Danke schön. Hat er mich? Krass, okay. Dann sage ich mal, Salam, moin, meine Achs. Boga me, kakos ist da radisch schimmlik beim türkische konust am als aber katschkische anlass für alle nicht integrierten eine person super für alle nicht integrierten ich habe euch auf arabisch als freundinnen begrüßt auf serbisch gefragt wie es euch geht und mich am ende auf türkisch gefragt wie viele deutsche das hier wohl checken und eine person hat sich gemeldet. Hi, ich kenne dich übrigens. Genau, literally basics, die man kennen sollte, wenn man in Berlin wohnt oder arbeitet. Wie viele von euch sind dann eigentlich Arbeiterkids? Wow! Cool, das freut mich total, weil dieses Szenario habe ich in Redaktion nicht. Und wie viele haben zusätzlich Migrationsgeschichte? Ja, cool. Nice, dann sind wir an der richtigen Stelle, haben uns versammelt. Zugegeben, der Titel, wie Arbeiterkids den Journalismus retten können, ist etwas de lulu. Natürlich retten wir nicht alleine, dafür sind wir in den Redaktionen zu wenige, aber vielleicht können wir das hier machen, weil wir so viele sind. Denn Fakt ist, Journalismus bleibt eine Frage von Herkunft und Klasse. Bedeutet, kaum Arbeiterkits in Redaktion, vier von fünf Journalistinnen haben studiert. Die meisten kommen aus Akademikerhaushalten. Die Eltern sind dann oft Ärztinnen oder IngenieurInnen. Und ganz ehrlich, manchmal fühle ich mich wie einer von den sieben Dragon Balls. Checkt ihr? Die checken, die checken. Und gleichzeitig haben Arbeiterkits Future Skills, die immer wichtiger werden, die keine Journalausbildung machen kann und auch kein Volontariat beibringen kann und auch keine KI ersetzen kann übrigens. Und wer kann bitte schon besser Krisen umgehen als Arbeiterkids, die jeden Monat gelernt haben, mit Überleben zu jonglieren? die Krise überstehen, dann holt euch die Leute, die wissen, wie man kämpft. Bevor wir reingehen, ein kleiner Disclaimer. Ich bin kein Vorbild. Ich bin keine Heldin. Ich bin kein Opfer. Das ist keine Romantisierung oder ein Neoliberaler. Du musst nur hart genug arbeiten, dann schaffst du das Bullshit. Es geht hier um individuellen, es geht hier auch nicht um individuellen Fleiß oder so, sondern um strukturelle Hürden, Zugang, Klasse und Macht. Zwei Dinge, drei Dinge. Ich erzähle aus meinen Erfahrungen, die sind intersektional. Ja, ich bin Arbeitag, Migra und Schreck. Auch noch eine Frau, Jackpot nehme ich an in den Medien oder auch nicht. Und gleichzeitig ist es eben nicht nur meine Geschichte, weil gerade wächst eine neue migrantische Mittelschicht in Deutschland an. Und ich mache das für euch und alle, die auch Arbeiterkind sind und eine Aufstiegsgeschichte haben. Wir haben wenig Zeit, also viele Cuts. Ich springe ein bisschen, sorry, jetzt schon mal für den ADHS-Vortrag. Wir gehen rein. Achso, ich habe vergessen zu klicken. Da, Disclaimer. Genau, das war die Haltungsfolie. Genau, ich bin Edda, 33, aus dem Ruhrpott, Mama alleinerziehend, a.k.a. Multitasking, Ninja-Stufe der 7, Vater Baustelle, also wenig Geld, viel Realitäten. Journalismus. Wenig Geld, viel Realitäten. Journalismus. Journalismus. Warte. Muss ich jetzt abspielen? Nee. Ah, warte. Journalismus als Beruf war so weit weg, nicht mal in der Nähe des Möglichen. Bei uns lief eher, wer wird abends, wer wird Millionär? Statt die Frage, wer wird Chefredakteurin? Apropos Haft, die AB, große Empfehlung, Mareike Kaisers Talk hier auf der Republika vor zwei Jahren über Klassismus mit dem Titel, warum nicht jeder Haftbefehl sein kann. Also große Credits an sie. Die Klicker ist doch nicht so einfach, wie ich dachte. Ja, Mareike Kaiser. Also große Credits an sie. Der Klicker ist doch nicht so einfach, wie ich dachte. Ja, Mareike Kaiser. Achso, kannst du vielleicht? Danke. Zurück zum Berufsbild. Nach dem Abi Nullplan, irgendwas mit Medien, keine Ahnung, Arbeit hieß er, Hände schmutzig machen und obwohl ich als Millennial mit dem Fernseher großgezogen bin, Animes, Talkshows, Mügeanle, Domian, Türkisch Haber und ich hab halt gezockt alle Spiele, die es gibt. Genau, Vorbilder, Nope, stattdessen BAföG-Formulare, drei Nebenjobs und ganz viel blaues Kratzeis. Und dann zog meine Schwester Sarah als erste Studie nach Wien, also die erste, die studiert hat und ich bin einfach random hinterher, ich wusste gar nicht, was sie machen soll, ich bin einfach Publizistik an der Uni Wien erstmal, Unisystem checken, was passiert, was ist ein Audimax? Und sind ECTS diese kleinen Drops mit Melongeschmack, die man essen kann? Und was, bitte, kann mir hier vielleicht jemand sagen, was Luhmann AB Systemtheorie mir im echten Leben sagen möchte? Ich checke es bis heute nicht. Mir war schnell klar, ich muss schnell ins Machen kommen. Und damit zum Thema Zugang. Betteln und reinsneaken. Ich habe tatsächlich, also noch einen bitte gerne weiter. Unbezahlte Praktika und Jobs, gefühlt tausend Absagen, Diskriminierung im Bewerbungsprozess. Was hältst du von Erdogan? Warum heißt deine Mama keine Chemikerin? Blablabla. Null Mentoring-Strukturen. Damals in Österreich, vor zehn Jahren. Heute ist es punktuell besser, aber auch nicht flächendeckend. Was ich getan habe, alles was ging. Zum Beispiel habe ich am Infoschalter von Puls4 tatsächlich gebettelt, bis ich Kabelhalter und Moderationskartenkleberin wurde bei einer Sendung. Dazwischen Praktika, Callcenter, Hound M an der Kasse, Arbeiterkits kennen das. Und dann habe ich mich ins ORF reingedribbelt, meine Taktik für ein Praktikum bewerben. Und sobald die Kamera angeht, habe ich gesagt, ich brauche Geld, gib mir einen Job. Ich brauche diesen Job in dem einzigen diversen Format, das ORF gerade zu bieten hat. Und ich habe ihn bekommen. Darauf bin ich ein bisschen stolz. Und dann dachte ich mir so, wow, ich habe es geschafft. Ich bin endlich in der Branche und dann Kulturschock. Ich war geschockt. Kleiner Hinweis. Diese Erfahrungen, die sind jetzt vermimt, ein bisschen Entertainment-Faktor. Aber nicht nur aus den Erfahrungen aus dem ORF, sondern ich habe auch bei ZEIT gearbeitet, zuletzt für die ARD in der Produktionsfirma. Also all diese Erfahrungen habe ich jetzt mimifiziert für euch, damit 15 Minuten auch leichter sind. Genau, oft war ich die einzige Migrer und oder das einzige Arbeiterkind in der gesamten Redaktion. Jetzt geht es ein bisschen schnell weiter. In den Redaktionssitzungen war ich eher leise, Themen wie Armut, Pflege, Rechtsruck, viel zu nischig. Ich kann auch selber klicken, ist mir aufgefallen. Und kennt ihr das? Uns wird konsequent nicht vertraut, egal wie gut wir sind, egal was wir machen. Start Investigativ-Story, da machen wir die Kreativaufgaben und ich hab mich so dumm gefühlt, obwohl ich dreimal so viel kannte. Übrigens ist es eine Real-Story, der Head auf Instagram kam einmal zu mir von dem Öffentlich-Rechtlichen, hat gesagt, cool, Edda, hat mir gezeigt, wie man ein Insta-Stick kann machen und war total stolz und dabei hab ich halt mir alle die Skills selber beigebracht, über YouTube, Formatentwicklung, auch in der Redaktion, Kameraschnitt, Animation, Grafik, Motion Design, also wir mussten dreimal, immer dreimal mehr kämpfen und wir sind dreimal besser geworden. Aber wo hat, also ne, dann waren wir irgendwie zu viel. Dann war irgendwie alles auch ein bisschen crazy. Genau, am Ende, oh, jetzt hab ich da weiter Glück, am Ende hab ich einfach gemerkt, so Leute, was sind eigentlich meine Themen? Ich produziere eigentlich nur Content für Personas, die ich selber mit aufgebaut habe, namens Thomas und Vanessa natürlich in der Birgi-Edition. Und von Whitewashing und Tokenism fange ich erst gar nicht mehr an. Wir haben nicht so viel Zeit. Und wisst ihr, was das Allerschlimmste ist? Während wir alle den Hustle haben, zweifelst du die ganze Zeit permanent von Station 1 bis zur letzten Station. Da hast du es mal geschafft. Du machst eine Talkshow, hast den Anspruch, Debatten zu verändern. Aber du glaubst dir selber nicht. So reden wir Arbeiterkids übrigens über uns und das sind unsere Skills, die wir noch gar nicht unlocked haben. Das nennt man Racial Imposter Syndrom oder Racial Imposter Syndrom. Imposter Syndrom kennen wahrscheinlich die meisten von uns. Das ist der Zweifel an sich selbst. Ich bin nicht gut genug und Racial Imposter Syndrom kommt dann nochmal der Zweifel mit der eigenen Identität dazu. Bin ich deutsch genug für diesen Job? Bin ich migrer genug für diese Community? Das hat mich begleitet. Und worüber wir sowieso viel zu wenig reden in den Medien ist die mentale Gesundheit in der Medienbranche. Immer wenn ihr das Bild von mir, das freche Kleinkind-Foto von mir seht, das sind meine Erfahrungen. Und genau, Hörsturz, Rollen auf dem Klo, Identitätskrisen, Burnout, Depression. Panikattacken habe ich bis heute auch kurz vor dem Vortrag. Ich glaube, da sollte auch ein bisschen transparent damit umgehen. Ich habe gesagt, yeter auf Türkisch, es reicht. Ich baue mir mein eigenes Ding. Und so haben wir damals acht Frauen, die sich vorher nicht kannten, in Vien gegründet. Natürlich als Zeitquest. Ich habe natürlich in der Redaktion Vollzeit als Visoredakteurin gearbeitet. Das ist natürlich ein Zeitquest gewesen. Keine Freunde, kaum Themen, keine Zeit für mich, weil ich musste ja kämpfen um einen Platz für mich, weil in der Redaktion kein Platz war. Aber hier stand das J im Journalismus für Joy, für eine Joy-Culture. Und wir konnten uns endlich journalistisch austoben und die Themen und Formate droppen, die wir schon immer machen wollten und die wir selbst in den Medien vermisst hatten. Transparenz Invest, ich bin heute nicht dabei, aber die haben gerade einen Kampagnenaufruf spendet, die gibt es auch bald vielleicht nicht mehr. Genau. Und wie haben wir das gemacht? Irgendwann hatten wir 10 Euro zusammen. Ich weiß nicht, ob das ein No Budget ist oder Low Budget, I don't know, aber wir hatten 10 Euro und dann dachten wir halt, kein Witz, was machen wir jetzt mit dem Geld? Und wir hatten die Wahl der Qual, entweder machen wir Österreichs erste Talkshow oder trinken zwei Margelade. To be honest, haben wir uns erstmal zwei Billigweißweine aus Billa gegönnt und dann die Show durchgezogen. Thema Fleisch, Location der Praterwald. Die Fleischkosche habe ich von einem Künstlerkollegen geliehen und die Techniker haben einfach Fans geholfen. Alle haben mitgemacht, weil wir einfach so diese Vision hatten und so gebrannt haben für diese Themen, die einfach wirklich unter den Nägeln brannten. Der Talk wurde übrigens auch im OktoTV, im Community-Fernseher in Wien ausgestrahlt. Und wir haben mit ORF kooperiert zum Thema antitoxische Männlichkeit und wir hatten eigene TikTok-Formate und Mikrodokus über eine halbe Million Klicks produziert. Echtzeit-Community-Building auf TikTok, Thema rechte Gewalt vom Mauerfall bis Hanau. Übrigens ausgezeichnet von der Bundeszentrale für politische Bildung. Ich habe echt gemerkt in den Kommentaren so, ist das ein Funk-Format? Wo kann man sich das angucken? Und die so, Bro, ich mache das nebenbei, Leben, Uni und Klarkommen und 10 Euro. Und jetzt fragt ihr euch bestimmt so, wie habt ihr das geschafft ohne Kohle, ohne irgendwas? Die Antwort ist einfach, ich glaube nicht, dass man 1000 Panel-Diskussionen braucht, um das zu checken, aber Journalismus ist für mich 100% Vision. Und der Kulturwandel, der ist immer von unten. Und den, den wir eingefordert haben, hier auf der Republika letztes Jahr oder auch permanent, haben wir selbst gelebt. Tag für Tag, Format für Format. Und wir hatten keine Chefredaktion, Haltung statt Hype, Slow Journalismus und Kompetenzen statt Hierarchien. Und mein ganz persönlicher Antrieb als Arbeiterkind, aber auch als Aufsteigerin ist, kennt ihr das? Ihr habt so eine tiefe, tiefe Sehnsucht nach den Leuten, die ihr auf dem Weg nach oben verloren habt. Ich habe keinen Zugang mehr zu meiner Community, mit denen ich aufgewachsen bin auf der Straße. Und das ist so, ob ihr, mir gerade zeigt, wir haben noch nicht diese Struktur oder nicht, ich werde es machen, weil ich dafür brenne, weil es meine Leute sind, weil es eine tiefe, tiefe Sehnsucht ist. Und ich finde, das sollte man honorieren im Journalismus, gerade jetzt, wo Vertrauenskrise und so weiter, da wird Sarah gleich nochmal drauf eingehen, sind die Leute von der Straße und das haben wir mit dem Talkshow bewiesen und deswegen gibt es uns und wir haben, also vor drei Jahren bin ich erstmal nach Berlin gezogen, habe meine Seele wieder gefunden, ich liebe diese Stadt, die ist so crazy und genau, dann habe ich mit meiner Schwester Sarah letztes Jahr, wir hatten unseren Kick-Off übrigens auch auf der Republika letztes Jahr, Migras gegründet. Migras ist eine Wortkombination aus Migras. Das ist eine positive Selbstbezeichnung von Menschen mit Migrationsgeschichte. Dieses Titel sollte auch endlich mal weggehen. Und krass, weil wir krass sind und so sprechen, wie wir sprechen. Und ja, apropos Migras, Krisen und Rettungslösungen. Sarah, ich übergebe dann an dich. Danke, Edda. Die Emotionen teilen wir. Der Weg war schwer. Dass wir heute stehen können, ist nicht selbstverständlich. Ich bin Sarah, die Schwester von Edda. Und wir haben es am Mikras gegründet. Und heute habe ich euch drei Future Skills von ArbeiterKids und drei Tipps für mehr Street Credibility mitgebracht für eure Redaktion. Und klar, wir ArbeiterKids sind nicht per se schlechter oder besser. Wir bringen einfach andere Skills mit und einen anderen Wissensschatz. Der erste Skill ist Codeswitching und Lebensrealitäten. Wir haben zwei Quizfragen dabei. Mal schauen, wie street smart ihr seid. Was heißt Tamam auf Deutsch? A. Gut. B. Okay. Natürlich ist Frage B richtig. Tamam heißt okay. Die zweite Frage ist, ich bin immer so überfordert mit diesem Mikro. Und dann geht's. Was heißt albanischer Obstteller? Bedeutet das A, höflicher Rausschmiss oder B, du übernachtest heute bei mir? Mach mal Hände hoch. Wer sagt A? Wer sagt B? Ja, Tricks. Albanischer Obstteller bedeutet höflicher Rausschmiss. Warum ist das wichtig? Studien zeigen, dass jungen Menschen oft der Alltagsbezug im Journalismus fehlt. Wie Arbeiterkids oder Aufsteigerinnen, dagegen switchen permanent zwischen Sprachencodes, elitärer Sprache, einfacher Sprache. Wir können die Codes der beiden Seiten. Und genau darin liegt die Perspektive, die im Journalismus oft fehlt. Nicht nur über Lebensrealitäten zu berichten, sondern aus ihr heraus. Jetzt haben wir drei Tipps zum sofort Umsetzen. Stellt einfach mehr Arbeiterkits ein und wirbt sie gezielt an. Niedrigschwellig, leicht zugänglich. Recherchiert in Alltagsräumen, Schulen, Spätis, TikTok, in der U8 und hört einfach mal zu. Bei Überstunden stellt eurer Kollegin einen Obstteller hin. Und das zweite Skill ist, Medien stecken selbst im Überlebenskampf ökonomisch, digital und vertrauenstechnisch. Genau deshalb braucht es echte Macherinnen mit Resilienz und Empathie. Auf diesem Weg von Edda haben wir gesehen,acherinnen mit Resilienz und Empathie. Auf diesem Weg von Edda haben wir gesehen, viel, viel Resilienz, viel, viel Leid, aber auch viel, viel Empathie und Mut. Das ist Skills 2. Unser Werkzeug ist Empathie. Studien zeigen, Arbeiterkids sind oft empathischer. Wer von unten kommt, lernt früh. Es geht ums kollektive Bewusstsein. Und das braucht der Journalismus. Denn weniger Selbstreferenz, mehr Verbindung zur Realität. Empathie kann man trainieren. Macht gerne Critical-Wideness-Workshops, Klassismus-Workshops, sensibilisiert euch in dem Rahmen, ladet gezielt Menschen aus der Arbeiterklasse ein und bindet ihnen diese Perspektiven mit ein. Redet mit ihnen und fragt auch zwischendurch, ob sie diese Inhalte, die ihr produziert, auch verstehen und was sie darüber denken. Skill 3, Vertrauen durch Community. Das Vertrauen in den Medien schwindet massiv, vor allem bei Jüngeren. Die Krise ist 72 Prozent der Jugendlichen in Deutschland misstrauen Journalistinnen. Die Rettung ist Authentizität, leichte Sprache, Real Talk statt Bildungsbürgerlatein, Identifikationsfähigkeiten, Joy-Culture, Humor und Leichtigkeit. Lacht manchmal miteinander in den Redaktionen. Was unterschätzt wird Humor? Wir sind meistens lustiger, weil wir einfach lustiger, also wir sind glaube ich einfach auch ein bisschen offener, was Humor angeht. Und unter uns sind wir manchmal auch gar nicht so sensibel, wie wir aussehen und nach außen reden. Ein Zitat von mir. Wir haben immer gelernt, ohne Sicherheit zu handeln, ohne Netzwerk zu denken und deswegen ohne Erlaubnis zu schaffen. Also wir brechen Regeln, wenn es die gibt, weil wir haben sie nie gelernt. Genau. Wenn das System für dich gemacht ist, nicht für dich gemacht ist, baue dein eigenes. Nicht immer einfach, aber was wir machen müssen, ist erschaffen. Weil wir können nicht Strukturen verändern, gegen die wir schon seit Jahrzehnten kämpfen, weil da verändert sich nur langsam was. Wir brauchen Veränderungen jetzt und unser Tipp ist, falls ihr es aushaltet, psychisch, mental und ein paar Ressourcen für eine bessere Welt habt, nutzt die natürlich und baut eigene Dinger, so wie wir. Call an die Redaktion. Holt euch die Dragon Balls in die Redaktion. Danke, lasst wirken zusammen. Fragt uns an, schreibt uns an. Vielen Dank. Vielen Dank. Wer von euch möchte denn die Runde eröffnen? Dauert immer so zehn Sekunden, dann wärmen sich die Leute etwas auf. Oder habt ihr Gefühle? Ja, okay, dahinten. Am besten immer die Kopfhörer raus, sonst hört ihr euch doppelt. Okay. Hi, dankeön für den Sorry, das irritiert mich. Ich musste die Kupfer rausgeben. Danke für den coolen Vortrag. Könnt ihr noch ein bisschen mehr zu Mikras erzählen? Was kommt da in Zukunft? Wie habt ihr das aufgebaut? Noch ein paar Side-Facts. Ja, voll gerne. Danke für die Frage. Wir haben gerade das erste Geld bekommen von Wikimedia. Das ist ein Projekt Reshape. Und da produzieren wir gerade Videos aus weiblicher Perspektive zum rechten Terror. Wir waren vor zwei Wochen in Hanau und haben mit Saad Pilabla eine Reportage gemacht, wo es um kurdischen Widerstand geht. Also wir wollen auch so ein bisschen das Korrektiv zu den Medien sein. Zum Beispiel, die haben ja jahrelang rechte Opfer, also migrantisierte, vor allem rassifizierte Menschen, rechter Gewalt, immer als Opfer gezeigt oder bei Minnesota dürfen die zehn Jahre keine Opfer sein, das ist eine andere Story, aber wir wollen halt die Leute selbstbestimmt reden lassen und Migras ist ein Raum für selbstbestimmte Erzählungen und wir gehen da nicht mit einem Plan rein, sondern wir sagen so Zeitblabla, was brennst du, was willst du gerade sagen und es ist nur so geile Reportage geworden, ich freue mich schon einfach das Ding zu schneiden, muss natürlich auch Photoshop-Abo für 30 Euro zahlen, weil meine, also auch wieder eine Barriere. Aber ja, das sind gerade so ein paar Projekte. Und natürlich in Zukunft wollen wir die Narrative verschieben. Ja, wir sind ein bisschen der Lule, wir denken groß. Ja, wir wollen die verschieben, weil das tut sie eher auf TikTok. Ihr kennt die Community, sie reden eher aus der Ich-Perspektive. Migra ist eine positive Selbstbezeichnung, aber sie werden nicht strukturell verankert. Und wir wollen natürlich kooperieren. Wir sind immer sehr kooperativ mit ARD, ZDF. Lasst zusammenarbeiten und zusammen das machen, weil ihr habt die Zugänge, die Arbeiter-Kids-Skills und so weiter. Wir sind hier. Lasst zusammen die Party machen. Ich wollte nur kurz korrigieren. Es geht nicht um kurdische Widerstände. Es geht um unsere Identitäten, die wir aus unserer familiären Migrationsgeschichte mitbringen. Das heißt, ich sehe in meiner Generation sehr viel Identitationskrise und ein Nicht-Dazugehören. Und mit Migras gehen wir in die kurdische Identität von Serpil und schauen, was sie aus Kurdistan in den Kampf in die Demokratie nach Deutschland mitgebracht hat. Okay, erstmal danke. Auf jeden Fall. Mich würde interessieren, wie nehmt ihr denn gerade so ARD und ZDF wahr? Sind die kooperativ, sind da und ich habe das Gefühl, die im Community Management oder Social Media sind viel diverser und die haben richtig Bock auf Revolution, aber die da oben, die an der Entscheidung sind, eher nicht. Ich glaube, es scheitert wirklich an denen, die sich auf LinkedIn seit 50 Jahren abfeiern, dass sie gerade Chefredakteurin sind beim ZDF, statt einfach mal einen Platz zu machen oder den Stuhl rauszunehmen und endlich mal so einen Teppich auszukehren oder so. Ja, also ich glaube, wir haben aber auch noch nie konkret angefragt, muss ich ehrlich sagen. Das ist der nächste Step. Also wir müssen erstmal ordnen, erstmal klarkommen, erstmal die Vision ausbauen. Aber ich bin sehr optimistisch, trotzdem, die brauchen uns. Viele klicken auch einfach nicht mehr und es sind neue Themen, die wir mitbringen. Kurdischheit, was sind eigentlich Kurden und Türken? Das hat mich mal eine gefragt in den Öffentlich-Rechtlichen und dafür war ich halt gut. Da ist so viel Aufbildungslosigkeit, so viel Potenzial, so viele Geschichten, so viele Emotionen, so viel Liebe drin. Also ich glaube, ich bin sehr kooperativ und wenn jemand hier ist, lass zusammen arbeiten. Wir brauchen uns gegenseitig. Ich brauche euch für Reichweite und auch für Öffentlich-Rechtliche und ihr braucht uns für diesen Zugang. Also was sich verändern wird, die Zäsur ist da. Das heißt, wenn sie uns nicht mehr aufnehmen, wird es gar keine Zukunft geben, weil die authentischen Geschichten werden wichtiger als je. Das heißt, wir wollen gerne im öffentlich-rechtlichen arbeiten, zusammen kooperieren, neue Inhalte machen. Das Wichtige für uns ist aber selbstbestimmt. Selbstbestimmt, mit unserer Perspektive, nicht durch eine Chefredaktion verzerrt, nicht auf unsere Identität reduziert, sondern wir wollen starke neue postmigrantische Narrative legen. Applaus. Vielen Dank auch von mir für den Vortrag. Ich habe fast geweint gerade. Edda, du hast gerade erzählt, die Schattenseite vom Aufstieg ist, dass wir den Bezug zur eigenen Community verlieren. Was können wir tun, dass das nicht passiert? vom Aufstieg ist, dass wir den Bezug zur eigenen Community verlieren. Was können wir tun, dass das nicht passiert? Oder was tut ihr aktiv, dass das nicht passiert? Dankeschön für diese Frage. Guck mal, ich habe nicht so viel, also so im Journalismus, zum Beispiel gerade bei der Tinkern, ich habe gerade ein paar Leute gesagt, kommt mal hierhin, es geht um euch. Also was wir machen, sind Workshops an Schulen ehrenamtlich. Was wir machen, wir sind übermorgen mit meiner Schwester Senna auf der Bundeszentrale für politische Bildung, gehen TikTok-Workshops. Wir sind in MSOs, wo engagierte Jugendliche schon da sind, zeigen ihnen, wie man das macht. Also wir sind im Feld und wollen mit denen. Aber das, was du meintest mit Community, das ist nochmal eine andere Ebene, weißt du? Das ist eine tiefe Sehnsucht. Ich glaube, Aufstieg hat Verlusterfahrung und damit müssen wir umgehen, weil wir passen weder da rein noch da rein. Aber wir lieben sie, wir im Herzen küssen sie. Und vielleicht ist so ein bisschen der Tipp, immer wenn ich was schaffe oder so, hole ich die mit oder meine Schwester ist gerade auf der Republika durch den Presseticket, sonst wäre sie niemals hier. Aber ich bin so Gate-Opener, wo ich es auch kann, auf der Straße zum Beispiel oder in der U-Bahn oder halt in Institutionen. Aber das bleibt. Das bleibt. Und das ist auch okay so, weil Aufstieg ist nie Erfolg, sondern eine große Verlisterfahrung. Hi, erstmal extrem cooler Beitrag. Euer Vortrag hat mir echt aus der Seele gesprochen. Ich habe zwei, drei Folien gehabt, wo ich gesagt habe, passt zu 100 Prozent, richtig geil. Ich hätte tatsächlich noch eine Frage zu Hanau, beziehungsweise wenn ihr gerade so im Thema drin seid. Ich hatte da mitbekommen, dass ein Hinterbliebener, also ich weiß nicht, eure persönliche Einschätzung, wie so die Erinnerungskultur da zelebriert wird. Klar, jeder hat eine Art und Weise, mit diesem Verlust persönlich umzugehen, aber ich weiß nicht, ich habe so ein schlechtes Gefühl dabei, wenn jemand auf Tour geht mit einem Buch über einen ermordeten Angehörigen. Ich hatte so ein schwieriges, oder mir fiel das sehr schwer es einzuordnen, weil auf der einen Seite möchte ich den Leuten nicht absprechen, wie sie trauern, auf der einen Seite habe ich so ein Geschmäckle irgendwie wahrgenommen. Mich würde super interessieren, wie sie trauern. Auf der einen Seite habe ich so ein Geschmäckle irgendwie wahrgenommen. Mich würde super interessieren, wie ihr das seht. Das finde ich total. Danke für deine Worte und auch voll schön, dass du dich gesehen hast in diesem Vortrag. Wir machen nichts ohne ihr Einverständnis. Wenn wir auf Tour sind, wenn wir das Video machen, dann fragen wir, habt ihr Bock drauf? Oder wir sind hier, kommst du nicht mit? Ich kenne aber das System, möchte immer dich honorieren, du hast einenis gewonnen für die tik tok dokus aber also falls wir damit irgendwas gewinnen dann wollten würden wir ihnen auch den preis geben und nicht in die pfade also das ist so ein bisschen wollt ihr dass wir da hingehen auch über hannover also ganz oft sagen sie ja bitte darum kämpfen wir also wir sehen uns solidarisch in dem kampf aber dieses gefühl honoriert zu werden für etwas weiß das ist ein bisschen zwiespältig. Das Gefühl bleibt, dieses bittere Gefühl. Ich war jetzt zweimal schon in Hanau. Es ist Wichtigkeit, vernünftige Erinnerungskultur aufzuarbeiten, weil wir wissen, dass zum Beispiel auch Journalistinnen aus einer White Case dahin gehen und mit einer Opfererwartung reingehen. Was wir aber machen, ist empathisieren. Also wie auch er da in ihrem Skill gesagt hat, das, was du fühlst, ist immer erstmal ein richtiges Bauchgefühl. Und das habe ich in meiner Karriere gelernt. Immer wenn du denkst, dass etwas falsch läuft, dann überleg lange genug, warum es so ist. Und es war für mich eines der schwersten Interviews. Emish hat geweint, hat jeden Tag, wo ihr Sohn nicht da ist, gezählt. Eine Mutter und ich konnte so empathisieren. Also es war wie meine Mama. Ich konnte mit ihr bauen und deswegen gehen wir da auch wirklich, wir gehen erstmal einen Chai trinken. Wir lernen uns kennen. Wir bauen Vertrauen auf und wenn sie wollen, wenn sie können, dann reden wir miteinander. Und wenn sie sagen, lösch das Video, dann löschen wir das. Wenn sie wollen, dass wir Inhalte verändern, dann verändern wir das. Es ist ihre Erinnerungsaufarbeitung. Die machen einen harten Job, auch wenn es nicht als Job gekennzeichnet ist, aber es ist ein Job. Und das wissen wir vom NSU, der Journalismus, die Politik, die hat viel verpasst. Und diese Menschen, diese traumatisierten Menschen mussten selbst aufarbeiten. Und das ist deutsche, traurige Geschichte. Apropos, wir haben um 16 Uhr einen Talk mit Naika Foroutan und ganz wunderbaren Influencerin, wo es genau darum geht um ein Future Takeover. Hanau hat den Journalismus verändert. Nicht der Journalismus hat den Journalismus verändert. Der Journalismus kann so viel von MeToo lernen. Das waren alles Brüche in den Narrativen. MeToo, dass Frauen selbstbestimmt angefangen zu reden. Dass Betroffene oder Angehörige von Opfernrechtergeweih selbst angefangen zu reden. Und das sind narrative Brüche. Und genau darum geht es um 16 Uhr. Also kommt vorbei, wenn ihr Zeit habt. Das ist die Fortsetzung von der Arbeit, die wir machen. Danke für die Frage. Hi, ich bin Tanja. Auch von mir nochmal ein fettes Dankeschön. Ich habe mich mega gesehen gefühlt in eurem Vortrag. Mich würde interessieren, wenn man jetzt in diesen Strukturen, die ihr beschrieben habt, ist. Also man ist in einer Redaktion und man hat eine Migrationsgeschichte und man hat das Gefühl, man muss immer zwei, dreimal so viel leisten, um gesehen zu werden. Wie seid ihr da rausgekommen? Oder habt ihr da irgendeinen Tipp? Ich weiß, ihr wollt keine Vorbilder oder Heldinnen sein, aber ja, das würde mich sehr interessieren. Also ich bin da einfach nicht mehr drin. Ich habe so viel, weißt du, wie viel Energie du verschwendest darin, dich zu rechtfertigen. Türen einzutreten machen wir nicht mehr. Wir bauen ein eigenes Haus, auch wenn es nur ein Zelt ist am Anfang, weil es ist unser Place. Wir können da auch gerne so eine Lampe aufhängen oder Sticker aufhängen. Also wir sind raus aus dem System, ohne aus dem System rauszuhängen, weil wir sind ja ein Teil des Systems als Kollektiv und dass wir hier sind neben all den großen Medienhäusern, das ist eigentlich ein Need und ich vermisse auch andere Kollektive, die gerade um ihr Überleben kämpfen. Ich würde auch lieber in der Eisziele arbeiten, als in den Strukturen jeden Tag zu heulen, aber meine, trotzdem meine Empfehlung ist, sucht euch jemanden, der auch leidet und stärkt euch gegenseitig. Das funktioniert meistens gut und mit der Empathie erkennt man eh, wer weniger redet, wer ruhiger ist und wer sich zurückzieht. Umso mehr man sich boundet, umso mehr kann man gegenhalten und auch eine Empfehlung, immer mit der Leitung reden. Immer die eigene Perspektive mit reinbringen, immer fordern, fordern, aber es ist natürlich Kraft, die man woanders vielleicht als Ressource besser nutzen kann. Self-Energy. Für deine Projekte. Ja, wir haben noch zwei Minuten. Also wer noch eine Frage oder ein Statement loswerden möchte, kann das gern tun. Ja, mit der Bitte um etwas Kürze. Dankeschön. Hallo, ich bin Julia. Vielen Dank für euren Vortrag. Mich würde interessieren, wie eure Eltern darauf reagiert haben, dass ihr beide studieren wollt. Ob es da Zweifel gab, die ihr erstmal ausräumen musstet, ob es da vielleicht sogar einen Bruch gab und vielleicht auch euer Umfeld, Geschwister, Freunde, so. Wir tragen die Vision meiner Mutter. Meine Mutter hatte keine Möglichkeiten zu studieren, weil wir zweimal Migrationsgeschichte haben aus dem ehemaligen Jugoslawien in die Türkei, aus der Türkei nach Deutschland, aber sie wollte Lehrerin werden. Und das hat sie nicht geschafft. Also sie hat nur dafür gearbeitet, dass wir studieren. Ausbildung kam für sie gar nicht in Frage, Geld war für sie nicht wichtig, aber sie wollte wahrscheinlich, dass wir heute hier stehen. Also sie weiß nicht, was die Republika ist, aber sie fühlt, dass es groß ist. Aber ihr Satz immer, auch wenn du bei McDonald's arbeitest, auch wenn du woanders arbeitest, ich bin stolz auf dich. Trotzdem mit einer Vision. Ich glaube, eine Vision ist in jedem Punkt etwas, was uns weiterbringt und uns auch eine Zukunft bauen lässt. Danke für die tolle Frage. Mamas, Anne Macht. Und Respekt auch an die Arbeiterkids-Mamas, weil wir wissen, wie schwer es ist, dass ihr heute auch hier seid.