Klima und Du Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin- und hergeschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der Freien Medien in Oberösterreich. Herzlich willkommen bei einer Ausgabe Klima und Du. Mein Name ist Marita Koppensteiner und ich werde Sie heute durch die Sendung begleiten. Klima und Du ist Mein Name ist Marita Koppensteiner und ich werde Sie heute durch die Sendung begleiten. Klima und Du ist ein Gemeinschaftsprojekt der nicht kommerziellen Sender in Oberösterreich. Es läuft wöchentlich jeden Freitag um 13 Uhr in allen oberösterreichischen freien Radios, also beim Freien Radio Freistaat, bei Radio Froh, bei Radio B138 und im freien Radiosalzkammergut und zusätzlich auch noch auf Dorf TV. In der heutigen Ausgabe geht es um ein ganz besonderes Gut, nämlich das Wasser. Das bisherige Jahr 2026 hat ja gezeigt, dass wir auch im Müllviertel vor klimatischen Veränderungen nicht gefeit sind und dass vor allem ein Gut, von dem wir immer dachten, es ist zur Genüge vorhanden und geregelt vom Himmelfeld, uns dringenden Handlungsbedarf aufzeigt. Trockenheit, Starkregen, ausgetrocknete Flüsse und lokale Überflutungen, sinkende Grundwasserspiegel, Hangwasserereignisse, weil Wasser nicht schnell genug versickern kann, das alles sind Herausforderungen, denen wir uns in Zukunft immer häufiger stellen werden müssen. Und um das zu schaffen, braucht es Klimawandelanpassung und es braucht Strategien und es braucht sicher auch Mut. Und zwei, die die Herausforderungen angehen wollen, die sind heute bei mir im Studio. Sie arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen daran, dass wir in Zukunft den Herausforderungen rund um das Wasser in unserer Landschaft besser gewachsen sind. Ich begrüße ganz herzlich den Andreas Bertsch vom Klimabündnis Oberösterreich und den Dietmar Stegfellner, den Bürgermeister von Wartberg-Obdereist. Schön, dass ihr heute zu uns gekommen seid. Hallo. Danke sehr. Ja, wir schauen uns heute gemeinsam die Wassersituation in Oberösterreich, besonders im Müllviertel, an und besprechen, wie es auf nationaler und EU-Ebene aussieht bezüglich Regelungen, Verordnungen, aber auch Fördermöglichkeiten. Und wir schauen uns an, was das für die Praxis bedeutet. Speziell der Sommer jetzt in diesem Jahr hat eindrücklich gezeigt, dass wir Strategien brauchen, um den Klimaextremen zu begegnen. Und da spreche ich nicht jetzt von Klimakatastrophen irgendwo auf der Welt, gezeigt, dass wir Strategien brauchen, um den Klimaextremen zu begegnen. Und da spreche ich nicht jetzt von Klimakatastrophen irgendwo auf der Welt, sondern eigentlich direkt vor unserer Haustür. Was sind denn jetzt die größten Herausforderungen im Mühlviertel oder in Oberösterreich bezüglich Wasser? Ich fange gleich an. Zuerst danke für die Einladung. Mein Name ist Andreas Beld vom Klimabündnis Oberösterreich. Zuerst danke für die Einladung. Mein Name ist Andreas Bert vom Klimabündnis Oberösterreich. Die größten Herausforderungen, die wir da haben, ist, dass wir das Wasser in der Landschaft halten. Wasser rinnt entlang der Schwerkraft ab in Flüsse und Gewässer. Und wir haben zu wenig Strukturen in unserer Landschaft, die dieses Wasser zurückhalten. Und das Zweite ist natürlich, dass wenn Wasser kommt, der Klimawandel sorgt für Extreme, dass es Starkregeneignisse gibt und die oftmals ausgetrockneten Böden, auch heuer in diesem Sommer, sind dieser Belastung durch das Wasser sozusagen nicht gewachsen und das Wasser rinnt oberflächlich ab und sorgt für Schäden in Gemeinden, auf Straßen und natürlich dann auch zu Hochwässern in den Flüssen. Und fehlt eigentlich genau dort, wo man es braucht, nämlich beim Grundwasser? Genau dort im Grundwasser und auf den landwirtschaftlichen Flächen, wo die Feldfrüchte produziert werden. Wenn man das jetzt konkret auf eine Gemeinde herunterbricht, wo habt ihr in Wartberg zum Beispiel jetzt konkrete Herausforderungen, wo man das jetzt schon merkt? Ja, die Wasserkneipe, die ist ja in allen Orten zu merken, so auch bei uns in Wortberg. Die Flüsse gehen zurück, die wasserführenden Mengen sind einfach weniger und man merkt einfach auch, dass der Boden total austrocknet ist und die Grundwasserspiegel, wenn es noch Hausbrunnen gibt, sind einfach weniger. Bei uns sind in den letzten Jahren die Hausbrunnen gibt, sind einfach weniger. Bei uns ist in den letzten Jahren die Hausbrunnen auch immer weniger geworden, weil wir beim Fernwasserverband versorgt sind. Aber dort haben wir auch einfach das Thema. Und es ist auch, wie der Andreas vorher schon gesagt hat, einfach, wenn der Regen fällt, dann soll es so schnell wie möglich abtransportiert werden und es hat keine Möglichkeit mehr, dass irgendwo ins Grundwasser zurückkommt. Und das sind einfach Probleme, die immer laufend haben. Also wenn es am Wasser fehlt, wird es besonders sichtbar, sage ich jetzt einmal, weil die Wiese ist braun, da merke ich es. Aber es ist natürlich auch problematisch, wenn dann das Wasser vom Himmel fällt und einfach wirklich zu schnell dann weg ist. Das heißt, einfach nicht versickern kann. Es schwemmt wertvollen Humus aus, es kommt zu Hangrutschen, zu Überflutungen. Da gibt es ja ganz viele Maßnahmen, die auch sehr lokal getroffen werden können, dass sich das Wasser jetzt in Form von Regen, das da daherkommt, mal mit einfachen Maßnahmen dort hält, wo es bleibt. Vielleicht folgt mir einfach mal dem Wasser so vom Himmel über den Acker bis zum Bach und zum Fluss. Wo kann ich anfangen jetzt in der Bodenbewirtschaftung, in der Bearbeitung? Was kann ich da richtig oder falsch machen? Konkret. Ja, unterschiedliche Landschaften mit unterschiedlichen Landschaftsformen. Wenn wir jetzt den Weg gehen, dann regnet es einmal auf das Feld, auf den Acker. Und da ist das Wichtigste eigentlich, dass der Acker so bewirtschaftet wird, dass der Boden krümelig ist, dass der Boden auch bewachsen ist, mit Pflanzen bewachsen ist. Die Pflanzen geben dem Boden Nährstoffe. Also da gibt es enge Zusammenhänge, die dafür sorgen, dass die Bodenstruktur krümelig ist und das Wasser überhaupt schon mal aufgenommen werden kann. Es gibt da natürlich auch, dass man einmal quer zum Hang bewirtschaftet, dass die Wasserfalllinie nicht gerade den Hang runter geht, sondern dass das Wasser schon einmal in den Rillen, die aus den Maschinen ziehen, schon einmal erstens aufgefangen wird. Es gibt natürlich dann auch einen Zwischenfruchtanbau, also dass man schaut, das ist gar keine echte Feldfrucht, sondern die dient eigentlich nur dazu, den Boden mit Pflanzen bewachsen zu haben, damit der Boden beschattet ist und der Boden, wie auch schon angesprochen, diese Nährstoffe auch von den Pflanzen bekommt. Wenn wir dann weitergehen, dann gehen wir vom Feld, wenn es mal vom Feld runter rinnt, eigentlich in den Pufferstreifen, in sogenannte Pufferflächen. Und da ist es wichtig, dass dieses Wasser die Möglichkeit hat, langsamer zu werden. Höhere Wassergeschwindigkeiten sorgen dafür, dass mehr Bohnenpartikel und größere Bohnenpartikel abgetragen werden können. und größere Bodenpartikel abgetragen werden können. Sogenannte Buchverstreifen, Feldreine, wie man auch sagt, sorgen dafür, dass das Bodenmaterial einmal abgesenkt wird oder sich absetzt und das Wasser schon sauberer weitergeleitet wird. Also hier auch an jedem Feld sozusagen Buchverstreifen einzuplanen, damit das Wasser langsamer wird und sich die Sedimente absetzen können. Liegt da die Verantwortung jetzt rein bei den Landwirtinnen und Landwirten? Braucht es da mehr Bildung oder wie kommt man da zum Ziel? Ja, wir haben da Zielkonflikte. Also die landwirtschaftliche Struktur, so wie wir es jetzt haben, ist, dass auf den produktiven Flächen sozusagen gefördert wird und Gelder ausgezahlt werden. Und da achtet natürlich jeder betriebswirtschaftlich denkende Landwirt daran, die produktiven Flächen maximal zu halten. Und hier sozusagen ist auch anhand der Förderung eine gewisse Lenkung vorhanden, die was nicht optimal ist. Das heißt, da braucht es eigentlich politisches Einlenken oder Einlenken in den Förderungen, dass eben auch diese Pufferzonen und Übergangsflächen gefördert werden. Was ist da der Vorschlag? Ja, der Vorschlag ist nicht ganz so einfach, weil das landwirtschaftliche System ein Komplexes ist. Wir sind in einem Weltmarkt eingebunden, wir sind in der Europäischen Union und hier bräuchte es sicher mehr Geld, aber das brauchen wir nicht nur bei den Feldrheinländern, sondern das brauchen wir generell in unserer Nahrungsmittelversorgung. Wie ist das eigentlich dann bei so Pufferflächen, Übergangszonen? Da sind ja sicher Gemeinden genauso gefordert. Inwieweit wird das bei Planungen mitgedacht, dass ich sage, okay Basti, ich baue da was Neues, ich habe da neue Flächen oder erschließe irgendwas. Muss ich das dann auch schon mitdenken? Ja, grundsätzlich schon. Wir machen das auch, wenn man eben bei Siedlungsentwicklungen oder wenn man sich bestehende Siedlungen anschaut, wie man das verbessern kann. Der Planungsrahmen beschränkt sich aber bei den Gemeinden normalerweise relativ stark auf das Bauland selber. Und das ist halt das, was wir betrachten, wo wir Retentionsbecken mitbauen und solche Sachen. Und wo wir schauen, dass wir wieder mehr Wasser zurückbringen in den Boden und mehr Pufferzonen haben. Aber das, was wir vorgesprochen haben von den Landwirten, ist halt einfach, dass jede Pufferzone hat einen anderen Pflegebedarf. Und alles, was der Landwirt nur Zusatzaufwand hat, das schaut alle schon, ob es irgendwie geht, dass man nur ein bisschen gewinnbringend arbeiten kann, ist halt schwierig für die Landwirte. Gerade bei uns in der Gegend, weil wenn du krank wirst mit Feldern, die über 100 Hektar groß sind, mit unseren Bauarbeitszeiten große Felder, ist halt das schwierig. Ja, also einfach von der Landschaftsstruktur her. Du hast jetzt vorgesprochen von Retentionsbecken, also Aufhalte-, Rückhaltebecken. Die brauche ich ja dann wirklich, wenn wirklich mal viel Wasser auf einmal daherkommt, oder? Das kann aber nicht mehr der Einzelne oder die Einzelne in der Hand haben. Also das kann ja jetzt nicht der Landwirt oder die Landwirtin machen, oder? Nein, also die Retentionsbecken sind speziell im Siedlungsbereich, wo man einfach durch eine Umwidmung oder den Boden einfach anders bebaut, anders nutzt und dort schaut, dass man halt dann die Oberflächen dazwischen speichert. Ich glaube aber, dass generell eine Vielfalt an Maßnahmen braucht, viel, viel kleine Maßnahmen, ein paar größere, die da ineinander greifen, dass wir das wieder ein bisschen in den Griff kriegen. Das Retentionsbecken ist halt auch ein technisches Bauwerk, das ist wasserrechtlich bewilligt, unterliegt gewissen gesetzlichen Auflagepunkten und hat halt auch nicht unbedingt jetzt einen ökologischen Mehrwert, dass ich jetzt sage, ich bringe durch das Retentionsbecken wieder irrsinnig viel Wasser zurück in den Boden. Das ist nur um Schlimmeres weiter unten zu vermeiden. Und wenn jetzt dann das vom Retentionsbecken rinnt zu einem Gewässer, im Idealfall, was kann ich denn mein Gewässer vorsorglich machen, dass jetzt starkregende Gewässerökologie jetzt möglichst nicht völlig durcheinander würfelt? Ja, den Gewässern wieder Platz geben. Also wir haben in den 70er, 80ern wahnsinnig große Begradigungsverfahren gehabt, wo massiv eingegriffen wurde, um das Wasser eben so schnell wie möglich abzuleiten. halten und haben aber jetzt diese Bekreidigungen schon vorgenommen. Den Fluss als eigenen Organismus zu betrachten und ihm Platz zu geben, damit er selber Lebensraum schafft, das war eine der besten Möglichkeiten, um in den Gewässern etwas zu tun. Und dann natürlich auch, braucht das Wasser länger, dass es da durchkommt und ist natürlich dann auch nicht so schnell Hochwasser da? Ja, und der Fluss braucht dann doch nicht die gesamte Fläche, wenn jetzt Niederwasser ist. Es braucht einfach Flächen, die was im Flussregime sind, die was dann in einem Hochwasserfall als Retentionsflächen, also als Pufferflächen sozusagen dienen können. Für mich schaut das aber jetzt so aus, als würde es nur wirklich sinnvolle ganzheitliche Maßnahmen Sinn machen, also die ineinandergreifen. Also jetzt nur zum sagen, okay, die Landwirte müssen jetzt halt einfach schauen, dass besser oder sinnvoller Ackern und Bewirtschaften, wird das Problem nicht lösen? Nein. Das heißt, gibt es da irgendwie Beispiele aus der Praxis, wo man sagt, da hat es gut funktioniert, da sieht man nachhaltig einen Effekt? Ja, auf jeden Fall. Die Gemeinde Schwertberg ist sicher eines der besten Beispiele, wo auch aufgrund der Katastrophenereignisse in den letzten 25 Jahren massiv umgestellt wurde, auch von Seiten der Gemeinde. auch von Seiten der Gemeinde. Da arbeitet man mit LandwirtInnen zusammen, man arbeitet mit Behörden zusammen, man hat Rückhaltemaßnahmen, also Retentionsbecken gebaut, man hat aber auch Grünstreifen etabliert, man hat Flüsse renaturiert und hat auch, ich sage, so einer ganzheitlichen Planung gedacht. Es geht auch darum, wenn wir jetzt Bauland entwickeln und Siedlungserweiterungsgebiete haben, dass wir diesen Fachbegriff grün-blaue Infrastruktur von Anfang an mitdenken. Grün für Pflanzen, für Hecken, für Wiesen, die was Kühlung bringen, die auch die Lebensqualität auf jeden Fall verbessert. Und dann eben dieses große Thema Blau. Wie gehen wir mit Wasser um, das was auf so ein Siedlungsgebiet sozusagen zukommt, also wenn es zu viel Wasser ist. Was sind da die Pläne? Wie ist da die Planung, wenn das passiert? Wie wird damit umgegangen? Welche Vorkehrungen werden da getroffen? Welchen Handlungsspielraum hat man denn da in der Praxis jetzt auf Gemeindeebene? Also wie entscheidet man, welche Maßnahmen notwendig oder sinnvoll sind? Also wir versuchen sehr stark, dass wir bei allen Projekten und allen Maßnahmen, die wir generell umsetzen, dass wir das Thema mit betrachten. Dann sind es schon ein paar Sachen, die man einfach abgearbeitet hat. Wenn man jetzt neue Packflächen macht, dann machen wir zum Beispiel in Wartberg die Parkflächen jetzt entsiegelt. Das ist immer wieder ein bisschen ein Diskussionspunkt. Aber es ist einfach alles, was nicht direkt weggelaufen ist, was sowas versickert, ist einfach besser. Oder man macht halt einen Betonpflaster oder einen Pflasterbelag und versiegelt da nicht hydraktive Pflasterflächen. Solche Sachen kann man mitmachen. Wir haben bei der neuen Grappelstube jetzt ein Gründach gemacht, wo am Gründach um Wasservorräte tendiert wird. Das sind so Themen, die wir bei unseren Projekten mitmachen. Wir schauen natürlich auch beim Infrastrukturstellen, Straßenbau, solche Sachen, wie kann man kleinstrukturiert dann Wasser zurückhalten, wie bringt man Versickerungsmulden in die Flächen rein. Das hat alles einen Pflegebedarf und es ist halt ab und zu so, zurückhalten, wie bringt man Versickerungsmulden in die Flächen rein. Das hat halt alles zum Pflegebedarf und es ist halt ab und zu so, dass die Leute eine komplett asphaltierte Straße lieber machen, als wenn man nebenbei nur Versickerungsmulde hat. Aber das ist halt eine Diskussion, die man sich stellen muss. Und da braucht es dann sicher auch von höherer Ebene auch wirklich den politischen Willens und sagen, das ist uns wichtig und wir verpflichten oder nehmen auch die Gemeinden, die Städte in die Pflicht, das in gewisser Weise zu tun. Aktueller Handlungsbedarf für Österreich besteht jetzt dann wahrscheinlich bald mit der EU-Wiederherstellungsverordnung. Worum geht es denn da? Was heißt denn das dann konkret für uns? Die Wiederherstellungsverordnung, da sind wir jetzt so weit, dass Österreich bis 11. September, also jetzt in zwei Wochen, dazu aufgefordert ist, einen nationalen Wiederherstellungsplan zu liefern. Das ist einmal ein erster Entwurf, der von allen heiß erwartet wird. Bund und Länder sind in sehr engen Koordinationsabstimmungen, wie denn das überhaupt bewerkstelligt werden soll, wie der Herstellungsplan aussieht. Es ist nicht viel darüber bekannt, alle freuen sich darauf. Wenn der rauskommt, der wird dann an die Kommission geschickt, die hat ein halbes Jahr Zeit, bis da sozusagen eine Rückmeldung kommt von der Europäischen Kommission. Und dann muss Österreich nochmal nachbessern,. gewisse Attestierungen vornehmen, bis 2027, am 1. September, dann der offizielle nationale Wiederherstellungsplan kommt. Wiederherstellung heißt renaturieren. Verstehe ich das richtig? Ja, das Wort ist... Es ist sehr breit. Also Was will ich wiederherstellen? Es geht um die Wiederherstellung von Ökosystemdienstleistungen. Das ist es, was wir brauchen. Und da gibt es mehrere Aspekte, von denen wir alle betroffen sind. Es geht maßgeblich um Artikel 4, das ist Süßwasser-Lebensraumtypen. Es geht um Artikel 9, das sind Agrarkosysteme. Es geht um Artikel 7, das sind die Durchgängigkeit von Flüssen und Auen, also Gewässer. Und Artikel 9, die organischen Böden. Und wo wir vielleicht bei der Stadt sind, ist Artikel 6 mit den städtischen Ökosystemen. Da gibt es gewisse Maß- oder Vorgaben von der Europäischen Union, die was da zu erreichen sind oder gewisse Werte. Für die Städte geht es maßgeblich darum, dass wir keinen Grünraum verlieren und sozusagen Grünraum wieder verstärkt in die Städte eingebaut wird. Aber es klingt für mich schon so, wie der Herstellungsverordnung heißt, es bedeutet Veränderung und Österreicherinnen und Österreicher sind jetzt nicht unbedingt dafür bekannt, für jede Veränderung Hurra zu schreien. Wie bereitet man sich da jetzt auf Gemeindeebene vor oder in welche Richtung schaut es sich an? Was wird da auf uns zukommen, wie können wir uns in diese Richtung bewegen? Ja, wie der Andreas gerade gesagt hat, alles Wort auf den nationalen Umsetzungsplan jetzt gerade ein bisschen so momentan, wo wir gerade tätig sind, ist, dass wir speziell im Feld als Tal zwar Querbauwerke zum Teil entfernt haben, beziehungsweise umgebaut haben, wo man die Durchgängigkeit mit Fischausstiegen wieder geschafft hat. Und dann muss man einfach schauen, was da auf uns zukommt. Ich bin ein bisschen, wie soll ich sagen, ein bisschen baucherhaft mit den Ressourcen, die das Ganze dann brauchen wird, weil ja die ganzen Gemeindeämter ja auch nicht überbesetzt sind. Wir kommen jetzt schon nicht zusammen. Und das sind dann auch Sachen, um die wir uns sehr kümmern werden müssen und auch gern kümmern. Aber es ist halt einfach eine zusätzliche Herausforderung, wo man noch nicht ganz weiß, was kommt auf uns zu. Aber speziell solche Projekte, weil es ist sehr ressourcenintensiv und jetzt nicht nur auf personeller Ebene, sondern auch auf finanzieller Ebene. Da muss man halt dann auch wirklich schauen, welche Projekte kann ich mir fördern lassen. Aktuell ist ja noch einiges über die EU gefördert, aber diese GAP-Förderschiene, die läuft ja Ende 2027 aus. Was ist denn da jetzt noch möglich oder wie kann ich das jetzt noch nutzen? Genau, also Ende 2027 läuft die aktuelle GAP aus, also Programm der gemeinsamen Agrarpolitik. Wir haben jetzt in Oberösterreich speziell noch mehrere Maßnahmen, um Wasser in der Landschaft aktiv zurückzuhalten. Welche Projekten, wenn wir jetzt da wieder hinkommen zur Wiederherstellung der Ökosystemdienstleistungen, die Ökosysteme darstellen, die was da sicher zählen werden. Was wir machen können, wir haben zwei und besonders eine Förderschiene in Oberösterreich, die 7306er. Da gibt es immer tolle Zahlen, die denen gegeben werden, aber es geht um die Verbesserung des Wasserhaushalts und deswegen sind wir ja heute auch da. Also da gibt es die Möglichkeit für Gemeinde, für Betriebe, für Private, für Wassergenossenschaften 80%ige Förderungen zu bekommen, um Projekte mit Fokus Wasser, also Verbesserung des Wasserhaushalts am Gefördertzug kriegen. Es gibt dann auch noch eine zweite, die sich speziell für die ökologische Agrarinfrastruktur gefördert wird. Da gibt es 90-prozentige Förderungen, wenn mehrere Landwirtinnen oder mehrere Flächenbesitzer sich zusammentun und ein Flurbereinigungsverfahren machen. Hier wird sozusagen von der Agrarbehörde des Landes Oberösterreichs, es gibt eine 90-prozentige Förderung, eine Flurbereinigungsverfahren machen. Hier wird sozusagen von der Agrarbehörde des Landes Oberösterreichs, es gibt eine 90-prozentige Förderung, eine Flurbereinigung durchgeführt. Aber da heißt es, ist eh lustig, eine Bereinigung. Eigentlich geht es vielmehr darum, wieder Agrarinfrastruktur, also Hecken, maßgeblich Hecken oder Gehölze, wieder in die Landschaft reinzubringen. Jetzt kann ich ja, wie man eh schon gesagt hat, als Landwirtin, Landwirt oder auch als Gemeinde, Maßnahmen ergreifen, dass ich Wasser in der Landschaft behalte, beziehungsweise greife ich bei Geländeveränderungen zum Beispiel in die Landschaft ein. Das braucht aber dann eine Bewilligung. Vielleicht, Andreas, kannst du mal kurz umreißen, welche Anlaufstellen es da gibt, für welche Maßnahmen Bewilligungen notwendig sind, wirklich nur ganz kompakt. Ja, ich würde vielleicht davor gerne ganz kurz sagen, also Projekte in die Umsetzung zu bringen, wenn man da jetzt einmal anfängt, dann mag das vielleicht schwierig sein. Wichtig ist, es gibt mehrere Anlaufstellen in Oberösterreich, je nachdem, wer man ist, zu denen man gehen kann. Und sicher als erstes Mal, wenn man auf landwirtschaftlichen Flächen ist, dann ist es die Bodenwasserschutzberatung mit Sitz in Linz. Die sind eine sehr gute Beratungsstelle, die als LandwirtInnen helfen kann, um von all diesen Maßnahmen, Begrünung, Zwischenfruchtanbau, sozusagen das in die Umsetzung zu bringen. Also Bodenwasser-Schutzberatung als erste. Diese Abteilung ermöglicht es mit einer genannten Planungsanzeige für Projekte, dass einmal ein grundlegendes Interesse bekundet wird, wo schon auf spezifäche, das sind die Probleme, die Herausforderungen, die da sind. Und diese Gemeinde kann dann helfen in der Projektentwicklung und dann auch zu den richtigen Fachstellen führen oder Bewilligungsbehörden führen. Ja, und das ist, wo wir da reden, ist maßgeblich das Wasserrecht und das Naturschutzrecht relevant. Wird beides von der Bezirkshauptmannschaft abgehandelt. Das heißt, wenn ich jetzt ein Projekt machen will, dann mache ich diese Planungsanzeige bei der Abteilung Wasserwirtschaft. Die unterstützt schon einmal in der Projektentwicklung. Dann geht man mit diesem Projektentwurf zu BH und spricht das mit ihnen durch. Möglicherweise gibt es eine gewisse Auflage, die man erfüllen muss. Dann kommt die Bewilligung und dann geht man sozusagen in die Umsetzung, wo dann auch der Förderantrag abgewickelt wird. Für mich hört sich das so an, dass da Beratung und Vernetzung einfach wirklich eine zentrale Rolle ist. Es gibt Stellen, an die ich mich wenden kann, wenn ich etwas plane oder auch wo ich mich erkundigen kann, wo ich Info einholen kann, wo ich mich auch vernetzen kann. Speziell wahrscheinlich auf Gemeindeebene ist es sehr wichtig, dass ich mir da so meine Partnerinnen und Partner zuhole, dass ich wirklich gut arbeiten kann. Aber ohne Förderungen wird es wahrscheinlich nicht gehen, oder? Ja, überall wo zusätzlich nur eine Förderung ist, ist es halt einfach einfacher zum Umsetzen. Die finanziellen Mittel in den Gemeinden, speziell in Oberösterreich, sind halt einfach gerade extrem schlecht und unter Druck. Und alles wo zusätzlich eine Förderung da ist, tut man sich einfach leichter, dass man das umsetzt. Es ist halt trotzdem, so ein Projekt auszuarbeiten, auch viel Arbeit. Und da ist es dann auch schon wichtig, man weiß, es passt zumindest Finanzierung, das umsetzt. Es ist halt trotzdem, so ein Projekt auszuarbeiten, auch viel Arbeit. Und da ist es dann auch schon wichtig, man weiß, es passt zumindest Finanzierung, dass man sagt, das gehe ich an und das mache ich. Hat man da als Gemeinde auch die Möglichkeit, sich da irgendwelche Expertinnen und Experten beratend zuzuholen? Weil man ist ja jetzt nicht Experte per se. Grundsätzlich schon. Es gibt auch Planungsbüros in die Richtung. Es gibt Kulturtechniker, die das machen. Das sind aber auch alle nicht so, dass sie jetzt sagen, sie warten auf Aufträge. Das sind alle spezieller mit den ganzen wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren im Siedlungswasserbau, bei Abwasseranlagen und solche Sachen sehr stark beschäftigt. Aber die kann man natürlich auch zurate ziehen oder halt eben die Bodenschutzberatung oder Stellen vom Land Oberösterreich. Was ist jetzt genau die Aufgabe vom Klimabündnis Oberösterreich in so einem Bereich? Ihr arbeitet sehr, sehr eng mit Gemeinden zusammen. Wir beraten Gemeinden in diese Richtung. Wir sind nicht das Land Oberösterreich und können daher auch anders beraten. Wir haben vielmehr eine vernetzende und kommunizierende Funktion. Wir machen in diesem Sinne auch Projektentwicklung. Wo sind da auch Synergien mit anderen Bereichen? Jetzt reden wir von Wasser, aber Wasser spielt auch zusammen mit Naturschutz an sich. Es geht um Boden, es geht um Bienenfreundlichkeit. Also bienenfreundliche Gemeinden wäre sozusagen auch ein Programm, das wir haben. Und wir haben Expertise aufgebaut und das Klimabündnis Oberösterreich arbeitet maßgeblich für alle Gemeinden, die Mitglied sind beim Klimabündnis. Wir sind als Verein konstituiert. Man zahlt einen gewissen Mitgliedsbeitrag und kann dann auf alle Angebote, die das Klimabündnis macht, auch zugreifen. Und da geht es um Mobilität, da geht es um Boden, da geht es um bienenfreundliche Gemeinden. Und jetzt heute, ich bin ja auch vom Team Klimawandelanpassung da, machen wir eben auch zu dem Thema Wasser einiges und haben da einiges an Expertise aufgebaut. Also das wird in Zukunft sicher immer noch wichtiger werden, da diese Zusammenarbeit und auch diese Vernetzung. Jetzt haben wir sehr viel gesprochen auf Landwirtschaftsebene, auf kommunaler Ebene oder generell auf gesamtösterreichischer politischer Ebene. Was kann jetzt jeder Einzelne und jede Einzelne tun, damit ich sage, okay, in meinem Garten wenigstens halte ich das Wasser da, wo es ist, und ich schaue nicht, dass es davon rinnt. Ja, man kann mal schauen, dass man Regenwasser nützt, dass man Zisternen nützt, und wenn ich nur einen kleinen Regenwasserspeicher nehme, nimmt er doch hin. Man kann aber auch im Garten, glaube ich, die Gartengestaltung so machen. Es muss nicht immer nur englischer Rosen sein. Wir haben jetzt gerade über pienenfreundliche Gemeinden gesprochen, oder über pienenfreundliche Nutzung. Da kann man auch sehr viel machen. Man kann über die Gehölzer sich nachdenken, was man ansetzt. Sehr viel haben wir in den letzten Jahren an Stahlgarten gemacht, dass er halt einfach leicht zum Pflegen ist. Solche Sachen kann man alles weg tun und anders nutzen. Das braucht halt, glaube ich, auch noch ein bisschen Zeit, bis das wirklich angekommen ist bei den Leuten, dass nicht nur die hohe Politik und die Gemeinden und wer was machen kann, sondern dass halt auch jeder für sich selbst einen kleinen Beitrag leisten kann. Alle gemeinsam. Ich würde sagen, das ist ein super Schlusswort. Herzlichen Dank, Dietmar Stegfellner, Bürgermeister von Wartburg-Obteist und danke auch an dich, Andreas Bertsch vom Klimabündnis Oberösterreich. Mir bleibt jetzt noch Zeit, mich zu verabschieden von der Sendung Klima und Du. Mein Name ist Marita Koppensteiner. Klima und Du ist ein Gemeinschaftsprojekt der nicht kommerziellen Sender in Oberösterreich. Es läuft wöchentlich, jeden Freitag um 13 Uhr in allen österreichischen freien Radios, also im freien Radio Freistaat, bei Radio Froh, Radio 438 und im freien Radio Salzkammergut und zusätzlich auch noch auf DorfTV. Alle Sendungen stehen auch in unserem Onlinearchiv als Podcast zur Verfügung und das Video kann man in der Mediothek von DorfTV nachschauen. Das Projekt Klima und Du wird gefördert vom Land Oberösterreich. Klima und Du Die Sendung Klima und Du ist mit Unterstützung des Umwelt- und Klimaresorts des Landes Oberösterreich entstanden.