Die Glisskope Academy in einem Satz ist ein Unterrichtsformat für junge Frauen, Menschen, all genders, all bodies, all ages. Wenn ich zum ersten Mal ins Glieskop gehe, dann habe ich da diese 140 Jahre alte Kapelle mit 38 Engeln. Und dann denkt man, wo bin ich da gelandet? Und dann sehe ich, dass da drinnen ein Rigg ist. Da kann man alles mögliche machen, aber vor allem man kann tanzen und man kann sich sozusagen mit dem Boden, mit dem Dach, mit den großen langen Fenstern und vor allem auch mit einem wirklich professionellen Tanztheater-Equipment aus einer Sitzung. Ich glaube in Linz braucht es Orte wie diese, weil wir eine Größe haben, wo so gemütlich 100 Leute drinnen sein können. Das heißt, wenn wir eine Aufführung haben, dann passen da 100 Leute rein. Wenn wir eine Ausstellung haben, passen da 200 Leute rein. Und eine richtig gute Atmosphäre haben wir, wenn wir so 20 Leute im Unterricht haben. Da ist es wirklich sehr in einer Art und Weise luxuriös. in einer Art und Weise luxuriös. Wir haben jetzt vor eineinhalb Jahren alle unsere Kurse und Trainings, die vorher in Linz verstreut waren, hierher zusammengeholt ins Kliskop und sind sehr happy über diesen Schritt. Wir wollten unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern mehr dazu holen zu dem, was die Tanzkompanie ist. Dass die mitkriegen, da werden Tanzstücke produziert, ich kann aus meinem Hobby vielleicht eines Tages einen Beruf machen. Wir wollten einfach, dass sich die Teilnehmerinnen untereinander ein bisschen kennenlernen und einfach, wir haben da einen wunderschönen Arteskiss gehabt, mit einem wirklich tollen Raum, der ein ganz eigenes Gefühl auch kreiert, da zu sein und das unterstützt uns dabei. Wir sind recht happy, dass wir viele unterschiedliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben, ganz viele, die sowieso Breaken gegangen sind, aber auch einige, die sich vielleicht sonst nicht trauern, woanders Breaken zu gehen. Und das gefällt uns richtig. Erstens lernen Eltern von den Kindern und umgekehrt, weil es gibt manche Sachen, die haben die Kinder oft ein bisschen schneller heraus. Manche Sachen gibt es, die haben die Eltern ein bisschen schneller heraus. Da sind die auch auf Augenhöhe und es schafft viel Verbindung zwischen den Kindern. Und es gibt uns Trainerinnen und Trainern die Möglichkeit, dass wir vielleicht auch jüngere Kinder abholen, weil einfach die Eltern auch trotzdem als Stütze dabei sein. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir Eltern gleichzeitig mit Kindern was machen können, ohne dass es einfach nur heißt, ich bin Begleitperson. Es ist einfach schon wichtig, dass man einfach auch als Person mitarbeiten kann und nicht nur die Stütze ist, sondern auch der Teilnehmer, genauso wie das Kind selber. Da darf man wieder ein bisschen mit dem Kind sein und das ist schon was Tolles. Und das macht der Kurs wirklich super. Mich hat die Liebe zum Tanzen einfach hergebracht. Ich habe damals verschiedene Tanzstile ausprobiert und bin dann über ein paar Umwege zum Breaken gekommen und da habe ich dann gemerkt, dass ich noch mehr davon will. Das ist jetzt schon einige Jahre her und ich habe bald danach angefangen auch selber zu unterrichten und eines Tages ist dann das Projekt Beagle Circle gegründet worden. Das hat das Ansinnen gehabt, dass in der immer noch sehr männlich dominierten Breaking-Szene, Breaking auch Breakdance genannt, es sehr wenige Mädels und Frauen gab damals noch zu dem Zeitpunkt. Das hat sich mittlerweile sehr erfolgreich geändert. Wenn man so in Linz jetzt umschaut, jetzt oder vor 15 Jahren, das ist ziemlich cool, das freut uns auch. Ich habe das Projekt mitbegründet, bin auch Trainerin da und begleite das Projekt organisatorisch und bin mittendrin. Eines von den schönsten Dingen für mich persönlich ist, wenn man die persönliche Entwicklung von den jungen Menschen da mitbekommt. Ich kenne manche, die haben so klein angefangen und sind so und manche sind dann schon so, manche sind schon irgendwo in anderen Städten und sind trotzdem nur mit uns in Kontakt. Es melden sich Leute noch bei uns, die zum Teil vor fünf, sechs, sieben, acht, neun Jahren trainiert haben. Die schnappen irgendwas auf wieder, folgen uns auf Social Media und sind immer in Verbindung. Und Be Girl Circle prägt die jungen Menschen sehr und gibt ihnen ganz viel mit für den Alltag. Und das ist schön zu anschauen. Die Idee von Be Girl Circle war ursprünglich vor mittlerweile schon 14, 15 Jahren, dass wir einen Raum generieren, wo Personen, die sich als weiblich identifizieren, trainieren können. Also einen geschützten Raum. Nicht einen Raum, wo man jetzt sozusagen von vorne an starr unterrichtet, das heißt eine Person steht vorne und zeigt das und die anderen müssen das Starrchoreografisch nachempfinden, sondern wirklich ein Raum des Austausches und vor allem auch ein bisschen ein generationenübergreifender Raum. Das heißt es geht nicht nur, es geht natürlich hauptsächlich ums Tanzen, aber es geht nicht nur darum, es geht darum wie präsentiere ich mich in der Gesellschaft, wie stehe ich in einer Gesellschaftssituation zu Leuten, die in der gleichen Situation sind? Wie stärke ich mich? Und vor allem, wie lerne ich von Leuten, die das schon länger können? Die Eagle Circle hat in dem Sinn keine Altersbeschränkung. Einige Jährchen sollte man schon mitbringen, so circa ab sieben, acht Jahren funktioniert es am allerbesten. Wir haben aber auch schon jüngere Mädchen gehabt, die angefangen haben, wenn zum Beispiel die ältere Schwester dabei war. Aber nach oben hin ist alles offen. Es gibt keine Ausreden, es nicht zu probieren. Ein eigener Raum für Mädchen und Flinterpersonen ist deshalb wichtig, weil die Breaking-Szene sehr männlich dominiert ist, nach wie vor, auch wenn es sich schon sehr stark geändert hat. Wir haben damals festgestellt, dass sie gerade in einem bestimmten Alter Mädchen gerade auch nicht so vor Burschen ausprobieren trauen. Bestimmte Moves. Und wir haben dann festgestellt, wenn wir denen einen Rahmen geben, wo sie unter sich sind, dann trauen sie sich einfach mehr. Was nicht heißt, dass sie nicht auch Jungs kennenlernen oder vielleicht auf eine Battle gehen, wo sie vielleicht sogar gegen Jungs tanzen, das gehört ja alles dazu und wir wollen ja auch diese Verschränkung, diesen Schulterschluss dann auch machen und machen den auch. Aber es tut ihnen auch voll gut und es ist eine ganz spezielle Art der Gemeinschaft, die da entsteht. Es ist eine ganz spezielle Art des Zusammenhalts, das dieses Projekt auszeichnet. Und was auch ein großer Pluspunkt ist, wir machen ja gemeinsam Auftritte und Unternehmungen und das schweißt nicht mehr zusammen. Mir gefällt es bei Be Girls Actually viel mehr, weil man lernt halt viel von verschiedenen neuen Sachen und ich finde es extrem cool, weil man lernt sich auch gegenseitig kennen und wie gesagt, man lernt halt neue Sachen und das finde ich sehr cool. Abgesehen vom Training bei Beagle Circle finde ich die Auftritte voll cool, weil man immer was Neues erlebt und Adrenalinschub hat. Wir konnten über die letzten Jahre wunderschöne Entwicklungen beobachten. Dadurch, dass das Projekt schon so lange besteht, dank der Maggi S. von Magdalena Schlesinger, ist es so, dass zum Beispiel Personen wie die Amabel Thomas, die als B-Girl angefangen hat bei uns, so mit elf, zwölf, mittlerweile Trainerinnen sind. Oder andere Personen wie zum Beispiel Frances Grill, die mittlerweile an der Angewandten studiert, die bei Produktionen dabei war, bei anderen Parts in der Company mitgeholfen hat. Das heißt, es gibt die Möglichkeit, sich nicht nur als B-Girl in der Szene zu behaupten, und da spreche ich ganz bewusst von Amabelle und Frances, weil die wirklich super in der Szene auch represented waren und bei Battles waren, sondern sie haben sich auch noch einmal in der Company und in dem was wir künstlerisch umsetzen eingefügt bzw. ausprobiert. Dass sie ihren eigenen Weg in ihrem Beruf auch mehr oder weniger, ja, dass das ganze Projekt einfach einen durchgehenden Einfluss hat. Und nicht nur so punktuell, das mache ich jetzt einmal, ich mache einmal, are you a b-girling? Nein, sondern ich lerne da eine Gruppe von Menschen kennen, mit denen ich mich später auch austausche und von denen ich lerne, aber die nächste Generation lernt wieder von mir. Wie kommt Be-Girling aus der Kultur von Breaking? Be-Girling oder aus der Kultur von Breaking kommen, Be-Girling ist die weibliche Form, die männliche Form wäre Be-Boy. Ich selbst identifiziere mich als Be-Girl oder als Oldschool-Be-Girl mittlerweile. Kommt aus dem Begriff Hip-Hop, also den vier Elementen von Hip-Hop. Ende der 80er, also in den 80er Jahren in New York angefangen. Und damals war es einfach ein starker Sprachrohr in den Elementen des Hip-Hops, sich sozusagen in der Gesellschaft entweder durch Graffiti oder durch Breaking, DJing, Rap auszudrücken. Und es war immer eine Debatte über prekäre Verhältnisse, wo zum Beispiel Personen von ihren Herkünften her oder migrantischen Herkünften her oder von ihrem sozialen Status sich einfach teilweise nicht vernetzen konnten mit anderen Personen oder da in ihren Situationen oder in ihren urbanen oder suburbanen Orten irgendwie mehr oder weniger auch gefangen waren. Und Breaking hat aber eine Möglichkeit geschaffen, einer erstens mal nonverbalen Kommunikation, weil wir von Tanz sprechen, das heißt, man kann Konflikte auch lösen über Tanz ohne Gewalt. Ich glaube, für B-Girl Circle ist Breakdance ein Statement. Breakdance ist ja die mediale Form. wir reden wieder von Breaking und B-Girling, sich frei durch den Körper in der Gesellschaft zu vertreten. Das heißt in dem Moment im Breaking gibt es ja dieses Battle, wo du dich sozusagen repräsentierst und positiv mit der anderen Gegenüberseite misst. Das heißt, du versuchst, auf etwas zu antworten, das die andere Person dir vorliegt. Das heißt, ein Stil, ein Move oder vielleicht nur ein Vibe, mit dem du sozusagen in Kommunikation triffst. Und kurz zusammengefasst, ich glaube, Breaking oder Be-Girling ist ein Statement der nonverbalen Kommunikation. I represent myself. Ich bin hier und ich habe das Bedürfnis und auch die Art von einer klaren Zugehörigkeit. Ich darf da sein, ich muss da sein und das passt so. Zugehörigkeit, ich darf da sein, ich muss da sein und das passt so. Man versucht, die Vergangenheit zu verstehen, sie teilweise auch in Frage zu stellen, vor allem was damals auch alles passiert ist, es war nicht alles rosy posy, aber jetzt einen Punkt dagegen beizusetzen und zu sagen, wie kann ich diese Kultur positiv in die Zukunft tragen und welche Dinge nehme ich mir und welche Dinge muss ich verändern. Und da finde ich glaube ich, dass es wichtig ist, dass Big Girl Circle am Ball bleibt. Die Öffnung zu Personen, die sich weiblich identifizieren, die Öffnung zu Personen, die egal von welcher Herkunft kommen, die Öffnung zu Personen, egal welches Alter, welcher Körper. Das ist einfach, wir sind ein Safe Space dafür. Ich fühle mich da in der Glieskop Academy so wohl, weil ich mir einfach zeigen kann, wie ich wirklich bin. Man darf einfach mitmachen, wie man es kann. Und durch das lernt man eigentlich auch leichter.