden aus der Großdeutschen Partei nicht mehr politisch betätigt habe. Die Nazis aber waren penible Bürokraten und legten sorgfältige Karteien ihrer Opfer, aber auch ihrer Mitglieder an. Dr. Franz Dinghofer war und bleibt seiner lebenslangen deutschnationalen Gesinnung treu und täuschte seine ehemaligen Arbeitgeber. Er stellte einen Antrag um Aufnahme in die NSDAP, welchen zeitverzögert nur mehr parteitreuen Volksgenossen zuerkannt wurde. Mit dem Aufnahmedatum 18. April 1940 bekam Dr. Franz Dinghofer wohnhaft Wien, Uranierstraße 6, einen Vermerk in seiner Mitgliedskarte. Mitgliedsnummer 8.450.902 ausgestellt. Dr. Franz Dinghofer verstarb am 12. Jänner 1956 als freier, scheinbar unbelasteter Bürger in Wien und ist am Linzer St. Barbara Friedhof begraben. Nun ist die belastete Geschichte des Ottensheimer und Linzer großen Sohnes Dr. Franz Dinghofer scheinbar vergessen. Ich aber stelle hiermit die Frage, ob das im vorangegangenen Text dargelegte vielfältige Verdientmachen des Dr. Franz Dinghofer zweifelsfrei einer heute freien demokratischen Republik Österreich gerecht wird? Die Gegenwart ist Zeuge dessen, dass was war, immer noch sein kann. Ich stelle im diskursiven Raum die Forderung, die bisherige Dinghoferstraße mit einer geschichtshistorisch antifaschistischen Person neu zu benennen. Dazu schlagen wir Friedl Dicker vor, welcher in der Stadt Linz schon mal mit einer Ausstellung im Kunstmuseum Lentus gewürdigt wurde. Eine filmische Biografie kann im Fernsehsender Dorf TV nachgesehen werden. Geschichte muss vor dem Vorhang gebracht werden, sonst machen wir uns an den zukünftigen Ereignissen von Unwissenheit schuldig. Frauen wird in der maskulinen Erzählung kaum ein Platz zugewiesen. Eine dieser Frauen war ich, Brandeis, welche am 9. Oktober 1944 im deutsch-nationalen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau durch Vergasung ermordet wurde. Thank you. you