Herzlich willkommen heute hier aus dem DorfTV-Studio darf ich begrüßen Jasmin Hirtl. Herzlich willkommen. Sie ist experimentelle Künstlerin, Filmemacherin und wir möchten heute über einen Film sprechen, den sie gemacht hat, nämlich einen Langspielfilm, glaube ich, sagt man, oder? Er hat ja quasi Überlänge fast. Die Königin der Nacht. Das stimmt. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich, dass ich da bin und ich freue mich, mit dir über den Film zu reden. Ja, ich habe so viele Fragen, nachdem ich ihn gesehen habe, gleich einmal. Wo fange ich an? Als erstes ist mir immer aufgefallen, du hast Jasmin, die Darstellerin im Film hast Jasmin. Vielleicht können wir kurz, damit die ZuseherInnen auch mit Komödie, aber auch viel Humor. Oder wie würdest du das beschreiben? Wo würdest du deinen Film einordnen, Die Königin der Nacht? Also ich würde als das übergeordnete Genre auf jeden Fall mal Komödie nehmen. Er war von Anfang an eigentlich immer humoristisch gedacht. Also es war immer klar, dass sehr viel Humor eine Rolle spielen wird. Von der Machart ist es ein typischer Mumblecore-Film. Da gehört eben dazu, dass man sehr viel improvisiert, dass es eigentlich kein fixes Drehbuch gibt. Dass man dann mehr oder weniger den Film im Schnitt baut oder macht. Das ist so ein Teil dieses Genres. Und natürlich ist Erotik ein Teil davon, weil Erotik eines der Hauptthemen ist. Ja, doch in diese Richtung. Und dann würde ich ihn auch noch in Independent Cinema einordnen, aus dem Grund heraus, weil es im Prinzip keine Produktionsfirma gibt und es mehr oder weniger in ganz kleinem Rahmen umgesetzt wurde. Es waren die Darsteller gleichzeitig auch die Kameramänner und Kameramänner. Also Frau war ich eigentlich nur. Es gab aber einmal eine Kamerafrau, die für einen Dreh ausgeholfen hat. Aber wir haben im Prinzip die Darsteller und ich haben uns einfach gegenseitig gefilmt während dem Dreh. Also es gab keine Crew. Es gab eigentlich nur die Leute, die man im Film sieht. Das waren gleichzeitig auch die hinter der Kamera. Vielleicht können wir die ZuseherInnen kurz abholen. Eine kurze Beschreibung, um was geht es im Film? Magst du oder soll ich? Vielleicht probier mal du, wie es du verstanden hast. Okay, dann genau. Du kannst ja immer sagen, stopp. Das hast du alles falsch verstanden. Das ist überhaupt kein Problem. Okay, jetzt wieder mal wie ein I gesehen. Genau. Erst einmal fängt es an, dass man einfach eine junge Frau sieht, die am Attersee in einer Wohnung wohnt und sie ist eine Mischung aus Langeweile und doch, ich habe so ein, okay, sie ist schon so ein bisschen eine Queen of Selfcare. Sie schaut, dass sie wohl tut und Ding, und sie spazieren, ein bisschen schwimmen. Da 15 Minuten einmal kein Gespräch. Also zuerst ist einfach nur sie irgendwie da. Und man spürt schon, dass sie irgendwie auch gefadet ist. Und es wird dann übergeleitet auf dieses erotische Thema durch diese Gerti Senger Reportagen, wo man sieht, das ist schon ein Interesse von ihr. Und vielleicht will sie in die Richtung weitergehen. Und das tut sie dann auch. Sie reist nach Linz, macht einen kurzen Workshop bei Erotik-Tänzern und lässt sie so kurz einführen in die Materie, weil sie würde scheinbar businessmäßig ein bisschen angehen, ob aus Langeweile oder aus finanzieller Not, das ist überhaupt kein Thema, aber ja, weiß ich nicht, das bleibt da irgendwie offen. Und ja, wie sie das abgeschlossen hat und sie ein bisschen sicherer fühlt, reist sie nach Wien und probiert ein bisschen in die Szene einzukommen. Und durch Zufall lernt sie dann den Markus kennen, den zweiten Hauptdarsteller, würde ich sagen. Ja, absolut. Der aus der Szene ist, so ein bisschen ein Stritzi, ein Luden, glaube ich, sagt man im Deutschen, der scheinbar in der Szene ist und sie ein bisschen reinbringen will. Und meint, das machen wir. Wir reisen jetzt einmal nach Venedig. Ich zeige die dort an dem Typen und schauen uns das an. Und dann beginnt diese Reise nach Venedig. Ihr macht es gemeinsam. Und genau. Und die Wendung für mich, also es war nicht so eine Wendung. Es war keine Wendung im Film eigentlich. Das, was für mich so spannend war, sie ist eine ganz naive Person. Irgendwie geht sie ganz kindlich an die Sache ran. Auch wie es einfach einmal bei den ganzen Tanzetablissements, Nachtclubs so mit dem Lebenslauf vorstellig werden will und die Türen verschlossen sind, eher bautschert und lernt halt dann den keiner. Und trotz ihrer Naivität bleibt sie sich aber selber so treu. Sie lässt sich nicht behandeln wie irgendwer, sie lässt sich nicht mit sich reden wie... Also er redet in seinem Chacon, in seiner Proletenart oder in dem Sprech. Und sie lässt aber das nicht mit sich machen und auf das passieren auch ganz viele Streits und Diskussionen. Was für ihn selbstverständlich ist, bei der Zugfahrt, dass da jetzt fix was geht oder so, ist für sie ganz klar sicher nicht. Ich meine, wir haben jetzt fix was geht oder so, ist für sie ganz klar sicher nicht. Ich meine, wir haben das zur Arbeit und so. Ich möchte aber am Schluss eigentlich jetzt nicht spoilern. Ich spoiler es nicht, weil wir dürfen ja auf DorfTV den Film zeigen. Und ich möchte, dass die ZuseherInnen sich dann wirklich den Schluss selber anschauen dürfen. Es war für mich einfach schön, diese Entwicklung von ihr und dem sie treu bleiben zu beobachten. Ich finde es total schön, weil du im Prinzip wirklich, ja, also so würden ich wahrscheinlich auch beschreiben. Also ich finde es schön, dass das alles rübergekommen ist bei dir. Für mich war auch die Ausgangssituation des Filmes eigentlich das Gefühl, dass wahrscheinlich die meisten Menschen, vielleicht auch nicht jeder, aber sicher viele, gerne begehrt werden wollen. Also dass sie in irgendeiner Form das auch mal spüren möchten, dass jemand, den sie auch vielleicht begehren, sie zurückbegehrt oder so. Also dieses Gefühl des Begehrt werden Wollens. Das war eigentlich der absolute Ausgangspunkt für mich, weil dem ja auch so ein bisschen diese ganze Debatte innewohnt, was darf von außen gesagt werden, was darf passieren, wie darf man miteinander umgehen. Genau, und dass aber zumindest ich auf jeden Fall immer wieder mal gern begehrt werden möchte. Auch vielleicht von Menschen, die ich einfach nur fesch finde und die ich gar nicht kenne. Ja, wo man einfach merkt, dem ge dem Gefalle oder der Gefalle. Und dass das eigentlich ein spannendes Gefühl ist. Und das war sozusagen der Ausgangspunkt von dem Film. Und ich habe sie quasi ganz naiv angelegt, dass sie einfach so ganz geradlinig einfach das, was ihr jetzt logisch erscheint, nachgeht. Und deshalb finde ich das total schön, wie du das beschrieben hast, dass sie da eben sehr naiv ist und auf der anderen Seite sie auch nichts gefallen lässt. Dass sie eben diese Würde für sich selber hat und in Wahrheit eine total gestandene Frau ist. Also in dieser Naivität quasi, weil im Endeffekt, sie bricht sich das Bein. Das ist am Anfang so und dann kommt diese Phase, wo sie so über ihr Leben reflektiert, wo sie da in Einsamkeit am Attersee ist. Und dort entfasst sie einen Entschluss. Sie ist noch nie begehrt worden. Das ist quasi das, was dazu sehr so nicht war, sondern ihre eigene Motivation. Und sie will das jetzt ändern. Sie geht da jetzt ganz straight vor. Zuerst mache ich mir einen Kurs, dann gehe ich mich bewerben und dann schauen wir, wie ich dorthin komme, wo ich will. Und das ist auch etwas, das ich an dem Charakter sehr gerne mag, dass sie einerseits naiv ist, aber total gestanden und genau weiß, was sie will und auf das zugeht. Und auch, was sie nicht will, weil auch die Annäherungsversuche, das Bedrängen dann von dem Strich, sie lässt sich ja da überhaupt nicht irgendwie, hey, lass mich in Ruhe, ich will jetzt schlafen. Oder es passiert auch einmal, dass sie sich ein bisschen gelegt fühlt, wie es dann tatsächlich in Venedig angekommen ist und sie hat ja wohl klar gesagt, was sie will und da wird vor keinem Konflikt irgendwie, kein Konflikt wird gescheit. Und das habe ich super gefunden. Obwohl sie bewusst ist, dass er der Profi ist in der Szene und sie sie null auskennt, lässt sie sich von dieser Expertise einfach nicht einschüchtern. Das stimmt, das stimmt, auf jeden Fall. Also sie scheut keinen, was hat irgendwie diese Stärke, dieses Gestandene. Also sie verteidigt sich. Also egal, was da jetzt kommt. Und auch wenn sie manchmal vielleicht ein bisschen langsam ist im Begreifen von Sachen, wenn sie es dann checkt, dann gibt es nichts. So habe ich sie angelegt. Das war die Geschichte. Wunderschön. Hast du echt super... Habe ich ihn richtig gesehen? Du hast ihn total richtig gelesen. Ich habe ihn nicht gelesen, ich habe ihn angeschaut. Nein, nein, man liest ja heutzutage immer alles. Das zentrale Thema brauche ich dir nicht mehr fragen, weil du hast es uns schon gesagt. Das geht einfach. Tatsächlich ist ein Ursprungswunsch dieses Begehren. Und das war mir nicht klar. Das war mir tatsächlich nicht so klar. Ich war einfach von ihrer Persönlichkeit tatsächlich beeindruckt, wie man das verbinden kann. So naiv und irgendwie ein bisschen schrullig auch, wie sie so ihren Tag verbringt. Es kommt ja nicht raus, ist das ihr Urlaub oder ist das ihr Alltag, aber von der Küchenausstattung hat man schon das Gefühl, die wohnt dort einfach ganz alleine und ist ganz alleine und ist sehr einsam. Und dann aber trotzdem so ein Standing haben, dass man sich nicht blöd vorkommt, dass man sagt, nein, das will ich aber jetzt nicht, nein, das mache ich nicht. Also die Persönlichkeit ist mir ganz stark vorkommen. Warum hast du nun auch das Jahr als Schauplatz gewählt? Tatsächlich ist es so, dass in dieser Produktion ganz wenig geplant und vorher gedacht war sozusagen. Für mich gab es so eine grundsätzliche Handlung und das war es sozusagen. Für mich gab es so eine grundsätzliche Handlung und das war es sozusagen. Und ich habe eine Freundin, die hat eine Wohnung am Attersee und ich wollte, dass der Charakter quasi eben vom Land, von ganz außerhalb kommt. Und in dem Fall war auch dieser See und dieses Abgeschiedene, weil ich war selber einmal zu Gast in dieser Wohnung davor und dort ist man wirklich allein. Also diese Wohnung ist also auf diesem Hügel da oben. Aber bei der Straße, die fährt jetzt schon vorbei dann? Genau, es ist quasi den Hügel so eine Serpentine rauf und da sind so die Häuser entlang dieser Straße und wenn man dann dort ist, hat man irgendwie diesen Blick auf dieses wirklich schöne Panorama und genau, wenn man dann dort ist, hat man irgendwie diesen Blick auf dieses wirklich schöne Panorama und ja, also wenn man dann nicht befreundet ist mit dem Nachbarn oder so, ist man dort einfach alleine. Ganz alleine. Ja, genau. Und Touristen. Genau, und Touristen, ja, und deshalb war das dann eine super Möglichkeit dort zu drehen. Okay, das war eher pragmatisch gedacht quasi. Ja, ich habe noch etwas gesucht, was außerhalb ist, in einer schönen Landschaft. Und dann habe ich mich erinnert, dass eben diese Freundin diese Wohnung dort hat. Und dann habe ich mir gedacht, schau, das passt. Genau, und mehr Gedanke war dann nicht. Zu den Figuren. Also Da habe ich auch mehrere Fragen. Erstens, der Markus, der bleibt ja lange schwer greifbar. Der ist ja... Was hat dich an der Figur interessiert? Wenn du so sagst, Mambelkoa, ich muss zugeben, ich wollte dir die Frage stellen und dass du das erklärst. Ich habe vorher extra nicht nachgeschaut, was das genau ist. Und jetzt interessiert mich aber schon, hast du die Personen vorher genau den Charakter quasi erklärt, den sie spielen? Und sie haben sich dann auf den einlassen? Also es ist so, dass sie beim Mumblecore etwas Essentielles improvisieren. Und für mich ist, weil ich habe davor eigentlich eher mehr dokumentarische Sachen gemacht und es ist mein erster Fiktionsfilm, der ja in dem Sinn auch sehr dokumentarisch ist, weil ja permanent improvisiert wird sozusagen, habe ich das total gern, wenn Sachen echt und natürlich sind. Und eigentlich nicht so gern, wenn was gespielt so ist. Und deshalb habe ich eigentlich die Darsteller so ausgesucht, weil ich sie kenne, die in ihrem Grundcharakter etwas haben, dass der Figur sehr nahe kommt. Also der Markus ist quasi kein Strizi. Ist er nicht, okay. Aber er ist seit, ich glaube, fast zehn Jahren ein sehr enger Freund und wir haben immer recht ein Schmäh miteinander und er ist geschert und sehr wild und ungestüm in seiner Art und dann habe ich ihn gefragt, ob er gerne diesen Charakter spielen möchte. Aber du gibst ihm schon trotzdem einen Charakter vor und die Handlung vor und ungefähr und dann fängt die Improvisation an, weil es muss ja irgendwie nach einem Art Leitfaden gehen. Ich habe also tatsächlich heute von mir, also ganz am Anfang vom Projekt, habe ich ihm gesagt, schau, da ist so, also quasi du, ich brauche jemanden, also ich habe ihm ein bisschen die Geschichte erzählt und dann habe ich ihm gemeint, ich brauche einen Strizi, der aber mehr ein Möchtegern-Strizi ist. Also nicht so der knallharte Checker, der es wirklich drauf hat, im Kiez sozusagen, sondern so der, der das gern wäre und schon so ein bisschen da überall dabei ist, aber so halbstark, so möchte gern und halt quasi eigentlich auch ein bisschen fake sozusagen ist. Das war quasi meine Ansage dem Markus gegenüber und er hat dann einfach, glaube ich, für sich selber diese Figur erfunden. Aus dem heraus, wie er halt selber so drauf ist und ich glaube, also so was er mir erzählt hat, hat er auch so ein bisschen für sich einfach für österreichische Filme recherchiert, wo vielleicht ähnliche Charaktere vorkommen und hat dann probiert. Er hat sich eigentlich selber erfunden. Sogar die Freiheit hat man. Und dann, wenn ich jetzt zum Beispiel diese Zug-Szenen nehme, wo ihr nach Venedig reist und er will was, dann sagst du als Regisseurin, man muss dazu sagen, du bist ja in dem Film trotzdem äußern, du machst Schnitt, Kamera und bist die Schauspielerin, also eigentlich Impro-Künstlerin in dem Fall, weil du eben auch keinen Text lernst, sondern sagst dir, prinzipiell geht es bei dir fortum, dass wir einfach dieses Gefühl immer kriegen, dass wir fahren und du probierst, ob was geht und dann kommt aus, es geht nichts. Und das ist die ganze Anweisung. Oder wie kann man sich das vorstellen? Es geht in diese Richtung. Es ist so, dass ich quasi die Drehs ausmache. In dem Fall haben wir 48 Stunden durchimprovisiert. Wir sind tatsächlich am Abend mit dem Nachtzug nach Venedig gefahren, haben dann den ganzen Nachtzug so weit wie wir konnten improvisiert. Eigentlich gehe ich rein inspirativ vor, sozusagen. Wenn ich in dem Moment dann quasi eine Idee habe, dann sage ich, okay, jetzt machen wir das oder so und jetzt improvisieren wir darauf hin, ja. Dann sind wir in Venedig ausgestiegen, haben natürlich auch in dem Abteil geschlafen. Dann haben wir irgendwie, ich glaube, fünf Stunden oder sechs Stunden haben wir irgendwie Zeit gehabt, dass wir dann in Venedig schnell alle Szenen, die ich mir vorgestellt habe, dass wir gerne improvisieren müssen. Und dann sind wir am selben Tag wieder mit dem Nachtzug zurückgefahren und haben quasi wieder den ganzen Nachtzug zurück improvisiert. Also es war nur er und ich. Also wenn er in der Kamera ist, filme ich. Und wenn ich in der Kamera bin, filmt er. Und so sind wir eigentlich durch Venedig gegangen. Wir waren wirklich so dermaßen erschöpft und es gab dann wirklich auf der Rückreise wirklich so Impro-Szene, wo dann im Prinzip, wo wir einfach nur mehr in Hysterie vor lauter Erschöpfung und fertig ausgebrochen sind und irgendetwas gemacht haben, das nicht im Film ist. Und dann am Ende, wie wir in Wien angekommen sind, haben wir dann noch kurz gestritten und dann sind wir heim. Also das war irgendwie so das Ende des Drehs. Aber nachdem man 48 Stunden so dahin fährt. Das ist ein bisschen eine Katarsis. Genau, das war dann wirklich eine Reinigungskatarsis. Das war sehr lustig. Und dann haben wir uns eine Woche mal nicht gehört. Man braucht einfach auch seine Pausen. An Abstand und dann Aber es hat es noch fremd. Ja, ja, ja. Also es war auf jeden Fall wieder miteinander arbeiten. Ja, es ist total interessant. Ich habe mich nämlich auch gefragt, wie das passiert, aber dass es wirklich nur ihr zwei, das ging dann auch an einen wirklich sehr intimen Dreh. Genau. Einfach, ja, und quasi, man kann nicht einfach Impro mit der Red und die Red machen, sondern man muss das dann immer, na okay, aber jetzt, wie war deine Reaktion? Müssen wir das eigentlich noch einmal machen? Stellen wir wahnsinnig aufwendig vor. Es war vom Dreh her quasi in dem Sinn simpel, aber es war im Schnitt die totale Herausforderung, weil natürlich es nie jemals denselben Dialog gab. Also ich halt zum Beispiel auf Markus, wir improvisieren, ich improvisiere ja auch hinter der Kamera und er reagiert auf mich. Okay, wir brauchen Gegenschuss. Er macht das Gleiche, aber es entsteht wieder ein völlig neuer Dialog sozusagen, zwar schon um dasselbe Thema, aber es ist kein Wechsel. Und dann war das eben, dass ich gedacht habe, okay, ich muss mit Jump Cuts arbeiten und ich muss das quasi wild zusammenschneiden und eigentlich den Dialog dann noch einmal im Schnitt aufbrechen in überhaupt die möglichen Formen, weil du kannst ja nicht auf alles irgendeine Antwort drauf schneiden. Und das war wirklich die Herausforderung, wie ich diese Dialogszenen schneide. Würdest du das noch einmal so machen? Ja, ich würde im Schnitt, glaube ich, Dinge ändern, aber ich würde es noch einmal machen, weil es dadurch sehr viel Echtheit hat. Ja, es ist wahnsinnig authentisch. Ja, weil wir sind ja keine echten Schauspieler. Wir sind in dem Moment einfach Darsteller von etwas und dadurch, dass wir es so gemacht haben, Wir sind in dem Moment einfach Darsteller von etwas. Und dadurch, dass wir es so gemacht haben, war es dann irgendwie trotzdem sehr real, finde ich. Also genau, ich würde es schon wieder so machen. Nein, es klingt eigentlich, also habe ich noch nicht so die Form. Ja. Aber würde mir total taugen, einmal so etwas zu machen. Muss ich überlegen. Wenn ich mit Dorf-TV einmal einen Mambel-Core mache. Hat es Momente gegeben, wo du ganz bewusst mit so romantischen Klischees gespielt hast? Oder dass du das ganz bewusst aufbrechen wolltest, weil diese erotischen Geschichten sind ja doch sehr klischeebehaftet. Ja, also ich wollte eigentlich zu dieser Naivität des Charakters gehört ja eigentlich auch ganz viel Klischeehaftes habe ich so empfunden, dass wenn jemand sehr naiv ist oder ein Charakter sehr naiv ist oder ein Charakter sehr naiv ist, ja er eigentlich diesen wie soll ich sagen jetzt diesen typischen Dingen eher nachgeht. Also in dem Moment, wo sie quasi beschließt, sie möchte jetzt begehrt werden und deshalb wird sie jetzt eine Burlesque-Dänzerin, weil sie weiß, Striptease-D sie jetzt eine Burlesque-Dänzerin, weil sie weiß, Striptease-Dänzer, Burlesque-Dänzerinnen werden begehrt. Also quasi Problemlösung. Und sie eigentlich sich entlang handelt an diesen ganz einfachen Common Sense-Wahrheiten sozusagen. Und sich dem entlang, weil sie ja kein tieferes Verständnis von vielen Dingen hat. Und deshalb ist für mich das total logisch gewesen, dass sie sehr diesen Klischees nachgeht. Eben Gerti Sänger, Erotik. Was ist Erotik? Das, was Gerti Sänger da hat, das muss Erotik, wie, was ist Erotik? Das, was die Sänger da hat, das muss Erotik sein, oder? Weil das Strip-Distancer, Ballett-Distancer ist erotisch. Deshalb im Tanzunterricht fragt sie ihn ja auch so nach diesem Thema, was das überhaupt ist. Und dann kriegt das eigentlich zum ersten Mal ein bisschen Tiefe. Genau. Also so deshalb kommen diese Klischees so vor, weil ich das mit der Naivität irgendwie verbunden habe. Du taggst ja deinen Film selber auf Plattformen, haust deinen Film in gewisse Genres ein, eben wie Indie, Mumblecore. Sind diese Genres wichtig oder bewegst du dich immer in die gleichen Genres? Oder hast du jetzt für die außergefunden Mumblecore nur so? Oder wie gehst du generell mit diesen Genres um? Also für mich hat tatsächlich eigentlich noch nie ein Genre eine Rolle gespielt, sozusagen. Und ich habe das Mumblecore-Genre als solches eigentlich nicht wirklich gekannt, sondern nur so am Rande das Wort einmal mitgekriegt und so weiter und so fort. Magst du uns nochmal kurz erklären, was das genau bezeichnet? ist es eben so, dass es sehr viel um Improvisation geht, um Ungeplantes, um quasi Low-Micro-Budget-Projekte. In Wahrheit sind es wirklich Micro-Budget-Projekte, wo man weniger als Low-Budget hat. Und in dem Fall zum Beispiel für den Film habe ich von Oberösterreicher Förderung gekriegt und das waren um die 3000 Euro und das war das Budget für den Film und damit habe ich eigentlich alle inkludierten Personen bezahlen können und der Rest ist dann quasi No Budget oder My Budget so eigentlich eher. Und das ist auch ein großer Teil davon. Aber sagen wir mal, du würdest jetzt ein Millionenbudget haben. Hättest du den Film dann trotzdem nicht auch so gemacht oder wie wäre es das dann angegangen? Ich finde, dass ich hätte ihn wahrscheinlich von der Herangehensweise so gemacht, es ist mein erster Fiktionsfilm und es war die erste Art mich selber dem Thema Fiktion zu nähern. Da ich aus etwas sehr Dokumentarischem komme oder auch so Essayistischen, war Fiktion für mich so, okay, ab wann ist was Fiktion? Also es war einfach für mich eine Möglichkeit, mich selber dem Dramafilm, dem Fiktionsfilm zu nähern. Und es ist so passiert, wie es da passiert ist, über das, dass ich quasi einen Charakter gespielt habe, den aber völlig real aufgenommen habe, ohne ihn vorzubestimmen. Also es war eigentlich meine Annäherung zum Thema Fiktion. Und von dem her hätte ich es wahrscheinlich mit viel Geld auch so gemacht, aber ich hätte mir dann angenehmere Situationen, ich hätte dann vielleicht den Venedig-Dreh nicht in 48 Stunden gemacht, hätte vielleicht in Venedig, ich weiß jetzt nicht, mir ein Hotel genommen oder wäre mal mit einem Auto zu einem Dreh gefahren und hätte nicht das Equipment immer in einem Rucksack und mit tausend Taschen. Also das ist, glaube ich, das, was dann bei Geld, die Dreharbeiten werden angenehmer, glaube ich. Aber es mag auch sein, dass eben wenn da jetzt mehr Leute in dieser Kabine gewesen wären im Zug, dass vielleicht diese Intimität gar nicht passiert wäre. Oder ist auch schwierig. Also sie haben schon für mich diese Schauart für mich schon einen Reiz. Es ist für mich tatsächlich so gewesen, dass Markus und ich beide noch nie davor Darsteller waren. Und wir aber gut befreundet sind. Wir in dieser Intimität sehr unscheu waren. Und ich glaube, wenn da dann noch drei Crewmitglieder da drinnen sind, dann bist du einfach irgendwie unter Druck, Stress. Verunsichert. Genau, verunsichert. Und dann kommt natürlich ein anderes Ergebnis. Und ich merke es zum Beispiel, oder ich habe es dann gemerkt, wenn irgendwie mehrere Leute waren bei einem Dreh, dass es dann automatisch eine andere Chemie kriegt. Und von dem her ist es auf jeden Fall... Der Film wäre anders, hätte ich Geld gehabt. Er wäre ganz anders geworden. Es tut einem nichts Schlechtes, muss ich leider sagen, dass es so geworden ist, weil so ist er halt richtig intim geworden wahrscheinlich. Also wirklich schön gewesen. Ich kenne ja noch andere Filme von dir, eben den gibt es ja schon auf TV, die Perlentaucherin. Auch super. Eben sehr dokumentarische Sachen normalerweise. Was wird dein nächstes Projekt? Auf was können wir uns freuen? Tatsächlich bin ich jetzt gerade am Fertigstellen von einem Film, der heißt, ich habe die erste Hürde, Poseidon, ich rufe dich. Ah, wieder was mit Wasser. Ja, genau, wieder was mit Wasser. Und der soll mit Ende Oktober fertig werden. Ebenfalls vom Land Oberösterreich eine Förderung bekommen. Nochmal vielen Dank, ja, also so an Oberösterreich. Und genau, und der wird dann, ja, hoffentlich ein Festival. Und ist das eine Dokumentation oder eine Fiction? Es ist tatsächlich wieder ähnlich wie dieser Film hier. Ich will jetzt nicht so viel verraten. Es geht hauptsächlich um einen Charakter, der probiert durch einen ganz speziellen Aktivismus die Welt zu retten. Und im Zuge dieses Aktivismus reist der Charakter auch zu verschiedenen Orten. Von dem her hat es wieder das Dokumentarische, weil es eben auch diese Reisedokumentation beinhaltet. Der Charakter ist aber völlig fiktional und performt dann wieder impromäßig, so wie bei dem Film, an den verschiedenen Orten seinen Charakter sozusagen. Spürst du mit? Ja. Super. Und wird es auch wieder ein Langspielfilm? Ja, es wird wieder ein Langfilm. Ich möchte ihn diesmal aber nicht so lange machen. Es ist auch so, dass ich aus der Königin der Nacht jetzt auch natürlich viel gelernt habe, also für das neue Projekt. Und ich würde ihn jetzt auf jeden Fall nicht mehr so lang machen. Aber mal schauen, wie lang er wird. Und du gibst dir da selber keine Grenze. Du sagst, 90 Minuten, it has to be. Also für mich war auch bei der Königin der Nacht die 90-Minuten- Marke. Aber ich habe dann empfunden, es muss nicht sein. Ja, nein, ich habe auch jetzt. Also irgendwie die 90-Minuten-Marke, die gibt es immer. Aber es wird dann halt so lang, wie es wird. Also so, genau. Ich freue mich, dass du heute bei uns warst. Und danke, Jasmin, dass du gekommen bist. Es war ein super informatives Filmgespräch. Und hoffentlich bis zum nächsten Mal. Danke fürs Zusehen.